Schlagwort: Schafe

  • 26-06-16 Schafe werden Wolken, Wolken werden Regenschauer

    26-06-16 Schafe werden Wolken, Wolken werden Regenschauer

    Madame telefonierte alemannisch.

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    Am Südkreuzklavier sah sie nicht nur Menschen mit Noten für Klavierpartien, sondern auch Pianisten, die ihre eigene Geigerin mitbringen. (oder eine Geigerin, die ihren eigenen Pianisten..)

    Später versuchte Madame, zweierlei Latein in ihrem Kopf zu entwirren. Aufgrund ihrer Mehrchorwochen singt sie gleichzeitig das Mozart-Requiem und das Cherubini-Requiem. Beide haben im Prinzip denselben lateinischen Text. Aber bei Mozart sei es bitte in der deutschen Latein-Aussprache gesungen und bei Cherubini in der italienischen Latein-Aussprache.

    *

    Mein Versuch, litauische Bahnkarten zu kaufen, scheitert an der Meldung „403 forbidden“. Dazu erscheint eine Fehlerseite, die so klassisch technisch aussieht wie das gute alte Internet von ehedem.

    Etwas Recherche erbringt die Info, dass LTG Link gerade aus Cyberabwehrgründen ganz Nicht-Litauen aussperrt. Das Internet empfiehlt die LTG-Link-App oder die Nutzung eines VPNs. Die App zwingt mich, mir einen Account anzulegen und hängt sich dann dabei auf.

    Also werde ich ein VPN suchen müssen, das Litauen kann und trotzdem nicht wie die hinterste dunkle Ecke des Internets wirkt.

    *

    Am Tag als mein Fahrrad verschwand, Madame auf der Suche zwar kein Fahrrad aber einen Fuchs fand, und das Fahrrad wieder auftauchte. Das war der Tag als Madame im Lochowbad erfuhr „Ihr Schloss ist fehlgeleitet“ und dann ihre Uhr vergaß. Das war ein seltsamer Tag.

    *

    Es war ein Sonntag zwischen rain and shine und ein Montag zwischen Südkreuz und Schaf.

    Farben schießen Tore

    Ein niedlicher Nachtrag: Der kleine Fußballfan vom Wochenende, der zwar zur Irritation seiner Eltern überhaupt riesiger Fußballfan ist, aber das noch auf einem Niveau, wo er ganz begeistert vom Spiel von Grün gegen Gelb erzählt.

    Im Kreise älterer fußballinteressierter Menschen läuft mein Tippspiel-Masterplan so mäh. The power of statistics bringt mich am Ende von Spieltag 2 auf Platz 22 von 44.

    An einem Montagnachmittag versuchten drei Menschen im öffentlichen Dienst visionär zu sein. Und zwar nicht visionär im frei fliegenden irgendwann-haben-wir-Flugtaxis-Modus sondern visionär im Sinne von „in sechs Monaten solles real existierende Menschen im Alltag benutzen können.“ Das ist eine manchmal recht mühselige Form der Visionarität, erst recht am Montag Nachmittag.

    Friedhof der Fluginsekten

    Wir joggten Garten. Es konnte passieren, dass wir sagten, „Ah, Sonne, lass uns die Gelegenheit nutzen und den Staubsauger wieder in den Schuppen bringen“, und innerhalb der fünf Meter von der Haus- zur Schuppentür wurde schon wieder jemand klatschnass.

    Der spektakuläre Himmel empfahl für den Sonntag Häuslichkeit. Ich und der Staubsauger versuchten sich am niedrigen Schlafboden an einer Aktivität, die zu einem Achtel aus Athletik und zu sieben Achteln aus Herumrollen bestand. Vielleicht sah es aus wie der welt-unbeholfenste Schlangentanz. Die Staubsauger-Rollethik führte mich insbesondere am großen nicht-zu-öffnenden Südfenster zur letzten Stätte toter Bienen und Fliegen. Denn wo viele Insekten, da auch immer wieder Insekten im Haus, die sich auf dem Rückweg verirren und in die Sackgasse geraten.

    Aus dem Fenster konnten wir die immer wieder kreisende Bachstelze sehen, und raten, wo ihr naheliegendes Nest liegen könnte. Die Alten Rosen sind so gewachsen, dass wir sie selbst hinter dem 2-Meter-Gras noch durchscheinen sehen können. Gerade die Pink Moss wirkt wie direkt aus einem Märchen der Brüder Grimm entstiegen bzw. da die Sorte seit 1696 bekannt ist, ist sie vermutlich einem Märchen der Gebrüder Grimm entstiegen.

