Schlagwort: Heckenschere

  • 26-03-21 Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche

    26-03-21 Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche

    Diversität umfasst objektive und subjektive Merkmale, in welchen sich Menschen unterschiedlicher sozialer Gruppen unterscheiden.

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    Ein PIN-Post-Paketbote brachte 10 Kilo Wolkenberg.

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    Positiver Nebeneffekt der Digitale-Diversitäts-Klausur: Ich bestellte den Kalender der Vielfalt für’s Büro. Ich kenne mindestens eine Person, die das richtig gut finden wird und eine, die es ziemlich fragwürdig finden wird. Bei Beiden ist es richtig, den Kalender aufzuhängen.

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    Der zweite Baumstrauch vor dem Wilmersdorfer Wohnzimmerfenster beginnt zu knospen. Madame vermutet eine Kirsche.

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    Auf unserem Parkplatz-Garten entstanden Familienfotos in Festkleidung vor den blühenden Forsythien. Nach einiger Zeit gelingt mit der Gedankensprung: „Zuckerfest.“

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    Ein Kollege sagte mir, er zähle die Tage bis die Freibäder wieder öffnen und er wieder an der frischen Luft arbeiten können. Auf meinen Versuch, interessiert zu wirken, indem ich fragte „Wie viele sind es noch“ kam aber nur ein „Öh.“

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    Es war ein Bildungsurlaubstag mit Klausur und Wohnungseinweihungsfestivität und ein Subbotniksamstag.

    Bordieu auch, natürlich

    Ich fand mich sehr im Jahre 2026 lebend, als ich per Uber Eats ein USB-Kabel bestellte, damit ich meine Online-Klausur „Diversität“ schreiben kann. Denn nicht nur fiel mir in letzter Minute auf, dass ich seit der letzten Online-Klausur umgezogen war – vor allem fiel mir auf, dass das von der Fernuni gewünschte Setup – mit einer Webcam schräg seitlich auf mich und den Schreibtisch mit Monitor – in der neuen Aufstellung von Rechner, USB-Anschluss und Wand mit dem alten kurzen Kabel nicht mehr funktionierte.

    Und weil ich nicht noch ein bis zwei Stunden damit verdödeln wollte, mir ein entsprechendes Geschäft zu suchen und nach dem entsprechenden Kabel zu fanden, bestellte ich online und der Essens-Lieferdienst brachte zwanzig Minuten später drei Meter USB vorbei.

    Ich lernte noch einmal die grundlegendste aller Definitionen zu Diversität. Ich rekapitulierte, dass das Modell der Charta der Vielfalt auf Gardenswartz and Rowe (2003) zurückgeht und ich versuchte, Grafiken auswendig zu lernen.

    Bei der Klausur merkte ich schon, dass ich Thema prinzipiell kenne, aber auch prinzipiell übersichtlich viel gelernt hatte. Ich wusste an entscheidender Stelle noch, dass es ein Verhalten von der Verhaltensabsicht abhängt, und diese höher ist, wenn das soziale Umfeld das Verhalten befürwortet. Aber ob es in diesem konkreten Modell nun die „soziale Norm“, der „soziale Standard“ oder die „soziale Erwartung“ war – keine Ahnung.

    Und ach, Axel Honneth hat etwas zu Akzeptanzdimensionen gemacht? Kam das echt im Modul dran?

    Also ich werde nicht glänzend gewesen sein. Aber ich denke schon, dass die Klausur nett gestellt war, ich das Thema an sich durchdrungen hatte und vermute auch, dass nett korrigiert werden wird.

    Das wird.

    Bunte amerikanische Messbehälter für Cup-Maße sind ein gutes improvisiertes Kinderspielzeug

    Und nach der Klausur wurde es Zeit, die drei Meter USB-Kabel wieder einzusammeln, den zweiten Monitor wieder vom Gästebett zu bergen und all den anderen Krempel zurückzustellen, den ich aus der Schreibtischnähe geräumt hatte, um ja nicht den Anschein zu erwecken, schummeln zu wollen.

