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  • 26-06-25 Flurfilm

    26-06-25 Flurfilm

    Steigende Temperaturen treiben irrende Menschen um unsere Wohnung herum, auf der Suche nach dem nahe gelegenen Freibad.

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    Madame holte ein Paket in einem Mehr-Use-Laden, in dem unter anderem aufgearbeitete Tripp-Trapp-Baby-Hochstühle, edle Second-Hand-Kleidung für Kinder, Second-Hand-Kleidung für Erwachsene, DHL-Pakete, ornamentalen Silberschmuck und Binder für Jugendliche Transpersonen angeboten werden. Sie war etwas verwirrt, weil ihr nicht so recht klar war, was der Laden verkauft – nur, dass sie zu keiner möglichen Zielgruppe gehört – war aber sehr angetan von Freundlichkeit und professioneller Paketorga: Lilli & Paul

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    Der Klavierstimmer kam. Das Instrument hat sich in der neuen Wohnung eingewohnt und akklimatisiert. Was für schöne Töne plötzlich aus dem Wohnzimmer kamen. Wie gut es klingt.

    Der vorherige Klavierstimmversucher hatte noch behauptet, das Klavier sei unstimmbar und unrettbar kaputt. Beinahe hätte das Instrument deswegen nicht den Umzug überstanden, denn wer möchte schon ein kaputtes Klavier durch die Gegend tragen? Zum Glück vermittelte Le pianiste diesen Stimmer. Der hatte bereits vor dem Umzug die Rettbarkeit des Klaviers festgestellt. Nun war er gekommen, um – nach angemessener Eingewöhnung des Instruments im Raum – das Klavier zu retten.

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    Der Eichenprozessionsspinner spinnt auch in Pankow.1

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    Es waren zwei Arbeitstage.

    Gespinst des Eichenprozessionsspinners über Absperrband „Vorsicht Eichenprozessionsspinner.“

    _, err

    Ich arbeite an der Klausurvorbereitung zur imperativen Programmierung. Nach meinen ersten echten geschweiften Klammern und dem ersten echten Code, machte ich diesmal den Multiple-Choice-Selbsttest.

    Der lief gut, bestätigte mir, dass ich im Prinzip alles verstanden habe und zumindest innerhalb der gelehrten Grundlagen weiß, wie Go funktioniert.

    Das theoretische Wissen heißt noch nicht, dass ich den Standardsyntax auswendig kann, mit der beispielsweise eine Funktion als zweiten Rückgabewert einen Fehlercode macht. Aber das wird sich hoffentlich durch ausreichendes Training für das Fingergedächtnis legen.

    15 Grad und es wird noch heißer

    Manchmal stehe ich nachts auf und setze mich an das offene Fenster, um die Kühle zu genießen. Oft stehe ich auch sehr früh morgens auf, wie diese komplette Woche.

    Der Vorteil an Madames Woche der Wochen ist das Aufstehen. An sich ist Aufstehen um 5:00h morgens wenig beliebt. Derzeit bietet es uns aber die Chance, alle Fenster aufzureißen und die Morgenluft hereinzulassen. Manchmal ist sie kühl, manchmal nur „das Kühlste was es gerade gibt“, aber auf jeden Fall ist sie besser als die Nachmittagsluft.

    Mittwochmorgen: 15 Grad. Während ich versuchte durch oftmaliges Aufrufen von Kachelmannwetter irgendwie die Vorhersage für das Wochenende nach unten zu drücken, mochte ich die 15-Grad-Luft-Herzen-an-mich-drücken und nie wieder gehen lassen. Aber es hilft nichts, der einzige erkennbare Effekt ist das Ansteigen der Vorhersage von bisher 39 auf 41 Grad am Wochenende, mit nur geringfügigen Unterschieden zwischen Berlin und den Latifundien.

    Während ich dies Mittwochabend schreibe, sind wir noch bei 32 Grad – kein Wetter, in dem ich mich in der Sonne aufhalten möchte, aber bei eher trockener Luft (Taupunkt 12 Grad) im Schatten noch gut aushaltbar. Nur sind 32 nicht 39 und herannahende Gewitter zerstieben die Hoffnung auf dauerhaft trockene Luft.

