Das Freibad Wesselburen gab eine Pressekonferenz zur neuen Saison. Auch ich merke, dass ich öfter an Freibäder denke. Und überhaupt: Bald ist Frühling.
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Am Baum: Wieder Blaumeisen. Der Fuchs bleibt derzeit verschwunden.
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Der Kaptain fragt, warum wir „immer im Osten“ Urlaub machen. Die Aussage würde ich so absolut nicht unterschreiben. Aber ich würde behaupten, „der Osten“ erzählt die spannenderen Geschichten.
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Noch aber haben stecken wir weit entfernt von Freibad und Sommerurlaub im Winter. Erste Büromeldungen am Freitag sprachen vom Gletscher Südkreuz – der Bahnhof auf allen abschüssigen Wegen Richtung Südkreuz Offices von Eisplatten umgeben. Der Eisabstieg zu den Offices blieb herausfordernd.
Es gab Stürze, aber immerhin blieben alle unverletzt. Bis Mittag begann ein sanftes Tauen. Ich bringen den Müll zwar noch in Straßenschuhen raus (weil nass, dezent rutschig und dreckig), gehe aber bei deren Auswahl wieder nach leichter Anziehbarkeit statt nach Profil und lasse auch die Jacke in der Wohnung.
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In den Offices angekommen, hatte ich Spaß mit R und nebenbei eine krasse Lernkurve.
Unter anderem lernte ich: Intern speichert Excel ein Kalenderdatum nicht als Datum sondern als Zahl. Genauer als „Zahl der Tage, die seit dem 31.12.1899 vergangen sind.“ Das muss man doch für Unerwartetes ausnutzen können.
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Es war ein Freitag der Arbeit, Abende des Ausgehens und ein Samstag des Gruschtelns.
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Langsam sollte ich mir Gedanken machen, ob ich dieses Semester die Klausur „Digitale Diversität“ schreiben möchte. Die scheint mir vergleichsweise einfach. Dennoch sollte ich mit Lernen beginnen, wenn ich es etwas werden soll.
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Eigentümlichkeiten der neuen Wohnung: Madame wird im Badeanzug im Schwimmbad von hinten von Menschen angesprochen, dass die digitale Bestellung vom Sauna-Aufgussmitteln nicht funktioniert. Und nein, eigentlich arbeitet sie immer noch der Hafenstadt und nicht hier.
Sie war bereits das zweite Mal diesen Monat total immersiv schwimmen, fragte sich dabei, warum Eltern die selbst anscheinend weder Lust noch ernstliche Kenntnis vom Schwimmen besitzen, jetzt unbedingt selber ihren Kindern unmotiviertes schlechtes Schwimmen beibringen wollen.
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Das Gemüsli zog nach drinnen. Bei Minus zehn Grad wollte doch niemand das Gemüse über Stunden in einem Sperrholzschrank im Freien lagern.
Nach verschiedenen auswärtigen Essen begann die Gemüsli-Verarbeitung dieser Woche am Samstag. Wie immer im Winter mit dem „Kimchi“1 – das schmeckt ganz hervorragend, ist aber olfaktorisch dominant im Kühlschrank. Wieder mit Raclette-Käse – die Mischung aus guter Würze, saurer Frische und der fetthaltig-herzhaften Umschmeichlung durch Käse funktioniert erstaunlich gut.
Ein Schnitzel = 4l Bier. Angeblich. Es war weit weniger.
Es war nötig. Nach Anlaufzeiten im öffentlich-rechtlichen Glazialtempo passiert jetzt wirklich digitale Transformation. Die ist an verschiedenen Enden anstrengend. Wir als Team müssen auch neu zusammenruckeln und so wurde es dringend Zeit für ein Treffen der Jungkarpfen2, auch Teilprojektteam Nicht-Man-Cave zum gegenseitigen Seelestreicheln mit Kommunikationsbegleitung. Sehr schön, sehr gut, sehr wiederholenswert. Und das Schnitzel mit Süßer-Senf-Panade kann ich weiterempfehlen.

Goldener Muskateller und Schinken
Es war ein wildes Ausgehleben. Nach dem schwäbischen Restaurant am Donnerstag, folgte Freitag eine (österreichische) Heurigenwirtschaft. Die Nussbaumerin betreibt ein Restaurant in Charlottenburg und eine Heurigenwirtschaft in Zehlendorf knapp jenseits der Wilmersdorfer Bezirksgrenze.
Zia sociale und zio macchina luden Madame als verspätetes Geburtsgstagsgeschenk ein. Ich hatte Glück und durfte dabei sein. Wie es sich gehört: Es gab eine kleine Karte aus kleinen Schmankerln und dem Mittagstisch der letzten Tage. Es gab überhaupt nur zwei Tische und ein wunderbares Weinangebot.
Wir schlemmten: Goldener Gelber Muskateller aus der Wachau, Grüner Veltliner und einem Rosé dessen Details ich mir Banause nicht merkte. Dazu Gulasch, Tafelspitz, Käsekrainer, eine Schinkenplatte und oh, himmlischste aller Freuden: Marillenknödel aus Topfenteig. Dafür dass ich gar nicht so der Süße bin, waren die Knödel vortrefflichst. Also außergewöhnlich. Unfassbar gut. Wann gehen wir wieder?
Beim Aufbauen von IKEA-Regalen verschiedenen Alters kann mensch beobachten wie stark sich selbst ein identisches Design über die Jahre im Detail veränderte
Diese Woche vollendeten sich die letzten beiden größeren Umzugs-Baustellen: die alte Wohnung ist übergeben (YAY!) und wir haben wieder einen echten Stromvertrag, sind aus der Grundversorgung heraus. (Yay).
