Schlagwort: Libellen

  • 24-05-11 Eins-Be Eins-Null

    24-05-11 Eins-Be Eins-Null

    Madame versteckte den Wal.

    Dafür kamen die IT-Fischaufkleber zum Einsatz.

    Am Bahnhof Südkreuz saß ein rauchendes Minipli-Pärchen: Identische Frisur, nahezu identische Sonnenbrille, beide in sehr ähnlichem Leopardenhemd. Er wies zusätzlich Schnauzer und Geheimratsecken auf.

    Neubrandenburg eröffnete am Vatertag die Saison der Freibadschlögereien. Der einschlägigen Qualitätspresse entnahm ich, dass 60 Personen beteiligten waren, es drei Stunden dauerte. Es ging um eine Strandbad-Eröffnung.

    Der Brückentag verwirrte das Reisegeschehen. Pendler-Prignitz-Express, S-Bahn und Innsbrucker Platz so leer wie nie zu dieser Zeit. Dafür Menschenmassen, die am Brandenburger Tor in die S-Bahn wollen. Anscheinend fährt jede Jugendsportmannschaft Berlins dieses Wochenende über einen Bahnhof in die Ferne.

    Die Brückentagsruhe nutzte ich, um einen komplexeren No-Code-Workflow zu basteln. An sich ist das gar nicht so schwer. Aber wenn man schon ein Dutzend sehr ähnliche Workflows hat und jedesmal aufpassen muss, nicht Trigger mehrfach und falsch zu belegen, wird es anstrengend. Wahrscheinlich wäre eine Yes-Code-Variante inzwischen übersichtlicher.

    Nach Feierabend dasselbe wie vor Feierabend, aber nach einer Hundertachtziggraddrehung, jetzt als User. Auf ins Gefecht mit der Fernuni-IT. Erst den zweiten Faktor für die neu eingeführte Multi-Faktor-Autorisierung eingerichtet. Dann die Literaturverwaltung Citavi installiert und mit der entsprechenden Lizenz versehen.

    Mir träumte, ich suche in Schöneberg die Kneipe in der Madame gelandet ist. Sie schreibt eine SMS, dass die Kneipe direkt am Hafen sei. Erst nach dem Aufwachen bemerke ich, dass Berlin und Hamburg zwei verschiedene Städte sind.

    „Charlottenburg ist ein blöder Bahnhof“ steht in meinen Notizen. Das ist eine zu starke Aussage. Eigentlich kenne ich vom Bahnhof nichts außer der eilig durchschrittenen Unterführung von einem Gleis zum anderen. Aber diese sparkt keinen Joy. Ich testete die Bahnverbindung aus den Latifundien über Charlottenburg nach Südkreuz – und diese ist in keinerlei Hinsicht ein Gewinn.

    Positiv an der Zugfahrt: Ich erhaschte einen ersten Blick auf das neu gebaute Hallenbad Falkensee. Von Außen gefällt mir das. Originell: der junge Herr, der seine Bringdienst-Pizzakarton samt Pizza auf der Kofferablage zwischenlagerte.

    Graben um den Floratempel

    Am Schuppenfenster hängt ein großer Käfer – tot.

    Im feiertäglichen Sonnenschein lungerte eine Libellengruppe auf den Latifundien herum. Sie glänze in Hellblau. Farbschlag Die-Augen-von-Terence-Hill.

    Unser verschiedenen Zwitscherapps meinen eine Gartengrasmücke zu hören. Da diese klein, braun und scheu sind, werden wir den Vogel eh nicht bewusst sehen können und glauben den Apps. Wir vermuten, dass hinter dem Brennholzstapel eine Amsel nistet. SIcher nistet ein Elsternpaar im Ahorn des Nachbarn und nisten Schwalben im ehemaligen Kremmener Bahnhofsgebäude.

    Der Floratempel steht. Die Nachbarn äußern ein sozial angemessenes Maß an Bewunderung.

    Ich buddelte. An einer Seite kommt das Erdreich sehr nah an die Terrasse, was langfristig zu nasser Erde auf Holz führen wird, was zu verfaulendem Holz führen wird und das ist alles ungut. Also entfernte ich mit dem Spaten reichlich Erde.

