Schlagwort: Johann Sebastian Bach

  • 26-01-31 Gewöhnlich erkannten wir die Unsrigen sofort, sobald sie hinter einem Busch auf freiem Gelände hervorkamen

    26-01-31 Gewöhnlich erkannten wir die Unsrigen sofort, sobald sie hinter einem Busch auf freiem Gelände hervorkamen

    Madame fuhr nach Bremen. Dachte sie. Dann war sie in Oldenburg. Am Ende kam sie doch in Bremen an.

    Sie schwärmt seitdem vom Hotel gegenüber vom Bahnhof.Nur am Namen sollte das Hotel noch arbeiten: Plaza Premium Columbus Hotel Bremen. Meine Güte.

    Sie traf und trifft eine der unverstandensten Gruppen des freien Internets: Wikipedia-Administrator*innen.

    Urlaubsplanüberlegungen: Mit der Fähre direkt nach Klaipeda? Oder mit dem Zug nach Kopenhagen/Trelleborg und von dort mit der Fähre nach Klaipedia? Oder ganz anders?

    Martinhörner zur Mitternacht. Ein Geräusch, das wir so geballt seit der Schöneberger Hauptstraße nicht mehr hörten. Im Halbschalf dachte ich „Stadtautobahn.“

    Die Berliner Feuerwehr berichtet, dass ihr zeitweise die Rettungswagen ausgehen. Die Unfallkrankhäuser schieben ähnlich viele Einsätze wie an Silvester. Willkommen in der Eiswüste Berlin. Allein an der Ampel gegenüber dem Büro – leicht abschüssig, inzwischen eine blanke Eisplatte – sah ich bei meinen letzten drei Überquerungen jedesmal eine Person stürzen.

    Life-Hack einer jungen Mutter: An den besonders schlimmen Stellen den Kinderwagen (ohne Kind nehme ich an) an wacklig wirkende Menschen ausleihen, damit diese einen Impro-Rollator nutzen können.

    Aufgrund der Eislandschaft Berlin haben die Berliner Öffentlichen Bibliotheken ihre Leihfrist um drei Wochen verlängert. Niemand soll gezwungen sein, vor die Tür zu gehen und sich ein Bein zu brechen, beim Versuch etwas zurückzugeben. Ehrenmenschen.

    Es war ein Wochenendanfang zwischen Eis und Kino mit besonderer Aufmerksamkeit aufs Atmen.

    Sprachi

    Im Radio geriet ich an das „rbb Jugendradio“ Fritz. Und ich staunte, Im Fünfminutentakt hörte ich Wörter, die ich noch nie in einem deutschen Text gesprochen gehört habe. Das meiste waren Übernahmen aus dem amerikanischen Social-Media-Kontext1 und dürfen als solche gerne weiter jenseits meines Wortschatzes bleiben. Schön fand ich „Schickt eine Sprachi an..“ – da stimmen Albernheit von Wort und Tätigkeit doch wunderbar überein. Das sollte ich übernehmen.

    BANIS

    In Zehlendorf an der Bushaltestelle. Eine auf den ersten Blick normal wirkende Frau schreit mit bewunderungswürdiger Ausdauer die leere Fläche vor sich an. „Du FOTZE! Du hast mir nicht zu sagen! Du Schwanzlutscherin!“

    Später in der Wohnung. In den frisch gefallenen Schnee vor unserem Fenster schrieb jemand vier Meter breit: „PENIS“.

    Der Winter schlägt den Berliner*innen auf’s Gemüt.

    Am nächsten Morgen: Fuchsspuren verliefen durch das Wort. Bis Vormittags hatte jemand PENIS in BANIS verwandelt. (oder B8NIS)

    Michael Haneke sah diesen Film 25mal

    Ein Kino hatte mich nach Zehlendorf gelockt. Die Bahnhofslichtspiele (Bali) feiern ihren 80. Geburtstag. Einst in den 1960ern/1970ern ein an diesem Ort unerwarteter Hotspot des Westberliner Politkinos, seit 2024 von einem ehemaligen Rechtsanwalt übernommen, dem ich unterstelle sich damit einen Jugendtraum zu erfüllen.

    Das Kino: mit alten Filmpostern an der Wand, Klavier und Jukebox im Saal, vor der ersten Reihe einige Bistrotische, alles hat eine Aura des Jugendzentrums. Muss ich explizit sagen, dass ich es sehr mochte?

    Anlässlich des 80. Geburtstags veranstaltet das Kino eine Woche der Filmklassiker. Da ich nicht alles sehen kann und will, entschied ich mich zur Füllung einer Bildungslücke. Andrei Tarkowski’s Der Spiegel (Зеркало -> Serkalo, UdSSR 1975)2.

    Ein Film der mich an Yi Yi vom Mittwoch erinnerte: Plot und Erzählstruktur sind noch aufgelöster als in Yi Yi. Jede Einstellung ein Gemälde, jeder der knappen Dialoge halb Gedicht halb Meditation/Gebet, (außer die Teile in denen tatsächlich Gedichte gesprochen werden) jedes Geräusch ein Teil des Soundtracks. Ein Film, der in seiner Logik des emotionalen Fließens näher an Musik liegt als an gängigen Filmen.

    Matsch

    Es gibt keinen Plot. Die Rahmenhandlung lautet, dass ein 40jähriger Dichter sich im Moment seines Todes an sein Leben erinnert. Diese Rahmenhandlung habe ich während des Films nicht bemerkt, habe erst im Nachhinein davon gelesen.