    Die zweitgrößte Stadt Litauens

    Mein Versuch, eine Bahnfahrkarte von Vilnius in Litauen in die Hafenstadt Klaipėda zu kaufen, scheiterte. Noch stehen diese nicht zum Verkauf.

    Während ich mich durch die Website und die App klickte, lernte ich, dass wir wählen können: Zur Wahl stehen ein traditioneller Zug mit Lok und Waggons, die mich an deutsche Regios erinnern, oder ihre Pesa-730ML-Triebzüge, in dem ich bisher eine meiner komfortabelsten Bahnfahrten überhaupt (Riga <-> Vilnius, 2024) durchführte.

    Während ich noch darauf warte, die Pesa-Tickets kaufen zu dürfen, beginne ich ganz sutsche mit praktischer Kaunas-Planung: Was wollen wir da überhaupt?

    Das Art Deco/Modernismus-Welterbe ist klar, deshalb fahren wir hin. Die Erfahrung bisheriger Städtereisen spricht dafür, dass wir zentrale Einkaufs- und Ausgehstraßen sowie die Altstadt auch von alleine finden werden, einfach indem wir in den fraglichen Gegenden ein wenig zu Fuß laufen.

    Übersehen könnten wir:

    Der Kiemo Galerija – ein Street-Art-Hinterhof, der damit begann, dass Anwohner Vytenis Jakas in einem ignorierten Hinterhof Kunstwerke anbrachte, die an die ehemaligen jüdischen Bewohner*innen der anliegenden Häuser erinnern. Heute ist er das Zentrum Kaunaser Street Art und vermutlich Insta-Hotspot, aber ohne Insta weiß ich von sowas nichts.

    Das Barockkloster Pažaislis am Rande der Stadt auf einer Halbinsel eines Memel-Stausees.2

    Keine Taxen am Bahnhof Zoo

    Es ist eine schwimmbadbüroreiche Woche. Um überhaupt aus dem Haus zu kommen, und weil ich auf angenehm abendliche Temperaturen hoffte, stieg ich in den 249er Bus zum Delphi Lux am Bahnhof Zoo.

    Vor mir saß ein Mann, eine echte wahrhaftige physische Zeitung lesend, im Anzug, der mehr „gut angezogen“ sagte als „Business“, mit Rucksack und Brille, der zwischendurch den Bus verließ, mit Zeitung, Anzug und Rücksack zügigen Schrittes von dannen eilte. Und ich fragte mich „Herr Buddenbohm in Berlin?“

    Vermutlich war es nicht Herr Buddenbohm. Mit Sicherheit war es Berlin. Spätestens als ich beim Überqueren einer Kreuzung neben mir zwei Damen hatte, von denen einer ihrer Freundin erzählte, sie müsse die japanische Botschafterin begleiten und auch die Staatsministerin, war klar, dass ich in der Stadt der Bundesbeamtinnen unterwegs bin.

    Knapp drei Stunden später, nach dem Film, bot sich ein neues Bild. Die glücklichen und gerade hier, aich die unglücklichen Gestalten der Nacht trafen sich. Sie trafen sich in Mengen, dafür waren die Taxen verschwunden. Denn die Bahn hatte Komplettausfall. Getroffen waren auch S-Bahn und Regios. Insbesondere die Busse nach Spandau waren voll, wie wohl noch nie an einem Dienstag um kurz vor Mitternacht.

    Ich stellte mir kurz vor, wie es ist, mitten in der Nacht irgendwo im nirgendwo zu versacken, weil der Zug nicht fährt, erinnerte mich an einige wenige ungeplante Zwangsübernachten an Überraschungsorten, und freute mich zumindest, weil es warm genug war, um ohne Gesundheitsgefahren die ganze Nacht draußen zu bleiben.

    In Berlin, hier am Zoo, lassen sich zum Glück auch fast alle Strecken irgendwie mit U-Bahn, Tram und Bus und Fußweg bewältigen. So lange die Störung zeitlich begrenzt blieb3, war die Crowd um mich herum in einer vergleichsweise guten Position.

