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  • 25-07-22 Die Skorpionfliege liebt Funklöcher

    25-07-22 Die Skorpionfliege liebt Funklöcher

    Das Parkhaus der Spandau Arcaden funktioniert mittlerweile mit Kamera statt mit Schranke. In Parkbereich E3 hängt eine Schuhsohle in der Außenwand.

    Madame entdeckte die Big-in-Japan-Coverversion von Ane Brun und damit auch gleich Bruns Gesamtwerk.

    Es war ein Sonntag und ein freier Montag auf den Latifundien. Montags mit einer kleinen Exkursion zum Bahnhof Spandau.

    Ich lese mich weiter durch „Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen.“ Ich versuche, mich nach jeweils zwei Texten zu bremsen, weil sonst die Texte ineinander übergehen, ich nicht mehr richtig mitbekomme, was ich lese. Montag kam ich zu Texten von Lena Gorelik und Elfriede Jelinek – beide relativ direkt politisch, beide intelligent aber ohne bei mir wirklich etwas auszulösen.

    Dafür stolperte ich noch über ein Marina-Frenk-Zitat. Nach ihrem Hadern mit der imperialen Sprache des Russischen überlegt sie, welche Sprache nie anderen Menschen aufgezwungen wurde – und kommt auf Jiddisch; dessen einziger Nachteil ist seine Nähe zum Deutschen, und die Tatsache, dass Frenk es (noch) nicht spricht.

    Madame hörte Alpenpodcast. Sie lernte, dass die Hautkrebsrate in der Schweiz deutlich höher ist als in Deutschland und Österreich. Sie lernte auch, dass die Nutzung von Sonnenschutz in der Schweiz deutlich seltener ist als in Deutschland oder Österreich.

    Ich hörte im Insulanerbecken einen Dialog: „Ich bin eine Spitzensportlerin gefangen im Körper eines faulen Menschen.“ Sind wir das nicht alle?

    We meet at Dunkin‘ Donuts

    Nicht immer hängen Zugreiseprobleme mit der Deutschen Bahn zusammen. Manchmal ist es auch die SBB, die die S-Bahn zu Tagesrandzeiten streicht und damit die Weiterfahrt ab Basel verunmöglicht.

    Zum Glück bemerkten wir dies rechtzeitig, die Markgräfter Gäste konnten sich auf einen früheren Zug, den ICE 373, umbuchen, und so fuhren wir zeitverkürzt zum Bahnhof Spandau.

    Die Fahrt beinhaltete nicht nur 20 Kilometer der besten Hoppelpisten Brandenburgs und Berlins, sondern auch einige Kilometer Panoramafahrt durch das Katastrophengebiet Spandauer Forst. Meine Güte.

    Wir hatten zwar gelesen, dass die beiden Kurzstürme vor ein paar Wochen Verhehrungen angerichtet hatten. Aber es ist etwas Anderes über Kilometer einen umgestürzten großen Baum nach dem nächsten zu sehen. Teilweise waren diese schon zersägt, teilweise hatten ihre Wurzeln Teile des Straßenbanketts mitgerissen, teilweise lagen sie auch in ganzer Länge noch quer hängend über anderen Bäumen.

    Ich zählte nicht und schaute nur halb hin – die Hoppelpiste wollte ja Aufmerksamkeit – aber es sah nach Hunderten gefallener Bäume aus, die man nur von der Straße aus sehen kann.

    Erfreulich normal der Bahnhof Spandau: Besuch absetzen, Auto in der Parkgarage der Arcaden parken, wiedertreffen bei Donkin‘ Donuts mit Panoramascheibe auf den Bahnhofsvorplatz und schließlich an Gleis 4 zum ICE373 nach Interlaken-Ost.

    Die Deutsche Bahn erreicht schließlich mit gut 15 Minuten Verspätung Basel Bad, was gerade auf dieser Strecke einer herausragenden Glanzleistung entspricht.

