26-08-20 Die Integration von Value Co-Creation in die Wertgenerierungsprozesse des Kunden

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Welche Kritikalität hat das Funktionieren von Meetingräumen?

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Madame ließ ihr Swapfiets tauschen. Das Neue ist schwarz.

Der Kaptain empfing ein neues Gefährt. Die Farbe kenne ich noch nicht. Aber es hat mehr Power als das Swapfiets.

An einer Kiezblock-Absperrung wurde ich wüst von einer Radlerin mit Sichtweste und Neonhelm aus dem Weg geklingelt. Aber auch als ich weiter darüber nachdachte, war ich immer noch sicher, selber Vorfahrt gehabt zu haben.

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Vor einiger Zeit führte Edeka Duolingo eine Salatbar ein. Erst bemerkte ich sie nicht, dann war ich neophob, dann hatte ich keine Lust auf Überraschungspreise (aka „sie zahlen pro 100 Gramm“) und jetzt war ich mutig.

Aber anscheinend war ich nicht so mutig: Der aufgerufene Gesamtpreis von 1,81€ sprach für vorsichtige Auswahl meinerseits, war überraschend sparsam für ein komplettes Auswärtsmittagessen. Der Salat selber aber war vollkommen okay.

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Der Blogrhythmus normalisiert sich. Dieser Post erscheint am 22. August, das Geschehen ereingnete sich am 17./18./19. August. Es liegen noch 3 Tage zwischen Blog-Ich und Lebens-Ich.

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Es war ein Parispolenwochenanfang mit Freibadanteil.

Hans-Baluschek-Park: „Platz des Sports“

Montag: Hier liegt der Begründer der Kunylogie

Ich sinnierte über Open Street Map, wollte schauen, ob es wirklich nur die beiden Varianten „Hans-Baluschek-Park“ oder „Vorarlberger Damm“ gibt, um vom Büro ins Insulanerbad zu kommen. Auch diesmal fand ich keinen weiteren spannenden Weg. Aber ich fand einen spannenden Platz: Einen kleinen Friedhof inmitten der Kleingartenanlagen. Im Norden, Süden, Osten und Westen liegen Schrebergärten, und in ihrer Mitte ein Friedhof.

Echt? Why? How? When?

Weiteres internetisieren brachte mir Wissen darüber, dass es sich um den Friedhof am Priesterweg, ehemals der Neue St.-Matthäus-Friedhof handelt. Irgendwann war der Alte-St.-Matthäus1 -Friedhof fast voll und die Gemeinde suchte einen Platz inmitten der Kleingärten des Südgeländes.

Die Gemeindemitglieder waren von der Lage genauso irritiert wie ich. Sie nahmenden Friedhof nicht an. Nach Jahren der erfolglosen Versuche, den Friedhof zu betreiben, verkaufte die Gemeinde ihn nach dem Ersten Weltkrieg an die Stadt Berlin, wo auch niemand darauf wollte. Seit 2005 wird er nicht mehr aktiv genutzt, 2035 werden die letzten Gräber ablaufen.

Nachdem ich Internet und Rechner verlassen hatte, fuhr mich die bicicletta azzurra in den Park. Dort bog ich kurz am Platz des Sports ab, holperte mich über den Matthäifriedhofsweg und entdeckte eine Traumwelt.

Treten sie ein in das verwunschene Zauberland „Neuer St. Matthäus Friedhof“

Ich betrat ein magical wonderland, einen Lost Place in Betrieb, einen Ort, der aus jeder Phase seiner selbst, der großen leeren Lindenallee, der Wiese, den vereinzelten Grabsteinen in der Wiese Melancholie verbreitet.

Der Grabstein im Wiesenmeer

50 Meter Herrlichkeit

Wenn auf der Treibholzbahn gekrault wird, dann scheint keine Sonne. Das Freibad ist leer, und die Auswahl der verbliebenen Anwesenden beschränkt sich auf die sportlich motivierten und halt mich.

Noch kann ich nach der Arbeit ins Insulanerbad2. Es war erwartungsgemäß herrlich, ein wenig schwimmen, ein ganz wichtig ernsthaft schwimmen und ein wenig mehr lungern.

Danach lernte ich noch einen sehr großartigen Sommersaison-Kassierer kennen, hoffe sehr, dass er uns auch im Winter erhalten bleibt und motivierte seinen Kollegen beim Abschiedsplausch dazu, mal ein langes Wochenende mit dem Zug nach Warschau zu fahren.

