Schlagwort: Heizung

  • 26-02-21 Westberlinfahrten

    26-02-21 Westberlinfahrten

    Eine Parfümwolke umhüllte mich in der U-Bahn. Geschmacksrichtung: Kirschbonbon.

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    Das Knirschen von Streusplit begleitet meine Wege. Vor der Autowaschanlage bildete sich eine epische Schlange: 40 Autos? 50 Autos? Samstagvormittag und das Ende von Eis und Schnee kombinierten sich zur höchsten Autowaschanlagenbetreiberbeglückung.

    Endlich kann ich wieder lüften ohne die Wohnung sofort in einen Iglu zu verwandeln.

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    Paten-E liebt Spätzle.

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    An der Bushaltestelle erzählte eine junge Frau in hippiesker Aufmachung ihrer Freundin wie sie anlässlich einer Buchmesse das erste mal in einem Edel-Business-Hotel übernachtete: „Es war crazy aber auch inspirierend.“

    Im Eck-Edeka erzählte mir eine etwas ältere Frau im Brustton tiefer Überzeugung: „Was soll ich mit Wein? Ich brauch Bier!“

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    Kaum hatte ich Donnerstag geschrieben, dass meine Hilfsbereitschaft für den Monat aufgebraucht ist, bekam ich eine Mail von einem der fünf Menschen, die mich jederzeit wegen privaten IT-Problemen kontaktieren dürfen.

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    Das syrische Restaurant Planet Cuisine am Kleistpark bietet ein Ramadan-Menü mit Hauptgericht (2 Speisen nach Wahl), Ayran und Datteln. Das kommt auf die innere Liste.

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    Der steigende Zuzug von Inder*innen nach Berlin zeigt sich an der steigenden Zahl von Lebensmittelläden mit indischen Produkten. Eine begrüßenswerte Erscheinung.

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    Es kommt der Punkt im Arbeitsleben an dem ich mich frage „Können unsere Kassenrechner eigentlich Sound ausgeben?“

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    Am Südkreuz eröffnete Bäcker Dreißig by Wöllhaf. Der Moabiter schleppte mich in der Hoffnung auf Eröffnungsangebote hin. Aber es gab nichts besseres als „Sechs Brötchen für den Preis von fünf.“

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    Beim Kaptain fiel nachts um vier bei Minusgraden und starkem Ostwind die Heizung aus. Der örtliche Sänitär- und Heizungshandwerker verwies auf viele andere ausgefallene Heizungen und erklärte Unpässlichkeit.

    Zum Glück scheint beim Anderen, erfahrungsgemäß schwierigen, Heizungdienst mittlerweile ein Generationswechsel stattgefunden zu haben: der Sohn erwies sich als ungeahnt schnell, freundlich und verbindlich.

    Oh wie schön ist ein warmes Haus.

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    Es war ein Arbeitsfreitag und ein Gruschtelsamstag.

    Am 20. März findet die Klausur statt

    Langsam lerne ich etwas ernsthafter für die Digitale-Diversitäts-Klausur. Dabei lernte ich Neues gelernt: Nicht unbedingt inhaltlich im Kern, aber doch, dass dafür inzwischen feste etablierte Theorieanätze existieren:

    • Die IT-Identität (im Sinne von „Mein Dauergamen / meine Programmierkenntnisse / meine Teilnahme an der eSports-Excel-Weltmeisterschaft sind Teil meiner Identität genau wie Geschlecht, Ethnie, und Überzeugungen)
    • Stereotype threat / Stereotype lift: Wenn Menschen wissen, dass ihre Gruppe bei einer Aufgabe als stereotypisch „schlecht abschneidend“ angesehen wird und sie befürchten durch ihr eigenes ungenügendes Abschneiden dieses Stereotyp in der Situation zu verstärken, führt allein dieses Wissen und die Befürchtung zu schlechteren Leistungen. Im speziellen Fall „Digitale Diversität“ erklärt am alten Klassiker Frauen-und-Mint. Und es führt natürlich auch zur Problemvermeidung, indem sich Mitglieder der entsprechenden Gruppen gar nicht erst in entsprechende Sitiuationen begeben.