    Denn kaum hatte ich das Klausur-Meeting verlassen, machten sich die ersten Partygäste auf den Weg. Wir hatten zum Umzugs-Einweihungs-Open-Flat geladen „Kommt irgendwann vorbei nach 16 Uhr, drop in, tune in, drop out, Schokokuchen, Brezeln und Gin Tonic gibt es auch.“

    Es kam eine wilde Mischung von Menschen, die sich erfreulich gut ergänzten, anscheinend auch gut miteinander auskamen, und immer wenn ich mal in eine Gespräch hineinhörte, klang es spannend.

    Es begann um 16 Uhr mit einem Ex-Aikido-Lehrer-Rettungsschwimmer mit Informatikstudium. Zwischendurch klagte eine NGO-Lobbyistin über die jungen CDU-Schnösel, die noch nie etwas im Leben erlebt haben aber so altklug sind, dass sie es gar nicht erst nötig haben anderen zuzuhören und es endete um 23 Uhr damit, dass Madame und die Alt-Ostberliner-Künstlerin sich an gemeinsame Meerestier-Töpfer-Erfahrungen erinnerten.

    Was ungewöhnlich aber schön war: immer wieder kamen in ihrer Pause direkt vom Dienst Rettungsschwimmer und Fachkräfte in Uniform und Badeschlappen, nahmen etwas Kuchen, unterhielten sich kurz, und die jüngste Partygästin bekam auch eine kurze Führung durch die Schwimmhalle.

    Verschiedene Käse, Brot, veganer Schmalz und Gebäck auf Buffet.

    Mit letzter Kraft zur Kaffeegartenrunde

    Der Rasenmähertraktor sah aus wie ein Go-Cart

    Nach der Party blieb Kuchen. Aber wir hatten Abnehmer*innen: denn mühsam quälten wir uns aus dem Bett, um Samstag um 10 Uhr auf den Märkischen Latifundien zum Vereinssubbotnik anzutreten. Der Rest-Kuchen war ein guter Beitrag zum Buffet.

    Es wurden Lampen geputzt, Geräte repariert und der Häcksler gefüttert. Wie jedes Jahr gab es die Diskussion „soll das Laub wirklich von der Rasenfläche gerecht werden, die als Vereinsparkplatz dient?“, die wie jedes Jahr mit dem Beschluss endete „Ja, denn es ist Eichenlaub, das ist schwierig.“ Dieses Jahr ergänzt um: „Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche.“

    Madame und EnergyD übten für ihren Stihl-Werbespot: Zwei Frauen mit Elektro-Heckenscheren im Kampf gegen das Schlehe-, Wildrosen- und Brombeerdickicht am Übergang von der Ausgleichsfläche zum benachbarten Acker. Jede Baumarkt-Werbeabteilug wäre begeistert gewesen von ihrem Anblick.

    Abends: Erschöpfungs-Pizza

    Madame entdeckte eine erste aufgeblühte Forsythien-Blüte auch in unserem Garten und beschloss, dass sie endlich die Rosen schneiden darf.

    Diesmal wählte sie den Ettenbühl-Schnitt (auf eine Höhe einige, alles darüber weg, und wirklich jeden einzelnen Ast anschneiden) nicht ihren sonst üblichen („Altes Holz unten kürzen, neues weitgehend lassen“).

    Im Beet: Zwei blühende Schachbrettblumen. Wie kamen sie dorthin? Niemand weiß es. Woher das erste aufgeblühte Lungenkraut kommt, wissen wir immerhin, freuen uns aber auch darüber sehr.

    Im Nachbargarten: Zwei Amseln. Die ersten seit Jahren. Eine gute Nachricht. In unserem Garten: Rotkehlchen, Bachstelze und Hummelköniginnen. Solitärwespen und eine Holzbiene suchten nach Löchern im Holz, um dort ein Gelege zu errichten.

    Im Ohr: Duo-Elektro-Heckenscheren von Ostnachbar und vom Westnachbar. Nachbar West operierte kosmetisch den Liguster an der Grenze zu uns.

