Schlagwort: Recyclinghof

  • 25-11-29 Nach West, nach Nord, nach West, nach Ost, nach Nord und jeweils wieder zurück

    25-11-29 Nach West, nach Nord, nach West, nach Ost, nach Nord und jeweils wieder zurück

    Die Eckkneipe Willi Mangler heißt jetzt Willy’s, und es wirkt als wollte sich der Kiez schon verabschieden bevor wir richtig weg sind.

    Der letzte Schöneberger immobil-mobiles-Arbeiten-Tag ist vorbei. Nächstes mobiles Arbeiten: Zwischen Hotspot und unausgepackten Umzugskisten. Vielleicht. – Vielleicht auch einfach im Büro.

    Ich wüsste gerne, was genau die Schöneberger Haushallodris plötzlich zu für sie unfassbaren Sauberkeitsbestrebungen motiviert. Selbst der vertrocknete Adventskranz und das Paar Doc Martens, die seit einem knappen Jahr in drei Meter Höhe auf dem Baugerüst lagen, sind verschwunden.

    Nur, dass sie die Müllmänner vom Hof aussperrten, war halt nicht so geschickt.

    Wieviele Hüte besitzt Du? – Noch zwei. Den Panama-Hut von der Dithmarscher (Standesamts)-Hochzeit und den dunklen Hut von der Beuggener (kirchlichen)-Hochzeit. Ein weiterer Hut verließ wie derzeit vieles unsere Haushalt.

    T-4, noch vier Tage bis zum Umzug.

    Es waren zwei Tage des Prä-Umzugs. Den Freitag allerdings nahm ich am Prä-Umzug eher symbolisch Teil, denn ich war den größten Teil des Tages im Büro und meetete zu Schnittstellen.

    Zustand: Wie der Flusskiesel schreiben würde: Viel im Außen, wenig bei mir. Oder anders gesagt: Ich schüttete Schwarztee in die Kaffeemaschine.

    Ich überlege mein eh schon softes Fernuni-Semester weiter zu verkuscheln, indem ich die Datenstrukturen & Algorithmen nach hinten schiebe. Damit blieben Digitale Diversität (eeaasy) und Einführung in die Imperative Programmierung (noch nicht ernstlich reingeschaut, sollte ich prinzipiell aber auch können). Wann unichillen, wenn nicht jetzt mit der druckfrischen Bachelorurkunde direkt vor mir?

    Gelesen: Professor A. Donda von Stanislaw Lem. Eine schöne Ausgabe. Leider ist das Buch zwar gut, erfreulich böse und in Teilen urkomisch, insgesamt aber doch eher eine Fingerübung Lems denn ein eigenständiges Werk.

    Wir bekamen Wilmersdorfer Haushalts-Mülltonnen, die inmitten der sonstigen Gewerbemüllcontainer auf dem Betriebshof arg verloren aussehen.

    Meine Überzeugung, niemals nicht einen Weihnachtsbaum zu benötigen wird schwach. Denn nicht nur haben wir in der neuen Wohnung 25-Meter-Becken und Sauna im Gebäude, sondern jetzt auch einen Weihnachtsbaumverkauf direkt auf dem Grundstück. 15 Meter vom Weihnachtsbaumstand bis zum Gebäudeeingang, näher wird es niemals werden.

    Der Kürbis hieß mit Vornamen Spaghetti

    Es waren ungewöhnliche Tage. Ich glaube, der Subaru ist im letzten Monat mehr Kurzstrecke gefahren als die sieben Jahre davor zusammen.

    Selbst das Kochen leider mehr als sonst – irgendein-Gemüse-in-Pfanne-oder-Ofen kriegen wir fast immer zustande. Aber die direkt-nach-Corona-Konditionsschwäche plus das Außen, sorgt auch hier für Änderungen: Wir bestellten in den letzten zwei Wochen mehr Lieferessen als in den zwei Jahren zuvor.

