Schlagwort: Datenstrukturen und Algorithmen

  • 26-06-04 Pool’s out for summer

    26-06-04 Pool’s out for summer

    Der Parkplatzjasmin blüht. Duftwolken ziehen bis an diesen Schreibtisch.

    *

    In der Bahn eine junge Frau, die erst ausgiebig Dehnübungen im Sitz machte und sich danach so schief in diesen hineinfläzte, dass ich allein beim Zusehen Rückenschmerzen bekam.

    *

    MMB sprach über eine gemeinsame Bekannte als „die, die immer aggressiv-pastell bekleidet ist“. Das ist eine Aussage mit innerem Widerspruch, und dennoch wusste ich sofort, wer gemeint ist, und musste zustimmen.

    *

    Madame chorierte vertretungsweise unter einem hauptberuflichen Grundschullehrer als Chorleiter und war mehr als begeistert ob seiner Präsenz und seines methodisches Repertoires. Mehr Grundschullehrer*innen in Führungspositionen!

    *

    Es waren vier Arbeitstage zwischen SERVQUAL, Sternwarte und dem cinealen Versuch, ein Mensch zu bleiben.

    Entscheidungen

    Die Sonne scheint. Die Vögel singen. Das Freibad lockt. Zeit, sich wieder der Fernuni zuzuwenden.

    Unterhaltung / Arousal

    Kunden beobachten andere Kunden auch, weil dies einen gewissen Unterhaltungswert hat. Viele Kunden begeben sich gerne unter andere Menschen und schauen sich das Geschehen in der Öffentlichkeit um sich herum an (Tombs und McColl-Kennedy 2010).

    Das Fernuni-Modul Dienstleistungsmanagement ist mir ein steter Quell der Freude. In seiner inhaltlichen Alltagsnähe, in einer Sprache, die zwischen akademischer Distanz und Business-Bullshit-Bingo schwankt wirkt es mehr als einmal wie die Loriot-Version seiner selbst.

    So zum Beispiel mit der Erkenntnis:

    So zeigen Kaminakis et al. (2019), dass sich die Gestaltung der Dienstleistungsumgebung – im Kontext der Studie ein Restaurant – stärker auf die Erregung (arousal) und die Lust (pleasure) des Kundenkontaktpersonals als auf die Erregung und das Vergnügen des Kunden auswirkt.

    Manchmal denke ich aber auch „Aha“!

    Als ich letztens an der Shell-Tankstelle vorbeilief und an den gescheiterten Versuch dachte als Shell, wieder Tankwarte als Premium-Unterscheidungsmerkmal einzuführen versuchte, da erinnerte ich mich an verwirrte Kund*innen, die nicht recht wussten wie sie mit den Tankwarten umgehen sollten. Dank des Moduls kann ich jetzt denken „Service-Skript“: Jede Dienstleistung erfordert Interaktion und die Kund*in muss jederzeit das Gefühl haben, zu wissen was von ihr gerade erwartet wird. Sonst fühlt sie sich nicht wohl und die Dienstleistung scheitert.

    Bei neuen Dienstleistungen oder Abläufen, die seit Jahrzehnten nicht mehr vorkamen, muss die Anbieterin den Kund*innen beibringen, was diese tun sollen. (Siehe auch: IKEA-Anfänge in Deutschland, McDonalds-Anfänge in Deutschland).

    Programmierung oder Algorithmen?

    Entscheidender als einzelne Inhalte im Fernuni-Kontext bleibt aber das große Ganze und der Ablauf: Der 1. Juni ist an der Fernuni der Tag des kleinen Übergangs. Am 1. Juni öffnet die Rückmeldefrist für das nächste Semester und es öffnet der Zeitraum der Klausuranmeldungen. Langsam sollte ich mich entscheiden, was ich dieses Semester schreiben und daraus folgend, was ich nächstes Semester belegen werden.

    Bisher lernte ich für

    • Dienstleistungsmanagement
    • Einführung in die Imperative Programmierung

    Die Module gibt es nicht geschenkt. Aber sie sind inhaltlich tief in meinem Wohlfühlbereich angesiedelt. Der Lernaufwand scheint mir überschaubar.

    Angedacht hatte ich

    • Datenstrukturen und Algorithmen (D&A)

    This is a whole kind of different beast. Das Modul hatte ich im letzten Semester schon mal begonnen, weil es doppelt einzahlt – auf den Master Wirtschaftsinformatik wie auch auf den möglichen Bachelor Informatik. Aber dann hatte ich schnell wieder aufgehört, weil es gar nicht einverträglich war mit dem letztsemestrigen plan: „Study, relax & chill“. So gar nicht.

    Die Klausur D&A würde bedeuten, dass ich jetzt wirklich intensiv und unter Vernachlässigung diversen anderen Lebens mit Lernen beginnen müsste und dies bis zur Klausur Mitte August durchziehen. Bei Bestehen wäre ein großer Brocken aus dem Weg geräumt.

    Dann erinnerte ich mich des Jahresmottos „Einatmen – Ausatmen“, dachte „Bist du verrückt? Es ist Freibadsaison!“ und verschob das Modul.

    Dieses Semester bleibt es bei Dienstleistungsmanagement und Imperativer Programmierung. Überraschend auftretende Anfälle von Ehrgeiz kanalisiere ich auf die Noten in den beiden Modulen – oder ich lerne schon mal für die Datenstrukturen im Wintersemester vor. Dort findet back to normal mit Datenstrukturen & Algorithmen und Objektorientierte Programmierung und Socio-Technical Information Systems Design statt.

    Well, we got no choice / All the girls and boys / Makin′ all that noise

    Innen out

    Wir verschlafen ungefähr einmal im Jahr. Das schafften wir Mittwoch. Vermutlich hat die Mischung aus schwül-am-Abend – deshalb schlechtes Einschlafkarma – plus Nachtregen – deshalb Tiefenentspannung am frühen Morgen – dazu geführt, dass ich sämtliche Wecker glücklich überhörte. Madame testete, wie schnell sie bei strömenden Regen in der Hafenstadt sein kann.

    Ich hatte mehr Glück, mein erster Termin lag später und fand in der hauseigenen Schwimmhalle statt.

    Diese war ruhig. Denn bis auf das Schulschwimmen ist der Hallenbadbetrieb eingestellt. Wir sind Schwimm-Heimatlos, müssen wieder das Grundstück verlassen, um Schwimmen zu gehen. Sofort habe ich einen Alice-Cooper-Hit im Ohr:

    Pool’s out for summer / Pool’s out forever / Pool’s been blown to pieces.

    Ich hoffe, dass bei Alice Cooper und bei uns die letzten beiden Zeilen literarische Übertreibungen aus emotionalem Überschwang heraus sind.