    Meine Freundin, die Frühjahrsmüdigkeit

    Meine Freundin, der Lacklaborant

    Es ist faszinierend. Perry Rhodan hat mich komplett nie interessiert. Sobald Herr Rau darüber schreibt, demke ich „Ach, spannend“: Perry Rhodan 150 bis 179 Da kann ich dann gleich weitermachen: E.T.A. Hoffmann hat mich immerhin interessiert, aber ich bin mit seinem Stil nicht zurecht gekommen. Vielleicht sollte es nochmal probieren: E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels

    Christiane hat angebadet: Im März am Meer oder auch im März IM Meer.

    Ja – mich. Es gibt ihn noch: Den User, der Telefon und PC per Kabel sychronisiert

    Originell fand ich aber den Gedanken, dass der Begriff und das Gedankenkonstrukt nicht in allen Sprachen und Kulturen vorkommen, nicht einmal bei unseren direkten Nachbarn. Die Frühjahrsmüdigkeit ist am Ende wissenschaftlich nicht haltbar, aber doch eine deutsche Tradition und damit auch ein deutscher Wert. Die Frühjahrsmüdigkeit (man muss sich das Wort in Fraktur geschrieben und im Wochenschautonfall gesprochen vorstellen) ist daher selbstverständlich auch von den Menschen einzufordern, die hier einwandern.

  • 25-11-08 Quick Commerce und ein Tiroler Apfelkuchen

    25-11-08 Quick Commerce und ein Tiroler Apfelkuchen

    Die erste gute Nachricht: der Strich auf dem Test wird heller. Die zweite gute Nachricht: die innerwohnungliche Quarantäne ist beendet.

    Aus der Kombination der beiden Nachrichten (Quarantäne beendet, aber Strich noch da), lässt sich die schlechte Nachricht deduzieren: Es hat auch Madame erwischt.

    Unserer Schätzung nach passierte es am Montag als ich erst noch gar nicht wusste, dass ich krank bin, und dann nichts von COVID-19 ahnte.

    Es waren drei Tage der COVID-19.

    Jetzt also sofiert Madame. Ich aber fühle mich fit wie die ganze Woche nicht, habe freiwillig mehrfach eine kleine Leiter bestiegen und ein 20-Kilo-Paket erst vier Stockwerke hoch und dann wieder herunter getragen.

    Spannend, dass der Controllstreifen je dunkler ist, je heller der coronaTeststreifen ist.

    Grünspecht und Eichelhäher

    Langsam bin ich wieder diesseits meiner eigenen Gedanken, und möchte für das Protokoll vom letzten Sonntag vermerken:

    • Die neuen Narzissen sind gesetzt: unter Küchen- und Schlafzimmerfenster, am alten Grillplatz und neben dem großen Gartenvulkan. Also im Wesentlichen einmal um den Bungalow herum.
    • Madame schnitt Hecke auf dem Gemeinschaftsgrundstück und – am Wichtigsten – wurde dabei von mehreren relevanten Nachbarn gesehen, hat sich zur Erinnerungsförderung auch mit diesen unterhalten.
    • Wir nahmen uns vor, nächstes Jahr endlich den Schuppen mit einer Stufe vor der Tür und mit Strom zu versorgen; noch nicht ganz entschieden ist, ob für alle Fälle eine Wallbox hinzu kommen soll. Noch fahren wir mit Autogas und Benzin (und der Subaru möge noch ein paar Jahre durchhalten), aber ein Ende des Verbrennungsmotors ist hier absehbar.
    • Fast hätten wir uns nicht in den Garten getraut. Denn die ganze Zeit hüpften Grünspecht und Eichelhäher durch den Garten – die wollten wir natürlich nicht verscheuchen.

    Fahrradträger und enge Durchfahrt

    Letzter externer Sozialkontakt bevor ich daniedersank: eine tschechische Familie, die anscheinend zur neu gebauten Dachboden-Ausbau-Wohnung im Hinterhaus wollte. Ich frage mich, ob als Gast oder als Besitzer? Denn so in klassischer vier-Personen-Familienaufstellung mit frische geputztem Mittelklasseauto und darauf frisch geputzte Fahrräder, sie alle in glänzender Funktionskleidung – ich glaube nicht, dass ich in diesem Haus je Menschen sah, die so derartige mein-Habitat-ist-nicht-die-Großstadt-Vibes verströmten wie diese.