    Backrooms

    Es begann mit gelben Räumen. Ich hatte die Trailer für den Film Backrooms gesehen. Das Horrorfilmszenario reizte mich weniger. Aber diese gelben Räume: in dem verblassten fröhlichen Gelb, irgendwie unwirklich, irgendwie unheimlich und gleichzeitig komplett banal. Das reizte mich. Im laufe der folgenden Wochen las ich mehr zu Hintergrundgeschichte und Hype des Films. Aber das, was mich letztlich ins Delphi Lux trieb4, waren die gelben Räume und Flure.

    Es begann mit gelben Räumen. Die Entstehung des Films begann mit einem Foto von leeren gelben Räumen, das 2019 auf 4chan gepostet wurde. Daraus entwickelten sich erst Memes, dann eine Webvideo-Serie auf Youtube und am Ende ein Spielfilm eines 20-jährigens Youtubers beim Prestigestudio A24, der bei übersichtlichen PRoduktionskosten mit bisherigen Einnahmen von 300 Millionen Dollar zu den Kassenschlagern des Jahres zählt.

    Während des Schauens versuchte ich mich innerlich von der Entstehungsgeschichte zu lösen und den Film nur so zu sehen wie er war: Im Jahr 1990 entdeckt der verkrachte Discount-Möbelhausbesitzer Clarke (Chiwetel Ejiofor) in seinem Keller einen Durchgang in ein schier endloses Labyrinth gelber Räume.

    Mit der Zeit stellt sich heraus, dass sich dort – nach einer Horrorfilmlogik über die mensch besser nicht länger nachdenken sollte – das Unbewusste von Menschen manifestiert, insbesondere die unangenehmen Teile. Seine Therapeutin Mary (Renate Reinsve) folgt ihm, trifft in den gelben Räumen einen Clarke, der offenbar psychisch komplett durch ist. Es kommt zum dramatischen Showdown und irgendwie taucht dann am Ende noch eine geheimnisvolle Organisation auf.

    Diese Räume.. eine Welt, die gleichzeitig unglaublich banal und extrem creepy ist, in der die Gesetze normaler Logik nicht gelten – in einem durchgehend tollen Set-Design. Was hätte der Film an Potenzial gehabt. Der Verschnitt mit einer 1990er-Discount-Möbelhaus-Brüllaffenwerbung-Ästhetik – so großartig!

    Weniger Großartig, dann das ganze Therapie-Unbewusste-Setting, das ist halt auch 2020er-InstaTikTok-Niveau und fällt deutlich ab. Vor allem aber: der Film hat in seinem Setting alle Möglichkeiten. Everything is possible in these rooms. Und er entscheidet sich für 90 Minuten dieselbe emotionale Tonlage – immer ist es creepy, bedrohlich, unheimlich. Immer spielt im Hintergrund der selbe Soundtrack „Grusel“.

    Dabei weiß doch jeder Film, und auch gerade die guten Horrorfilme, dass Fallhöhe vorhanden sein muss. Dass es die emotionalen Highs geben muss, die Momente der Unbeschwertheit, der falschen Gewissheit, der Freude, damit dann der Schock um so größer wird. Die Chance vergibt Backrooms vollkommen.

    Der Film war nicht gut, aber interessant mittelmäßig.

    Die Kugelbar mit der Kegelbahn

    Es endete in einem gelben Raum.

    Der diesjährige Teamtag führte in den für mich fernen Norden Berlins. Es begann mit einem Meeting/Arbeitstreffen auf drei schattigen Bänken im Rosengarten des Bürgerparks Pankow. Der Park deutete an, dass es ein richtig schöner Sommertag werden könnte. lauschig, blumig, schattig mit Kirschen und Wassermelonen, während wir uns in Visionen versuchten und Hochzeitsgesellschaften bei ihren Fototerminen zusahen.

    Nach einem Mittagessen bei einem Italiener (erfüllte seinen Zweck), wechselten wir in den Westen und gingen im Wedding in die Kugelbar Kegeln. Wir hatten das Gebäude für uns: Oben Bar und ein Mini-Biergarten, unten die Kegelbahn, die uns als „70 Jahre alte Grand Dame“ vorgestellt wurde, die ein wenig anspruchsvoll sei.

