Schlagwort: Olga Tokarczuk

  • 25-02-18 Zerreißen sie den Stimmzettel

    25-02-18 Zerreißen sie den Stimmzettel

    Im Feldkampf gegen BV Garding unterlag Achtung Wesselburen nach bewegtem Duell knapp mit zwei Metern Kiek ut. Garding hatte bereits zwei Schott erspielt, musste diese jedoch im Lauf des Matches wieder einsetzen. Leider für Wesselburen entglitt dem 20. Boßler die Kugel stark auf den mit hohem Gras bewachsenen Deich, und das war der Sieg für Garding.

    Auf der Straße: ein Schneeräum-Smart. Den Bus überholte ein Zweisitzer-Smart, vorne mit montierte Schneeschaufel, hinten mit Salz/Kies-Streu-Trommel. Es wirkte durchaus professionell. Nur sehr klein.

    Madame bekam ihren Koffer wieder. Der Kofferreparateur lobte das Modell, hadert aber mit seinem Gestänge.

    Die Lörracher demonstrierten.

    Die Manic Street Preachers veröffentlichten ein neues Album, ich bin unterwältigt.

    Nach der Klausurabgabe Betriebliche Informationssysteme habe ich die Notenstatistik des Vorsemesters angeschaut. Oops, Durchschnitt 3,5, gut ein Drittel der Schreibenden ist damals durchgefallen. Irgendwie hatte ich die Klausur als gar nicht so selektiv im Hinterkopf gespeichert.

    Glücklicherweise muss ich hier nichts über Politik schreiben: Rebecca Solnit nimmt mir in ihrem Newsletter die Worte aus dem Mund . Fast möchte ich sagen, sie schreibt wortwörtlich das, was ich auch schreiben würde. Aber natürlich hat sie es tiefer durchdacht als ich gerade und formuliert besser als ich je könnte: No One Knows How This Will End (But I Do Not Think It Will End Well for Them):

    I don’t know where Trump, Musk, and Vance’s story ends, but I know it doesn’t end with them in power, and I don’t think it will end particularly well for them, though my main concern–and yours, I presume–is trying to prevent damage along the way. And I’m convinced that if we take action, we get to write some of the chapters and maybe revise or erase some of what they’re trying to impose.

    Der Hallig-Gröde-Paragraph

    Madame als Briefwahllokalschriftführerin bekam eine persönliche Schulung im Rathaus durch die Leiter der Briefwahlzentren. Ich als Bundestags-Wahlhelfer der Reserve musste mich mit dem Schulungsvideo begnügen. Gegenüber meiner letzten Urnen-Wahlhilfe entdeckte ich zwei Änderungen:

    • Die Wahllokale sind angehalten, ziemlich genau die Länge der Schlange vor dem Lokal zu monitoren. Zweimal am Tag sollen sie die Zahl der Wartenden melden – vermutlich, damit die Wahlleitung einschreiten kann, wenn Schlangen zu lang werden.
    • Überraschend viel Zeit verwendete die Schulung auf den Sonderfall nach §68 Abs. 2 BWO „Ergibt die Feststellung .. dass weniger als 30 Wähler ihre Stimme abgegeben haben“. In diesem Fall wird unter komplexen Regularien und stringenter Dokumentation nach 18 Uhr das Wahllokal aufgelöst und die Stimmen zusammen mit einem anderen Wahllokal ausgezählt.

    Nicht neu hingegen war der ausführliche Tanz, um Briefwähler*innen, die dann doch im Wahllokal auftauchen. Auch das ein hingebungsvoll choreographierter Akt mit vielerlei Durchschlägen.

    Es läge mir fern, Menschen von der Wahl abzuhalten; aber falls ihr Briefwahl beantragt habt, macht ihr das Leben Eurer Wahlhelfer deutlich einfacher, wenn ihr auch wirklich briefwählt. Und falls nicht: Bringt auf jeden Fall den Wahlschein mit. Sonst werdet ihr zurückgewiesen.

