Schlagwort: Informatik

  • 25-10-21 Geschmolzene Schokolade, gekochte Cosmeen

    25-10-21 Geschmolzene Schokolade, gekochte Cosmeen

    Das Katzenstreuwrack parkte um. Es steht jetzt nicht mehr direkt unter dem Halteverbotsschild im Hinterhof. Das Wrack trägt jetzt ein Schild mit Sperrmüll-Hinweis. Der desolate Audi verschwand ganz. Die IKEA-Karton-Belagerung des Papiercontainers dauert weiter an.

    In einer anderen Angelegenheit besiegte TL VM erfolgreich IKEA.

    Bei Gemüslis steht das große Kimchi-Making an. Dort in der Prignitz spüren sie die Jahreszeiten noch mehr als hier: Es friert wie Bolle, der Herbst blinkt gülden, die Pilze ploppen seit Wochen aus dem Boden und wir stehen mittendrin. Im Hintergrund rauscht konstant der Dörrofen, die Pferde schmeißen sich in ihr Winterkleid. Nachts klirrt die Luft beinahe und es dunkelt so früh, dass unser Schlaf regelmäßig um einige Stunden bereichert wird.

    Dunkel und kalt war es auch in den märkischen Hamptons. Aber wir konnten Radio hören. Im Deutschlandfunk-Gottesdienst lief der Wolf-Biermann-Klassiker Ermutigung:

    Du, lass dich nicht erschrecken
    In dieser Schreckenszeit
    Das woll’n sie doch bezwecken
    Dass wir die Waffen strecken
    Schon vor dem großen Streit

    Sofort muss ich an die No-Kings-Demos in den USA denken.

    Später dann ein Interview mit Julia Klöckner. Während ich gerade denke „Mein Gott, ist die doof“, erwähnt der Moderator „Sie sind Person Nr. 2 im Staat nach dem Bundespräsidenten“.

    Es war ein latifundaler Sonntag und ein arbeitsreicher Montag.

    Arbeit: Spontan sagten wir ein geplantes Zweistundenmeeting ab und wussten danach immer noch nicht wo uns der Kopf steht. Immerhin ist Großprojekt 1 langsam in dem Stadium in dem wir Reste zusammenkehren und die letzten Säumigen aufspüren, Großprojekt 2 feierte Richtfest.

    Es begann mit meiner Frage „Was machen wir eigentlich, wenn.. ?“ Dann folgten zehn Monate der Überlegungen, Konzeptionierungen, Diskussionen, Pretest, Tests, internen Verwerfungen, Tests warum die Tests nicht klappten, Gremienslalom, Produktivtests, Betreuung der Produktivtester*innen, Videoclipproduktion und Montag um 17:30h drückte die karibische Schweizerin auf den Startknopf. Darauf ein Mineralwasser mit extra viel Sprudel.

    Endlich wieder frieren

    Ich nahm meine Jahreslektüre wieder auf, Aleks Scholz Badetagebuch, in dem er seine Badeausflüge in die schottische Nordsee schildert. Der Oktober war wildbewegt, emotional, im Wasser und in der Luft. Das Geheimnis im bewegten Meer ist es, keinen festen Punkt anzusteuern sondern eine bestimmte Richtung zu verfolgen. Der Oktober lässt sich in zwei Sätzen charakterisieren. „Der Zweitbeste Monat zum Schwimmen“ und „Endlich wieder frieren.“

    Gefroren haben wir auch, ganz ohne Wasser. Es reichte, über Nacht nicht zu heizen und am Morgen den Reifüberzug über dem Garten zu sehen. Das bibbernde Aufstehen war belohnt durch einen traumhaften Anblick aus der Terrassentür.

    (Etwas weiter nördlich campte die karibische Schweizerin an der Ostsee. On the bad side: Nicht wieder. On the good side, sie weiß dies noch nicht zu würdigen, wer ohne Heizung bei Minus 2 Grad schläft, hat für Jahrzehnte etwas zum Erzählen.)

    Die Cosmeen waren über Nacht vom Frost gekocht worden. Alle anderen Pflanzen hatten die Temperaturen tadellos überstanden. Die Astern schwelgen in Farben, die eine Hälfte der Rosen schwelgt in Hagebutten, die anderen bringt immer noch Knospen hervor. Ein einsames Tagpfauenauge zog den Tag über den Kreise niedrig über dem Garten.