    Erinnerungen an Kindergeburtstage beim Jugoslawen oder Griechen kamen hoch bei mir, B konnte mit der Kegelbahn beim Wilmersdorfer Chinesen glänzen, die in der damals typischen Rot-Schwarzen-Lackästhetik von Chinarestaurants gestaltet war. Der Semipro-Bowler im Team prophezeite uns Muskelkater für den nächsten Tag, hielt sich aber mit Spielen zurück.

    Vielleicht war es der Geruch, der ihn abhielt. Denn ich fürchte, ich habe einen Gedächtnisgeruch erschaffen – wie ein Raum bei 35 Grad Außentemperatur so kühl und vor allem feucht sein kann, war spektakulär. Eine mit Stoff ausstattfierte nasse Kegelhöhle, in der vermutlich passiert, was passiert, wenn mensch Stoff über längere Zeit in nasse Höhlen legt. Da muss mensch Kegeln wollen.

    Ich wollte. Zwei Stunden lang. Mit überschaubarem Erfolg und sehr viel Spaß. Jetzt habe ich Muskelkater.

    Dem Foto nach könnte diese Kegelbahn in Backrooms vorkommen. Im echten Erleben war sie anders überraschend.

    Links

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    Dank Markus gelernt, dass Melatonin u.a. die Körpertemperatur senkt. Das sollten wir vielleicht für die kommenden Tropennächte in Erwägung ziehen. In der Apotheken-Umschau lernte ich, dass das bewiesen wirksam nur für die verschreibungspflichtige retardierte Form ist und zwei bis drei Wochen der Eingewöhnung benötigt. Es ist alles kompliziert.

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    Menschen, die jedenfalls Hilfe brauchen, so sieht es oft aus. Menschen, die aber manchmal durchaus keine Hilfe wollen. Weil sie keine Papiere haben, wie man dann vielleicht hört. Kaum ein Wort Deutsch können sie, aber „Keine Papiere“, das haben sie doch lernen müssen, und vermutlich schnell. Die dann jedenfalls abwinken und sich hastig weiterschleppen, um die nächste Ecke und weg, bloß weg.

    Es kommt hier alles vor, und nichts daran ist einfach. Ich habe es bisher nie gelesen, glaube ich, aber es kommt mir nicht gerade unwahrscheinlich vor, dass an der Hitze mehr Menschen auf der Straße sterben, und schneller auch, als an der Kälte im Winter.

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    Lawrence von Arabien im Kino: Ich weiß nicht, wie oft ich den Film seitdem gesehen habe. Viele Dialoge kann ich jedenfalls mitsprechen. Gestern bot sich die Gelegenheit, ihn im Kino anzuschauen. Der Film gehört ins Kino. Mit der Ouvertüre auf schwarzer Leinwand. Es war die lange Version. Knapp vier Stunden mit Al ’awrence.

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    Gestern noch unterhielten wir uns über den von einer polnischen Familie betriebenen Dorfkrug in Bärenklau, und dessen große herzliche Gastfreundschaft und Gästesorge, die sich von der üblichen Brandenburger Stoffeligkeit abhebt. Da lese ich bei Frau Rabe von einer Einladung: „Sonntag waren wir zum Geburtstagsgrillen bei den Ex-Nachbarn eingeladen .. Es gab Unmengen zu essen (die ex-Nachbarin ist gebürtige Polin, die hat ein ganz anderes Verhältnis zu Gastfreundschaft als die meisten Norwegys)“

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    Es ist immer gut, wenn man in der Lage ist, seine Meinung zu ändern. Äußerte ich mich vergangene Woche noch zurückhaltend bis ablehnend über Austern, so muss ich mich korrigieren. Nachdem ich ihnen gestern und heute eine weitere Chance gab, empfinde ich inzwischen durchaus Genuss bei ihrem Verzehr.

