Schlagwort: Die Linke

  • 25-02-27 Eine Anmeldung zu einer Prüfungsleistung

    25-02-27 Eine Anmeldung zu einer Prüfungsleistung

    Die Mücken sind zurück. Zu den unerwarteten Plagen unserer Dachbaustelle gehörte die Mückenplage. Kurzzeitig durch Frosttage unterbrochen, fliegen die Viecher schon wieder in der Wohnung herum. Wir hoffen, dass die Bauarbeiter im Rahmen der weiteren Arbeiten auch die Stechmückenzuchtanlage wieder abbauen.

    Auch zurück ist der Schlamm der allmorgendlich auf unser Fenster gefegt wird.

    Verschwunden hingegen sind die schönen Schaffell-Hausschuhe. Denn eine Horde Kleidermotten mochte diese Schuhe noch lieber als ich sie mochte und siedelte sich dort wiederholt an.

    Ein Techem-Ableser kam, wollte aber nur zwei unserer drei Warmwasserzähler sehen. UPS lieferte Ersatzteile für Rombitombi.

    Verschwunden sind die Absperrgitter am Sachsendamm. Montag sah ich Polizei-LKWs, die diese wider einsammelten. Hätte ich Sonntag nicht wahlgeholfen hätte ich tagsüber auf der Straße herumlungern können und warten, wofür die Gitter benötigt werden.

    Aus Gründen beschäftigte ich mit intensiver mit der Microsoft-Planungssoftware MS-Planner. Und stellte dabei fest: ich denke fundamental anders. Ich denke in Strichen und Pfeile oder Verbindungen und Links; ich will Zusammenhänge und Abhängigkeiten.

    Listen sind okay. Aber sobald es graphisch wird, will ich Netzwerke und Pfade.

    Madame beobachtet bei ihren Chorproben unfreiwillig die Wanderung einer kleinen Drogenszene durch die Schöneberger U-Bahn.

    Mittwoch Abend war ich endlich wieder im Stadtbad Lankwitz. Das Bad war voll, dennoch gelang es problemlos und flüssig eine längere Strecke zu schwimmen. Wie schön. Wie gut es tat. Was nett war: mit den Badleitungen noch eine Rauchen (also sie rauchen, ich steh mit rum). Die Nettigkeit gab es nicht umsonst: Zu Recht wurde ich dafür getadelt, dass ich so lange nicht mehr im Bad war.

    Parametrische Optimierung?

    Linkerhand beginne ich das Lernen für das Klausur Informationsmanagement. Dabei nehme ich aus den Augenwinkeln war, dass auch die Einsendeaufgaben 2 mich für die Klausur qualifiziert hätten – aber ich war ja dank EA1 eh schon durch.

    Weiter bin ich mir nicht sicher, ob das wertvolle Inhalte sind oder Bullshit Bingo für Fortgeschrittene. Andererseits ist es für mich das mit Abstand arbeitsnähste Seminar; gefühlt könnte ich die Hälfte der Aufgaben aus den Unterlagen unseres „digitalen Transformationsprojektes“ lösen.

    Rechterhand meldete ich mich für die Bachelorarbeit an und besitze jetzt eine „Eingangsbestätigung zu einer Anmeldung einer Prüfungsleistung.“ Diese Anmeldung wird an den Lehrstuhl überstellt werden, der dann entscheidet.

    Ich hoffe mal, seit dem Seminar am selben Lehrstuhl vor vier Wochen hat sich nichts an der Meinung des Lehrstuhls geändert. Sollte alles so kommen wie geplant, werde ich im Juni/Juli/August 2025 eine Bachelorarbeit zur Parametrischen Optimierung schreiben.

    Auf jeden Fall habe ich mir schon ein schönes Schwimmbadbeispiel ausgedacht, an dem mensch die ganzen mathematischen Konzepte demonstrieren könnte.