    Immer wieder nett, „eigene“ Bücher in der Oxfam-Verkaufsauslage zu sehen

    Ausgelesen: Dashiell Hammetts The Dain Curse. Meine zwischenzeitlich schwindende Liebe zum Buch kehrte zurück. Dazu irgendwann mehr. An sich ging es diese Tage eher darum, Bücher durch die Gegend zu fahren als darum, sie zu lesen.

    Es waren Tage der Buchlogistik. Mein Versuch in Schöneberg ein Büchereibuch abzuholen, scheiterte am Bibliotheksausweis. Dieser war zwischen Bestellung und Abholung abgelaufen. Man könnte denken: „Prima, du warst ja eh gerade in der Bücherei.“ Aber ha! Diese spezielle Zweigstelle wird von Ehrenamtlichen betrieben, die keine Stammdaten bearbeiten dürfen. Nicht einmal, um profan Ausweise zu verlängern.

    Also begab ich mich nach Wilmersdorf für ein Miniabenteuer: Meinem Erstbesuch in der eigentlich örtlich für uns zuständigen Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek. Die war freundlich und höflich, aber diese Bibliothekar*innen eigene innere Begeisterung und Drang anderen Menschen zum Lesen und Wissen zu verhelfen, fehlte; sowohl am Tresen wie auch in der ganzen Ausstattung. Irgendwie fühlte sich das emotional kalt an. Ich werde weiter beobachten.

    Also dann mit gültigem Ausweis zurück nach Schöneberg, um Exhalation: Stories von Ted Chiang abzuholen. Immerhin ist mein Jahresmotto ja „Einatmen – Ausatmen.“ In der Thomas-Dehler-Bibliothek habe ich wieder Menschen getroffen, die einem am liebsten sofort die ganze Bibliothek zeigen und vorführen würden und ihre Lieblingsbücher präsentieren – wie ich es kenne.

    Am Samstag absolvierte ich den Gang, den wir seit Monaten hinter uns bringen, und wohl auch noch in sinkender Intensität hinter uns bringen: Ich brachte Bücher zu Oxfam. „Guten Tag, ich habe eine Tasche Buch.“

    Der 101er-Bus hält neben dem Schillertheater

    Während ich dies schreibe, sitzt Madame im ICE 278 Basel->Berlin. Überraschenderweise wird dieser am Bahnhof Zoo halten. Noch überraschendererweise ist das für uns von Belang.

    Es ist spannend. Eigentlich sind wir nur zwei Kilometer parallel zum S-Bahn-Ring gezogen. Aber „unser Berlin“ fühlt sich anders an. Nicht nur im Nahbereich, Alt-Wilmersdorf ist deutlich kleinstädtischer als Alt-Schöneberg. Auch im weiteren Verlauf: Wir sind in einer anderen Einfahrtsschneise in die Stadt gelandet.

    Fielen wir bis 2025 in den Bus oder die S-Bahn auf dem Weg „in die Stadt“ landeten wir entweder an der Schloßstraße in Steglitz oder irgendwo zwischen Potsdamer Platz und Friedrichstraße, da wo auch Brandenburger Tor, Unter den Linden und viele Ministerien sind. Eine Gegend, die bis 1990 oft brach lag, sich seit 1990 neu erfunden hat.

    Ab 2026 führt uns der Weg „in die Stadt“ in Richtung Zoo, Wittenbergplatz, Ku’damm. Das klassische Westberlin. Eine Gegend, die sich immernoch neu finden muss und den Verlust der zentralen Berliner Stadtzentrumsrolle verknusen.

    Und auch wir müssen uns noch finden. Festgestellt: Hit Markt Ulrich am Bahnhof Zoo kann ein ganz normaler Supermarkt auf dem Weg nach Hause sein. Einschließlich des sehr selbstvergessenen Menschen, der auf einer kleinen Eisfläche schnelle Umdrehungen um sich selber machte, der Dame, die dem wartenden Ampelpublikum lautstark etwas verworrenes von Menschenrechten erzählte und dem was die Zeitung wohl „Auseinandersetzung im Obdachlosenmilieu“ nennen würde – immerhin ohne Gewalt.