    Anmerkungen

    1. Vielleicht sollte ich das mit den biblischen Plagen nochmal nachlesen. Raupen und Hitze würde meiner Erinnerung nach passen. ↩︎
    2. Der natürlich jünger ist als das Kloster. Ich vermute, es wurde auf einer ehemaligen Hügelspitze errichtet. ↩︎
    3. Ein klein wenig dazu, was passiert ist auf Mastodon bzw. dem dort verlinkten Bahn-FAQ ↩︎
    4. Damit Yorck Unlimited No. 35 – d.h. 6,80€ pro Besuch. ↩︎
  • 26-02-05 Rammstein. Ein Film platzt. (The photographers room, Kaunas)

    26-02-05 Rammstein. Ein Film platzt. (The photographers room, Kaunas)

    Im Antiquariat Bücherkeller neben unserer alten Wohnung hängt ein Schild Betrieb ruht. Leider aber erwartbar gestaltet sich die Suche nach einem Nachfolger für die Antiquariatsführung schwierig.

    Auch der zweite Versuch mit einem Festnetztelefon gestaltet sich kompliziert. Nachdem Telefon Nummer eins nicht mit der Fritzbox reden mochte, fehlten bei Nummer 2 die Akkus in der Packung. Das ist an sich ein behebbares Problem. Nur nicht jetzt, wo mensch, außer in Notlagen, nicht in die Eislandschaft Berlin hinausgehen mag.

    Crack tut nicht gut. Anschauungsbeispiele sieht Madame leider reichlich derzeit an den Schöneberger U-Bahn-Stationen. Ausgerechnet erblickt bei der Rückkehr von Kirchenchor und solidarischem Gemüse im gut bildungsbürgerlichen Bayerischen Viertel. Bei Minus zehn in kurzer Hose, jegliches Temperaturempfinden schon lange zerstört.

    Nachdem ich Madame die Haustür geöffnet hatte, roch ich, dass es wieder Kimchi gab; der deutlich besser schmeckt als er riecht, Zeit wieder Raclettekäse zu besorgen.

    Um 5:50h stand ich in der Tür, wollte Schnee schippen und stellte fest, dass der Schnee sich in Eisregen verwandelt hatte. Dann lieber umkehren, in der Hoffnung, dass eine Crème-Brûlée-Konsistenz des Schneeeises besser zu handeln ist, als reines Eis auf glattem geräumten Weg.

    Es gibt keine Hotels in Travemünde mehr. Bis auf Schlafstrandkorb Nummer 7 ist alles ausgebucht, wenn wir eine Übernachtung benötigen.

    This escalated quickly. Vor drei Tagen überlegten wir noch grob, ob wir im Sommer ganz grundsätzlich mit oder gegen den Uhrzeiger reisen wollen. Jetzt haben wir einen Fährplätz ab Klaipėda, eine Bahnkarte nach Warschau sowie Hotels in Warschau (Polonia Palace), Kaunas (Bōheme House mit dem Photographers Room), Vilnius (Comfort Rock’n’Roll Hotel), Klaipėda (Dangė) und Lübeck (Premier Inn gegenüber vom Bahnhof) gebucht. Einzig die Züge in Polen und Litauen fehlen noch – die können erst 60/30 Tage vor Abfahrt gebucht werden.

    Es waren Tage der Arbeit zwischen Eis, Schnee und David Lynch.

    Spannender, aber inputreicher Arbeitstag am Mittwoch und ich hing abends in den Seilen. Madame besorgte Butter Chicken und Mulligatawny Soup von Sagar.

    In einer Arbeits-Nebenhandlung: Ich überwand meine Selbstverwirrung mit dem R-Script und bin jetzt an dem Punkt an dem Ticketauswertung von links nach rechts und von oben nach unten wirklich Spaß macht.

    Man sieht ihn um die Kirche schleichen

    Das Jahr 2026 wird das Jahr der geschlossenen Film-Bildungslücken. Eine der größeren Lücken betraf die Person David Lynch. Dessen große Zeit lag eigentlich genau in der Zeit in der ich viel upp’n Schwutsch war, viel gesehen hab, neugierig auf alles war. Im Freundes- und Bekanntenkreis war Lynch immer Thema: Frisch, herausfordernd, edgy wäre eigentlich mein Ding gewesen. Eigentlich hätte ich damals irgendwas von ihm sehen müssen. Aber irgendwie waren das immer falsche Vibes, die von seinen Filmen und Serien ausgingen, immer fühlte ich „Ne, ach doch nicht.“

    Jetzt bin ich älter und kann noch einmal neu schauen.

