Schlagwort: Mannheim

  • 26-03-28 Schokohimbeeren mit Sahne

    26-03-28 Schokohimbeeren mit Sahne

    Warum ist Jens Spahn noch im Amt?

    **

    Die Dammstraße zu den Latifundien ist repariert. Das Otterwechsel-Schild ist zurück!

    **

    Das Schlafzimmerradio ist kaputt. Der Whiskey ist alle. Selbst falls sich das Radio als irreparabel erweist, kann es sein, dass der Whiskey-Ersatz teurer wird als der Radio-Ersatz.

    **

    Schlechtes Zeichen: Ich gebe in den letzten Wochen zu oft mein Arbeitspasswort in den Privatrechner ein. Mein Geist hat Bürolösungsprobleme.

    **

    Dort hatten wir ein Datenstrukturgespräch mit dem technischen Service: Ich habe in kurzer Zeit erstaunlich viel über die eigentliche Schwimmbadtechnik mit ihren Pumpen, Filtern und Flockungsmitteln gelernt.

    **

    Am U-Bahnhof, eine Säule ist mit Folie abhängt. Darauf ein gedruckter Zettel „Achtung, chemische Behandlung.“ Auf dem Zettel eine handschriftliche Ergänzung „Zauber“. Vermutlich das einzige, was der Infrastruktur noch hilft.

    **

    U-Bahn-Gedanke 1: Immerhin kein Meth. Gedanke 2: Auch Alkohol kann verdammt kaputt machen.

    **

    An der Tankstelle: der erste Elektro-LKW, den ich bewusst sah1. Mit großer E-Power-Aufschrift und erkennbarer Batterie unterhalb der Ladefläche.

    **

    Die Einzugsparty führt zu verstärkten Sozialleben auch außerhalb der Party, mit den ganzen Menschen, die am 20.3. keine Zeit hatten. Am Donnerstag gab es Familienessen mit Kindern. Wir erfuhren, wie es sich bei Siemens Energiy arbeitet. Die Kinder freuten sich an der Bolognese und nicht so sehr an den eingelegten Tomaten der Vorspeise. Spontankreation am Tisch: Himbeeren mit Schokoüberzug, die dann mit Sahne übergossen wurden. Schmeckte wohl nicht so gut, wie sich die kleine Kreativgestalterin das vorher dachte.

    **

    Es war ein Donnerstagabendessen, ein Arbeitsfreitag und ein Gartensamstag.

    Die Männer kummen alleweil wieder zurück

    Ich frage mich, wie ich Jahrzehnte mit Tomaten auf den Augen, bzw. eher auf den Ohren, herumlaufen konnte. Warum entging mir Joy Fleming? Spätestens, dass sie als einzige Deutsche eine Veröffentlichung beim Label of all Labels, Stax, hatte, hätte mich aufwecken müssen.

    Aber irgendwie war da zuviel „Ein Lied muss eine Brücke sein“ und schlechte Schlagerjahre, um zu entdecken wie großartig sie ist. Naja, nachdem ich heute morgen im Radio2Ich sing fer’s Finanzamt“ entdeckte und dann gleich zum Neckarbrückeblues vorstieß, war ich hin und weg.

    Deutschland hatte Weltniveau und hat es nicht gemerkt.

    Einzelne Narzissen blühen, die Forsysthie bildet einen leuchtenden Block gelb im Hintergrund

    Auf dem Sanddorn: ein Rotkehlchen in Augenhöhe. Auf der Ramblerrosenunterlage: eine wild randalierende Blaumeise.

    Auf der Terrasse unter dem Vordach: Toni, die Nachbarskatze, von der Sitzwarte aus auf das Ende des Regens wartend.

    Vom Himmel: Der Regen. Madame nutzte kurz eine Regenpause, um mit der Heckenschere weiter zu arbeiten. Ich drehte die Runde zwischen E10-Benzin, dem Fleischereiwagen (mit Wildschinken) und dem Eierautomaten.

