Schlagwort: Reh

  • 26-03-08 Wir hörten den Ahorn bevor wir ihn sahen

    26-03-08 Wir hörten den Ahorn bevor wir ihn sahen

    Madame saß mit verschränkten Armen im Pullover auf der Terrasse und sagte „Sommer!“

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    Vorher hatte sie die Woche der Wochen in der Hafenstadt erfolgreich absolviert.

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    Meine Stammbuchhandlung Hammett ist einer der Gewinner des deutschen Buchhandlungspreises. Ja, genau, DIESES Buchhandlungspreises. Wobei ich die vom ebenso närrischen wie kulturlosen Kulturstaatsminister persönlich vom Preis ausgeschlossene Berliner Buchhandlung Die Schwankende Weltkugel auch kenne und empfehlen kann.

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    Mein aktuelles Buch von Dashiel Hammett, the Maltese Falcon weiß mich nicht so recht zu fesseln. Vielleicht weil das Buch im Vergleich zum Film zwangsläufig die halbe Geschwindigkeit hat. Oder weil es im Vergleich zum wild ausufernden von mir geliebten Dain Curse und dem rohen Red Harvest doch irgendwie zu glatt ist.

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    Die Schwimmbadbesatzung teilte Madame mit, sie hätten schon gemerkt, dass sie die schwimmerisch aktivere von uns beiden ist. Das ist einerseits originell, andererseits zur Zeit korrekt. Ich gelobe wieder öfters ins Bad zu gehen.

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    An der Ampel stehend hörte ich wildes Gehupe. Es ging von einem leicht zerbeulten Kleinwagen aus. Ich konnte keinen rechten Grund für die Huperei erkennen und dachte spontan an einen kläffenden Dackel, der Bernhardiner und Schäferhunde angeht.

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    Kurz darauf fuhr ein Subaru Forester1 vorbei. Genauso alt und im selben Waschzustand wie sich unserer normalerweise befindet. An diesem Wagen hing allerdings ein Kennzeichen der US-Botschaft, und ich freute mich: Es gibt sie noch die Guten.

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    Madame stellte fest, dass nicht Daniel Küblböck der Elvis seiner Generation ist, sondern Bill Kaulitz ist der Elvis seiner Generation. Als Kind und Jugendlicher „seltsam“ und stets von Mobbing betroffen, wenig später aufgrund dieser Seltsamkeit Weltstar und Junge-Frauen-in-die-kreischende-Extrase-Treibender.

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    Miss und Mr. Fluffy waren zu Gast. So schön. Gespräche reichten von Versailles zu Nacktschnecken und wieder zurück. Sogar erwachsene Themen kamen vor.

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    Es war ein Freitag mit Arbeit und Kino und ein Samstag auf den Latifundien.

    Die Frage wann Fulbe gesprochen wird und wann französisch

    Ich gewöhne mich daran, dass die Gegend um den Bahnhof Zoo mein neuer Kiez wird. Wenn ich die Strecke Büro->Bücherei beginne, ist der Bahnhof mit den Kinos Delphi Lux und Delphi Palast nebenan ein logischer nächster Wegpunkt.

    Nachdem ich also Madames Buch in der Bibliothek abgeholt hatte, schlug ich erfolglos bei Shoe City die Zeit tot, um endlich zum After-Work-Kino im Delphi Lux zu landen:2 L’histoire de Souleymane / Souleymans Geschichte.

    Zwei Tage

    Zwei Tage im Leben des Asylbewerbers/Fahrrad-Essenslieferanten Souleymane Sangaré (gespielt von Abou Sangare) aus Guinea bis zu seiner Anhörung bei einer namenlosen Sachbearbeiterin (Nina Meurisse) vor dem Office français de protection des réfugiés et apatrides (OFPRA) über seinen Asylantrag.

    Souleymane fährt mit seinem Lieferfahrrad durch Paris, muss sich mit einer ganzen Reihe schlechter Menschen herumschlagen, die seine Situation ausnutzen, um schließlich um 22 Uhr den Bus zur Obdachlosenunterkunft zu erreichen. Dabei versucht er eine Geschichte auswendig zu lernen, die nicht die seine ist, aber im Asylverfahren besser klingt als seine wahre Geschichte.