    Außen out

    Wenn der Pool out ist, ist das ein Grund mehr zum Steglitzer Sommerwohnzimmer zu pilgern. Auf zum Insulanerbad.

    Aber auch dieser Ausflug teilte das Schicksal unserer letzten Exkursionsversuche (siehe Nymphensee überfüllt – und Fahrradtour mit kaputtem Sattel), er scheiterte. „Wegen Team/Fortbildungstag geschlossen“ Und das mir!

    So nutzte ich die Gelegenheit, das erste Mal seit 15 Jahren nicht das Insulanerbad sondern den Insulanerberg zu erklimmen. Ich entdeckte die geheime Liegewiese außerhalb des Freibads (Luftbad!), ich sah Wege, so dicht bewachsen, dass diese auch im schlimmsten Hochsommer noch im Schatten liegen werden. Ich entdeckte die Andeckenplaketten an Insulaner (Trümmerhügel) und Insulaner (Radio-Kabarett). Ich wiederentdeckte die Sternwarte und warf den ein oder anderen Blick auf das am Fuß des Trümmerhügels liegende verlassen wirkende Schwimmbad.

    Bahnhofsgeschichten

    Berechenbarer als das Insulanerbad bleibt der Bahnhof Südkreuz.

    Für die Zukunft

    Die Rolltreppen dort zum Beispiel bleiben unbewegt. Paul’s Bauzaun Service verwandelte die bisherigen Absperrungen in eine größere Ansammlung von Bauzäunen, auf denen Rolltreppen „für die Zukunft“ angekündigt werden. Das sagte mir, dass DB InfraGO die Rolltreppe „für die Gegenwart“ aufgegeben hat.

    Tatsächlich bestätigte mich der Tagesspiegel-Checkpoint mit einem Text zur Südkreuz-Rolltreppensituation: „Zwei weitere [Rolltreppen] im Eingangsbereich machen größere Probleme. Sie müssen altersbedingt komplett erneuert werden. Die Bauarbeiten beginnen in dieser Woche und werden „einige Monate“ dauern. „

    Im selben Checkpoint wurde immerhin ein weiteres Rätsel gelöst. Denn die Personen, die ich als Kofferträger identifizierte, sah ich nun in vielen Monaten noch nie einen Koffer tragen. Meistens lehnen sie an der Treppe, despektierlich könnte ich schreiben, sie lungern herum, vielleicht sind es gar keine Kofferträger, sondern professionelle Lungerer.

    Auch hier gab der Checkpoint Auskunft: „Achtung, neue Berlin-Vokabel: Während der Bauarbeiten sind „Reisendenlenker“ im Einsatz, „um Fahrgäste zu unterstützen“. Heißt konkret, auch mal Kinderwagen und Koffer die Treppe hochzuwuchten.

    Ich las erst „Reisendenker“. Und vielleicht wäre das etwas: Einfach Menschen an den Bahnhof stellen, die über das Reisen nachdenken. Aber vielleicht machen sie das auch schon die ganze Zeit, und kommen deshalb nicht zum Kinderwagentragen.

    Für die Orientierung

    Vor dem Südkreuz taucht ein neuer Wander-Wegweiser mit Bär mit Wanderstab auf: Grüne Hauptwege. Das ist einerseits komplett absurd, denn der Südkreuz-Vorplatz ist ein Ort für den das Wort „unwirtlich“ in den Duden aufgenommen wurde und der sich besser für „Graue Nebenplätze“ als für „Grüne Hauptwege“ qualifiziert.

    Andererseits ist das Schild damit notwendig: Denn wohl jede*r Wander*in auf einem Grünen Hauptweg braucht hier umfangreiche Bestätigung, sich auch wirklich, wirklich nicht verlaufen zu haben.

    Saving Mima Kirigoe

    Ich hatte mir vorgenommen, nicht mehr als zwei Kinofilme in der Woche zu sehen. Zu sehr verschwimmen die Eindrücke sonst, zu sehr geht mir ein Film aus dem Hirn verloren, noch bevor ich auch nur ansatzweise verstanden habe, was ich erlebte.

    Diese Woche werden es drei Kinofilme werden.

    Montag: Saving Private Ryan (Odeon – USA, 1998)1, Mittwoch Perfect Blue (Babylon Kreuzberg – Japan, 1998)2 und Donnerstag American Gigolo (Yorck – USA, 1980).

    Durch die Häufung ergeben sich interessante Effekte. Kurz nacheinander sah ich den Spielberg-Blockbuster Saving Private Ryan und den triggerwarnungs-intensiven Anime Perfect Blue.

    Beide erschienen 1998. Der eine aus der damaligen Gegenwart mit dem Blick in die Vergangenheit, der eine aus der damaligen Gegenwart mit dem Blick in die Zukunft. Eines ein Mainstream-Blockbuster mit den größten Stars des damaligen Kinos, in handwerklicher Brillianz, die uns von der ersten bis zur letzten Sekunde ihrer Intensität in die Sitze drückte; eines ein Anime, der aus Kostengründen kein Spielfilm wurde, in Japan für ein Nischenpublikum produziert war, ästhetisch Höhen und Tiefen hat, und ein zweites Leben als Arthouse-Moviegoers-Festival-Film bekam.

    Und doch hatten beide dasselbe zentrale Thema: Wie bleibe ich unter mörderischen Umständen Mensch? Als Englischlehrer-wurde-Soldat im Zweiten Weltkrieg oder als junge Darstellerin in den Abgründen der J-Pop-Girlband-early-Internet-Reality-Menschenverbrauchsmaschine.

    Beide Filme ließen mich nicht unbeeindruckt ziehen. Beide würde ich gerne wieder sehen. Bei beiden bin ich versucht, den ultimativen Wikipedia-Artikel über sie oder einen Roman inspiriert von ihnen zu schreiben.

    Links

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    Via Mastodon: Der Sterbende wünscht sich, dass zu seiner Beerdigung alle mit einer „lustigen Kopfbedeckung“ kommen. Man darf gespannt sein. Und ich habe kein neues Lebensziel, aber ein neues Sterbensziel. Falls ihr plant, mich zu überleben, denkt schon mal über den Hut nach.

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    Ein Traum der Post in jeder Hinsicht: Vier Tage im Hinterland, gleich gefolgt vom Ähnlichen Kleine Wanderung im Hinterland

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    Wer Bloggerinnen treffe möchte, kann sich einfach in die Ausstellung „Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen“ begeben. Dort waren Juna („Ich trug meine Ambivalenz mit mir herum und konnte sie zunächst nicht fassen.) und die Pressepfarrerin („später, als sich die Eindrücke gesetzt hatten, ließ sie mich seltsam unbefriedigt zurück“) – wie schon mal verlinkt, waren auch poupou („Auf jeden Fall interessant anzusehen, aber nicht mind blowing.“), die kaltmamsell („Aufmerksam gehängte Ausstellung, gut erklärt und vermittelt,“) und readinginsweden („es gefiel mir außerordentlich„) dort.

