Schlagwort: Frost

  • 25-10-21 Geschmolzene Schokolade, gekochte Cosmeen

    25-10-21 Geschmolzene Schokolade, gekochte Cosmeen

    Das Katzenstreuwrack parkte um. Es steht jetzt nicht mehr direkt unter dem Halteverbotsschild im Hinterhof. Das Wrack trägt jetzt ein Schild mit Sperrmüll-Hinweis. Der desolate Audi verschwand ganz. Die IKEA-Karton-Belagerung des Papiercontainers dauert weiter an.

    In einer anderen Angelegenheit besiegte TL VM erfolgreich IKEA.

    Bei Gemüslis steht das große Kimchi-Making an. Dort in der Prignitz spüren sie die Jahreszeiten noch mehr als hier: Es friert wie Bolle, der Herbst blinkt gülden, die Pilze ploppen seit Wochen aus dem Boden und wir stehen mittendrin. Im Hintergrund rauscht konstant der Dörrofen, die Pferde schmeißen sich in ihr Winterkleid. Nachts klirrt die Luft beinahe und es dunkelt so früh, dass unser Schlaf regelmäßig um einige Stunden bereichert wird.

    Dunkel und kalt war es auch in den märkischen Hamptons. Aber wir konnten Radio hören. Im Deutschlandfunk-Gottesdienst lief der Wolf-Biermann-Klassiker Ermutigung:

    Du, lass dich nicht erschrecken
    In dieser Schreckenszeit
    Das woll’n sie doch bezwecken
    Dass wir die Waffen strecken
    Schon vor dem großen Streit

    Sofort muss ich an die No-Kings-Demos in den USA denken.

    Später dann ein Interview mit Julia Klöckner. Während ich gerade denke „Mein Gott, ist die doof“, erwähnt der Moderator „Sie sind Person Nr. 2 im Staat nach dem Bundespräsidenten“.

    Es war ein latifundaler Sonntag und ein arbeitsreicher Montag.

    Arbeit: Spontan sagten wir ein geplantes Zweistundenmeeting ab und wussten danach immer noch nicht wo uns der Kopf steht. Immerhin ist Großprojekt 1 langsam in dem Stadium in dem wir Reste zusammenkehren und die letzten Säumigen aufspüren, Großprojekt 2 feierte Richtfest.

    Es begann mit meiner Frage „Was machen wir eigentlich, wenn.. ?“ Dann folgten zehn Monate der Überlegungen, Konzeptionierungen, Diskussionen, Pretest, Tests, internen Verwerfungen, Tests warum die Tests nicht klappten, Gremienslalom, Produktivtests, Betreuung der Produktivtester*innen, Videoclipproduktion und Montag um 17:30h drückte die karibische Schweizerin auf den Startknopf. Darauf ein Mineralwasser mit extra viel Sprudel.

    Endlich wieder frieren

    Ich nahm meine Jahreslektüre wieder auf, Aleks Scholz Badetagebuch, in dem er seine Badeausflüge in die schottische Nordsee schildert. Der Oktober war wildbewegt, emotional, im Wasser und in der Luft. Das Geheimnis im bewegten Meer ist es, keinen festen Punkt anzusteuern sondern eine bestimmte Richtung zu verfolgen. Der Oktober lässt sich in zwei Sätzen charakterisieren. „Der Zweitbeste Monat zum Schwimmen“ und „Endlich wieder frieren.“

    Gefroren haben wir auch, ganz ohne Wasser. Es reichte, über Nacht nicht zu heizen und am Morgen den Reifüberzug über dem Garten zu sehen. Das bibbernde Aufstehen war belohnt durch einen traumhaften Anblick aus der Terrassentür.

    (Etwas weiter nördlich campte die karibische Schweizerin an der Ostsee. On the bad side: Nicht wieder. On the good side, sie weiß dies noch nicht zu würdigen, wer ohne Heizung bei Minus 2 Grad schläft, hat für Jahrzehnte etwas zum Erzählen.)

