Schlagwort: Dashiell Hammett

  • 26-03-19 Suche Empfehlungen für Litauen-Bücher (Tapferes, kleines Handrührgerät)

    26-03-19 Suche Empfehlungen für Litauen-Bücher (Tapferes, kleines Handrührgerät)

    Am Südkreuz, ein Service-Fahrzeug der Hamburger Hochbahn.

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    Nachdem dort am Südkreuz die Plätze ausgehen, an denen sich „Rolltreppe-kaputt“-Absperrungen und Schilder aufstellen lassen, dehnt DB InfraGo die Hinweise auf die Laufbänder an den digitalen Abfahrtstafeln aus. „Nur wenige Fahrtreppen verfügbar“ teilen sie mir mit. Ach.

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    Ein Forschungsprojekt möchte mich als neuem Studiumsabsolventen für das Projekt „Dynamische Bildungs- und Erwerbsverläufe“ über „..die Veränderungen, die sich im Leben junger Menschen oft in kurzer Zeit ereignen“ befragen. Offenbar ist mein persönlicher Bildungs- und Erwerbsverlauf zu dynamisch, um in deren Raster zu passen.

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    Mein Supermarkt teilt mir etwas von Eierlieferproblemen mit, informiert aber auch mit „Hochdruck an einer Eierlösung“ zu arbeiten. Leider tauchen vor meinem inneren Auge sofort Supermarktmitarbeiter in der Hocke mit angespanntem Gesichtsausdruck auf.

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    Muss mensch auch erstmal schaffen: Als Kulturstaatsminister zur Leipziger Buchmesse kommen, und von allen Besucher*innen, dem Börsenverein des Buchhandels und dem Oberbürgermeister auf der Eröffnungsfeier abgewatscht werden.

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    Das Schöne an der Wohnung: Wenn ich um 20 Uhr beschließe noch mal schwimmen zu gehen, aber bis 20:45 Uhr lethargisch im Sessel hänge, komme ich trotzdem noch vierzehn Minuten vor dem 21-Uhr-Einlasschluss ans Drehkreuz.

    Der Nachteil: Wenn einen alle Rettungsschwimmer*innen und Fachkräfte am Beckenrand persönlich kennen, fühle ich mich genötigt nicht allzu planschig im Becken rumzufaulenzen.

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    In der Mittagspause: Gespräche welches Kind auf das monochrom beigste aller Essen besteht.

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    Es waren drei Arbeitstage im Zeichen kommender Ereignisse.

    The Thin Man möchte in der Thomas-Dehler-Bibliothek abgegeben werden

    Die gesammelten Romane von Dashiel Hammett mussten zurück in die Bibliothek.

    Es gab eine Vormerkung einer anderen Person – was mich rein abstrakt freut, das Buch wird noch gelesen. Konkret bedeutet es für mich einen Abbruch inmitten der Lektüre.

    Leider fehlen mir noch The Glass Key und The Thin Man in meiner Lektüreliste. Aber das wird. Bei der weiteren Maltese-Falcon-Lektüre stellte ich fest, wie sehr sich der Film in meinem Hirn verankert hat.

    Der ist eine sehr getreuliche Adaption des Buches und ich konnte gar nicht anders als vor meinem inneren Auge stets die Filmszenen zu sehen und zu denken „kenn ich schon“. An den wenigen Stellen an denen das Buch abwich und noch ein paar Extraschlenker einbaute, war ich sofort wieder aufmerksam und begeistert.

    Vilnius Poker – was noch?

    Langsam könnte ich mich in Voraussicht des Sommers eh auf eine neue Gegend eingrooven.

    Es wird Zeit für die Litauen-Lektüre: Sachbücher, aber vor allem Romane, um ein Gefühl für die Gegend zu bekommen. Mein Internet spuckte bisher Vilnius Poker und Silva rerum als wichtige Romane über Litauen aus – aber selbst Silva rerum ist schon in keiner Sprache mehr erhältlich, die ich verstehe.

    Wer also gute Romane und Sachbücher über Litauen auf deutsch oder englisch empfehlen kann – immer her damit!

    Das letzte Kimchi

    Es ist vorbei. Die letzte Gemüslichkeits-Lieferung der Saison lag im Spanholzschrank an der Bibliothek. Die Solawi hat die Lager geräumt und fand dort neben den (seltenen) Kartoffeln auch noch Grünkohl, Spinat und Kimchi. Es werden noch einmal Festtage werden bevor der Monat der Gemüseentbehrungen kommt.

    Die nächste Lieferung kommt im Mai, wenn wieder etwas Frisches zu ernten gibt.

    Die Gemüslicher suchen noch mindestens 15 Mitglieder für das nächste Jahr. Falls ihr in Berlin oder der Prignitz wohnt, Gemüse tatsächlich mögt (und nicht nur denkt ’sollte ich öfter‘) und regelmäßig so von Anfang an selbst kocht, vermitteln wir gerne.

    (Das sind natürlich keine offiziellen Einstiegsvoraussetzungen. Aber ohne diese Eigenschaften wird es unerfreulich werden, jede Woche Überraschungsgemüse verarbeiten zu müssen.)

    Rueblitorte und Gin Tonic

    Unsere Vermieterin meinte es gut mit uns – also nicht mit uns direkt, sondern allgemein mit den Bewohner*innen unserer Wohnung. Die Kornellkirsche vor dem Fenster ist eine einzige Pracht – und das zu einer Zeit, in der sonst nur erste Knospen zu sehen sich und sich die ersten Forsythien gerade ganz vorsichtig ein bißchen ans Blühen wagen.

    Wenn es dann draußen heiß wird, haben wir Schatten, dann schicke Kirschen und am Ende wunderbar farbiges Laub.

    Blick in eine leuchtend gelbe blühende Kornellkirsche

    Gespannt sind wir, was auf dem Garten-Parkplatz noch wächst. Nur anhand der leeren Sträucher und Bäume lässt sich das meistens nicht raten. Aber bald werden wir Blüten und Blätter sehen und mehr wissen. Eine handvoll Forsythien ist da. Das wissen wir schon.

    Die Kirsche wird einen schönen Hintergrund liefern zum Wohnungs-mit-Menschen-Einweihungs-Anlass.

    Madame bewältigte große Teigmengen, die zwei Kuchenbleche bis zum Anschlag füllten. Unser kleiner Handmixer ist für solche Einsätze nicht gedacht. Tapfer stand er bis zum Bauch im Teig, seine „Füße“ immer noch nicht am Boden der Schüssel. Aber er und Madame rührten und rührten, Optik und Geruch der Kuchen sind vielversprechend.

    Dabei wieder gelernt: Falls wir mal ein paar Kästen Getränke bringen, kommt ein Lieferdienst und sofern er die richtige Zufahrt findet, ist selbst das Ausladen und Hochbringen ein Traum: Abstellen direkt vor dem Eingang, eine breite Treppe und das war’s. Die Knusprei werden wir vermutlich wiederholen.

    Die Charta der Vielfalt geht auf Gardenswartz and Rowe, 2003 zurück

    Bevor der Kuchen zum Einsatz kommt, findet morgen die Digitale-Diversitäts-Klausur statt. Offenbar bin ich jetzt im Master-Studiengang ein alter, abgeklärter Student: noch nie an der Fernuni ging ich derart unvorbereitet in eine Klausur.