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    Japan verstehen: Die “sieben Wunder” sind Gruselgeschichten, die sich Schüler seit Generationen erzählen und die allesamt in der Schule stattfinden. Weil sie im gesamten Land bekannt sind, werden sie oft in verschiedenen Medien erwähnt – Unter dem Verständnis, dass alle die Referenz verstehen.

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    Auch ich beuge mich dem Diktat der großen Wasserstoffbombe am Himmel und trage meinen peinlichen Safarihut. Damit sehe ich zwar aus, als woll ich Velociraptoren jagen, aber immerhin weniger bescheuert als der alte zottelige Mann mit dieser Sonnenbrille in Form des Kölner Doms. – ich weiß nicht. Zottelig werden, eine Sonnebrille in Form des Kölner Doms tragen, und dann als Reisendenker in einem Bahnhof lungern – das klingt für mich wie eine erstrebenswerte Zukunftsversion meiner selbst. Und wenn ich sterbe, müssen alle mit einem komischen Hut kommen.

    Anmerkungen

    ~ Neu im Bestand: Ein T-Shirt (agressiv-pastell blau), ein Polo (Bahamas-Bär)

    1. Yorck Unlimited No. 27 – 8,82€ pro Besuch ↩︎
    2. Yorck Unlimited No. 28 – 8,50€ pro Besuch ↩︎

  • 26-01-01 New Years New York, New York im Yorck

    26-01-01 New Years New York, New York im Yorck

    Im Adventskalender der Seemannsmission gewannen wir „Maritime Bettwäsche“. Jetzt müssen wir diese allerdings an der Seemannsmission Brunsbüttel abholen.

    Die Töpfe wandern. Viele der Töpfe, die wir einst „erbten“, weil die Vorbesitzer sich einen Induktionsherd anschafften, geben wir als neue Induktionsherdsbenutzer jetzt selber weiter. Einige Exemplare wandern über den Umweg unserer Küche von den Eltern zur Tochter.

    Madame las einen Regency-Roman und fragte sich, wie das damals eigentlich mit den Pferdewechseln an den Kutschenstationen waren? Haben die damals einfach so die Pferde durchgetauscht und irgendjemand hat am Ende den alten Klepper abbekommen?

    Schreibe ich dieses Jahr ausnahmsweise einen Gesamt-Jahresrückblick im Blog? Vielleicht. Aber nicht jetzt. Jetzt folgt ein Zwei-Tages-Rückblick.

    Es war Silvester und Neujahr.

    Eierlikör, Marmelade, Pflaumenmus, Mandel-Marzipan

    Silvester begann am 30. Dezember abends. Wir hatten beschlossen, schon Dienstag auf die Latifundien zu fahren, auf dass wir dort am 31. Dezember mehr Tageslicht abbekommen, weil wir schon morgens anwesend sind.

    Es war spannend: Wir waren seit Ende Oktober nicht mehr auf den Latifundien. Ende Oktober hatten wir nur die Wintervorbereitung light absolviert – nicht ahnend, dass es acht Wochen mit einigen -10-Grad-Nächten dauern würde, bis wir zurückkämen.

    Es stellte sich die Frage: kämen wir überhaupt bis dorthin? Auch der 17 Jahre alte Subaru hatte in den letzten acht Wochen nur vielfach die Zwei-Kilometer-Kurzstrecke zwischen alter und neuer Berliner Wohnung zurückgelegt. Bei ausgeprägten Minustemperaturen neigte das Auto in den letzten Jahren auch zum Zicken, gerade auch seine Batterie.

    Aber: Alles ging. Der Motor zündete als wäre er neu. Der latifundale Zugang zum Wasseranschluss war seit dem letzten Frühjahr überwachsen und jetzt zugefroren, lies sich aber freilegen. Einzig ein vergessenes Gardena-Plastik-Gartenschlauchteil hat es vielleicht durchs Eis gerissen, das wäre verschmerzbar. Alle echten Autos, Leitungen und Getränkeflaschen haben alles unbeschadet überstanden.

    Madame absolvierte einen Kneipp-Tag: Nach der vormittäglichen Sauna kam nun der Bungalow mit einer Innentemperatur von 3 Grad hinzu. Aber nach diversen Stunden des Heizens wurden die Temperaturen erträglich, bis zum Silvestermorgen sogar fast angenehm.

    Es folgten am 31. mittags einige letzte Besorgungen (Das Buch Der Schwarm in die Büchertelefonzelle zurückbringen, Baguette und Pfannkuchen (Eierlikör, Marmelade, Pflaumenmus, Mandel-Marzipan) kaufen). Bei Tageslicht konnten wir noch den Grünspecht sehen, der den halben Garten umpflügte und das Rotkäppchen auf dem Zaunpfahl („Robin in the snow!„). Es folgte der lange dunkle Abend des Lesens und Chillens und Tomaten-Käsefondue und Nachbars Kinderfeuerwerk aus dem Fenster sehen.

    Es war so dunkel und so ruhig, um Mitternacht schliefen wir schon beide sanft vor uns hin, selbst durch Böller und Feuerwerk nur wenige Sekunden aus dem Schlaf gerissen.

    Back to the Ä

    Dass mein Geist langsam wieder aufnahmefähig für weitere Themen merkte ich im Bungalow. Dort fiel mein Blick auf das 800-Seiten-Monstrum „Moderne Betriebssysteme“ von Andrew S. Tanenbaum. Das ist in seiner Version von 2003 eher modern im historischen Sinn; aber die Grundlagen sind ja seit 2003 unverändert. Und vor allem: Ich hatte Lust es zu lesen und anscheinend auch wieder geistige Kapazität dafür. Das Studium kann weitergehen.

    Denn auch wenn ich es die letzten Monate komplett ignorierte: Ich studiere noch auf den Master Wirtschaftsinformartik. Und das Semester ist schon fast zu Ende. Irgendwann fiel mir auf, dass ich mich für das nächste Sommersemester Rückmelden muss, und mich voller Übermut noch dieses Semester für Klausuren anmelden kann.

    Die Online-Rückmeldung schickte mich in eine Warteschleifen:

    Die Online-Rückmeldung über den virtuellen Studienplatz ist für Sie leider nicht möglich, da Sie Ihren aktuellen Studiengang erfolgreich abgeschlossen haben. Für eine Rückmeldung mit Änderung [sic!] des Studiengangs, zum Beispiel zur Fortsetzung Ihres Studiums im Masterstudiengang oder den Wechsel in einen anderen Studiengang oder zum Akademiestudium nutzen Sie bitte den „Antrag auf Rückmeldung mit Änderung“. [sic!]