    Ist es möglich, Bücherregale dreireihig zu stellen?

    Angesichts des baldigen Umzugs versuchen wir Zeug loszuwerden. Die neue Wohnung ist in vielerlei Hinsicht ein Traum, und sie sparkt jede Menge Joy. Aber sie ist auch 12 Quadratmeter kleiner als unser jetzt schon vollgestopftes Domizil.

    Wenn ich richtig zähle, dürften die ersten fünf bis sechs Meter Buch die Wohnung verlassen haben. Ich fing an, die erste Tasche mit nicht-dringend-gemochten-CDs zu packen und eine seit Jahren nicht verwendete Ersatzsportmatte verließ die Wohnung. Das Stehpult ist noch da, aber nur weil die Übergabe am Virus scheiterte.

    Noch sucht der silber-blaue Sessel ein neues Heim; und vermutlich weitere zehn Meter Buch, sowie anderer Kleinkram. Ich überlege, einen Zu-verschenken-Verteiler aufzubauen.

    Größer Posten: Das Bett. Das mögen wir eigentlich. Aber es ist ein paar kritische Zentimeter zu groß für das neue Schlafzimmer, ist zudem 17 Jahre alt, von IKEA, und wurde auch schon einmal geflickt. Aber jetzt ein neues Bett kaufen als Ersatz für Eines, das wir beide mögen?

    Naja, ein paar Tage Krankenlager ersparten uns die Entscheidung. Halb brach es, halb sank ich dahin. Offenbar hat es genau rechtzeitig zum Umzug seine natürliche Lebensdauer erreicht. Noch besser wäre es gewesen, es hätte diese Entscheidung nicht nachts um 1 getroffen, während ich das Zimmer eigentlich nicht verlassen sollte.

    Der improvisierte Schlafplatzumbau funktionierte auch Nachts. Am nächsten Tag war Madame in der Hafenstadt, so dass ich ein paar Stunden Zeit zur ordnungsgemäßen Demontage und Verräumung hatte.

    Bestellen

    Zum Glück ist Ereignis ein paar Tage her. Nichts läge mir derzeit ferner als fiebrig im Bett zu wälzen. Das Abenteuer wartet. Und da meine Abenteuer ja immer noch unter Vermeidung phyischer Nähe stattfinden sollte, wagte ich mich in die Welt der Lebensmittebringdienste.

    Versuch 1: Quick Commerce, aka Flink. Versprechen eine Lieferung von ihrem Angebot innerhalb einer kurzer Zeit. Und tatsächlich war es spannend, auf „bestellen“ zu drücken, einem Punkt auf der Berlin-Karte zu folgen, und kaum 20 Minute später waren neue Coronatests, Schokolade, Wurstaufschnitt und eine Überraschungs-„Rettertüte“ mit Tomaten, Birnen und Quaese in der Wohnung.

    Aber: Selbst mir fiel auf, dass das ganz schön teuer war angesichts der Einkäufe und die Auswahl begrenzt. Am Ende ist Quick Commerce halt so eine Art Liefer-Späti mit Späti-Preisen und -Angebot.

    Zweiter Versuch Knuspr: Das wollte sich eher an, wie eine Onlineversion der BioCompany mit lokalem Gemüse und Fleisch der Biomanufaktur Havelland. Dazu diverse Münchner Lokalerzeuger, tschechische Knödel, drollige Eigenmarken und Marks and Spencer Food. Fast hätte ich bestellt; aber die Lieferung war erst Montag möglich – da kann ich voraussichtlich schon wieder selber einkaufen.

    Selber backen

    Deshalb weiter im Programm, möglichst viele Vorräte vor dem Umzug aufzubrauchen: Diesmal Buchweizenmehl. Das Internet hatte mir vor ein paar Tagen schon einen (Süd)Tiroler Apfelkuchen mit Buchweizenmehl in verschiedenen Varianten in die Hände gelegt. Den gab es gleich zweimal, einmal prä-Coronatest und einmal jetzt und ich pickte mehr oder weniger blind dieses Rezept:

    Südtiroler Apfelkuchen mit Buchweizenmehl – kann empfehlen, die Nuss-Buchweizen-Mischung gegen Apfel, Zucker und Bitterorange funktioniert.