    Danach sitzen wir im Bungalow, freuen uns an den sichtbaren Knospen an den Birnen und den ersten zartgrünen Blättern des Zierapfels. WIr hören Musik, lesen Buch lesen, lesen Lokalzeitung, trinken Tee trinken, Kaffee trinken, Whiskey trinken, mehr Buch lesen, Internet lesen.

    Respect the Dressing room

    Aus dem Kino lernen wir: Zum Beispiel: Auf dem Boden liegen und Musik hören. Der Nachhall des Donnerstagsfilms3 bot sich an. Mo‘ Better Blues lief bei Boulevard Noir, den wie Robin, der großartige Kurator der Serie vor Beginn der Vorstellung anmerkte: Es passt atmosphärisch zum Vibe, den ich mit der Reihe schaffen möchte. Mo‘ Better Blues gehört zu den Musikfilmen mit dem besten Soundtrack. Eingespielt von Branford Marsalis und Terence Blanchard.

    Außerdem hatte der Film mir etwas zum Denken gegeben. Einerseits ein Meisterwerk. Tolle Musik, wahnsinnig gut gut gespielt, großartige Kostüme und emotional ergreifend. Das Ende ist so seltsam, dass es auf jeden Fall denkwürdig ist.

    Andererseits: Die Juden und die Frauen.

    Spike Lee spielt den glücklosen Hallodri

    Um die Grundlagen zu schaffen. Der Film konzentriert sich auf den Jazz-Trompeter Minifield „Bleek“ Gilliam (Denzel Washington) und das Bleek Quintett, das in einem New Yorker Nachtclub auftritt. Bleek ist von seiner Musik besessen, vernachlässigt sein Leben, seine „Freunde“, seine Frauen (plural) und eigentlich alles aus sich und seiner Musik. Der Film folgt ihm, wie sein Leben aufgrund dieser Egozentrik langsam zerfällt bis er vor dem Nachtclub mit seiner Trompete zusammengeschlagen wird, dabei so schwer verletzt wird, dass er nicht mehr spielen kann.

    Dann kommt das überraschende Ende, dass er mit Nervigkeit eine der beiden Frauen doch noch herumkriegt, sie romantisch heiraten, einen kleinen Trompetersohn kriegen und glücklich im Brownstone wohnen. Ist das ernst gemeint? Regisseur Spike Lee doesn’t tell.

    Uneasyness

    Problem eins, Wikipedia informiert mich: For his portrayal of Jewish nightclub owners Moe and Josh Flatbush, Lee drew the ire of the Anti-Defamation League (ADL), B’nai B’rith, and other such Jewish organizations. The ADL claimed that the characterizations of the nightclub owners „dredge up an age-old and highly dangerous form of anti-Semitic stereotyping“. – Ja, stimmt, das ist offensichtlich.

    Unübersichtlicher wird es bei den Frauen. Der Film spielt in einem misogynen Milieu, er ist sich nur irgendwie uneins, ob er es kritisiert, neutral darstellt oder doch mitträgt.

    Dem Film ist bewusst, dass das Milieu frauenfeindlich ist und manchmal kritsiert er es. Faszinierend die Szenen, in denen einerseits maskuliner schlimmer „Dressing room talk“ in der Garderobe zu hören ist, geschnitten mit dem Auftritt eines Black American Fips Asmussen, der so den Dressing-Room-Talk so schlimm und unerträglich auf die Spitze treibt, dass es jedem Film-Sehendem auffallen muss.

    Dass Bleeks Beziehungsmodell egoistisch und selbstbezogen ist, wird auch deutlich.

    Anderseits sind die Jazzer halt trotzdem unfassbar cool im Film, bei allem Scheiß den sie machen.

    Trotzdem schafft der Film nicht einmal den Bechdel-Test.

    Trotzdem sind die Frauen auch in der Filmästhetik Spiegel für Bleek und keine eigenständigen Charaktere. Trotzdem wird die eine Frau, die einfach selber in die Garderobe kommt, als unfassbar ’nagging‘ dargestellt, und jedem Zuseher ist nachvillziehbar, dass sie die Heiligkeit der Garderobe kurz vor dem Auftritt verletzt.