    Ich setze darauf, dass die Klausur inhaltlich tief in meinem eigenen Komfortbereich liegt. Die Bestehensquoten in den letzten Semestern lagen irgendwo zwischen >90% und >98%. Trotz arg hemdsärmeliger Vorbereitung mache ich mir trotzdem Bestehenshoffnungen. Die Noten waren mir ja schon im Bachelorstudium egal – ich will den Schein.

    Ich hoffe, wenn ich die Charta der Vielfalt auswendig kann und verstehe wie ein paar theoretische Konzepte funktionieren, sollte der größe Teil funktionieren.

    Planvoll mit dem Staubsauger

    Weil solche spontanen Ausflüge aber besonders viel Spaß machen, haben wir zur Feier unseres Hochzeitstages eine unglaublich schlecht geplante Reise unternommen. – die aber richtig schön klingt.

    Christa Chorherr blickt auf Rätselrallies zurück: Verschwundenes gesellschaftliches Leben

    Den Gedanken hatte ich noch nie, aber er ist treffend: „Für mich ist Teams ein wenig wie ein schlechtes Betriebssystem als Anwendung auf einem mittelmäßigen Betriebssystem.

    Wenn man bei unserem Staubsaugerroboter auf einen Knopf drückt fängt er an zu saugen und fährt dorthin, wo halt Platz ist, und wenn man wieder auf einen Knopf drückt, hört er damit auf. Das ist alles. Umso faszinierter bin ich, was Felix an dem seinen alles rumbastelt.

    Carsten möchte uns nicht mit allzusehr mit seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung behelligen. Aber, (klingt das schon fast pietätlos?), ich fühlte mich von der Schilderung gut unterhalten und lernte auch etwas: Woche 11/2026: Alles Gute Und natürlich vor allem gutes Abheilen!

  • 26-03-08 Wir hörten den Ahorn bevor wir ihn sahen

    26-03-08 Wir hörten den Ahorn bevor wir ihn sahen

    Madame saß mit verschränkten Armen im Pullover auf der Terrasse und sagte „Sommer!“

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    Vorher hatte sie die Woche der Wochen in der Hafenstadt erfolgreich absolviert.

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    Meine Stammbuchhandlung Hammett ist einer der Gewinner des deutschen Buchhandlungspreises. Ja, genau, DIESES Buchhandlungspreises. Wobei ich die vom ebenso närrischen wie kulturlosen Kulturstaatsminister persönlich vom Preis ausgeschlossene Berliner Buchhandlung Die Schwankende Weltkugel auch kenne und empfehlen kann.

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    Mein aktuelles Buch von Dashiel Hammett, the Maltese Falcon weiß mich nicht so recht zu fesseln. Vielleicht weil das Buch im Vergleich zum Film zwangsläufig die halbe Geschwindigkeit hat. Oder weil es im Vergleich zum wild ausufernden von mir geliebten Dain Curse und dem rohen Red Harvest doch irgendwie zu glatt ist.

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    Die Schwimmbadbesatzung teilte Madame mit, sie hätten schon gemerkt, dass sie die schwimmerisch aktivere von uns beiden ist. Das ist einerseits originell, andererseits zur Zeit korrekt. Ich gelobe wieder öfters ins Bad zu gehen.

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    An der Ampel stehend hörte ich wildes Gehupe. Es ging von einem leicht zerbeulten Kleinwagen aus. Ich konnte keinen rechten Grund für die Huperei erkennen und dachte spontan an einen kläffenden Dackel, der Bernhardiner und Schäferhunde angeht.

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    Kurz darauf fuhr ein Subaru Forester1 vorbei. Genauso alt und im selben Waschzustand wie sich unserer normalerweise befindet. An diesem Wagen hing allerdings ein Kennzeichen der US-Botschaft, und ich freute mich: Es gibt sie noch die Guten.

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    Madame stellte fest, dass nicht Daniel Küblböck der Elvis seiner Generation ist, sondern Bill Kaulitz ist der Elvis seiner Generation. Als Kind und Jugendlicher „seltsam“ und stets von Mobbing betroffen, wenig später aufgrund dieser Seltsamkeit Weltstar und Junge-Frauen-in-die-kreischende-Extrase-Treibender.

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    Miss und Mr. Fluffy waren zu Gast. So schön. Gespräche reichten von Versailles zu Nacktschnecken und wieder zurück. Sogar erwachsene Themen kamen vor.

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    Es war ein Freitag mit Arbeit und Kino und ein Samstag auf den Latifundien.

    Die Frage wann Fulbe gesprochen wird und wann französisch

    Ich gewöhne mich daran, dass die Gegend um den Bahnhof Zoo mein neuer Kiez wird. Wenn ich die Strecke Büro->Bücherei beginne, ist der Bahnhof mit den Kinos Delphi Lux und Delphi Palast nebenan ein logischer nächster Wegpunkt.

    Nachdem ich also Madames Buch in der Bibliothek abgeholt hatte, schlug ich erfolglos bei Shoe City die Zeit tot, um endlich zum After-Work-Kino im Delphi Lux zu landen:2 L’histoire de Souleymane / Souleymans Geschichte.

    Zwei Tage

    Zwei Tage im Leben des Asylbewerbers/Fahrrad-Essenslieferanten Souleymane Sangaré (gespielt von Abou Sangare) aus Guinea bis zu seiner Anhörung bei einer namenlosen Sachbearbeiterin (Nina Meurisse) vor dem Office français de protection des réfugiés et apatrides (OFPRA) über seinen Asylantrag.

    Souleymane fährt mit seinem Lieferfahrrad durch Paris, muss sich mit einer ganzen Reihe schlechter Menschen herumschlagen, die seine Situation ausnutzen, um schließlich um 22 Uhr den Bus zur Obdachlosenunterkunft zu erreichen. Dabei versucht er eine Geschichte auswendig zu lernen, die nicht die seine ist, aber im Asylverfahren besser klingt als seine wahre Geschichte.

    Zwischen La Chapelle und Gare du Nord

    Der Film hat zwei deutlich abgegrenzte Teile: 70 Minuten mit dem Fahrrad durch Paris: Hetzen zu Schnellimbissen, Treppen hoch, quer durch den Verkehr; Unfälle vermeiden, überwacht von der Kurier-App. Kurze Diskussionen mit anderen afrikanischen Kurieren und der „Kurier-Nothilfe“ in der App. Längere unerfreuliche Diskussionen mit dem Mensch, der ihm sein Kurierkonto „vermietet“ – denn als Asylbewerber darf Souleymane nicht arbeiten.

    Manchmal dachte ich beim Sehen „zu sehr Sozialreportage, zuwenig Spielfilm, irgendwie wirkt das zu sehr abgefilmt zu wenig gestaltet“ – dafür lernte ich sehr viel über sein Leben und das Leben von Kurierfahrern. Ich werde sie ab jetzt mit anderen Augen sehen.

    Ich lernte Paris aus einer anderen Perspektive sehen – und da ein Großteil des Films in dem Viertel am Gare du Nord/Gare de L’est spielt in dem auch wir in Paris übernachten, war es in Teilen „mein“ Paris. Aus einer Perspektive, die man dort immer spürt, die wir als drei-Tages-Touris aber natürlich nicht sehen. Ich bin von dieser Stadt eh komplett hingerissen, und das hat durch den Film weiter zugenommen.