    Grün-Links-AfD

    Mir scheint, alles was ich zur Bundestagswahl an sich schreiben könnte, wurde anderswo bereits besser geschrieben. Deshalb möchte mich auf Bundestagswahlereignisse mit persönlichem Bezug beschränken.

    Ein paar Ergebnisse auf Mikrolevel, jeweils die Top3 der Zweitstimmen:

    Madame zählte einen Tempelhofer Briefwahlbezirk aus (die Adressen liegen in netter Gegend mit schönen Altbauten) mit dem Ergebnis:

    • Grüne 101 Stimmen / 24,7%
    • Die Linke 93 Stimmen / 22,7%
    • CDU 84 Stimmen / 20,5%

    Unsere eigene Schöneberger Nachbarschaft hat natürlich auch gewählt:

    • Die Linke 165 Stimmen / 29,9%
    • Grüne 153 Stimmen / 27,8%
    • SPD 81 Stimmen / 14,7%

    Für die Latifundien finde ich nicht den Wahlkreis in dem wir gewählt hätten, hätten wir dort wählen dürfen, aber zumindest die Gemeinde:

    • AfD 2650 Stimmen / 31,7%
    • CDU 2413 Stimmen / 28,9%
    • SPD 1491 Stimmen / 17,8%

    Und das ist kein ländlicher Bereich. Das ist inzwischen echter Speckgürtel, in dem ein großer Teil der Einwohnerschaft in Einfamilienhäusern lebt, deren Wohngebiete erst seit 20 Jahren überhaupt erschlossen sind.

    Lindh-Arndt

    Neben den Parteien muss ich doch noch zwei MdBs würdigen

    Wahlkreis 101 Wuppertal – SPD

    Einst ereignete sich eine größere Wikipedia-Veranstaltung in Wuppertal. Diese hatte eine Eröffnungsveranstaltung. Auf dem Programm der Veranstaltung war eine Rede des örtlichen Bundestags-Abgeordnete Helge Lindh angekündigt.

    Mein Gedanke war „Ey, jetzt fahre ich extra nach Wuppertal für den Event und dann muss ich mir Politiker-Grußworte anhören? Womit habe ich das verdient?“.

    Welch Irrtum. Es folgte eine der besten Wikipedia-Reden, die ich je hörte. Von jemand, der sich richtig gut damit auskannte, großer Fan war und hervorragend begründen konnte, warum ihm die Idee einer Bildung für alle so wichtig ist. Jemand, der es verstand die Grundidee der Wikipedia und eine politische Mission zu verbinden.

    Ich war beeindruckt und wünschte Lindh, dass er möglichst lange im Bundestag bleiben kann. Es hat trotz schwer angeschlagener SPD funktioniert. Im Wahlkreis 101 gewann Helge Frederik Lindh 33% der Erststimmen und damit das Mandat. (Die SPD holte bei den Zweistimmen nur 20%, noch einmal zeigend wie sehr es ein persönliches Ergebnis ist)

    Landesliste Saarland – Die Linke

    Fast vom Stuhl gefallen wäre ich allerdings bei der Info, dass Moses Arndt in den Bundestag einzieht.

    Moses Arndt prägte meine Jugend und trug maßgeblich zur Politisierung bei. Das ZAP-Punkfanzine war laut, unangepasst, herausfordernd, links, aber viel zu wild um irgendwie vereinnahmt zu werden. Im Triumvirat aus dem Pop-Intellektuellen Martin Büsser, dem Punk-Schlager-Perry-Rhodan-Kuschelautoren Klaus N. Frick und der wilden nihilistischen Energie von Moritz Arndt entstand etwas Einmaliges.

    Natürlich halten solche Glückskonstellationen nie lange. Das ZAP hielt in seiner Blüte gerade noch so lange durch, um die zweite Auflage der Chaostage in Hannover ins Leben zu rufen. (siehe August 1995: Drei Tage Chaos in Hannover)

    Dann zerfiel es, eine letzte Tat war die Gründung der APPD, der Anarchistischen Pogo Partei Deutschlands, die aber nur ein schwacher Abglanz ehemaliger Energie darstellte.