    Es ist eine Abfolge von Erinnerungsfragmenten Tarkowskis, immer wieder springend, immer wieder in Erinnerungen an Träume übergehend an seine Kindheit und als junger Erwachsener. Oft springt der Film; ein Wort oder eine Handlung, die in einer Sequenz erwähnen werden, öffnen die Tor in die nächste Sequenz.

    Im Wesentlichen gibt es drei Orte, die immer wieder auftauchen: russisches Landleben auf der Blockhaus-Datscha, der Dichter als kleines Kind (etwa 1935); Moskau im Zweiten Weltkrieg; der Dichter als Erwachsener mit kleinem Sohn (1960er/1970er). Wir sehen aus der Sicht des Dichters: Mutter und Ehefrau werden von derselben Schauspielerin gespielt ebenso wie der Dichter als Junge und sein Sohn.

    Wo die Handlung schwimmt, und die konsitente Realität sich auflöst und die reale Realität um so stärker. Bilder vom Matsch, ich fühle mich nass; Bilder vom brennenden Haus, ich rieche das Feuer. Oft genug schafft es der Film, jegliche Vernunftkontrolle zu umgehen und sofort zu den tieferen Hirnschichten des haptschen Fühlens und Riechens vorzudringen.

    Bach, Bruegel, Artemeyev

    Ein Film in vier Stimmen.

    Der Film beginnt mit Bach und der Film endet mit Bach. Dazwischen Purcell und Pergolesis Stabat Mater. Selten erklingt Musik, aber wenn, dann ist sie raumgreifend, nie nur Hintergrund sondern Architektur der Szene.

    Ein andere Modus: Die eigentliche „Filmmusik“ von Eduard Artemjew. Oft elektronisch, nur selten als Musik erkennbar, oft komponiert aus Natur- und Umgebungsgeräuschen, elektronisch aufgearbeitet und verfremdet. Wie der ganze Film: es ist ein halb träumerischer Übergang zwischen Umgebung und Gefühl, subjektiv empfundenem und vorgefundenen.

    Dritter Modus: Geräusch. Ähnlich wie in Yi Yi, nie „nur“ Geräusch, sondern immer Rhythmus, Verstärker, gesetzt, oft erst die Szene machend.

    Vierter Modus: Gedicht. Tarkowskis Vater, der Dichter Arseni Tarkowski, liest seine eigenen Gedichte während im Film etwas anderes passiert. Auch hier zählt Klang mehr als Worte (wenn man kein russisch kann und den Untertext liest eh). Der Klang des Gedichts als eigene Musik.

    Flüssiges Land, zähflüssiges Buch

    Es waren Tage der Auflösung: Neben den Filmen Yi Yi und Serkalo, in denen sich Filmkonventionen und Realitätssicht auflösten, las ich auch Raphaela Edelbauers „Das flüssige Land“ aus. Hier löst sich buchstäblich das Land auf.

    Leider ist, trotz aller sprachlichen Brillanz, das Buch konventioneller als die beiden Filme. Und auch die wunderschöne Idee der österreichischen Kleinstadt im Wechselgebiet, nicht ganz von dieser Welt, halb im 19. Jahrhundert, halb im Jetzt, wortwörtlich verschlungen von den Sünden der Vergangenheit, wird im Laufe des Romans immer mehr entmagischt und immer „realistischer.“ Wodurch auffällt, wie sehr die innere Logik hakt. Inhaltlich strebt das Buch dem fulminanten Höhepunkt zu, stilistisch fällt es auseinander. Schade. Am Ende doch kein Buch, das dauerhaft im Regal bleiben wird.

    Leiter weg, Blumenkohl her

    Die Logistikwochen lassen in ihrer Intensität nach. Aber noch sind sie nicht vorbei. Nachdem die Schöneberger Wohnung inzwischen leer ist, war das Auto voll. Denn Bretter, die große Leiter und der latifundinische Staubsauger sollten alle nach Brandenburg. Dem Subaru würde es nicht schaden, auch mal wieder bewegt zu werden.

    Also auf in die märkischen Hamptons. Die letzten Meter über den Plattenweg Richtung Siedlung mit dem Auto rutschen. Die weiße Schneelandschaft bestaunen. Einatmen. Ausatmen. Weite. Stille. Mit Schnee noch weiter und stiller als normalerweise.

    Alles stand noch. Alles sah noch gut aus. Das Grundstück war, abgesehen von Katzenspuren, unberührt. Bier und Brause hatten erwartungsgemäß den Temperaturen standgehalten.

    Stehen. Schauen. Atmen. Nichts hören. Wieder atmen. Augen schließen. Atmen.

    Nach einem Zwischenstop beim Supermarkt beschloss ich das Haus nicht mehr zu verlassen. Also ging ich ins Schwimmbad.

    Total Immersiv

    Wie schnell Systeme zusammenbrechen. In unserem Hausbad gibt es eine als solche gekennzeichnete Sportbahn. Bei der Treppe ist der Bereich Totholz und dazwischen liegt der Bereich der Bahnenschwimmer ohne sportlichen Ehrgeiz. Je nach Laune und Beckenfüllung bin ich beim Totholz oder beim Bahnenschwimmen, ich bin ja aus Jux und Dollerei unterwegs, nicht aus sportlichen Gründen. Naja, heute war ein echtes Totholz-Pärchen unterwegs das zwei Drittel der Bahnschwimmbreite einnahmen. Sofort brach die Unordnung aus. Zwei Leute von 40 Anwesenden. Und alles wurde schwierig.