    Was ist Ihre Geschichte?

    Ganz anders die Anhörung: Ist das Paris-Straßenleben hart, ausbeuterisch, rücksichtlos, aber voller Leben ist es bei der Behörde anders: Neutral. Die Sachbarbeiterin ist freundlich, höflich, ihm durchaus zugewandt.

    Aber beiden, der Sachbearbeiterin und Souleymane, ist bewusst, dass sie den französischen Staat verkörpert, der jetzt in diesem Moment über sein gesamtes weiteres Leben entscheidet. Selten sah ich ein Kammerspiel in dem die Fallhöhe zwischen Form und Inhalt so riesig war. Der Unterschied zwischen dem sehr lebendigem rücksichtlosen Alltag der zwei Tage und dem freundlich-zugewandten Abgrund an dem er in der Behörde entlangwandelt, schmerzt beim Sehen körperlich.

    Besonders schmerzlich wird es, wenn seine auswendig gelernte Geschichte sichtbar zerfällt. Sie fordert ihn mehrfach auf, die Wahrheit zu erzählen. Was er schließlich weinend macht. Eine Geschichte, die menschlich bewegend und nachvollziehbar ist – aber wie wohl die meisten Menschen im Kino wissen, nicht den Anforderungen des Asylrechts genügt.

    Beste schmerzlichste Schlusssätze in Filmen: „Wenn wir den Antrag akzeptieren wird der französische Staat sie mit all‘ seiner Kraft beschützen. Lehnen wir ihn ab, haben sie einen Monat Zeit um in Rekurs zu gehen.“ Wahrscheinlich zerstören wir gerade ihr Leben. Aber höflich und dem Rechtsweg folgend.

    Blick aus dem Delphi Lux Kino. Vor dem Fenster eine abendlich beleuchtete Wand mit Graffitti und ein schmaler Weg. Im Fenster spiegelt sich der Schriftzug "Lux"

    Zitronenfalter: Eins. Taubnessel: Eins.

    Frischluft nach dem Film tat gut. Die Nachtfahrt auf die märkischen Hamptons erfüllte alle Ansprüche: Uns empfing ein Sprung Rehe3. An der üblichen Feldhasenstelle tauchte der Feldhase auf, nur damit danach auf dem Feld ein weiterer Sprung Rehe stand. Und das alles bevor wir den Bungalow auch nur erreicht hatten.

    Bei Rinderstolz & Wildeslust herrschte Sommer. Bis wir den Weg zum Verkaufswagen gelangt waren, waren seine gesamten Bratwurstvorräte aller Sorten bereits ausverkauft. Genau fünf grobe Bratwürste einfacher Art waren übrig. Es ist Grillzeit in Brandenburg.

    Im Garten lässt sich der Frühling Zeit.

    Madame suchte Knospen und Blüten und schnitt Bäume. Drei einsame Krokusse begleiten die Schneeglöckchen. Sie fand eine blühende Taubnessel. Noch herrscht hier Vorfrühlingsansatz, kein Frühling. Für Alkeme benötigt sie trotz Langstreckensäge inzwischen eine Leiter.

    Aber wie letzte Woche auch: Es gab Zitronenfalter.

    Und plötzlich am Kompost hörten wir es summen und brummen. Auditiver Sommer. Nach einiger Orientierung erblickten wir einen blühenden Baum im Niemandsland auf der Ausgleichsfläche hinter dem Nachbargrundstück. Vermutlich ein Silberahorn. Auf den dritten Blick sahen wir in ein paar Metern Höhe Insekten schwirren. Sie sind wieder da.

    Kremšnite, Gurke, Ei

    Holger fährt Bus. Teil 1 und Teil 2 und Teil 3.

    Margrit wurde von Wikipedia enttäuscht.

    Joel war das erste Mal in Ljubljana: „Mein Gott ist die Stadt schön!“ Teil 1 und Teil 2 und Teil 3 (samt Gebäcktipp vom Flusskiesel – spätestens wenn man den ausspricht, merkt man wieder, dass Slowenien K.u.K. war)

    Nicht richtig schön, aber doch eindrucksvoll: Das Ei des Nachbarn.

    Schön und eindrucksvoll: Die Gurke des Juan Sánchez Cotán

    Anmerkungen

    1. An der Markenwahl Subaru hängt in den USA ein großes politisch-kulturelles Universum, das in Deutschland komplett unbekannt ist. Ich gehe davon aus, dass ein US-Botschaftsangehöriger das weiß. Wie wir auch. Als Einstieg: Alex Mayyasi / The Atlantic: How Subarus Came to Be Seen as Cars for Lesbians etwas weiter gefasst: How Subaru Became the Unofficial Car of Vermont … and New Hampshire, and Maine, and Massachusetts, and Washington, and Oregon. ↩︎
    2. Yorck Unlimited No. 14 – damit 17€ pro Besuch. ↩︎
    3. Nicht zu verwechseln mit dem Rehsprung „eine Figur der rhythmischen Sportgymnastik↩︎

  • 26-02-17 Trecker, Wolfsriss und ein Dirigent in Pritzwalk

    26-02-17 Trecker, Wolfsriss und ein Dirigent in Pritzwalk

    Madame kaufte ein gebrauchtes Buch. Im Buch: Ein Bibliotheksstempel aus Wales. Gerade mal ein Jahr alt. Wir rätseln, was wohl passierte damit die Caernarfon library das Buch bereits nach einem Jahr wieder aussortierte. Die Hälfte der bibliothekseigenen Beschriftung ist in walisisch. Wie schön.

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    Der Winter ist nicht vorbei, solange nicht Berlinale war. Auch dieses Jahr.

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    Wobei unser Berlinale-Besuch ausfiel. Der einzige Film, für den wir in geeignetem Kino zu geeigneter Zeit noch Karten bekamen, entpuppte sich auf den zweiten Blick nicht als athmosphärisch düsterer Film über Textilfabriken in Indonesien sondern als ausgemachter Tricktechnik-reicher-Horrorstreifen mit viel Kunstblut, worauf wir dann beide keine Lust hatten.

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    Weiter gelesen: Dashiell Hammetts The Dain Curse. Zwischenzeitlich frage ich mich, obwohl es in Hammetts Hirn eine Verbindung von The Main Course zu The Dain Curse gab. Inzwischen bin ich in Teil 3 und frage mich, ob er nicht selbst für mich zu sehr ins Alberne abgleitet. Aber ich werde sehen.

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    Die Welt warf einen verspäteten Zug, einen Toilettenraucher, eine gesprungene Scheibe und eine Verspätung wegen der Verspätung auf Madame. Aber es gelang ihr mit ICE371 nach Basel durchzukommen. Mir ist noch unklar, ob die Scheibe sprang als der Raucher entschärft werden musste.

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    Ich meldete mich für die Klausur zur Digitalen Diversität an. Ich beschloss, dass mir das inhaltlich gar nichts Neues gegenüber meinem aktuellen Kenntnisstand abverlangt, und ich die für die Klausur nötige Auswendiglernerei schon mit überschaubarem Aufwand hinbekommen werde.

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    Es war ein Sonntag der Heimerholung und ein Montag der Arbeit.