    Höher zogen Kraniche, Gänse und Enten.

    Groß-O, klein-o und Omega

    Da die Woche zu voll war und es draußen ja kalt war, und wir den Ofen zum Brennen gebracht hatten, gab es viele gute Gründe den Bungalow nicht zu verlassen.

    Außerdem hatte ich so einen guten Grund, mich weiter in die Datenstrukturen und Algorithmen zu vertiefen. Eine zweite Runde Big-O, klein-o, Omega und andere Komplexitätsverfahren. Groß-O gibt an wie lange ein spezifischer Algorithmus im schlechtesten Fall braucht (größergleich), klein-o ist fast dasselbe, aber nur größer, kein größergleich. Omega gibt an, wieviel Zeit ein bestimmtes Problem mindestens zu seiner Lösung benötigt (kleinergleich). Ziel ist es natürlich, dass die Zeit die ein spezischer Algorithmus braucht, nicht größer ist als die Mindestzeit, die zur abstrakten Problemlösung erforderlich ist. Dann ist der Algorithmus optimal.

    Die ersten Anwendern folgten, Vieles zu Zeigern und Werten unter besonderem Bezuf auf Java.

    Bei den ganzen Os musste ich mal wieder nur Formeln aufschreiben, ein bißchen daran rummalen, und plötzlich machte es Pling! So war das also gemeint. Für das (Informatik-)leben gelernt. Das trug zu meiner Modulentspannung bei. Auch zu meiner Entspannung bei trug die Sichtung der weiteren Modulteile.

    Nach dem wirklichen steilen Lernanstieg des Kursteil 1 scheint die Lernkurve danach abzuflachen. Nachdem Teil 1 quasi einen Crashkurs in Formalen und Methodik bringt, geht es in den weiteren Teilen vor allem darum, diese in verschiedenen Szenarien anzuwenden. Das ist weiterhin nicht ohne – aber natürlich versteht sich eine Methodik besser wenn man diese in verschiedenen Varianten anwendet als wenn mensch andauernd neue Methodik lernt.

    Nach dem Os und den Zeigen folgen jetzt Listen und ihre Sonderformen namens Stack und Queue.

    Ja, Zucker auch

    Manchmal ist unser Team gar nicht nerdig, manchmal schon. Bei der kompletten Ignorierung von Geburts- und Jahrestagen beispielsweise. Über Jahre wurden diese komplett ignoriert – jetzt stehen sie immerhin im Kalender und das Geburtstagskind kann mit Glück hoffen, vom halben Team einen halben Glückwunsch einzusammeln. Feiern können wir.

    Mir offenbart dies aber die Möglichkeit: Wenn ich Kuchen machen will, kann ich, wenn ich nicht, kann ich das Thema auch ignorieren. Und im Zweifel kann ich mich mit dem Kuchen auch drei Wochen verspäten und es wird immer noch ein Event.

    Ich hatte Lust. Zumal es um Sachertorte ging, bei der das Rezept im Wesentlichen daraus besteht, Schokolade zu schmelzen und dann Butter in der warmen Schokolade aufzulösen. Das ist ästhetisch ebenso erfreulich wie im Nachhinein schmackhaft.

    Ich löste also Schokoladenbutter auf, schlug Eiweiß und -Gelb, buk, löste mehr Schokoladenbutter auf und verstrich.

    Warum machen wir das nicht öfter?

    Guns und Embroidery

    The fuq: Ohio man charged after brandishing gun at New York City Wikipedia conference

    Der Zenbrowser ignoriert ein Usabilitygesetz und ist deswegen (für einige) unbenutzbar

    Meine Rede seit 1988 als ich anfing über meinen Privatfernsehkonsum zu reflektieren – nur kurz unterbrochen von den frühen Jahren des Internets, das aus technischen Gründen textlastig war: Da aber immer weniger vorgelesen und gelesen und immer mehr gescrollt und gewischt wird, steuern wir schnurgerade auf ein Zeitalter des Illiteratismus zu, in dem Lesekompetenzen so gering sind, dass zwar wenige kurze Sätze gelesen werden können, , längere Texte aber nicht mehr: 1000 Worte sagen mehr als ein Bild

    Herr Mess schimpft über ein Office-Update und – gerade angesichts der erwähnten Großprojekte oben – denke ich natürlich sofort „wie hättest Du das gemacht?“ – Antwort: Auf jeden Fall in Wellen, niemals alle gleichzeitig.