    Eingang zum großen Saal des Yorck Kinos, an der Tür ein Plakat von Mo Better Blues

    Exhalation

    There always have been arguments showing that free will is an illusion, some based on hard physics, others based on pure logic. Most people agree that these arguments are irrefutable, but no one really accepts the conclusion. The experience of having free will is too powerful for an argument to overrule. What it takes is a demonstration, and that’s what a Predictor provides.

    Eine der Philosophie-Studiums-Diskussionen, die mir in Erinnerung blieb, war die Diskussion, ob wir nicht nur Philosophie im engeren Sinn lesen sollten, sondern auch Literatur. Edel-Science-Fiction wie Stanislaw Lem wurde gerne als Beispiel genannt.

    Derzeit fiel mir ein ähnliches Buch in die Hand. Ted Chiangs: Exhalation. Eine vielfach preisgekrönte (Hugo, Nebula, Locus Awards) Kurzgeschichtensammlung. Das Buch schillert zwischen eleganter Erzählung und Gedankenexperiment; stellt philosophische Fragen in Geschichten verpackt.

    Manchmal vielleicht zu schwebend und ins spekulative abgleitend. Aber eine bereichernde Lektüre. BHätte ich es nicht aus der Bibliothek geborgt, wäre es ein Buch zum behalten.

    Wirklich Palmöl?

    Markus schrieb über die 30 verschiedenen Pflanzen, die man in der Woche aufnehmen soll. Sofort stellten sich mir Definitionsprobleme: Zählt Zucker wirklich mit? Was ist mit dem veganen Zwiebelschmalz von heute morgen? Zählen da alle 9 erkennbaren Pflanzen der Zutatenliste? Oder nur die Hauptzutaten Palmöl und Zwiebel? Zählt Palmöl überhaupt?

    Aber wie so oft, nur weil etwas theoretisch unmöglich ist, kann es praktisch trotzdem funktionieren. Und bei Sicherheit, dass ich auch konservativ gezählt in einer Woche weit jenseits der 30 landen werde, fing ich heute morgen an:

    • 1- Weizen (Party-Reste, aufgetaute Laugenstangen)
    • 2- Zwiebel (das Schmalz + Zwiebel (Bolognese) + Röstzwiebel (zum Salat))
    • 3 – Ölpalme (das Schmalz)
    • 4- Ananas
    • 5-13 Pflücksalat aus dem Plastikschälchen mit neunerlei Grünzeug (Rucola, Bull’s Blood, Tatso-Mizuna, Batavia rot, Batavia grün, Baby Spinat, roter Mangold)
    • 14 – Tomate (Bolognese)
    • 15 – Knoblauch (Bolognese)
    • 16 – Ernteanteil-Karotte (Bolognese)
    • 17 – Ernteanteil-Sellerie (Bolognese)
    • 18 – Ernteantel-Pastinake (Bolognese)
    • 19 – Pfeffer (Bolognese)
    • 20 – Oregano (Bolognese)
    • 21 – Lorbeerblatt (Bologense)
    • 22 – Olivenöl (Bolognese)
    • 23 – Ernteanteil-Kartoffeln
    • 24 – Tee (getrunken)
    • 25 – Wein (Weiß – Bolognese; Rot -getrunken)
    • 26 – Rapsöl (Salat)
    • 27 – Mais (Bourbon-Whiskey)
    • 28 – Bockshornklee (im Käse)
    • 29 – Kümmel (im Käse)

    Selbst wenn man um den Mais und Batavia grün/rot diskutieren kann. Ich bin recht zuversichtlich, dass wir in den nächsten sechs Tagen weit über 30 kommen.

    Die albanische Nationalkrabbe möchte Swingtanzen. Oder so.

    Wo ich schon beim Surfen in alter deutscher Musik war: Die allererste Sendung vom Talentschuppen aus Baden-Baden (1967).

