Schlagwort: Josef Hader

  • 26-05-28 Ente im Totholz

    26-05-28 Ente im Totholz

    Soargwlbruxh

    (Keine Ahnung, aber steht in den Notizen)

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    Über das Internet trafen die letzten Heimfahrmeldungen der Besuchsgruppe Tauferinnerung ein. Der letzte Endgegner war das defekte Signal bei Lüneburg.

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    Madame pflanzte Zitronenthymian und eine Johannisbeere und säte kalifornischen Mohn.

    *

    Der Kaptain fand Word wieder auf dem Rechner.

    *

    Es waren drei Tage des Mikrourlaubs in den märkischen Hamptons mit Bussard ohne Oper.

    Grün zu bunt

    Der Bussard schrie, das Gras wogte, der Bauer sprühte Pestizide.

    Der Garten schaltet in den Sommermodus. Noch ist Grün die vorherrschende Farbe. Aber beinahe stündlich konnten wir Sträuchern, Stauden, Rosen und Ausgesähtem beim Aufblühen zusehen. Beim Versuch aufzuschreiben, was alles kreuchte, fleuchte, blühte, loslegte, schlug ich nur irgendwann die Hände über dem Kopf zusammen: „So viel! So viel! Wer soll dem allen Aufmerksamkeit schenken!“

    Selbst die Pfingstrose blühte rechtzeitig zu Pfingsten.

    Wichtig, weil für uns handlungsleitend: Die Rosentriebbohrer bohren weiter und tötet Knospen. Ihre Zahl ist gegenüber dem letzten Jahr zurückgegangen. Aber gerade wenn sie Knospen an den nur einmal blühenden Alten Rosen zerstören, ist das unerfreulich.

    Manchmal allerdings braucht es auch gar keine bohrenden Solitärwespen. Manchmal kann ich das auch alleine. Das von mir geschobene Benzinreh knabberte leider die versteckt gelegenen Knospen und Trieb der Tuscany Superb ab.

    Wichtig, weil Atmosphäre: Anscheinend sind diverse Gräser in der letzten Woche um einen guten halben Meter gewachsen. Wo sie mir bestenfalls bis zum Knie gingen, sind Teile der Wiese schon wieder schulterhoch. Die Wiese wogte im Wind, darüber ein Wölkchenhimmel, Gartengrasmücke und Amsel sangen um die Wette, während darüber ein Miniaturschwarm Stare kreiste.

    Die neu gesetzten Astern sind angewachsen. Scarman’s Himalayan Musk an der Pergola deutet erstmalig an wie buschig und prächtig das einst werden kann.

    Der Greifvogel, der ein wenig wie ein Rotmilan wirkte, aber etwas unruhiger flog, ließ sich anhand seines Schreis als Bussard erkennen.

    Eine Premiere: Enten im Garten. Normalerweise fliegen die gelegentlich am Hinter-dem-Zaun-Acker vorbei. Aber noch nie waren sie im Garten. Jetzt fast mehrfach. Eine setzte sich erst auf den Totholzstapel, dann verschwand sie darin, und wir sahen sie nie wieder.

    Später fand Madame, beim Versuch den Brötchenwagen abzupassen, das Nest des Turmfalken im Dorf. Es befindet sich in einem kleinen Türmchen, der Falke selbst zeigte es ihr, indem er lautstark und entschieden zwei Tauben aus dem Türmchen verjagte.

    Rucola als verbindendes Element

    Am Montag grillte ich experimental. Der Urlaubstag bot sich für Mikro-Abenteuer an, wie den zweiten Einsatz des Grill-Pizzasteins. Mir war nach Lahmacun, also sollte es Lahmacun geben: Hefeteig, eingerieben mit einer Tomaten-Hack-Masse, auf dem Stein kurz gegrillt und dann mit zweilerlei Salat befüllt (1 – Rucola, 2 – Tomate-Käse-Joghurt). Das war sehr fein. Aber es zeigte sich auch, dass ich wenig Übung mit Hefeteig und noch weniger mit den Pizzastein habe. Es war eine Arie der Umständlichkeit. Das schreit nach Wiederholung.