    Zwischen La Chapelle und Gare du Nord

    Der Film hat zwei deutlich abgegrenzte Teile: 70 Minuten mit dem Fahrrad durch Paris: Hetzen zu Schnellimbissen, Treppen hoch, quer durch den Verkehr; Unfälle vermeiden, überwacht von der Kurier-App. Kurze Diskussionen mit anderen afrikanischen Kurieren und der „Kurier-Nothilfe“ in der App. Längere unerfreuliche Diskussionen mit dem Mensch, der ihm sein Kurierkonto „vermietet“ – denn als Asylbewerber darf Souleymane nicht arbeiten.

    Manchmal dachte ich beim Sehen „zu sehr Sozialreportage, zuwenig Spielfilm, irgendwie wirkt das zu sehr abgefilmt zu wenig gestaltet“ – dafür lernte ich sehr viel über sein Leben und das Leben von Kurierfahrern. Ich werde sie ab jetzt mit anderen Augen sehen.

    Ich lernte Paris aus einer anderen Perspektive sehen – und da ein Großteil des Films in dem Viertel am Gare du Nord/Gare de L’est spielt in dem auch wir in Paris übernachten, war es in Teilen „mein“ Paris. Aus einer Perspektive, die man dort immer spürt, die wir als drei-Tages-Touris aber natürlich nicht sehen. Ich bin von dieser Stadt eh komplett hingerissen, und das hat durch den Film weiter zugenommen.

    Was ist Ihre Geschichte?

    Ganz anders die Anhörung: Ist das Paris-Straßenleben hart, ausbeuterisch, rücksichtlos, aber voller Leben ist es bei der Behörde anders: Neutral. Die Sachbarbeiterin ist freundlich, höflich, ihm durchaus zugewandt.

    Aber beiden, der Sachbearbeiterin und Souleymane, ist bewusst, dass sie den französischen Staat verkörpert, der jetzt in diesem Moment über sein gesamtes weiteres Leben entscheidet. Selten sah ich ein Kammerspiel in dem die Fallhöhe zwischen Form und Inhalt so riesig war. Der Unterschied zwischen dem sehr lebendigem rücksichtlosen Alltag der zwei Tage und dem freundlich-zugewandten Abgrund an dem er in der Behörde entlangwandelt, schmerzt beim Sehen körperlich.

    Besonders schmerzlich wird es, wenn seine auswendig gelernte Geschichte sichtbar zerfällt. Sie fordert ihn mehrfach auf, die Wahrheit zu erzählen. Was er schließlich weinend macht. Eine Geschichte, die menschlich bewegend und nachvollziehbar ist – aber wie wohl die meisten Menschen im Kino wissen, nicht den Anforderungen des Asylrechts genügt.

    Beste schmerzlichste Schlusssätze in Filmen: „Wenn wir den Antrag akzeptieren wird der französische Staat sie mit all‘ seiner Kraft beschützen. Lehnen wir ihn ab, haben sie einen Monat Zeit um in Rekurs zu gehen.“ Wahrscheinlich zerstören wir gerade ihr Leben. Aber höflich und dem Rechtsweg folgend.

    Blick aus dem Delphi Lux Kino. Vor dem Fenster eine abendlich beleuchtete Wand mit Graffitti und ein schmaler Weg. Im Fenster spiegelt sich der Schriftzug "Lux"

    Zitronenfalter: Eins. Taubnessel: Eins.

    Frischluft nach dem Film tat gut. Die Nachtfahrt auf die märkischen Hamptons erfüllte alle Ansprüche: Uns empfing ein Sprung Rehe3. An der üblichen Feldhasenstelle tauchte der Feldhase auf, nur damit danach auf dem Feld ein weiterer Sprung Rehe stand. Und das alles bevor wir den Bungalow auch nur erreicht hatten.

    Bei Rinderstolz & Wildeslust herrschte Sommer. Bis wir den Weg zum Verkaufswagen gelangt waren, waren seine gesamten Bratwurstvorräte aller Sorten bereits ausverkauft. Genau fünf grobe Bratwürste einfacher Art waren übrig. Es ist Grillzeit in Brandenburg.