    Im tiefen Becken ein bißchen mit der Totalen Immersion herumspielen. Und wie immer, wenn mensch in einem komplexen Bewegungsablauf auf einen Teil bewusst achtet (hier: An welchem Punkt beginne ich den Armzug nach hinten?) gerät alles andere in Unordnung.

    Leider gehört zum komplexen Bewegungsablauf Kraulschwimmen auch das Atmen. Und naja, es gelang mir erfolgreich weder zu ertrinken noch auf halber Strecke hustend zusammenzubrechen. Nachdem ich meinen Stolz überwunden hatte, und von 3-Zug-Atmung auf 2-Zug-Atmung umgestellt hatte, hielt ich sogar länger als acht Meter durch.

    Wien du wunderbare

    I feel Joel. Manchmal hat man das Gefühl, das rein physisch links und rechte Sachen kaputt gehen und mensch mit den reparieren gar nicht hinterherkommt. Aber das neu gekauft Auto noch beim Händler, das ist krass: Dinge gehen kaputt.

    Weiter südlich gibt es weniger Eis aber mehr Schnee: Mehr davon, und zwei und drei und vier.

    Wien du wunderbare I: Früher konnte man mit Romantauschzentralen gutes Geld verdienen, heute tröpfelt das Geschäft mit Groschenromanen nur noch. (via Blütenstaub)

    Wien du wunderbare II: “waun I mi scho aufbrezln muass, gibt’s hoid a a Brez’n dazua” Camp Catatonia beim Wiener Ball der Wissenschaft und ich liebe einfach alles an diesem Text.

    Eine längeres Gespräch mit einer Mathe-Kollegin, die in der 5. Klasse einen Schüler hat, der im Zahlenraum bis 10 noch immer die Finger zu Hilfe nimmt. Beim Blick ins Grundschul-Zeugnis stellte sich dann heraus, dass er in der vierten Klasse in Mathematik gar keine Note, sondern nur ein paar freundliche Worte erhalten hatte. Und da regen sich andere über die vermeintliche Abschaffung der schriftlichen Division auf …

    Anmerkungen

    1. Zum Beispiel: „Musiker A macht legit 1:1 dieselbe Musik wie B“. Also im Sinne von engl. legitimate/legitim, ganz genau, wahrhaftig, wirklich. ↩︎
    2. Die Post-Überschrift („Gewöhnlich erkannten wir..“) ist der erste Satz im eigentlichen Film. Es gelang mir nicht, ihn sinnvoll in den Text hier einzuarbeiten, ↩︎

  • 25-07-08 Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Dass du von Gott verlassen seist

    25-07-08 Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Dass du von Gott verlassen seist

    Am Leo steht ein Karussel.

    Die evangelische Kirchengemeinde am Heilsbronnen ist etwas Besonderes. Nicht nur, dass dort eine „evangelische Messe“ gefeiert wird, auch kam vor dem Gottesdienst jemand zu den zwei Damen neben mir und sagte „die Beichte findet heute schon jetzt in der Kapelle statt“ und beide gingen hin.

    Ich kann mich nicht daran erinnern, schon je in einem Leben Beichte live erlebt zu haben.

    Andererseits kann die Gemeinde halt auch finanzieren, im normalen Gottesdienst eine Bachkantate aufführen zu lassen und dafür professionelle Musiker und Solisten zu bezahlen.

    Es war ein Sonntag zwischen Berliner Kantate und latifundaler Vorbereitung, ein Montag zwischen Arbeit und Empfang der Gäste. Stand Bachelorarbeit: Die allererste Runde Lineare Optimierung (Theorie und Rechnen „von Hand“) ist durch – jetzt kommt erstmal Julia und Rechnen per Computer dran.

    Das bekannte Deutsche Fernverkehrsunternehmen mit den Zügen ist für Abwechslung gut:

    „Wagen 1 bis 4 müssen geräumt werden wegen Ausfall der Klimaanlage und somit ohne Frischluftzufuhr. Alle Reisenden ohne Reservierung müssen aussteigen“

    Das hatten wir noch nicht. Gut, dass „unsere“ Reisenden eine Reservierung haben.

    Die Geschichte vom ehemaligen türkische Basar im mauerbedingt stillgelegten U-Bahnhof Bülowstraße ist einer der Geschichten, die bundesweit bekannt sein sollten. Noch aber bleibt es bei Lokalkolorit. Immerhin existiert inzwischen eine gewisse lokale Würdiging: Am 27. September findet das Musikfest „Gazino und Türkischer Basar“ in der Steinmetzstraße statt.

    Eine der Mittagessengelegenheiten um das Südkreuz bietet als Salat des Tages Bratkartoffelsalat an – ich finde das konzeptuell schwierig.

    Nicht schwierig hingegen einiges Essen der letzten Tage: Coronation Quiche – Ratatouille aus dem Slow Cooker – Erdbeereis aus dem Creami. Es könnte schlimmer sein.

    Bekümmernis!

    Madame gab Bach. Der Chor hatte sich an die längste Bach-Kantate, und dazu eine der schönsten und spektakulärsten, herangewagt: Ich hatte viel Bekümmernis. Aufgeführt im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes im Heilsbronnen.

    Ich schwankte. Notenpunkte oder Karmapunkte? Karmapunkte, denn schöne Musik erhebt. Zumal wenn Madame sie vorträgt. Notenpunkte: Denn ich könnte diesen Vormittag auch an der Bachelorarbeit verbringen.

    Am Ende entschied der untere Rücken. Der hatte beim Aufstehen schon eindrucksvoll verkündet, dass ich am Vortag zu lange am Schreibtisch saß und er heute ein wenig raus möchte.