    Pilze und Flechten – im Juli

    Selbsttätige Kreativität der Technik bedarf nicht zwingend einer generativen KI. Manchmal reicht auch die Autokorrektur. Da wollte ich mit dicken Finger schreiben „die Skorpionfliege liebt dunkl[es feuchtes Gelände]“ schon stand in der Notizapp „die Skorpionfliege liebt Funklöcher.“

    Auf dem Weg zum Kompost saß eine einsame Skorpionfliege auf dem Getüm; gut zu sehen vor dem monoton orangen Hintergrund und optisch eine der spektakulärern Fliegen der Gegend. Ich staunte und bestimmte nachträglich.

    Ich las nach und stellte fest „Insekt des Jahres 2018“, sowie „Waldbewohner. Liebt es dunkel und feucht.“

    Das war originell. Die Latifundien sind im Sommer durchgehend trocken, heiß und vollsonnig. Aber diesen Sommer ist alles anders. Auf das heiße Wochenende folgt die nächste Regenwoche.

    Das Re-Arrangement der Autos fand statt. Der Rennpolo ist wieder in Wochenend-West. Die Übergabe fand unter Hinzuziehung von Erdbeerkuchen und Waldbeerkuchen in der Mittelmark statt. Ein Sonntag in hitziger Heiße: Die Kuchencreme am Schmelzen. Wir selbst schützten uns unter dem Pergola-Schattiernetz mit Verstärkung durch den Sonnenschirm in Sichtweite der Gartendusche.

    Am Montag: Regen ohne Ende. Vollkommen unbekannte Insekten im Bungalow, die sich anscheinend vor dem Wasser flüchteten. Was sind diese schwarzen Käfer?

    Aber auch bekannte Insekten auf überdachten Abwegen: Abends, ich im Sessel, lesen, ein Pfump neben mir. Madame meinte, es klang wie ein Ball, der herunterfiel. Nur dass wir keine Bälle an der Bungalowdecke haben. Neugierige Forschung enthüllte ein Heupferd, welches sich mindestens ein paar Stunden lang im Wohnzimmer aufgehalten hatte.

    Wir wiesen ihm den Weg in den Regen.

    Große Königskerze auf Wiese. Links im Vordergrund Paletten mit gestapeltem Holz, rechts neben der Königskerze ein sehr viel kleinerer Sauerkirsch-Baum
    Zugeflogen: Königskerze

    Die Skorpionfliege liebt Funklöcher wäre ein toller Titel für eine schrägen Indie-Superhelden-Comic. Wer mag?

    Sektglas in der Kaffeeküche, Garnele im Dumpling

    Madame fuhr einst mit dem Zug von Ljubljana nach Zagreb. Die Strecke war so schön, dass sie beschloss, einmal mit dem Zug ganz Ex-Jugoslawien und den Balkan abfahren zu müssen. Dieses Jahr waren Karen und Familie dort unterwegs. Erst in Ljubljana (Turku-Sarajevo mit dem Zug: (4) Ljubljana) , dann auf genau jener Zugstrecke: Ljubljana-Zagreb: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (5) Ljubljana – Zagreb.

    Herr Rau, der Jean Pütz der Heim-KI beendet seine Serie: Stilwell Brain Revisited, und mein erstes JavaScript-ProgrammDas letzte Neuronale Netz für eine Weile, VERSPROCHEN! Wer ihn nicht liest, könnte wenigstens ganz unten meine JavaScript-Künste bewundern und will umherklicken.

    In der Kaffeeküche steht auf der Spüle nahezu täglich ein gebrauchtes Sektglas mit einem Kaffeelöffel darin. Abgesehen von der Frage, warum der- oder diejenige nicht in der Lage ist, es direkt in die Spülmaschine zu stellen, wüsste ich gerne, was darin zuvor verzehrt wurde.

    Wilma Pane-Bistecca kochte offene Dumplings mit Garnelen und die sehen toll aus.