    Im Garten lässt sich der Frühling Zeit.

    Madame suchte Knospen und Blüten und schnitt Bäume. Drei einsame Krokusse begleiten die Schneeglöckchen. Sie fand eine blühende Taubnessel. Noch herrscht hier Vorfrühlingsansatz, kein Frühling. Für Alkeme benötigt sie trotz Langstreckensäge inzwischen eine Leiter.

    Aber wie letzte Woche auch: Es gab Zitronenfalter.

    Und plötzlich am Kompost hörten wir es summen und brummen. Auditiver Sommer. Nach einiger Orientierung erblickten wir einen blühenden Baum im Niemandsland auf der Ausgleichsfläche hinter dem Nachbargrundstück. Vermutlich ein Silberahorn. Auf den dritten Blick sahen wir in ein paar Metern Höhe Insekten schwirren. Sie sind wieder da.

    Kremšnite, Gurke, Ei

    Holger fährt Bus. Teil 1 und Teil 2 und Teil 3.

    Margrit wurde von Wikipedia enttäuscht.

    Joel war das erste Mal in Ljubljana: „Mein Gott ist die Stadt schön!“ Teil 1 und Teil 2 und Teil 3 (samt Gebäcktipp vom Flusskiesel – spätestens wenn man den ausspricht, merkt man wieder, dass Slowenien K.u.K. war)

    Nicht richtig schön, aber doch eindrucksvoll: Das Ei des Nachbarn.

    Schön und eindrucksvoll: Die Gurke des Juan Sánchez Cotán

    Anmerkungen

    1. An der Markenwahl Subaru hängt in den USA ein großes politisch-kulturelles Universum, das in Deutschland komplett unbekannt ist. Ich gehe davon aus, dass ein US-Botschaftsangehöriger das weiß. Wie wir auch. Als Einstieg: Alex Mayyasi / The Atlantic: How Subarus Came to Be Seen as Cars for Lesbians etwas weiter gefasst: How Subaru Became the Unofficial Car of Vermont … and New Hampshire, and Maine, and Massachusetts, and Washington, and Oregon. ↩︎
    2. Yorck Unlimited No. 14 – damit 17€ pro Besuch. ↩︎
    3. Nicht zu verwechseln mit dem Rehsprung „eine Figur der rhythmischen Sportgymnastik↩︎

  • 25-06-21 Bannstrahl für Waschbären

    25-06-21 Bannstrahl für Waschbären

    Zum Donnerstagnachmittag: Wüste Taubenrandale auf dem Gerüst. Madame diagnostizierte Junghähne.

    Zum Donnerstagnachmittag: Eine Fahrkartenkontrolleurin in der S-Bahn lobte Madames Bluse.

    Zum Donnerstagabend: Ein brennendes Wohnmobil auf der Stadtautobahn. Zum Glück in der anderen Richtung, und zum Glück war die Feuerwehr schon da als wir kamen.

    Danach: Tagelange Sonnenuntergänge in Pastell, begleitet von Fledermausinvasionen.

    Es war ein arbeitender Freitag in Berlin und ein freiseiender Samstag. Der Hochsommer drückte sich breit in die Stadt und auf das Land.

    Stand der Bachelorarbeit: 15 Seiten schlechter Text. Bis zum Ende des Monats die 30 Seiten schlechten Text hinzubekommen, ist noch möglich.

    Der Kaptain durchlief alle menschendenkbaren Untersuchungen, bis auf die eine, die auf Montag angesetzt wurde. Immerhin fand sie jemand, der ihr auf dem E-Book-Reader das Krankenhaus-Wlan einrichtete. Wir wünschen Kopf hoch.

    Freitag früh ein Reh zum Frühstück. Ich kam um 5:40h an das Bungalowfenster, und sah wie es sich grad erhob und zum Frühstück ein paar Knopsen einer Ramblerrose snackte, die wir außerhalb des Zauns auf die Ausgleichsfläche gesetzt hatten. Ein Gefühl zwischen „Oh wow!“ und „Verschwinde, du Mistviehl!“

    Fahrräder und ChatGPT

    Kurz danach: Der Prignitz-Express von den Latifundien zu den Südkreuz Offices und zum Freitagabend ein überfüllter RE mit Pendlern, Wochenendausflüglern mit Fahrrad und Kegel und einem halbierten Zug. Rudelkuscheln im Regio.