    Ich sah meinen ersten David-Lynch-Film: Lost Highway1. Und ich sah meinen letzten David-Lynch-Film. Irgendwie möchte ich mich gar nicht soviel gedanklich mit dem Film beschäftigen. Das wäre mir kostbare Gedankenverschwendung.

    • Quasi alles was ich am Film nicht mochte (und das zwar ziemlich viel) wurde sehr unvorteilhaft dadurch verstärkt, dass der Film komplett besoffen von seiner eigenen gefühlten Großartigkeit war. Eigentlich hätte er auch die ganze Zeit in Riesen-Blinkschrift einblenden können „Ich bin Kunst! Ich bin edgy! Wow!!“
    • Im Nachhinein überlege ich jetzt: Gibt es irgendwas, was ich am Film wirklich mochte? – Nein. Gibt es irgendwas, was ich an ihm interessant fand? – Nein. Fast gefiel mir immerhin die Stelle an der Lou Reeds This Magic Moment als Hintergrundmusik auftauchte. Und Rammsteins Heirate mich war zumindest an diesem Punkt im Film originell.

    Mit oder ohne h

    Spannender als der Film selber waren die äußeren Umstände: der Film lief abends im Kant Kino/Kantstraße in der Yorck-Filmreihe Best of Cinema.

    Lange war ich nicht mehr Abends in der Kantstraße. Ich las schon von vielen Asiatischen Restaurants dort. Aber erst bei Dunkelheit mit ihrer Leuchtschrift fällt richtig auf, dass über viele Blocks hin ein Hotpot-Laden neben Fried Korean Chicken und Phở-Spezialisten steht. Der einzige Burrito-Anbieter wirkte seltsam unpassend. Laut lachen musse ich als ich inmitten lauter Ramen-Shops ein Fachgeschäft für Rahmen (und Bilder) fand.

    Im Kino selbst: Das Publikum war überraschend jung, der Median um die 30, hatte aber genau diese „Ich bin anders aber auch cool“-Vibes, die ich erwartete.

    Noch überraschender. Der Film läuft in einer Yorck-Outside-of-the-Box-Reihe. Normalerweise haben die ein kuratiertes Programm und gute Namen (zum Mongay für you-can-guess oder Boulevard Noir für you-can-guess-as-well oder Fetch (nach einem Ausdruck aus Mean Girls) für RomCom/Teen/Musicals).

    Die Reihe Best of Cinema hat nun den schlimmstmöglichen Namen und die darin gezeigten Filme wirken auch eher eklektisch, oft gute Filme aber sicher nicht best of Cinema.

    Ich lernte: Die Reihe ist keine Yorck-Reihe sondern eine Reihe des französischen Filmproduzenten Studiocanal mit dessen Filmen. Wenn ihr ein Arthouse-Kino in der Nähe habt, sind die Chancen gut, dass die Filme da auch jeweils an diesem Tag laufen. Noch überraschender: Sie wird gesponsert vom Fernsehsender Kabel eins. Dass ich mal einen Film präsentiert von Kabel eins sehen würde.

    Besser stricken als TypeScript

    Während wir unsere Gemüslichkeits-Yacons immer noch leicht befremdlich finden, widmet sich Frau Zimtkringel der Cherimoya,

    Herr Paul bringt sich stricken bei.

    Kalle hält altes MacOS am leben: mit adobe cs4 in die zukunft

    Nico schreibt eine Stelle aus: Sage klar, was du zu bieten hast. Und was dich von anderen unterscheidet. Denn React, TypeScript, nextJS und Tailwind, das können alle. Doch, alle. Außer mir vielleicht. Finde mal heraus warum.

    Readinginsweden versucht mit der Bahn nach Köln zu fahren: Jetzt ist unser Zug defekt und kann nicht losfahren, denn er ist neu, so wird es durchgesagt.

    Ich liebte das schon mit Fünf: Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal … äh … alt genug? Geistig abwesend genug? Keine Ahnung, was für ein Adjektiv noch passen könnte genug? wäre, um mich ernsthaft darauf zu freuen, mit meinem Auto in die Waschanlage zu fahren, dort einfach sitzenzubleiben, während es um mich herum schäumt und wachst und wedelt und bläst,

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited Besuch No. 8 – 29,75€ pro Besuch. ↩︎