26-08-24 Der Tod erwischt uns alle, der alte Schlawiner

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Die Eisdiele neben Currywurst Ruhige Tag macht Pause wegen Sommerurlaub. Die Eisdiele.

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Die Kornelkirschen-Kirschen sind aus. Der Baum ist leer. Der Weg darunter mehrfach gefegt.

Der Fahrradhelm ist wieder da. Madame wies den Weg.

Ein Meter Buch ist weg. Madame brachte sie zu Oxfam.

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Allgemein scheint die Sommerferien-Ruhe in der Stadt wieder abzunehmen. Vor dem Deutschlandfunk Kultur/ Ex-Rias führte mein Radweg plötzlich durch Bühnenaufbau und Chorprobe für das Sommerfest.

Als Lokalsender sollte ich Deutschlandfunk Kultur viel öfter hören. Leider wurde Deutschlandfunk Kultur schon deutlich mehr als der große Brudersender Deutschlandfunk (ohne Zusatz) auf „Durchhörbarkeit“ getrimmt – den Endgegner jedes interessanten Radioprogramms.

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Dieser Post erscheint am 24. August, das Geschehen ereignete sich am Do/Fr den 20./21. – drei Tage Rückstand des Blog-Ichs gegenüber dem Lebens-Ich ist bei meinem Rhythmus fast normal – ich bin wieder drin.

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Es war ein Wasser-Sonne-Wasser-Shakespeare Ende der Woche.

Am Tag vor dem Deutschlandfunk-Sommerfest.

Grow to Pro

Falls ihr das Handy wechselt, und das alte Mobiltelefon noch nicht löscht, empfehle ich dringend, auf dem alten Telefon die Wecker zu löschen. Sonst müsst ihr frühmorgens durch die Wohnung stolpern und ersteinmal das wild klingelnde und tutende Gerät finden.

Bei gebraucht gekauften iPhone 12 mini löste sich die Schutzhülle auf. Das wäre ersetzbar, lenkte aber die Gedanken überhaupt auf das Gerät. Dabei fiel auf, dass der Akku auch nicht mehr wirklich macht was er soll – auch das wäre ersetzbar – und aber auch, dass mittlerweile, vermutlich dank fortgeschrittenem iOS auch die 64GB Speicher einmal die Woche jammern, weil sie nicht ausreichen. Irgendwie wurde das Phone in den letzten Monaten vom Alltagsermöglicher zur betreungsbedürftigen Ningelmaschine.

Not anymore. Und weil Apple ja irgendwann die kleinen Geräte einstellte, dachte ich, ich werde mutig und exzentrisch und werde BIG. Auf das 12 mini folgte das 13 Pro.

Ich zog um, verbrachte einen halben Nachmittag damit auf dem alten Gerät den verschiedensten Apps zu bestätigen, dass das neue Handy wirklich vertrauenswürdig ist, und gewöhne mich an den Ziegel in der Tasche.

Meine ersten Eindrücke: Die neue Größe fällt weniger auf als ich dachte. Aber das dritte Objektiv fühlt sich jedesmal „falsch“ an, wenn mit den Fingern daran komme. Das neu hinzugewonnene Minitele-Objektiv und die Makrofunktion testete ich noch nicht. Aber eine überraschend starke Verbesserung ist der Bildschirm. Es sieht alles auf dem Screen viel besser aus als vorher. Das hätte ich nicht erwartet.

Sonne über dem Lochow

Als wir gingen kamen die Pressluftflaschen.

Der immobile Heim-Arbeits-Donnerstag schreit nach einem Schwimmabdbesuch, damit ich mich überhaupt bewege, und noch liegt das Sommerbad Wilmersdorf nebenan offen.

Wir radelten hin, Madame ging gleich rein, ich drehte den Umweg über die auszudruckende Karte für mich, wir schlossen Wertsachen und Nichtwertsachen weg und wir trafen uns am Becken wieder.

Es war ein wundervoller Sommerabend, was hieß, ein leidlich volles Becken, besser zum Genießen als zum Schwimmen. Ich aber war motivierte, slalomte mich manchmal durch, schwamm manchmal, der Gong scheuchte uns aus dem Becken, und dann war ich überraschend platt am Abend.

Und während wir noch Socken anzogen, stürmte schon der Tauchverein mit seinem Equipment das ihm exklusiv zur Verfügung stehende Bad.