    Während der diversen Bahnfahrten, sah ich jemanden eine Dreiviertelstunde offensichtlich einer Erwerbsarbeit nachgehen, die nahezu ausschließlich in der Bedienung von ChatGPT auf dem Tablet bestand. Und ich fragte mich, ob das ein Zeichen dafür ist, dass sein eigentlicher Job bald überflüssig ist und ChatGPT den middle man ersetzen wird?

    Endlich einmal gelang es mir, etwas zur Graugießeren Velten zu recherchieren, deren imposante Industrieruine ich regelmäßig vom Prignitz-Express aus sehe und die ich doch immer wieder vergesse bis ich mein Ziel erreichte. Offenbar ein Teil des ehemaligen Stahlwerks in Hennigsdorf, aber doch älter als dieses.

    Echsenmenschen

    Madame traf sich Freitagabend auf den Latifundien mit der Selbsthilfegruppe Ex und ich durfte freundlicherweise dabei sein.

    Der Brandenburger Waldgänger erzählte, wie er erst im Wald seinen alten Job fand – Anzugjob am Potsdamer Platz, der Chef war Jäger und jetzt seine neue Beschäftigung: „Da steht halt so ein Sägewerk neben meinen Wald und die sind alle ganz gemütlich da.“

    Nebenbei schaffte er es, einen Stapel an Würsten, Schweinefleisch, Geflügel und Käse gleichzeitig auf dem Grill für eine Neunergruppe gar zu bekommen – Respekt.

    Es gab Aperol und alte Geschichte, neue Entwicklungen und immer wieder staunen, was man alles durchmachen kann. Gesprächsthema: Schlechter Job oder Rente? Was ist schlimmer?

    Sommerfestzeltaufbau

    „Bringt zur Versammlung Stühle und Eure eigenen Becher mit.“ Die Versammlungen des Gartenvereins sind nicht wie andere Versammlungen.

    Spannend der Unterschied zum letzten Wochenende: Letzte Woche: Wikimedia Deutschland, 113.000 Mitglieder, 180 Angestellte – 210 Minuten Versammlung, Samstag der Gartenverein, 90 Mitglieder alles ehrenamtlich – 120 Minuten Versammlung.

    Bei WMDE alles minutiös durchgeplant, mit Hybridteilnahme, einer professionellen Online-Regie, Rechtsanwalt und Moderation, die am Tag vorher einen mehrstündigen Generaldurchlauf gemacht hatte.

    Hier ein Ereignis, bei dem die Wahl so informell war wie möglich („Muss ich wirklich jedes mal fragen, ob sich noch jemand bewirbt? – Ja, musst du.“), und inklusive mehrminütiger Diskussion weil zwar zwei Personen zweite*r Gartenwart*in werden wollte, aber niemand Erste. Dafür konnte es halt passieren, dass das Festkomittee noch ein paar ausgiebige Schwänke vom Kuchenbuffet erzählte und sich in Details zum Sommerfestzeltaufbau verlor.

    Letztlich war es entspannt. Alle großen Spannungspunkte der letzten Jahre haben sich in Wohlgefallen aufgelöst oder sind andernweits befriedet. So war Zeit, neben dem Sommerfest und dessen Kuchenbuffet auch noch über die Waschbären zu reden. Der Vereinsvorstand belegte sie mit einem Bannstrahl.

    Der Einsatz des Jägers wurde letztes Jahr noch abgeblasen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Waschbären zwar lebend gefangen werden, aber danach trotzdem umgebracht.

    Was kein Wunder ist. Welche*r Jäger*in würde sich beliebt machen mit dem Satz „Ich hab hier noch ein Dutzend Waschbären, darf ich die bei Ihnen aussetzen?“

    Nun aber scheint zumindest bei einer Partei der Leidensdruck so hoch, dass sie auch der Waschbärtötung zustimmen würde.

    Früher trugen Studenten Kokarden, vermutlich deshalb heißt die Kokardenblume auch Studentenblume

    Nach der Vereinsversammlung kamen Miss Bilanz und die Hamburger Washingtonerin oder auch die Seattler Hamburgerin. Aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Blogpost. Erst einmal will ich nur vom Garten erzählen.