    Heute aber war ich neugierig. Wenn mir das Internet etwas als „traditionell“ für eine Gegend verkaufen will, beginnt mein Misstrauen. Leider sind solche Claims auch nur mit großem Aufwand recherchierbar. Also fragte ich den Haselanten.

    Aussage: Nein, ein Apfelkuchen mit Nüssen aus Buchweizenmehl ist in (Süd)Tirol nicht traditionell. Aber es gibt dort einen traditionellen Buchweizen-Nuss-Kuchen mit Apfel.1

    Hurra, der Haselant hat seinen sympathischen Spirit der Gaga-Aussagen wieder, den ChatGPT durch ChatGPT5 verloren hatte.

    Drehtür und Bahnhof

    Ich musste kurz grinsen: Neue Drehtür am Görlitzer Park gestohlen

    Da entdecke ich eine Gemeinsamkeit mit Frau Novemberregen und schon ist sie vorbei: [ich] bin sehr freudig aufgeregt über sehr viele Dinge, zunächst einmal die Übernachtung, ich wollte nämlich immer schonmal in einem Intercity-Hotel übernachten, nur hat es sich bisher noch nie ergeben. Bis heute!

    Passend dazu: Herr Buddenbohm nimmt mir die Worte aus dem Mund, was ich an Bahnhöfen liebe.

    Auch du, Athen: Gentrifizierung nennt man das.

    Nein, ich hätte nicht gedacht, dass ich meine Musiktipps je aus einem Blog names fadenspiel und fingerwerk bekommen würde. Aber hach, Soleil Blue ist einfach zum Dahinträumen und das Video schon sehr Frankreich.

    Endlich mal jemand, der den Zusammenhang zwischen Halloween und Allerseelen sieht:

    ich erinnere mich an die fotos von hell erleuchteten friedhöfen, kannte und kenne aber niemanden, der selber was angezündet hat, klar, wir waren alle knapp über 20 damals, da hatten wir noch keine toten, aber es war auch niemand auf diese art gläubig, […] Inzwischen trage ich meine toten so mit mir herum, sie sind teil des inneren panoptikums, denke sozusagen immer und nie an sie. […] ich mag den jetzigen umgang mit allerseelen lieber, die geister werden im lebendigen gefeiert, die toten und ihre gespenster in einer kindgerechten form, (Hotel Mama: ognissanti)

    Jetzt Dunkeltuten.

    Anmerkungen

    1. Die wahre Traditionstorte scheint aber die Schwarzplentene Torte mit Preiselbeeren zu sein. ↩︎
  • 25-02-09 Qobuz

    25-02-09 Qobuz

    Die Zahl der Schwimmbadbesucher im Mecklenburg-Vorpommern ist wieder auf dem Vor-Corona-Niveau.

    In Baden-Württemberg müssen Glasaale nicht ausgeschrieben werden. Die können die zuständigen Landesbehörden einfach beim Zoll abholen. Fischundfang.de berichtet ausführlich darüber, wie der Stuttgarter Zoll 170.000 Glasaale beschlagnahmte, die noch am selben Tag im Rhein landeten: Aal-Rettung erfolgreich:

    Bevor die Rettung der Aale durch Rückführung in ein geeignetes Gewässer erfolgen konnte, musste die erforderliche artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt werden, um den Tieren einen legalen Aufenthalt im Land zu bescheinigen.

    Madame fand im Internet eine Robbie-Williams-Doku. Darauf Luftaufnahmen vom Glastonbury-Festival: 88000 Besuchende und nie endende wollende Menschenmassen auf den Bildern. Oder anders gesagt: Halb so viele wie letzte Woche auf der Demo in Berlin und ein Drittel so viele wie diese Woche in München.1

    Montag wird die BVG wieder streiken, dafür ist das Fahrrad halbwegs entmaladiert. (Zumindest okay, der Fahrradmeister hat ja eh beschlossen, dass ich mir zum Frühjahr ein neues kaufen muss).

