Im Antiquariat Bücherkeller neben unserer alten Wohnung hängt ein Schild Betrieb ruht. Leider aber erwartbar gestaltet sich die Suche nach einem Nachfolger für die Antiquariatsführung schwierig.
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Auch der zweite Versuch mit einem Festnetztelefon gestaltet sich kompliziert. Nachdem Telefon Nummer eins nicht mit der Fritzbox reden mochte, fehlten bei Nummer 2 die Akkus in der Packung. Das ist an sich ein behebbares Problem. Nur nicht jetzt, wo mensch, außer in Notlagen, nicht in die Eislandschaft Berlin hinausgehen mag.
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Crack tut nicht gut. Anschauungsbeispiele sieht Madame leider reichlich derzeit an den Schöneberger U-Bahn-Stationen. Ausgerechnet erblickt bei der Rückkehr von Kirchenchor und solidarischem Gemüse im gut bildungsbürgerlichen Bayerischen Viertel. Bei Minus zehn in kurzer Hose, jegliches Temperaturempfinden schon lange zerstört.
Nachdem ich Madame die Haustür geöffnet hatte, roch ich, dass es wieder Kimchi gab; der deutlich besser schmeckt als er riecht, Zeit wieder Raclettekäse zu besorgen.
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Um 5:50h stand ich in der Tür, wollte Schnee schippen und stellte fest, dass der Schnee sich in Eisregen verwandelt hatte. Dann lieber umkehren, in der Hoffnung, dass eine Crème-Brûlée-Konsistenz des Schneeeises besser zu handeln ist, als reines Eis auf glattem geräumten Weg.
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Es gibt keine Hotels in Travemünde mehr. Bis auf Schlafstrandkorb Nummer 7 ist alles ausgebucht, wenn wir eine Übernachtung benötigen.
This escalated quickly. Vor drei Tagen überlegten wir noch grob, ob wir im Sommer ganz grundsätzlich mit oder gegen den Uhrzeiger reisen wollen. Jetzt haben wir einen Fährplätz ab Klaipėda, eine Bahnkarte nach Warschau sowie Hotels in Warschau (Polonia Palace), Kaunas (Bōheme House mit dem Photographers Room), Vilnius (Comfort Rock’n’Roll Hotel), Klaipėda (Dangė) und Lübeck (Premier Inn gegenüber vom Bahnhof) gebucht. Einzig die Züge in Polen und Litauen fehlen noch – die können erst 60/30 Tage vor Abfahrt gebucht werden.
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Es waren Tage der Arbeit zwischen Eis, Schnee und David Lynch.
Spannender, aber inputreicher Arbeitstag am Mittwoch und ich hing abends in den Seilen. Madame besorgte Butter Chicken und Mulligatawny Soup von Sagar.
In einer Arbeits-Nebenhandlung: Ich überwand meine Selbstverwirrung mit dem R-Script und bin jetzt an dem Punkt an dem Ticketauswertung von links nach rechts und von oben nach unten wirklich Spaß macht.

Man sieht ihn um die Kirche schleichen
Das Jahr 2026 wird das Jahr der geschlossenen Film-Bildungslücken. Eine der größeren Lücken betraf die Person David Lynch. Dessen große Zeit lag eigentlich genau in der Zeit in der ich viel upp’n Schwutsch war, viel gesehen hab, neugierig auf alles war. Im Freundes- und Bekanntenkreis war Lynch immer Thema: Frisch, herausfordernd, edgy wäre eigentlich mein Ding gewesen. Eigentlich hätte ich damals irgendwas von ihm sehen müssen. Aber irgendwie waren das immer falsche Vibes, die von seinen Filmen und Serien ausgingen, immer fühlte ich „Ne, ach doch nicht.“
Jetzt bin ich älter und kann noch einmal neu schauen.
Ich sah meinen ersten David-Lynch-Film: Lost Highway1. Und ich sah meinen letzten David-Lynch-Film. Irgendwie möchte ich mich gar nicht soviel gedanklich mit dem Film beschäftigen. Das wäre mir kostbare Gedankenverschwendung.