    Denn quasi von März bis Oktober denke ich „Wir haben ganz schön viele Insekten im Garten.“ An einigen ausgewählten Tagen an „Ich bin Franz von Assissi der Schmetterlinge und Wildbienen. Ich mache einen Schritt und überall schweben sie um mich herum.“

    Ein solcher Tag war es, die Schmetterlinge finden Temperaturen jenseits der 30 Grad offenbar besser als ich. Neben den üblichen – Kohlweißling, Zitronenfalter, Hauhechelbläuling – gesellten sich Mengen an Distelfalter, kleinen braun-orangen Tierchen (noch unbestimmt) und Schachbrettern. Sie balgten und sie liebte sich.

    (Und ich freute mich, dass der Halluzinator den Schachbrettfalter als Indikator für gesunde Wiesen betrachtete – da ließ ich mal alle Skepsis ob seiner Kompetenz sein). Ein Wesen, eine Mischung aus Mücke, Heuschrecke und Taube, versuchte ihren Legerüssel in meinem Arm zu platzieren. Ich hoffe ohne Erfolg.

    Die Rosen blühen wie blöde, und auch das Reh war mehrfach da. Vor allem aber konnten wir im milden Lüftlein sitzen, die Tageshitze unter dem Sonnenschirm auswarten, und Abends dann in Bewegung übergehen.

    Some Science

    Willkommen im Museum of All Things

    Küchenlatein wird 20 und da gratuliere ich natürlich!

    Zur Geschichte des Harzens in der DDR. (mit dem tollen. tollen Harzmobil)

    Herr Rau recherchiert Schreibmaschinen-Kunst.

    ChatGPT macht dumm.

    Warum google meint, dass am 11. eines Monats weniger passiert als an anderen Tagen.

  • 25-04-03 Thanks to modern chemistry sleep is still possible *hust**hust*

    25-04-03 Thanks to modern chemistry sleep is still possible *hust**hust*

    Gebe seit Tagen mein Arbeitspasswort am Privatrechner ein und das ist bezeichnend für den Gesamtzustand.

    Wie erkältet kann mensch sein? Immerhin haarscharf am Fieber vorbei. Aber einmal nach dem Tee bücken ruft einen mehrminütigen Hustenanfall hervor.

    Außenweltwahrnehmung ist auf das nötigste Minimum reduziert.

    Habe den obersten Projektleiter der Dachbodenbaustelle kennengelernt, und dafür dass er zwangsweise ganz andere Interessen vertritt als wir, macht er einen guten Eindruck.

    Gute Nachricht 1: Frühlingssonne!

    Gute Nachricht 2: Die Klausur Betriebliche Informationssysteme ist bewertet und bestanden. 14 down, 1 in Bewertung, 3 more to go.

    Zum Seelestreicheln. Ein Nachtreh:

    Rehbock mit Geweih vor dem Zaun, aufgenommen des Nachts von einer Wildkamera.
  • 25-01-21 Pulled Bambi (Hagen -> Berlin)

    25-01-21 Pulled Bambi (Hagen -> Berlin)

    Madame fuhr zum Nordbahnhof. Sie entdeckte unbekannte Ecken Berlins.

    In Hagen hatte ich mal wieder eine Buchidee: Der Campusroman Fernuni. Endlich ein Campusroman ohne Studierende und Lehrende. Vermutlich handelte er von Menschen, die ihre Hunde ausführen und einer Studenbriefversandslogistikerin.

    Anscheinend haben wir einen neuen Bauarbeitertrupp auf dem Dach gewonnen. Dieser befördert eine Art Kalkstein-Lego-Steine aufs Dach, vermutlich als Wand- und/oder Dämmmaterial. Ein Dachstuhl wäre mir lieber. Aber wir sind schon froh wenn die Baustelle lebt.

    Mit dem Moabiter lief ich beim Bistro Rote Insel vorbei. Das hat noch nicht eröffnet.