    Ab Dienstag läuft das Festival della Canzone Italiana (besser bekannt als Sanremo-Festival) über fünf Tage. Ich hoffe die RAI gönnt uns auch dieses Jahr einen Stream

    Seit zehn Jahren und zwei Arbeitsstellen radle ich auf dem Arbeitsweg am Werdauer Weg vorbei. Dieser liegt inmitten eines Autobahnkreuzes und führt im Wesentlichen zu einem Schrottplatz und einem Baumaterialgroßhandel. Einst stand an der Kreuzung zum Sachsendamm ein Bordell. Dies wurde abgerissen und durch ein Hotel ersetzt.

    Erst diese Woche lernte ich. Das Hotel – im Autobahnkreuz, an der Straße zum Schrottplatz – heißt „NIU Schöneberg Dwarf“ und steht unter dem Motto Gartenzwerg und Garten.

    Nachbar Omega brachts uns „das beste Tahini!“ aus Israel mit.

    Ein zweiter Versuch mit der Ninja Creami wurde unternommen. Vielleicht bekommen wir dieses mal ein Exemplar, das funktioniert.

    Der milde Winter zeigt sich. Soweit sichtbar noch keine Frostverluste auf den Latifundien, hingegen schon einiges an Blüten. Der Winter ist auch trockener als der letzte: Im Loch steht kein Grundwasser.

    Das Klausurlernen für die Betrieblichen Informationssysteme nimmt Fahrt auf. Ich sichtete die drei Musterklausuren des Lehrstuhls. Noch bin ich dabei vorsichtig: Es gibt keine Altklausuren und nur drei Muster – die möchte ich mir als Sparringspartner bis kurz vor knapp aufheben.

    Aber zumindest wollte ich ein Gefühl für die Art der Aufgabenstellung bekommen:

    • Es wird einige Aufgaben geben in der Form „Erläutern sie den Unterschied zwischen einem Planungs- und Dispositionssystem..“ Das wird auf Auswendiglernen hinauslaufen, denn ich bin sicher, er möchte dafür die Fachbegriffe hören, die er in seinen eigenen Definitionen verwendet.
    • Es wird eine Aufgabe geben: Zeichen sie ein Diagramm in UML oder EPK.. Da ich ja schon ein ganzes Modul Modellierung betrieblicher Informationssysteme hinter mir habe, konnte ich das zumindest schon mal in diesem Studium.
    • Vielleicht wird es eine Aufgabe geben: Schreiben sie Pseudocode für folgende Aufgabe… Das wird am herausfordernsten. Pseudocode bedeutet: kein lauffähiges Programm, sondern nur dessen wichtigste Elemente, damit ein Mensch versteht was der Code machen soll. Da verstehe ich anhand der kargen Beispiele immer noch nicht richtig, was der Lehrstuhl als wichtig empfindet. Aber das wird noch.

    Langsam freunde ich mich aber mit Modul und Thema an. Inzwischen finde ich es sogar inhaltlich interessant.

    0,022 > 0,004

    Ein nächster Schritt auf der Demiliardärisierung des Internets ist vollzogen und das Spotify-Abo gekündigt. Jetzt gibt es den französischer Streamer Qobuz. Neben dem Unwillen die Unbequemlichkeietn des Wechsels auf uns zu nehmen, bot Spotify halt auch Podcasts. Es war so schön einfach beides aus derselben Quellen zu bekommen. Aber no more.

    Der Wechsel war einfach. Konto anlegen, Playlists per Soundiiz übertragen und dann in der neuen Oberfläche zurechtfinden. Alles war ein überschaubarer Aufwand.

    Qobuz kostet etwas mehr als Spotify (13 Euro / Monat mstatt 10 Euro/Monat). Es bietet aber mindestens drei Vorteile:

    • Die Künstler*innen bekommen am meisten (Qobuz 0,022 $/Stream, Tidal 0,013$, Spotify 0,004$)
    • Die Soundqualität ist besser (mindestens CD, wenn besseres verfügbar ist auch das)
    • Merkte ich erst nach der Anmeldung: Die ganze Attitütde ist eine andere; eine die Musik und Musiker*innen wirklich ernst nimmt. Es lässt sich schwer festmachen, zeigt sich aber sowohl daran wie Musik beschrieben wird, auch an Auswahlen und Zusammenstellungen.