    Also füllte ich das online-PDF-Formular Antrag auf Rückmeldung mit Änderung für das Sommersemester aus. Ich kreuzte alle Module dieses Semesters als „belege ich als Wiederholer“ an (you never know) und noch zwei dazu als neu-zu-belegendes (vielleicht klappt ja auch noch etwas). Das ergibt:

    Als Wiederholer

    • Einführung in die imperative Programmierung
    • Datenstrukturen und Algorithmen
    • Digitale Diversität

    Neu

    • Einführung in die objektorientierte Programmierung1
    • Dienstleistungsmanagement

    Was genau ich davon wirklich studieren werde, entscheidet sich in den Klausuren, die ich in den nächsten Wochen vielleicht belege und vielleicht bestehe.

    I want to wake up in a city that doesn′t sleep

    Neujahrs-Abends: Ein Drama, das sich als Musical tarnt. Martin Scorseses New York, New York mit Liza Minelli und Robert de Niro im Yorck-Kino. Die dortige Kinoreihe Boulevard Noir könnte mein Liebling aller Kinoreihen der Yorck-Kinos werden.

    Eskalation!

    Man muss sich das Leben als Reaktion auf von Algorithmen geschaffene Situationen vorstellen

    Joel malte einen Leuchtturm.

    Konzert des Jahres: Eine Schweizer Partyband in Chemnitz. (Merken für mich: am 18. April in der Stadthalle Falkensee – Beispiel)

    Percy Puddletree eskaliert noch mehr (mit Fotobeweis): The same procedure

    Konstantins Tochter möchte doch nur Computerspiele spielen: Und mir immer wieder die Frage gestellt: „Kann ich nicht eine Frau waehlen?“

    Frau Zimtkringel versteht die Algorithmen nicht, die Menschen auf ihren Blog bringen:

    Nun habe ich aber gerade festgestellt, dass ein Rezept aus 2018 (!) in diesem Jahr dem Käsekuchen fast den Rang abläuft. What? Why? Ok, der magische Zauberbegriff scheint hier Airfryer zu sein. Leute, baut irgendwo den Begriff Airfryer oder Heißluftfritteuse ein und landet ein Klickwunder! Vor Zeiten habe ich mal schnelle Paprika-Antipasti aus dem Airfryer gebastelt und eben dieses uralte, pupsige 08/15-Rezept wurde in den letzten zwölf Monaten im sehr hohen fünfstelligen-Bereich aufgerufen. Echt jetzt, Leute? Warum?

    Anmerkungen

    1. Für Informatiker. „Einführung in die objektorientierte Programmierung (für Wirtschaftsinformatiker)“ habe ich schon irgendwann 2023 belegt und bestanden. ↩︎

  • 25-11-29 Nach West, nach Nord, nach West, nach Ost, nach Nord und jeweils wieder zurück

    25-11-29 Nach West, nach Nord, nach West, nach Ost, nach Nord und jeweils wieder zurück

    Die Eckkneipe Willi Mangler heißt jetzt Willy’s, und es wirkt als wollte sich der Kiez schon verabschieden bevor wir richtig weg sind.

    Der letzte Schöneberger immobil-mobiles-Arbeiten-Tag ist vorbei. Nächstes mobiles Arbeiten: Zwischen Hotspot und unausgepackten Umzugskisten. Vielleicht. – Vielleicht auch einfach im Büro.

    Ich wüsste gerne, was genau die Schöneberger Haushallodris plötzlich zu für sie unfassbaren Sauberkeitsbestrebungen motiviert. Selbst der vertrocknete Adventskranz und das Paar Doc Martens, die seit einem knappen Jahr in drei Meter Höhe auf dem Baugerüst lagen, sind verschwunden.

    Nur, dass sie die Müllmänner vom Hof aussperrten, war halt nicht so geschickt.

    Wieviele Hüte besitzt Du? – Noch zwei. Den Panama-Hut von der Dithmarscher (Standesamts)-Hochzeit und den dunklen Hut von der Beuggener (kirchlichen)-Hochzeit. Ein weiterer Hut verließ wie derzeit vieles unsere Haushalt.

    T-4, noch vier Tage bis zum Umzug.

    Es waren zwei Tage des Prä-Umzugs. Den Freitag allerdings nahm ich am Prä-Umzug eher symbolisch Teil, denn ich war den größten Teil des Tages im Büro und meetete zu Schnittstellen.

    Zustand: Wie der Flusskiesel schreiben würde: Viel im Außen, wenig bei mir. Oder anders gesagt: Ich schüttete Schwarztee in die Kaffeemaschine.

    Ich überlege mein eh schon softes Fernuni-Semester weiter zu verkuscheln, indem ich die Datenstrukturen & Algorithmen nach hinten schiebe. Damit blieben Digitale Diversität (eeaasy) und Einführung in die Imperative Programmierung (noch nicht ernstlich reingeschaut, sollte ich prinzipiell aber auch können). Wann unichillen, wenn nicht jetzt mit der druckfrischen Bachelorurkunde direkt vor mir?

    Gelesen: Professor A. Donda von Stanislaw Lem. Eine schöne Ausgabe. Leider ist das Buch zwar gut, erfreulich böse und in Teilen urkomisch, insgesamt aber doch eher eine Fingerübung Lems denn ein eigenständiges Werk.

    Wir bekamen Wilmersdorfer Haushalts-Mülltonnen, die inmitten der sonstigen Gewerbemüllcontainer auf dem Betriebshof arg verloren aussehen.

    Meine Überzeugung, niemals nicht einen Weihnachtsbaum zu benötigen wird schwach. Denn nicht nur haben wir in der neuen Wohnung 25-Meter-Becken und Sauna im Gebäude, sondern jetzt auch einen Weihnachtsbaumverkauf direkt auf dem Grundstück. 15 Meter vom Weihnachtsbaumstand bis zum Gebäudeeingang, näher wird es niemals werden.

    Der Kürbis hieß mit Vornamen Spaghetti

    Es waren ungewöhnliche Tage. Ich glaube, der Subaru ist im letzten Monat mehr Kurzstrecke gefahren als die sieben Jahre davor zusammen.

    Selbst das Kochen leider mehr als sonst – irgendein-Gemüse-in-Pfanne-oder-Ofen kriegen wir fast immer zustande. Aber die direkt-nach-Corona-Konditionsschwäche plus das Außen, sorgt auch hier für Änderungen: Wir bestellten in den letzten zwei Wochen mehr Lieferessen als in den zwei Jahren zuvor.

