Schlagwort: Marokkanisches Restaurant

  • 26-05-26 Eis Strawberry Matcha Latte mit Fuchs an blühenden Kakteen

    26-05-26 Eis Strawberry Matcha Latte mit Fuchs an blühenden Kakteen

    Abendessen zum srieh srieh der Mauersegler.

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    Tage mit knapp 30 Grad verschaffen mir einen Stand über das aktuelle Tattoo-Geschehen. Besonders schick: die schulterblattgroße Gottesanbeterin.

    Auch ohne 30 Grad habe ich noch nie eine komplett tätowierte Hand-Innen-Fläche gesehen. Jetzt schon.

    Dabei fiel mir im Hallenbad auf, dass dies – im Gegensatz zum Freibad – normalerweise eine tattooarme Zone ist. Hat das schon jemand erforscht? Warum gehen Menschen, die Tätowierungen mögen, nicht ins Hallenbad? Warum lassen sich Hallenbadfans keine Tätowierungen stechen?

    Denn der Mikro-Urlaub begann nass. Nach dem freitäglichen Besuch im Potsdamer blu und dem samstäglichen Besuch im Insulanerbad, mussten wir natürlich auch noch einmal ins eigene Hausbad.

    *

    In eben jenem Hallenbad wartete ich im Foyer auf Madame, sah die Mutter-Sohn-Gruppe die leicht hektisch, aber mit viel Enthuasiasmus durch die Drehkreuz eilte, nur um fünf Minuten später entsetzt wiederzukehren, weil das Hallenbad kein Freibad ist.

    *

    Madame und Kellerkind unternahmen dem Anlasse des Besuches nach eine religiös-touristisch-kulturelle Berlintour. Sie begann mit dem Noonsong in der Kirche am Hohenzollernplatz und beinhaltete eine Bötchenfahrt auf der Spree, Kaffee auf dem Dach des Humboltforumschlossesn, die Besichtigung der neu renovierten St. Hedwigs-Kathedrale.

    *

    Es waren Besuchstage zwischen Huhn (geschmort), Raupen (krabbelnd) und Mauerseglern (sriend).

    Tajine Oase

    Mein Fernuni-Modul Dienstleistungsmanagement stimmte mich auf die Tage ein: „Analog zum Denken und Fühlen des Kunden durchlaufen auch die Restaurantmitarbeiter Denkprozesse und haben Gefühle, die für den Kunden nicht sichtbar sind“ – das war in dem Fernuni-Kontext natürlich als sachliche Info gemeint, liest sich aber auch wie ein leicht verzweifelter Appell an das Benehmen der Kundschaft.

    Wir allerdings sind ja ebenso herzensgute wie ausgesprochen höfliche Menschen, würden immer auf Denken und Gefühle der Mitarbeiter*innen Rücksicht nehmen.

    Wir hatten gedacht, dass, wenn wir schon Besuch aus anderen Gegenden Deutschlands haben, dann suchen wir uns für den Berlin-Abend etwas aus, was mehr BERLIN sagt als das eher dörfliche Alt-Wilmersdorf. Kreuzberg sollte es sein. Es wurde Kreuzberg 36. Es wurde sogar noch kreuzbergiger als geplant, wenn wir gerieten ungeplant in die Ausläufer des Karnevals der Kulturen.

    Das war auf der Straße schick anzuschauen, in der U3 zeitweise ziemlich kuschelig und wir lernten im vorbeihören, dass die U3 auf berlin-türkisch die „U üç“ ist. Wir allerdings fuhren so tief in das ehemalige Mauer-Kreuzberg, an das der revolitionäre Postbote noch lebhafteste Erinnerungen hatte, dass wir den größten Teil des Karnevals schon wieder uns ließen.

    Am Ort des Geschehens, dem Baraka am Görli, waren wir weit genug entfernt von den Feiern, so dass wir Platz haben, und nur vereinzelte Kulturkarnevalist*innen vorbezogen. Der revolutionäre Postbote mopperte, dass die U-Bahnen zu seiner Zeit noch viel mehr quietschten und es dafür auch noch andere Geschäfte als nur Restaurants in der Ecke gab – aber those are the times.

    Die Stimmung war ausgezeichnet, denn wir waren vollzählig geworden: Team Hamburg und Team Ist-das-noch-Brandenburg-oder-schon-Sachsen? waren auch dazu gestoßen.