    Büsser gründete intellektuelle Popmagazine, Frick kuschelte in einer unpolitischeren Szene vor sich hin, und von Arndt hörte man, dass er hinter runtergelassenen Jalousien in einem schwer kameraüberwachten Haus im Saarland wohnt.

    Später dann: Er hat als Arzt promoviert und ist jetzt Ringarzt bei Mixed-Martial-Arts kämpfen.

    Und jetzt: Er ist Bundestagsabgeordnete für die Linke, Landesliste Saarland. So speziell übrigens, dass ich anlässlich dessen das erste Moses-Arndt-Foto meines Lebens sehe. Das kam für mich so erwartet als würde Papst Franziskus einer queeren Volleyballmannschaft beitreten.

    Französischer Easy Listening

    Feinanteil: Als Wahlhelfer in einem sächsischen Dorf.

    Männergenerationen am Land.

    Seit langem mal wieder ein Computerspiel, das mich interessieren könnte: Caravan SandWitch durchgespielt und verblüfft

    Gunhild Rudolph fuhr nach Frankfurt und beabschlusste an der Deutschen Gartenakademie.

    Sei wie Frau Novemberregen: Ich habe ja seit einigen Wochen ein neues Hobby, nämlich lästige Bürgerin sein. Man kennt sowas ja im Rahmen des Shareholder Activism, Leute, die einem den letzten Nerv rauben, ich freue mich auf viel Korrespondenz mit meinem/meinen Wahlkreisabgeordneten

    Claudia im Schnee: Nur eineinhalb Stunden vom Bahnhof Tokyo entfernt liegt das Skigebiet Yuzawa (湯沢). Dort liegt ab Dezember bis in den April hinein Schnee, oft mehrere Meter hoch. Hat sich der Schneeanzug für unseren Sohn doch gelohnt

  • 25-02-25 Huzur (Linke 24,0%; Grüne 17,7%; AfD 12,3%)

    25-02-25 Huzur (Linke 24,0%; Grüne 17,7%; AfD 12,3%)

    Die Schweizer Quartettmeisterschaft ist zurück. Nach Jahren der Pause findet diese am 30. März 2025 in der Bibliothek Russikon ZH statt. Wie immer gilt: „Mehr ist mehr!“ und wer die meisten Karten hat, gewinnt. 

    Es gibt eine neue Baustelle. Am ehemaligen BSR-Wertstoffhof am Südkreuz rückten nach Jahren der Stille die Abrissbagger an. Der Wertstoffhof verschwindet. Vielleicht entsteht sogar die anvisierte Zentrale der Berliner Stadtreinigung. Wir hoffen seit Jahren auf eine BSR-Kantine in der Nachbarschaft.

    Die Idena-Kantine, in der wir manchmal landen, scheint fest in der Hand russisch-deutschen Personals. Um so überraschter war ich als die neue Mitarbeiterin ein spontanes „perfetto“ fielen ließ. Daraufhin fiel mir auch gleich das „Ciao“ zum Abschied auf.

    Ich beherrsche mich noch, mich von Bundestagswahlanalyse fernzuhalten. Aber dafür halt US-Politik. Ich musste lachen. Ausgerechnet.

    Rebecca Solnits neuer Newsletter scheint einen Schimmer der Hoffnung zu sehen. Es scheint, mehr relevanten Menschen fällt auf, dass der Kaiser nackt ist. Als ich ihn in der Idena-Kantine las, musste ich wirklich laut auflachen:

    What did Trump do this week? At CPAC he declared, “I beat George Washington. I love beating George Washington” and otherwise rambled incoherently and also for about 90 seconds just wandered around stage making awkward dance moves to the Village People’s 1978 disco hit „YMCA.“ At the conference, banners depicting Trump as a Roman emperor announced the „Third Term Project.“ Also this week , the White House, presumably at Trump’s behest, issued a readout of a phone call he had with Prime Minister Trudeau that included the sentence that the Canadian leader „acknowledged that President Trump is the only world leader who can push through a just and lasting peace.” Behind Trump are some very skillful and determined fans of authoritarianism, including many from Project 2025, but the incompetence, distraction, and narcissism at the top are probably rendering the project less effective and certainly less stealthy.