    Die Cosmeen waren über Nacht vom Frost gekocht worden. Alle anderen Pflanzen hatten die Temperaturen tadellos überstanden. Die Astern schwelgen in Farben, die eine Hälfte der Rosen schwelgt in Hagebutten, die anderen bringt immer noch Knospen hervor. Ein einsames Tagpfauenauge zog den Tag über den Kreise niedrig über dem Garten.

    Höher zogen Kraniche, Gänse und Enten.

    Groß-O, klein-o und Omega

    Da die Woche zu voll war und es draußen ja kalt war, und wir den Ofen zum Brennen gebracht hatten, gab es viele gute Gründe den Bungalow nicht zu verlassen.

    Außerdem hatte ich so einen guten Grund, mich weiter in die Datenstrukturen und Algorithmen zu vertiefen. Eine zweite Runde Big-O, klein-o, Omega und andere Komplexitätsverfahren. Groß-O gibt an wie lange ein spezifischer Algorithmus im schlechtesten Fall braucht (größergleich), klein-o ist fast dasselbe, aber nur größer, kein größergleich. Omega gibt an, wieviel Zeit ein bestimmtes Problem mindestens zu seiner Lösung benötigt (kleinergleich). Ziel ist es natürlich, dass die Zeit die ein spezischer Algorithmus braucht, nicht größer ist als die Mindestzeit, die zur abstrakten Problemlösung erforderlich ist. Dann ist der Algorithmus optimal.

    Die ersten Anwendern folgten, Vieles zu Zeigern und Werten unter besonderem Bezuf auf Java.

    Bei den ganzen Os musste ich mal wieder nur Formeln aufschreiben, ein bißchen daran rummalen, und plötzlich machte es Pling! So war das also gemeint. Für das (Informatik-)leben gelernt. Das trug zu meiner Modulentspannung bei. Auch zu meiner Entspannung bei trug die Sichtung der weiteren Modulteile.

    Nach dem wirklichen steilen Lernanstieg des Kursteil 1 scheint die Lernkurve danach abzuflachen. Nachdem Teil 1 quasi einen Crashkurs in Formalen und Methodik bringt, geht es in den weiteren Teilen vor allem darum, diese in verschiedenen Szenarien anzuwenden. Das ist weiterhin nicht ohne – aber natürlich versteht sich eine Methodik besser wenn man diese in verschiedenen Varianten anwendet als wenn mensch andauernd neue Methodik lernt.

    Nach dem Os und den Zeigen folgen jetzt Listen und ihre Sonderformen namens Stack und Queue.

    Ja, Zucker auch

    Manchmal ist unser Team gar nicht nerdig, manchmal schon. Bei der kompletten Ignorierung von Geburts- und Jahrestagen beispielsweise. Über Jahre wurden diese komplett ignoriert – jetzt stehen sie immerhin im Kalender und das Geburtstagskind kann mit Glück hoffen, vom halben Team einen halben Glückwunsch einzusammeln. Feiern können wir.

    Mir offenbart dies aber die Möglichkeit: Wenn ich Kuchen machen will, kann ich, wenn ich nicht, kann ich das Thema auch ignorieren. Und im Zweifel kann ich mich mit dem Kuchen auch drei Wochen verspäten und es wird immer noch ein Event.

    Ich hatte Lust. Zumal es um Sachertorte ging, bei der das Rezept im Wesentlichen daraus besteht, Schokolade zu schmelzen und dann Butter in der warmen Schokolade aufzulösen. Das ist ästhetisch ebenso erfreulich wie im Nachhinein schmackhaft.

    Ich löste also Schokoladenbutter auf, schlug Eiweiß und -Gelb, buk, löste mehr Schokoladenbutter auf und verstrich.

    Warum machen wir das nicht öfter?

    Guns und Embroidery

    The fuq: Ohio man charged after brandishing gun at New York City Wikipedia conference

    Der Zenbrowser ignoriert ein Usabilitygesetz und ist deswegen (für einige) unbenutzbar

    Meine Rede seit 1988 als ich anfing über meinen Privatfernsehkonsum zu reflektieren – nur kurz unterbrochen von den frühen Jahren des Internets, das aus technischen Gründen textlastig war: Da aber immer weniger vorgelesen und gelesen und immer mehr gescrollt und gewischt wird, steuern wir schnurgerade auf ein Zeitalter des Illiteratismus zu, in dem Lesekompetenzen so gering sind, dass zwar wenige kurze Sätze gelesen werden können, , längere Texte aber nicht mehr: 1000 Worte sagen mehr als ein Bild

    Herr Mess schimpft über ein Office-Update und – gerade angesichts der erwähnten Großprojekte oben – denke ich natürlich sofort „wie hättest Du das gemacht?“ – Antwort: Auf jeden Fall in Wellen, niemals alle gleichzeitig.