    Falls ihr den Stimmzettel mitbringt, den ihr für die Briefwahl bekommen habt, so ist die Anweisung „zerreißen sie den Stimmzettel vor den Augen des Wahlberechtigten und händigen sie einen neuen aus.“

    Die Jakobsbücher

    Nachdem die Klausur vom Tisch war, konnte ich ein weiteres Opus Magnum beenden. Die Jakobsbücher – begonnen im Sommerurlaub – sind fertig. In Bücherregal meines Inneren teilen sich die Jakobsbücher eine winzige Nische mit dem Zauberberg und Don Quijote. Auf der Nische steht „Mühsam, langweilig, aber so großartig, dass jede Stunde es wert war.“

    Olga Tokarczuk erzählt in den Jakobsbüchern auf etwa 1200 Seiten das Leben des Jakob Frank (geb. Jakub Lejbowicz), Wanderer zwischen den religiösen Welten, Jude und Christ, Religionsgründer und fast-Messias sowie seiner Anhänger durch das Polen des 18. Jahrhunderts.

    Das Buch beginnt vor Franks Geburt und endet nach seinem Tod. Dabei hat die Erzählungen Ausschweifungen und ein Erzähltempo, das eher dem 18. Jahrhundert angemessen erscheint als dem 21. Auf Seite 3 hatte ich den Überblick über alle handelnden Personen verloren. Wechselnde Erzähler, Zeitsprünge und erzählerische Kreisbewegungen lassen das Buch im Stil fast wie eine Andacht oder Meditation wirken.

    Passend zum Thema spielt sich das Buch sowohl in einer realen wie in einer geistigen Welt ab. Dabei hat die reale Welt der Zeit genug Veränderung: es beginnt tief auf dem Land im polnischen Shtetl, geht über Warschau, Tschenstochau und den kaiserlichen Palast in Wien und endet in einem Offenbacher Schloss, während sich die Französische Revolution abspielt.

    Europa tritt aus dem Rest-Mittelalter in die Aufklärung hinein, und mittendrin die Gruppe getaufter Kabbalisten auf ihren seltsamen Wegen. Ein erfreulicher Realismus: da das Buch ein ganzes Leben abdeckt, altern die Protagonisten, man erlebt den Wandel unterschiedlicher Charaktere von der stürmischen Jugend hin bis ins hohe Alter.

    Geographisch gar nicht so weit weg, das nächste angefangene Buch: Dmitrij Kapitelman: „Eine Formalie in Kiew“. Kapitelman, 1991 mit acht Jahre als jüdischer Kontingentflüchtling aus Kiew gekommen, will Deutscher Staatsbürger werden. Dafür benötigt er eine Geburtsurkunde, die nur die ukrainischen Behörden vor Ort ausstellen können. Bisherigerer Eindruck: das Buch ist Satire, aber bitterer und trauriger als der Klappentext vermuten lässt.

    Weil ich gut ignorieren kann, wie viele ungelese Bücher ich noch besitze, führte mich mein Weg zur Stadtbibliothek Schöneberg. Dort wartete Lutz J. Heinrichs Geschichte der Wirtschaftsinformatik – Entstehung und Entwicklung einer Wissenschaftsdisziplin auf mich. Ich bin gespannt, ob es mir gelingt, sie aufzuschlagen, bevor die Leihfrist abläuft.

    Vor der Bibliothek. Im Hintergrund der Vorplatz vor dem Stadtbad Schöneberg. (Leider derzeit Baustelle)

    Klezmer Futura Fediverse

    Wie ein New Yorker Sohn eines Calypsobassisten den Klezmer wiederbelebte: A little thread celebrating one of the great albums of Jewish-American music, DON BYRON PLAYS THE MUSIC OF MICKEY KATZ

    Die Deutschen Bahnhofsschilder seit den 1950ern und wie sie schicker werden. Von Futura nach Arrow., Deutschlands Bahnhofsschilder.