    Durch Herrn Paul lernte ich: Die S-Bahn Berlin macht mittlerweile Videos zu Baustellen damit zusammenhängenden Fahrplanänderungen. (Direktlink zum Video S3)

  • 24-09-10 Heupferd mit Rotschwäche

    24-09-10 Heupferd mit Rotschwäche

    Madame lies die Wetterwand erröten.

    Madame entrang dem rasenden Bäckereiwagen zwei Stück Endlich-ist-Wochenende-Kuchen, Bohnen und Paprika. Und natürlich Puddingschnecken sowie hervorragende Quarkbällchen.

    Hier geht es zu wie auf Herrn Raus Piratenschiff! ist auf dem besten Weg zur Redensart.

    Noch mehr Heupferde. In allen Größen. Vom Heupferd bis zum Heushetlandpony. Auffallend: Das Exemplar mit nur einem halben linken Vorderbein und Rotschwäche. Erst drückte es sich stundenlang an der roten Außenwand des Bungalows entlang.

    Später begab es sich über die Terrasse; dort lag noch ein Fallapfel mit roter Schale. Die nächsten Stunden saß das Vieh auf dem Apfel.

    Madame notierte sich, dass sie das entlaufene Sedum in der Wiese ausgraben will.

    Großstadt-Hitzglocke: Sonntagabend um 21:15h bei 22 Grad in den Latifundien aufgebrochen, um 22:00h bei 28 Grad in Schöneberg angekommen.

    Auch mit Dauerlüften hält sich die schwere Hitzer – in der Wohnung, im Supermarkt, im Bus und erst recht im 30-Grad-Treppenhaus.

    Ihr seid wirklich sicher, dass wir keine 30-Grad-Tage mehr bekommen, dieses Jahr? Oh, ihr Optimisten!

    Tropennacht hält wach. Irgendwann des Nächtens spielt das Radio eine Interviewwiederholung mit Jens Spahn. Ich bin kurz davor aus dem Bett zu springen und nachts um zwei spontan den Grünen beizutreten. Glücklicherweise hatte der Sleeptimer Mitleid mit mir und schaltet Jens Spahn stumm.

    Derweil führt die SPD die lang vermissten Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Dänemark wieder ein. So panisch, wie die Regierung gerade durch die Gegend hühnert; die AfD-Führung muss vor lauter Lachen auf dem Boden rollen und sich die Bäuche halten.

    Ich kaufte Theaterkarten. Die vorkommenden Rollen Europa, Putzkolonne, Regenbogen, Wissenschaftler überzeugten mich.

    Da offensichtlich gerade Herbst ist, begann ich mich gedanklich mit Weihnachts- und Herbst/Winter-Geburtstagsgeschenken zu beschäftigen. Falls mir jemand etwas schenken möchte: ich würde das DEERC DE65 Remote Control Car with 1080P HD Camera nehmen. (und das ist auch auf keiner der „offiziellen“ Wunschlisten drauf)

    Wir folgten den Dönerfluencern zu Mir Döner. Mit etwas rumsuchen auf Youtube fand ich zahlreiche Dönertester, die alle bei Mir waren. Wenn in der Nachbarschaft schon etwas weltberühmt auf Social Media ist, sollten wir hin. Die Schlangen sind wieder etwas geschrumpft. Wir machten uns Montagabend auf den Weg.

    Zu Recht! Durchgehend echtes Fleisch, alles saftig und zart, ungewohnt tomatig mit Anklängen von Bolognese-Sauce. Gerne wieder.

    Madame installierte, inspiriert von Herrn Buddenbohm, eine neue Karten-App. Unabgesprochen installierte ich, inspiriert von Herrn Buddenbohm, eine neue Karten-App. Bisher bin ich glücklich. Die Karte sieht schön aus, sie basiert auf Open Street Map und scheint zu leisten was ich wünsche.

    Letzte Lücken

    Es gilt letzte Lernlücken zu füllen.