    Eine weise Entscheidung. Die Bachipedia (was es alles gibt!) schreibt Die Kantate «Ich hatte viel Bekümmernis» ist mit ihrer emotionalen Tiefe und ihrem formalen Reichtum nahezu ein Solitär in Bachs Kirchenmusik.

    Und auch wenn ich weit davon entfernt bin, einen Gesamtüberblick über Bachs Kirchenmusik zu besitzen, unterschreibe ich die emotionale Tiefe und den formalen Reichtum sofort: das geradezu nervenaufreibende Leiden und Grämen, die Tränen der Verzweiflung, die Suche nach Gott – und dessen Antwort. In jeder Hinsicht großes Kino. (Hier in Gänze als Video der Netherlands Bach Society)

    Und eine letzte Lobhudelei: Solisten (in Erinnerung besonders Sopran Anne Brettschneider) und das Orchester.

    Ein Hin- und her

    Tage der Autorochade.

    Samstag

    Rennpolo Schöneberg Garage -> Schöneberg Parkplatz // Subaru: Schöneberg Parkplatz -> Schöneberg Straße // (denn nur der Subaru darf hier Anwohnerparken)

    Sonntag

    Rennpolo: Schöneberg Parkplatz -> Latifundien -> Kremmen Bahnhof // Subaru: Schöneberg Straße -> Schöneberg Parkplatz (denn ab Montag ist die Straße auch mit Anwohnerplakette kein legaler Parkplatz mehr)

    Montag

    Rennpolo: Kremmen Bahnhof -> Latifundien // Subaru: Schöneberg Parkplatz -> Carglass -> Latifundien -> Schöneberg Parkplatz

    Tage der Personenrochade

    Ich fühlte mich wie in einem Film mit Umschnitten. Drei Personengruppen starten an verschiedenen Startpunkten (Lörrach in Südbaden, Hafenstadt, Südkreuz Offices), erleben Abenteuer (DB Fernverkehr / DB Regionalverkehr / wird das Auto repariert werden?) und streben einem gemeinsamem Zielpunkt zu.

    Und wie es war

    So der Plan: die Deutsche Bahn sorgte für Abwechslung, weil Teile der parallel laufenden Zugrochade ausfielen, so dass die Autorochade um einen spontanen Ausflug zum Berliner Hauptbahnhof erweitert werden musste. Außerdem mussten wir mit einem Auto zum Bahnhof waren, um das andere Auto dort abzuholen, weil ja der Zug eher nicht fuhr.

    Montagabend aber waren alle Personen und Autos dort wo sie hätten sein sollen. Der Subaru dazu mit heiler Frontscheibe und geretteter Parkplakette. Und ich habe einen unausweichlichen Carglass-repariert-Ohrwurm.

    Immerhin gelang es uns bei den Rochaden noch beim Spargelhof vorbeizufahren (überraschend voll, auch ohne Spargel) und einmal den Latifundien zu winken. Die präsentierten sich im besten Katalogmodus: Im Vorgarten sahen wir schon aus dem Rennpolo je ein Dutzend Schmetterlinge und Hummeln, und es wurden immer mehr. Die Rosen blühen ALLE. Und wie. Selbst die Wiese trägt beginnende Bräunlichkeit in sich, noch aber leuchtet sie in Gelb oder auch in Weiß-Pink.

    Farbenrausch zerfließt in Butter (Erdbeereis)

    Nils Minkmar in Bestform: Wenn ich im Sommer nach Frankreich reise, handelt es sich nicht um Ferien im klassischen Sinne. In den Augen der Freunde und Verwandten kehre ich dann in mein eigentliches Leben zurück.

    Mit „Farbenrausch … ein expressionistisches Meisterwerk der Industriearchitektur“ bin ich immer zu kriegen. Etwas erschrocken aber bin ich, weil mir der dortige Behrensbau trotz zahlreicher langer Aufenthalte in Frankfurt nie auffiel. (via Ligne Clair)

    Nein! Jonathan Richman macht noch Musik: Only Frozen Sky Anyway (auch via Ligne Clair via martin)

    Mein innerer-US-Boykott-aus-Trotz ist gar nicht so einfach. Zumal wenn Gabi Frankemölle Catfish erwähnt, den ich seit damals in Mississippi nie wieder gegessen habe: Grilled Catfish (Wels vom Grill)

    Öfter mal sagen „Der Rest des Tages zerfließt wie Butter.

    Poupou produzierte Erdbeereis.

  • 25-04-07 Peak Taubnessel

    25-04-07 Peak Taubnessel

    Ein fauler Tag am Sonntag, und das ist auch gut und notwendig so.

    Mir träumte, ich suche einen Kollegen an einer russischen Universität. Ich bin legitim dort, darf also durch das Gebäude im Zuckerbäckerstil laufen. Dennoch ist eine Stimmung von Angst und Furcht greifbar. Wachsoldaten in Camouflage reiten auf Nashörnern und greifen wahllos dunkelhäutige Menschen aus der Menge.

    Nach dem Aufwachen: Das Radio verkündet einen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst. Auch nach drei Jahren in diesem Umfeld muss ich mich noch an den Gedanken gewöhnen, dass es dabei um mein höchsteigenes Gehalt geht.

    In der Zeit steht etwas von „Wir linke Bildungsbürger dachten..“ und es beruhigt mich, dass ich bei diesem „wir“ keinesfalls mitgemeint sein kann. Generell wäre es mir unheimlich, wenn ich erfolgreich von einem deutschen Medium gewirzt werde.