    Auch in meiner ausgewählten RSS-Timeline las ich das zweite Blog, bei dessen Post ich von vorne bis hinten dachte „Das ist dieses typische Haselanten-Gesülze. Wie langweilig!“ Beide gehen eher in die semiprofessionelle Richtung, und eigentlich schätze ich ihre Attitüde. Aber irgendwie sehe ich trotzdem nicht, warum ich mich durch die entsprechenden Texte arbeiten soll. Wenn ich den Haselanten direkt befrage, bekomme ich wenigstens personalisierte Antworten.

    Eine unverkennbare eigene Stimme haben:

    Gelesen wird immer weniger (Auch gleich zum Zusammenhang zwischen lesen und schreiben)

    Es sollte allgemein mehr über Arbeit geschrieben werden: Gemeinsam konstruktiv

    Ich hatte ja keine Ahnung. Von Nichts! Aber jetzt ist mein Leben reicher: Ein Hoch auf japanischen Rock und Pop: Das Tsuta Rock Festival

    Flusskiesel sichtet die albanische Nationalkrabbe und mir beschwert das mindestens eine halbe Stunde gute Laune.

    Just do it! Ich möchte fast doch wieder mit dem Swingtanz anfangen, wenn ich das höre, ich möchte mich spontan irgendwo anmelden. Dieses Gefühl wird sich gleich wieder geben, ich weiß, aber dennoch … Ich würde behaupten, dass Männer, die alleine irgendwo beim Tanzen auflaufen, vermittelt sind, bevor sie auch nur „Ach ich weiß nicht“ denken können.

    Anmerkungen

    1. Nicht an der Zapfsäule. Am Halten, um Kaffee und ne Bockwurst zu kaufen. ↩︎
    2. Klassik, Pop et cetera natürlich. Die beste Sendung für augenöffnende Musikentdeckungen. ↩︎
    3. Yorck-Unlimited-No 17 – damit 14€ pro Karte. Das ist bei Yorck der Normalpreis-an-der-Abendkasse-für-einen-Film-mit-Überlänge. ↩︎
  • 23-12-28 Orwells Rosen leben noch

    23-12-28 Orwells Rosen leben noch

    Sonne – Wasser- frische Kakis vom Baum – ab dem zweiten Weihnachtstag begann die vorsichtige Rückwendung zur Welt da draußen.

    Die große Tischplatte verschwand wieder im Keller.

    Nach dem Bahnenziehen im Hallenbad Lörrach stellte ich fest, noch nie die legendäre Hauptstraße Weil am Rhein gesehen zu haben. Wir stiegen spontan vor dem Hallenbad in den Bus, passierten zwei Staatsgrenzen, stiegen wieder aus und wanderten die Hauptstraße ab – vom Leinen-Fachgeschäft und dem Märklin-Laden bis hin zu dutzendweise türkischen und chinesischen Restaurants, badischen Fleischereien und Bäckern. Die Schweiz is near.

    Am Ende der Straße liegen Kaufring, der Endpunkt der Basler Tram und der traurige Abstieg zum Bahnhof. Einst der wichtigste (Güter-)bahnhof in hunderten Kilometern Umkreis, der Weil zur Eisenbahnerstadt machte. Und jetzt, zwei traurige Gleise, kaum auffindbar, an denen gelegentlich mal eine S-Bahn oder ein Regio hält.

    Die S5 brachte uns zurück nach Lörrach Grand Central.

    Rombitombi stieß sich den Kopf am Klavierpedal.