    Überhaupt fazinierend wie oft Solnit das schreibt was ich auch schreiben würde.

    Das Grips Theater1 inszeniert das Stück Bülowstraße, inspiriert von der gleichnamigen Platte von LEA. Das finde ich spannend. Die Bülowstraße kenne ich ja ein wenig.

    Türöffner für freie Wahlen

    Als Wahlhelfer der Reserve war ich sicher, dass ich am Wahlmorgen einen Anruf vom Wahlamt bekommen würde.

    In der Nacht davor allerdings träumte mir, dass es schon kurz nach 9 war und damit wohl doch kein Anruf käme. Dann wächte ich auf und es war kurz nach 1. Das war sehr verwirrend. Dennoch gelang es mir, bis um 7 Uhr halbwegs angezogen und dreiviertel verfrühstückt zu sein.

    Um 7:17h rief Frau O vom Wahlamt an. Ich möge mich umgehend in die Seniorenfreizeitstätte Huzur in der Bülowstraße begeben. Also schnell in die Jeans gewechselt, den letzten Schluck Kaffee getrunken und während ich im Halbschlaf durch die Wohnung torkelte, richtete Madame eine Überlebensbox mit Salamistulle und Trockenmangos.

    Kurz vor acht kam ich an. Von zehn geplanten Menschen des Wahlvorstands waren nur acht erschienen. Ich sprang ein und belegte eine Schicht von 8 Uhr bis 11 Uhr und von 16 Uhr bis Ende.

    Huzur, türkisch für Friede, liegt inmitten eines Wohnblocks. Der Wohnblock umfasst einen kompletten Berliner Häuserblock, ist also dementsprechend gigantisch, und scheint einer 70er-Jahre-Variante des sozialen Bauens zu entstammen.

    Es ist kein Altenheim und kein betreutes Wohnen, aber doch irgendwie auf alte Menschen ausgerichtet. Mir wurde von einer Anwohnerin erzählt, dass das Gebäude informell als „Omabunker“ bekannt ist.

    Huzur, der „Offene Treffpunkt für ältere Menschen mit Migrationshintergrund scheint selbst nur Gast im Wohnblock zu sein. Im Erdgeschoss von Huzur liegt die Freizeitstätte mit einem Saal (Wahllokal 102) und einem Versammlungsraum (Wahllokal 103).

    Wir hatten den Saal gewonnen. Das bedeutete: Wir hatten schönen Gartenblick, eine Bühne mit Piano und Ballondeko an Wänden und Decken. Es bedeutete nicht, dass wir der örtlichen Probleme ledig wären. Dieser Abschnitt der Bülowstraße liegt in den Ausläufern des Schöneberger Straßenstrichs mit entsprechendem Problempublikum.

    Selbst während der Wahl musste die Haustür immer verschlossen bleiben. Die komplette Zeit von 8 bis Ende der Auszählung war immer ein Wahlhelfer abgestellt, der nichts andere machte, als Wahlwilligen und -beobachtern die Haustür zu öffnen.

    Thomas steht für Franziska

    Die morgendliche Unwissenheit, ob ich gleich einen freien Tag haben werde, oder doch von 7 bis 21 Uhr im Wahllokal stehe, nervte. Diese Überraschungs-Wahllokal-Kinderlandverschickung allerdings würde ich jederzeit wieder machen.