    Aus Gründen lese ich derzeit ein paar Unternehmensberatungs-Whitepapers zu KI und muss oft an Debbie denken. In den meisten der Papers könnte man KI durch „Magical Fairy Dust“ ersetzen, ohne dass es an Substanz einbüsste.

    Nachtrag vom Samstag: Anscheinend hat inzwischen wirklich die gesamte Zielgruppe ein bis drei Gasgrills und Außenküchen gekauft. Die entsprechende Abteilung im Baumarkt rüstet auf Pizzaöfen um.

    Das keineswegs perfekte Grau

    Ausgelesen: Das perfekte Grau. Roman, 2024 von Salih Jamal.

    Eine Gruppe von vier Outcasts zieht auf der Flucht vor der Polizei und sich selber vom einem heruntergekommenen Hotel an der Ostsee auf Boot und Fahrrad quer durch die Mecklenburgischen Seen.

    Karls Erdbeerhof hat einen Cameo-Auftritt. Am Ende geht es mit den Zug nach Salzburg und Altötting,. Dort finden sie sich mehr oder weniger selbst. Außerdem beschließen sie, dass das mit der Polizei gar nicht so schlimm ist und es keinen Grund zum Weglaufen gibt.

    Zentraler Teil des Buchs sind die Kapitel zwischen Hotel und Erdbeerhof, die bei mir im besseren Sinn Huckleberry-Finn-Erinnerungen auslösten. Gehobene Unterhaltungsliteratur mit Abenteuerromanflair.

    Beim Lesen war ich weiterhin mittelglücklich. Ich kam zum Fazit, dass es halt ein Jungsbuch ist. Bei der Erkenntnis half, dass sich der Ich-Erzähler gerne auf die beiden berühmten Jungsbücher Herr der Ringe und Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen bezieht.

    Mich ärgerte, dass es eigentlich nicht vier Charakter gibt, sondern drei Charaktere und ein Vehikel, um Plot und Charakterentwicklung der Anderen voranzutreiben. Die Rolle des Plot-Vehikels wird von Novelle eingenommen: 20, weiblich, durch sexuellen Missbrauch schwer traumatisiert und in ihrer Stellung im Buch irgendwo zwischen wildem zu zähmenden Tier und MacGuffin.

    Dass Novelle nun auch noch alle 50 Seiten nackt durch die Szene hüpfen muss.. In meinen gnädigeren Momenten denke ich „Jungsbuch halt“, in meinem ungnädigeren „Missbrauch des Missbrauchs.“. Mit einer Schatzkarte als Plottreiberin statt Plotmissbrauch des sexuellen Missbrauchs wäre ich glücklicher gewesen.

    Alkmene sägen

    Die Regionalnachrichten drohen mit Schäden für die Obstbauern durch die kommenden Nachtfröste. Wir haben Glück; unsere windausgesetzte Ecke ist so kalt, dass die Obstbäume noch gar nicht blühen. Und wo keine Blüte ist, kann sie auch nicht erfrieren. Nur die Knospen sind schon da. Dieses Jahr als Premiere auch beim Pfirsich.

    Alle Narzissen sind schon da. Fast alle zumindest. Nächstes Wochenende wird Peak Narzisse.

    Die Taubnessel blühen alle. Größere Taubnesselteppiche neben der Pergola, um den Süd-Sonnenschirmständer herum und am großen Gartenvulkan. Viele der Taubnesseln sind aber offensichtlich kurz vorm Aufgeben. Die allererste Phase des Frühlings geht bereits vorüber.

    Die Wildkamera zog um. Wir gehen seit Jahren davon aus, dass jede Nacht eine Katze einmal über das Auto läuft und dann auf dem Hintern die Frontscheibe herunterrutscht. Aber Samstag, nach eingehender Betrachtung der Fussspuren, hielten wir auch auch einen Waschbären für möglich.

    Na, wozu haben wir eine Kamera: Sie löste aus. Sie zeigt ein unscharfes Tier von hinten, das sowohl Katze wie auch Waschbär sein kann. Das Foto war nichts.

    Und wer ist schuld: Das stark reflektierende Autokennzeichen, dass anscheinend die komplette Nachtoptik des Apparats aus dem Tritt gebracht hat.

    Madame stielsägte Alkmene. Danach saß sie auf der Terrasse und las Mediendidaktik.

    Auf dem Grill dieses Wochenende die Bratwürste von Rinderstolz&Wildeslust. Käse-Jalapeño hat erfreulicherweise gegenüber letztem Jahr deutlich an Jalapeño zugelegt.

    Und der Knecht hieß Malchus

    Was für ein Evangelist. Meine Güte. Was für ein Evangelist.

    Madame meinte, sie hat schon viele sehr gute Evangelisten in Johann Sebastian Bachs Johannespassion singen hören. Aber noch nicht einen solchen. Ich hörte eh viel weniger Aufführungen davon – und stimme zu. Wie Raphael Höhn einen ganzen Abend lang die Spannung seiner Rolle hielt und dabei auch noch so klar sang – große Oper mindestens.

    Selbst das eigenlich auch herausragende Vokalensemble von Vox Luminis und das Freiburger Barockorchester strahlten nicht ganz so herausragend.

    Es war ein eindrucksvoller, erinnerungswürdiger Abend. Im Programmheft lese ich zum Stück „Dramatisch. Den Zeitgenossen zu opernhaft.“ Und große Oper war es wahrhaftig.