    Bei der Klausur darf ich die Skripte nutzen – sogar mit Anmerkungen, also klebe ich ein halbes Dutzend Klebsis an neuralgische Stellen und schreibe mir Formeln an Stellen an denen ich sie schnell wiederfinde. Aber natürlich ist es viel schneller und sicherer, wenn ich die entsprechenden Formeln im Moment des Moments auswendig kenne.

    Selbst die graphische Simplex-Lösung wiederholte ich. Bei der Methode hatte ich einst vor zwei Seminaren beschlossen, dass sie mir zu trivial ist, um mir zu merken wie sie funktioniert. Aber die Antwort: „Habe ich für zu trivial gehalten und deshalb nicht gelernt“, ist eine Antwort, die in der Klausur vermutlich keine Punkte gibt.

    Weiter ging es mit Fakten, die es nie schaffen, sich in meinem Hirn festzusetzen:

    Die Varianz ist \[\sigma^2 \] Die Standardabweichung ist deren Wurzeln, also: \[\sqrt{\sigma^2} = \sigma \] Nicht umgekehrt. Die beiden zu sortieren ist mir schon zu Schulzeiten nicht gelungen; alle Kurse zur empirischen Sozialforschung in den 1990ern halfen nicht und nun auch nicht die diversen Statistikseminare. Ich hoffe, ich kann es für 24 Stunden in meinem löchrigen Hirn halten.

    Zur Bestimmung von (Pseudo-)Zufallszahlen eignet sich die multiplikative Kongruenzmethode. Hier gilt:

    \[ z_{i+1} = z_i * a \mod b \] Dabei ist b ein vielfaches von 2: \[ 2^n\] Die maximale Zahl der bestimmbaren Zufallszahlen beträgt n-2. Ist b also \[ 512 = 2^9 \] lassen sich \[ 2^{9-2} = 2^7 = 128 \] Zufallszahlen damit bestimmen.

    Während ich inhaltlich bisher ein wirklich gutes Gefühl habe, kommt Spannung aus anderer Richtung. Unser Wohnungsinternet neigt den ganzen Montag zu sporadischen Aussetzern – misslich wenn ich eine Onlineklausur mit dauernder Kameraüberwachung schreiben soll.

    Also Montag noch Techniktest mit Ersatzrechner und mobilem Hotspot – scheint zu funktionieren. Fingers Crossed.

    1000 Kilometer

    Wofür das Internet gut ist: mit 40.000 Leuten danach suchen, wer die sechste Person auf einem 2008 hergestellten Stoff ist. Sie wurde gefunden: Celebrity Number Six confirmed.

    Übrig aus Vor-Internet-Zeiten: Stephan Max besucht die Traumathek-Die Traumathek – Kölns letzte Videothek

    Besondere Filme schauen im Kino geht derzeit in Cannes: 5. Deutsches Filmfestival in Cannes

    Dank Ostseereise dieses Jahr bekomme ich regelmäßig Werbemails der litauischen Bahn. Ich lernte, dass es einen Sonderzug „in die Pilze“ gibt. Was mensch sonst noch im Baltikum mit der Bahn machen kann, empfiehlt die Zugpost: Ohne Bus durchs Baltikum: Bahnreisen in Estland, Lettland und Litauen

    (Der Artikel ist aus 2023. Wie wir im Sommer testeten, kommt man seit 2024 wieder komplett mit Bahn von Deutschland dorthin.)

    Andere Fortbewegung: Der erste 1000-Kilometer-Trip mit dem E-Auto.

    Frau Brüllen bohrt

    Wegen der furchtbaren Fruchtfliegenplage in meiner Küche bestelle ich mir aus einer Stimmung heraus eine fleischfressende Pflanze. Dabei nehme ich mir ganz fest vor, sie auf gar keinen Fall ,,Audrey“ zu nennen – auch nicht mit Nummer.

    Feed me.

  • 24-09-07 Sensitivitätsanlayse wegschieben

    24-09-07 Sensitivitätsanlayse wegschieben

    College Football ist dieses Jahr nicht im deutschen Fernsehen zu sehen. Es gibt nicht einmal legales Streaming. Das trifft meine Herbst-Freizeitgestaltung.