    Aber als wir versuchten hineinzulinsen, öffnete sich eine Tür. Die Macher luden uns auf ihre Baustelle ein und führten ihre dolle Siebträgermaschine vor. Nur den Anspruch, dass sie „das beste Essen Schönebergs“ zubereiten werden, glaubten wir nicht. Ehrlich gesagt, angesichts der Konkurrenz wäre selbst „das beste Essen des Häuserblocks“ eine ziemliche Herausforderung.

    Madame zog das Reh aus dem Tiefkühler, das sie vor vielen Monaten zum Geburtstag bekommen hatte. Es verbrachte einige Stunden im Slow Cooker, dazu Brokkoli und Möhren und Birnen – und, oh, meine Güte war das großartig. Genau den Punkt getroffen an dem es zart am auseinanderfallen war, aber sich noch schneiden ließ, aromatisch bis in die letzte Faser.

    Wir mussten allerdings schneiden, verzichtet auf das Zerrupfen a la Pulled Pork. Schon allein weil wir nicht wussten, wie Reh auf englisch heißt und wir nicht Pulled Bambi essen wollten.

    Ich legte den Ordner F:\lernen\FU Hagen\Bachelorarbeit an. Ich füllte ihn mit ersten Gedanken zum ökonomischen Beispiel, an dem ich die mathematischen Modelle der Arbeit durchkaspern will. Es wird vermutlich um Schwimmbäder gehen. Dabei festgestellt: Seit der Seminararbeit im November habe ich schon wieder einiges an LaTeX vergessen.

    Aber alles suutsche. Ich kann mich erst in drei Wochen überhaupt formal um einen Bachelorarbeitsplatz bewerben. Der Prozess wird sich im besten Fall noch einige Monate hinziehen.

    Auch für die Fernuni, für das „normale“ Modul Betriebliche Informationssysteme, installierte ich die SAP-GUI auf dem Privatrechner. Hätte ich auch nicht gedacht, dass sich dieses Programm je auf einem privaten Gerät von mir findet.

    Aus Einbeck with love

    Hagen, die Stadt in der der gesamte ÖPNV aus Bussen besteht – aber immerhin heißt der Betreiber Hagener Straßenbahn (HST).

    Zwei Hagen-Nachträge

    Nachts in der Buchhandlung

    Bei meinem Gang in die Innenstadt hatte ich die Museen gesehen. Erster Gedanke: eine Verbindungsstraße von Downtown nach Museum ist eigentlich immer spannend. Zweiter Gedanke, nach Blick die Straße hinunter: Vielleicht auch nicht. Wirkte doch arg spielhallenlastig die Straße.

    Später suchte ich: Irgendwo in dieser Innenstadt muss doch eine Buchhandlung sein. Ist sie: Die Buchhandlung am Rathaus liegt in genau jener Marienstraße zwischen Innenstadt und Museen.

    Ich betrat die leere Buchhandlung. Kurze Zeit später hörte ich ein Telefongespräch mit. Ich lernte: mensch kann sich Abends in der Buchhandlung einschließen lassen. Im Verkaufsraum steht ein gedeckter Tisch, man kann sich mit Freund*innen und Bekannt*innen ungestört dem Abendessen und den Büchern widmen, zwischen Ladenschluss und 22 Uhr. Dann kommt der Buchhändler wieder uns lässt einen heraus.

    Wie großartig ist das denn? Und welcher Buchliebhaber hat nicht genau diesen Traum? Allein und ungestört in der Buchhandlung. Alleine das wäre ein Grund nach Hagen zu ziehen. Fast zumíndest.

    Buchkauf funktionierte auch tagsüber:

    Sonnenuntergangsnebel

    Nachdem ich Mittwoch halbfreiwillig nur das Hagener Sportbad besuchte, wollte ich den Sole-Erlebnisbad-Teil nachholen. Immerhin hatte mein letzter Hagener Erlebnisbadbesuch an einem Wochenende bei 33 Grad stattgefunden – das Bad war knallevoll, komplett vermüllt und überhaupt in einem denkbar schlechten Zustand. Es konnte nur besser werden.

    Also wieder mit dem Bus den Berg hinunter gefahren. Mich wieder gefagt, wie man eine Bushaltestelle an eine sechsspurige Straße bauen kann, und weit und breit ist keine Ampel zu sehen, wieder am Parkhaus vorbei zum Bad gelaufen.