    Herr Rau über den Stand der Demilliardärisierung.

    Der Pixelboomer bastelt derweil daran, eine Instanz im Fediverse aufzusetzen.

    Es ist erstaunlich, wie schlecht Computer (=Rechner) im Wahrheit im Rechnen sind. Wie Hans J- Boehm durch 10 mathematische Theoriekreise stieg, um Android eine funktionierende Taschenrechner-App zu gönnen: „A calculator app? Anyone could make that.“

    Queere Rollatoren gegen Rechts.

  • 24-12-24 Samstags steht unser Wasserspielzeug DOGGY zur Verfügung

    24-12-24 Samstags steht unser Wasserspielzeug DOGGY zur Verfügung

    Schlafen, schlafen nicht mehr ganz so müde. Der Kalender gönnt uns drei Tage zwischen den Zeiten – nicht mehr Alltag, aber auch noch nicht Weihnachten – und diese wirken wie ein langsames Ausatmen über 72 Stunden.

    Von beiden Seiten schwappt es herein in diese Tage der unwirklichen Schwerelosigkeit. Die Downton-Abbey-Filme auf DVD fühlen sich weihnachtlich ein. Ebenso der wiederentdeckte Sherry zum Roman. Paketeinpacken und ein letzter Gang in den Supermarkt gehören noch in die Rubrik Alltag. Die letzten verschollenen Pakete tauchen auf. Noch sind nicht alle angekommen, aber bei den Übrigen wissen wir immerhin ungefähr wo auf dem DHL-Weg sie sich befinden.

    Innerlich überschlage ich kurz Seminar- und Klausurtermine und denke, dass ich eigentlich dafür etwas tun müsste. Aber zu kostbar erscheinen mir diese Tage des Schwebens zwischen den Zeiten.

    Mehrere Tage hintereinander las ich konzentriert ein Buch – wann passierte dies zuletzt? Weiterhin in Olga Tokarczuks Jakobsbüchern, die sich langsam dem Ende nähern. Die Protagonisten werden alt, die neue Welt, die sie um sich herum erleben, ist nicht mehr die Welt des Buches, nicht mehr wirklich die ihre.

    I feel like I am living on another planet now – sagt die Dowager Countess of Grantham im Downton-Abbey-Film – Everybody does, lautet die Antwort, you only need to live long enough.

    Ich las Nils Minkars Newsletter und über Deutschland und Frankreich und das Elend der jeweiligen Politik; kurz darauf „Schleswig-Holstein. Die Kulturzeitschrift für den Norden.“ mit einem Portrait von Carl Friedrich Cramer – deutscher Intellektueller zur Zeit der französischen Revolution. Er war Übersetzer von Schiller ins Französische und Übersetzer von Rousseau und Diderot ins Deutsche – glühender Anhänger der französischen Revolution, aus Kiel vertrieben nach Paris und am Ende in Frankreich politisch so heimatlos wie in Deutschland. Ein Minkmar des späten 18. Jahrhunderts und auch nicht.

    Die Mahlzeiten eine Mischung aus Tiefkühler-zum-Jahresende-ausleeren (Pomeranzenmarmelade, Skinny Boullabaisse aus Tiefkühl-Muscheln und Garnelen), Frankfurter Kranz bei Bäcker Plentz und Rehgulasch-Reste. Wir kaufen letzten Lauch. Denn weil wir Heiligabend zu zweit verbringen und total crazy sind, wird es Fondue irlandaise geben aus Cheddar, Guiness, Whiskey und Worcestersauce mit Roggenbrot und Lauch.

    Mr. Darcy – Ettenbühl Sunset – Tuscany Superb – Betty Prior

    Das allerletzte verschollene Paket lokalisierten wir in dem Schreibwarenladen/DHL-Filiale auf den Märkischen Hamptons. Zum Glück kennen sie uns und die Siedlung, wissen, dass es im Winter ein paar Tage dauern kann bis wir kommen, und behielten das Paket trotz Fristablaufs im Laden.