    Immerhin erkannte mich der freundliche Mann aus dem Sagar wieder als wir uns auf der Treppe trafen: „Ach? Sie wohnen hier?“ – „Ja, äh nein, also schon noch, aber eigentlich auch nicht mehr.“

    Lange Vorrede: Freitag haben wir wieder so was ähnliches wie gekocht. „Kürbis“ (laut Gemüsli) aus dem Ofen und Arrabiata-Ravioli aus dem Kühlregal. Auf dem Teller stellte sich heraus: Der Kürbis hieß Spaghetti. Wie es sich für das Gemüsli gehörte, war er ungemein aromatisch, sowohl frisch und fruchtig wie auch kürbissig. Ein Traum. Glückstreffer für uns.

    Samstag verschiedenfarbige Gemüsli-Beeten aus dem Backofen mit Trüffel-Ricotta-Ravioli aus dem Kühlregal und Ziegenkäsecreme. Danach Mont Blanc (Süßspeise).

    Ausgesprüht

    Samstag war ein Tag der Prä-Umzugs-Logistik: Früh zum Recyclinghof (insgesamt der dritte Besuch), wieder mit gefundenem Elektroschrott. Vor allem verschaffte ich Kabel und Adapter, eine semidefekte Waage und einige historische Handies.

    Praktischerweise liegt der Recyclinghof in bequemer Geh-Entfernung der neuen Wohnung: So konnte ich gleich noch Gegend kennenlernen und mich in den verbindenen Nebenstraßen orientieren.

    Ich winkte der neuen Wohnung, begab mich aber direkt zurück zur alten Wohnung, denn mittlerweile hatte Oxfam geöffnet. Wir griffen Büchertaschen und zu Oxfam. Dort wurden wir fast alle Bücher los, Madame kaufte ein, ich begab mich schon mal Richtung Innsbrucker Platz.

    Von Oxfam in die alte Wohnung: Orchideen und Weihnachtskaktus ins Auto packen, nach Wilmersdorf fahren, und dem Zugriff der Umzieher entziehen. In der Wilmersdorfer Wohnung dann das geliehene Teppichreinigungsgerät (Es saugt und sprüht der Heinzelmann Sapur) ins Auto einladen und zur Drogeriemarktkette zurückbringen.

    Madame holte beim verlässlich verpeilten Asia-Markt noch ein Paket ab, bevor sie das epische Abenteuer der Wäsche-Umzugs-Vorbereitung anging. Ich hatte noch einen letzten Gang, mal wieder zum Container und zum Altglas und dann noch ein paar weitere Einkäufe besorgen.

    Und nachdem ich vom Einkaufen wiederkam, sah ich noch ein ehemaliges semi-funktionsfähiges Fotostativ aus Metall, das sicher auch gerne im Recyclinghof geendet wäre.

    Spin Spin Sugar.

    Butter Chicken Betonteile

    Manchmal denke ich, ein E-Auto wäre toll. Manchmal denke ich, ein Auto ohne Software wäre noch toller: Vom ID.3 bis zur Waage: Wie uns Software das Leben oft schwerer macht – statt leichter

    Poupou und die Kaltmamsell bloggen über ihre jeweilige Büchergeschichte. Poupoulab: Büchergeschichte. Vorspeisenplatte: Journal Mittwoch, 26. November 2025 – Vom Bücheraussortieren

    Karin räumt und bewegt Sachen hin und her und ich fühle gerade sehr mit: 2025 #48 – mit kleinen Schritten geht es auch voran

    Ich finde es immer superspannend, wenn Menschen darüber schreiben, womit sie Geld verdienen: Das bedeutet ich stehe das ganze Jahr über draussen, bei wirklich jeder Witterung, und lade Betonteile auf LKW.

    Makhani Mac and Cheese: Makhani-Sauce ist eine buttrige Sauce auf Tomatenbasis, am bekannsten ist sie wohl für Makhani-Chicken – aka Butter Chicken.

  • 25-10-21 Geschmolzene Schokolade, gekochte Cosmeen

    25-10-21 Geschmolzene Schokolade, gekochte Cosmeen

    Das Katzenstreuwrack parkte um. Es steht jetzt nicht mehr direkt unter dem Halteverbotsschild im Hinterhof. Das Wrack trägt jetzt ein Schild mit Sperrmüll-Hinweis. Der desolate Audi verschwand ganz. Die IKEA-Karton-Belagerung des Papiercontainers dauert weiter an.

    In einer anderen Angelegenheit besiegte TL VM erfolgreich IKEA.

    Bei Gemüslis steht das große Kimchi-Making an. Dort in der Prignitz spüren sie die Jahreszeiten noch mehr als hier: Es friert wie Bolle, der Herbst blinkt gülden, die Pilze ploppen seit Wochen aus dem Boden und wir stehen mittendrin. Im Hintergrund rauscht konstant der Dörrofen, die Pferde schmeißen sich in ihr Winterkleid. Nachts klirrt die Luft beinahe und es dunkelt so früh, dass unser Schlaf regelmäßig um einige Stunden bereichert wird.

    Dunkel und kalt war es auch in den märkischen Hamptons. Aber wir konnten Radio hören. Im Deutschlandfunk-Gottesdienst lief der Wolf-Biermann-Klassiker Ermutigung:

    Du, lass dich nicht erschrecken
    In dieser Schreckenszeit
    Das woll’n sie doch bezwecken
    Dass wir die Waffen strecken
    Schon vor dem großen Streit

    Sofort muss ich an die No-Kings-Demos in den USA denken.

    Später dann ein Interview mit Julia Klöckner. Während ich gerade denke „Mein Gott, ist die doof“, erwähnt der Moderator „Sie sind Person Nr. 2 im Staat nach dem Bundespräsidenten“.

    Es war ein latifundaler Sonntag und ein arbeitsreicher Montag.

    Arbeit: Spontan sagten wir ein geplantes Zweistundenmeeting ab und wussten danach immer noch nicht wo uns der Kopf steht. Immerhin ist Großprojekt 1 langsam in dem Stadium in dem wir Reste zusammenkehren und die letzten Säumigen aufspüren, Großprojekt 2 feierte Richtfest.

    Es begann mit meiner Frage „Was machen wir eigentlich, wenn.. ?“ Dann folgten zehn Monate der Überlegungen, Konzeptionierungen, Diskussionen, Pretest, Tests, internen Verwerfungen, Tests warum die Tests nicht klappten, Gremienslalom, Produktivtests, Betreuung der Produktivtester*innen, Videoclipproduktion und Montag um 17:30h drückte die karibische Schweizerin auf den Startknopf. Darauf ein Mineralwasser mit extra viel Sprudel.