    Mannheim ist laut Bahnhof Mannheim eine „Eishockeystadt.“

    Kurz fasste ich den Plan, Silvester und Neujahr kein Uni-Skript anzuschauen, denn es ist Feiertag. Dann dachte ich: „Bin ich bescheuert? Mir macht das ja Spaß. Mir Spaß entsagen, weil Feiertag ist. Soweit kommt’s noch.“

    Die Deutsche Bahn is on a run. Auf meiner Rückfahrt war wie immer der physische Zug defekt, der die deutsch-Schweizer-Grenze überqueren sollte. Aber die Bahn war in der Lage, rechtzeitig fahrenden Ersatz bereitzustellen. Gar als Uprade sehe ich es, dass meine IC-Fahrkarte Basel-Mannheim nun von einer ICE-Garnitur bedient wurde. (IC2870 – Ad-hoc-Zug ersetzte EC6 – Deutschland-Schweiz)

    Ab Mannheim ging es weiter wie gebucht. Ich hatte mir für insgesamt 62 Euro (mit Reservierung; ohne Rotwein) des Luxus eines 1-Klasse-Supersparpreises Basel-Bad->Südkreuz geleistet und Rotwein-an-den-Sitz im ICE594 (Linie 11 ICE München–Stuttgart–Frankfurt–Erfurt–Berlin); daran könnte ich mich gewöhnen.

    Vorher aber galt es, Weihnachten fertig zu feiern. Mit Kuchenresten, Hühnerfrikassee in Pastetchen, gemeinsamem Youtube-sehen und dem Empfang weiterer Familienteile, die auf ihrem eigenen Feierrückweg im Markgräflerland vorbeischauten.

    Billet – Nicht-Billet – Fast-Billet

    Nach Weil brachte uns das Deutschlandticket. Ich schätze es, irgendwo in Deutschland an einer Bushaltestelle zu stehen, zu denken „Ach, wäre praktisch“. Und weder muss ich ergründen welche Tarifzonen der Bus passieren wird, noch ob die Fahrerin mir überhaupt gegen Bargeld ein Ticket verkauft, noch sonstwas. Sehr sehr schön.

    Auch schön: Das erste Mal seit Umstellung der DB-App funktionierte mein Komfort-Check-Inn.

    Weniger Erfolg mit den Tickets, hatte ein Gast in meinem ICE. Der Zugbegleiter, unweihnachtlich-streng orientiert, ließ den Gast in Erfurt von 4 Bundespolizist*innen aus dem Zug hinausbegleiten. Der Versuch, mit dem „Screenshot eines abgelaufenen Deutschlandtickets“ unbemerkt 1. Klasse ICE zu fahren, war vielleicht doch zu sportlich. Da kein Ausweis = Polizei.

    Kurz vor Berlin das nächste Zugbegleiterdrama. Zwei Personen hatten versucht, Bahnbonus-Punkte in Freifahrten umzuwechseln. Soweit ich der Diskussion gewahr wurde, hatten sie bezahlt, aber formal nicht korrekt gebucht. Folge: Eine von beiden hatte technisch kein gültiges Ticket. Zugbegleiter 1 hat es nicht bemerkt (bemerken wollen) und die beiden eingecheckt.

    Bei allen weiteren Konrollen galten ihre Plätze als „schon kontrolliert“. Kein Problem.

    Hinter Leipzig leerte sich der Zug. Eine der beiden Personen setzte sich auf einen anderen Platz. Das provozierte eine neue Kontrolle. Ergebnis: Ungültiges Ticket. Großes Drama. Der Zugbegleiter wollte „nur“ die Daten aufnehmen und das ganze wegen „ist kompliziert und wir sind in 10 Minuten in Berlin“ zur Entscheidung an die Zentrale weitergeben. Die beiden Fahrenden fühlten sich des Schwarzfahrens bezichtigt und waren entsprechend aufgewühlt.

    Ich dachte gleichzeitig „Ey, Weihnachten. 22:30h; kein böser Wille; in 20 Minuten ist der Zug am Endbahnhof. Die beiden sitzen problemlos seit Stuttgart im Zug. Ein Auge zudrücken?“ und „Ey, ihr habt genug Bahnbonus-Punkte für zwei 1.-Klasse-Freifahrten quer durch Deutschland; da darf man auch ein bißchen Bahn-Erfahrung und -Kompetenz bei der Buchung erwarten.“

    Ein weiterer Fahrgast sprach den Auge-Zudrücken-Gedanken laut aus, und alles eskalierte noch weiter.