    Oase-Platte für 3 Personen oder so. Im Uhrzeigersinn, um 12:05h beginnned: Kartoffelsalat, Joghurtsauce, Hummus, so Tomaten-Paprika-Zeugs (Ayvar?), Falafel, Rote Beete, Bohnen, Baba Ganoush, Reis, Hallumi, in der Mitte Hähnchen-Tajine.

    Die Raupen. Der Fuchs.

    Kellerkind kehrte zur pfingstsonntäglichen Messe mit Bischof am Sonntag zurück in die St. Hedwigs-Kathedrale.

    Da religiösen, kulturellen und gastronomischen Gelangen ausreichend Rechnung getragen wurde, sollten biologische Belange folgen. Der Botanische Garten liegt nicht nur vage auf halber Strecke zwischen Wilmersdorf und Potsdam, sondern bietet auch hitzeangemessene Schattenbereiche.

    Amerikasee

    Wir schlenderte, ließen uns schnell mit Fernuni-Skript und Büchern am Amerikasee nieder. Das wogen der Bäume, das Rascheln des Grases, das Quäken der landenden Enten und die Schreie der beraupten Gartenbesucher*innen.

    Vom See vertrieben nicht die Mücken, sondern die Raupen. Ob sie Speed-Kletterer waren? Ob sie von den Bäumen fielen? Es waren viele und wir fanden sie auf Hosen, Hemden und Schuhen. Optisch ähnelten sie dem Eichenprozessionsspinner, was die Lage nicht sympathischer machte – allerdings waren sie nicht allergieauslösend, sonst würde ich jetzt nicht mit einem perfekt normal aussehenden Unterarm diese Zeilen tippen.

    Falls jemand diese Raupe bestimmen kann? Bisher am nächsten scheinen Brombeerspinner oder Distelfalter, die es aber beide nicht sein können.

    Japanwald

    Also gingen wir in friedlichere Bereiche. Wir staunten, dass nicht nur die Bäume so aussehen wie in der jeweiligen geographischen Region, sondern auch das Unterholz. Wir staunten, dass so auch die Region Japan frei von den üblichen mitteleuropäisch-brandenburgischen Beikräutern ist, die sich sonst gerne sofort in jedem Wald ansiedeln. Hier im Japanwald waren diese japanisch.

    Ich wunderte mich, warum sind wir nicht öfter da? Der Garten ist sehr schön, unglaublich entspannend, und selbst an eine heißen Pfingsttag verläuft sich das Publikum sofort, sobald man die Hauptwege verlässt. Wir könnten an einem freien Tag sofort in den Bus steigen und wandeln.

    Da fiel es mir ein: Freie Tage, da war was. Sie sind selten, und wenn sie stattfinden, sind wir auf den Latifundien. Wenn es draußen zu ungemütlich für die märkischen Hamptons wird, wird es auch zu ungemütlich für den Botanischen Garten.

    Verdammte Axt.

    Aber wo ich schon mal da war: Lauschen, riechen, atmen, Fernuni lesen.

    Zum Abschied bewarf ich Madame mit Kaffee

    Irgendwann in all das atmen, lauschen und riechen hinein rief Potsdam: „Ihr habt eine Tischreservierung.“ Das erinnerte an Hunger und Durst, und bevor wir mit 101er-Bus, S1, S7 und Tram 96 den neuerlichen Weg zum Nauener Tor antraten, hielten wir vor den großen Gewächshäusern am Kaffeemobil an, wo es neben den üblichen „Kaffeespezialitäten“ auch geeistes, wie den Eis Strawberry Matcha Latte gab.

    Wir suchten uns eine Bank, und stellten fest, dass zumindest ich zu alt für Selfies bin und mir die dafür erforderlichen Grundfähigkeiten fehlen. Beim Versuch, uns selfiegerecht zu arrangieren, bewarf ich Madame mit heißem Kaffee, verfehlte sie jedoch zum Glück knapp.

    Während wir uns sortierten, direkt gegenüber den Gewächshaus, am Kaffeestand, beim zentralen See, an der größten Menschenansammlung des Gartens, sprang ein Fuchs von hinten auf die Bänke. Schaute ein bißchen, roch ein bißchen mehr, trottete zur Freude aller Spontanfotgraf*innen einmal quer über den Platz, roch ein wenig an den Bänken gegenüber, stolzierte über ein Mäuerchen, und verschwand im Gebüsch.