    Durch’s Kinoprogramm gescrollt, was mit Jane Austen gelesen, beschlossen, dass ich mir das bei Gelegenheit näher anschauen muss. Und schon kam die Gelegenheit ganz von selbst in den RSS-Reader: Jane Austen und das Chaos in meinem Leben

    Messy Nessy im Stick-Kosmos: 13 Things I Found on the Internet Today fast nur zum Thema Embroidery.

  • 24-12-03 Wegen Warenannahme geschlossen

    24-12-03 Wegen Warenannahme geschlossen

    Blumen Osterberg am Innsbrucker Platz errichtet wieder einen Holzverschlag neben dem Verkaufscontainer. Vielleicht ist doch eine Rückkehr als vollwertiger Blumenladen geplant.

    Herausgefunden: Am Kröpcke in Hannover steht bis Silvester die größte Weihnachstpyramide der Welt; oder Europas; oder Hannovers. Auf jeden Fall groß.

    Ömis Gemüsedöner bietet „Döner für 5 Euro bis 31.12.“. Die Schlange davor entpuppte sich bei näherer Betrachtung dennoch als Wartende an der Bushaltestelle.

    Langsam scheint es sich unter den Interessierten herumzusprechen, dass im Bahnhof Südkreuz (Osthalle) ein Klavier steht. Das Niveau der Spielenden steigt. Bei einem heutigen Vorbeigang würde ich behaupten, einen richtig guten Spieler gehört zu haben.

    Bei der Kriminalbuchhandlung Hammett besorgte ich schwere Literatur; reflektierend darüber, dass Bücher damals um 2000 das Allererste war, was ich im Internet kaufte, sie sich inzwischen anschicken, neben Lebensmitteln das letzte zu werden, was ich nicht (mehr) im Internet kaufe. Zumindest solange Hammett oder andere tolle Buchhandlungen im Wohnort meiner Wahl existieren.

    Dialogisches Wundern, wer eigentlich diese ganzen 1.000.000-Euro-Kaufpreis für 90 Quadratmeter, wahlweise 4000-Euro-Miete-Wohnungen in Berlin mietet und kauft. So viele vermögende Menschen sind dann nicht in der Stadt – weder im Stadtbild, noch dort wo Statistiken sie finden könnten.

    Es soll Menschen geben, die jedes geschlossene Geschäft, jede nicht verfügbare Ware für Zeichen von Untergang und Niedergang nehmen. Nicht ich. Zivilisation funkioniert auch perfekt bei Öffnungszeiten zwischen 10 und 17 Uhr und selbst mit Mittagspause. Logistik ist ein ewiges Abenteuer und nichts auf der Welt ist unbegrenzt. Nicht einmal die Warenverfügbarkeit in der Großstadt. Aber kurios sind die Zeichen des Wandels schon.

    13 Uhr, beste Mittagspausenzeit, am ICE-Bahnhof Südkreuz. Ich passiere den seltsame dunklen Burger King, wundere mich, der wurde doch gerade erst renoviert. Näher herangetreten: „Wegen Warennahme geschlossen“.

    Weiter schwelge ich im Rausch der neugewonnen Nach-Seminarbeits-Zeitfreiheit, stürze mich mit Begeisterung in Beschäftigungen wie „Kabel aussortieren.“

    Bei der Briefkastenleerung am 3. Dezember umschwirrten mich zwei Stechmücken.

    Vorbei und zurück

    Auch die Fernuni rief wieder.

    Ich lernte Informationsmanagement – ich halte das Modul in diesem Semester für das leichteste Modul – dessen Klausur am ebenso am fernsten liegt. Der Plan ist es, in dieser Woche alle Kurseinheiten durchzubekommen und die zweiten Einsendeaufgaben zu absolvieren. Dann kann ich das Modul bis Anfang März komplett vergessen, mich anderen Sachen zuwenden, und ab März auf die informationsmanagement-Klausur lernen.