    Mein zugeloster Wahlkreis „Nollendorfplatz Nord“ war spannend. Die Gegend ist ein wenig ein Niemandsland zwischen verschiedenen Kiezen. Von Süden streut der queere Kiez südlich des Nollendorfplatzes.

    Straßenstrich Kurfürstenstraße und jahrzehntelanges Schmuddeleckendasein am Ende Westberlins haben ihren Stempel der Gegend hinterlassen: Gefühlt ein Viertel der Wahlberechtigten wohnte in der Wohnpyramide Schöneberg – einem Sozialbau von 1970/1971.

    Aber auch: von der Wahlkreisgrenze aus kann man das KaDeWe sehen; die City West hat erste Ausläufer. Und der neue Gleisdreieckpark ist nicht fern, Berlin Mitte-Mitte eigentlich auch nicht – eine Art edgy Prominenz (siehe die Ochsenknechts, LEA) sind der Ecke beheimatet.

    So war auch das Publikum im Wahllokal: Viel offensichtliche Armut; viele Menschen mit migrantischer Familiengeschichte; viele körperlich eingeschränkte Menschen; viele sehr Junge und sehr Alte – aber auch immer wieder schwule Pärchen oder edel herausgeputzte Menschen.

    Die Wahlergebnisse der letzten Jahre waren weniger eindeutig und zuverlässig als in unserer Wohngegend. Um so gespannter war ich bei der Auszählung.

    Links stark. Sehr stark. Überraschend stark. Grüne und SPD beide deutlich unter meinen Erwartungen. CDU schwach wie zu erwarten war. AfD erschreckend stark und auch das BSW deutlich präsent. Die FDP und sämtliche anderen Kleinparteien nicht vorhanden.

    Irritierend: Zu jeder Partei gibt es ein Schild, bei dem man die Stimmzettel stellen sollte. Auf einem stand „Thomas“. Es war das Schild für die Einzelkandidatin Franziska Thomas, die bei uns allerdings Null Stimmen erhielt.

    Insgesamt (nur Zweitstimmen, gesamtes Ergebnis beim Berliner Wahlamt):

    • Linke 103 Stimmen / 24,0%
    • Grüne 76 Stimmen / 17,7%
    • SPD/CDU je 56 Stimmen / 13,3%
    • AfD 53 Stimmen / 12,3%

    Der Gedanke, dass 53 der netten, spannenden Menschen, die ich in den letzten Stunden sah, AfD-Wähler*innen war, betrübte dann doch.

    Wichtige Info für Wahlhelfende: Der Bär schaut nach links!

    Sumpfbiber Gruftidisco

    Sabine im Mausloch über die 1980er-Grufti-Disco.

    Elke Brüser im Flügelschlag und Leisetreter bei den Nutrias: Vom Sumpfbiber und dem Nutriapelz

    Am Samstag auch ein echtes Erlebnis das erste Mal gehabt. Es standen verschiedene Demos oder Kundgebungen zur Auswahl.

    Frau Novemberregen hatte schlechte Laune und ging deshalb zum Pubquiz.

    Feinanteil war Wahlvorsteher und ging deswegen nochmal zum Friseur:

    Dann war ich dran. Ich sagte dasselbe wie immer (an den Seiten ausrasieren und oben entsprechend kürzer), wurde aber noch »Und Bart?« gefragt. Ich sagte, dass ich nicht weiß, was man damit machen kann, er aber einfach mal was machen soll. Auf Dreitagebart lässt sich zur Not ja alles unterrasieren. Er schnitt mir tiptop die Haare und packte dann am Bart die komplette Show aus. Alles was er so an Bartwichse, Schäumen, Tinkturen und Wässerchen da hatte, wurde angewandt, genauso wie zwei verschiedene Rasierer und ein Rasiermesser. Ich werde nun mit Abstand der schönste Mensch im Wahllokal sein. Ich sehe aus wie ein persischer Prinz. Maria gefällt es auch. Sie sagt, ich würde sehr männlich riechen und soll mir jetzt öfter dort den Bart schneiden lassen.