    Gemütlich logieren

    Es wurde Zeit für Potsdam. Wieder in ein Lokal, das in seiner deutsch-mediterran-asiatischen Ausrichtung geeignet für heterogrene Gruppen ist, und darüber hinaus nett am Rande des Holländischen Viertels liegt.

    Das Tomasa liegt im Logenhaus der Potsdamer Freimaurer, das, anscheinend anders als der PotsdamWiki-Artikel suggeriet, sogar noch im Logenbetrieb ist.

    Die Runde bekam angesichts ihrer katholischen Entstehungsgeschichte eine überraschen kenntnisreiche Diskussion über das Freimaurertum hin. So lernten wir, dass die meisten Logen noch reine Männerlogen sind. Es gibt aber auch Frauenlogen und gemischte Logen. Aber: deren Mitglieder dürfen keinen freimauer-sozialen Kontakt zu den reinen Männerlogen haben.

    Was dazu führt, dass in den gemischten Logen de facto auch fast nur Frauen sind, da die Männer, wenn sie schon Freimaurer werden, auf den Kontakt zu den großen, alten Logen verzichten wollen.

    Dazu Rotwildklößchen Königsberger Art und Backhendl. Über uns kreischten die Mauersegler. Wie schon zwei Tage vorher an ähnlicher Stelle vertrieben uns schließlich die Mücken.

    Wir ließen die Residenzübernachtenden zurück und nahmen den Regio nach Wilmersdorf. Am nächste Tag ging es los in die zwei Tage Urlaub-Urlaub in die märkischen Hamptons. Ich packte meinen Koffer und nahm mit: Badehose, Fernuni-Skript und zwei Opernkarten.

    Links

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    Rate das Land: Was aber recht billig war, war, was ich danach gemacht habe, nämlich in ein öffentliches Schwimmbad gehen. Ich wusste ungefähr nichts darüber, außer dem, was mal in der Sendung mit der Maus war: dass da ALLE hingehen. Ständig. Mir waren von den Einheimischen Hot Tubs versprochen worden und Hot Tubs habe ich bekommen. Aber was für welche! In verschiedenen Temperaturen, 38, 40, 42, 44 Grad und einer in Meerwasser. Das ganze Ding war letztendlich ein (großes) Freibad, das komplett auf angenehme Temperaturen aufgewärmt war und dann eben Hot Tubs und ein richtig großes Becken mit 38 Grad, in dem man gemütlich abhängen konnte.

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    Und natürlich das Wichtige: Klatsch und Tratsch aus Cannes

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    Weiter oben in Frankreich: AZ13 – Adieu La Rochelle, Bienvenue Ile de Ré

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    Schicke Zusammenfassung mit vielen Links zur re:publica. Die Idee eines gedruckten Readers zum Ende möchte ich unterstützen: #rp26, tag 3 und fa­zit

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    Hm, denke ich beim nächsten Concept Store, die Bäckerei, die vorher hier drin war, die hatte ein Konzept: Brote, Brötchen, Backwaren produzieren und verkaufen.

  • 25-05-22 Die vier Jahreszeiten (Bearbeitung für Mandoline und Orchester)

    25-05-22 Die vier Jahreszeiten (Bearbeitung für Mandoline und Orchester)

    Beim Pfingstspektakel am Schloss Oranienburg tritt Versengold auf – sicher eine Band ehemaliger Friseure.

    In der Hafenstadt traf Madame einen Biber, der sich kurzzeitig als alter, dicker Hund auf einem Radweg tarnte.

    Kurz fühlte ich mich am Südkreuz wie am Gare de l’est. Erst spielte ein kompetenter Mensch das Bahnhofsklavier. Dann kam ein Zweiertrupp der Bundespolizei mit Helm, schusssicherer Weste und Sturmgewehren/Maschinenpistolen.

    Ich erinnerte mich daran, dass Madame vor einigen Jahren an einem möglichen Terror-Hotspot arbeitete. Dort bekamen sie von der Polizei gesagt „Präsent sind wir immer. Wenn sie uns sehen, dann weil wir wollen, dass sie uns sehen. Wenn sie sehen, dass wir bewaffnet sind, dann weil wir wollen, dass sie sehen, dass wir bewaffnet sind.“

    Und dann fragte ich mich, für wen die Sturmgewehrvorführung gedacht war.