    Durch’s Kinoprogramm gescrollt, was mit Jane Austen gelesen, beschlossen, dass ich mir das bei Gelegenheit näher anschauen muss. Und schon kam die Gelegenheit ganz von selbst in den RSS-Reader: Jane Austen und das Chaos in meinem Leben

    Messy Nessy im Stick-Kosmos: 13 Things I Found on the Internet Today fast nur zum Thema Embroidery.

  • 25-10-14 Rostroter Badmülleimer

    25-10-14 Rostroter Badmülleimer

    Die Klausur Mikroökonomik ist bestanden. Damit trennt mich nur noch das unbekannte Klausurergebnis Knowledge Management vom Bachelor.

    Madame bestellte mit 1% Handy-Akku per Paypal-Handy-Überweisung vier vernickelte Hultarps.

    Old school an der Kasse bezahlte sie bei Höffi den rostroten Badmülleimer Spirella. Farblich vielgestaltiger war das von ihr entdeckte Farrow & Ball-Fachgeschäft in Wilmersdorf.

    Dienstag hatte ich im Büro das erste Mal seit einer Woche für ungefähr drei Stunden lang nicht das Gefühl in einer Wildwasserwelle zu hängen. Zeitweise hatte ich wieder echten Überblick und durfte selber Tempo, Abfolge und Richtung meiner Arbeit gestalten.

    Es endete allerdings mit einem seltenen Erlebnis: Ich schrieb einem Kollegen eine unfreundliche Mail.

    Es waren drei Tage der Arbeit.

    Ein Nachtrag zum Klavierbauer von letzter Woche: Es handelt sich um den Klavierbauer Stallmann. Auch wenn die Kompetenzbeurteilung von Handwerkern fremder Gewerke immer schwierig ist: Er macht einen sehr guten Eindruck.

    Ein Nachtag zu den Latifundien: Es lagen in letzter Zeit diverse große Walnüsse im Beet. Was insofern bemerkenswert ist, weil wir keine Walnuss besitzen und auch in näherer Nachbarschaft keine kennen. Die drei Eichhörnchen und das Rätsel der unvergrabenen Walnuss.

    Wenn der Bus Verfrühung hat, geh ich eben zu Fuß

    Der Arbeitsweg führt unter fallenden Blättern vorbei, fast bin ich mit der Jahreszeit versöhnt, die ein Ende von Licht und Leben bedeutet.

    Vögelschwärme kreisten selbst über dem ICE-Bahnhof.

    Beim abgebrannten Haus von Marcello/ da Michele sind wieder Bauarbeiter unterwegs. Die Einweg-Schutzanzüge, die sie tragen, lassen es geboten erscheinen, Abstand vom Haus zu halten.

    Dafür entdeckte ich eine neue Pizzeria im Baumarkt. Die Bezeichnung Italian Pizza ließ Zweifel an der Italianita des Etablissements aufkommen, endgültig verstärkten sich diese durch die halb-arabisch/halb-deutsche Inschrift „Bismillah … Allah“.

    Empfehlenswerter: In der Mittagspause gegenüber zu Höffi laufen und dort das SB-Restaurant aufsuchen. Dort entdeckt: vor den Toiletten sind Zeiterfassungsterminals, die Mitarbeiter*innen müssen sich ausstempeln wenn sie auf Klo gehen.

    Überraschend empfehlenswert: Der Mittagstisch von Exclusive Coffee zwischen Südkreuz und Vattenfall-Zentrale. Der Moabiter und ich testeten.

    Unangenehme Nachbarschaftsentdeckung: Ein Hamas-Dreieck auf einem Parkautomat. Nach etwas Grübeln und der Google-Suche „was tun wenn Hakenkreuz gesehen“, entschied ich mich zu einer Strafanzeige. Allerdings dauerte es noch einen Tag. Denn ich wollte nicht schreiben „irgendwo hier auf dem Parkautomat ist etwas, dass ich für ein Hamas-Dreieck halte“ sondern ordentlich mit Fotos und Begleitsprüchen dokumentieren. Und siehe da: Bis ich wieder am Parkautomat war, was das Symbol schon wieder entfernt worden. Vielen Dank.