    Er begann friedlich am Potsdamer Platz bei Sommerrollen und Teriyaki Duck im Viet Bowl. Dann ein kurzer Bummel, mal die aktuelle Version des Platzes anschauen, dann auf zum Kammermusiksaal der Philharmonie.

    Ein Klassiker des Osterrrepertoirs kam zur Aufführung. Wir beide stellten fest, dass wir das Stück vermutlich noch nie mit einem wirklich guten professionellen Chor gesehen haben – ist es doch auch ein Klassiker für den ambitionierten Hobbychor mit zugekauften Profi-Solostimmen. Aber hier, lauter Schaffende, die sich auf Barockmusik spezialisiert haben.

    Der Saal leider nur zu Dreivierteln voll, dafür akustisch mehr als gefüllt.

    First Class Railway Cookie

    Während wir in einem opernhaften Oratorium waren, besuchte Peter Coles eine echte Oper: The Welsh National Opera’s new production of the Opera Peter Grimes by Benjamin Britten

    Schirn-Sehnsucht. Dort gab es unter anderem “Seven Women Standing in the Way” zu sehen.

    Ich würde morgen nach Wohnungen in Chemnitz suchen, wenn wir nicht die jetzige und die zukünftige sächsischen Landesregierungen miterben würden. (Als Landesbeamte ist das noch einmal ein anderer Deal). Auch Thomas fragt sich: Bleiben oder gehen? Diese Frage stelle ich mir nach jeder Wahl hier im Osten Deutschlands.

    Als wir 2012 das erste Mal nach 30 Jahren bzw. das erste Mal überhaupt in den USA ankamen, war der Abend so geplant, dass wir uns nur noch vom Flughafen Baltimore in das nächste bequeme Hotel shuttlen lassen und da akklimatisieren. Das allererste was wir in den USA bekamen, war DER KEKS. Auf jeden Fall auf ewig wird dieser warme schokoladige Keks die besten Erinnerung in mir wachrufen. Da es auf absehbare Zeit nicht nach Baltimore gehen wird, gibt es bei Frau Küchenlatein ein Rezept: DoubleTree Schokoladenkekse

    Ein Gericht, das First Class Railway Curry heißt, muss einfach gut sein.

  • 24-12-01 Vom Zuhören (Stille – Cluster – Da da da daa)

    24-12-01 Vom Zuhören (Stille – Cluster – Da da da daa)

    2024 unifrei! Nach der Seminararbeitsabgabe am Donnerstag und der letzten kleinen Einsendeaufgabe am Freitag sind die Fernuni-Pflichttermine beendet. Zur Feier des Abends öffneten wir die Flasche Champagner, die hier schon viel zu lange auf einen besonderen Anlass herumwartet – und immer wenn ein Anlass sich anlasste, waren wir nicht in Champagnerlaune.

    Jetzt geht es Mitte Januar weiter mit der nächsten Einsendeaufgabe und dem Präsenzseminar zur Seminaraufgabe.

    Im Rausch ob des erreichten Reichs der Freiheit machte ich was man in Freiheitsextase halt so tut: Ich erstellte eine Excel-Mappe. Sie heißt „Dezember/Weihnachten 2024“. Danach war der Rausch der Freiheit wieder vorbei. Aber ich habe wieder vage einen Überblick über ein paar Wochen Leben.

    Auch erledigt: Urlaubsanträge für 2025 eingetöckelt. Dabei freie Tage für die Bachelorarbeit vorgemerkt. Für die Bachelorarbeit! Diesen Sommer schon. Es fühlt sich sehr merkwürdig und ein wenig erschreckend an.

    Professioneller macht das Kollege W, der nächste Woche an der Excel-Weltmeisterschaft in Las Vegas teilnehmen wird. Er ist schon vor Ort. Wie ich ihn einschätze wird er alle Verlockungen Las Vegas‘ ignorieren um Speedexceltraining zu absolvieren. Von den vielen Absurditäten, die einem das Berufsleben beschwert, stand „Du-wirst-mit-einem-Excel-WM-Teilnehmer-zusammenarbeiten“ auf gar keiner meiner erwarteten Listen.

    Habe wegen Glasfaser mit der Telekom-Hotline telefoniert; als jemand der auch die Anbieter-Seite von solchen Hotlines gut kennt, war ich beeindruckt ob des Ablaufs. Respekt.

    It wasn’t me. Tatsächlich freue ich mich ja über jeden Baustellenlärm, den er sagt mir, wir kommen einem Dach über dem Kopf wieder näher. Außerdem wären wir viel zu langweilig, um Waffen, Drogen oder Munition im Hause zu haben.

    Die Dachbodenbauarbeiten fuhren letztens Eisenträger mit dem Fahrstuhl nach oben. Das ist erfreulich, denn es zeigt, dass die Baustelle sich schon wieder in der Phase Aufbau befindet und die Phase Einreißen beendet hat. Allerdings bringt jede Bewegung der Träger über das Dach auch ein vollkommen neues Maß der Erschütterungen in unsere Wohnung.

    Ich glaub, dieser Christian Lindner ist gar nicht so helle, wie er von sich selber denkt.

    Madame coachte mit der Pferdemetapher und freute sich ob ihres größten Vorteils: Sie hat keine Ahnung von Pferden und kann deswegen frei erfinden.

    Digitalisierung bedeutet, sehr viele (nahezu alle) organisationsinternen Prozesse anzufassen, und in eine digitale Form zu überführen. Dafür muss man erstmal verstehen wie diese Prozesse funktionieren.

    Letztens musste ich aus heiterem Himmel an des Lumpenpacks Hit Hauch mich mal an denken.