    Endlich wieder frieren

    Ich nahm meine Jahreslektüre wieder auf, Aleks Scholz Badetagebuch, in dem er seine Badeausflüge in die schottische Nordsee schildert. Der Oktober war wildbewegt, emotional, im Wasser und in der Luft. Das Geheimnis im bewegten Meer ist es, keinen festen Punkt anzusteuern sondern eine bestimmte Richtung zu verfolgen. Der Oktober lässt sich in zwei Sätzen charakterisieren. „Der Zweitbeste Monat zum Schwimmen“ und „Endlich wieder frieren.“

    Gefroren haben wir auch, ganz ohne Wasser. Es reichte, über Nacht nicht zu heizen und am Morgen den Reifüberzug über dem Garten zu sehen. Das bibbernde Aufstehen war belohnt durch einen traumhaften Anblick aus der Terrassentür.

    (Etwas weiter nördlich campte die karibische Schweizerin an der Ostsee. On the bad side: Nicht wieder. On the good side, sie weiß dies noch nicht zu würdigen, wer ohne Heizung bei Minus 2 Grad schläft, hat für Jahrzehnte etwas zum Erzählen.)

    Die Cosmeen waren über Nacht vom Frost gekocht worden. Alle anderen Pflanzen hatten die Temperaturen tadellos überstanden. Die Astern schwelgen in Farben, die eine Hälfte der Rosen schwelgt in Hagebutten, die anderen bringt immer noch Knospen hervor. Ein einsames Tagpfauenauge zog den Tag über den Kreise niedrig über dem Garten.

    Höher zogen Kraniche, Gänse und Enten.

    Groß-O, klein-o und Omega

    Da die Woche zu voll war und es draußen ja kalt war, und wir den Ofen zum Brennen gebracht hatten, gab es viele gute Gründe den Bungalow nicht zu verlassen.

    Außerdem hatte ich so einen guten Grund, mich weiter in die Datenstrukturen und Algorithmen zu vertiefen. Eine zweite Runde Big-O, klein-o, Omega und andere Komplexitätsverfahren. Groß-O gibt an wie lange ein spezifischer Algorithmus im schlechtesten Fall braucht (größergleich), klein-o ist fast dasselbe, aber nur größer, kein größergleich. Omega gibt an, wieviel Zeit ein bestimmtes Problem mindestens zu seiner Lösung benötigt (kleinergleich). Ziel ist es natürlich, dass die Zeit die ein spezischer Algorithmus braucht, nicht größer ist als die Mindestzeit, die zur abstrakten Problemlösung erforderlich ist. Dann ist der Algorithmus optimal.

    Die ersten Anwendern folgten, Vieles zu Zeigern und Werten unter besonderem Bezuf auf Java.

    Bei den ganzen Os musste ich mal wieder nur Formeln aufschreiben, ein bißchen daran rummalen, und plötzlich machte es Pling! So war das also gemeint. Für das (Informatik-)leben gelernt. Das trug zu meiner Modulentspannung bei. Auch zu meiner Entspannung bei trug die Sichtung der weiteren Modulteile.

    Nach dem wirklichen steilen Lernanstieg des Kursteil 1 scheint die Lernkurve danach abzuflachen. Nachdem Teil 1 quasi einen Crashkurs in Formalen und Methodik bringt, geht es in den weiteren Teilen vor allem darum, diese in verschiedenen Szenarien anzuwenden. Das ist weiterhin nicht ohne – aber natürlich versteht sich eine Methodik besser wenn man diese in verschiedenen Varianten anwendet als wenn mensch andauernd neue Methodik lernt.

    Nach dem Os und den Zeigen folgen jetzt Listen und ihre Sonderformen namens Stack und Queue.

    Ja, Zucker auch

    Manchmal ist unser Team gar nicht nerdig, manchmal schon. Bei der kompletten Ignorierung von Geburts- und Jahrestagen beispielsweise. Über Jahre wurden diese komplett ignoriert – jetzt stehen sie immerhin im Kalender und das Geburtstagskind kann mit Glück hoffen, vom halben Team einen halben Glückwunsch einzusammeln. Feiern können wir.

    Mir offenbart dies aber die Möglichkeit: Wenn ich Kuchen machen will, kann ich, wenn ich nicht, kann ich das Thema auch ignorieren. Und im Zweifel kann ich mich mit dem Kuchen auch drei Wochen verspäten und es wird immer noch ein Event.

    Ich hatte Lust. Zumal es um Sachertorte ging, bei der das Rezept im Wesentlichen daraus besteht, Schokolade zu schmelzen und dann Butter in der warmen Schokolade aufzulösen. Das ist ästhetisch ebenso erfreulich wie im Nachhinein schmackhaft.

    Ich löste also Schokoladenbutter auf, schlug Eiweiß und -Gelb, buk, löste mehr Schokoladenbutter auf und verstrich.

    Warum machen wir das nicht öfter?

    Guns und Embroidery

    The fuq: Ohio man charged after brandishing gun at New York City Wikipedia conference

    Der Zenbrowser ignoriert ein Usabilitygesetz und ist deswegen (für einige) unbenutzbar

    Meine Rede seit 1988 als ich anfing über meinen Privatfernsehkonsum zu reflektieren – nur kurz unterbrochen von den frühen Jahren des Internets, das aus technischen Gründen textlastig war: Da aber immer weniger vorgelesen und gelesen und immer mehr gescrollt und gewischt wird, steuern wir schnurgerade auf ein Zeitalter des Illiteratismus zu, in dem Lesekompetenzen so gering sind, dass zwar wenige kurze Sätze gelesen werden können, , längere Texte aber nicht mehr: 1000 Worte sagen mehr als ein Bild

    Herr Mess schimpft über ein Office-Update und – gerade angesichts der erwähnten Großprojekte oben – denke ich natürlich sofort „wie hättest Du das gemacht?“ – Antwort: Auf jeden Fall in Wellen, niemals alle gleichzeitig.

    Durch’s Kinoprogramm gescrollt, was mit Jane Austen gelesen, beschlossen, dass ich mir das bei Gelegenheit näher anschauen muss. Und schon kam die Gelegenheit ganz von selbst in den RSS-Reader: Jane Austen und das Chaos in meinem Leben

    Messy Nessy im Stick-Kosmos: 13 Things I Found on the Internet Today fast nur zum Thema Embroidery.

  • 25-10-14 Rostroter Badmülleimer

    25-10-14 Rostroter Badmülleimer

    Die Klausur Mikroökonomik ist bestanden. Damit trennt mich nur noch das unbekannte Klausurergebnis Knowledge Management vom Bachelor.

    Madame bestellte mit 1% Handy-Akku per Paypal-Handy-Überweisung vier vernickelte Hultarps.

    Old school an der Kasse bezahlte sie bei Höffi den rostroten Badmülleimer Spirella. Farblich vielgestaltiger war das von ihr entdeckte Farrow & Ball-Fachgeschäft in Wilmersdorf.