- Quasi alles was ich am Film nicht mochte (und das zwar ziemlich viel) wurde sehr unvorteilhaft dadurch verstärkt, dass der Film komplett besoffen von seiner eigenen gefühlten Großartigkeit war. Eigentlich hätte er auch die ganze Zeit in Riesen-Blinkschrift einblenden können „Ich bin Kunst! Ich bin edgy! Wow!!“
- Im Nachhinein überlege ich jetzt: Gibt es irgendwas, was ich am Film wirklich mochte? – Nein. Gibt es irgendwas, was ich an ihm interessant fand? – Nein. Fast gefiel mir immerhin die Stelle an der Lou Reeds This Magic Moment als Hintergrundmusik auftauchte. Und Rammsteins Heirate mich war zumindest an diesem Punkt im Film originell.
Mit oder ohne h
Spannender als der Film selber waren die äußeren Umstände: der Film lief abends im Kant Kino/Kantstraße in der Yorck-Filmreihe Best of Cinema.
Lange war ich nicht mehr Abends in der Kantstraße. Ich las schon von vielen Asiatischen Restaurants dort. Aber erst bei Dunkelheit mit ihrer Leuchtschrift fällt richtig auf, dass über viele Blocks hin ein Hotpot-Laden neben Fried Korean Chicken und Phở-Spezialisten steht. Der einzige Burrito-Anbieter wirkte seltsam unpassend. Laut lachen musse ich als ich inmitten lauter Ramen-Shops ein Fachgeschäft für Rahmen (und Bilder) fand.
Im Kino selbst: Das Publikum war überraschend jung, der Median um die 30, hatte aber genau diese „Ich bin anders aber auch cool“-Vibes, die ich erwartete.
Noch überraschender. Der Film läuft in einer Yorck-Outside-of-the-Box-Reihe. Normalerweise haben die ein kuratiertes Programm und gute Namen (zum Mongay für you-can-guess oder Boulevard Noir für you-can-guess-as-well oder Fetch (nach einem Ausdruck aus Mean Girls) für RomCom/Teen/Musicals).
Die Reihe Best of Cinema hat nun den schlimmstmöglichen Namen und die darin gezeigten Filme wirken auch eher eklektisch, oft gute Filme aber sicher nicht best of Cinema.
Ich lernte: Die Reihe ist keine Yorck-Reihe sondern eine Reihe des französischen Filmproduzenten Studiocanal mit dessen Filmen. Wenn ihr ein Arthouse-Kino in der Nähe habt, sind die Chancen gut, dass die Filme da auch jeweils an diesem Tag laufen. Noch überraschender: Sie wird gesponsert vom Fernsehsender Kabel eins. Dass ich mal einen Film präsentiert von Kabel eins sehen würde.
Besser stricken als TypeScript
Während wir unsere Gemüslichkeits-Yacons immer noch leicht befremdlich finden, widmet sich Frau Zimtkringel der Cherimoya,
Herr Paul bringt sich stricken bei.
Kalle hält altes MacOS am leben: mit adobe cs4 in die zukunft
Nico schreibt eine Stelle aus: Sage klar, was du zu bieten hast. Und was dich von anderen unterscheidet. Denn React, TypeScript, nextJS und Tailwind, das können alle. Doch, alle. Außer mir vielleicht. Finde mal heraus warum.
Readinginsweden versucht mit der Bahn nach Köln zu fahren: Jetzt ist unser Zug defekt und kann nicht losfahren, denn er ist neu, so wird es durchgesagt.
Anmerkungen
- Yorck Unlimited Besuch No. 8 – 29,75€ pro Besuch. ↩︎
Twin Peaks vll nochmal eine Chance geben, die Serie. Die wirkte zumindest auf mich nicht so, wie du den Film jetzt beschrieben hast.
Ja, nein, ach weiß nicht. Einerseits klingen Twin Peaks und Mulholland Driver eher danach als wäre es etwas für mich. Andererseits: der schlechten Zeit auch noch gute Hinterwerfen in der Hoffnung, dass es besser wird? Das ist eigentlich nicht mein Stil.