    Berlin-Mitte-Mitte ist ein eigentümliches kulinarisches Ödland. Entweder man muss zu Mr. Kebab oder noch schlimmeren Touri-Abfüllstationen oder gleich zu Nobelhart & Schmutzig oder dem Borchardt (okay, am Ende auch Touri-Abfüllstationen, nur auf einem anderen Preisniveau). Dazwischen gibt es wenig.

    Das ist misslich, denn Mitte-Mitte bietet auch verschiedenste abendlich Ausgehgelegenheiten, die wir gerne mit Essen davor und Wein danach verbinden würden. Wenn es denn ginge. Da war dieser Samstag erfolgreich: das Avan in der Mauerstraße erwies sich unkomplizierter japanischer Vietnamese (oder vietnamesischer Japaner), bei dem das Essen wirklich hervorragend war.

    Die Bar im Foyer des Hiltons an Gendarmenmarkt war ein angenehmer unkomplizierter Zwischenort, in der wir mit Professor Transformation und der Urberlinerin noch Gin Tonic und Tee tranken, lauschend einem Barpianisten, der zu meiner großen Freude Billy Joel spielte.

    Cage – Ligeti – Bach – Beethoven

    Billy Joel allerdings hatte uns nicht nach Mitte gelockt. Uns lockten die größten Kracher der klassischen Musik des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Oder wir Joana Mallwitz, Chefdirigentin und künstlerische Leiterin des Konzerthausorchesters Berlin, sagte: Zentrale Werke der Musikgeschichte.

    Faszinierend: Während ein Johann-Sebastian-Bach noch das unbekannteste Werk auf der Programmliste war, wirkte das Programm in Kombination frisch und originell. Unter dem Titel „Der Klang des Weltalls“ spielten Konzerthausorchester unter Joana Mallwitz und Iveta Apkalna (Orgel):

    • John Cage: 4:33
    • Györgi Ligeti: Atmosphères
    • Johann Sebastian Bach: Fantasie und Fuge c-Moll BWV 537 für Orgel in der Bearbeitung für großes Orchester op. 86 von Edward Elgar
    • Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5

    Im ersten Teil fast faszinierender als die Stücke selber: die bruchlosen Übergänge, die Mallwitz spielen ließ. Von der absoluten Stille des Cages in den „87-Instrumente-spielen-87-verschiedene-Halbtöne“-Anfang von Ligeti. Vom überraschend kurzen Ligeti als wir uns alle zu unserer Überraschung in der Bach/Elgar-Fuge wiederfanden.

    Gelernt: 4:33 Stille in einem ausverkauften Konzertsaal macht etwas mit einem. Es wirkte beinahe wie eine Prüfung des Publikums.

    Zweiter Teil: Die Symphonie, die so bekannt ist, dass echte Spitzenorchester sie auch kaum noch wirklich spielen. Hart, etwas zu spielen, das wirkliche jede*r im Publikum im Ohr hat. Aber okay, Meisterwerk, müssen wir nicht drüber reden.

    Joana Mallwitz redete darüber. In einer Einführung. Sofort wurde klar, warum Berlin ihr zu Füßen liegt: Diese Mischung aus Humor und Kenntnis, die Fähigkeit ihre Begeisterung für die Werke auf das Publikum zu übertragen, begeistert. Zum Ligeti – bekannt natürlich als Filmmusik aus 2001 Space Odyseey – spielte sie noch kurz die anderen beiden Stücke Also sprach Zarathustra von Richard Strauss und Die Blaue Donau von Johann Strauss an.

    Sie erklärte, dass Beethoven die Frage beantwortete wie ein großes Orchester eingesetzt werden kann – mit der Symphonie als Königsform mit Melodie, Harmonik und Rhythmus. Und wie Ligeti diesselbe Frage ganz anders beantwortet – ohne Melodie, ohne Rhythmus und die Harmonik in Clustern – alle Halbtöne eines Intervalls werden gespielt.

    Der Flügel war nur zur Einführung anwesend. Danach: Orgel.

    Direkt bevor die Musik startete, eine zweite ungeplante Ansprache. Mallwitz sprach darüber, wie sehr Zuhören ihr als Konzept am Herzen liegt, gerade heute. Wie sie 4:33 ins Programm setzte, um die Bedeutung des Hörens und gegenseitiges Zuhörens deutlich zu machen, wie sehr die klassische Musik dazu beiträgt diese Fähigkeit zu schulen. Und sie sprach darüber wie sehr die „sehr kurzfristigen, planlosen und einschneidenden“ Finanzkürzung des Berliner Senats diese bedrohen. 4:33m Stille nicht mehr nur als Aufforderung sondern als Bedrohung. Denn die großen Konzerte werden weniger gekürzt, sondern die Vermittlung, die experimentellen Formate – das was die Kultur lebendig und wertvoll hält.

    Man mag ihr wünschen, dass im Publikum dieses großen Abo-Konzerts genug weißhaarige CDU-Granden saßen, die mal ein Wort mit ihrem Bürgermeister oder Kultursenator reden.

    Da da da daa!

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    Fundstück: Mehr darüber wie 2001 Space Odyseey die Musik von Györgi Ligeti einsetzt: How 2001 Uses György Ligeti’s Music

    Daniel Hähnel über betriebsbedingten Stellenabbau, Zukunftsängste und das geänderte Mindset, wenn man sowas öfters durchmacht.

    Frau Herzbruch über professionelle politische Kommunikation, nicht so professionelle politische Kommunikation und Feldschlachten via Pyramide.

