Schlagwort: Raupen

  • 26-06-02 Mondtäuschung und Mohntäuschung

    26-06-02 Mondtäuschung und Mohntäuschung

    Madame möchte erwähnt haben, wie großartig der Vorgarten dieses Jahr aussieht.

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    Eine Elster verschwand im Totholzstapel, dort wo letzte Woche die Ente verschwunden war.

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    Auf dem Feldweg: Ein Fahrrad mit Ballondekoration kam uns entgegen. Auf den Straßen um das Grundstück herum: Eine Oldtimerrallye. Selten sah ich so viele Porsches (911, 924, 928) auf einmal, schon lange nicht mehr so viele klassische Volvos und schon gar nicht sechsziger-Jahre Cadillas.

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    Auf dem leeren Acker erspähten wir einen Feldhasen. Nachdem er uns erblickt hatte, legte er die Ohren an und verwandelte sich vor unseren Augen in einen Schlammklumpen.

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    Es war ein Latifundienwochenende zwischen Pilzsporen und Brackwespen.

    Nachträge

    Zwei Nachträge zu Posts der letzten Tage.

    Ein kleiner Nachtrag: Raupen und Schmetterlinge

    Die Raupengruppe, die uns im Botanischen Garten vertrieb, gehörte offenbar zum Großen Fuchs. Damit haben wir nicht nur zwei verschiedene Füchse gesehen (den Fuchs-Fuchs und den Raupen-Fuchs) sondern auch ein gefährdetes Tier von der Roten Liste. Im Botanischen Garten herrschen vermutlich bessere Lebensbedingungen als in der üblichen Monokultur-Landwirtschaft auf der Fläche.

    Ein größerer Nachtrag: Psychologie und Wirtschaftsinformatik

    Nachdem mich auf der Fernuni-Alumnifeier die ungefähre 20:1 Ratio von Psycholog*innen zu Wirtschaftsinformatikern erstaunte, wollte ich es doch mal genau wissen, woran es liegt. Mir fielen einige mögliche Gründe ein:

    • Psycholog*innen (P) wohnen in Berlin und kommen dort zum Campus, Wirtschaftsinformatiker*innen (W) irgendwo anders (zB Nürnberg)
    • P gehen eher zu so einer Feier, W bleiben eher zu Hause.
    • P machen eher einen Abschluss, W bleiben im Studium stecken
    • Mehr Menschen studieren P als W.

    Die erste Annahme kann ich mangels Zahlenkenntnis nicht testen und muss davon ausgehen, dass die Absolvent*innen geographisch gleich verteilt sind.

    Der Feier-Bias

    Aber ich kann mit Hilfe der Fernuni-Statistiken sehen, dass P eher zur Feier gehen als W. In Psychologie erlangten 2025 (das relevante Jahr hier) 826 Menschen (614 Bach + 212 Mast) einen Abschluss, in Wirtschaftsinformatik 246 Menschen (98 Bach + 148 Mast). Also kein Verhältnis mehr von 20:1 sondern nur noch von 3,5:1. Oder anders gesagt, die Chance dass ein*e Psycholog*in zur Feier geht, ist fünf – bis sechsmal so hoch, wie ein Winfo.

    Wenn ich dann nicht nach Absolvent*innen gehe, sondern nach Eingeschriebenen, dreht es sich nochmal. Psychologie studierten im letzten Wintersemester 12.920 Menschen (11.351 Bach + 1.569 Mas), Wirtschaftsinformatik 5273 Menschen (3651 Bach + 1622 Mas), also nur noch ein Verhältnis von 1:2,45. Psycholog*innen machen eher einen Abschluss als Winfos.

    Die einen und die anderen

    Fast spannender finde ich aber die auffallenden Unterschiede zwischen Bachelorn- und Mastern in beiden Studiengängen. Denn hier können wir an den Ursachen für anderes Feierverhalten und Abschlüsse herumraten.

