Madame absolvierte eine Podcastfortbildung.
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Bei Ex-Mir-Döner, now Luca Gemüsedöner stand eine lange Schlange. Vermutlich weil es die Döner am Eröffnungstag für Cent-Beträge gab. An Tag 2 (Döner 1,99€) hatte sich die Schlange halbiert, an Tag 3 (Döner 2,99€) gab es keinen erkennbaren Unterschied zu Tag 2.
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Die „Rolltreppe der Zukunft“ am Südkreuz hat sich verbessert. Sie ist jetzt die „Mobilität von Morgen.“
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Hätte das Hausbad bis 23 Uhr geöffnet wäre ich Schwimmen gegangen. Bis dahin war ich wieder fit genug, mich umzuziehen und rüberzuwanken.
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Es war ein Wochenbeginn der stürmischen Alltagsintegration.

Ich lernte den Ausdruck „hat einen Igel in der Tasche“ für sperrige Budgetverantwortliche
Das Karpfentreffen fiel aus. Alle entweder Krank oder kränkelnd oder sonstwie nicht wirklich einsatzfähig. Und das zeigt sich.
Persönlicher Zustand: Ich stellte die Dose mit dem losen Tee in den Kühlschrank.
Seit der Urlaubsrückkehr ignoriere ich immer noch zu viele Aufgaben. Seit Mittwochmittag immerhin habe ich das Gefühl, wieder selbst zu entscheiden, und nicht von „dringend und wichtig“ an der Nase durch die Gegend gezogen zu werden. Gefühlt waren das zweieinhalb Tage ohne Luft zu holen.
Aber alles wird besser und das Karpfentreffen ist vertagt.
Eiche, massiv
Immerhin stimmt der Schlaf. Am Montag um 8:23 Uhr nahm Madame den Handwerker und seine Eichenteile in Empfang aus denen das Frohraum-Bett werden sollte. Nach einem überraschend langen und gutem Einsatz des Pappbetts (10 Monate!) darf dieses doch wieder in den Keller und wird durch ein richtiges Bett ergänzt.
Ich glaube wir beide streichelten voller Freude das glatte neue Holz des neuen Bettes.
Absehbar werden wir an den Wochenenden der nächsten Monate wieder öfter in der Wohnung sein, und können dann langsam mal die Sache auch schön machen. Denn wer immer nur durch die Wohnung durchrauscht, kann sich nicht einrichten.

Um 18:49 Uhr wurden Mittwoch die Straßenlaternen entzündet
Es ist zu trocken für die Kraniche. Bei der üblichen Linumer Kranichzählung in den Märkischen Hamptons Anfang Oktober wurden statt der 66.000 Exemplare von 2024 nur noch 10.000 Kraniche gezählt. Die Tümpel und Teiche in denen die Tiere nachts stehen, existieren dieses Jahr nicht – weil kein Wasser. Dafür entwickeln andernorts in Brandenburg eigentlich tiefere Seen deutliche Flachwasserbereiche, in die die Kraniche ausweichen.
Es wird Herbst.
Die Radfahrtemperaturen werden richtig angenehm, beim Losfahren leicht zu kalt, nach 300 Metern warmfahren dann perfekt. Die Zahl der Radelnden auf den Straßen am Morgen nimmt ab.
Am Abend werden es mehr. Denn es sind die glücklichen Tage, in denen das Licht das wunderbare Schauspiel „goldener Oktober aufführt“, die Sonne Menschen auf die Straße lockt, und gleichzeitig die Fenster geöffnet und die innenliegenden Lichter bereits entzündet sind. Selten nur ist das Innen und das Außen so durchlässig wie in diesen Tagen, selten möchte mensch sich einfach in den Abend legen und genießen.

U-Bahn Thielplatz, Kino Thielallee
Ein Nach-Nazi-Film im Nach-Nazi-Kino. Wir sahen Vaterland1 im Capitol Dahlem. Paweł Pawlikowskis Film über das Deutschland 1949 sahen wir im Kino, das 1942 der Präsident der Reichsfilmkammer für seine Privatvorführungen errichten ließ.
Die U-üç verbindet uns nicht nur mit dem wilden Kreuzberg im Osten sondern auch mit der Villen- und Universitätsgegend in Dahlem. Die U-Bahn-Stationen wirken so gewollt dörflich eine eine U-Bahn-Station nur wirken kann.
Wir liefen an großen Vorgärten hinter hohen Mauern vorbei, manchmal wurden die Villen aufgeteilt in mehrere Wohnungen, manchmal vielleicht auch nicht. In den beleuchteten Fenstern konnten wir Bücherregale und handgeschnitzte Möbel sehen, ein großes Auto versperrte uns den Weg, das darauf wartete, dass sich das Tor zur Einfahrt öffnete.
Nur das Plakat der antikapitalistischen Studi-Willkommensparty störte das Bild. Im Kino dann die Mischung aus politisch-engagiert-Bildungsbürger, die aber trotzdem in Dahlem wohnen. Das Capitol Dahlem hat gefühlt das älteste Publikum aller Yorck Kinos2, aber eines das sich noch ins Arthouse Kino begeben mag.