Altrechner und Algorithmen

Wir unterhielten uns in den Südkreuz Offices über private Altrechner. „Wir“ waren in diesem Fall schon „Team Tastatur und Aufräumen“ nicht „Team Lötkolben und Aufbewahren“. Trotzdem kamen wir im Schnitt auf fünf bis zehn ungenutzte alte Laptops und Rechner, die noch in irgendwelchen Schränken rumlungern.

Aber irgendwann werden die alle mit Linux wieder fitgemacht. I swear!

Bei der Fernuni entschied ich mich endgültig pro Klausur und meldete mich für das Dienstleitungsmanagement an. Ein ruhiges Semester ist okay, aber ich will nicht ganz rauskommen aus dem Rhythmus.

Damit entschied ich mich auch dafür, was im nächsten Semster ansteht: Socio-Technical Information Systems Design (derselbe Lehrstuhl, der schon Digitale Diversität anbot und der ein heißer Kandidat als Masterarbeitslehrstuhl ist) und die beiden Dauerbrenner, die schon fast zu Running Gags hier werden: Datenstrukturen und Algorithmen sowie Einführung in die Imperative Programmierung – jetzt aber wirklich.

Die politische Ausgabe

Wenn es ein wirkliches inhaltliches Thema auf den Wahlplakaten gibt, dann ist es wohnen. Der Wohnungsmarkt und so crazy und so viele Menschen leiden mittlerweile darunter, dass es zum Thema wird. CDU und AfD ignorieren es, aber selbst die FDP versucht mit diesem ihrem Unthema

FDP

Das FDP-Plakat „von der Miete zum Eigentum“ ist weder inhaltlich noch formal überraschend. Überraschend ist eher, dass die Partei sich genötigt sind, zu einem Thema so fern der eigenen Kernthemen überhaupt etwas sagen zu müssen.

Es ist keine absichtliche Auswahl des Fotografen, dass immer noch ein Volt-Plakat mit am Pfahl hängt. Die haben hier einfach sehr viele Plakate aufgehängt.

Volt

Fast mochte ich Volt tätscheln und den Kopf streicheln: „Ja, ihr habt wieder das cleverste Wortspiel ‚Deutsche Wohnen im Eigenen‘ statt der Volksabstimmung ‚Deutsche Wohnen enteignen‘ von vor ein paar Jahren. Ja, sehr wortspielig.“

Aber da Volt ja auch die Partei des performativ Kleingedruckten ist, haben sie noch ein paar Ergänzungen, wie sie es meinen. Und die klingen mit „Neubau, Eigentum“ deutlich mehr nach FDP als nach dem grünlinksliberalen Milieu, in dem Volt sonst unterwegs sein will. Leider klingt das inhaltlich auch ähnlich luftschlösserig wie „technologieoffene Verbrennungsmotoren.“

Linke

Spannend wird bei der Linken mit „Immobilienkonzerne enteignen.“ Denn dies ist der Slogan, der uns vermutlich eine CDU-Grün-SPD-Koalition bringen wird.

Vor ein paar Jahren gab es die erwähnte erfolgreiche Volksabstimmung „Deutsche Wohnen enteignen“, die eine Mehrheit der Berliner Wählenden hinter sich brachte und geltendes Recht schuf – aber dennoch vom Senat geflissentlich ignoriert wird, oder aber auch vom Tagesspiegel et al behandelt wird, als wäre es eine exotische Mindermeinung von ein paar Verrückten.

Nur die Linke nimmt das noch ernst. Nicht alle Berliner*innen finden das gut. Aber vermutlich die meisten, die damals für das den Volksentscheid gestimmt haben. Das sind deutlich mehr als normalerweise die Linke wählen. Ich vermute dieses Insistieren auf den Entscheid wird ihr viele Stimmen und am Ende den Wahlsieg bringen.

Es wird auch für die SPD ein K.O.Kriterium bei einer möglichen Koalition werden. Der Slogan mit dem die Linke sich aus der Regierung siegen wird.

Fire

Donnerstag aßen wir best of Gemütlichkeit und Eigenernte mit Zaphito-Zwetschgen-Salat (Gang 1), Zucchini-Feta-Quiche (Gang 2), Zwetschgen pur (Gang 3).

Freitag wurden wir von zia sociale und zio macchina zum auswärtigen Essen eingeladen und lehnten natürlich nicht ab. Etwas Leichtes wurde gewünscht, was einfach war, denn dafür mussten wir nur über die Straße zum Vietnamesen.

Es gab Chickenbowl, ein erster dortiger Sushi-Test durch Madame (erfolgreich) Mango-Salat und für mich Ananas-Salat mit Tofu. Ich liebe diese Mischung aus scharfer Sauce, frischem Salat, dem sauren und süßen der Ananas, das dann wieder vom Tofu aufgefangen wird.1 Subtil geht anders, aber ich liebe es.