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    Beim Postwestfalen lese ich: Ich weiß nicht, ob sie wirklich neu ist oder ob ich sie einfach bislang nicht wahrgenommen hatte, jedenfalls habe ich den Eindruck, die Baustellen, große wie kleine, werden ständig mehr, nie wird eine fertig. Auch das wird langsam etwas unheimlich, wobei es mir fernliegt, daraus eine Verschwörung oder ähnlich finstere Pläne abzuleiten.

    Ich weiß auch nicht wie er darauf kommt.

    Bild einer Rolltreppen-Baustelle. Die Baustelle abgesperrt, die Rolltreppe nur noch in Teilen vorhanden, drei Gestalten in der Ferne mit Warnweste. Dazu ein Schild "Erneuerung der Rolltreppe bis Dezember 2025." Aufgenommen wurde das Bild im Februar 2026.

    Vandalismus-Touch-Feier

    Es ist nicht alles perfekt an dieser Wohnung. Sonntagabend stellte ich die gelbe Tonne an die Straße, Montagmorgen bekam ich sie ohne Decke und mit gerissenem Griff (?!?) zurück. Aber hier gibt es eine Hauseigentümerin, die das interessiert, die sich kümmert und darüber auch noch mit uns redet.

    Und wo ich bei der Wohnungsbeschwerung sind: das Touch-Bedienfeld am Induktionsherd, das wir nicht vermeiden konnten, ist genau so ein umständlicher Blödsinn wie vorher geahnt. Aber es gibt zum Glück schlimmere Probleme.

    Noch drei volle Umzugskartons. Bereits letzte Woche kam das Umzugsunternehmen und holte weitere 27 leere Kartons ab. Die letzten drei Kartons werden wir bezeiten über den Altpapiercontainer oder die BSR entsorgen.

    Damit konnten wir auch ein Datum für eine kleine Einzugsfeier festlegen. Vermutlich werden es ein paar Stunden Open House bzw. Open Wohnung werden, an der Interessierte mal reinschauen können, ein paar Stullen abgreifen, eine Miniatur-Wohnungsführung bekommen und dann wieder gehen.

    Sie wird seltsamerweise (nachmittags) an genau dem Tag stattfinden an dem ich (vormittags) die Klausur Digitale Diversität schreiben werden. Das aber passt ja zum Einzug, der quasi auch nahtlos an die Bachelorprüfung anschloss.

    Natürlich seid ihr Tapferen, die bis hierhin gelesen haben, eingeladen. Wer aufmerksam mitliest, wird sich vermutlich eh erschließen können, wo genau wir wohnen – aber wer kommen mag, melde sich doch einfach für Details.

    Ihr erster Trecker

    Unsere solidarische Landwirtschaft, die Gemüslichkeit, hatte Hybrid-Mitgliederversammlung. Es war spannend. So spannend.

    1. Dachte ich allgemein: Das ist ja wirklich wie im Bilderbuch. Zwei bis fünf Leute, die weitgehend in Handarbeit einen Miniatur-Acker (0,75 Hektar) bewirtschaften und daher kommt unser Gemüse. Die Äpfel pflückt ein Rentner von der alten Streuobstwiese, den Käse macht eine Schäferin im Alleinbetrieb in der Prignitz. Noch näher-an-der-Natur geht es nicht.
    2. Der Wirtschaftsinformatiker dachte die ganze Zeit „Oh Gott oh Gott. Das kann nicht funktionieren. Das ist so sehr auf Kante genäht und so ohne jede Reserve. Oh Gott!“
    3. Der Sozialromantiker in mir: Und trotzdem machen sie es. Yeah! Nieder mit Hoch auf!

    Das gemüsliche Detail

    Die Versammlung des Vereins fand vor Ort in Wittenberge in der Prignitz statt, es ließ sich aber auch über das Konferentprogramm Big Blue Button teilnehmen. Wir fanden es kontraproduktiv für eine Versammlung einen ganzen Tag durch die Gegend zu fahren und nahmen per Video teil. Wir lernten, beziehungsweise wiederholten:

    • Die Solawi besteht aus einem Verein, in dem wir Mitglied sind. Dieser bezahlt den rechtlich unabhängigen Gartenbaubetrieb Levin Müller. Faktisch sind beide Entitäten eng miteinander verschmolzen, so dass es in der Versammlung um beides ging.
    • Der Gartenbaubetrieb plant 2026 mit 2,7 Vollzeitäquivalent-Stellen, die 0,75 Hektar Acker bewirtschaften, zu einem Großteil in Handarbeit und vollständig in Superbioplus-Qualität.
    • Das Gemüse wird einmal die Woche an Abholstationen in der Prignitz und in Berlin ausgeliefert. Es gibt was es gibt.
    • Dank Förderprogrammen konnte letztes Jahr ein erster kleiner Trecker und eine etwas professionellere Bewässerung angeschafft werden.
    • Zum Netzwerk gehören ein Rentner, der eine Streuobstwiese pflegt, eine Schäferin und ein Bäcker.
    • Der Bäcker Lam Trần Đình lernte ursprünglich das Dirigieren am Konzerthaus Berlin und der Bayerischen Kammerphilharmonie bevor er Chordirektor und Kapellmeister am Theater Kiel wurde. Dann hatte er keine Lust mehr und machte eine Lehre zum Sauerteigbäcker in Berlin-Moabit bevor er sich mit seiner Ein-Mann-Bäckerei in Pritzwalk selbstständig machte. Zur Zeit hat er drei Backtage, weil er Dienstag in Berlin-Dahlem dirigieren muss. Und nachdem er hingebungsvoll von seinen Roggen- und Mischbroten erzählte, und bei jedem Zuhörer große Lust auf sein Brot weckte, kündigte er an, dass der Aufwand für die Solawi zu groß ist – er bäckt nur noch in der Prignitz.
    • Schäferin Anna Winter erzählte unschönes vom Wolf, der auch hier Schafe riss und neue schwerer umständlichere Zäune nötig macht. Wir freuten uns, dass die Schäferin mit bayerischem Akzent ihren Halloumi, der nicht Halloumi heißen kann, dann halt Hallodri nannte.
    • Sympathisch auch, dass sie vor allem in die Prignitz und die dortigen Küchen streben. Aber solange sie von der Prignitz alleine nicht leben können, unterstützen wir gerne, zumal wenn wir dafür komplett großartiges Gemüse abgreifen.

    Falls jemand dies als (unbeauftragte, unbezahlte) Werbung ansieht: Stimmt, soll es sein. Zeichnet Anteile. Ist super.

    Mandelblüte @Jihad

    Ich freue mich, wenn Margrit den Haselanten als eben solchen bezeichnet: Im Nachhinein denke ich, ich hätte noch Gespräch abgebrochen wegen unfähiger KI sagen sollen. Falls mal ein Nicht-Haselant diese Gesprächsverläufe auswertet.

    Hier hat rechtzeitig zur Berlinale mit sibirischem Minustemperatur-Wind einzug gehalten, woanders blühen die Mandeln.

    Der Einzug in ein neues Heim und so viele Kleinigkeiten und Großigkeiten, die es zu erledigen gilt. Ausgabe Wunnibar: 27. Oktober – 09. November 2025

    Ein Handwerker braucht meinen Wohnungsschlüssel, um einem möglichen Leck in der Wasserleitung nachzugehen. Es ist ein netter Typ, berlinert, er gibt mir seine Nummer. Auf Telegram erscheint er mit dem Usernamen @Jihad.