    Soargwlbruxh = Spargelbruch will mir inzwischen scheinen. Den kauften wir beim Spargelhof in der schon geschälten Variante1 für schnelle Zubereitung.

    Am Dienstag nach der Exkursion bereitete Madame ihn zu Salat mit Schinken und Kratzete zu. Mittwoch, zurück in Berlin streckte sie ihn mit Parmesan (Crowdfarming), jungen Zwiebeln (Gemüslichkeit), Sekt (Reste-der-Taufgruppe), und Milchreis-Reis (aus dem Joghurtglas in der Vorratsschublade, keine Ahnung woher ursprünglich: BioCompany? dm?) zu einem höchst schmackhaften Spargelrisotto serviert mit Rucola (Gemüslichkeit).

    Ich packte meinen Koffer und..

    Ich packte meinen Koffer und ich packte ein: Eine Badehose (nicht gebraucht) und zwei Opernkarten (nicht gebraucht) und ein Fernuni-Skript (gebraucht).

    Nymphensee/Waldbad

    Wir dachten, wir sind schlau und verlegen den Badeausflug dieses heißen Pfingstwochenendes auf den Dienstag, den Werktag. Es half wenig. Die 30 Grad schlugen den Werktag. Am Parkplatz des Nymphensees angekommen, sahen null freie Parkplätze und dafür mehrere Autos im Suchkreis fahren. Das sagte uns: Für unseren Geschmack zu voll.

    Aber da wir eh schon fast in Falkensee waren, schlug das Navi noch das Waldbad Falkensee vor. Dies ist mir bisher komplett unbekannt – und das kann nicht so bleiben. Von außen sah es nett aus, ein richtig unkompliziertes übersichtliches Kleinstadtbad. Aber natürlich war es auch viel zu voll.

    Aber es war eine wirklich schöne Landpartie durch den Brandenburger Sommer.

    Der Gesang der Vögel

    Sogar fest mit Termin im Kalender stand Orlando von Olga Neuwirth in der Komischen Oper. Gebucht hatte ich diese im April 2025, nicht bemerkend, dass dies kurz nach Pfingsten war, nicht wissend, dass ich Urlaub haben würde, die Gemüslichkeitsabholung die Logistik verkompliziert und nicht mal ahnend, dass ich den Tag bei perfekten 22 Grad mit Sonne und leichter Brise auf den Latifundien verbringen würde.

    Irgendwann fragte ich mich „Mal angenommen, jemand würde dir jetzt die Karten für heute Abend schenken, würdest du sie annehmen?“ Mein Spontanantwort war „Auf gar keinen Fall!“. Zum Glück dachte Madame ähnlich, und so war der Fall pro Bluthänfling und Contra Oper entschieden.

    Die fünf Dimensionen der SERVQUAL

    Wirklich benutzt aus dem Koffer habe ich die Fernuni-Skripte zum Thema Dienstleistungsmanagement. Aus denen lernte ich etwas über Value-in-expectation, value-in-use, den Service Blueprint und die fünf Dimensionen der SERVQUAL lernte.

    Die fünf Dimensionen der SERVQUAL beschreiben nicht etwa, wie man Kunden quälen kann, sondern sie stehen für SERVceQUALität.

    Dennoch ähnelt das BWL-Modul Dienstleistungsmanagement in vielem der Anleitung zum Leiden am Dasein. Immer wieder geht es darum, wie Anbieter Kosten verringern können, indem sie nicht-Basis-Leistungen der Dienstleitungen streichen oder Teile des Serviceprozesses an Kunden abgeben („den Kunden stärker in die Value-Co-Creation einbinden“).

    Das klingt im Modul recht sachlich, aber vor meinem inneren Auge sehe ich natürlich sofort Selbstbedienung aus der Hölle, irre Call-Center-Antwortbots und den oft scheiternden Versuch bei irgendeinem Dienstleister irgendwie eine’n kompetente*n Ansprechpartner*in zu bekommen.