    Dieses mal aber kaufte ich die drei Stunden Sole/Erlebnisbad. Statt Miniatur-Umkleide gab es die üblichen Unisex-Wechselkabinen mit Schranklabyrinth dahinter. Statt Ein-Euro-Pfandsystem gab es elektronische Armbänder, mit denen ich auch hätte am Bistro bezahlen können.

    Mich aber zog es in die Sole, im Außenbecken. Zwei Grad Außentemperatur, 32 Grad Wassertemperatur, eine orange-lila-Sonnenuntergang, der durch den aufscheinenden Nebel durchschneit, verstärkt durch den Wasserdampfnebel. Teilweise gelang es mir nicht, den anderen Beckenrand zu sehen.

    Aber ich entdecke in Schild: die Sülbecker Thermalsole wird in Südniedernachsen bei Einbeck gefördert. Dann wird sie in Tankwagen geladen, bis nach Hagen gefahren, dort auf Badetemperatur erhitzt und dann bei Null-Grad in ein Außenbecken gelassen.

    Joah. Ist total schön, sollte man vielleicht trotzdem überdenken.

    Mühe war ich Känguru, schlief auf dem Rückweg im nu.

    Und dann: Auf Wiedersehen Hagen!

    Der Künstler als Lehrer für Handel und Gewerbe – Hauptbahnhof Hagen.

    Cirque d’hiver Luxembourg

    Zwar hatte ich in Hagen gleich zwei Romane für die weitere Reise gekauft. Im Zug war mir dann aber kürzeren Lesestrecken. Ich zog Paris – mal anders aus der Tasche und begann vor mich hin zu überlegen, was sich alles in drei Tagen Paris anstellen lässt.

    Paris – Sollte schon sein

    • Jardin Louxemburg – immerhin steht Luxembourg (Stuhl) bei uns im Garten. Zudem verbrachte ich Wochen meines Lebens damit den Wikipedia-Artikel zum Französischen Senat zu schreiben: Amtssitz: Palais de Luxembourg. Den will ich natürlich auch in echt sehen.
    • Laufen entlang des Canal Saint-Martin (oder Böötchen fahren Canal-Seine, das klingt auch ganz attraktiv). Scheint mir die bedeutendste Attraktion in Hotelnähe zu sein.
    • Böötchen fahren (entweder Batobus oder Saint-Martin + Seine)
    • Sainte-Chapelle und Notre Dame. Hey, Paris! Notre Dame kommt natürlich nur auf die Liste, wenn wir nicht drei Stunden zwischen amerikanischen Reisegruppen anstehen müssen, um hinein zu kommen.
    • Historisch baden gehen. Die Piscine Oberkampf scheint das hotelnächste historische Bad zu sein – aber so klein.

    Paris – Wäre nett

    • Der Winterzirkus Cirque d’hiver – immerhin sehr sollte der auch funktionieren ohne Französisch zu können; ist zudem in der Nähe vom Hotel und scheint mir auch typisch für die Stadt zu sein.
    • Außerdem natürlich der Gare de l’Est selber, wenn wir schon dort wohnen. Aber noch ist das eh alles lange hin, alles kann sich noch ändern.

    Also falls jemand bis hierhin las und noch Paris-Tipps oder Ratschläge hat, immer her damit.

    Auch gerne genommen: einen Tipp dafür wie ich in wenigen Wochen rudimentäres Basis-Französisch lerne. Mit Duolingo habe ich mich überworfen – ich höre also auf alles außer Duolingo..

    Nizza – Berlin – Chemnitz

    Poupou war in der Rineke-Dijkstra-Ausstellung in der Berlinischen Galerie: Berlin: Berlinische Galerie: Rineke Dijkstra. Still – Moving. Portraits 1992-2024

    Christine war in Nizza in der Oper.

    Ein Notfallarmband ist besser als kein Notfallarmband. (Via Kaltmamsell, genauen Link finde ich nicht mehr wieder.)

    Schlachtetage sind besondere Tage. Sie finden in unserem Fall nur alle zwei Jahre statt und benötigen Planung.

    Fotos von der Chemnitz-Kulturhauptstadt-Europas-Eröffnung