    Der Wasserversorgen hatte uns hinausgerufen. Wir sollten zum Jahresende den Zählerstand mitteilen. Dazu: Durchatmen, Weite. Trotz windigem Nieselregen die Freude draußen zu sein und den Himmel zu sehen. Stanwell Perpetual macht ihrem Namen alle Ehre und blüht noch. Selbst Violina scheint noch eine Knospe hervorzubringen.

    Wir überwanden die klamme Nässe, setzten Mr. Darcy und Ettenbühl Sunset (Beet), Tuscany Superb (die Alte-Rosen-Allee-in-Entstehen) und Betty Prior (Vorgarten).

    Festtagspreis wie früher

    Endlich wieder schwimmen gehen, wie seit Wochen nicht mehr. Endlich den schwarzen peinlichen Fleck auf meiner inneren Berliner Schwimmbadlandschaft füllen: Wir nutzten die Fahrt zu den Latifundien für einen Abstecher im Stadtbad Hennigsdorf. Dies eröffnete nach Neubau 2023 und noch nie war ich dort.

    Vorgänger: das aqua Hennigsdorf, von mir geliebter Typenbau der DDR-Volksschwimmhalle C. Schlicht und doch von einer untypischen Eleganz für den Arbeiter- und Bauernstaat mit Diktaturhintergrund. Jetzt abgerissen.

    Der Neubau überrascht: in Bahnhofsnähe – sogar öffentlich erreichbar. Von außen so schlicht, dass wir ihn mit dem Auto ein paarmal umrunden, bevor wir das Schwimmbad ausmachen. Innen: Im Geiste seines Vorgängers. Schlicht – keine zusätzliche Deko, ein Schwimmerbecken, ein Nichtschwimmer, ein kleines niedriges Nichtschwimmer und ein Planschbecken – Holz, Stein und Glas. Jegliche Gestaltung besteht aus Funktionselementen.

    Ein Bad, das mitdenkt wie ich mir wünsche: Föne umonst; im Schuhausziehbereich stehen Schuhlöffel; die Verriegelung der Kabinen mit dem besten störungsfreisten System; in den Duschen ausreichend Ablagen und Haken. An der Decke eine Markierung für die Rückenschwimmer. Ein Bad in dem irgendwie alles funktional ist, und zusammen doch irgendwie schön.

    Die Digitaluhr in der Halle fungiert auch als Anzeigetafel. Ich erfahre, dass Mittwochs und Freitags(?) eine Bahn für Flossen- Anzug und Geräteschwimmen frei ist, sowie das Samstag das große Wasserspielzeug DOGGY im Schwimmerbecken bespielt werden kann.

    Weil Ferien sind, hat das Bad Montagmittag für die Öffentlichkeit geöffnet. Weil Festtage sind, bezahlen wir einen Eintrittspreis wie früher.

    Kein Weihnachtslied

    Elke Brüser beobachtet Kraniche: Geflügelte November-Fischer

    Dieser Haushalt hat zu Weihnachten ein besseres Verhältnis als zu Deko. Und so besteht die Weihnachtsschmückung aus einem Adventskranz, einem Herrnhuter Stern und der immerwährenden Lichterkette, die im Frühjahr und Herbst als Kinobeleuchtung für Beamer-Abende fungiert und im Dezember als Weihnachtsschmuck. Die einzige Variante eines Weihnachtsbaums, die ich mir für mein Heim vorstellen kann, steht sowieso im Garten und sieht ungefähr so aus. Aber Garten und Wohnung liegen weit auseinander – also nichts.

    Dennoch finde ich das Konzept Weihnachtsbaum spannend, habe einiges über ökologisch-nachhaltiges Weihnachtsbaum und Gardenwashing bei Gunhild Rudolph gelernt: Die Tradition des Weihnachtsbaums und Der ökologische Weihnachstbaum.