    Immerhin erkannte mich der freundliche Mann aus dem Sagar wieder als wir uns auf der Treppe trafen: „Ach? Sie wohnen hier?“ – „Ja, äh nein, also schon noch, aber eigentlich auch nicht mehr.“

    Lange Vorrede: Freitag haben wir wieder so was ähnliches wie gekocht. „Kürbis“ (laut Gemüsli) aus dem Ofen und Arrabiata-Ravioli aus dem Kühlregal. Auf dem Teller stellte sich heraus: Der Kürbis hieß Spaghetti. Wie es sich für das Gemüsli gehörte, war er ungemein aromatisch, sowohl frisch und fruchtig wie auch kürbissig. Ein Traum. Glückstreffer für uns.

    Samstag verschiedenfarbige Gemüsli-Beeten aus dem Backofen mit Trüffel-Ricotta-Ravioli aus dem Kühlregal und Ziegenkäsecreme. Danach Mont Blanc (Süßspeise).

    Ausgesprüht

    Samstag war ein Tag der Prä-Umzugs-Logistik: Früh zum Recyclinghof (insgesamt der dritte Besuch), wieder mit gefundenem Elektroschrott. Vor allem verschaffte ich Kabel und Adapter, eine semidefekte Waage und einige historische Handies.

    Praktischerweise liegt der Recyclinghof in bequemer Geh-Entfernung der neuen Wohnung: So konnte ich gleich noch Gegend kennenlernen und mich in den verbindenen Nebenstraßen orientieren.

    Ich winkte der neuen Wohnung, begab mich aber direkt zurück zur alten Wohnung, denn mittlerweile hatte Oxfam geöffnet. Wir griffen Büchertaschen und zu Oxfam. Dort wurden wir fast alle Bücher los, Madame kaufte ein, ich begab mich schon mal Richtung Innsbrucker Platz.

    Von Oxfam in die alte Wohnung: Orchideen und Weihnachtskaktus ins Auto packen, nach Wilmersdorf fahren, und dem Zugriff der Umzieher entziehen. In der Wilmersdorfer Wohnung dann das geliehene Teppichreinigungsgerät (Es saugt und sprüht der Heinzelmann Sapur) ins Auto einladen und zur Drogeriemarktkette zurückbringen.

    Madame holte beim verlässlich verpeilten Asia-Markt noch ein Paket ab, bevor sie das epische Abenteuer der Wäsche-Umzugs-Vorbereitung anging. Ich hatte noch einen letzten Gang, mal wieder zum Container und zum Altglas und dann noch ein paar weitere Einkäufe besorgen.

    Und nachdem ich vom Einkaufen wiederkam, sah ich noch ein ehemaliges semi-funktionsfähiges Fotostativ aus Metall, das sicher auch gerne im Recyclinghof geendet wäre.

    Spin Spin Sugar.

    Butter Chicken Betonteile

    Manchmal denke ich, ein E-Auto wäre toll. Manchmal denke ich, ein Auto ohne Software wäre noch toller: Vom ID.3 bis zur Waage: Wie uns Software das Leben oft schwerer macht – statt leichter

    Poupou und die Kaltmamsell bloggen über ihre jeweilige Büchergeschichte. Poupoulab: Büchergeschichte. Vorspeisenplatte: Journal Mittwoch, 26. November 2025 – Vom Bücheraussortieren

    Karin räumt und bewegt Sachen hin und her und ich fühle gerade sehr mit: 2025 #48 – mit kleinen Schritten geht es auch voran

    Ich finde es immer superspannend, wenn Menschen darüber schreiben, womit sie Geld verdienen: Das bedeutet ich stehe das ganze Jahr über draussen, bei wirklich jeder Witterung, und lade Betonteile auf LKW.

    Makhani Mac and Cheese: Makhani-Sauce ist eine buttrige Sauce auf Tomatenbasis, am bekannsten ist sie wohl für Makhani-Chicken – aka Butter Chicken.

  • 25-11-15 Röntenbildentsorgung im ersten Stock

    25-11-15 Röntenbildentsorgung im ersten Stock

    Die deutschen Boßelmeisterschaften 2026 werden am 15./16. Mai 2026 in/um Wesselburen stattfinden.

    Beim Vorbeifahren entdeckt: Ex-Lustgarten (Angebot genau wie der Name vermuten lässt) hat sich nach seiner Zwischenstation als Sonnenstudio inszwischen als Weiterbildungs- und Coachinginstitut wieder erfunden. Es bleibt ein Ort, wo Seelen sterben.