    Anmerkungen

    1. Ein Jugendtheater. Weltberühmt in Berlin und unter westdeutschen Jugendlichen der 1980er durch ihr Stück Linie 1. ↩︎
  • 25-02-13 Lernhöhle mit Cabriodach (Kapazitätsabgleichaufgabenobjekt)

    25-02-13 Lernhöhle mit Cabriodach (Kapazitätsabgleichaufgabenobjekt)

    Giorgia mit La cura per me und Olly mit Balorda nostalgia sind die beiden San-Remo-Favoriten. Eins der beiden Lieder werden wir vermutlich beim ESC sehen. Ich tippe auf den Nudelkopf-Schnauzbartträger. Fedez polarisiert mit Battito.

    Simone Cristicchi bekam für Quando sarai piccola an beiden Abenden standing ovations. Der Text ist aber auch zum Heulen. So manche und mancher im Publikum sah so aus als hätten sie auch geheult.

    Zwooi kam an. Nachdem die Ninja Creami nie so funktionierte wie sie sollte, haben wir inzwischen erfolgreich Reklamation, Rücksendung, Geldrückgabe und Neubestellung absolviert. Heute Abend wird getestet, ob die Ninja Creami 2 in der Lage ist, hier Eis herzustellen.

    Post von der Bundesrepublik Deutschland: In meiner Bund ID ist eine Nachricht. Normalerweise bekomme ich, wenn überhaupt, nur Post von untergeordneten Behörden. Aber jetzt!

    Zitternd schaute ich, was der Staat mir sagen will: Es gibt eine Aktualisierung der Datenschutzerklärung der Bund ID. Okay.

    Der Kaptain wird in den Süden reisen. Das finde ich ein wenig erschreckend aber auch sehr großartig.

    Im Februar 2025 entdeckte die Bild-Zeitung überraschend ihr Herz gegen Alltagsrassismus; dass es 10 Tage vor der Wahl gegen den Bundeskanzler geht, ist sicher nur Zufall. Es ist so ermüdend.

    Ein Wochenanfang wie man ihn sich wünscht: Montag um acht vor einem vollen Konferenzraum auf der Leiter rumklettern und hinter Abdeckungen nach Kabeln rumstochern. Immerhin hatten die Kolleg*innen ein bisschen Entertainment.

    Am 24. Februar haben wir ein größeres Meeting mit einem Firewall-Dienstleister angesetzt. Der Termin ist Zufall. Es wird nur um Technik gehen. Aber mich freut die Ironie, dass am Tag nach der Bundestagswahl ein Brandmauer-Meeting stattfinden wird.

    Wenn es um Copilot geht, fühlen wir uns wie Herakles im Angesichts der Hydra. Kaum haben wir es an einer Ecke im Office-Paket deaktiviert, steckt es anderswo schon wieder seinen Kopf hervor.

    Vor ein paar Tagen war eine größere KI-Konferenz in Paris. Der Deutschlandfunk berichtete ausführlich – aber dabei so generisch, hätten sie jedes KI durch „Blockchain“ ersetzt, und gesagt, die Beiträge wären von 2018, hätte ich es sofort geglaubt. Sie hätten auch über Magie sprechen können – so seltsam unspezifisch war das alles.

    Neu allerdings: Bei einem Satz „in einigen Jahren haben uns die USA und China weit abgehängt“, war mein spontaner Gedanke ein rein sachliches – weder empört, noch zynisch – „Wer weiß ob es die USA in fünf Jahren noch gibt.“

    Abgesehen von allem Anderen scheint dort niemand mehr anwesend, der versteht, wie ein Staat tatsächlich funktioniert. Der Crash wird beachtlich sein. Wir können alle nur hoffen, möglichst wenig hineingezogen zu werden.