    Denn ich glaube, es sind verschiedene Gruppen, die die Fächer studieren: Alle Wirtschaftsinformatikstudis, die ich traf, waren meist jünger als ich, aber in der ähnlichen Situation: Irgendwie sind sie beruflich in das Feld hineingeraten und wollen nun aus verschiedenen Gründen auch einen entsprechenden Uni-Abschluss.

    Dabei traf ich gelernte Fachinformatiker, die einen Uniabschluss und BWL-Grundlagen wollten, oder Kaufleute, die in IT reinrutschten oder ähnliches. Quasi alle hatten schon einen Vollzeitjob und irgendeine Art eines beruflich/universitäten Abschlusses, mussten allerdings das Studium irgendwie mit einem Vollzeitjob zum Ausgleich bringen, bei allen war der Abschluss mehr nice-to-have als dringende Notwendigkeit.

    Psychologie hingegen ist bundesweit ein hartes NC-Fach, außer in Hagen. Die Fernuni bietet die Chance, direkt nach dem Abi Psychologie zu studieren. Deshalb die hohe Zahl der Bachelors, deshalb die größere Notwendigkeit den Abschluss zu machen (in dem Fall ist es ja meist der erste) und deshalb auch waren die ausgezeichneten dort im Schnitt ein Stück jünger als in den anderen Abschlüssen.

    Ein kleines Stück Richtung Hamburg

    Unwetterwetter ohne Unwetter

    Wir frühstückten unter dem Vollmond. Gesehen haben wir ihn nicht, denn eine Hälfte des Himmels war strahlend blau, die andere bewölkt. Aber das Internet hatte gesagt „Vollmond, 31. Mai um 10:45h“. Dann wird es wohl so sein.

    Vielleicht erklärte er das seltsame Klima des Wochenendes.

    Es war ein seltsames Wetter. Sehr schwül, drückend, aber laut Regenradar war das nächste Regengebiet hunderte Kilometer entfernt. Freitag abend schon hatten die Mücken verrückt gespielt. Wir hatten uns schon eingesprüht, noch während wir am Ausladen waren. Selbst das stoppte sie nicht: Durch (leichten) Schuh und Socken entdeckte ich am nächsten Morgen ein halbes Dutzend Mückenstiche an den Füßen.

    Morgens setzte mein Allergie-Pilz ein und sporte und sporte. Zum Glück gibt es solche Tage nur ein oder zweimal im Jahr. Zwischendurch war nicht mehr die Nase komplett zu, sondern ich flüchtete mich auch vor Licht ins Haus, weil es die Augen schmerzte. Verbunden mit den Rückennachwehen war dies ein unerfreulicher Morgen.

    Ein hoch auf die moderne Chemie, die mich bis Mittags wieder halbwegs hergestellt hatte.

    Fast-Vollmond am Abend zuvor. Sah in echt größer aus.

    Nur das Monokol fehlte

    Die Nachtigall hatte uns am Freitagabend begrüßt. Bis zum Aufstehen am Samstag hatte sie sich heiser gesungen. Oder es war ein Fasan, der blökte.

    Seitdem alle Nachbarskatzen alt geworden sind, und es nicht mehr auf unser Grundstück schaffen, hat die Zahl der Vögel deutlich zugenommen. Selbst der Bussard, den wir hörten, und der Milan, den wir sahen, hielt Spatzen, Meisen, Grasmücken und andere nicht ab.

    Gegen Abend kam die Nebelkrähe in ihrem grauen Frack und schritt die gemähten Gartenwege aufmerksam und gravitätisch ein Inspektor aus dem Neunzehnten Jahrhundert ab, schauen, ob auch alles recht ist.

    Unverändert reichlich die Insekten. Die Distelfalter sind auf Nordafrika zurück. Die Hornisse schaute kurz vorbei, bei den ganzen Wildbienen und Schwebfliegen ist jeder Versuch, eine Übersicht behalten zu wollen, sinnlos. Wir entdeckten: In der Holzlege hat sich vermutlich eine Kolonie Brackwespen angesiedelt.

    Nur der Marder ist komplett unbeeindruckt von Wetter und Katzen, kommt weiterhin zum Auto, springt von der rückwärtigen Ladekante aufs Dach, kaut ein bißchen an der Antenne herum und rutscht dann über die Frontscheibe wieder hinunter.