    Im Bus lag ein herren- und damenloser Apfel. Das war sehr ungewohnt. In meiner Erwartung korrespondieren bestimmte Konsumgewohnheiten (Bier) und das Herumliegenlassen von Müll. Oder eben nicht. Wer Äpfel auf dem Weg ist, verursacht mit diesen keinen Müll.

    Madame lauschte Severin von Eckardstein beim Berliner Klavierfestival im kleinen Saal des Konzerthauses. Er spielte:

    • BEETHOVEN Sonate op. 31 Nr. 2 „Sturm-Sonate“
    • MENDELSSOHN Fantasien op. 16
    • DEBUSSY Nocturne, Isle joyeuse
    • BRAHMS Cappriccio op. 76 Nr. 1, Ballade op. 10 Nr. 4
    • MEDTNER Sonate op. 25 Nr. 2 „Nachtwind“

    Ihre Beschreibung: Sehr eigenwilliger Pianist, aber tolles Klavierspiel. Sehr nerdiges Publikum. Und insbesondere die Medtner-Sonate ist der Irrsinn.

    Mein persönlicher Zustand: Erst die S-Bahn-Stationen Westkreuz und Westend verwechselt, dann übersehen, das mein anisierter Schwimmbadbesuch in eine nur-Vereine-Zeit des Bades fällt und deshalb nicht stattfinden kann. Gut, dass ich heute abend danach nur an der Bachelorarbeit weiterarbeitete.

    Ich bin weiterhin fasziniert, wie schnell diese ganzen Optimierungsprobleme in Regionen abdriften, in denen auch Computer im Jahr 2025 ins Straucheln geraten. Ich fand in der Open Learning Library der MIT den Kurs Optimization Methods in Business Analytics. Nach den ersten zehn Minuten: Lineare Probleme können sehr aufwendig sein, sind aber im Grundsatz fast immer lösbar. Nicht-lineare Probleme sind in den meisten Fällen komplett out of reach. Also nicht unlösbar in einem mathematisch-abstrakten Sinne, aber unlösbar in dem Sinne, dass es niemand berechnen kann.

    Blocksatz

    Einer meiner unerfüllbaren Träume ist ein Computer aus Gusseisen. Da hat man was Solides. Dieser Traum wird unerfüllbar bleiben. Aber als ich die neue Tastatur in den vierten Stock schleppte, fühlte ich mich meinem Traum näher. Das neue Aluminium-Plastik-Keyboard wiegt 1,2 Kilogramm – im Vergleich, die gleichzeitig gelieferte „normale“ Logitech wiegt 500 Gramm.

    Auf dem Weg bis die Tastatur im Späti gelandet war, lernte ich viel über mechanische Tastaturen. Grundsätzlich: die mechanische Tastatur unterscheidet sich vom Standardmodell dadurch, dass beim Standardmodell eine durchgehende Gummimatte unter allen Tasten die Kontakte auslöst. Bei einer mechanischen Tastatur hat jede Taste einen eigenen Kontakt. Es ist also sehr viel aufwendiger in der Herstellung, aber unter anderem auch viel differenzierter zu gestalten.

    Natürlich werden die Keyboards auch gerne von den Benutzern angepasst, die einzelne Teile tauschen. Die Kappen/ Keycaps sind das Teil auf dass die Finger aufschlagen. Die sollten sich gut anfühlen und widerstandsfähig sein. Die sind ohne Aufwand bei jeder mechanischen Tastatur tauschbar. Darunter liegen die Switches, also der Kontakt zwischen Taste und dem Board des Keyboards.

    Ich lernte den Unterschied zwischen den verschiedenen Switch-Arten, lernte dass die Cherry MX Brown einen klaren Auslösepunkt haben und vergleichsweise leise sind, also eher was für’s Büro, während die MX Silver einen extrem kurzen Tastenweg aufweisen, also eher was für Gamer sind.

    Edle Tastaturen sind Hot-Swap-fähig. Man kann nicht nur die Keycaps tauschen, sondern auch ohne Aufwand die Switche darunter. Man kann zum Beispiel unter dem Nummernblock andere Switche einbauen als unter den Buchstaben. Und es gibt sogar Switch-Tester – Mini-Tastaturen auf denen einfach verschiedene Switche eingebaut sind, damit man Haptik und Geräusch ausprobieren kann.