    *Der Autor seufzt*

    Die Pfeife fehlte

    Wenn nicht Sitz-externes Drama meine Aufmerksamkeit auf sich zog, schaltete ich gelegentlich das Handy live. Und ab Fulda trötete jedes mal eine neue Katwarn-Hochwassermeldung eines anderen Landkreises auf. Wasser sah ich keines, Nachts ist es dunkler als draußen.

    Untrötend konnte ich bei den Nachbarn linsen. Es wurde gelesen: ich konnte drei Sitze einsehen, auf dreien war ein Buch in Nutzung: (1) Das dritte Herz des Oktopus (2) School of Life (3) 1984.

    Auch ich las:

    • „Spektrum der Wissenschaft“ (u.a. wie man an zufällig bekannten Seriennummern die Gesamtgröße einer Serie abschätzen kann. Auch online: German Tank Problem).
    • Natürlich das Mathe-Skript. Über die Feiertage hatte ich, vom Flow überströmt, teilweise drei, vier Seiten am Stück gelesen und fand das schon beim Lesen suspekt. Es zeigte sich: natürlich blieben Lücken. Also backtracking im gewohnten Tempo: eine Seite lesen. Dann mindestens 20 Minuten die Konzentrationsfähigkeit regenieren. So zockelte ich durch die Homomorphismen.
    • Das Theoretische-Informatik-Buch. Da das „extern“ und nicht prüfungsrelevant ist, erlaube ich mir hier schnelleres Lesen auf Lücke. Immerhin brachte es die schöne Formel:

    |- (A -> ((A -> A) -> A)) -> ((A -> (A -> A)) -> (A -> A))

    • (Ein Teil einer formalen Fingerübung für das Hilbert-Kalkül, mit dem hier nachgewiesen wird, dass der Satz „Wenn A, dann A – formal: A -> A“ allgemeingültig ist.)
    • Vor allem las ich Orwell’s Roses. Essays über George Orwell, Gärtnern, Rosen, Orwell und Gärtnern, Gärtnern und Schreiben, Schreiben-als-Beruf, Nazis, Sozialismus und Cox Orange. In anderen Worten: ein Buch von dem ich wünschte, ich hätte es geschrieben haben würden. Leider bin ich schon an dem Punkt, an dem ich Angst habe, weiter zu lesen, DENN DANN IST ES JA BALD ZU ENDE!!!
    • Auch mit Zitat: „Most of writing is thinking, not typing.“ Bestärkt meinen Vorsatz für 2024, mehr Zeit und Gelegenheit zum Denken und Träumen zu finden.

    Silent night, lonely night

    Kurz hatte im Raum gestanden, dass wir den Freiluft-Weihnachtsgottesdienst in Stetten besuchen. Was nicht passierte. Aber ein Blogbeitrag zum Gottesdienst existiert dennoch: So war mein Weihnachten 2023, ein Open Air Gottesdienst

    Weihnachten allein versus Weihnachten einsam: So, 24.12.2023 – Holynight

    Von selbstgeschaffenen Weihnachtstraditionen: Weihnachten und die Weihnachtszeit bei den Farnientes

    Heiligabend mit Turkuer Friedensgruß: Heiligabend 2023

    Schon einen Schritt weiter beim Thema Jahresrückblick. Rezepte nach CO2: Foodblog-Bilanz 2023: Das Jahr bei Klimafreundlicher Kochen

    Der heutige Beitrag zum Thema „Ey, Berlin, WTF?“:

    Seit vielen Jahren gibt es die Forderung, den Nahverkehr auf der Straße zu beschleunigen. Warum hat sich so wenig getan?
    Ich weiß es selbst nicht. 2006 wurden für die Fußballweltmeisterschaft Vorrangschaltungen für die Straßenbahn abgeschaltet. Das sollte damals nur für das Turnier gelten. Doch die Vorrangschaltungen sind bis heute nicht wieder alle in Betrieb. Das ist einfach absurd

    Ganzes Tagesspiegel-(Paywall)-Interview: Experte rechnet mit Berlins Verkehrspolitik ab: „Der Fokus auf das Fahrrad macht Dinge kaputt“

  • 23-04-11 Zahl der Gäste mal drei plus ein ganzer Kuchen

    23-04-11 Zahl der Gäste mal drei plus ein ganzer Kuchen

    Eine Hochzeit steht am Horizont. Und welche bessere Gelegenheit gibt es, diese ausführlich zu besprechen als ein österlichen (Schwieger)familien-Besuch. So viele Cousins, Cousinen, Tanten und andere Anverwandte. So viele Details von der Wahl der Musik bis zur Wahl des Weines. Es wird so spannend!