    Dieses Kochbuch ist eine echte Kostbarkeit. Wallys Mutter hat es handgeschrieben, es ist mehr als hundert Jahre alt und eng papiersparend angefüllt mit Rezepten für Alltag und Festlichkeiten

    Wenn du ein gebrauchtes Auto kaufst und einen Schalter findest, der nirgends in der Bedienungsanleitung erklärt wird: What does this button do?

  • 24-04-02 Christ lag in Todes Banden

    24-04-02 Christ lag in Todes Banden

    Herfried Münckler säuselte uns in den Schlaf.

    Der Münchner schlug ein Hamburger-Treffen vor.

    Das Blasrohr bewährte sich. Die Wildkamera blieb erfolglos.

    Sie fotografierte nicht die Wespenkönigin, oder die diversen Hummelköniginnen, Tagpfauenauge oder Admiral. Nicht zu reden von Solitärwespen und -Bienen, die ich wie üblich nicht auseinanderhalten kann.

    Madame war zum kantatieren (kantaten? kantoten? kanten? Gibt es ein Verb für „Kantate singen?“) eingeteilt. Zusammen mit der Zeitumstellung verkürzte dies die Osternächte.

    Es half nichts, dass ich mehrfach aufwachte, dachte „oh je, der Wecker wird gleich klingeln“. Bis ich mich zur Uhr bewegt hatte, feststellte, es ist 23:36h. Absurd!

    Zur rechten Zeit fuhr Madame Sonntag und Montag nach Schöneberg und sang Christ lag in Todes Banden. Laut Anwesenden war es sehr schön. Sie lobten insbesondere Sopran Clara Kastenholz und Alt Laila Salome Fischer.

    Nach den Aktivtagen Wannsee (Freitag) und Demo (Samstag) blieb Familienteil B auf den Latifunden. Ich raffte mich immerhin zu Beweisen per Induktion auf.

    Der Kaptain bereitete eine Expedition nach Niederfinow vor.

    Ich versuchte vergeblich einen Schubkarrenreifen von der Felge zu bekommen. Alle mir gangbaren Methoden schienen unweigerlich zur Schlauchzerstörung zu führen. Dies hätte die ganze Aktion ad absurdum geführt. Immerhin führte es mich zur Lektüre der Reifenbeschreibung. Jetzt weiß ich, die Gartenschubkarre ist „not for highway use.“

    Hier ist das rechte Osterlamm

    Der Rotmilan ist zurück. Die Krähen sind nicht glücklich darüber. Sie versuchen ihn wieder zu vertreiben.

    Eine Krähe läuft Wache im Südsee.

    Der Südsee hielt sich leider bis zum Beginn der Mückensaison. Bis diese richtig losgeht, wird er sich vermutlich in viele Dutzend mückenfreundlicher Pfützen verwandelt haben.

    Die Zwetschge blüht. Die alte Birne ist kurz davor. Die Pfirsiche werden vermutlich nicht blühen.

    Der Hausrotschwanz ist auch zurück.

    Vor allem aber Meisen. Wo kommen dieses Jahr die ganzen Meisen her?

    Abends dann zwei Fledermäuse.

    Der Garten schwang sich in das Frühjahr empor. Aber Mengenmäßig wurde er etwas weniger. Ungefähr drei Kubikmeter Rosenschnitt wanderten in ein Feuer. Ein heißes Erlebnis, vor allem weil die Rosen die Angewohnheit haben sich an Handschuhen, Hosen und anderen Rosen festzukrallen. Aber es gelang. Nur riecht mein Hemd als würde ich beruflich Heilbutt räuchern.

    Für den Herbst: die Sailboats wachsen von rechts des Hibiskus bis zum Flieder. Osterglocken fehlen vor allem beim Grillplatz und auf der Ostwiese. Die Obstbaumwegumrandung müsste den Weg bei der Mirabelle aufnehmen und eventuell den Meter Lücke bei der alten Birne füllen.

    Drei weiße Zwetschenblüten, im Hintergrund verschwommen Narzissen und Gartengerümpel
    Ich bau′ für uns ein Nest. Wo ′s sich leben lässt. Hanita (Hanita)

    Wir essen und leben wohl

    Ein Versuch der Rekapitulation. Seit Sonntag Morgen vortrefflich gefärbte Eier mit Remoulade (bzw. Senf) und Schokolade und Apfelkuchen.

    • Donnerstag: Abendessen bei Donna Rosa unter anderem mit Saltimbocca Romana, Spargel in verschiedenen Varianten und hausgemachter Tagliatelle.
    • Samstag: Spargelsalat
    • Samstag: Bratwürste vom Grill, Löwenzahnsalat
    • Sonntag: Schweinebraten vom Grill, Grillkartoffeln, Löwenzahnsalat – der Münchner staunte über diese Schweinebratenvariante
    • Montag: Spargel, Grillkartoffeln, Löwenzahnsalat

    Den Tod niemand zwingen kunnt

    Passend zum Thema Verschwinden und Wiederkunft veröffentlicht Dota ein neues Mascha-Kaléko-Video zusammen mit Gisbert zu Knyphausen: Wenn einer fortgeht.

    Am Ostermontag verschickte Moderne Regional einen Newsletter: Signa übernimmt Stuttgart 21

    Der NABU und das Rote-Liste-Zentrum suchen Bierschnegel. Es gibt dazu sogar eine App.

    Die Pressepfarrerin verabschiedet sich vom #NeoKater

    Ostern in Südfrankreich mit Christiane: Über das Wetter, Ostern und anderes