    Langsam lerne ich die Orientierung durch die Labyrinth-U-Bahn-Station Fehrbelliner Platz. Noch nicht lerne ich, dass ich in der U7 von Schöneberg aus meist nach Westen will und nicht nach Osten.

    Nächtlicher Blick von der Kreuzung am Bahnhof Zoo Richtung Ku'damm. Eine Radfahrerin im Vordergrund, Autos, Teile des Bikinis Hauses und des Zoo-Palastes. Im Hintergrund Europa-Center und Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-KIrche

    Das Sakral muss anspringen

    In einem Blog las ich die Formulierung „das Sakral muss anspringen“ führ „es muss sich richtig anfühlen“, und ich möchte die bitte übernehmen, allein schon um meinen Mitmenschen auf den Keks zu gehen.

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    Jens Bemme über die (wikipedistische) Erschließung historischer sächsischer Tanzkarten: Ordnung muss sein. Extra-Touren mit historischen Tanzkarten – und mit GLAM

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    Johannes mit einem Rückblick auf die Kreuzberger Konzertkasse Koka 36.

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    Christiane war in der Mimosen-Forcerie.

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    Angela und Holger auf dem Karneval in A Coruña.

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    Gestern verschlungenes Unterwegssein mit verschiedenen Zielen. Sitze in der U-Bahn auf dem Weg von der Friseurin nachhause und lese in meinem Buch, „Herkunft“ von Saša Stanišic. Ein Mann steht auf und sagt, während er auf dem Weg zur Tür ist, „das ist ein sehr guter Autor“. Bin erstaunt, dass jemand etwas sagt, einmal, und kann nur kurz zustimmen, was ihn freut.

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    In Hamburg hatte ich nur das Bett und den Schreibtisch. Wie im Hotel. Da kann ich auch nicht lesen. Außer ich verreise mit meiner Frau, wenn sie neben mir liegt, dann lese ich bis in die Nacht hinein. Vielleicht liegt es auch an ihr und nicht am Bett.

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    I’m autistic. Don’t panic. […] Some people who know me may be very surprised to read that I’m autistic. Others will be surprised that it took me so long to figure it out. I understand both.

  • 23-07-02 Gerüst / Hopseburg

    23-07-02 Gerüst / Hopseburg

    Vier Wildschweine nahmen ihr Abendessen auf der Böschung der A115 ein.

    Madame demonstrierte gegen Radwegbau-Stopp in Schöneberg.

    Das Gerüst am Hinterhaus verschwindet. Ich freute mich kurz für die Hinterhausnachbarn. Bis ich bemerkte, dass die Gerüstbauer das Gerüst einfach hinten abbauen und vorne wieder aufbauen. Jetzt drohen uns ein bis zwei Jahre Dachbaustelle direkt über unseren Köpfen. Vermutlich. Irgendwie verbindlich wurden weder wir noch der Vermieter informiert.

    Wasser ist ein Problem. Zuwenig warmes Wasser im Markgräflerland. Dort fiel die Heizungssteuerung aus, vielleicht durch Blitzschlag. Man klärt.

    Zuviel Wasser jeder Art läuft in Dithmarscher an Decke und Wand. Die Ursache scheint gefunden, die Behebung gestaltet sich potenziell aufwendig. Und wie groß der Schaden in Decke und Wand letztebndlich sein wird, ist noch nicht genau absehbar. Damit ist jetzt wirklich genug kaputt gegangen in aktueller Zeit.

    Wal-Klopfer

    Gartenbesuchstage. Die Kollegen besuchten mich am Donnerstag, brachten Nudelsalat und Steaks mit und wässerten Gurken. Insgesamt sehr angenehm und wiederholenswert. Das letzte Zusammentreffen mit der Eisernen. Ich lernte mehr über die Folierung von Autos als ich je zu hoffen gewagt hätte.