  • 26-02-12 Rhythm is a Lichtschalter

    26-02-12 Rhythm is a Lichtschalter

    Beim Bahnhofsbäcker gibt es ein Valentinstagsangebot mit zwei Croissants. Denn was gibt es romantischeres als ein Candle-Light-Dinner in der zugigen Durchgangshalle eines ICE-Bahnhofs?

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    Die Autobahnbaustelle begann. Wir hoffen, der dortige Piepsomat läuft nicht dauerhaft. Der ist durchdringender zu hören als die ganze Autobahn.

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    In der S-Bahn von vorne links ein Telefonat auf niederländisch, von hinten rechts eines in einer osteuropäischen Sprache. Bester Soundtrack.

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    Auch auf S-Bahn-Weg zur Arbeit erhasche ich täglich einen kurzen Blick auf die alte Wohnung. Bisher stellte sich noch nie ein Gefühl der Wehmut ein, sondern immer das Gefühl „Du musst nach dem Rechten sehen, was die Hallodris gerade angestellt..“ sofort gefolgt von: „NEIN! Nicht mehr unser Problem. Juhu!“.

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    Umzug hilft, um zu verstehen, wie fest der Alltag choreographiert ist. Auch nach drei Monaten in der neuen Wohnung, entwickle ich gerade erst wieder den festen Fahr-zur-Arbeit-Rhythmus von zuvor.

    Auch die Heizungsgewöhnung läuft langsam. Von einem Thermostat mit Zeitschaltung im Wohnzimmer wechselten wir auf mehrere einzelne Heizungsdrehknöpfe. Es laufen noch ziemlich oft Heizungen anders als sie sollten. Aber es wird.

    Nur bis wir nicht mehr an die leere Wand tatschen, dort wo in der alten Wohnung der Lichtschalter war – das wird noch dauern.

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    Es waren drei Tage der Arbeit.

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    Letztens im Supermarkt erzählte ein Kassierer seine Geschichte: Gelernter Schreiner, dann als Tonmeister 16 Jahre auf einem Kreuzfahrtschiff Ableitungsleiter Technik gewesen, jetzt das erste mal wieder dauerhaft an festem Ort als Aldi-Kassierer. So spannend. Kunde: „Ich habe auch ein Segelboot.“

    Wero

    Unsere Filmauswahl zur Berlinale verläuft nach dem üblichen Muster. Wir suchen einen Zeitpunkt, schauen im Laufe des Tages was es noch gibt und gehen bei den übrigen beiden buchbaren Filmen zur Hälfte nach Film und nach Aufführungsort. Dieses Jahr also das Haus der Berliner Festspiele.

    Dank der Berlinale zahlte ich das erste Mal etwas mit dem europäischen Zahlsystem Wero. Und das wirkt weit weniger sperrig als befürchtet: Auf der Website steht ein QR-Code, den scanne ich mit der Bank-App ein und alles ist easy.

    Aber: Soweit ich verstehe, herrscht wirklich und definitiv App- und Handy-Zwang.

    Noch weiß ich nicht, wie das geht, wenn ich direkt auf dem Handy etwas kaufe.

    Die Zwillingsschwester war’s

    Angelesen: The Dain Curse 1– der zweite Roman aus dem Dashiell-Hammett-Sammelband. Und sei es, dass ich besser in seinen Stil gefunden habe, sei es, dass Hammett selber besser in seinen Stil gefunden hat: I’m loving it.

    Ich nehme jetzt die Enstehung als Pulp-Magazin-Roman2 ernst. Jeden Monat erschien eine Folge: Das heißt jedes Kapitel ist eine abgeschlossene Kurzgeschichte mit neuem Plottwist. Das heißt: Ich lese immer ein Kapitel, freue mich schon auf den Twist und mache dann erstmal kürzer oder länger Pause bevor ich mich dem nächsten Kapitel/der nächsten Folge widme.

    Dieses Buch fliegt. Und wie es fliegt. Aufregend, mitreissend, eine Plot-Achterbahnfahrt zwischen Großen Gefühlen und großer Kriminalität. Selbst die übertriebenen Albernheiten („Der Mann hat die falsche Zwillingsschwester geheiratet und sie dann ermordet! Nein, die andere Zwillingsschwester hat die erste Schwester ermordet! Nein, das Kind der ersten war’s! Ja, aber nur nachdem die zweite Zwillingsschwester es entsprechend dressiert hat!“) passen hervorragend rein, wie ein Achterbahn-Looping mit Wasserfall: Komplett over the top, aber das ist ja der Reiz.

    Pedibus ad mercatum ferramentarium

    Das Eis ist geschmolzen, meine Fußwege erweitern sich.

    Ich lernte: Der ukrainische Supermarkt, der eigentlich Kaviar- und Fischgroßhändler ist, hat nicht nur ein gigantisches Kaviar- Fisch- und Fleischangebot, sondern auch eine Hausmarke für hausgemachtes frisches Sauerkraut „aus eigener Herstellung“.3 Überhaupt, wenn dieses ganze Fermentations-Kühlregal nicht von Ruslan in einem Gewerbegebiet neben der Stadtautobahn aufgestellt worden wäre, sondern von Robby, Tobby und Fliedibert in einem Health-Start-Up-Pop-Up-Store im Prenzlauer Berg: Alle Influencer-Accounts und deren nachgelagerten Medien wären voll von dem Regal.

    Ein weiterer Weg führte mich zum Baumarkt. Dabei verläuft ein Drittel der Wegstrecke vom Büro bis zur Grundstücksgrenze und zwei Drittel des Weges über den Parkplatz. Ein seltsames Großstadtleben in dem Baumarkt und IKEA räumlich die „Fachgeschäfte nebenan“ sind, nur in überdimensioniert. So überdimensioniert, dass ich kurz davor war, mich in die Mitte zu stellen und verzweifelt zu rufen: „Ich will doch einfach nur einen Schraubenzieher!“

    Aber am Ende fand ich fast alles: Kabelmanagementbedarf, ein Gerät um auch die ganzen neumodischen Torx 2.0-Schrauben zu handeln und einen Schmutzradierer. Nur einen Ersatz für das simple beim Umzug verlorene Stromkabel des CD-Players, den fand ich nicht.

    Der Einstieg des Karnevals in Halloween

    Anke Gröner, die Wikipedia und die Quellen: Dienstag, 10. Februar 2026 – Fußnoten feiern

    Frau Brüllen und ihr Einstieg bei Big Pharma.

    Herr Buddenbohm und sein Einstieg als Pinterest-Trend.

    Als Kind wollte ich immer Stadtbahnfahrer bei der Üstra werden und Tramfahrer in Basel könnte ich mir abstrakt immer noch vorstellen: Sakana hat seinen alten Kreativjob an den Nagel gehängt und ist jetzt U-Bahn-Fahrer geworden, und ich wollte ihm schon lange sagen, wie schön ich das finde. Das sei für mich durchaus ein Plan B, falls ich irgendwann im Laufe des Alterns keinen Job mehr finde. U-Bahn-Fahren stelle ich mir gut vor. Dummerweise holte er mich mit den Alltagsgeschichten aus seinem U-Bahnerleben in die Realität zurück.