    Entdeckung: der Änderungsschneider Hauptstraße zwischen Sachsendamm und Lidl hat ein unglaublich verschmitztes Lächeln – ich bin Fan.

    Hinterhofgeschichten

    Das Schöneberger Haus schafft es, immer neue Umdrehungen der Seltsamkeiten zu schaffen. Nachdem unser Haus-Hallodris den Hinterhof jahrelang als Müllkippe nutzten und sich Scharmützel mit interessierten Obdachlosen lieferten, scheint eine neue Phase angebrochen.

    Auch das letzte Autowrack wurde entfernt. Bis auf unser eigenes Auto ist der Hof komplett leer. Die Durchfahrt zum Hof bekam einen neuen Anstrich und neue Lampen – und das Tor ist abgeschlossen. Also soll zumindest abgeschlossen sein: Da die Mieter zweier kompletter Hinterhäuser (und all ihr Besuch) durch dieses Tor durchmüssen, es außer dem physischen Schlüssel keine Öffnungsmöglichkeit gibt, ist es natürlich komplett absurd das Tor dauerhaft abschließen zu wollen.

    Der Zettel, der sagte, „das Tor muss abgeschlossen werden“ – wie üblich natürlich ohne Namen, Ansprechpartner oder andere erkennbare Absender – hing auf jeden Fall keine 24 Stunden.

    Arbeitshypothese: Die Hallodris wollen mal wieder irgendeinen weiteren Teil des Hauses verkaufen, und dafür soll es so wirken als wäre das hier ein bürgerliches und wohlanständiges Grundstück.

    *kicher*

    Wir werden beobachten.

    Und sind auch nicht komplett böse, in deutlich geregeltere Verhältnisse zu ziehen.

    Ein Versuch einer Rekonstruktion

    Eigentlich wären wir dieses Wochenende in Frankfurt/Oder und Słubice und würden Dota auf der Transvocale hören. Aber dann zogen wir den Lottogewinn einer neuen Wohnung und seitdem ist es alles etwas hektisch und unübersichtlich gerade.

    Aktuell ist unser Leben schneller als wir selber, wir beide sahen uns heute Nachmittag an „Das mit dem Pain au chocolat, das Frühstück, das war erst GESTERN?“

    Also: Dienstag – Arbeit, abends zum Recyclinghof Wilmersdorf, Bett und Elektroschrott wegbringen.

    Mittwoch: Madame holte Gemüsli. Ich: ????? (War das der Tag an dem ich versuchte, einen Stromvertrag für Wilmersdorf abzuschließen???. Ich glaube es war der Tag, an dem ich um haaresbreite bei einer dreistündigen Softwareschulung eingeschlafen wäre)

    Donnerstag: Mobiles Arbeiten. Der Piano-Express transportierte ein Piano ein paar Kilometer nach Westen. Warten auf Godot die Küchenlieferung 1 (sie blieb verschollen). Küchenlieferung 2 und 3 kamen perfekt nach Plan.

    Freitag: Morgens um sieben Küchenbauer und Estrichmeister in Empfang nehmen, Frühstück in der neuen Wohnung mit Pain au Chocolat vom S-Bahn-Backstand. Danach bin ich zur Arbeit, Madame bespaßte die Küchenbauer. Ab Mittags bis in den Abend hinein wir beide: Diverse Verhandlungen mit IKEA-Chat und Hotline wegen Nachlieferung und Nachmontage. Abends IKEA vor Ort (Oberschschrank besorgen)

    Samstag: Bücher aussortieren; Bücher wegbringen zu Oxfam; Elektro, CDs, Haushaltsblech, Batterien zum Recyclinghof Gradestraße; bei IKEA eine vergessene Unterschrankbeleuchtung besorgen. Treffen mit Zia sociale und Zio macchina, Wohnung zeigen, Essen in der Heidelbeere.

    Holen..

    Die Sache mit der Küche ist kompliziert. Mittlerweile habe ich inzwischen so oft IKEA-Menschen zu erklären versucht, warum es zwei verschiedene Teilaufträge für eine Küche gibt, dass ich es nicht mehr schreiben mag.

    Auf jeden Fall führte die Spezial-Konstruktion dazu, dass 114 Küchenteile in der neuen Wohnung liegen, zehn (darunter leider Kochfeld und Spülschrank) fehlen.