    Es sieht schick aus. Stände ich auf Miniaturbau, könnte ich jetzt eine römische Festungsanlage in Spurweite 0 in den Graben bauen. Mein Rücken allerdings fühlt sich an, als hätte ich ein komplettes Heerlager ausgehoben. Nix gewöhnt.

    Die Pfingstrose blüht kräftig wie seit Jahren nicht mehr. Dieses Jahr wurde es früh genug warm, ohne dass sie zum Ende der Blütezeit hin bereits in trockener Hitze verdorrt.

    Der Zierapfel verlor im Frost all seine Fruchtansätze. Die Birne schiebt noch eine handvoll Nachblüten nach, um die Frostverluste auszugleichen.

    Ein kleiner Apfelbaum wirft Schatten auf ein kleines Staudenbeet. Im Hintergrund ein Acker.

    Steve Albini ist tot

    Steve Albini ist tot: Steve Albini, Studio Master of ’90s Rock and Beyond, Dies at 61

    Die MIttelpunktbibliothek Schöneberg wird 60 Jahre alt und feiert Jubiläum.

    Letztens noch saß ich im EC8, entdeckte den Panoramawagen im selben Zug und fragte mich, was ich wohl unternehmen muss, um dort einen Platz zu bekommen. Jetzt lerne ich: es wäre ganz einfach gewesen. Aber es war auch meine letzte Chance: Schöne Aussichten: Im Panoramawagen durch Europa (via Kieselblog)

  • 23-09-12 ANF = r / (1 – (1+r)^-T)

    23-09-12 ANF = r / (1 – (1+r)^-T)

    Der Wasserwart mit Bart fährt FIAT.

    (Fiat 500, Elektro-Version. Ich hoffe ihr habt in der ersten Zeile innerlich den Holperreim mitgesprochen.)

    Wir ernteten Alkmene (fürs Protokoll: Perfekter Zeitpunkt) und Gellerts Butterbirne. Soweit so normal für Mitte September. Außerdem bewässerten wir reichlich. Bei 31 Grad. Am 10. September. Nebenan verloren die Apfelbäume erste Blätter.

    Obwohl die Latifundien fast noch auf Berliner Stadtgebiet liegen, profitierten wir davon, dem großstädtischen Hitzeglockeneffekt zu entkommen. Die Hitzeglocke offenbarte sich Montag Abend: Aufbruch am Bungalow bei 18 Grad Außentemperatur. Ankunft etwas später in Schöneberg bei 25 Grad.

    Während Madame mit RE, S und Bus nach Südwestberlin fuhr, um Hamburger Anglist*innen zu treffen, war mein Plan „Nicht bewegen.“ In statischer Ruhe beobachtete ich überraschend viele Libellen. Der Garten wandelt sich über das Jahr: Vom Hummelgarten des Frühjahrs über Bienen und Feldwespen (Frühsommer) zu Schmetterlingen, Schwebfliegen und Marmeladenwespen (Hochsommer) bis zu den Libellen (Spätsommer).

    „Nicht bewegen“ ließ sich mäßig in Einklang bringen mit Grillen (Burgerpatties, Kürbis, Zucchini; Madame kochte dazu gigantische Artischocken vom Wochenmarkt.) Es lies sich gut in Einklang bringen mit: Für die Klausur lernen.

    Hand am Arm

    Auch wenn mich die frei fließende Mathematik aus der Algo-Mathe mehr reizte. Ich muss zugeben: Bei der sehr viel handfesteren Wirtschaftsmathematik lernt man etwas für’s Leben. Die Formel für den Annuitätenfaktor (ANF) in der Überschrift zum Beispiel berechnet bei einem Darlehen mit festem Zinssatz (r) und einer Laufzeit (T), wie viel man im Jahr zurückzahlen muss.

    Auch handfest: In der Vorbereitung lerne ich den Taschenrechner Casio fx87DE Plus ganz neu kennen. Wenn man die Formeln oft genug durchrechnet, entdeckt man manchmal doch weitere Tasten, die alles erleichtern oder stellt fest, dass das Modell manchmal Eingaben anders interpretiert als gemeint.