    Unnormale Zeiten erfordern unnormale Maßnahmen: Ich hoffe, irgendjemand in der EU arbeitet gerade an einem Plan, wie man die ganzen bald heimatlosen Wissenschaftler*innen in den USA nach Europa holen kann.

    Passend zum Schneefall wird das Behelfs-Zeltdach abgebaut. Inzwischen verschwanden nicht nur die Folien, sondern auch das Zeltgestänge. Das Gerüst ist wieder nur seitlich am Haus, und reicht nicht mehr über das Dach. WIr können den Himmel sehen!

    Immerhin sind die Bauarbeiten weiter deutlich hörbar. Wir hoffen mal darauf, dass sie auch endlich einmal dazu kommen, das neue Dach zu errichten. Heute begannen sie ihren Tag mit Schneeschippen auf dem aktuellen Flachdach.

    Bis 1998 bildete Schöneberg noch einen gemeinsamen Wahlbezirk mit Kreuzberg

    In meinem Einberufungsbescheid als Wahlhelfer der Reserve steht der Satz: Damit Ihre eigene Stimmabgabe bei einem eventuellen Spontaneinsatz gewährleistet ist, wird empfohlen, im Vorfeld Briefwahl zu beantragen.

    Als braver Bürger folgte ich der Empfehlung. Und weil ich weiß, dass die Briefpost hier im Bezirk nur sporadisch ein- bis zweimal die Woche kommt, bin ich gleich bis zum Rathaus Schöneberg gelaufen und habe vor Ort in Raum 170 (kleiner Sitzungssaal) unter den Augen einer John-F.-Kennedy-Büste gewählt.

    Im Rathaus selbst waren jede Menge Gelbwesten unterwegs, die mich zum korrekten Raum lotsten. Während ich in der Schlange der Wählenden stand, versorgte mich eine Gelbweste mit Klemmbrett und Stift, damit ich schon mal den Antrag auf Briefwahlunterlagen unterschreiben konnte.

    Ich wurde vorgelassen. Bekam einen Stimmzettel, die Briefwahlumschläge und einen frisch ausgedruckten lila Wahlschein mit meinem Namen ausgehändigt. Ich ging in die Kabine, kreuzte an, steckte Zettel und Umschläge in der korrekten Reihenfolge ineinander und warf sie in die Wahlurne.

    Bis zur letzten Minute zögernd, wen ich wähle.

    Die Grundüberlegung natürlich: Die Zweitstimme entscheidet, welche Parteien im Bundestag sitzen, die Erststimme entscheidet, welche Personen in den einzelnen Fraktionen sind.

    Meine Entscheidung für die Zweistimme festigte Alice Weidel. Die wies darauf hin, dass die AfD ab 25% der Abgeordneten mehr Rechte hat, wie zum Beispiel das Recht einen Untersuchungsausschuss einzuberufen.

    Genau das brauchen wir: Einen Untersuchungsausschuss zu Chemtrails, Pizzagate oder was sonst das Verschwörungsinternet gerade hergibt, von dem die Medien sich dann monatelang am Ring in der Nase herumführen lassen.

    Also wie verhindert man 25% der Abgeordneten für die AfD? Indem man einer kleineren Partei doch noch über die 5% verhilft. Zumal die Linke mit dem Abgang von Sarah Wagenknecht deutlich wählbarer wurde.

    Die Erstimme wird spannend: Im Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg können ja immer CDU oder Grüne oder SPD den Wahlkreis gewinnen. Am Ende entschied das Bauchgefühl, dass ich meinen Wahlkreis passender durch eine in Tempelhof geborene Juristin und Juso-Vorsitzende mit türkischer Familiengeschichte im Bundestag vertreten sähe, als durch einen süddeutschen Absolventen der Universität Potsdam und der Sorbonne.

    Vermutlich wird es eh der CDUler – die Stimmen aus Mariendorf, Lichtenrade und den anderen Außenortsteilen des Bezirks werden ihn schon wählen.