Am Insulaner sah die ersten errötenden Blätter an den Bäumen, an der Kornelkirsche empfing mit ein sanftes Blattrosa. Ich glaube das erste Mal seit Jahrzehnten nehme ich es nicht nur mit Sommertrauer sondern auch mit „endlich-keine-37-Grad-mehr“-Freude auf.

Madame testete bereits für den kommenden Herbst, dass auch Essen aus dem Ofen wie gegrillt aussehen kann: Die Nürnberger Würstchen mit Ablaufdatumsproblemen, die ich im Kühlschrank übersehen hatte plus gemüsliche Karotten und Rote Beete. Das könnte in der Zusammensetzung und mit dem Ergebnis auch direkt vom Grill kommen.

Dienstag: Eis

Madame hatte schon lange zum NInja-Creami-Vorführung geladen. Zusammen mit Jacques Tati gelang es uns, zia social und zio macchina in die Wohnung zu locken, und zu aprikosigem Aprikosen-Sorbet und dem Mozartbecher inklusive veganem Scholokadeneis einzuladen.

Danach fuhren wir die Uhlandstraße mit dem Golf der Stille herauf, trafen einen einen Straßenüberquerfuchs, fanden zu meiner Überraschung direkt am Ku’damm einen Parkplatz und schauten noch ein paar Minuten Menschen vor dem Institut français, bevor das Cinema Paris für uns seinen Saal öffnete.

Paris, 1958

Es lief Tatis Mon Oncle3. Ausnahmsweise ein Klassiker, den ich schon kannte, wenn auch nicht so auswendig, wie viele der Anwesenden.

Im Gegensatz zur uns-bekannten-Video-auf-dem-Fernseher-Version war er erstaunlich farbkräftig (diese 1950er-Jahre-Farben. Das Türkis! Die Muster! Die Plastikschläuche!) und viel am Mimik und Gestik ließ sich besser erkennen.

Bei Tati natürlich ist Mimik und Gestik und Räume sehr viel. Hulot stolpert durch die hypermoderne Villa Arpelt, die in ihrem Designwillen alle Bewohner*innen zu den unmöglichsten Verrenkungen zwingt. Hauptsache es lassen sich Knöpfe und Schalter drücken und die Küche surrt, brummt, rattert und scheppert.

Je öfter ich die Tati-Filme sehe, desto mehr sehe ich, wie gut Loriot sie offenbar kannte und schätzte.

Und ich staunte, denn ich hatte vor einigen Monaten ja noch Fahrstuhl zum Schafott gesehen, der im selben modernen Paris 1958 spielt. Tati und Jeanne Moreau bewegen sich durch dieselbe Stadt in denselben Autos. Aber während der Fahrstuhl die elegant, düster-melancholische Seite betont (nicht-funktionierende moderne Technik bringt dem Protagonisten das Todesurteil), sieht Tati die (all)tägliche helle, alberne, entwürdigende Seite desselben (nicht funktionierende Technik, lässt den Dackel Menschen in der Garage einsperren und durchnässt Kleidung).

Gesehen im 1950er-Saal des Cinema Paris

Value co-ccreation im Büro

Das Forum Esswirtschaft in der Duo-Spielwaren-Fabrik am Südkreuz hat einen neuen EC-Karten-Dienstleister. Ich habe offenbar deformation professionelle, wenn mir das auffällt.

Ansonsten ließ mir die Woche Zeit, recht intensiv mit PowerAutomate herumzuspielen, und je mehr ich mich damit beschäftige, frage ich mich, ob dieser No Code-Ansatz nicht einfach eine besonders umständliche Art des Programmierens ist. Die Logik, die mensch abarbeitet, ist schon sehr Code-nah, nur funktionieren Copy&Paste und Tastaturkürzel deutlich schlechter, wenn ich mich immer durch eine graphische Oberfläche klicken soll.

Da ich meine eigene Fernuni-Coding-Klausur in die Orkus schickte, bleibt mehr Zeit mich mit der verbliebenen BWL-Klausur zu beschäftigen. Für das Dienstleistungsmanagement denke ich mich noch einmal durch den Service Blue Print, die Customer Journey, den Wert für den Kunden in 17 Dimensionen und natürlich vor allem die marktförmige Varianten davon, die dann zur Value Co-Creation führt.