    Dienstag hatte ich im Büro das erste Mal seit einer Woche für ungefähr drei Stunden lang nicht das Gefühl in einer Wildwasserwelle zu hängen. Zeitweise hatte ich wieder echten Überblick und durfte selber Tempo, Abfolge und Richtung meiner Arbeit gestalten.

    Es endete allerdings mit einem seltenen Erlebnis: Ich schrieb einem Kollegen eine unfreundliche Mail.

    Es waren drei Tage der Arbeit.

    Ein Nachtrag zum Klavierbauer von letzter Woche: Es handelt sich um den Klavierbauer Stallmann. Auch wenn die Kompetenzbeurteilung von Handwerkern fremder Gewerke immer schwierig ist: Er macht einen sehr guten Eindruck.

    Ein Nachtag zu den Latifundien: Es lagen in letzter Zeit diverse große Walnüsse im Beet. Was insofern bemerkenswert ist, weil wir keine Walnuss besitzen und auch in näherer Nachbarschaft keine kennen. Die drei Eichhörnchen und das Rätsel der unvergrabenen Walnuss.

    Wenn der Bus Verfrühung hat, geh ich eben zu Fuß

    Der Arbeitsweg führt unter fallenden Blättern vorbei, fast bin ich mit der Jahreszeit versöhnt, die ein Ende von Licht und Leben bedeutet.

    Vögelschwärme kreisten selbst über dem ICE-Bahnhof.

    Beim abgebrannten Haus von Marcello/ da Michele sind wieder Bauarbeiter unterwegs. Die Einweg-Schutzanzüge, die sie tragen, lassen es geboten erscheinen, Abstand vom Haus zu halten.

    Dafür entdeckte ich eine neue Pizzeria im Baumarkt. Die Bezeichnung Italian Pizza ließ Zweifel an der Italianita des Etablissements aufkommen, endgültig verstärkten sich diese durch die halb-arabisch/halb-deutsche Inschrift „Bismillah … Allah“.

    Empfehlenswerter: In der Mittagspause gegenüber zu Höffi laufen und dort das SB-Restaurant aufsuchen. Dort entdeckt: vor den Toiletten sind Zeiterfassungsterminals, die Mitarbeiter*innen müssen sich ausstempeln wenn sie auf Klo gehen.

    Überraschend empfehlenswert: Der Mittagstisch von Exclusive Coffee zwischen Südkreuz und Vattenfall-Zentrale. Der Moabiter und ich testeten.

    Unangenehme Nachbarschaftsentdeckung: Ein Hamas-Dreieck auf einem Parkautomat. Nach etwas Grübeln und der Google-Suche „was tun wenn Hakenkreuz gesehen“, entschied ich mich zu einer Strafanzeige. Allerdings dauerte es noch einen Tag. Denn ich wollte nicht schreiben „irgendwo hier auf dem Parkautomat ist etwas, dass ich für ein Hamas-Dreieck halte“ sondern ordentlich mit Fotos und Begleitsprüchen dokumentieren. Und siehe da: Bis ich wieder am Parkautomat war, was das Symbol schon wieder entfernt worden. Vielen Dank.

    Auf den Kopfhörern auf den letzten Schritten ins Büro die Yabai T-Shirts. Es ist gar nicht so einfach, dabei sozialadäquat durch die Gänge zu laufen.

    Wie ich friedlich in die Bibliothek gehen wollte und auf dem Ballermann landete

    Nachdem letzten Monat mein abendlicher Ausflug in die Stabi so umfassend erfreulich war, dachte ich ich wiederhole dies. Denn nach dem Bachelorsemester 7 ist hoffentlich im Mastersemester 1. Der herbstliche werktagsabendliche Potsdamer Platz wird sicher erfreulich leer sein, und selbst dort werde ich dann schnell und unkompliziert etwas essbares finden.

    Dann allerdings stieg ich aus der S-Bahn und landete auf dem Ballermann:

    Das Festival of Lights!

    Schick. Aber auch voll. Und so gar nicht bibliothekarisch. Schnell und unkompliziert essen war angesichts der Menschenmassen natürlich auch ausgeschlossen. So strebte ich schnell und hungrig in die Bibliothek. Selbst den Halloween-Pop-Up-Store von Deko Behrendet ignorierte ich. Denn ich wollte endlich Zeit allein mit dem Modul Datenstrukturen und Algorithmen verbringen.

    O

    Ich glaube Herr Rau schrieb letztens sinngemäß, dass er mehr Informatik unterrichten möchte und weniger programmieren. Dann wäre dieses Modul – Datenstrukturen und Algorithmen – etwas für ihn. Das beginnt erschreckend mathematisch (Groß-O – Beweisen sie, dass…) geht dann aber zumindest ein klein wenig in den geistigen Sinkflug und erläutert Informatik.

    Es beschreibt Programme, bleibt aber letztlich eher abstrakt, versucht Strukturen und Sinn jenseits des Programmcodes zu finden. Also nicht „Es gibt Klassen“, sondern „Es gibt ein Bedürfnis, das kann auf folgende Art und Weise gelöst werden und in Java gibt es dafür Klassen, in C hingegen..“

    Sehr spannend. Ich glaube in seiner Art eher Old School. Und danach werde ich keine Zeile Code mehr schreiben können als vorher. Aber ich werde Programmierern unangenehme Fragen stellen können.

  • 25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    Neues Karriereziel: Ausbilder für Leiterbeauftragte. Dann kann ich zweitägige Schulungen zur korrekten Nutzung einer Leiter geben. Und am Ende gibt es eine schriftliche Prüfung zu Themen wie“ Sinn und Zweck von Leitern u. Tritten“.

    Von des Kaptains Balkonkästen konnte sie fünf Erdbeeren von den Pflanzen des letzten Jahres ernten.

    Madame sprintete in Frankfurt nicht zum Sprinter, denn der Anschluss war schon weg. So konnte sie entspannt den ICE72 in Mannheim verlassen und den nächsten Zug nach Berlin nehmen.

    Während alle Unwetter um Berlin und die Latifundien herumziehen, wurde das Markgräfler Land bereits dreimal schwer getroffen. Hier schiebe ich mich nur durch die Schwüle und am Ende tröpfen drei Tropfen.

    Im Bergmannkiez eröffnete ein „Nur-Sachen-mit-Mais“-Imbiss.

    Ich „kochte“ experimental: Buttermilchsauce aus Buttermilch, Creme fraiche und Dill. Einfach kalt zusammengerührt. Zusammen mit Gemüse schmeckt das wie Sommer auf dem Tisch.

    Manchmal hält „die Zukunft“ was sie damals versprochen hat: Edis bat um einen Stromstand. Ich machte ein Foto des Zählers, scannte einen QR-Code und gut wars. Old School blieb hingegen das Öffnen des flechtenüberwachsenen Stromzähler auf den Latifundien, einschließlich des mehrfachen Ruckelns mit dem Schlüssel.