    Bisher also ein Win-Win, bei dem das ethischere Handeln auch persönlichen Gewinn bringt.

    Einziger Nachteil: Ich habe nicht die geringste Idee, wie sich das Wort Qobuz ausspricht.

    Koffer nächste Woche

    Als mir damals in den 1990ern der globalisierte Kapitalismus versprochen wurde, hat niemand dazu gesagt „Es wird in ganz Berlin nur noch eine Werkstatt für Koffer geben. Und wenn Du einen kaputten Koffer hast, musst du die fünf Stunden in der Woche abpassen, in der die Werkstatt offen hat. Und dann ein halbes Jahr auf den Koffer warten, weil sie so überlaufen ist. „

    Madames Koffer rief an: Er ist jetzt fertig. Wir rechneten kurz: Wenn die Kofferwerkstatt um 11 in Charlottenburg öffnet, und unser Gartengerätsfachgeschäft um 12 in Vehlefanz schließt, dann.. schaffen wir das nicht. Koffer ist verschoben.

    Denn hinter dem Heckenscheren-Erwerb steht eine echte Deadline: §39 des Gesetzes über Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege:

    Es ist verboten … Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden.

    Also muss die latifundale Ligusterhecke (des Nachbarn auch noch, der sie irgendwie nicht selber geschnitten bekommt) bis zum 28. Februar gestutzt werden, wofür es der Heckenschere bedarf, die erst erworben werden muss, wofür wir nach Vehlefanz müssen.. und naja, die Wochenenden sind knapp, jetzt oder nie.

    Das Fachgeschäft war wie man es sich wünscht: ausführliches Erklären und Testen am lebenden Objekt. Wir nahmen noch ein Glas Honig mit, das der geschäftseigene Schlosser imkert. Und der Kunde nach uns wurde gleich erkannt „Ach, da bist du ja wieder!“ und der Mitarbeiter instruiert „Der kommt einmal pro Jahr, braucht ein Teil für seinen John Deere und das kann man nur auf diesen verschlungenen Wegen bestellen..“

    Wir brachen um 11.30h zu den Latifundien auf. Im Gepäck ein Glas Honig und die Stihl HSA60. Seitdem sind Madames Arme wobbly.

    Problematisch unterwegs

    So schnell kann es gehen:

    Weil ich merkte das jetzt irgendwas nicht mit mir stimmt wollte ich mich in den kleinen Pausenraum zurückziehen. Ich stand vor dessen Türe und wusste nicht mehr wie diese auf geht. Keine Ahnung wie lange ich da stand die Türe anstarrend. Die Kollegin kam und meinte „Soll ich Dir aufmachen?“ und ich glotzte auf ihre Hand mit dem Schlüsselbund während sie öffnete. Wie in Zeitlupe sah ich ihren Schlüssel und dachte“,“ „Ich wusste doch irgendwie das ich den brauche, warum ist mir das nicht eingefallen?“

    Langanhaltend: Die Probleme der LKW-Fahrer2:

    Reaktion des Arbeitgebers: Versuche, den Anhänger gewaltsam zu entfernen.
    Einschüchterung durch eine litauische Schlägertruppe. Sperrung seiner Temporary Resident Card (TRC), um ihn in einen illegalen Status zu drängen und seine Abschiebung zu erzwingen. Seine Angst: Er schläft kaum noch, aus Angst, überfallen oder getötet zu werden.

    Beim Pubquiz mit den Crushes von vor 20 Jahren.

    Anmerkungen

    1. Das Wacken-Open-Air hat 85.000 Besucher. Wenn ihr davon Bilder seht, stellt Euch einfach doppelt so viele Menschen vor, dann habt ihr die Berliner Demo letzte Woche. ↩︎
    2. Nicht gegendert. Man kann sich aber mühelos vorstellen, dass die Gewalterfahrungen die Frauen abbekommen würde, deutlich größer wären. ↩︎