    Sowie Storchschnäbel

    Aus der Wahrnehmung bekannt ist der Begriff der Mondtäuschung – ein tief stehender Mond (oder eine tief stehende Sonne) kommt Menschen deutlich größer vor, als sie „objektiv“ sind. Die lässt sich einfach überprüfen, indem mensch diesen Mond fotografiert und staunt, wie klein er auf dem Foto ist.

    Uns neu war die Mohntäuschung: die Beete sind voller Farben, lauter kleine Blüten, oft schwebend, die dem ganzen den Anblick eines impressionistischen Gemäldes (Madame) bzw. eines bunten Wyschywankas (ich) vermittelten. Auf den Fotos war es überwiegend grün. Die Kamera hat keine Ahnung von Pflanzen. Nur der massiv scheinend Mohn konnte sie nicht täuschen.

    Rotmilan, Feldhase und Großer kleiner Fuchs

    Leicht wehmütig strich ich beim Latifundien-Fahrrad über den guten Brooks-Sattel. Den der Fahrradmeister hatte mich informiert, dass alle deutschen Großhändler diesen aus dem Programm genommen haben – Brexit sei Dank. Jetzt gibt es sie nur noch über das Internet.

    Nachdem unsere Pfingstexkursionen erfolgreich, aber anders als gedacht, waren, wollten wir den nächsten Versuch machen. Wir kamen etwa 100 Meter weit. Dann begann Madames Sattel ihr mitzuteilen, dass er so nicht mehr weitermachen will, und das wir ihn auch nicht mehr feststellen können. Diese Exkursion blieb kurz.

    Erfolgreicher war der Spaziergang um’s Carré, der sich, wie von Madame prognostiziert, hervorragend auf den Rücken auswirkte. Wir trafen Schmetterlinge (eventuell schon wieder der Große Fuchs, vermutlich eher ein großer Kleine Fuchs), Bachstelzen flogen vor uns über die Straße, dicht gefolgt von Schwalben. Als wir in der Einfamilienhaussiedlung den Zustand von Schottergärten zehn Jahre nach der Erstanlage begutachteten und beim modernistischen Haus mit Rasenmähroboter beide den Delphinbrunnen aus Jacque Tatis Mon Oncle vermissten, flog eine Schafstelze minutenlang auf dem Weg vor uns.

    Was wäre es erst für ein Paradies, wenn die Äcker nicht nur Monokulturmais enthielten, sondern echte Lebensräume für Tiere?

    Back to Berlin

    Die FFFW (Frühlings-Frühsommer-Feiertags-Wochen) sind vorbei1. Bis zum Urlaub in sechs Wochen heißt es jetzt erstmal wieder durcharbeiten. Dafür zurück nach Berlin.

    Die Mauersegler sriehten, eine sehr schlecht gelaunte Nebelkrähe rrahte und die Autowaschanlage wuschbrummte.

    Links

    Jemand hat Christa Chorherr als Zeitzeugin interviewt. Und das ist eine ganz vortreffliche Idee; Interview durch ein US-Team als Zeitzeugin (1) und Teil 2

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    Falls ich jemals etwas sammeln werde, dann Keyboards: Neues Keyboard: Athena 1800

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    Rosalias Berghain schlägt Wellen weit über die üblichen Kreise hinaus. Herr Buddenbohm motivierte mich, jetzt doch mal ihren Brit-Awards-Auftritt anzusehen. Viel Lob gibt es anderswo. Mir fielen nur zwei Sachen auf: (1) Bewunderung einen Chor zu finden, der aus lauter Models zusammengesetzt ist. (2) Dieser Trick, Nina Hagen auf die Bühne zu holen und so zu tun als sei sie Björk – marvellous.

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    Wo ich gerade so tue als wäre ich noch im Alter für aktuelle Musik, gleich zwei mal Festivals: Das hier schön erwähnte Wave-Gotik-Treffen in Leipzig bei mesalunita und das Immergut bei loosy.