    Go GoLand

    Der Blick auf meinen Kalender sagt mir, dass ich mich ernsthafter mit den beiden kommenden Fernuni-Klausuren beschäftigten sollte. Ich beschloß für Sonntagabend, erst einmal die ganzen Aufgaben aus der „imperativen Programmierung“ zu lösen.

    Denn nur weil ich glaube prinzipiell verstanden zu haben, wie die Sprache Go funktioniert, heißt dass noch lange nicht, dass ich in der Lage bin, alle geschweiften Klammern, Kommata, leere Klammern und Punkte in einer Reihenfolge zu setzen, die die Sprache erfordert.

    Das kann und werde ich mir nur mit Training (= Testaufgaben lösen) aneignen.

    Wie eigentlich immer in der Informatik liegt die erste Herausforderung kann nicht im Inhalt, sondern in der Form: Wieder einmal eine Sprache auf dem Rechner installieren, wieder einmal eine Studiumslizenz für eine Programmierumgebung beantragen und dann das vom Lehrstuhl empfohlene GoLand auch noch auf meinem Rechner zum Laufen bringen. Danach ist mein Lernslot vorbei, weiterhin ohne eine geschriebene Klammer.

    Saal 5 ist der in Blau und Rot

    Am Hühnchenimbiss ein Loch in der Scheibe. Wir überlegten, ob es einem Unfall entstammte oder den gerade grassierenden rustikalen Schutzgelderpressungen mit Schusswaffenhilfe. Der Qualität des halben Hühnchens schadete es nicht.

    Denn, es ist absurd, dasjenige der Yorck-Kinos, das am ehesten unauffällig, funktional, praktisch und gut ist, das Delphi Lux, liegt in der Ecke Berlins, die alles andere als unauffällig oder funktional ist.

    Der Bahnhof Zoo hat nicht nur mit Breitscheidplatz, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Ku’damm alteingesessene Touriattraktionen um die Ecke, mit Zoo-Palast, Delphi Palast und dem Musicaltheater eine große Strahlkraft, sondern auch die Szene, die seit „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zwar manchmal die Gestalt und die Droge-der-Wahl wechselt, aber zuverlässig zum Zufluchtsort für die Hoffnungslosen wird.

    Und genau dort liegt ein Kino, das mit seinem sieben kleinen bis mittelgroßen Sälen einfach nur praktisch ist. Es liegt direkt an einem Verkehrsknotenpunkt in einer der Berliner Stadtmitten. Das Delphi Lux ist vom Saal her kein Neues Off, kein Filmtheater am Friedrichshain. Das hat genau die Atmosphäre, die nicht vom Film ablenkt. Die Programmauswahl ist bei sieben Sälen groß, Säle und Foyeur unspektakulär einladend. Ein guter Platz für entspanntes After-Work-Kino.

    It was getting orders from a sheep

    Der Montag endete in flauschiger Niedlichkeit. „Glennkill – ein Schafskrimi / The Sheep detectives“1 ist ein Film, der weise auf jeglichen Originalitätsdrang verzichtet, um die Niedlichkeit und ins-Herz-Schließbarkeit der schafischen und menschlichen Charaktere in Szene zu setzen.

    Ein Schäfer wird getötet. Seine Herde, die zwar Menschen verstehen und miteinander sprechen kann, die für Menschen aber nur aus blökenden Schafen besteht, versucht den Fall zu lösen: Im Stil klassischer Whodunits in einer englischen Kleinstadt mit Testamentseröffnung, einem alle-sind-verdächtig-Cast, einer überraschenden Wendung und der großen Verkündungsszene am Ende.

    Da die Schafe ihre Ermittlungsergebnisse nicht selbst präsentieren können, müssen sie den gutmütigen der trotteligen Dorfpolizisten zu den Spuren ziehen, oder diese auch auf den Boden des Polizeireviers malen. Nachts, vor einer unschuldig inhaftierten, die am nächsten Morgen nur erzählen kann „There was a lamb inside. And it was getting orders from a sheep.“

    Hugh Jackman als Schäfer spielte einen perfekten einsam-herzenswarmen Schäfer, Emma Thompson als Anwältin aus der Stadt war genau so schneidig-faszinierend wie mensch sich in einem solchen Setting Anwältinnen aus der Stadt vorstellt, und überhaupt war das alles komplettes wunderbares Flausch-Wohlfühlkino.