    Für das Sommersemester meldete ich mich an und rück. Neben der Bachelorarbeit (für die es einen separaten Prozess) gibt, die letzten beiden Module: Knowledge Management (in english – keinesfalls zu verwechseln mit Informationsmanagement dieses Semester) und Mikroökonomik.

    Auch bürokratisiert: Angemeldet für die beiden Klausuren für die es ab 1. Dezember möglich ist: Betriebliche Informationssysteme und Imperative Programmierung.

    Sourire d’Orchidee

    Die Latifundien im zauberhaften Zwischenstadium. Reif bedeckt auch am frühen Nachmittag noch Teile des Grases. An anderen Stellen blühen Rosen, die schönsten roten Blätter zeigen sich noch.

    Der Himmel verwöhnte uns mit schönsten Blau. Die Sonne deutete ihre Kraft an. Wir absolvierten die letzten Wintervorbereitungen. Das Getüm zog ins Haus, das Gummistiefelschaf in den Schuppen und der Gartengeräteakku in das frostgeschützte Bad.

    Die wurzelnackte Sourire d’Orchidee zog in die Erde vor der Pergola. Wir hielten uns brav an den Ratschlag nicht anzugießen und genossen die fluffig leichte und lockere Erde, wie sie nur alle paar Monate einmal vorkommt.

    Der Thymian hatte den Sommer über die Klappe in den Geheimuntergrund soweit überwuchert, dass sie nur schwerlich zu öffnen war.

    Einmal einatmen. die Augen schließen und den Blick über das Feld schweifen lassen – und Berlin ist unfassbar weit weg.

    FDP 2

    Diverser Hintergrund zu dem was in Syrien gerade passiert: SPECIAL: Syria — Nov 26-Dec 3, 2024 Wahrscheinlich lohnt es, vorher noch einen Blick in den Wikipedia-Artikel zum Krieg zu werfen, um die Ausgangslage zu verstehen. Was ich mitnahm: die Offensive kam nicht überraschend. Sowohl die Türkei wie auch Syrien wussten von den Vorbereitungen seit Monaten.

    Weniger komplex aber irgendwie auch verwirrend: das seltsame Gebaren der FDP. Frau Herzbruch schildert weiter was wir ansehen, wenn wir den Komplettunfall der Partei betrachten: Lindner ist noch immer Parteichef der FDP, vermutlich alternativlos, andererseits auch eine wirklich interessante Entscheidung.

    (Ich glaube übrigens auch dass die FDP eine komplett schmerzbefreite Kernklienten von etwa 4%-4,5% der Wählenden hat. Wenn nicht wirklich Desaströses für die Partei direkt vor der Wahl passiert, wird sie im nächsten Bundestag landen.)

    Mein Humor: Arne Uplegger (der Blogger) beantwortet typische Fragen an Arne Uplegger (den Eishockeyspieler).

    Dafür wurde das Internet geschaffen: der Java-Quellcode für ein HelloWorld als Heavy Metal Song: NANOWAR OF STEEL – HelloWorld.java (Source Code Video) | Napalm Records (dumeineGüte, sie können noch viel alberner)

    Nils Minkmar bewegend anrührend über die Einladung von Didier Eribon, Geoffroy de Lagasnerie und Édouard Louis in der französischen Botschaft in Berlin ein. Die drei Herren – hinreißend:

    Einmal ging es um das cineastische Werk von Ken Loach und den Gebrüdern Dardenne, um Vittorio de Sica und die Rezeption von Almodovar in Spanien. Kurz darauf referierte Édouard Louis über Heiner Müller und kannte sich wirklich gut aus. Sie sprangen über Epochen, Genres und Disziplinen wie übermütige Jungs über die Steine im Bach. Dann ging es um den Rotwein, der Louis suspekt vorkam.