    Madame machte drei Kreuze.

    Im Akazienkies Udon-Nudeln, Sommerrollen und Mangosalat.

    Das Theater Chemnitz besitzt das Talent, ein auf den ersten Blick nur mäßig begeisterndes Programm aufzulegen. Und dann schaue ich genauer hin und es sparkt Joy. Und dann sehen wir eine Vorstellung und sind nach Monaten, ach was Jahren!, begeistert.

    Im Internet fand ich eine Vorstellung, die Joy sparkte.

    Der Qualitätspresse entnehme ich, dass Danni Büchner eine eigene Fernseh.-Reality-Show bekommt. Ich finde das spannend:

    Ihr verstorbener Mann, Partyschlagersänger Jens Büchner war zwar nicht wirklich sympathisch, aber zumindest eine echte Rampensau. Der hatte das Talent, nichts peinlich zu finden, wenn es unterhält. Wie gemacht für das Fernsehen. Danni hingegen hat weder Charisma, noch ist sie sympathisch, noch hat sie irgendeine Art von Bühnen- oder Fernsehpräsenz. Aber sie ist eingeführter Charakter im D-Promi-Universum. Das reicht anscheinend um von Sendung zu Sendung gereicht zu werden.

    Im Generalanzeiger ein Porträt des Brandenburg-FDP-Spitzenkandiaten Zyon Braun. Ich erfahre, dass er zweimal studierte, aber nicht was uns wo. Sein Wikipedia-Artikel ist wegen Irrelevanz gelöscht. Im Internet lerne ich schließlich: irgendwas mit BWL an Privat-FHs. Gibt nicht so viel her zum Angeben,

    Immer noch 30 Grad. Ich schwanke zwischen „Möge es endlich vorbei sein. Es ist September!“ und „Wahrscheinlich ist dies das letzte Sommerwochenende des Jahres. Sauge es auf. Du wirst es vermissen!“

    Donnerstag kombinierten wir beides: to summer und to Abkühlung. Knapp anderthalb Stunden im Insulanerbad (ich) bzw eine halbe Stunde (Madane) und danach waren wir schlapp und gut durchgekühlt. (SK 31/32)

    Sternenhimmel, ich seh den Sternenhimmel, huaah! Fast hätten wir Hubert Kah anstimmen können als wir Freitag auf die Latifundien fuhren. Nicht im Süden natürlich, da hängt die LIchtglocke über Berlin – aber im Norden, Osten und Westen: The greatest show on earth!

    Eine Katze lag im Vulkan.

    Madame moppte die Wand des Bungalows.

    Wo sind all‘ die Admirale hin? Vermutlich auf dem Weg nach Südwestdeutschland.

    Dafür Heupferde, jede Menge Heupferde. Die richtig großen. Madame prognostiziert uns nindestens eines im Schlafzimmer.

    Madame entwicklet starke Symapthien für empirische Sozialforschung. hält sie aber für sehr anstrengend.

    Gliederung abzugeben bis zum 31. Oktober

    Der Lehrstuhl bwlquam schickte mir eine längere Mail zum Seminar nächstes Semester. Ich habe ein Seminarthema: Sensitivitätsanalyse bezüglich des Begrenzungsvektors.

    Nicht, dass ich eine Ahnung hätte, worum es dabei geht. Aber es war mein Wunschthema.

    Vielleicht auch, weil ich die anderen Themen genausowenig verstehe.

    Vielleicht war ich bei der Wahl dieses Seminars auch einfach überoptismitisch.

    ABENTEUER.

    In mir strebt alles auf die Bücher, in die Bibliotheksdatenbank und ans Konzeptpapier. Aber noch sollte ich nicht. Noch sollte ich das Thema innerlich wegschieben. Noch wartet eine Klausur; passenderweise beim selben Lehrstuhl bwlquam bei dem das Seminar löuft. Das sollte ich nicht als inkompetent auffallen.