    Auf den Kopfhörern auf den letzten Schritten ins Büro die Yabai T-Shirts. Es ist gar nicht so einfach, dabei sozialadäquat durch die Gänge zu laufen.

    Wie ich friedlich in die Bibliothek gehen wollte und auf dem Ballermann landete

    Nachdem letzten Monat mein abendlicher Ausflug in die Stabi so umfassend erfreulich war, dachte ich ich wiederhole dies. Denn nach dem Bachelorsemester 7 ist hoffentlich im Mastersemester 1. Der herbstliche werktagsabendliche Potsdamer Platz wird sicher erfreulich leer sein, und selbst dort werde ich dann schnell und unkompliziert etwas essbares finden.

    Dann allerdings stieg ich aus der S-Bahn und landete auf dem Ballermann:

    Das Festival of Lights!

    Schick. Aber auch voll. Und so gar nicht bibliothekarisch. Schnell und unkompliziert essen war angesichts der Menschenmassen natürlich auch ausgeschlossen. So strebte ich schnell und hungrig in die Bibliothek. Selbst den Halloween-Pop-Up-Store von Deko Behrendet ignorierte ich. Denn ich wollte endlich Zeit allein mit dem Modul Datenstrukturen und Algorithmen verbringen.

    O

    Ich glaube Herr Rau schrieb letztens sinngemäß, dass er mehr Informatik unterrichten möchte und weniger programmieren. Dann wäre dieses Modul – Datenstrukturen und Algorithmen – etwas für ihn. Das beginnt erschreckend mathematisch (Groß-O – Beweisen sie, dass…) geht dann aber zumindest ein klein wenig in den geistigen Sinkflug und erläutert Informatik.

    Es beschreibt Programme, bleibt aber letztlich eher abstrakt, versucht Strukturen und Sinn jenseits des Programmcodes zu finden. Also nicht „Es gibt Klassen“, sondern „Es gibt ein Bedürfnis, das kann auf folgende Art und Weise gelöst werden und in Java gibt es dafür Klassen, in C hingegen..“

    Sehr spannend. Ich glaube in seiner Art eher Old School. Und danach werde ich keine Zeile Code mehr schreiben können als vorher. Aber ich werde Programmierern unangenehme Fragen stellen können.

  • 25-03-29 Solooboistin

    25-03-29 Solooboistin

    Madame liest jetzt das Helgoland-Buch.

    Im Internet lese ich erwachsene Menschen Ü50, die die neusten Internet-Trends und Memes referieren und bekomme spontan Mitleid.

    Auch im Internet lese ich, „Wirtschaftsinformatik ist das Gegenteil von Informatik“, und der olle Rechthaber in mir muss natürlich widersprechen. Ich nehme mal die drei Punkte, die ich für den Wesenskern der Informatik halte:

    • Es geht um Information, ist also prinzipiell abstrakt
    • Es geht immer um Wiederholbarkeit und generelle Verfahren, niemals um Einzelfälle
    • Maschinen sind beteiligt

    Dann würde ich eher sagen, Schnitzen, Töpfern oder Sandburgenbau sind das Gegenteil der Informatik.

    Das Fernuni-Sommersemester nähert sich. Ich warte noch auf die Bachelorarbeits-Themenbestätigung, habe aber schon vor der Personalabteilung den rituellen Teilzeitarbeits-Tanz für die Zeit der Bachelorarbeit vorgeführt.

    Noch aber kann ich mich den normalen Modulen widmen. Ich begann mit der Mikroökonomik, und wir wurden inhaltlich spontan Freunde. Fast lachen musste ich als ich eine Fußnote am Begriff der „Neoklassischen Theorie“ fand:

    Nicht zu verwechseln mit dem sogenannten Neoliberalismus. Die neoklassische Theorie ist eine mathematisch fundierte Theorie, die unter bestimmten Rahmenbedingungen vielfach empirisch überprüft ist. Neoliberalismus ist eine politische Ideologie, die auf dem Glauben beruht..

    Die CDU möchte das Informationsfreiheitsgesetz abschaffen und in der Zeitung mit den vier Buchstaben las ich den wildesten Aufhänger dazu „Fler verkracht sich mit seinem Freund Amthor.“

    Wobei ich mir nicht sicher, ob ich es schlimmer fände, mit Fler oder mit Philipp Amthor befreundet zu sein.

