Schlagwort: M48

  • 25-01-09 Fischsticker aus Steglitz

    25-01-09 Fischsticker aus Steglitz

    Der rbb24 titelt nebeneinander „Schnee wird erwartet“ und „Koks-Taxi hochgenommen.“ Schnee wird erwartet, aber kommt nicht.

    Währenddessen nähern sich die Brände in Los Angeles dem Hollywood-Zeichen.

    Die Ninja Creami droppt ihr Messer. Das ist unerfreulich – dann testen wir mal den Gewährleistungsprozess des Händlers.

    Madame erwarb eine Discounter-„Rettertüte“ mit andernfalls unverkäuflichen Lebensmitteln. Das bescherte uns so seltenes Januaressen wie Himbeeren oder Grüne Bohnen.

    Überraschendes vom Haus. Während die Hausverwaltung sich zum Thema „Silvesterrakete durchschlug Fensterscheiben“ erwartungsgemäß quer stellt, wurde der Beauftragte des Wohnungseigentümers tätig. Er schleppte ein kaputtes Oberlicht höchstselbst zum nächsten Glaser. Ich weiß nicht, ob ich emotional damit klarkomme.

    Auf dem Dachboden scheinen Arbeiten zu laufen, die sich nach dem Abflämmen von Teerpappe anhören. Das Dach selber fehlt weiterhin.

    Dafür teilte mir ein Kontaktformular-Bot (vmtl mit KI) der neuen Hausratversicherung mit, dass diese Gerüste am Gebäude nicht als bemerkenswerk ansieht. Ich möge die Versicherung bitte von einer Mitteilung über Baugerüste verschonen.

    Diesen „lesen“ der Kontaktaufnahme und die Antwort „Das müssen sie gar nicht senden – wollen sie trotzdem?“ ist mir neu und wirkt überraschend futuristisch.

    Offensichtlich fassten einige Kollegen einige Vorsätze für das neue Jahr. Auch ansonsten nehme ich einen frischen Wind der Abteilung wahr. Dieser war natürlich besonders deutlich, weil wir ein schickes Strategiemeeting beim Blumenfisch hatten. Ein Seminarraum, fast um die Ecke vom Büro, freundlich eingerichtet, freundlich begastgebert – Hauptsache wir essen nichts vom Obst der anderen Gruppe!

    Weil ich zu früh kam, gönnte ich mir ein kurzes Einhalten beim Blumenfisch-Café mit erster Arbeit. So mit gekauftem Kaffee und aufgeklapptem Laptop am Cafétresen kamen ungeahnte ich-bin-jung-und-arbeite-irgendeinen-wasmitMedien-Unfug-Vibes über mich.

    Der knirschende Organisationskörper, der sich zum Jahresstart in Bewegung setzt, lädt weiterhin Schmerzen bei mir ab. Mein knirschender Körper reagiert daraufhin mit Ruhebedürfnis. Außer Heimweg und Rückweg bleibt wenig.

    Immerhin nutzte ich den Heimweg, um in meiner Freizeit(!) mit eigenem Geld(!!) mein Lieblings-Arbeitsmaterial zu kaufen: Identische Fisch-Sticker mit denen jeweils zusammengehörige Mäuse und Tastaturen im Gebrauchtlagerbestand gekennzeichnet werden. Es hat sich über die Zeit als einfachste und zuverlässigste Low-Tech-Lösung erwiesen. Außerdem erfreut sie mein Herz.

    Einziges Problem beim Kauf: „Werken Spielen Schenken“ in der Steglitzer Schloßstraße leidet noch am Weihnachts- und Silvesterdekoansturm. Alle Regale sind leer. Es war nicht einfach Sticker in der richtigen Größe zu finden, mit denen sich jeweils Paare basteln ließen.

    Auf der Hinfahrt: Lebenspremiere im U-Bahnhof Schlossstraße. Anscheinend kam ich bisher mein ganzes Leben mit Bus oder Fahrrad an diesen Ort. Niemals fuhr ich U-Bahn. Was für eine tolle Pop-Architektur. Wie konnte ich sie bisher übersehen?

    Auf der Heimfahrt im M48-Bus ein live-Loriot-Impro-Theater. Zwei ältere Herren am Berlinern. Einer immer happy „Ach, guck mal! Da habe ich gearbeitet! Das war spannend! Schau! Was stehen hier für eindrucksvolle neue Bauten!“, der andere stets missgelaunt „Immer dieser Stau. Ich steig gleich aus! Hier steht gar nicht wo wir sind! Was soll das!“ Sie kamen glänzend miteinander klar.