    Frau Bilanz besuchte uns Samstag und erzählte von Schul-Lunches in den USA. Sie bestätigte meinen Eindruck, dass Uni-Mathe irgendwie anders ist als andere Uni-Fächer. Während wir die Abendsonne genossen, die letzten Hummeln an der Katzenminze brummten und das rötlich schimmernde Gras in einer Abendbrise wogte, klangen „Atemlos“, „Tainted Love“ und „Aloha heja he“ durch den Abend.

    Nebenan war Dorffest. Mit selbst gebackenem Kuchen, Bühne, Getränken und „Hopseburg“. Heute, am Tag danach, lernten wir: Kindern kriegen keinen Zucker mehr. L, die Organisatorin, spülte nicht-gegessene kandierte Äpfel wieder ab, um sie zu Backäpfeln zu verarbeiten. „Mein“ einziger Programmpunkt – der Shantychor aus Kremmen – fiel unglücklich mit dem Zusammentreffen von Frau Bilanz zusammen.

    Und eigentlich wäre es uns schwer gefallen, den Garten zu verlassen. Nach Regen und Wärme die letzten Wochen sieht der spektakulärer aus als je zuvor. Und auch spektakulärer als wir es uns je zu hoffen gewagt hätten.

    Schmetterling und Hippiewespe an Kugeldistel.

    Herr Buddenbohm bekam ein Merkblatt. The Swingin‘ Ks bekamen keinen Merkzettel. Sie sind aber so vorbildliche Gärtner, dass sie trotzdem direkt nach Johannis die Hecke schneiden. Wir haben hingegen haben nicht einmal eine richtige Hecke.

    Bei uns stellte sich die Frage 1 oder 2? Sollte die Wiese einmal im Jahr gemäht werden (im Oktober) oder zweimal (im Oktober und jetzt)? Oder Teile so und andere so? Und wenn ja, welche Teile? Wir beschlossen, dass die letztjährig einmal-gemähten-Teile dieses Jahr schöner geworden sind und einigten uns weitgehend auf einmaliges Mähen im Oktober.

    Zur Selbsterinnerung: Der Teil südlich des Schuppens und der Schuppen-Bungalow-Zwischenbereich sind in Duomähung.

    Madame erntete mehr Sauerkirschen als je zuvor.

    Frau Krautundrüben beantragte ein Forschungsviusum für die Türkei.

    Wir rätseln mit welcher Agentur die Kaltmamsell durch Südenglang wandert. Wir könnten ja auch einfach fragen, aber rumspekulieren und -rätseln macht ehrlich gesagt mehr Spaß.

    Dieses Blog ist ja auch Nebenfokusfachblog für Schwimmkultur. Mit Staunen stellte ich fest, dass es inzwischen „Hochzeitsbadeanzüge“ gibt. (Für die zahlreichen Strand- und Poolhochzeiten.)

    The TasteAtlas veröffentlichte eine Liste der „150 Most Legendary Restaurants & Their Iconic Dishes.“ Was noch nicht bemerkenswert wäre. Bemerkenswert ist Platz 5 „L’Antica Pizzeria da Michele“ & „Pizza Napolitana“. Die Pizzeria hat einen Berliner Ableger. Und der ist in Kirschkernspuckweiter unserer Haustür. Ich hoffe, die Gäste, die wir schon dorthin ausführten, wussten das zu würdigen.

  • 23-02-07 (2*365) + 366 = 1096

    23-02-07 (2*365) + 366 = 1096

    Drei Männer zersägten eine Heizung in zwei Teile. Madame betreute sie dabei.

    Ein*e dpd-Paketfahrer*in brachte einen Lafuma-Liegestuhl zum Paketshop. Ich versuchte vergeblich, dem Einhalt zu gebieten.

    Wenn ich etwas am alten Job vermisse, dann sind es die acht Kilometer mit den Rad durch ein leeres Berlin, die mir verloren gehen. Das neue Büro liegt sehr viel näher. Ich könnte natürlich das Haus früher verlassen und noch eine Extra-Runde drehen. Aber morgens, wenn es draußen kalt und dunkel ist, ist der Schmerz dann nie groß genug.