    Ich dachte, wir würden uns alle gemeinsam ein bisschen in Erinnerungen schwelgen. Aber dann sagte einer meiner Mitarbeiter: „Neunzehn Neunundneunzig! Das war drei Jahre vor meiner Geburt.“

    1. Wäre Berlin katholisch blieben mir diese Wochen noch die FFFbFW (Frühlings-Frühsommer-Feiertags-bis-Fronleichnam-Wochen) ↩︎
  • 26-05-26 Eis Strawberry Matcha Latte mit Fuchs an blühenden Kakteen

    26-05-26 Eis Strawberry Matcha Latte mit Fuchs an blühenden Kakteen

    Abendessen zum srieh srieh der Mauersegler.

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    Tage mit knapp 30 Grad verschaffen mir einen Stand über das aktuelle Tattoo-Geschehen. Besonders schick: die schulterblattgroße Gottesanbeterin.

    Auch ohne 30 Grad habe ich noch nie eine komplett tätowierte Hand-Innen-Fläche gesehen. Jetzt schon.

    Dabei fiel mir im Hallenbad auf, dass dies – im Gegensatz zum Freibad – normalerweise eine tattooarme Zone ist. Hat das schon jemand erforscht? Warum gehen Menschen, die Tätowierungen mögen, nicht ins Hallenbad? Warum lassen sich Hallenbadfans keine Tätowierungen stechen?

    Denn der Mikro-Urlaub begann nass. Nach dem freitäglichen Besuch im Potsdamer blu und dem samstäglichen Besuch im Insulanerbad, mussten wir natürlich auch noch einmal ins eigene Hausbad.

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    In eben jenem Hallenbad wartete ich im Foyer auf Madame, sah die Mutter-Sohn-Gruppe die leicht hektisch, aber mit viel Enthuasiasmus durch die Drehkreuz eilte, nur um fünf Minuten später entsetzt wiederzukehren, weil das Hallenbad kein Freibad ist.

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    Madame und Kellerkind unternahmen dem Anlasse des Besuches nach eine religiös-touristisch-kulturelle Berlintour. Sie begann mit dem Noonsong in der Kirche am Hohenzollernplatz und beinhaltete eine Bötchenfahrt auf der Spree, Kaffee auf dem Dach des Humboltforumschlossesn, die Besichtigung der neu renovierten St. Hedwigs-Kathedrale.

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    Es waren Besuchstage zwischen Huhn (geschmort), Raupen (krabbelnd) und Mauerseglern (sriend).

    Tajine Oase

    Mein Fernuni-Modul Dienstleistungsmanagement stimmte mich auf die Tage ein: „Analog zum Denken und Fühlen des Kunden durchlaufen auch die Restaurantmitarbeiter Denkprozesse und haben Gefühle, die für den Kunden nicht sichtbar sind“ – das war in dem Fernuni-Kontext natürlich als sachliche Info gemeint, liest sich aber auch wie ein leicht verzweifelter Appell an das Benehmen der Kundschaft.

    Wir allerdings sind ja ebenso herzensgute wie ausgesprochen höfliche Menschen, würden immer auf Denken und Gefühle der Mitarbeiter*innen Rücksicht nehmen.

    Wir hatten gedacht, dass, wenn wir schon Besuch aus anderen Gegenden Deutschlands haben, dann suchen wir uns für den Berlin-Abend etwas aus, was mehr BERLIN sagt als das eher dörfliche Alt-Wilmersdorf. Kreuzberg sollte es sein. Es wurde Kreuzberg 36. Es wurde sogar noch kreuzbergiger als geplant, wenn wir gerieten ungeplant in die Ausläufer des Karnevals der Kulturen.

    Das war auf der Straße schick anzuschauen, in der U3 zeitweise ziemlich kuschelig und wir lernten im vorbeihören, dass die U3 auf berlin-türkisch die „U üç“ ist. Wir allerdings fuhren so tief in das ehemalige Mauer-Kreuzberg, an das der revolitionäre Postbote noch lebhafteste Erinnerungen hatte, dass wir den größten Teil des Karnevals schon wieder uns ließen.