    Überhaupt lernte ich, meinen nächsten Restaurant- oder Friseurbesuch in vollkommen neuen Worten zu beschreiben. Service-in-use und Service-in-expectation vielleicht, vermutlich aber nutze ich eher die Sichtbarkeitslinie und das Service Skript. Nur der Ausdruck „Kundenkontaktpersonal“ klingt für mich eher wie eine justiziable Beleidigung, denn wie eine sachliche Beschreibung.2

    „Sie..! Sie…! Sie Kundenkontaktpersonal!!“

    „Kehraus“ ist ein Kurzfilm von 1990 über Straßenkehrer in Leipzig

    Weil Zeit und Energie für Mikroabenteuer war, wollten wir auch endlich den Beamer bezwingen. Wir bauten das Gartenkino auf, und im vierten oder fünften Anlauf lief alles. Wir wussten inzwischen wie sich die Leinwand aufhängt, konnten den Beamer bedienen und schafften es sogar, Filme zu streamen. Ab 21:18 war es dunkel genug, damit auf der Leinwand langsam Figuren erkennbar waren, ab 21:50h war es möglich, ernstlich Filme zu sehen.

    Der Kabel-Adapter-Sammlung sei dank.

    Wir schauten via Filmfriend erst das Kurzprogramm über das Seebad Taucha 1924 zur Beamer- und Leinwand-Kalibrierung, dann Spielfilme:

    Am Montag: Toast – ein Film basierend auf den tragischen Jugenderinnerungen des britischen Food-Autors Nigel Slater: Über Aufwachsen im Großbritannien der 1960er, begeistert von Essen, erst mit einer liebenvollen Mutter, deren größte kulinarische Errungenschaft Toast ist, dann mit einer Stiefmutter, die hervorragend kocht, aber immer in Rivalität und Feindschaft zu Nigel verbunden bleibt. Ein trauriger Film, ein schöner Film, ein Film über eine vergangene Zeit.

    Am Dienstag Wilde Maus von Josef Hader. Ein Film, der uns an Toni Erdmann erinnerte. Sehr tragisch, sehr lustig, sehr gnadenlos zu seinen Figuren und dabei gleichzeitig sehr liebevoll. Wie seltsam Menschen sind, was für bescheuerte Sachen sie machen, wie sehr sie sich lächerlich machen. Der Film nimmt wenig darauf, seine Protagonisten in all ihrer Lächerlichkeit zu zeigen, aber genau deshalb hat er sie lieb. Wirklich schön.

    Noch schöner: Kino unter dem Sternenhimmel mit großem Wagen, Abendstern und Mond, dazu immer wieder die hereingewehte Duftwolke der Abelie.

    Rechner richten

    Zu Hause dann Arbeitstagsvorbereitung (Madame) bzw. Fernuni-Einsendeaufgaben (ich). Beim Blick in den Donnerstagskalender fragte ich mich, welcher Depp mir ein 9-Uhr-Meeting direkt nach der Rückkehr in den Kalender legte; ich kam aber zu dem Schluss, dass nur ich das angesetzt haben könnte.

    Links

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    Ohrenschmaus hatte mehr Erfolg als wir am Nymphensee, ist allerdings auch anständigerweise zu Fuß dorthin gelaufen: 66 Seen Weg I, Pfingsten 2026, 3 Brieselang – Henningsdorf 23,5

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    Frau Herzbruch in Curaçao – Tag 11 und Tag 12.

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    Frau Rabe badet weiter auf Island und empfiehlt das Spa eher nicht.

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    Eine Ausstellung, die ich vielleicht sehen wollte und jetzt ganz sicher sehen will, dank readinginsweden: 23. Mai 2026 Kunst klingt, fühlt, duftet

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    Ich müsste lange nachdenken, um darauf zu kommen, wann ich zuletzt so etwas wie ein veritables Freudentänzchen bei einem erwachsenen Menschen gesehen habe. Zumindest abseits von großen Sportübertragungen und dergleichen, wo so etwas nicht weiter auffällt und in der kollektiven Begeisterung untergeht. Hier aber, in der Wandelhalle, pardon, in der Grand Hall – es kommt mir geradezu spektakulär vor. Und nicht nur mir, einigen Umstehenden geht es ähnlich.

    Anmerkungen

    ~ Der Erdbeerpreis sank unter 10 Euro / Kilogramm.