    Interner Zinsfuß

    Finanzmathe-Klausur bedeutet: Formeln auswendig lernen. Annuitätenfaktor, Rentbarwertfaktor, Agio/Disagio oder interner Zinsfuß.

    Zu meiner Überraschung gibt es laut Skript keine allgemeine Formel des internen Zinsfußes (r*), sondern nur eine Annäherung und Spezialfälle.

    (Für diejenigen, die sich fragen: Welcher Zinsfuß? Das ist der Zinssatz auf dem freien Markt, bei dem sich eine Investition noch lohnt. Also wenn ich bei der Bank Kredite für 10% Zinsen aufnehmen muss, lohnen sich weit weniger Investments als bei 0,5%.)

    Einer dieser Spezialfälle wird auf jeden Fall in der Klausur ein Thema sein. Und deshalb liste ich sie noch einmal auf.

    Modell Zero-Bond (eine Auszahlung, eine Einzahlung T Jahre später: \(r* = \sqrt[T] {e_T/-e_0} -1 \) . Dabei T = Zahl der Jahre. \(e_T \) = Einzahlungsbetrag am Ende. \(e_0 \) = Auszahlungsbetrag am Anfang.
    Modell Kuponanleihe (Eine Auszahlung am Beginn, zwischenzeitlich Raten, am Ende Rate+Ersteinzahlung zurück). \(r* = z \). Dabei enstpricht \(z \) dem Prozentsatz der jährlichen Rate von der Ursprungseinzahlung, der Endbetrag \(e_t \) ergibt sich aus \(-e_o + z \).
    Modell drei Zahlungen: Ist mit jetzt zu komplex, das hier als Formel zu schreiben. Man muss die diversen Zahlungen dividieren, addieren, exponieren und wurzeln.
    Bei der ewigen Rente gilt \(r* = (e/-e_0) \) Dabei ist \(e \) der jährlich zu erwartende Betrag, \(e_0 \) die Eingangsauszahlung.

    Für eine allgemeine Formel rät das Skript zur Wahl zweier möglicher Zinssätze. Man errechnet aus denen einen besser passenden dritten Zinssatz und tastet sich immer näher heran.

    Ich halte es für möglich, dass in der Welt da draußen auch eine allgemeine Formel existiert. Aber die Klausur wird Skriptwissen abprüfen, nicht Weltwissen. Ich werde mich jetzt nicht mehr mit Zusammengegoogeltem selbstverwirren.

    99 Luftballons

    Gibt es noch Bungee-Jumping auf der Welt? Ich habe schon lange nichts mehr davon gehört.

    An verschiedenen Stellen First-Hand-Horror-Stories über das Elend des Berliner Schulwesens gehört. Wie schnell würde ich diese Stadt verlassen, hätte ich Kinder im entsprechenden Alter.

    Berlin kann nicht Schule. Berlin kann spannende Straßen. Über Madame und den Tagesspiegel-Checkpoint entdeckte ich die Geschichte der South China Morning Post über die Kantstraße: Does Berlin have a Chinatown? No – it has something better: this is Kantstrasse

    In den Märkischen Hamptons ist die Welt noch in Ordnung. Und das bedeutet: Es gibt Feuerwehr/Alarm/Katastrophenschutz-Sirenen, die wöchentlich getestet werden. Ihr Test jeden Samstag um 10 erinnert uns: Klassik, Pop et cetera auf dem Deutschlandfunk beginnt. Eine Ankündigung, die dieser Sendung durchaus würdig ist.

    Diese Woche herausragend: Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy über ein Leben zwischen Italien, Frankreich und Deutschland. Nicht-Parties in Paris und die Gang der Germanstik-Studentinnen.

    Dabei entdeckt: Auf Spotify existiert eine Klassik,-Pop-et-cetera-Playlist

    Frank Rieger über eine mögliche Wagenknecht-Partei: Eine sozial-nationalistische, links-konservative Partei neuen Typs.(SNLKP aka. „Liste Wagenknecht“)

    Frau Novemberregen absolvierte eine Fortbildung. Hotel Mama empfiehlt Kulturkrach nicht weiter.