    Ostern fahren wir traditionell in den Frühling. Vom Braun-nassen Berlin geht bis nach Südbaden in das Land der sonnenbeschienenen blühenden Obstbäume. Bei Frankfurt ungefähr liegt die Grenze zwischen braun und hellgrün-mit-weiß,-gelb-und-rosa.

    Es war Ostern wie es sein soll: Mit Updates über alle bekannten Verwandten und über unbekannte Verwandte als Bonus, mit Lammbraten und Kroketten, Gemüsebeilagen, grüner Sauce, Trümmertorte, Apfelkuchen, und zwiebelschalengefärbten Eiern. Das Hauptfestmahl zum Gästebesuch bestand aus russischen Eiern, Kartoffelsalat, verschiedenen Salaten und Sticks. Natürlich Sticks!

    Aufgelockert wurde dies durch diverse Spaziergänge. Inhaltliches Highlight: die inspirierende Gartenausstellung im Vitra-Design-Museum Weil am Rhein mit anschließender privater Kurzbesichtigung der Gartenstadt Weil. Aber dazu später mehr.

    Blick in den Garten mit blühenden Bäumen und Kamelien.

    Auf der Rückfahrt gab die die Deutsche Bahn alles: Personenschäden im Gleis, Personalausfall (mehrfach), Zugwechsel, Züge in umgekehrter Wagenreihung, Ausfall der Kühlung im Bistro. Und ganz neu: Anschlusszug lässt den Umsteigebahnhof aus. Trotz aller Widrigkeiten kamen wir im Umsteigebahnhof Mannheim an. Die Zeit zum Zugwechsel würde dank vorsichtiger Planung sogar noch bequem reichen. Der Anschlusszug fährt halbwegs nach Plan. Aber er lässt den Halt in Mannheim aus. Wo kein Zug, da kein Umstieg. Und trotzdem erreichten wir noch (sehr knapp) vor Mitternacht den Bahnhof Berlin-Südkreuz.

    Vor lauter Begeisterung kaufte Madame aus dem fahrenden Zug heraus per WifionICE zwei weitere Langstrecken-Bahnfahrkarten – eine davon sogar für einen Nachtzug. Wir wollen ja zur Hochzeit gelangen.

    Gelesen: Georges Simenon: Maigret hat Angst. Zu Maigret schreibe ich vielleicht auch an anderer Stelle mal mehr. Ich merke mir auf jeden Fall die chronologische Liste der Maigret-Bücher.

    Die Fernuni meldete sich: Die Mathe/Statistik-Klausur habe ich bestanden. Damit: Bestanden: 5. Nicht bestanden: 0. Noch übrig: 11.

    Ein Clown kaufte einen Wohnwagen.

    Bianca Schwimmblog möchte Schwimmbäder neu denken.

    Hotel Mama hörte die Matthäuspassion im Duome di Milano.

    Der Blogevent „Essen voller Erinnerungen“ hatte ich bereits verlinkt; und nun über diesen auch die spannende Geschichte von Gabi „USA kulinarisch“ Frankemölles Hawaii-Aufenthalt, dem Sloppy Joe in Wyoming dem Sweet and Sour Fish erfahren.

    Bereits Ende Januar eröffnete in Amsterdam ein Unterwasser-Fahrrad-Parkhaus für mehrere tausend Räder (die Quellen schwanken zwischen 4.000 und 7.000): Preisgekröntes Unterwasser-Fahrradparkhaus in Amsterdam