Auferstehend aus Ruinen
Im Film Cold War fährt eine kommunistische Folkloretruppe aus Polen Anfang der 1950er nach Ost-Berlin in den kommunistischen Bruderstaat DDR. Sie bekommen verschiedene Ermahnungen wegen der ganzen Amis und Kapitalisten in Berlin und zum Schluss die Erinnerung „Und denkt dran: Es sind Deutsche.“ Ungesagt aber mitgedacht bleibt: die Deutschen, die noch vor wenigen Jahren hier einmarschierten..
Genau diesen Deutschen widmet sich nun Cold-War-Regisseur Paweł Pawlikowski und sein Cold-War-Team. Der Film folgt Literatur-Nobelpreisträger Thomas Mann (Hanns Zischler) und Erika Mann (Sandra Hüller) wie sie 1949 aus Kalifornien kommend eine Tour durch West (Frankfurt a.M.) und Ost (Weimar) machen, um jeweils den Goethe-Preis West und Ost für Thomas Mann in Empfang zu nehmen.
Leider ist es mir unmöglich, Vaterland zu sehen ohne Cold War mitzudenken. Es fühlt sich an, als hätte ich zwei Versionen desselben Films gesehen.
Zwei Filme in einer Welt, dem zerstörten Nachkriegseuropa aufgeteilt zwischen Blöcken. Zweimal die Frage, wie „mensch sein“ im starren Systemkonflikt zwischen „Stalin und Micky Mouse“ überhaupt funktionieren kann.
In Cold War geht es um junge Künstler*innen (Joanna Kulig und Tomasz Kot) voller Lebenshunger, die aufgerieben werden zwischen den Systemen in Vaterland um Thomas Mann als Vertreter des bürgerlichen Vorkriegseuropas, der keinen Platz mehr im Nach-Nazi-Kontinent findet. Während Thomas sich „einmauert in einer Burg aus Worten“ sehen seine Kinder Erika und Klaus die Lage klarer, verzweifelter.
Im Westen: die ehemaligen Nazis und Mitläufer, die schon wieder durch die Empfänge streichen. Im Osten: der verführerische, schwärmerische unbelastete Neuanfang, dessen stalinistische diktatorische Rückseite schon durch durchschimmert, durch die Nähte durchbricht.3
In beiden Filmen liefert Łukasz Żal die Bilder: Weitformatige Aufnahmen in denen kleine Menschen schon im Bild oft verloren wirken. Starre Aufbauten und Szenen, in denen die Schauspieler*innen gegen die Rigidität des Bildes anspielen müssen, die Bilder gleichzeitig atemberaubend schön und oft kalt.
Und darin die Menschlein auf der Suche nach einer Menschlichkeit, die ihnen die Welt nicht (mehr) geben will. Erst bei Bach-Choral Jesus bleibet meine Freude darf Thomas Mann weinen.4

Einschließend, ausschließend
In der formalen Logik existiert der Unterschied zwischen der Disjunktion (A oder B oder beide) und der Kontravalenz (entweder A oder B), auch bekannt als einschließendes und ausschließendes Oder. Beide lassen sich durch verschiedene Zeichen darstellen.
Als die Gemüslichkeit schrieb, es gebe im Herbst jede Woche Kartoffeln oder Kürbis ging ich von einer Kontravalenz aus. Entweder das Eine oder das Andere. Um so überraschter war ich am Mittwoch, einen wunderbaren Hokkaido aus dem Gemüseschrank zu ziehen und dazu zwei Kilo Kartoffeln. Gemeint war anscheinend die Disjunktion.
Dieses Missverständnis hätten sie vermeiden können. Sie hätten einfach ihren Brief in formaler Logik schreiben müssen.
Dann wäre das doch vollkommen klar gewesen!
Derzeit sind wir eh noch damit beschäftigt, Altvorräte aufzubrauchen. Ich machte Cavolo Nero – bester Kohl – aus dem Ofen und Kartoffel-Stangensellerie-Schmortopf.
Noch wichtiger aber. Madame kommt wieder dazu ihr übliches Sauerteigroggenvollkornbrot5 zu backen. Der Alltag läuft sich ein.

Links
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Margaret Hamilton, computing pioneer who led software development for the Apollo program, dies at 90
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Weil ich es vor ein paar Wochen suchte und nicht fand und jetzt doch. Das Lied Dwa Serduszka wie es durch den Film Cold War wandert. Als polnisch-döfrliches Volkslied in den Ruinen von einem Mädchen gesungen, später in seiner realsozialistischen Folkore-Ensemble-Version und dann in der Pariser Jazzclub-Variante: Cold War. Love Story CLIP. Zimna Wojna. Холодная война.
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Lots and Lots and Lots of Control Panels
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OpenAI agents tried to hack Wikipedia tools and flooded it with traffic und die Original-Meldung von Wikimedia auf deutsch.
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Anmerkungen
- Yorck Unlimited No. 48 – damit 4,96€ pro Besuch ↩︎
- Ich vermute im Blauen Stern Pankow ist es ähnlich. Aber wann komm‘ ich mal nach Pankow? ↩︎
- In seiner Dualität aus einnehmender Schwärmerei und Rücksichtslosigkeit wunderbar gespielt als Devid Striesow, der den Schriftsteller und späteren DDR-Kulturminister Johannes R. Becher spielt. ↩︎
- Natürlich denke ich dabei sofort an das Ende von Tarkowskis „Der Spiegel“, der auch mit weinenden Menschen und Bach endet. Dachte Pawlikoswki auch daran? ↩︎
- Kann es sein, dass das Brot bei uns bald Zehnjähriges feiert? Es begann auf jeden Fall einige Jahre vor Corona. ↩︎
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