    Grießschaum politische Verfolgung

    Herr Rau liebäugelt als Gründungsbibliothekar einer Schulbibliothek.

    Die Heritage Foundation, Autoren vom Project2025 und quasi der denkende Arm von MAGA, kündigt an, Wikipedia-Autoren verfolgen zu wollen, die ungewünschtes Schreiben. Vorerst mit der klassischen Taktik des Doxxing, also veröffentlichen von Namen und Adressen. Scoop: Heritage Foundation plans to ‘identify and target’ Wikipedia editors

    Dabei entdeckt. Es gibt in der englischen Wikipedia eine Seite über Personal security practices für Wikipedianer*innen.

    Auch eine mögliche Reisevorbereitung. Die Zubereitung von Roosamanna ehk mannavaht – Rosa Fruchtmousse oder Grießschaum aus Estland

    Lidl macht jetzt in schick. Discount deluxe: So versucht sich Lidl in Berlin als Warenhaus-Retter

  • 23-01-13 Rettungsfähigkeit

    23-01-13 Rettungsfähigkeit

    Früher fragte man Nachbarn nach zwei Eiern. Im Jahr 2023 fragt man sie, ob man temporär die eigene Heizungssteuerung in ihren Wlan-Router stecken darf.

    Die Aufbäumen der weißen Hinterhofs-Ledercouchpolsterrückseite bewies die prognostizierten Fatal Attraction Qualitäten. Sie bäumte sich heftig auf – heute morgen lag sie quer in der Einfahrt, versperrte den Zugang zum Hof – aber kurz. Heute Nachmittags war sie komplett verschwunden. Überhaupt wurden Handwerker gesehen, die ihren Bauschutt zusammenräumten und den Hof fegten. Gut, dass ich nicht da war. Wer weiß wie ich einen solchen Schock verwunden hätte.

    Falls jemand kommt und die seit 2011 defekte Gegensprechanlage repariert, beschwere ich mich bei der Hausverwaltung, dass die guten alten Zeiten auch bewahrt werden müssen.

    Allemanische Aufträge schickten mich auf einem Rundparcours durch Berlin. M48 -> M29 -> M19 -> M46 -> U4 .

    Blick bei Nacht auf einen Bus mit geöffneter Tür, der vor dem Kadewe steht. Untere Hälfte: Menschen im Bus. Obere Hälfte: Kaufhaus des Westens.

    Wo wir so stadtkreiselten, gelang es mir, Madame zu überreden, noch upp’n swutsch zu gehen. Wir landeten im Robbengatter – weltberühmt in Schöneberg – in dem ich das erste Mal nach 14 Jahren in diesem Ortsteil war. Es ist eine Kneipe im besten Sinne des Wortes – verschiedenste Menschen aus der Nachbarschaft zwischen 18 und 80, beim Bier- und Teetrinken und beim Essen in einer gemütlichen und sauberen Wohnzimmeratmosphäre. Ortsangemessen blieben wir beim Bar Food: Burger und Tortillas – beides überdurchschnittlich.

    Rettungsfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit von Schwimmaufsichten, die Beaufsichtigten retten zu können. Diese muss regelmäßig nachgewiesen werden. Sie bedarf des Trainings. Rettungsfähigkeit wäre eine schöne Beschreibung für die Mindestqualifikation in IT-Support und -Administration. Wenn ich meine Vorgesetzten davon überzeugen könnte, dass regelmäßiges Schwimmtraining in der Arbeitszeit notwendig ist, um die IT-Rettungsfähigkeit zu erhalten..

    Madame hatte ein begeisterndes Schuherlebnis. Ihre Birkenstocks, die unser Nachbarschaftsschuster als irreparabel erklärt haben, kamen per Post zum Hersteller und nun in einem fast-neuen-Zustand-für-wenig-Geld wieder zurück.

    Weitere Granta-Beiträge stimmten mich glücklicher als der Berghain-Selbstbezugs-Text von letzter Woche. Thomas Duffield (Poppy Promises) und Janet Malcom (Skromnost) nähern sich dem Thema „Conflict“ behutsam, vorsichtig. Eltern-Kind-Beziehungen aus der Sicht des Kindes mit einem heroinabhängigen Vater beziehungsweise einer depressiven Mutter – beide Texte (bzw. eigenlich Text und von-Text-begleitete-Fotoserie) fokussieren nicht auf den Konflikten, die eine solche Konstellation hervorrufen muss. Sie versuchen eine Annäherung unter schwierigen Rahmenbedingungen. In ihrer Art verschieden, aber in beiden Varianten berührend.