    Am Ort des Geschehens, dem Baraka am Görli, waren wir weit genug entfernt von den Feiern, so dass wir Platz haben, und nur vereinzelte Kulturkarnevalist*innen vorbezogen. Der revolutionäre Postbote mopperte, dass die U-Bahnen zu seiner Zeit noch viel mehr quietschten und es dafür auch noch andere Geschäfte als nur Restaurants in der Ecke gab – aber those are the times.

    Die Stimmung war ausgezeichnet, denn wir waren vollzählig geworden: Team Hamburg und Team Ist-das-noch-Brandenburg-oder-schon-Sachsen? waren auch dazu gestoßen.

    Oase-Platte für 3 Personen oder so. Im Uhrzeigersinn, um 12:05h beginnned: Kartoffelsalat, Joghurtsauce, Hummus, so Tomaten-Paprika-Zeugs (Ayvar?), Falafel, Rote Beete, Bohnen, Baba Ganoush, Reis, Hallumi, in der Mitte Hähnchen-Tajine.

    Die Raupen. Der Fuchs.

    Kellerkind kehrte zur pfingstsonntäglichen Messe mit Bischof am Sonntag zurück in die St. Hedwigs-Kathedrale.

    Da religiösen, kulturellen und gastronomischen Gelangen ausreichend Rechnung getragen wurde, sollten biologische Belange folgen. Der Botanische Garten liegt nicht nur vage auf halber Strecke zwischen Wilmersdorf und Potsdam, sondern bietet auch hitzeangemessene Schattenbereiche.

    Amerikasee

    Wir schlenderte, ließen uns schnell mit Fernuni-Skript und Büchern am Amerikasee nieder. Das wogen der Bäume, das Rascheln des Grases, das Quäken der landenden Enten und die Schreie der beraupten Gartenbesucher*innen.

    Vom See vertrieben nicht die Mücken, sondern die Raupen. Ob sie Speed-Kletterer waren? Ob sie von den Bäumen fielen? Es waren viele und wir fanden sie auf Hosen, Hemden und Schuhen. Optisch ähnelten sie dem Eichenprozessionsspinner, was die Lage nicht sympathischer machte – allerdings waren sie nicht allergieauslösend, sonst würde ich jetzt nicht mit einem perfekt normal aussehenden Unterarm diese Zeilen tippen.

    Falls jemand diese Raupe bestimmen kann? Bisher am nächsten scheinen Brombeerspinner oder Distelfalter, die es aber beide nicht sein können.

    Japanwald

    Also gingen wir in friedlichere Bereiche. Wir staunten, dass nicht nur die Bäume so aussehen wie in der jeweiligen geographischen Region, sondern auch das Unterholz. Wir staunten, dass so auch die Region Japan frei von den üblichen mitteleuropäisch-brandenburgischen Beikräutern ist, die sich sonst gerne sofort in jedem Wald ansiedeln. Hier im Japanwald waren diese japanisch.

    Ich wunderte mich, warum sind wir nicht öfter da? Der Garten ist sehr schön, unglaublich entspannend, und selbst an eine heißen Pfingsttag verläuft sich das Publikum sofort, sobald man die Hauptwege verlässt. Wir könnten an einem freien Tag sofort in den Bus steigen und wandeln.

    Da fiel es mir ein: Freie Tage, da war was. Sie sind selten, und wenn sie stattfinden, sind wir auf den Latifundien. Wenn es draußen zu ungemütlich für die märkischen Hamptons wird, wird es auch zu ungemütlich für den Botanischen Garten.

    Verdammte Axt.

    Aber wo ich schon mal da war: Lauschen, riechen, atmen, Fernuni lesen.

    Zum Abschied bewarf ich Madame mit Kaffee

    Irgendwann in all das atmen, lauschen und riechen hinein rief Potsdam: „Ihr habt eine Tischreservierung.“ Das erinnerte an Hunger und Durst, und bevor wir mit 101er-Bus, S1, S7 und Tram 96 den neuerlichen Weg zum Nauener Tor antraten, hielten wir vor den großen Gewächshäusern am Kaffeemobil an, wo es neben den üblichen „Kaffeespezialitäten“ auch geeistes, wie den Eis Strawberry Matcha Latte gab.