    Vor der Mandoline die Pflaumen

    An der Sachsendamm-Kreuzung Bettler, die die wartenden Autos abklapperten. Um 8:22h, bei einer Quote on 100% Pendler*innen und Handwerker*innen an dieser Stelle, sicher ein kärglicher Boden, den sie bearbeiten.

    99% Tourist*innen hingegen bewegen sich in der neuen Kerb Food Hall am Potsdamer Platz. Zum ersten Mal seit dem Umbau war ich im neuen alten Sony Center. Ich vermisse die Dussmann-Filiale. Aber der Innenraum selber ist mit Brunnen und Bänken sehr viel netter geworden als zuvor. Ein Nicht-Ort gewinnt Aufenthaltsqualität.

    Die Food Hall selbst hat ein klares Publikum: Tourist*innen, die erleben und erzählen wollen, wie special Berlin ist. Das ist alles Fancy, und die Essensstände (Berlinerisch mit Eisbein-Burger, Marokko, Indien, China..) wirken deutlich schicker und edgier als das was es an derartigen Touri-Hotspots sonst gibt.

    Aber natürlich auch: wenn man weiß wo, und sich die Zeit nimmt, durch die halbe Stadt zu fahren, gibt es besseres Essen ähnlicher Art in passenderem Ambiente woanders. Dennoch: wenn wir zum Beispiel in die Philharmonie wollen, und vorher was zu essen suchen: die Tajines von Bab kommen definitiv wieder in die Auswahl.

    Italopop mit dem Teufelsmandolinisten

    Letztes Wochenende, auf der Autobahn, hörte ich sehr viel Italopop. Im weiteren Sinne Italopop war es auch, was im Kammermusiksaal der Philharmonie stattfand. Avi Avital, aktuell der Mandolinist auf der Welt, spielte Vivaldi und diverse Napolitaner aus dem 18. Jahrhundert.

    Avi Avital und das Venice Baroque Orchestra spielten:

    • Antonio Vivaldi -Concerto g-Moll RV 156
    • Antonio Vivaldi – Concerto für Laute, zwei Violinen und Basso continuo D-Dur RV 93
    • Giovanni Paisiello – Concerto für Mandoline, Streicher und Basso continuo Es-Dur
    • Emanuele Barbella – Concerto für Mandoline, Streicher und Basso continuo D-Dur
    • Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten (Bearbeitung für Mandoline und Orchester)

    Eine spannende Mischung. Die Mandoline ist im Konzertrepertoire ja ein ungewöhnliches, fast möchte ich sagen ulkiges, Instrument. Die vier Jahreszeiten hingegen sind ein totaler Burner des Klassikradios, die best-of-Teile wahre Welthits.

    Für das Konzert galt es, Alte-Musik-Nerdtum und Popular Classics zu vereinen.

    Das Publikum: Im Vergleich zur Alten Musik war deutlich weniger strenge Kleidung in schwarz-braun-weiß anwesend, deutlich mehr Glitzerkleid. So weit so gut. Leider ließen auch grundlegende Regeln der Höflichkeit, wie „man soll nicht reden, wenn das Orchester spielt“ etwas zu wünschen übrig.

    Die Künstler: ein schöner Mann, der, obwohl Israeli, sich mit breitester „ich-bin-ein-schöner-italienischer-Mann“-Brust und wallendem Haar auf die Bühne setzte. Ein Konzertmeister, der nicht ganz so schön war, aber dafür Italiener und die breite Brust auch konnte. Da wurde jede Note nicht nur gespielt, sondern auch körperlich dargestellt.

    Das Konzert: Es gibt wenig Mandolinenrepertoire, und so hat der Mandolinist freie Auswahl, was für Stücke er adaptiert. Die beiden Napolitaner, Paisiello und Barbello, schrieben für Mandoline, denn Napoli e la città del Mandolino, und ich glaube der verspielte Paisiello gefiel mir am besten. Die vier Jahreszeiten mit ihren ganzen schnellen Stücken natürlich der helle Wahnsinn. Und in mandolinisch auch sehr anders als mit Geige. Ein echter Gewinn. Abgesehen von aller Show, ist Avi Avital ein Musiker zum Daniederknien.

    Zur Zugabe Vivaldies Blöckflötemkonzert RV 443 in C-Dur. Der langsame zweite Satz: Sanft, leise, quasi das Gegenteil von den Vier Jahreszeiten vorher. Schön.