    Die Kaltmamsell sah ein Theaterstück über (im weitestmöglichen Sinne) ein Schwimmvereinsmitglied. Die Bühnendeko immerhin ausschließlich in Schwimmbadblau und Rot: Journal Sonntag, 22. Dezember 2024 – Laufwetterglück, Eine Zierde für den Verein im Marstall

    Zum Abschluss ein Weihnachtslied, das eigentlich kein Weihnachtslied ist. Schedryk, ukrainisches Volkslied über die Ernte und später bekannt geworden als Carol of the Bells. Ich muss dringend in die Ukraine sobald man dort nicht mehr von russischen Drohnen abgeschossen wird: The Unknown Ukrainian Carol that everyone knows

  • 24-08-10 Gehölzrand mit lehmig frischem Boden, sommertrocken

    24-08-10 Gehölzrand mit lehmig frischem Boden, sommertrocken

    Spätsommer zeigt sich auch daran, dass man mitten am hellichten Tage verirrte Mücken in klimatisierten Konferenzräumen findet.

    Beim internen Newsletter herrscht anscheinend auch Sommerloch.

    Der US-Bundesstaat Maine wird vielleicht eine neue State Flag bekommen.

    Im Deutschlandfunk heißen Features die über mehrere Folgen laufen jetzt Podcast. Möge der Begriff der Zielgruppe (Hörer*innen und Intendanz) gefallen. Dabei fiel auch auf: Inzwischen haben auch Wissenschaftssendungen für Erwachsene im Deutschlandfunk einen Sound und in Teilen eine Sprache als wäre es die Sendung mit der Maus.

    Ich las mich quer durch Wikipedia und stellte fest, dass gleich zwei persönliche Helden in Riga geboren wurden: Isaiah Berlin und Heinz Erhardt. Zusatzfreude, weil ich beide toll finde, sie untereinander aber kaum unterschiedlicher sein könnten.

    An Die Jakobsbücher liebe ich ja auch die Nebenfigur des Paters Chmielowski, der versucht unter dem Titel Das neue Athen eine Sammlung allen Wissens der Menschheit zusammenzufassen und zu veröffentlichen. Etwas weltfremd, oft allein in seiner Kammer sitzen, ergriffen und überwältig von der Größe seiner Aufgabe. Er ist schwer entrüstet, wenn ihm vorgeworfen, nur abzuschreiben, denn die Sammlung allen Wissens aus allen Büchern ist ja gerade seine Aufgabe.

    Alles sagt mir, Olga Tokarczuk hat mehr als nur oberflächliche Erfahrung mit Wikipedia.

    Ein Segelflieger zog seine Runden

    Ein Segelflieger zog seine Runden und nutzte eine Thermik über unserem Garten. Beeindruckend ein recht großes Flugzeug recht nahe zu sein, und es macht kein Geräusch.

    Abends zwei Kraniche im Vorbeiflug.

    Das Dorf wird von einem neuen Bäckereiwagen besucht, Madame strebte gleich dorthin und kam mit Tomaten zurück.

    Später warf sie Gelbe Beete und Gelbe-Beete-Grün in die Pfanne.

    Offensichtlich unwetterte es letzte Woche möchtig gewaltig. DIe Sonnenblume war umgekippt. Und eine Rose in Teilen. Sowie das Labkraut. Und die Gartendusche.

    Die Rosen scheinen sich von Frost und Stauwasserschäden weitgehend erholt zu haben. Selbst die dieses Jahr stets leidende Eden ’85 erzeugt gesund aussehende neue Triebe.