    Aber auch der Event an sich:

    In zu vielen Ländern der Welt würden erbitterte Gegner des Präsidenten wie Éribon, Louis und de Lagasnerie verfolgt, sogar inhaftiert. In Berlin und Paris lädt man sie zu einem festlichen, offiziellen Dîner ein und der Botschafter hält eine herzliche, kenntnisreiche Lobrede. Das ist der Westen.

  • 24-11-09 Hotel L’Amour um halb acht, Mettbrötchen um halb neun

    24-11-09 Hotel L’Amour um halb acht, Mettbrötchen um halb neun

    In den Südkreuz Offices wurden Blindenleitmarkierungen angebracht.

    Madame nahm ICE804 Südkreuz->Hamburg Hauptbahnhof.

    Ich nahm 45 Minuten Autobahnstau, den ein verunfallter Tuning-Audi und ein Taxi verursacht hatten.

    Vieles, was ich über politische Taktik weiß, lernte ich durch Lenin. Und beschloss dann, es niemals anzuwenden. Denn es ist böse. Sarah Wagenknecht hat weniger Skrupel. Die hat ihren Lenin gelesen und verinnerlicht.

    Mich konsternieren meine amerikanischen Mastodon-Followings. Die Deutschen sind Trump-geschockt, sie ringen um Atem. Die Amerikaner brechen in wüste Beschimpfungen untereinander aus, wer Schuld ist. Dabei läuft die häufigsten Argumentation so, dass jemand sein Lieblings-Miniaturthema hervorholt und insistiert, die demokratische Kampagne habe genau diesem Thema zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ich hoffe, das ist kein Vorzeichen.

    Dieser Blogpost brachte mich dazu, Deutsch der fünften/sechsten Klasse zu wiederholen: Groß- und Kleinschreibung von Zeitangaben

    Seit einer Woche kein Baustellenlärm vom Dachboden mehr, ich beginne nervös zu werden und hoffe, dieser Bauarbeitertrupp hält durch bis das Dach wieder da ist.

    Es gibt auch erfreuliche Haushaltsnachrichten: Wir haben diesen Monat Internet Service Provider und Router gewechselt. Ich sah längere Bastelarbeiten in der Folge auf uns zukommen. Aber am Ende waren beide Wechsel eine Sache von Minuten.

    Dabei auch mal an einem Morgen alle Wlans der Umgebung ausgecheckt. Neben drei O2-Wlans und drei Magenta Wlans finden sich auch zwölf Vodafones und zwölf Fritzboxen von 6660 (4mal) bis 7590 (einmal).

    Überraschend: das Büro-Wlan von zwei Häuser weiter.

    Noch lebt auch der Brauch der persönlichen Wlan-Benennung. HaraldJuhnke existiert schon seit Jahren. Erstmals sah ich Flaminguin_2, Requiem 2008, ichbingeil und itsanpiratenet. Wirklich neugierig bin ich allerdings wohin Hotel L’Amour gehört,

    Die Kollegen beschlossen in meiner Abwesenheit, dass Freitag Mettbrötchentag sein wird. Und so begrüßte mich ein Teller mit 10 Mettbrötchen als ich ins Büro kam. Selbstgeschmiert vom Backend-Admin. Ich bin gespannt, ob sich das hält.

    Kraniche überm Edeka

    Über dem Supermarktplatz die Kraniche. Nettigkeiten der mittelmärkischen Hamptons: Vom Supermarktparkplatz aus bot sich der Sicht über umnebelte Felder, an deren Ende ein Sonnenuntergang, über den Feldern ein Trupp Kraniche.

    Ich aber war zu prosaischen Zwecken dort: Pfandflaschen einlösen. Zwei Automaten, einer von einem freundlichen Mensch besetzt, der andere außer Betrieb. „Bruder, der geht nicht.“

    Ich aber beschloss die Geheimwaffe des IT-Supports anzuwenden „Lese die Fehlermeldung“. Und diese teilte mir mit, dass ein Gebinde die Maschine blockiert. Ans Gebinde kam ich ran, zog es heraus, der Automatik piepte zweimal und nahm meine Flaschen. It’s magic!

    Während Madame eine feministische Schreibwerkstatt leitete, begab ich mich auf die Latifundien: weitere Wintervorbereitungen durchführen und vor allem tief durchatmen. Nebelverhangene Landschaft, teils die Pflanzen schon im Wintermodus, teils noch Knospen und Blüten an den Blumen.