    ~ Erste größere Ausfahrt des Subarus nach Inspektion in neuer Werkstatt. Er fuhr tadellos und klingt besser als zuvor.

    1. Unser Verdacht: Es handelt sich im Ausschuss aus dem benachbarten Restaurant: Spargel, der beim Schälen in mehrere Teile brach, nicht mehr serviert werden kann, aber noch im Hofladen verkauft. ↩︎
    2. Was ich ja aus nicht-privaten Gründen spannend gefunden hätte: Die Anwedung der Konzepte nicht nur auf übersichtliche Fälle wie „Essen gehen“ sondern auch auf IT-Service-Management. Da wird es nämlich deutlich unübersichtlicher. Aber leider nein. ↩︎
  • 25-05-27 Negative Lambdas

    25-05-27 Negative Lambdas

    Frauen, die auf Minis starren, stehen in der Tiefgarage. Um genau zu sein: Eine Frau und ein Mini. Ich glaube der Mini gehörte zu ihr. Aber warum sie ihr Auto minutenlang intensiv betrachtete, während ich mein Fahrrad anschloss – mensch könnte sich eine schöne Geschichte dazu ausdenken.

    Das herrenlose Mercedes-Cabrio auf dem Bürgersteig vor den Südkreuz Offices verschwand. Anscheinend fand sich ein*e Eigentümer*in oder ein*e Besitzer*in oder zumindest eine interessierte Person.

    Vor Edeka Duolingo hingegen steht seit Wochen ein Lastenrad der Generation Rappelkiste zum Verkauf.

    Madame produzierte Himbeer-Sanddorn-Marmelade und gab damit kostbaren Raum im Tiefkühlfach frei.

    Madame entdeckte: Bayeux ist nicht nur Heimat des Teppichs und Ausgangspunkt zu den D-Day-Stränden. Sondern auch Heimat des Crêpes und liegt im Department Calvados. Neben Calvados gibt es in Calvados auch Cidre und Apfelkuchen.

    Danke für den Kommentar von Gabi zum letzten Post: Bayeux kommt noch? Dann schaut euch nicht nur den Teppich an, sondern auch das Cafe À La Reine Mathilde – da hab ich vergangenes Jahr die schönsten Törtchen Frankreichs gesehen (und gegessen!) …

    Festgestellt: wenn man um vier aufwacht und ein bißchen wach bleibt – und das vollkommen egal ist, weil Wochenende ist – dann ist eine Messe aus dem 15. Jahrhundert – um genau zu sein Das Vokalensemble Amarcord singt Josquin des Préz in Die neue Platte XL auf dem Deutschlandfunk – wirklich gute Musik für Halbschlaf im Dunkeln. (Klangbeispiel)

    Dabei fällt mir ein: Ich bin Samstag vermutlich in Berlin, könnte mal wieder zum Noonsong.

    Wie es einem in diesem Haushalt ergehen kann: Ich erwähnte einen Tagesspiegel-Kommentar, in dem der Opernfeuilletonist des Blattes den ESC-Siegersong mit Richard Wagner vergleich (Wagner gewann). Keine zwei Minuten später läuft Lohengrin von der Anlage.

    Die Gleitschirmbrille hatte ihren ersten Büroeinsatz. Dort war ihre Wirkung nicht ganz so spektakulär: Wahrscheinlich weil die Bildschirmsicht (zweidimensional in mittlerer Entfernung) die Sehsituation ist, die bei mir am besten ohne Brille funktioniert.

    Sonst überwiegen beim Tragen der Brille drei Gefühle. Das Gute: Wow! Das Schlechte: Dieses Wow wäre auch schon vor drei, vier Jahren sinnvoll gewesen.. Und das Bangende: Wahrscheinlich wäre es auch sinnvoll, mich von den sehstärkenlosen Sonnenbrillen für 10 Euro zu verabschieden und eine Richtige echte Sonnenbrille mit Stärke anzuschaffen.

    Es regnet

    Zum Aufstehen: Zwei Stieglitze im Sanddorn. Zum Abschied: eine Familie Stare auf dem Rasen der Nachbarin. Dazwischen: Regen.