    Freitag also waren zwei großartige Küchenbauer vor Ort, die einen Top-Eindruck machten, viele Ideen hatten, anfingen ein paar Schränke zusammenzubauen – und feststellten, dass sie ohne Spülschrank und Kochfeld, die Arbeitsplätte nicht zusägen können, und ohne Arbeitsplatte, die Wandpaneele nicht anbringen können und deshalb auch keine Oberschränke. Das war wohl vorerst wenig.

    Auf jeden Fall hatten sie noch lustige Ideen, die Küche abseits des IKEA-Standards ein bißchen aufzupimpen, was uns noch zu diversen Materialnachkäufen veranlasste. Wir werden berichten.

    ..und Bringen

    Gibt es besseres Wetter, um zum Recyclinghof zu fahren, als Dauerregen im Dunkeln? Auf jeden Fall – es macht mehr Spaß, wenn wir trocken stehen und etwas sehen können.

    Gibt es stimmungsvoll passenderes Wetter? – Auf gar keinen Fall.

    Nachdem ich Dienstag bereits auf dem Miniatur-BSR-Hof in Wilmersdorf war (soo niedlich) also heute zur Mutter aller Recyclingshöfe nach Neukölln; dort wo direkt nebenan die echten Müllautos losfahren, dort wo ich vermutlich auch radioaktive Abfälle und Kriegswaffen entsorgen könnte.

    Samstag Nachmittag – beste Zeit. Erstmal standen wir 30 Minuten hinter einem Kuwaitischen Botschaftsauto in der Schlange bevor wir auf den Hof durften.

    Dann staunte ich, dass der Recyclinghof zweistöckig ist: Unten Elektro, Schadestoffe und komplexere Sachen – oben Holz, Metall, Sperrmüll, CDs, Röntgenbilder. Die Container für Holz, Metall und Sperrmüll stehen im Erdgeschoss, so dass man vom Sonnendeck aus die Sachen einfach nach unten werfen kann.

    Dann stellte ich fest, dass ich im strömenden Regen 200 CDs aus ihren Packungen pfriemeln sollte, damit sie getrennt entsorgt werden. Und ich freute mich, was alles getrennt gesammelt wird.

    Sollte ich jemals alte Röntgenbilder von mir entsorgen wollen, weiß ich wo der entsprechende Container steht.

    Immerhin festgestellt: Wir haben wirklich sehr wenig echten Gruscht in der Wohnung. Fast alles sind Sachen, von denen wir denken „Ist gut. Aber wir haben inzwischen etwas Ähnliches in Schöner.“ (Das gilt zum Beispiel für die fünf Meter Buch, die heute bei Oxfam landeten) oder es waren sentimentale Erinnerungsstücke, die bereits mehrere Sortierrunden überstanden hatten in den letzten Jahren.

    Viele davon hatte ich heute allerdings in der Hand, und dachte „die Erinnerungen an Orten, Zeiten, Personen sind soviel lebendiger als diese Stücke. Ich brauche sie wirklich nicht.“ Und so verließen mich mehrere Dutzend Konferenzbadges, sowie ausgewählte Kleinigkeiten aus Studiums- und WG-Zeiten. Und auch der Hausausweis beim Europäischen Parlament:

    Nicht mehr Teil dieses Haushalts. Der Ex-Brüsseler-Hausausweis des Europaparlaments.

    The Unknown and the Gumpert

    Thomas ranted, zurecht: Keiner braucht KI in persönlichen Blogs

    Wenn ich es dieses Wochenende schon nicht nach Frankfurt/Oder schaffe, kann ich nachlesen wie der Umblätterer dort vor ein paar Wochen eine Ausstellung besuchte: GKM in der Hansestadt Frankfurt an der Oder

    Watching Forever beschreibt einen Film (“The Unknown” von 1927) und zwei Gedanken sind in meinem Kopf (1) Wie um alles in der Welt, konnte ich Lon Chaney bisher verpassen! (2) Das Film wäre voll was für Herrn Rau.

    Herr Rau allerdings spielt währenddessen mit einem Schweinskopf.