    Im Wohnungs-Treppenhaus wurde Briefkasten 25 aufgehängt. Angesichts von 12 Wohnungen im Haus ist das viel. Es scheint aber diesmal kein Briefkasten zu sein, der zu einer der Immobilienfirmen gehört, die bei uns residieren.

    Wahrscheinlich gehört er zum Anbau auf dem Hof, wahrscheinlich waren sie es müde, niemals vom Briefträger gefunden zu werden. Passend: Verlinkte ich Donnerstag noch den Artikel über die wachsende indische Community in Deutschland, wohnen jetzt Kumbukkal und Sunandan bei uns.

    Der Große fuhr erstmals mit der S-Bahn zur Arbeit, um das Chaos der gesperrten Autobahnbrücke zu umgehen, die verwirrenderweise Ringbahnbrücke heißt. Und was passiert: Die Ringbahn wird auch gesperrt, weil die Autobahn auf die S-Bahn zu fallen droht.

    Madames Töpferkurs hat eine neue Star-Teilnehmerin: Die Brückenbauingenieurin, die einiges über Autobahn-Brücken im Besonderen und Brückensanierung im Allgemeinen zu sagen hatte. Sie rief in Erinnerung: der Brücke wohnt das Problem inne. Denn wäre es einfach an ihrem Standort zu bauen, wäre dort eine flache Straße und keine Brücke.

    Der neue, alte Gedarmenmarkt wurde nach seiner Sanierung ziemlich abgewatscht. „Steinwüste“ lasen wir, begleitet von entsprechenden Fotos. Ein Konzert brachte uns nun selber zum Platz: und wir sahen wie suggestiv Fotos wirken können. Was mit dem entsprechenden Weitwinkel aus geschicktem Winkel aussieht, wie eine riesige Steinfläche, ist in echt halt ziemlich klein. Im Vergleich zu den drei Gebäuden dort – Deutscher Dom, Französischer Dom und Konzerthaus – ist das mehr ein Vorplätzchen der drei; selbst wenn es nur aus Stein ist, ist er viel zu klein für eine „Wüste.“

    Barockhornsammler

    Uns aber führte der Weg einige Treppen hinauf in den Kleinen Saal des Konzerthauses. Die Akademie für Alte Musik (Akamus) hatte zum Kammerkonzert geladen. Oboen- und Hornquartette von bekannteren (Mozart) und unbekannteren (Družecký, Warnitzky, Stamitz) Komponisten standen auf dem Programm.

    Während die Solooboistin Xenia Löffler einfach „nur“ gut spielte, war der Solohornist Erwin Wieringa selbst ohne sein schöne hornieren eine Schau. Uns Beide erinnerte er an Mr. Bean – rein optisch, aber auch vom Gefühl her in anderen Sphären zu leben. Dass das Barockhorn maßgeblich gespielt wird, indem die Hand im Schalltrichter bewegt wird, (Siehe Stopfen (Musik)). Das ist eine eindrucksvolle Spieltechnik, sieht aber halt auch leicht bean-esk aus.

    Passend dazu die Info, dass Wieringa privat eine große Sammlung von Hörnern besitzt – das passte.

    Denn wir konnten es sehen: Der Saal klein, wir in Reihe 2, wohl kein Saal in Berlin mit besserer Akustik für Kammermusik, und alle Bewegungen und jegliches Handwerk der Musiker*innen gut zu sehen. Ein großer Abend.

    Treckerclub beim Ausflug

    Schweinenacken, immer wieder Schweinenacken.

    Während Madame die Kasse des Dauergartenvereins prüfte, überlegte ich am Grillprogramm. So ein ganzer Schweinenacken low&slow vom Grill ist schon sehr lecker. Aber ist es nicht doch etwas langweilig?

    Als sie wiederkam fuhren wir zu Rinderstolz&Wildeslust. Auf dem Hof dort ein Oldtimertraktorenclub auf Ausflug. Die Gefährte waren dabei, knatternd und trötend in ihren Deutzes, Bulldogs und Hanomags den Hof zu verlassen, nicht ohne dem Metzger zum Abschied zu Winken.

    Nachdem wir sie verabschiedet hatten, kauften wir, natürlich Schweinenacken, der mit Blumenkohl und Tomaten auf den Grill kam.