    Es ist zu trocken. So generell. Immerhin regnete es Sonntag durchgehend. Eine gute Gelegenheit für den Garten, um durchzuatmen. Aktueller Stand sind etwa drei Zentimeter feuchte Schicht im Boden, bevor er darunter zu Staub wird.

    Ich konnte altes Brennholz aus der Holzlege holen, und wir machten es uns im Bungalow gemütlich. Madame buk Schwarzwälder-Kirsch-Waffeln, zum Abendessen gab es weitere Teile vom Memphis-Dry-Rub-Schweinenacken.

    Ich litt leidend unter der Kettensägenaktion vom Samstag, las und sah Mathematik. Denn inzwischen habe ich mein Modell ganz gut im Griff. Aber die Schwerelosigkeit und artistische Freiheit, die ich beim Springen durch Vektoren und Matrizen gerne hätte – und die mir das Leben erleichterte – ist noch in weiter Ferne. Bis dahin gilt: Üben, üben, üben.

    Einmal mit den Büchern zu Linearen Programmierung und zur betriebswirtschaftlichen Optimierung. Zum anderen aber auch mit Linearer Algebra.

    Zurück in der Wohnung begrüßte uns ein lautes Piepen. Wie man es haben will. Der Kohlemmonoxidmelder gab Alarm. Zum Glück aber nicht wegen Kohlenmonoxid – immerhin kann ich diese Zeilen noch schreiben – sondern weil er das Ende seiner Lebenszeit erreicht hat.

    Denken in neun Dimensionen

    Die Bachelorarbeitsmissverständnisse sind hoffentlich ausgeräumt. Der Lehrstuhl meldet mich zum 2. Juni 2025 zur Bachelorarbeit an. Das Prüfungsamt wird dann errechnen, wann genau der Abgabetermin ist. Aber 2. Juni plus 3 Monate sollte Ende August sein.

    Mein Lambda stimmt noch nicht. Noch führt mein Modell im Spätsommer zu negativen Zahlen von Schwimmbadbesucher*innen, weil die negativen Lambdas ungewollte Sachen anrichten. Prinzipiell wüsste ich auch, wie es richtig einsetzen müsste (halt so wie die ganzen anderen auch).

    Aber mir gefällt die Lösung noch nicht. Und Lösungen abschreiben, die mir nicht gefallen und die ich nicht zu 100% verstehe -> never.

    Die Klärung der Bachelorarbeitsmissverständnisse lässt mir Zeit eine kleine Denkdeviation zu den anderen beiden Modulen einzulegen, die ja auch noch anliegen. Die haben ihre Frist für die Einsendeaufgaben auf den 1. Juni gelegt, und das bedeutet für mich „Husch, husch, ins Moodle.“

    Montag: Knowledge Management. Single-Choice fragen, die ich teilweise offensichtlich in der Antwort finde, teilweise lassen sie sich mit Hilfe von Strg+F und dem Skript beantworten. Aber beim Thema Community Management und Competence Management fühle ich mich auch zu Hause. Größte Herausforderung: das weiterhin sehr eigenwillige Englisch der Studiendbriefe. – Da möchte ich sagen: Darlin’, you and me? We ain’t cut from the same cloth — and I reckon we won’t be exchangin’ Christmas cards neither..

    Die nächsten Tage kommt: Mikroökonomie. Ich würde behaupten, das hat insgesamt mehr Substanz. Leider gilt das auch für den Schwierigkeitsgrad der Einsendeaufgaben.

    Wenn das Hirn gar nicht mehr will, Fernsehen mit Gilbert Strang. Er und seine Lineare-Algebra-Vorlesungen sind so unfassbar charmant. („Wenn sie das öfter machen.. Also, man kann sich natürlich neun Dimensionen nicht bildlich vorstellen. Aber wenn sie das oft genug rechnen, dann haben sie fast den Eindruck, dass sie es beinahe doch können.“)

    Entfremdungsgefühle

    Es ist originell. Aus weiter Ferne verfolge ich die re:publica, lade gleichzeitig von der Fernuni-Moodle-Seite Einheiten mit den Titeln „Community Management & Collaboration“ oder „Competence Management“ herunter. Wobei ich nicht ausschließen würde, dass der entsprechende Lehrstuhl gerade über die Gänge der Station Berlin schleicht.