    Margrit und Wally lesen vor. Und als hätte ich nicht gerade mehrere hundert Bücher entsorgt, denke ich “ das wäre schön, vielleicht antiquarisch?“: Die Unbehausten

    10 Jahre Jubiläumsschild „20 Jahre Friseursalon Gumpert“

  • 24-08-06 Jenseits von Germendorf

    24-08-06 Jenseits von Germendorf

    Gute Nachrichten: ich habe trotz deutlicher Entwöhnung im ersten Anlauf den Arbeitsplatz wieder gefunden. Zu meiner Freude – und ich vermute auch zur Freude der Kollegen – konnte ich mich noch halbwegs daran erinnern, woraus meine Arbeit besteht und konnte nach außen einen Kompetenzanschein vermitteln.

    Die erste Urlaubsrunde ist vorbei und es gibt zu erzählen. Ich hörte aus Südtirol (heiß), Spanien (heiß, aber mit Pool), Norwegen (Dauerregen) und Brandenburg (Mr. Elliott will jetzt einen Angelschein machen).

    Madame fuhr mit ICE75 von Berlin nach Basel. Ausnahmsweise war die Zugfahrt kein Problem. Dank Brandanschlag auf die Bahnkabel in Berlin (darf ich denken „Russland“ ohne zu verschwörungstheoretisch zu wirken?), Baustelle Stadtbahn und Velothon erwies sich allerdings die Anreise zum Bahnhof als schwierig.

    Am geplanten Bahnhof Südkreuz fuhr der Zug nicht. Es ging zum Hauptbahnhof. Die Bahn schlägt normalerweise vor: Ringbahn und dann Stadtbahn. Die Stadtbahn allerdings ist gesperrt. Dem Bus trauten wir nicht, weil der Velothon zu jeder Menge Straßensperrungen führte. Regios ab Südkreuz nach Hauptbahnhof fielen großteils aus. Und die Nord-Süd-S-Bahn war zwar angekündigt, fuhr aber auch nach dem Mond. Am Ende also Privat-PKW.

    Am Hauptbahnhof fuhren alle Züge an einem Bahnsteig. Der war voll. Von diesen Tagen sah ich ein Foto von einem Bahnmitarbeiter mit Megaphon, der versucht weitere Reisede von der Nutzung des Bahnsteigs abzuhalten. Madame kam hinauf und in den Zug hinein. Danach wurde alles gut.

    Am Badischen Bahnhof in Basel existiert Wlan. Damit kann die Reisende verbunden bleiben ohne teures Schweizer Roaming zu bezahlen.

    Ach, wäre die Schweiz doch in der EU.

    Lauretta italienische Feinkost hat schon wieder geschlossen. Ich fürchte, im direkten Umfeld ist das hier eher eine Smash-Burger-Gegend denn eine italienische-Feinkost-Gegend.

    Im weiteren Umfeld gesehen: der erste Späti, der weder Späti noch Kiosk heißt, sondern sich Bodega nennt. Auch als Späti-Betreiber*in kann man von New York träumen.

    Helles Grau

    Ein Wundergeschah. Der Garten ist grün wie seit 10 Jahren nicht mehr im August. Das samenbildende Gras wird natürlich gelb, der Rest wirkt frisch und ausreichend bewässert.,

    Ein Wunder geschah. Das erste Wochenende seit Monaten an dem es weder regnete noch Regen angekündigt war. Wir konnten einfach so Laubola Floratempel weiter mit Holzschutzcreme behandeln ohne Rücksicht auf das Wetter zu nehmen.

    Nun blieb nur Rücksicht auf unsere anderen Aktivitäten:

    Rasenmähen natürlich. Fahren zum Globus-Baumarkt, um erfolgreich eine Leiter und erfolglos die richtige rote Farbe für den Bungalow zu suchen.

    Den Recyclinghof suchen, um die alte Leiter und ein Schubkarrenrad loszuwerden. Der Hof wurde uns für Germendorf versprochen, kurz hinter dem Dinosaurierpark. Er lag noch ein gutes Stück im Wald. Aber jetzt wissen wir, wo er liegt und wie er funktioniert.