    Wir suchten uns eine Bank, und stellten fest, dass zumindest ich zu alt für Selfies bin und mir die dafür erforderlichen Grundfähigkeiten fehlen. Beim Versuch, uns selfiegerecht zu arrangieren, bewarf ich Madame mit heißem Kaffee, verfehlte sie jedoch zum Glück knapp.

    Während wir uns sortierten, direkt gegenüber den Gewächshaus, am Kaffeestand, beim zentralen See, an der größten Menschenansammlung des Gartens, sprang ein Fuchs von hinten auf die Bänke. Schaute ein bißchen, roch ein bißchen mehr, trottete zur Freude aller Spontanfotgraf*innen einmal quer über den Platz, roch ein wenig an den Bänken gegenüber, stolzierte über ein Mäuerchen, und verschwand im Gebüsch.

    Gemütlich logieren

    Es wurde Zeit für Potsdam. Wieder in ein Lokal, das in seiner deutsch-mediterran-asiatischen Ausrichtung geeignet für heterogrene Gruppen ist, und darüber hinaus nett am Rande des Holländischen Viertels liegt.

    Das Tomasa liegt im Logenhaus der Potsdamer Freimaurer, das, anscheinend anders als der PotsdamWiki-Artikel suggeriet, sogar noch im Logenbetrieb ist.

    Die Runde bekam angesichts ihrer katholischen Entstehungsgeschichte eine überraschen kenntnisreiche Diskussion über das Freimaurertum hin. So lernten wir, dass die meisten Logen noch reine Männerlogen sind. Es gibt aber auch Frauenlogen und gemischte Logen. Aber: deren Mitglieder dürfen keinen freimauer-sozialen Kontakt zu den reinen Männerlogen haben.

    Was dazu führt, dass in den gemischten Logen de facto auch fast nur Frauen sind, da die Männer, wenn sie schon Freimaurer werden, auf den Kontakt zu den großen, alten Logen verzichten wollen.

    Dazu Rotwildklößchen Königsberger Art und Backhendl. Über uns kreischten die Mauersegler. Wie schon zwei Tage vorher an ähnlicher Stelle vertrieben uns schließlich die Mücken.

    Wir ließen die Residenzübernachtenden zurück und nahmen den Regio nach Wilmersdorf. Am nächste Tag ging es los in die zwei Tage Urlaub-Urlaub in die märkischen Hamptons. Ich packte meinen Koffer und nahm mit: Badehose, Fernuni-Skript und zwei Opernkarten.

    Links

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    Rate das Land: Was aber recht billig war, war, was ich danach gemacht habe, nämlich in ein öffentliches Schwimmbad gehen. Ich wusste ungefähr nichts darüber, außer dem, was mal in der Sendung mit der Maus war: dass da ALLE hingehen. Ständig. Mir waren von den Einheimischen Hot Tubs versprochen worden und Hot Tubs habe ich bekommen. Aber was für welche! In verschiedenen Temperaturen, 38, 40, 42, 44 Grad und einer in Meerwasser. Das ganze Ding war letztendlich ein (großes) Freibad, das komplett auf angenehme Temperaturen aufgewärmt war und dann eben Hot Tubs und ein richtig großes Becken mit 38 Grad, in dem man gemütlich abhängen konnte.

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    Und natürlich das Wichtige: Klatsch und Tratsch aus Cannes

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    Weiter oben in Frankreich: AZ13 – Adieu La Rochelle, Bienvenue Ile de Ré

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    Schicke Zusammenfassung mit vielen Links zur re:publica. Die Idee eines gedruckten Readers zum Ende möchte ich unterstützen: #rp26, tag 3 und fa­zit

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    Hm, denke ich beim nächsten Concept Store, die Bäckerei, die vorher hier drin war, die hatte ein Konzept: Brote, Brötchen, Backwaren produzieren und verkaufen.