    Spannend: Meine Internet-Bubble und die re:publica haben sich weitgehend auseinander entwickelt. Ich höre fast mehr aus dem Deutschlandfunk über die Veranstaltung, als ich im Internet darüber lese.

    Falls ich mich mal wieder frage: Sollte ich mich vielleicht doch noch einmal in meinem Leben um eine Einladung zur re:publica kümmern. Es gibt einen Grund mehr: An unserem Stand findet ihr ein mobiles Bürgeramt, bei dem ihr euren Pass verlängern, eine Meldebescheinigung beantragen oder eure Ausweis-PIN zurücksetzen könnt.

    Ruine 2 gewann

    Gelesen: Ein Hof und 11 Geschwister von Ewald Frie. (Danke für die Leihgabe!) Ein spannendes Buch: Frie schildert den Weg einer Bauersfamilie aus dem Münsterland in die Moderne etwa von 1880 bis 2000, im Kern des Buches 1950 bis 1990. Er beginnt mit dem Hof als eigener kleiner Welt, mit vielfältiger Landwirtschaft und Knechten und Hausmädchen, die auf dem Hof wohnten, bis zum Stand heute: der ehemaliger Einmannbauer wohnt als Rentner im Bauernhaus, die Flächen sind lange zu klein für einen eigenen Hof und werden verpachtet.

    Frie erzählt dabei aus zwei Perspektiven. Einmal der Sohn des Hofes, der mit seinen 10 Geschwistern über ihre Jugend sprach: erzählt liebevoll, macht begreifbar und kann Details schildern, wie seine Schwester, die immer über den Hof rannte, damit sie in der Schule nicht nach Bauer roch. Frie ist aber auch Historiker, der die Geschehnisse seiner Kindheit und Jugend in den weiten sozialen und ökonomischen Rahmen einordnen kann.

    Er teilt das Buch in vier Teile: die Vorgeschichte. Die Welt des Vaters (1950er und frühe 1960er, der Hof in einer Blüte, Rinderzuchturkunden hingen im Flur). Die Welt der Mutter (der Umbruch und der Versuch, die Kinder in die neue Zeit zu bringen). Und Auszug und Abschied von der Landwirtschaft. (Am Ende die Welt der meisten Kinder).

    Entstanden ist ein warmherziges aber reflektiertes Buch mit Auge für’s Detail. Die letzte der zahlreichen Kühe, die für die Familie Zuchtpreise gewannen, trug den Namen Ruine 2.

    Trottel und Vollidioten

    Ein fulminanter Abschied der Filmfestspiele von Cannes. Cannes und Christiane geben alles, großes Drama, große Inszenierung.

    Camp Catatonia geht am Stock.

    Josef Hader im Schweizer Fernsehen: In Deutschland gibt es ja eher die Tradiotion: der Kabarettist stellt sich als schlauer Mensch auf die Bühne und sagt, die Regierung ist schlecht. In Österreich ist die Tradition eher: Der Karabettist stellt sich als Trottel auf die Bühne und sagt, die Regierung ist super. (via Buddenbohm)

    Von Frau Novemberregen für das Leben lernen:

    Dann noch einen Termin mit der Hausverwaltung aus rein strategischen Gründen abgesagt, nämlich weil ich mich nicht bis Mittwoch in eine Haltung bringen kann, die nicht „ihr seid doch alle Vollidioten“ ausstrahlt und so eine Haltung ist für Verhandlungen komplett ungeeignet. So ist es ja nicht, niemand wird morgens wach und denkt sich Okay, heute bin ich ein absoluter Vollidiot! Es ist eher so, dass das Verhalten in dem jeweiligen Referenzsystem irgendeinen Sinn ergibt und wenn ich den Sinn nicht verstehe, habe ich dass System noch nicht verstanden, dann fehlen mir noch Informationen. Und wenn ich so verbockt in Gespräche gehe, bekomme ich diese Informationen ganz sicher nicht.

  • 24-03-07 Töölö Maustetytöt

    24-03-07 Töölö Maustetytöt

    Madame schrieb 1B. Rechtzeitig meldete sich die Dachbodenbaustelle mit Presslufthammer zurück.