    Neben der Premiere „Recyclinghof Germendorf“ auch die Premiere „Holzschutzcreme verarbeiten.“ Ein lustiges Produkt. Es fühlt sich tatsächlich so an als würde man das Holz mit Niveau oder Sonnencreme einreiben. Wobei die Creme auch ähnlich schnell einzieht und verschwindet wie Sonnencreme. Erst nach dem Trocknen sehen wir die eigentliche Farbe. Spannend.

    Um das Nicht-Regen-Wochenende auszunutzen wollte ich möglichst viel Cremen. Was in der prallen Sonne zu einer weiteren Premie des Sommers führte: die Gartendusche kam zum Einsatz.

    Wobei sie nie als Dusche dient. Aber sie hat einen angenehmen Wasserzerstäuber, der einen kühlenden Nebel erzeugt. Wie schön. Wie nötig.

    Kühlschrankdekoration

    Die Welt ist groß und wunderlich: Not Even the Inside of Your Fridge Is Safe From Decorating

    Mit Fahrrad im Zug nach Istanbul: Losgefahren – ein Tempowechsel (via Tröt)

    Lila aus dem Norden Israels: Keine Neuigkeiten:

    Insgesamt geht es uns gut, ich kann nicht klagen und will nicht klagen. Ich werde nie so kaltblütig sein wie mein Mann, der sich gern von der Terrasse aus anguckt, wenn in der Nähe Beschuß ist, und nur in den Schutzraum geht, wenn die Sirene heult. Alarm im Nachbardorf rührt ihn nicht. Ich habe ein paarmal mit ihm zusammen zugeguckt, und dabei haben wir einmal gesehen, wie Flugzeuge der IAF auf Drohnen geschossen haben.

  • 23-02-04 Array [month] = Array [month +1]

    23-02-04 Array [month] = Array [month +1]

    Das diesjährige Berlinale-Poster zeigt keinen Bären. Ich prangere dies an! Zum Glück kaufte Madame vor kurzem einen Küchenkalender, dessen Februar-Bild zufällig einen Bären abbildet. Eine kurze Websuche führte mich auf die Berlinale-Seite. Ich wollte schauen ob es schon ein Programm oder Tickets gibt. Aber nichts: Das detaillierte Programm wird am 7. Februar veröffentlicht, Tickets sind ab dem 13. Februar erhältlich.

    Ich stellte diese Woche den Plan auf, nur dreimal die Woche zu bloggen, und werde diesen Plan gleich brechen. Ich prangere dies an! Aber morgen ist WMDEDGT (Was machst du eigentlich den ganzen Tag), und da geht es dann ja nur um Sonntag, nicht um Freitag und Samstag.

    Am Arbeitsradweg stehen derzeit an der Autobahnauffahrt keine Polizist*innen und auch niemand klebt sich fest. Die Kleber*innen betreiben aktuell in Thailand Selbstfindung. Wie unfassbar dämlich kann man sein?

    Die Klebenden-Dämlichkeit beschäftigt mich mehr als sie sollte und als gut für mich ist. Aber wie unfassbar dämlich kann man sein? Dazu passend: Auf Google Drive standen für Journalisten zugängliche Listen der Letzten Generation. Diese „enthielten unter anderem Telefonnummern [von Interessenten], E-Mail-Adressen, Wohnorte, Angaben zu besuchten Seminaren und Trainings, Angaben zur Bereitschaft, im Rahmen von Protesten ins Gefängnis zu gehen, sowie teilweise Details über ihre Lebenssituation und Auszüge aus E-Mails“.

    Gut, dass ich jegliche gedankliche Abschweifungen zum Thema Weltrettungs-Dämlichkeit einfangen kann, in dem sich die Gedanken auf die „Einführung in die Objektorientierte Programmierung“-Klausur in anderthalb Wochen lenke. Bei den Übungsaufgaben verstehe ich 90% der Fragestellungen so gut, dass ich sie Außenstehenden erklären könnte und auch den Sinn dahinter. Ebenso 80% der Musterlösungen. Bestehen würde ich noch nicht. Aber ich habe noch einige Lerntage Zeit, um die entsprechenden Wissensbrocken in die „Stehen-auf-Abruf-bereit“-Register meines Hirns zu laden.