    Madame freute sich am Blühen der Forsythie, denn nun darf sie Rosen schneiden. Hummeln nutzten die Sonnen und besuchten die Taubnesselwälder. Im Beet tauchten weiße Überraschungs-Szillen auf, die frühesten Narzissen sorgen für Ostergefühle und selbst der Pfirsich hat vielleicht Blütenknospen angesetzt.

    Die Kranichschwärme beschränkten sich auf einen Einzelkranich, und auch der Hausrotschwanz hielt sich bedeckt. Vielleicht war ihnen auch zu kalt.

    Madame wehrtete die WIldkamera aus, die auf den Kompost gerichtet ist, aber dazu vielleicht später mehr. Lustiges Tierleben haben wir.

    Saarbrücken hat keine Metro

    Kann man sich nicht ausdenken: Bürgerrat zur Corona-Aufarbeitung: SPD wollte Esoteriker als Organisatoren einsetzen

    Letztens stellen wir fest, dass das Saarland das einzige Bundesland ist, in dem wir noch nie waren. Praktischerweise schrieb der Flusskiesel einen Besuchsbericht aus dem Saarland, so dass wir etwas weniger Bildungslücke haben: 2025-03-21 Freitag und 2025-03-22 Samstag.

    Gelernt: Pariser Metro-Tickets gibt es jetzt auch auf dem Handy. Good to know!

    Abgesehen davon, dass Frau Zimtkringel lecker kocht, schreibt sie auch schön. Und vor allem: man hat immer das Gefühl live in der Küche neben ihr zu stehen: Barraquito nach Chili und Ciabatta

    Modern science wouldn’t exist without the online research repository known as arXiv. For once, this isn’t an exaggeration.

    Das Online-Museum der Stewardessen-Uniformen. (via Messy Nessy Chic)

  • 24-09-21 Das Ende der Informatik

    24-09-21 Das Ende der Informatik

    In der Dominicusstraße öffnete Empire Barber. Ich kann mich nicht daran erinnern, welches Geschäft dort letzten Monat noch wohnte. Im Zweifel eine Döneria.

    Ich begann ernstlich mit Obsidian zu spielen. Ich nutzte es am Rechner testweise für Uni- oder Arbeitskram.

    Wie meine eigene Wikipedia, nur schicker. Das Programm und ich werden noch viel Spaß zusammen haben. Erst Entdeckung: Obsidian nutzt Mathjax (und kann damit LaTeX) und kann Softwarecode nativ mit korrekten Auszeichnungen darstellen.

    Madame trennet sich doch nicht von Hansenet. Deren Nachfolger Telefonica/O2 scheint den Abschied ähnlich mühevoll gestalten zu wollen, wie damals den Beginn.

    Als bekennender Fahrradstreber steige ich meistens ab, wenn ich mit dem Fahrrad eine Fußgängerampel nutze. So auch Freitag. Den Polizeiwagen, der an der grünen Ampel wartete, bemerkte ich erst, als er in dem Moment losfuhr, in dem ich vom Rad stieg. Wenn man schon blind ist, muss man Glück haben und durch das eigene Streber-Gen gerettet werden.

    Der latifundale Bäckereiwagen verkaufte die letzten Bohnen des Jahres.

    Beim Metzger erfuhr ich, dass das heutige Schwanteland-Betriebsgelände seine Wandlung von der Obstplantage zur Gewerbegelände dem Berliner Autobahnring verdankt. Als dieser gebaut wurde, wurde die Bauzentrale mit Lager und Baumaschinen und Wohngebäuden der Arbeiter an dieser Stelle errichtet. Das erklärt vieles darüber, wie das Gelände aussieht

    Am Samstag betrieben wir praktische Demokratie und wohnten der Dauergartenvereinsversammlung bei. Wie es sich gehört unter freiem Himmel, mit Traktoren, die alle paar Minuten vorbei donnerten. Es blieb kurz, weitgehend konfliktfrei (größter Streitpunkt: die Gartenwartin beschwerte sich über mangelnde Mitarbeit auf dem Vereinsgelände, Mitglieder konterten, dass diese auch stattfindet, wenn die Gartenwartin gerade nicht hinkuckt.).

    Die Ankündigung des Vorsitzenden „Themen quer durch den Garten“ zu behandeln, war unbeachsichtligt wortspielig.