    Madame bestimmte mit Hilfe von Hansen/Stahl Die Stauden welche Lebensbereich wir im Vorgarten haben. Erst schauen, was dort gut wächst. Dann schauen, zu welchem Lebensbereich die Pflanzen passen. Dann nach Lebensbereich weitere passende Stauden bestimmen. Es ergab sich: Gehölzrand mit lehmig frischem Boden, sommertrocken

    Eigentlich haben wir dank Spätfrost gar keine Äpfel am Baum, dennoch fallen welche zu Boden. WIe jedes Jahr fragen wir uns, wann wir letztes Jahr eigentlich geernetet haben und es ein guter Zeitpunkt war.

    Der Himmel hängt voller Sanddorn.

    Sanddornstrauch von unten

    Ternäre Logik

    Die nächsten Klausuren nahen und ich machte mir den Spaß nachzusehen, wann genau. Zwölf Tage. Ui! Jetzt aber hurtig. So begleitete mich das Heft „Relationale Datenbanken 1“ durch den Tag. Gute Nachricht: ich hatte das im Laufe dieses Semesters alles schon mal verstanden. Schlechte Nachricht: Und wieder vergessen. Noch schlechtere Nachricht: Verstanden haben bedeutet nicht, es reproduzieren zu können.

    Aber ich war fleißig, arbeitete mich durch zahlreiche SQL-Kommandos von SELECT.. FROM..WHERE bis hin zu Schachtelkonstruktionen, Outer Joins, Transactions und Create Table. Bis Mitte nächster Woche also noch Datenbanktheorie, Relationale Datenbanken 2, sowie Sicherheit im Internet 1,2,3 und dann sehen wir weiter.

    Noch müsste ich mal schauen, ob die Klausur eigentlich Online oder Präsenz ist. Auch das wusste ich schon mal.

    Sitzkassiererin

    Herr Buddenbohm fuhr nach Italien und aß Miracoli.

    Nioch mehr retro: Die FAZ singt ein Loblied auf die Dudu-Filme.

    aharoni zog in die USA und wundert sich, dass dort inzwischen alles eine Journey ist. #

    Christa Chorherr über Wiener Kaffeehäuser mit der Info zum Café Zentral: Meine Großmama (väterlicherseits) war dort Sitzkassiererin.

    Ich suche: Frauen war der Besuch eines Wiener Kaffeehauses erst 1856 erlaubt. Das Café Francais war das erste, das auch Damen einließ. Davor galt die öffentliche Meinung, dem »schwachen Geschlecht« sei das »verruchte Ambiente« – Zigarren‑ und Zigarettenrauch, Alkohol, Spiel und heftiges Debattieren – nicht zumutbar. Bis 1840 war die Sitzkassierin die einzige, öffentlich sichtbare, Frau..

    Der Kostümfilm/die Netzflix-Serie: Wien, 1850, Protagonistin eine Sitzkassierin, das schreibt sich doch von selbst.

  • 24-08-08 Igel Disrupt

    24-08-08 Igel Disrupt

    Lauretta-italienische-Feinkost bekommt schon einen Nachfolger. Es wurden Schilder für The Beauty Bar angeschraubt.

    Körper und Geist gebärden sich noch störrisch. Sie möchten im Urlaubsmodus verharren. Aber langsam stellt sich ein Alltagsflow wieder ein.

    Unter dem Zeltdach über unseren Köpfen wird das alte Hausdach weiter zerlegt und abgefahren.

    Es ist das Eine zu sehen, dass kein Dach mehr da ist. Es wirkt deutlicher, wenn man sieht wie die Dachziegel im Entsorgungs-Container landen. „Mein Dach!“, da geht es davon.

    Der Geräuschpegel lässt mich daran zweifeln, ob ich nächste Woche die Online-Fortbildung in der Wohnung absolviere. Es hätte natürlich den Vorteil, dass mich Kolleg*innen mit Alltagsgeschäftsfragen nicht fänden. Bei angekündigten 34 Grad Außentemperatur wiederum wäre das Büro vermutlich angenehmer als die Wohnung.

    Immerhin hat die Zeltplane das Unwetter am Mittwochabend tadellos überstanden.