    Letztens las ich von der Lehrmethode: „Nur wenn alles aus einem Teilproblem verstanden ist, lehre man das nächste Problem.“ Ich würde dabei wahnsinnig werden. Ich brauche erst einmal einen Überblick über alles, quasi die grobe Themengebiets-Landkarte und dann gehe ich gerne ins Detail und schaue vor Ort. Hat die Lerntypenforschung schon etwas zum Thema gebracht „Menschen die erst in die Breite und dann in die Tiefe lernen“ hervorgebracht – beziehungsweise umgekehrt?

    Madame brachte ein Faxgerät zum Recyclinghof. „Unserer“ Hof, der mit dem Fahrrad oder Bus um die Ecke erreichbar war und sich gut eignete, um schwierigen Abwahl einfach loszuwerden, verschwand. Ich prangere das an. Sein Nachfolger ist eine halbe Tagesreise entfernt erfordert fast zwingend die Nutzung eines Autos.

    Gut mit der Tram erreichbar ist die Dominsel in Posen (województwo wielkopolskie). Diese bildet den Ursprung der Stadt – war allerdings immer geistiges Zentrum und wird seit langem als „ruhig, abgelegen“ beschrieben. Wie halt Kirchen so sind. Der Dom stammt in seiner heutigen Gestalt aus dem Jahr 1956. Nachdem die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs repariert wurden.

    Das Gebäude bezieht sich in einer Backsteingotik aus Reste aus dem 14/15. Jahrhundert, die durch die Weltkriegszerstörungen wieder freigelegt wurden. Bei unserem Besuch war es ungewohnt in einer Kirche der Backsteingotik zu stehen, die so deutlich katholisch ausgestattet war. Es fühlte sich fast falsch an. Dabei waren natürlich alle Backsteingotik-Kirchen zu ihrer Bauzeit katholisch.

    Die Dominsel war leer. Das Haupttor war verschlossen.

    Bronzetür des Doms mit fischförmigen Griffen.

    Zuerst waren wir zur zweit in der Kirche, danach kam eine geführte Tour, deren Geplapper aber räumlich begrenzt blieb. Wie in vielen großen Kirchen fühlte ich mich in der Kirche wie in einer kleinen Stadt. Die ganzen Seitenkapellen, der Eigang zur Krypta, die verschiedenen Schiffe und der Chor – was natürlich dadurch ergänzt wurde, dass die Dominsel selber schon eine kleine Stadt mit einigen Wohnhäuser, archöologischen Denkmalen, zwei Museen und einer weiteren Kirche ist.

    Neben Java-Exceptions und Errors, Bubble Sort, Merge Sort und Quck Sort, schweifte mein heutiger Rechnertags-Geist zur Sugo Marinetti. Filippo Marinetti war ein Futurist, der um 1930 den Italieniern die Pasta austreiben wollte. Er hätte am liebsten eine Ernährung aus Tabletten und Pasten eingeführt.

    Von seinen Küchenideen blieb wenig übrig. Das Kochbuch “La Cucina Futurista“ ist vermutlich noch im Gebrauchtbuchhandel zu bekommen (sehr schöne Besprechung hier). Kulinarisch bleibt er vor allem mit der Pastasauce Sugo Marinetti in Erinnerung. Die entstammt einem Kochwettbewerb der Zeitschrift „La Cucina Italiana“ aus dem Jahr 1932, an dem Marinetti als Juror teilnahm. Warum er, der zwei Jahre vorher noch die Pasta an sich abschaffen wollte, sich dafür fand? Nicht nur die Klimabewegung ist inkonsequent.

    Das Sugo besteht unter anderem aus Tomaten, Artischocken, Schinken Sardinen und Pistazien.

    Als ich in dieses Internet-Kaninchenloch fiel, brachte ich auch anderes mit:

    La Cucina Italiana schreibt (anscheinend nur in der englischen Ausgabe) über die Ursprünge der Zeitschrift: Dinner at Delia’s: the Birth of a Magazine

    Auf italienisch gibt es noch: La cucina futurista.

    Und da sowohl die Futuristen als auch die frühen Jahre der Cucina enge Verbindungen zum italienischen Faschismus haben, vorsichtshalber auch: Pastasciutta antifascista.

    Jetzt aber erstmal kochen. Die Miss-South-Oliven-Zitronen-Klößchen verlangen nach Beilagen.