    Heute auf jeden Fall war nichts mit Radfahren. Denn das Schloss war einmal wieder eingefroren. Das Schloss war preiswert gewesen und dennoch bei Stufting Warentest eines der sichersten – irgendwo muss sein Nachteil ja liegen. Leider hatte auch der Ersatzbus ordentlich Verspätung. Und dann habe ich meine Haltestelle verpasst. Für einen lächerlich kurzen Arbeitsweg benötigte ich heute erstaunlich lang.

    Als ich angekommen war, war ich, positiv gesagt, sehr beliebt – oder anders: nach etwa fünf Stunden kam ich zum ersten Mal dazu, einen Schluck Kaffee zu nehmen und durchzuatmen. Ich hatte mich dazu in ein Meeting geflüchtet.

    Gestern fertig gelesen. John von Düffel: Wasser und andere Welten. Für „Geschichten vom Schwimmen und Schreiben“ bin ich Kernzielgruppe. Und selbst mich lies es eher kalt. Das ist alles sehr wohlgesetzt in diesem Buch, ausreichend reflektiert, mit einem gesunden Maß an Selbst- und Fremdkritik. Natürlich geistreich und handwerklich gut erzählt. Mir halt viel zu langweilig. Mich persönlich erfreute von Düffels literarisch beschriebener Besuch im Stadtbad Steglitz kurz vor der endgültigen Schließung. Und als Befindlichkeitsporträt des aufgeklärten Bürgertums um die Jahrtausendwende ist das Buch gut. Aber insgesamt hatte ich mehr erwartet.

    Duoling-Screenshot mit 1111 Tagen durchgelernt.

    Besser war die Komische Oper am Sonntag.

    Madame entdeckte Spannendes zu unserem Opernbesuch vom Sonntag. Ein „Käfig voller Narren“ war das erste Mainstream-Bühnenstück in queeren Lebenswelten. Soweit so bekannt. Was wir Sonntag noch nicht wussten: seine deutsche Uraufführung 1985 verdankte das Stück dem damals legendären Helmut Baumann, der Intendant des damals legendären Theater des Westens in Berlin war. Er inszenierte und spielte die Hauptrolle Albin/Zaza. Ein dramatisch-schwules Stück inmitten der 1980er Jahre, im Zeitalter von Ronald Reagan, Helmut Kohl und AIDS. Es lässt sich aus dem Jahr 2023 nur schwer erahnen, was es damals bedeutet haben muss.

    Hinter dem Link ein Video der Inszenierung aus den 1980ern mit Helmut Baumann als Zaza.

    Und für diesen Baumann hat Barrie Kosky in seiner Inszenierung die Nebenrolle des/r ältere/n Restaurantbesitz/erin Jacqueline aufgewertet. Kein Wunder, dass der über 80jährige Baumann quasi bei jedem Auftritt Standing Ovations bekam.

    Es war alles sehr berührend am Sonntag.

    Und jetzt versuche ich, meine Erschöpfung zu überwinden, um wenigstens noch Alibilernen zu Klassenvererbungen und Superkonstruktoren hinzubekommen. Es wird spannend und müde.

  • 22-12-09 ویکی‌پدیا

    Die Wikimedia Foundation sperrte zehn Accounts der arabischen Wikipedia (darunter etwa die Hälfte der aktiven Admins) und sechs Accounts der Wikipedia in Farsi. Normalerweise obliegen Benutzersperren der Selbstverwaltung der Communities. Eine Sperre durch die Foundation ist selten, kam in dieser Größenordnung noch nie vor.

    Die WMF begründet das mit:

    [A] number of users with
    close connections with external parties were editing the platform in a
    coordinated fashion to advance the aim of those parties. These connections
    are a source of serious concern for the safety of our user
    s.

    Die deutsche Community vermutet: Staatliche/Geheimdienststellen hinter den gesperrten Accounts.

    Ich fotografierte zwei Heizkörper und trank Kamillentee.