    Madame bewundert im Badischen polnische Kochbücher und buk gleich mal einen Sernik. Ihrem Erfahrungsbericht nach etwas aufwendiger als ein typischer deutscher Käsekuchen.

    Skurrile Technikentdeckung: Mensch kann Outlook-Meetings „Zusagen“, „Akzeptieren“ oder „Annehmen“, je nachdem ob mensch mit Windows-Outlook, Android-Outlook oder iPhone-Outlook bestätigt.

    Wenn ein Großunternehmen auf die Deutsche Sprache trifft entstehen Bezeichnungen zwischen Berechtigungsverwaltungsadministrator und Yammer-Administrator. (Am Ende sind wir alle Such-Administratoren)

    Im Arbeitspostfach ging eine Werbe-E-Mail mit Einladung zur Igel Disrupt ein. Das erzeugt bei mir seltsame Bilder im Kopf.

    Der Haupt-Lidl stellte seine Parkplatzbewirtschaftung auf Automatik um. Keine Kärtchen mehr, die man sich an der Kasse abstempeln lassen muss. Jetzt läuft es sensorgesteuert: Liegen Ein- und Ausfahrt weniger als 90 Minuten auseinander ist alles gut. Liegen sie länger auseinander .. dann passiert vermutlich Schlimmes, aber ich erfuhr nicht was für Schlimmes.

    Kamera an Mast montiert, daneben angedeutet typische Lidl-Beschilderung
    Neuer Park-Sensor im Einsatz

    Jakobsbücher

    Hauptsächliche Abendbeschäftigung, um den störrischen Geist nicht noch mehr aufzuscheuchen: Lesen.

    Olga Tokarczuks Jakobsbücher sind ein großartiger Anschluss an die Reise. Spielen diese doch im Polen-Litauen des 18. Jahrhunderts, vor allem zwischen Podolien und Smyrna. Passend auch als Anschlusslektüre an Gott spricht Jiddisch. Spielen doch verschiedene jüdisch-messianische Gruppen eine wichtige Rolle bei Tokarczuk.

    Ich liebe dieses Buch. Im Stil angelehnt an das 18. Jahrhundert; mit Ausschweifungen und Divertissements, einem allgemein langsamen Erzähltempo. Auch nach einem knappen Viertel bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich einen Plot hat, oder es eher ein Ensemblestück mit verschiedenen vage verbundenen Handlungssträngen wird.

    Wunderbare Sprache, tolle Charaktere, spannende Landschaft.

    Letzibad

    Es gibt eine neue Vergleichs- und Planungsplattform für Nachtzugreisen: Nightride.com.

    In Kattowitz findet die Wikimania statt. Bisher sah ich aber noch keinen spannenden Blogpost dazu. Für Hinweise bin ich dankbar.

    Die Bundeszentrale veranstraltet Game Jams. Das ist sowas wie Hackathons für Computerspiele. Interessierte treffen sich für ein Wochenende und fangen ein Computerspiele zu einem Themenbereich zu entwerfen. Dieses Jahr: Gegenrede im Netz. Stephan Max mit einem Erfahrungsbericht.

    Max Frisch (der Max Frisch) errichtete das Freibad Letzibad in Zürich. Überhaupt sein erster Auftrag. Die NZZ würdigt das ausführlich: Max Frisch soll in Zürich ein Schwimmbad bauen. Dass man ihm das zutraut, darüber staunt selbst der «Dichter-Architekt»:

    Zu denken gibt im Rückblick noch eine andere Sache: Wie ist dem Berufseinsteiger Frisch dieser Triumph gelungen? Er stellt mit seinem Entwurf nicht nur ein ausgeprägtes Gespür für harmonische Raumeinteilungen unter Beweis, sondern auch jenen feinen Sinn für den Zeitgeist, der ihn als Schriftsteller später so erfolgreich macht. Er weiss, dass sich die Bedürfnisse der Menschen gerade in einem radikalen Umbruch befinden.