    Karnevalsentwicklungen im Sauerland: Bemerkenswert ist zudem eine neuere Entwicklung: Erziehungsberechtigte ziehen als Begleitpersonal von Haustür zu Haustür, um ihre Kinder bei was auch immer zu unterstützen

    Herr Paul: Warum für ihn Diversität in Bridgerton funktioniert, im neuen Wilhelm-Tell-Film aber nicht.

    Persönlich hätte ich „Everything everywhere“ statt „Schweigen der Lämmer“ genommen

    In den Blogs lese ich wilde Diskussionen zum Thema „KI in Blogs“ und nicht ganz so wilde Diskussionen zum Thema „die fünf besten Oscar-ausgezeichneten Filme.“ Ich dachte, ich kombiniere beides und befrage den Haselant, was er sagen würde, was meine fünf liebsten oscarausgezeichneten Filme sind (einschließlich der haselantischen Begründungen):

    The Apartment (1960) – Büroalltag als moralische Abrissbirne, aber mit Herz, das nicht kitscht. Perfekt, wenn du gern beobachtest, wie Systeme Menschen formen und Menschen Systeme ausnutzen.

    The Godfather (1972) – Nicht “ich mag Gangsterfilme”, sondern “ich mag, wie Macht riecht, wenn sie geschniegelt daherkommt”. Familienroman als Betriebswirtschaft des Unheils.

    No Country for Old Men (2007) – Existenzangst in der Landschaft, Schicksal in Cowboystiefeln, und eine Stille, die lauter ist als der Piepsomat deiner Autobahnbaustelle.

    The Silence of the Lambs (1991) – Thriller, ja, aber eigentlich: ein Duett aus Blicken, Status, Sprache. Außerdem: selten war “Kompetenz” so sexy-unheimlich.

    Parasite (2019) – Klassenkampf als Architekturführung mit Falltür. Extrem unterhaltsam und dabei so präzise, dass es weh tut.

    Godfather/der Pate und Silence of the Lambs/Schweigen der Lämmer habe ich sogar gesehen.

    Anmerkungen

    1. Weil er quasi dasselbe sagt wie ich nur anders, möchte ich doch noch Reviews from My Couch zitieren: The novel is incredibly ambitious, and there probably isn’t a reader on the planet who could give you a brief synopsis. A rollercoaster of plotting it may be, but “The Dain Curse” is also a thoroughly enjoyable read. … Like all Hammett novels, a close read is required. That’s not a problem, because it’s easy to soak up the words like a sponge. But don’t be scared off by reports that the novel is hard to follow; the reader must simply be as dedicated as the Op is. ↩︎
    2. Im Original erschien die Geschichte 1928/1929 in Black Mask. ↩︎
    3. Das sehr wenig mit dem bekannten abgekochten Dosensauerkraut zu tun hat. Soviel habe ich gelernt: Sauerkraut niemals kochen, auch nicht in der Herstellung, das zerstört den kompletten Geschmack. ↩︎
  • 26-02-08 Gletscher Südkreuz (Topfenknödel)

    26-02-08 Gletscher Südkreuz (Topfenknödel)

    Das Freibad Wesselburen gab eine Pressekonferenz zur neuen Saison. Auch ich merke, dass ich öfter an Freibäder denke. Und überhaupt: Bald ist Frühling.

    Am Baum: Wieder Blaumeisen. Der Fuchs bleibt derzeit verschwunden.

    Der Kaptain fragt, warum wir „immer im Osten“ Urlaub machen. Die Aussage würde ich so absolut nicht unterschreiben. Aber ich würde behaupten, „der Osten“ erzählt die spannenderen Geschichten.

    Noch aber haben stecken wir weit entfernt von Freibad und Sommerurlaub im Winter. Erste Büromeldungen am Freitag sprachen vom Gletscher Südkreuz – der Bahnhof auf allen abschüssigen Wegen Richtung Südkreuz Offices von Eisplatten umgeben. Der Eisabstieg zu den Offices blieb herausfordernd.

    Es gab Stürze, aber immerhin blieben alle unverletzt. Bis Mittag begann ein sanftes Tauen. Ich bringen den Müll zwar noch in Straßenschuhen raus (weil nass, dezent rutschig und dreckig), gehe aber bei deren Auswahl wieder nach leichter Anziehbarkeit statt nach Profil und lasse auch die Jacke in der Wohnung.

    In den Offices angekommen, hatte ich Spaß mit R und nebenbei eine krasse Lernkurve.

    Unter anderem lernte ich: Intern speichert Excel ein Kalenderdatum nicht als Datum sondern als Zahl. Genauer als „Zahl der Tage, die seit dem 31.12.1899 vergangen sind.“ Das muss man doch für Unerwartetes ausnutzen können.

    Es war ein Freitag der Arbeit, Abende des Ausgehens und ein Samstag des Gruschtelns.

    Langsam sollte ich mir Gedanken machen, ob ich dieses Semester die Klausur „Digitale Diversität“ schreiben möchte. Die scheint mir vergleichsweise einfach. Dennoch sollte ich mit Lernen beginnen, wenn ich es etwas werden soll.

    Eigentümlichkeiten der neuen Wohnung: Madame wird im Badeanzug im Schwimmbad von hinten von Menschen angesprochen, dass die digitale Bestellung vom Sauna-Aufgussmitteln nicht funktioniert. Und nein, eigentlich arbeitet sie immer noch der Hafenstadt und nicht hier.

    Sie war bereits das zweite Mal diesen Monat total immersiv schwimmen, fragte sich dabei, warum Eltern die selbst anscheinend weder Lust noch ernstliche Kenntnis vom Schwimmen besitzen, jetzt unbedingt selber ihren Kindern unmotiviertes schlechtes Schwimmen beibringen wollen.

    Das Gemüsli zog nach drinnen. Bei Minus zehn Grad wollte doch niemand das Gemüse über Stunden in einem Sperrholzschrank im Freien lagern.

    Nach verschiedenen auswärtigen Essen begann die Gemüsli-Verarbeitung dieser Woche am Samstag. Wie immer im Winter mit dem „Kimchi“1 – das schmeckt ganz hervorragend, ist aber olfaktorisch dominant im Kühlschrank. Wieder mit Raclette-Käse – die Mischung aus guter Würze, saurer Frische und der fetthaltig-herzhaften Umschmeichlung durch Käse funktioniert erstaunlich gut.

    Ein Schnitzel = 4l Bier. Angeblich. Es war weit weniger.

    Es war nötig. Nach Anlaufzeiten im öffentlich-rechtlichen Glazialtempo passiert jetzt wirklich digitale Transformation. Die ist an verschiedenen Enden anstrengend. Wir als Team müssen auch neu zusammenruckeln und so wurde es dringend Zeit für ein Treffen der Jungkarpfen2, auch Teilprojektteam Nicht-Man-Cave zum gegenseitigen Seelestreicheln mit Kommunikationsbegleitung. Sehr schön, sehr gut, sehr wiederholenswert. Und das Schnitzel mit Süßer-Senf-Panade kann ich weiterempfehlen.