    Ich bestand die Einsendeaufgaben Knowledge Management und Mikroökonomik. Damit bin ich zu beiden Klausuren zugelassen und darf rein formal die Module bis zur Abgabe der Bachelorarbeit ignorieren.

    Zumindest bei der Mikroökonomik scheint mir das aber ungeschickt. Sollte ich das Modul bis September ignorieren, wird es kein Augen-zu-und-Knirsch während der Klausur sondern ein Vollcrash. Mal schauen, jetzt erstmal Parametrische Optimierung.

    Wie verspielt ist noch seriös?

    In den Notizen finde ich den Eintrag „KI Präsident ohne Höhle.“ Aha, denke ich. Erst nach einiger Zeit wird mir bewusst, dass der Eintrag aus einer Mischung aus Faulheit und irrelaufender Rechtschreibkorrektur entstand. Der Eintrag wollte sagen „KI-Präsentation ohne Höhlengleichnis“

    Wir veranstalteten ein intensives Besprechungszimmer-Bootcamp mit der Vorbereitung der „Was ist diese künstliche Intelligenz eigentlich und was können wir damit machen“. Dabei ist das Höhlengleichnis aus der Präsentation gefallen: Zu abstrakt, zu umständlich und vor allem viel zu lang.

    Meine Entscheidung – aber eine, die ich mit einem tränenden Auge traf.

    30 Jahre Krimi-Buchhandlung

    Die Hammett-Buchhandlung feiert 30-jähriges Jubiläum, und ist damit die zweitälteste Krimibuchhandlung Europas. Es gibt die ganze Woche über Kuchen, alkoholfreie Getränke und eine kleine Bücherverlosung. Da musste ich natürlich kommen und kurz vorbei schauen und gratulieren – leider ohne Losglück.

    E ist bekanntermaßen unmöglich, eine Buchhandlung zu betreten, ohne ein Buch zu kaufen, nahm ich etwas mit: Kathleen Kent: The Dime.

    Für Spontankäufe in Buchhandlung habe ich zwei Regeln:

    • Keine deutsche Übersetzung eines englisches Buchs
    • Autorin

    Gerade in einer Krimi-Buchhandlung fallen damit eine Menge Bücher aus der Wahl. Aber Hammett führt im Regal links des Eingangs natürlich auch englische Originale. Ich wurde dort fündig – und ich glaube ich habe mich am Ende entschieden, weil der Klappentext so schön nach amerikanischer Umgangssprache klang. Bei „Betty is as tough as the best of them, but she’s thrown for a loop when her first investigation goes sideways“ hatten sie mich.

    Erst zu Hause entdeckte ich, dass die Heldin „An almost-6-foot-tall, red-haired Polish Yankee lesbian“ ist – was mir das Buch gleich noch mal sympathischer macht.

    Frühsport im Cheruskerpark

    In der Qobuz-Biographie einer Künstlerin (Oklou) las ich etwas von „Nullerjahre-Nostalgie“ und dachte „Wie jetzt? Das war doch erst gestern? Und außerdem leben wir doch immer noch in den Nullerjahren?“

    Mit Qobuz verbringe ich derzeit einige Zeit, denn ich muss die neuen Kopfhörer ausführen. Dafür eignet es sich, zur Arbeit zu laufen, statt das Fahrrad zu nehmen. Neben Oklou entdeckte ich dabei Valerie June, musikalisch und biographisch spannend und höre Soundinstallationen von Luc Ferrari.

    Auffallend: wenn ich so eine Soundinstallation höre, und daneben schaltet ein Arbeiter einen Freischneider an, dann passt es richtig gut in den Sound.

    „The Medium is the message“ möchte ich Marshall McLuhan fernab jedes sinnvolles Kontextes zitieren. Aber das Fortbewegungsmittel ist der Weg. Und so entdecke ich vollkommen neue Aspekte der Gegend:

    • Die Frühsportler im Cheruskerpark, die im Schatten des Gasometers Klimmzüge machen.
    • Ein komplett neuer Weg bei der Arbeit, der erst durch Neubauten entstand – ich glaube er heißt Quartiersweg
    • Ein baustellenermöglichter Blick auf die komplette Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule

    31041 bis 63811

    Ein Jahr staatliche Fernuniversität kostet übrigens weniger als eine zweitägige Schulung zum Leiterbeauftragten.

    Ich meldete mich zurück. Nach dem Seminarsemester WS 24/25 und dem Bachelorarbeitssemester SoSe25 versuche ich, mir etwas Entspannung zu verschaffen. Nur „normale“ Module, auch da nur Module für insgesamt 25 ECTS und, soweit ich beurteilen kann nichts übermäßig aufwendiges.

    • Ich wiederhol-belegte die beiden normalen Module aus diesem Semester (31041 Mikroökonomik und Modul 31831 Knowledge Management). Weil ich dieses Semester ja vor allem die Bachelorarbeit schreibe, werden die beiden Klausuren dort absehbar Knirsch und Krach. Es ist im Rahmen des Möglichen, dass sie zu sehr knirschen, ich durchfalle und wiederholen. Nach Plan ist diese Rückmeldung natürlich rein formal, weil ich den Schein schon habe.
    • Eigentlich gehe ich ja davon aus, dass ich lauter neue Module belegen darf:
    • Modul 32281 Digitale Diversität, mein erstes Modul, das offiziell als Mastermodul ausgeschrieben ist. Ich habe mich entschieden. Der Lehrstuhl BIGSI (Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme) ist der letzte Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl, bei dem ich noch kein Modul belegt habe. Am Ende ist meine Präsenz-Uni-Magsiterzeit länger her, und im Zweifel lasse ich mir auch von BWL-Lehrstühlen etwas über den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Debatte. Außerdem könnte das Modul genau mein richtiges Level an vorhandener Vorkenntnis plus innerer Reibung haben, um leicht unbequem zu sein und mich aufzuwecken.
    • Modul 63811 Einführung in die imperative Programmierung. Wird nur für den eventuellen Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung oder Informatik benötigt – da aber natürlich zwingend. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.
    • Modul 63113 Datenstrukturen und Algorithmen. Eines der wenigen Module, die ich mir gleichzeitig auf den Master Wirtschaftsinformatik und das Bachelorduo anrechnen lassen könnte. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.

    WordPress / Bell Labs

    Würde ich nicht so drastisch sagen, aber inhaltlich denke ich ähnliches: Immer dieses WordPress Bashing.

    Why Bell Labs worked so well, and could innovate so much, while today’s innovation, in spite of the huge private funding, goes in hype-and-fizzle cycles that leave relatively little behind