Danach mit dem Golf der Stille zum Insulaner, gerade noch auf den Insulanerbaddunkelparkplatz gefunden (am Ende 6 Euro für 3 Stunden, 2 Minuten) und uns passgenau genau zum Anfang auf die Plätze 1 bis 4 in Reihe 4/links gesetzt.

Ananas-Salat mit Tofu. Die Ananas versteckt sich unter dem Tofu.

Queen Mab

Auf uns warteten Romeo und Julia beziehungsweise die Shakespeare Company in ihrem Freilufttheater auf dem Insulaner-Gelände.

Die Inszenierung ist für die Company recht neu und wir konnten sehen, wie sie ihr Handwerkszeug immer weiter perfektionieren: Ein Minimum an Requisiten – im Wesentlichen zwei Halbkästen mit Tür und eine Sackkarre mit Stufen, die als Kasten, Sarg, Tür oder, wenn Julia darauf saß, als Balkon dienen konnten, Kostüme von hoher Bildhaftigkeit (Ausstattung Kathrin Hegedüsch) und eine Neu-Übersetzung des Textes (von Martin Molitor), die shakespeare-gerecht Unterhaltend, Volkstümlich aber nie peinlich war2.

Die Grundhandlung kannte ich ausnahmsweise, bin zwar Shakespeare-Fanboy, aber ein ahnungsloser, und staunte über die Interpretation.

Die ganze Hintergrundgeschichte, das Verona, die Fehde der Capulets und Montagus, wird so lächerlich, komödienhaft gezeigt, wie sie eigentlich ist, aber nicht so ernsthaft-hasserfüllt wie ich sie aus anderen Versionen erinnere. Nur manchmal rutscht es vom albernen ins ernste: Tybald ist vielleicht der Charakter der durchgehend unheimlich wirkt. Mercutio (gespielt von Thilo Hermann) schafft es immer wieder den albernen Gernegroß in kurzer Zeit in einen gefährlichen Mann kippen zu lassen und zurück.

In Erinnerung wird mir Mercutios Monolog zu Queen Mab bleiben, der Fee die Träume bringt.

Das kommt vielleicht dem Gehalt des Stückes näher, nimmt der Liebesgeschichte aber erstmal an Fallhöhe gegenüber ihrer Umgebung.

Die Liebesgeschichte aber bleibt, die wird ernst genommen. Das Stück kann nicht umhin, mehrfach zu erwähnen, dass Julia keine 14 ist und Romeo gestern noch eine ganz andere liebte, aber dennoch: In ihren im Vergleich simplen Kleidern, der Schnörkellosigkeit des Spiels (uns blieb der Romeo Joel Schultze Motel lebhaft in Erinnerung) blieb die Inszenierung den Gefühlen der Beiden treu, die wahrscheinlich auch nie so groß und ernsthaft sind wie mit 14.

Shakespeare bleibt es eh treu. Immer Kunst in der Unterhaltung, immer Unterhaltung in der Kunst, und wenn zwischendurch ein Regenschauer herniedergeht und das Parkett sich leert kommentiert die Bühne das durchaus. Volkstheater im besten Sinne.

Ach, und Shakespeare, wie immer, ich bin ja Fanboy: Ein Menschenkenner von so hoher Zeitlosigkeit, dass seine Stücke auch in 500 Jahren noch zu den Menschen sprechen können.

Her wagon spokes made of long spinners‘ legs,

Und weil ich natürlich keine Gelegenheit auslassen werde, Shakespeare hier hinein zu bringen:

MERCUTIO: O, then I see Queen Mab hath been with you.
She is the fairies‘ midwife, and she comes
In shape no bigger than an agate stone
On the forefinger of an alderman,
Drawn with a team of little atomies
Over men’s noses as they lie asleep;
Her wagon spokes made of long spinners‘ legs,
The cover, of the wings of grasshoppers;
Her traces, of the smallest spider web;
Her collars, of the moonshine’s wat’ry beams;
Her whip, of cricket’s bone; the lash, of film;
Her wagoner, a small grey-coated gnat,
Not half so big as a round little worm
Pricked from the lazy finger of a maid;
Her chariot is an empty hazelnut,
Made by the joiner squirrel or old grub,
Time out o‘ mind the fairies‘ coachmakers.
And in this state she gallops night by night
Through lovers‘ brains, and then they dream of love;
O’er courtiers‘ knees, that dream on curtsies straight;
O’er lawyers‘ fingers, who straight dream on fees;
O’er ladies‘ lips, who straight on kisses dream,
Which oft the angry Mab with blisters plagues,
Because their breaths with sweetmeats tainted are.
Sometimes she gallops o’er a courtier’s nose,
And then dreams he of smelling out a suit;
And sometimes comes she with a tithe-pig’s tail
Tickling a parson’s nose as ‚a lies asleep,
Then dreams he of another benefice.
Sometimes she driveth o’er a soldier’s neck,
And then dreams he of cutting foreign throats,
Of breaches, ambuscadoes, Spanish blades,
Of healths five fathom deep; and then anon
Drums in his ear, at which he starts and wakes,
And being thus frighted, swears a prayer or two
And sleeps again. This is that very Mab
That plats the manes of horses in the night
And bakes the elflocks in foul sluttish hairs,
Which once untangled much misfortune bodes.
This is the hag, when maids lie on their backs,
That presses them and learns them first to bear,
Making them women of good carriage.
This is she!

Links

Aber: Die Unfallarzt-Praxis vor der Haustüre hat urlaubsbedingt geschlossen. Das stand natürlich nirgends im Internet, sondern auf einem Zettel an der Tür. Ungemach! Es folgte ein ungefähr zweieinhalbstündiger Recherche- und Anrufmarathon mit und bei Unfallarztpraxen, die G hätten heute behandeln können. Am Ende stand fest: Keine Chance. Nächste Möglichkeit: Morgen früh zur Akutsprechstunde. Es war total irre. Praxen, die geöffnet haben aber nicht ans Telefon gehen. Praxen mit Anrufbeantworter und der Info, dass auf Grund von Personalmangel keine telefonische Erreichbarkeit besteht. Praxen, bei denen über zwei Stunden hinweg dauerhaft besetzt war. Praxen, die auch keine Akutpatienten aufnehmen.

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Wenn 500-1500 rumän*ische Landarbeiter*innen in ein 3000-Seelen-Dorf ziehen, geht das an sich überraschend glatt, aber natürlich auch nicht komplett konfliktfrei. Wesselburen ist mal wieder in der norddeutsch-überregional im Fernsehen: Streit um Erntehelfer in Wesselburen: Polizei zieht Konsequenzen

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Zwei verschiedene Nolan-Odyssee-Sehende mit quasi demselben Fazit: It’s funny that my main critique of a three-hour film is that it felt abridged and didn’t go into suffient detail und nicht nur, weil der Film zu laut war, also offenbar durch Überwältigung punkten wollte, sondern weil zu viel zu schnell passierte.

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Dann besuche ich Vater Rhein. Es ist traurig, ihn da krank und schlaff in seinem ausgebleichten, verbrannten Bett zu sein. Ganz klein ist er geworden. Besonders ergreifend empfinde ich sein Lächeln, denn er versucht natürlich trotz allem Fröhlichkeit zu verbreiten. Er flüstert leise plätschernd von den alten Geschichten voller Wein und Lachen. Von den weißen Schiffen, welche schwanengleich seine Fluten teilten. Ich nicke und schaue doch nur auf seine dünnen Ärmchen.

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Christian wanderte auf die Zugspitze: Bedingungen: Ohne Übernachtung und ohne technisches Klettern: Übrig blieb die Route von Ehrwald aus übers Gatterl – die sollte es werden. 14 Kilometer, 2.100 Höhenmeter, eine technisch wenig anspruchsvolle Wanderung, aber eine Herausforderung in Sachen Kondition.

Anmerkungen

  1. Bonuspunkte, weil er ohne Reis oder Nudeln auskommt. ↩︎
  2. Der alte Capulet zum Tode Tyblalds: „Der Tod erwischt uns alle, der alte Schlawiner.“ ↩︎

Kommentare

Ein Kommentar zu „26-08-24 Der Tod erwischt uns alle, der alte Schlawiner“

  1. Avatar von Flusskiesel

    Herzlichen Dank für die Erwähnung!

    > Dieser Post erscheint am 24. August, das Geschehen ereignete sich am Do/Fr den 20./21. – drei Tage Rückstand des Blog-Ichs gegenüber dem Lebens-Ich ist bei meinem Rhythmus fast normal – ich bin wieder drin.

    Ich hänge ja grundsätzlich mindestens ein paar Tage mit meinem Blog der sogenannten Wirklichkeit hinterher. Würde ich den Rückstand dokumentieren, müsste ich auch den Rückstand der Rückstandsdokumentation dokumentieren. Das würde in Arbeit ausarten.