    Goldener Muskateller und Schinken

    Es war ein wildes Ausgehleben. Nach dem schwäbischen Restaurant am Donnerstag, folgte Freitag eine (österreichische) Heurigenwirtschaft. Die Nussbaumerin betreibt ein Restaurant in Charlottenburg und eine Heurigenwirtschaft in Zehlendorf knapp jenseits der Wilmersdorfer Bezirksgrenze.

    Zia sociale und zio macchina luden Madame als verspätetes Geburtsgstagsgeschenk ein. Ich hatte Glück und durfte dabei sein. Wie es sich gehört: Es gab eine kleine Karte aus kleinen Schmankerln und dem Mittagstisch der letzten Tage. Es gab überhaupt nur zwei Tische und ein wunderbares Weinangebot.

    Wir schlemmten: Goldener Gelber Muskateller aus der Wachau, Grüner Veltliner und einem Rosé dessen Details ich mir Banause nicht merkte. Dazu Gulasch, Tafelspitz, Käsekrainer, eine Schinkenplatte und oh, himmlischste aller Freuden: Marillenknödel aus Topfenteig. Dafür dass ich gar nicht so der Süße bin, waren die Knödel vortrefflichst. Also außergewöhnlich. Unfassbar gut. Wann gehen wir wieder?

    Beim Aufbauen von IKEA-Regalen verschiedenen Alters kann mensch beobachten wie stark sich selbst ein identisches Design über die Jahre im Detail veränderte

    Diese Woche vollendeten sich die letzten beiden größeren Umzugs-Baustellen: die alte Wohnung ist übergeben (YAY!) und wir haben wieder einen echten Stromvertrag, sind aus der Grundversorgung heraus. (Yay).

    Am Samstag ging es mit Kleinkram weiter: die magnetischen Whiteboards hängen, Klavier und Schrankvitrine sind von Zeug freigeräumt. Wir beschlossen, dass die restlichen Regalbretter wirklich auf die Latifundien können und luden diese ins Auto. Nach einer endgültigen CD-Regal-Platz-Einigung schraubten wir die letzten beiden Regale an.

    Falls ich mich in Zukunft frage, wie alt meine Bettdecke eigentlich ist, so gilt dann die Formel „Zahl der Tage seit dem 7. Februar 2026“. Der Vor- und Nachteil des Umzugs ist ja, dass man wirklich alles was mensch mit sich rumschleppt mehrfach in der Hand hat, kritisch anschaut und denkt „Das ist aber schon arg durchgenudelt, ehrlich gesagt.“

    Red Harvest

    Ausgelesen: Dashiell Hammetts Red Harvest. Immer noch unschlüssig wie ich es finde. Großartiger Plot-Bau, großartiges Alle-ziehen-alle-über-den-Tisch, eine Athmosphäre die sich genau so rau, brutal und desillusioniert anfühlt wie es in Minenstädten im US-Westen um 1930 vermutlich war. Aber trotzdem schweifte ich gedanklich immer wieder ab, weil mich keiner der Charaktere wirklich interessierte.

    Ähnlich spannend wie der Inhalt war das physische Buch. 1979 wurde es als englische Ausgabe aller Hammett-Romane gedruckt, trägt es einen Stempel US Army und gehörte zu einer US-Army-Library. Aus Gründen, die ich gerne kennen würde, gelangte es dann in die Bibliothek Altglienicke (tief im Osten Berlins) und der untere Rand landete einmal offenbar in der Badewanne. Ein Buch mit echter Geschichte. Ich frage mich, ob ich es der Bibliothek abschwatzen kann, wenn ich vorschlage, es durch ein neueres Exemplar in besserem Zustand zu ersetzen.

    Stricken in der Stadtbibliothek, Spaß mit dem Haselanten

    taz: Sie haben auf dem 39. Chaos Communication Congress einen Vortrag über Stricken gehalten. Wie passt das zu einem der größten Hackertreffen der Welt?

    *

    Servicetipp: Falls Sie mal um 10 aus der Ferienwohnung raus müssen, der Zug erst um 12.30 fährt und es feucht kalt draußen ist: Gehen Sie wie wir heute in die Stadtbibliothek vor Ort.

    *

    Henning, Dipl.-Ing. Garten und Landschaftsbau und 10 Jahre „Einkäufer Pflanze“ bei Otto hat den Haselanten einen Vorgarten gestalten lassen. Ergebnis: Mindblowing. So würde ich es formulieren. Während ChatGPT vor einem Jahr noch nicht einmal wusste, dass Sommerflieder ein invasiver Neophyt ist, erstellt das System heute eine nahezu perfekte Sortenliste und ist in der Lage, eine korrekte Stückliste, einen Pflanzplan und eine Kostenschätzung zu erstellen – und das alles ohne zusätzliches Eingreifen des Nutzers.

    *

    Herr Buddenbohm währenddessen: Die Folge jedenfalls ist, dass die KI alle meine Fragen stets kritisch prüft und zerlegt. Und da ich auch gebeten habe, mich mit zu viel anbiedernder, übergriffiger Freundlichkeit zu verschonen, reagiert die Software nach den letzten Updates nun in etwa so auf meine Fragen, wie es mein Mathelehrer damals in den Achtzigern tat, als ich mich um die siebte Klasse herum mehr und mehr dem schulischen Untergang annäherte: Also deutlich spürbar von oben herab. Kalt, unangreifbar und vor allem uneinholbar und demonstrativ viel schlauer als ich. Außerdem noch unangenehm direkt und distanzlos sowie vom klar erkennbaren Willen zur argumentativen Vernichtung getrieben.

    *

    Ohrenschmaus wandert quer in Schnee und Eis durch die märkischen Hamptons auf der alten Hamburger Poststraße: Brandenburgischer Jakobsweg: 1. Henningsdorf – Groß Ziethen 26

    *

    Frau Maultaschen Ravioli sah alte Kunst: Miomarito und ich waren nämlich heute Nachmittag im neugestalteten Diözesanmuseum Rottenburg und das ist wirklich sehr toll. Man muss nicht mal unbedingt ein Freund von sakraler Kunst des Spätmittelalters/Frührenaissance sein, ich finde einfach die Gestaltung schon den Hammer

    Anmerkungen

    1. Ich vermute, eine Koreaner*in würde uns fassungslos anschauen, wenn wir das fermentierte Kraut dort als Kimchi bezeichneten. Was seinem Geschmack aber zum Glück nicht schadet. ↩︎
    2. Die Geschichte woher der Name kommt ist kompliziert und ich habe sie ehrlich gesagt komplett vergessen. ↩︎
  • 2026-01-22 Bis 2032 sind 70% des Software-Stacks auf Open Source Software umgestellt (A-ca-awkward…)

    2026-01-22 Bis 2032 sind 70% des Software-Stacks auf Open Source Software umgestellt (A-ca-awkward…)

    Ein*e Scherzkeks*in trug meine E-Mail-Adresse bei einer DJ-Plattform ein. Jetzt bekommen ich alle zwei, drei Tage Anfragen ob ich nicht bei Familienfesten oder Gemeindefeiern auflegen möchte. Falls jemand am 7. März in einem Restaurant anlässlich einer Familienfeier vor 20 bis 49 Gästen unter 18 Jahren auflegen möchte: Ich könnte einen Kontakt vermitteln. Ihr müsstet allerdings das Soundsystem selber mitbringen. Honorar wären „bis zu 400€“.