    Falls ich einst eine Szenerie für das Setting „märchenartiger Herbst“ suche, werde ich versuchen, dieses Bild in meinem inneren wiederzuerschaffen.

    Weniger märchenhaft war: Rest der Wiese abmähen, Getränkekisten frostsicher umlagern, letzte Außenmöbel umziehen, zu den Tigerschnegeln hinabsteigen und die Woche über das Wasser abdrehen.

    Um den Rasenmäher zu betanken, schraubte ich den Stutzen an den Benzinkanister. Und während ich so zwei Leitungsteile schraubte, dachte alles in mir „Boah, ey, Nein! Ich hab diese Woche echt genug Rohrteile auseinander und wieder zusammen geschraubt.“

    Es glucksert das Rohrlein

    Denn es gibt noch die Rohrverstopfung.

    Bei der kam wie es zu befürchten war:

    Unsere Sanitärfirma sagt „Problem liegt im Hausrohr. Kommen wir nicht ran, Muss die Hausverwaltung machen.“

    Hausverwaltung sagt: „Im Hausrohr ist alles super. Da ist nichts zu tun.“

    Ich sag „WTF. Ich würde gerne abwaschen ohne mir Gedanken um das Abwassermanagement machen zu müssen.“

    Derweil sind die Rohre in der Wohnung gespült genug, dass sich jeglich Flüssigkeit immerhin in diesen Rohren verteilen kann, und damit nicht im Geschirrspüler, auf dem Küchenboden oder anderen Orten landet, bevor sie dann rinnsalweise durch die nicht vorhandene Verstopfung tröpfelt.

    Andererseits ist natürlich komplett klar, was passieren wird, wenn wir dauernd stehendes Wasser in den Rohren haben: Schwebstoffe sinken zu Boden und bilden neue Verstopfungen. Abgesehen davon, dass der Hauptpropfen zwischen uns und Hausleitung alle Verunreinigungen abfängt und abaut und wächst.

    Contenance, eine knappe Ressource

    Wiedersehen mit Bishkek.

    Ilka macht Kimchi und ich werde das Rezept bei Gelegenheit auch testen: Der Trend geht zum Zweitstein.

    Ein Versuch, Volker Wissing zu verstehen (von 2022): Bekennender Christ, der den Konsum verurteilt – und gleichzeitig Verkehrsminister für die FDP. Wie macht Volker Wissing das? 

    Frau Herzbruch ist geschockt:

    Es ist ja auch verrückt: Harris hat alles richtig gemacht, Trump hat alles falsch gemacht. Und das sage ich mit breiter Brust. Ich habe die letzten 100 Tage sehr genau verfolgt, und wenn man einfach nur guckt, was die Beiden gemacht haben, dann kann es faktisch keine Frage geben, wer gewinnt. They’re eating the dogs ist vielleicht das, was am stärksten durchgedrungen ist, aber ich möchte behaupten, dass das noch lange nicht das Dümmste war, was Trump in den letzten Wochen gemacht hat. Im Kontrast mit Harris, die – und das sage ich auch mit breiter Brust – eine wirklich glanzvolle Kampagne durchgeführt hat. Ich habe mir alles angeguckt, alle Ads, viele Auftritte, den gesamten Shebang, weil ich dachte, dass ich davon lernen kann. Am Ende bleibt übrig, dass ich jetzt wieder einmal gesehen habe, dass man alles richtig machen kann, am Ende erreicht man aber die Leute nicht, die hinterher wählen.

    Allgemeines Stimmungsbild: worst day im job ever oder auch letzte Jeans mitgenommen .. Die Reparatur des Autos kostet einen vierstelligen Betrag .. Die Handerwerker – was rege ich mich darüber eigentlich noch auf oder direkt nach dem Home-Office, das ich nur mit knapper Not gegen 13 Uhr nicht an die Wand werfe. Es war insgesamt eher nicht meine Woche, um es bündig zusammenzufassen, und hanseatische Contenance ist gerade eine knappe Ressource.

    Möge das große Capybara mit Euch sein.