Wobei ich schon merke, dass ich nicht nur im Bullshit Bingo unterwegs bin, sondern bei einer Veranstaltung mit Anspruch: nicht nur gehen eigene soziologische Ansätze erstaunlich tief im Modul, vor allem sind selbst bei deutsch-englischen Mischbegriffen die Durchkopplungen korrekt gesetzt. Das schafft sonst niemand.

Mittwoch: 200er + FaF

Es begann mit der Gemüslichkeit. Madame war noch rechtzeitig zur Abholstation gekommen, bevor sie im Sauseschritt nach Hause eilte, Gemüse deponierte und sich auf den Weg ins Delphi lux machte. (Sandra Hüller in Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war).

Ich löste Madame kurz danach in der Wohnung ab, machte das Beweisfoto und verräumte Gemüse, bevor ich mich selber auf die Stadtrundfahrt machte.

Spätsommer on a board: Pattison, Zaphito, Mais, Aubergine, Gurke, nur zwei Zucchini, Yacon. Es fehlen Tomaten und Bohnen.

Mit dem 249er zum Zoo, dann auf den 200er warten und mit diesem vom Zoo und City West am Potsdamer Platz vorbei zum Alex und schließlich in den Prenzlauer Berg.

Der Bus brachte mich zum Filmtheater am Friedrichshain (FaF), das überraschenderweise nicht im Ortsteil Friedrichshain liegt, sondern am Park Friedrichshain.

Um mich zu orts-entwirren lief ich noch ein paar Meter durch den Friedrichshain (Hain) bevor mich Regen unter den Sonnenschirm des Fimtheaters trieb, von dessen Terrasse aus ich Trottinett-Rudel in freier Wildbahn beobachten konnte.

Abends sammeln sich die Trottinetts bevor sie gemeinsam schlafen gehen.

Paris, 1957

Wieder einmal hatte mich Yorck mit einer Filmreihe bekommen: Die Reihe Screen Legends zeigte4 Zimna wojna / Cold War – der Breitengrad der Liebe5. Es ist eine der Yorck-Reihen, deren Konzept und Ablauf ich nicht verstehe; aber die beiden Filme, die ich dort sah, Sense and Sensibility und Amadeus sind beide feste Teile meines Film-Pantheons.

Der gebuchte Saal 2 im FaF ist einer herausragenden Säle der Berliner Kinos, lohnt sogar die Stadtrundfahrt dorthin.

Ich hatte also hohe Erwartungen. Und begann ningelig. Weil nur „eine erlesende Gemeinde“ Zimna wojna sehen wollten, waren wir in Saal 5 umquartiert worden: Der ist nicht ganz so schlimm wie das Kellerkabuff Saal 4 im Kant-Kino oder das überlange Wohnzimmer Saal 3 in der Passage, aber es ging stark in diese Richtung.

Zum Glück stieg der Film sofort in meinen Kanon / mein zukünftiges Referenzsystem auf. Paweł Pawlikowski erzählt mit Kameramann Łukasz Żal die Geschichte eines tragischen Liebespaares und die Geschichte Nachkriegseuropas.

Musikforscher und Arrangeur Wiktor Warski (Tomasz Kot) und Sängerin/Tänzerin Zula Lichon (Joanna Kulig) finden zueinander und doch nicht. Ihre Geschichte spannt sich über das Nachkriegspolen, das stalinistische Polen, Ostberlin, das Paris der frühen und späten Fünfziger6, Jugoslawien und dem Polen der 1960er. Was als wilde halbverbotene Liebe beginnt, driftet immer weiter auseinander, die Selbstaufgabe, die Repression und später die Anbiederung an die Pariser Boheme verlangen, zerstören die Menschen.

Gefilmt von Żal in atemberaubend schönen Bildern, die die Menschen nur um so kleiner und gefangener wirken lassen, in der leicht distanzierten Formsprache von Pawlikowski und mit einer Joanna Kulig, deren Lebendigkeit immer wieder gegen Bild und Filmform rebelliert, die versucht dem Käfig der Form zu entkommen und es nicht schafft.

Es ist ein Film über Musik: von den authentischen Gesängen polnischer Landbevölkerung über deren sozialistisch-glattgebügelte Form in Wiktor/Zulas-Mazurka-Truppe, stalinistische Hymne, Pariser Kellerjazz und dem cringe-Exotismus der 1960er. Nie sah ich einen so energetischen und gleichzeitig so schmerzvollen Rock’n’Roll-Tanz.