Am Samstag ging es mit Kleinkram weiter: die magnetischen Whiteboards hängen, Klavier und Schrankvitrine sind von Zeug freigeräumt. Wir beschlossen, dass die restlichen Regalbretter wirklich auf die Latifundien können und luden diese ins Auto. Nach einer endgültigen CD-Regal-Platz-Einigung schraubten wir die letzten beiden Regale an.
Falls ich mich in Zukunft frage, wie alt meine Bettdecke eigentlich ist, so gilt dann die Formel „Zahl der Tage seit dem 7. Februar 2026“. Der Vor- und Nachteil des Umzugs ist ja, dass man wirklich alles was mensch mit sich rumschleppt mehrfach in der Hand hat, kritisch anschaut und denkt „Das ist aber schon arg durchgenudelt, ehrlich gesagt.“
Red Harvest
Ausgelesen: Dashiell Hammetts Red Harvest. Immer noch unschlüssig wie ich es finde. Großartiger Plot-Bau, großartiges Alle-ziehen-alle-über-den-Tisch, eine Athmosphäre die sich genau so rau, brutal und desillusioniert anfühlt wie es in Minenstädten im US-Westen um 1930 vermutlich war. Aber trotzdem schweifte ich gedanklich immer wieder ab, weil mich keiner der Charaktere wirklich interessierte.
Ähnlich spannend wie der Inhalt war das physische Buch. 1979 wurde es als englische Ausgabe aller Hammett-Romane gedruckt, trägt es einen Stempel US Army und gehörte zu einer US-Army-Library. Aus Gründen, die ich gerne kennen würde, gelangte es dann in die Bibliothek Altglienicke (tief im Osten Berlins) und der untere Rand landete einmal offenbar in der Badewanne. Ein Buch mit echter Geschichte. Ich frage mich, ob ich es der Bibliothek abschwatzen kann, wenn ich vorschlage, es durch ein neueres Exemplar in besserem Zustand zu ersetzen.
Stricken in der Stadtbibliothek, Spaß mit dem Haselanten
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Henning, Dipl.-Ing. Garten und Landschaftsbau und 10 Jahre „Einkäufer Pflanze“ bei Otto hat den Haselanten einen Vorgarten gestalten lassen. Ergebnis: Mindblowing. So würde ich es formulieren. Während ChatGPT vor einem Jahr noch nicht einmal wusste, dass Sommerflieder ein invasiver Neophyt ist, erstellt das System heute eine nahezu perfekte Sortenliste und ist in der Lage, eine korrekte Stückliste, einen Pflanzplan und eine Kostenschätzung zu erstellen – und das alles ohne zusätzliches Eingreifen des Nutzers.
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Ohrenschmaus wandert quer in Schnee und Eis durch die märkischen Hamptons auf der alten Hamburger Poststraße: Brandenburgischer Jakobsweg: 1. Henningsdorf – Groß Ziethen 26
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Frau Maultaschen Ravioli sah alte Kunst: Miomarito und ich waren nämlich heute Nachmittag im neugestalteten Diözesanmuseum Rottenburg und das ist wirklich sehr toll. Man muss nicht mal unbedingt ein Freund von sakraler Kunst des Spätmittelalters/Frührenaissance sein, ich finde einfach die Gestaltung schon den Hammer
Das kann man super für Unerwartetes ausnutzen. Ausrechnen der MWSt des eigenen Geburtsdatums, solche Sachen. Hab in meinen Kursen immer viel Spaß mit dem Excel Datum gehabt.
Gelber Muskateller ( https://de.wikipedia.org/wiki/Gelber_Muskateller ) aus der Wachau!
Oh nein! Noch viel banausiger von mir! Ich werde es sofort ändern.
Das mit dem Schwimmen könnte mir passieren, als schlechter Schwimmer dem Kind trotzdem es beibringen zu wollen. Warum? Weil Schwimmkurse fehlen (müsste aber schauen, ob das noch und ob es vor Ort stimmt) und ich kürzlich von einem Todesfall bei einem Schwimmkurs las. Die Kursleiterin war alleine mit einer Horde von Kindern, dabei über sah sie eines. Und das alleine sein sei normal, auch normal dass die Eltern nicht mit ins Bad dürften. Wahnsinn.
Wenn das dann noch so ist werde ich mich darauf nicht einlassen. Dann muss ich Grundlagen beibringen, damit in Kurs oder Schule das Schwimmen dann hoffentlich verbessert werden kann.
Dass es keine Kurse gibt, weiß ich auch. Dass es generell nicht sinnvoll ist, 20 aufgeregte Eltern am Beckenrand herumturnen zu haben, während man versucht den Kindern etwas beizubringen, kann ich aber auch nachvollziehen. Wobei es meines Wissens ja auch für die Kleineren so etwas wie Wassergewöhnungskurse gibt, die mit Eltern sind, und in denen es gar nicht so sehr darum geht, Schwimmtechnik zu lernen, sondern darum sich im Wasser und im Bad und (ganz wichtig) mit Kopf unter Wasser wohl zu fühlen. Ich würde behaupten, wenn sich das im-Wasser-sein gut anfühlt ist schon dreiviertel des Wegs bis zur Technik geschafft.
Noch eine Idee: als Elternteil entweder selbst mal ein paar Trainerstunden nehmen für Grundlegendes oder youtube-Videos schauen, es gibt wirklich viel zu korrekter Schwimmhaltung und auch zu Übungen.