    Die Tauben sind zurück

    Anscheinend war die Dachbodenbaustelle kurz geöffnet. Und dieses ermutigte die Tauben. Sie patrollieren wieder allein, zu zweit, zu dritt, zu viert, vor Schlafzimmer und Küchenfenster, sicher ungehalten darüber, dass ihnen der Eingang verwehrt wird.

    Bis auf eine, oder die zwei. Als ich noch dachte, die Tauben wären weitergezogen, ließ ich Montagmorgen das kleine Badezimmerfenster offen. Montag Abend war dann ein wenig Küchenchaos und ein wenig Badezimmerchaos – aber keine Taube.

    Dienstag war nichts. Mittwoch dachte ich um 7 noch ein wenig am Schreibtisch vor mich hin, als ich über mir Geräusche hörte. Das war eher unerwartet. Ich schaue hoch, und sehe eine Taube auf dem Ordnerregal. Vermutlich seit anderthalb Tagen in der Wohnung. Einige Ordner, zum Glück leer, sahen auch nicht mehr sehr gut aus.

    Platon umkrempeln

    In anderen Belangen soll ich demnächst jemand erklären, wie das mit der KI so ist. Das ist natürlich ein umfassendes Thema, und Mut zur Lücke ist kein Ausdruck. Aber eines scheint mir zumindest bei Generativer KI / Large Langue Modellen (LLM) wesentlich zu sein – weil es komplett kontraintuitiv ist – Generative KI kennt keine Realität.

    Wenn wir kommunizieren, dann versuchen wir etwas zu vermitteln: sei es ein etwas reales körperliches da draußen, ein Gefühl oder auch nur ein Produkt unserer Phantasie. Es gibt etwas außerhalb der Kommunikation und eine Kommunikation, die versucht, dieses Außerhalb für Andere begreiflich zu machen.

    Deshalb machen Kategorien wie echt oder falsch, Wahrheit oder Lüge Sinn – denn sie vergleichen ob die Kommunikation und das da Draußen übereinstimmen.

    Bei generativer KI gibt es das nicht – es gibt nur aneinandergereihte Worte, die nur nach mathematischen Verfahren aneinandergereiht werden. Wo es kein „draußen“ gibt, müssen diese Worte auch keinem Draußen entsprechen.

    Ich überlege dafür eine wilde Interpretation von Platons Höhlengleichnis zu nehmen: Ein Großteil unserer Weltwahrnehmung erfolgt vermittelt durch andere – als Schatten an der Wand. Aber wir wissen, dass es einen Raum vor der Höhle gibt, dass es etwas gibt, dass diese Schatten erzeugt. Wenn wir den Schatten eines Baums sehen, wissen wir, wie ein echter Baum aussieht.

    Die KI sitzt in der Höhle – hat Millionen, ach was, Milliarden, von Schattenspielen gesehen. Sie ist meister darin, ihre Muster und Formen zu erkennen – nachzubilden was es gesehen und den Rest plausibel zu interpolieren. Aber sie kennt nicht das da draußen. Sie hat keine Ahnung, dass etwas jenseits der Schatten existiert.

    Aus Perspektive des Systems ergibt es deshalb auch keinen Unterschied, ob der Schatten überhaupt existieren könnte – weil es ein Äquivalent gibt – oder nicht. Für sie gibt es kein wahr und falsch, sondern nur erwünscht und unerwünscht. Und deshalb wird sie immer halluzinieren. Und je mehr Menschen mit ihr interagieren, und ihr sagen, was erwünscht ist, und was nicht, desto schlimmer wird es werden.

    Aber ich fürchte, diese Erklärung ist auch noch zu kompliziert.

    Cannes, Helgoland, Internet

    Unsere Berichterstatterin aus Cannes mit dem Wichtigsten zum Festival. Vielen Dank für die Information.

    Lorenzo war auf Helgoland.

    Dieses Synchronbacken scheint aufregender als ich dachte: von ESC bis Notaufnahme.

    Frau Landlebenblogs Auto versucht sie umzubringen: Master of the Universe.

    An ongoing archive of Abandoned Blogs. (via Messy Nessy)

    Im Standard ein schöner Artikel zu dritten Orten: Beisl, Fitnessstudio, Bücherei: Warum wir einen „dritten Ort“ brauchen (via Ligne Claire)