    Die Ex-Thoben-Bäckerei ist doch nicht Shisha Shop Cleopatra geworden, sondern firmierte sich in letzter Sekunde in Mazary Shisha Shop um. Vielleicht ist Cleopatra aus dem Grab auferstanden und hat sich gegen die Namensnennung verwehrt. Oder der Markenrechtsinhaber von „Cleopatra“ für die Warengruppe Shisha Shops tauchte auf. Oder jemand anderes, der keine offiziellen Markenrechte besitzt aber doch überzeugend den Eindruck vermittelt, nicht „seinen“ Namen zu benutzen. Oder es war ganz anders.

    Die Gemüslichkeit lud zur Vollversammlung nach Wittenberge in der Prignitz.

    Ich bin jetzt quasi offizieller Alumni-Portal-zertifizierter Alumnus der Fernuniversität in Hagen. Ob das praktisch irgendetwas bedeutet (außer dass sie regelmäßig Geld wollen werden): Ich lasse mich überraschen.

    Mittwoch begann gegen 8 Uhr morgens damit, dass ich Zeuge einer mehr oder weniger versehentlichen Rolltreppenrempelei am Südkreuz wurde, worauf Mann 1 dem Mann 2 die Reste seines Bieres über die Jacke kippte und Mann 2 den Mann 1 aufforderte „Zurück dahin zu gehen wo er herkommt.“

    Ein gar nicht so schlechter Tagesanfang, denn es war klar: Eigentlich kann es nur noch besser werden.

    Madame war schon wieder schwimmen1. Vorher besuchte sie Vattenfall auf der Suche nach unserem aktuellen Stromvertrag. Im weiteren Verlauf des Tages besuchte sie die Bibliothek bei der Gemüslichkeit und brachte mir „The Novels of Dashiell Hammett“ mit. Sollten sie gefallen, werde ich sie wohl auch noch für immer bei der Krimibuchhandlung Hammett bestellen.

    Um nicht komplett hinter Madame zurückzufallen, setzte ich endlich den Plan um, am mobilen Arbeitstag in der Mittagspause schwimmen zu gehen. Bei einer „Reisezeit“ von ungefähr 20 Sekunden zwischen Wohnungstür und Schwimmhallendrehkreuz (inklusive des notwendigen Reinschauens an der Kasse) handelt es sich um vertretbaren Aufwand.

    Es waren drei Arbeitstage mit privatem Adminkram, Kino und Schwimmbad.

    Die Open-Source-Strategie

    Es gelang mir in der Arbeitszeit, mir eine erste Zuständigkeit für die Bearbeitung der neuen Open Source Strategie des Landes Berlin zu sichern.

    Erste Erkenntnis: Direkt sind wir nicht betroffen. Die Strategie bezieht sich nur auf Verwaltung und ITDZ. Soweit ich bisher sah, kommen landeseigene Unternehmen nicht vor.

    Aber natürlich bewegen wir uns auch in einem Umfeld.

    Gerade auch, weil wir mehr Gestaltungsfreiheit haben als die echte Landesverwaltung bietet die Strategie viele Möglichkeiten und wenig Zwang. Es wird spannend werden.

    Ganz generell: Für ein Papier, dass aus der politischen Ebene kommt ist es erfreulich detailreich und wirkt erfreulich kompetent geschrieben. Die Ziele sind zwar alle angesichts der Realität auf dem Boden reichlich ambitioniert, aber meiner von wenig Ahnung getrübten Einschätzung nach, nicht unmöglich zu erreichen.

    Dass bis 2032 immerhin 70% der verwendeten Software an den Arbeitsplätzen der Berliner Verwaltung Open Source sein sollen ist auf jeden Fall eine Ansage.

    Beca und die Bellas

    Im Kino gewesen. Natürlich der letzte Besuch war ja schon zwei Tage her.2 Diesmal wieder bei Fetch, der RomCom/Musical/Teenfilm-Klassiker-Reihe bei den Yorck Kinos im Schöneberger Odeon.

    Falls jemand auf der Suche nach positiven Vibes ist, und das sind derzeit ja Einige, diese Reihe ist empfehlenswert. Egal wie der Film ist, der ganze Saal (wieder fast ausverkauft) lässt einen einfach Zwei Stunden lang in positiven Vibes baden.

    Und nun ja, der Film. Pitch Perfect über ein Wettbewerbs-College-A-capella-Frauenteam, die Barden Bellas, von 2012 war ein Film faszinierend durchgängiger Furchtbarkeit. Ich war hervorragend unterhalten. Aber der Film war schlimm. Richtig schlimm. Es war erstaunlich auf wie vielen Ebenen ein Film eines eigentlich harmlosen Kinogenres furchtbar sein kann.

    Selbst die beiden Moderatoren, die die Einführungsworte sprachen, hatten zwar viel gute Vibes, warnten aber vor, dass der Film ohne Nostalgiegefühle geschaut, schon einen „sehr 2000er Humor“ hat.

    Um bei den positiven Vibes zu bleiben. Es gab im Film etwa acht nicht-furchtbare Minuten. In fünf davon wird gesungen. Die drei restlichen Minuten kommen zusammen, indem man alle Szenen zusammenzählt in denen die Protagnistin Beca diesen „Was mache ich hier? Und wie komme ich wieder raus?“-Blick hat. Das passt zur Rolle, aber auch zur Schauspielerin, der (für andere Rollen natürlich) Tony-, BAFTA und Oscar-nominierten Anna Kendrick3.

    Juwelenreis war das Geheimnis dieses Sommers

    Die Stuttgarter Theater wurden erpresst. Gezahlt wurden 15.000 Dollar Lösegeld, das aber niemand überwiesen hat. Ein Prozess gegen Cyberkriminelle zeigt absurde Szenen.

    Es gibt einen Alan-Rickman-Film in dem dieser barfuss an Friseurwettbewerben teilnimmt. Blow Dry (2001) Und ich wusste davon nichts! Danke an die Kaltmamsell für den Hinweis.

    Markus ist jetzt Deutscher. Herzlichen Glückwunsch! [Di, 20.1.2026 – des Glückes Unterpfand]

    Ich bin Fan des Fünf-Farben-Salats, den wir bei Da Jia Le bestellen können. Vielleicht auch demnächst Fan des selbst gemachten Sechs-Farben-Reis: Morasa Polo – Persischer Juwelenreis

    Wenn schon auf die eigene Jugend zurückblicken, dann wenigstens ordentlich: LSD war das Geheimnis dieses Sommers

    Vielleicht ist das der einzige Rat, den ich aus heutiger Perspektive geben würde: Haltet niemals durch, wenn es sich falsch anfühlt. Lernt aufzugeben. Durchhalten ist scheiße. Brecht ab, was euch schadet.

    Anmerkungen

    1. No. 8 diesen Monat, 4,50€ pro Besuch. Jetzt ist sie auf dem Niveau von Einzelkarten. ↩︎
    2. Also Besuch No. 6 mit Yorck Unlimited. 39,67€ pro Besuch. ↩︎
    3. Andererseits hatte der Film zwei Fortsetzungen in denen sie vermutlich freiwillig wieder mitspielte. Beruflich war die Rolle auf jeden Fall ein guter Move. ↩︎