    Gleich gleich größergleich und kleinergleich

    Die Fernuni-App meldete ein neues Klausurergebnis: Datenbanken und Sicherheit im Internet ist bestanden.

    Damit bin für das Bachelorstudium ich mit den Informatik-Modulen durch. Ich lernte laut Plan

    • Objektorientieres Programmieren mit Java,
    • Die Grundlagen der Technischen Informatik (wie funktioniert ein Flip-Flop, wie ein Prozessor funktioniert, etwas Assembler, etwas zu den physikalischen Grundlagen von Ethernet, LAN und dem Mobilfunknetz)
    • Die Grundlagen der Theoretischen Informatik (Formale Sprachen, Turing-Maschinen, P-NP-Problem)
    • Sicherheit im Internet (Kryptographie, Zertifikate, Firewalls)
    • Datenbanken (Theorie, Theoretische Darstellung, ERM, SQL)

    Es kommen allerdings noch drei Module der Wirtschaftsinformatik im engeren Sinne: Betriebliche Informationssysteme (angesiedelt in der Informatik, beim Durchblättern entdeckte ich SQL-Schnipsel), Inforationsmanagement und Knowledge Management (beide angesiedelt bei den Wiwis). So langsam beginnt sich der Horizont des Bachelorendes abzuzeichnen.

    Vorher allerdings wartet noch die Seminararbeit. Ich beginne mir einen Überblick über das Thema zu verschaffen. Voller Freude stelle ich fest, dass ich das schöne Wort

    Produktionsprogrammplanungsproblem

    behandeln kann. Ich hoffe, es gelingt mir, es auf jeder zweiten Seite zu verwenden.

    BBB + Peter Fox = Love

    Letztes Jahr, ungefähr zu dieser Zeit, führten Madame und ich einen Dialog.

    Ich: Ich bin heute Abend nicht da, Betriebsfest der Berliner Bäder.

    Madame: Ah, prima. Dann kann ich ja ausgehen, vielleicht ins Schwimmbad. Weißt Du ob das Stadtbad Wilmersdorf geöffnet hat.

    Ich: Keine AHnung. Aber ich kann nachschauen.

    Ich werfe also das Internet an, schaue nach. Ich entdeckte: Hat geschlossen. Wegen Betriebsfest der Berliner Bäder.

    Ich: D’oh!

    Natürlich haben wir dieses Jahr genau denselben Dialog geführt mit genau demselben Ergebnis. Alle meine Lieblingsbadleitungen und Lieblingskassierer*innen vergnügten sich an der Spree, während Madame auf dem Trockenen saß.

    Alle waren sich einig, dass es das beste Fest aller Zeiten war. Mit schönem Spreeblick, perfektem butterzartem Adobo-Huhn, und ich hatte auch den Eindruck alle Anwesenden waren mit der abgelaufenen Freibadsaison auch im großen und ganzen im Reinen.

    Auffällig: Nachdem Peter Fox zur Begeisterung fast Aller vor ein paar Wochen im Neuköllner Columbiabad spielte, dominierte er nun auch die Tanzfläche. Von Dickes B bis zu Schwarz zu Blau. Nur Dotas Bademeister*in musste natürlich auch sein.

    Extraschön: Einmal wieder Abends mit dem Rad durch Schöneberg und Kreuzberg, vorbei am Gleisdreieckpark, dem Hochbahnviadukt und dem Prinzenbad. Ein Moment des Abesteigens und Innehaltens am Baerwaldbad.

    Ein wirklich tolles Bad von 1900, das seit Jahren geschlossen ist – und seit Jahren will es niemand haben, weil niemand die Dutzenden Millionen hat, um es denkmalgerechnet zu sanieren. Armes Baerwaldbad.

    Eingang des Baerwaldbads

    Synchronzensus

    Letzten Winter sahen wir das Synchronschwimm-Weihnachtsmärchen. Immer noch ein Exot: Frithjof Seidel, der männliche Synchronschwimmer im Nationalkader. Der NDR widmete ihm eine ganze Reportage: Sportclub Story – Allein unter Frauen.

    Das statistische Bundesamt veröffentlichte den Zensus Atlas 2022 (via Tröt / Don-Kun)

    Spektrum der Wissenschaft zu Nachtschlafsorgen und dem Midnight Brain: Nachts sind alle Gedanken grau

    Madames Rezept für Tom Ka Gai aus dem Slowcooker.