    Dann wird er am neuen Wahlrecht scheitern. Denn die CDU wird mehr Wahlkreise gewinnen, als sie Berliner Kandidaten entsenden darf. Und da das Ergebnis im Wahlkreis vermutlich 31%-30%-29% lauten wird, wird er die wenigsten Stimmen eines CDU-Wahlkreissiegers haben.

    Methoden auf Attribute anwenden

    Es folgen zwei Tage Klausurlaub mit der Betriebliche-Informationssystem-Lernen-Endphase. Die persönliche Einhöhlung in Kursunterlagen, ausgedruckten Folien und handgeschriebenem. Madame kämpft derweil gegen ihr Modul 1C der Fernuni.

    Langsam habe ich glaube ich alles verstanden, was der Kurs mir mitteilen möchte. Jetzt muss ich es nur noch bis Samstag 13 Uhr abrufbereit in mein Hirn einstapeln.

    Ich war erfreut, an wieviel ich mich noch aus der Objektorienierten Programmierung erinnern konnte, was im Kurs als Basiswissen vorausgesetzt wird. (In der Klausur wird es egal sein, aber zum Verständnis von Klaussurrelevanten Konzepten und Ideen hilft es wieder, wenn ich nachvollziehen kann, wie sich aus Klassen- und Vererbungsstrukturen oder OoP herleiten).

    Und so male ich zur Vorbereitung Diagramme in der Unified Modelling Language, lerne Definitionen von Steuerungssicht, Datensicht und anderen Sichten auswendig, ebenso wie ich mir merke, dass Funktion ohne Raum- und Zeitbezug auskommt, eine Aktion diesen hingegen zwingend haben muss.

    Zu wenig Rs

    Es scheint die Zeit des Jahres zu sein: 13:00 – auf dem Weg zu einem Kontrollgang im Garten kommt der Notruf – der Lieblingsmensch ist wieder gestürzt oder auch Das nächste Bild steht für eine der Herausforderungen, auf die ich gerne verzichten würde. Ein Mensch hat plötzlich nicht mehr geatmet und wir haben versucht ihn ins Leben zurückzuholen. Wir haben es nicht geschafft und das belastet am Ende den ganzen Tag. So oft wie ich das schon mitgemacht habe, immer wieder kostet es ein Stück Herz.

    Kleine Mädchen sind doch wesentlich netter als laute Überwachungsroboterautomaten.

    Noch ein wenig objektorientierte Orientierung. Herr Rau mit einem Video zur Ackermann-Funktion.

    Ich lernte: bei den neuen Briefmarken mit QR-Code kann man verfolgen wie es dem eingeworfenen Brief gerade geht. Hinweis dank Readinginsweden, den genauen Post finde ich leider nicht wieder.

    Bei der kulinarischen Weltreise wird im Februar über China gebloggt. Die Feuer-explodierte Nieren-Blumen – huo-bao yaohua finde ich hoch spannend, werde sie aber demnächst wohl nicht nachkochen. Größere Chancen gibt es beim Knusper-Schweinebauch mit Knoblauch.

    Der Tagesspiegel-Bezirks-Newsletter widmet sich diese Woche unserem Stammkino: dem Odeon, ehemals Sylvia-Filmpalast.

    1985 erhielt das Odeon seinen heutigen Namen. Kloster stellte damals mit der konsequenten Ausrichtung auf Originalfassungen die Weichen für die Zukunft des Filmtheaters und der Berliner Kinolandschaft: Das Odeon war damit das erste englischsprachige Kino Berlins (außerhalb der alliierten Kasernen)… „Zum Glück spielen wir nicht mehr die ,Rocky Horror Picture Show’“, erzählt eine Mitarbeiterin. „Für die vielen R’s im Titel sind uns die Buchstaben ausgegangen.“

    Wikipedia Prepares for ‚Increase in Threats‘ to US Editors From Musk and His Allies