Kein spontan Herzenfilm, dafür bleibt er immer zu sehr einen halben Schritt vor dem Gefühl, aber ein Film der bleiben wird. Vielleicht habe ich in der Tram nach Hause fast geweint.

Ein Film an dem sich alle anderen messen lassen müssen.

Auch vier Jahre nach Fertigstellung wohnen noch einzelne Tauben in der Büro-Tiefgarage

Plakate kommen, Plakate gehen. Manchmal verschwinden auffallend alle Plakate einer Partei oder einer politischen Richtung. Dann kann ich mir ganz gut vorstellen, was in der Nacht davor passierte.

Vor allem aber verschwinden immer wieder Plakate einfach so: mal hier, mal dort, ohne festen Rhythmus. Wüsste ich es nicht besser, würde ich vermuten, sie diffundieren halt langsam in die Umgebungsluft.

Aber es kommen auch immer wieder Plakate nach. Die größeren Parteien wissen offenbar um die Plakatdiffussion und drehen mehrere Runden. Die kleineren haben sich am Anfang Zeit gelassen, tauchen plötzlich massiv auf.

Das „Tierfreundliches-Konzept-für-Tauben“-Plakat der Tierschutzpartei bewundere ich, weil

  • Es ist ein Thema das 100% in den Bereich kommunaler Politik fällt, also passgenau zur Wahl ist
  • Es ist ein Thema, das sonst gar keine Rolle im Wahlkampf spielt, denn, hey, Tauben
  • Es ist ein Thema, bei dem trotzdem alle sofort eine starke Meinung haben, denn, hey, Tauben, alle haben dauernd mit ihnen zu tun.
  • So stellt Partei Unverwechselbarkeit her und motiviert die eigenen Anhänger*innen.

Links

Es ist zu heiß. Und es ist schon zu lange zu heiß. Heute war der eine Tag zu viel.

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Es ist sehr idyllisch, das Wasser am Ufer angenehm temperiert, klar, ab und zu erwischt mich von unten eine eisige Strömung. Das Wasser ist auch hier braun gefärbt, die Sonne macht rotblauviolette Schattierungen. Wir spielen Cabo, ich finde einen Libellenflügel. Den klebe ich später in mein Reisenotizheft. Das Kind fotografiert am Steg Fische im Wasser, Zehen graben im Sand.

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Mehr aus dem Flusskiesels WordPress-Hack: Im WordPress-Backend sehe ich plötzlich User, die dort nicht hingehören. Die Nutzernamen haben alle den Aufbau „ws_12345@wp2shell.local“. Ich lösche sie und werde doch nicht unwesentlich unruhig.

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In der Kirche, während der Begräbnisfeier denke ich an unsere Nachbarin und plötzlich wird daraus die Rückschau auf ein ganzes Leben. Sie ist mit 95 Jahren jetzt gestorben und ich denke zurück und zurück … und ich sehe sie vor mir, die bildschöne junge Bäuerin, wie sie nach der Stallarbeit vor dem Spiegel in der Stube steht und ihre wunderschön glänzenden braunen Haare zu einer kunstvollen Schnecke dreht und im Nacken feststeckt.

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Ich erinnere mich übrigens in diesen Zeiten wieder an Kindheits-Sommer in Berlin. An lange Nachmittage im Olympiastadion, im dortigen Schwimmbad, dem Olympi.

Anmerkungen

  1. Of fame als Begräbnisstätte der Brüder Grimm, der 20.-Juli-Attentäter, später auch von von Rio Reiser und der queere Friedhof Berlins ↩︎
  2. Besuch No. 7 / 2026 – 11.43€ pro Besuch ↩︎
  3. Yorck Kinos, aber keine Anrechung auf Yorck Unlimited, weil ich mich in dessen Randbedingungen so sehr verheddert hatte, dass ich mir auch selbst das reduzierte Begleiterticket kaufen musste. ↩︎
  4. Der aber zählte für Yorck Unlimited – Besuch No. 42 – 5,67€ pro Besuch. ↩︎
  5. Was definitiv in die Auswahl für den dämlichsten deutschen Filmtitel kommt, den ich dieses Jahr las. ↩︎
  6. Genau das Jeanne-Moreau-Tati-Paris, spannend sich vorzustellen, dass alle drei Filme gleichzeitig an verschiedenen Ecken derselben Stadt spielen. ↩︎