    Ich male klausurvorbereitende Rechtecke und Rhomben.

    Merke: Nicht „die Jana“ verwechseln mit „Diana“; auch nicht am Telefon.

    Neben Verwaltung und Klausurvorbereitung bleibt wenig Energie. Immerhin reicht es zu einem zimtkringelschen Gnocchi-Huhn.

    Das Internet empfiehlt mir Resident Alien. Aber ich fürchte bis zum 21. März ist meine Freizeit-Konzentration nicht ausreichend für irgendeine Art der Fiktion.

    Währenddessen warnt Katwarn vorm Eintreten von Trümmern in die Erdathmosphäre.

    Die „Vulkangruppe“ verhinderte, dass ich Gemüse kaufen konnte. Neben dem Tesla-Werk liegt das Edeka-Zentrallager und seine jetzt stromlose Kühlung.

    Wer sich übrigens fragt, wie man mit einem großen Lagerfeuer eine komplette Autofabrik lahmlegen kann: Ausgerechnet die BZ schreibt eine ausführliche Antwort: Man muss an der Stelle feuern, wo die Starkstromleitungen von der Oberleitung in die Erde gelangen.

    Nicht einmal Manja Schreiner konnte verhindern, dass die Hauptstraße fahrrad- und busfreundlicher umgebaut wird. Als mittelbare Anwohner der kommenden Bauarbeiten klebte eine Nachricht an unserer Haustür – und das war ein Wochenhighlight.

    Go Shnelli

    Wir sind Mitglieder des Star-Clubs geworden. Dabei lernte ich: Die Finnlady wurde in Italien gebaut und ihre Reederei ist letztendlich italienisch. Sie hat 11 öffentliche Decks. Auf dem obersten Deck ist das Restaurant. Wlan kostet extra.

    Madame setzte erste Ideen zur Urlaubsplanung um. Sie lautet derzeit 2 Ostsee, 1 Helsinki (Töölö Towers), 2 Talinn (Go Shnelli), 2 Riga, 2 Vilnius, 1 Warschau (Polonia Palace).

    Bei der Planung halfen Seat61 (zum Beispiel Riga-Tallin und Vilnius-Riga) sowie Turku-Warschauvilnius-mit-dem-Zug

    Bis zum Sommer werde ich auch noch beherrschen, wie sich Tallinn schreibt.

    Vorher buchte ich für den März noch einen Flixtrain von Berlin nach Hamburg-Bergedorf.

    Alte Weihnachtsbäume vor dem Bahnhof Südkreuz

    Ihr liewe Leit

    Die Kaltmamsell inspirierte mich, Konzerttickets zu kaufen. Beziehungsweise: Gibt ein musizierender Kabarettist Konzerte? Sind es Darbietungen? Aufführungen? Ich kenne mich in der Gattung so nicht aus.

    Nachdem ich in Ticketkauflaune war, machte ich weiter. Da ich seit 2001 keine Ahnung mehr von aktuellen Bands habe, suche ich lateral. Ich habe einige bevorzugte Konzertorte, schaue in deren Programm und entdecke Acts, die demnächst auftreten.

    Segen des Internets. Sogar Videos von Liveauftritten sind normalerweise verfügbar. Die Suche liefert spannende Entdeckungen.

    Das 80er-Revival ist so achtziger wie die echten achtziger nie waren: Selofan.

    Play that Funky music. Zu den drei möchte ich ganz dringend hin, leider an einem komplett unpassenden Termin: Say She She. Mit den Vibes, die ich bei einem Livekonzert erleben möchte. Ich will da wirklich hin. Aber, ach.

    Und die Finnen wieder. Einst vor langer Zeit fragte ich eine finnische Band beim Interview, warum so viele schräge Bands aus Finnland kommen. Ihre Antwort: All brown. Everything is brown. Brown sand everywhere. No color. (Ich habe keine Ahnug von Finnland. Aber es klingt plausibel)

    Melodiöser Mitsingpop mit Texten zum aus dem Fenster springen. Ein Journalist schrieb vom „glamor of downright misery“: Mausetot Maustetytöt. (Auch schlechter Termin)