    Alpha ist klar. Aber Phi?

    Also lernen: Metra-Potenzial-Methode, Simplex-Verfahren (einstufig und zweistufig), Branch and Bound, Greedy- und Vogel-Heuristiken, Stochastische Simulation. Das Modul hat Tendenzen in absurde mathematische Bereiche auszureißen – die Klausur wird aber allen Erwartens nach Wiwi-freundlich werden und sich auf angewandte Mathematik beschränken.

    Mechanisch durchrechnen. Textaufgabe in eine Formel umsetzen und dann dem vorgegebenen Programm folgen. Die schwierigste Rechnerei ist sowas wie 0,3 – (2/3 * (-0,5)). Das ist eher banal, aber ich verrechne mich erschreckend oft. Noch zwei Tage.

    Die Klausuren des Lehrstuhl sind formal seit Jahren nahezu identisch und ich habe Vertrauen, dass es so bleiben wird. Inhaltlich hatte ich vieles schon mal im Laufe des Semsters verstanden. Jetzt nachlesen und neu verstehen (zweistufiger Simplex, Branch-and-Bound)

    Nur das mit der Bestimmung der Konfidenzintervalle hakt noch. Immerhin verstand ich inzwischen was ich bisher nicht verstand.

    Et tu, Neil?

    Es war eine Frage der Zeit. Irgendwann wird es einen von mir geschätzten Prominenten mit #metoo erwischen. Es war Neil Gaiman; bekannt als Autor von Sandman oder American Gods. Ich las Anansi Boys und ihn gerne ab und an im Internet. Er wurde wegen sexueller Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung angeklagt.

    Hotel Mama fragt, wie ich damit umgehe?

    Ich muss sagen, es traf mich nicht tief. Dafür ist er emotional zu weit weg. Dafür war mir innerlich zu klar, dass irgendwann ein Mann aus meinem persönlicher Bewunderskosmos auffliegen würde. Ein kleiner Stich ins Herz trifft es eher.

    Generell denke ich pragmatisch; ich bin so unwichtig, dass meine Einstellung wirklich null Unterschied auf den Fortgang der Dinge nimmt. Er kennt mich nicht, ich kenne ihn nicht, seine Einstellung mir gegenüber wird „egal“ sein.

    Ich kann ihn innerlich ohne großes Nachdenken von „wirkt symapathisch und schreibt schöne Bücher“ auf „ist Vergewaltiger und schreibt schöner Bücher“ umsortieren. Sollte ich ihm damit wieder erwarten Unrecht tun, wird er davon auch nichts mitbekommen.

    Den Unterschied, den mein Verhalten macht, ist auch nahe Null, aber nicht Null. Ich habe mein einziges Gaiman-Buch vor 15 Jahren gekauft und werde keines mehr ergänzen. Ich habe Gaiman bisher etwa einmal im Jahr irgendwie positiv erwähnt. Das werde ich wohl sein lassen. Sollte ich in eine Situation kommen, in der er positiv erwähnt wird, werde ich widersprechen.

    Noch gerade so ins Insulanerbad

    Poupou telefonierte und winkte mit dem Busfahrer und kam gerade so ins Sommerbad am Insulaner.

    Was machst du eigentlich den ganzen Tag, Trucker-Edition.

    Die Bahn-Auskennerin empfiehlt den Platz zwischen den Sesseln.

    {F}ür alle die ACE-Hemmer (eine Klasse an Blutdrucksenkern) nehmen und generell Medikamente, bei denen im Beipackzettel „Angioödem“ oder „Schwellungen zB im Gesicht“ angegeben sind: das ist kein Spass, das kann auch nach längerer problemloser Einnahme auf einmal auftreten. Es sieht vielleicht erst nur ein bisschen komisch verquetscht aus, aber bitte gehen Sie damit zum Arzt und zwar ohne lang zu warten und erwähnen Sie die Medikamente.