    Ein Tag, der mit Fahrrad und Fuchs begann, endete mit Schafen, die zu Wolken wurden.

    Links

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    Von Madame gelesen, während sie unsere dramatisch schwindenden Buttervorräte aufbesserte.

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    Ich hatte ja keine Ahnung! In Bezug auf Partytricks kann ich einäugig Schielen und habe noch eine Merkwürdigkeit in der Hinterhand: die Ohren taub stellen. Nein, das ist nicht nur eine Floskel, das geht wirklich

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    Auch wenn das wahre Basbektball-Team natürlich die Boston Celtics sind, fühle ich mich verbunden: Seit Anfang der 1990er Jahre bin ich Fan der New York Knicks.

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    Wenn Sie also gerade in Richtung Musik etwas lernen, machen Sie es doch bitte in der Außengastro. Es gibt Menschen wie mich, die sie dabei gerne beobachten wollen und die davon auch etwas haben. / ack

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited No. 34 – 7,00€ pro Besuch ↩︎
  • 26-04-09 Schaf und Change

    26-04-09 Schaf und Change

    Die Verdachtskirsche vor dem Fenster ziert sich weiterhin mit dem Aufblühen. Vermutlich ist es eine Zierkirsche.

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    Wenn der Fachbegriff für eine Rolltreppe eigentlich Fahrtreppe ist, ist dann ein Rollstuhl auch eigentlich ein Fahrstuhl?

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    Kommen se herein! Hier geht es ab! Hier geht die Luzi! ABENTEUER! Jede dritte Runde gibt eine Extrarunde der besten Wortspiele! Für alle, für Hund, Katze und Kind, hier bleibt kein Auge trocken!

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    Gegen den blauen Himmel zur blauen Stunde, das Blau nur unterbrochen vom leuchtenden Abendstern, wirkt selbst der Schattenriss einer fliegenden Stadttaube romantisch.

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    Zu Loben ist der Friseur Haarstelle um U-Bahnhof Blissestraße, der nicht nur einen Spontantermin für den Kaptain hatte, und sie liebevoll umsorgte wie es zum Staunen ist, sondern dem auch noch eine ganz ausgezeichntete Frisur gelang. Chapeau!

    Genauso erfreulich ist die Abenteuerlust des Kaptains, unterstützt von Madame.

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    Es waren drei Besuchstage der Arbeit mit Außeneinsatz.

    Um Berlin drumherum

    Im rbb las ich, dass fast alle Rolltreppen am Südkreuz wieder gehen. Im Südkreuz selber hörte ich den Ausruf der Verzweiflung „Sind denn hier überhaupt keine funktionierenden Rolltreppen!“

    Der Wikipedianer in mir hätte gern alle vier funktionierenden Rolltreppen gezeigt, wenn er nicht das Gefühl gehabt hätte, die Frage wäre rhetorisch gemeint.

    Alles unverändert – ein Bahnhof der Absperrungen.

    Neu, und hoffentlich wirklich kurzfristig ist nur, dass dieser Bahnhof zur Zeit eine Endstation ist, denn die Ringbahn ist auch noch gesperrt. Und so fuhr ich nicht 15 Minuten bis zum Baumschulenweg, sondern 50 Minuten, einmal den Ring fast in Gänze falschherum.

    Freude über den tschechischen Zug, der uns Höhe Jungfernheide entgegen kam.

    Tiefes Mitleid mit dem Bettler bei Messe/Nord – allerdings gemischt mit dem starken geruchlichen Eindruck, der selbst 20 Minuten nach der Begegnung noch dafür sorgte, dass sich Mitfahrer*innen in diesem Bereich des Wagens Tücher vor die Nase hielten.

    An der Autobahnbrückenbaustelle, der berühmten, standen mehrere große Sandhaufen mit Nummern-Schildern von 1 bis 30 gekennzeichnet.

    Nach dem Ausstieg erblickte ich den Beweis, dass Treptow das Zentrum kulinarischer Innovation ist: der Bhatura-Döner.

    Schild, das den Bhatura-Döner anspreist. "Neu! Indisches Brot und Dürum Döner! Vorsicht Suchtgefahr"

    Wat mutt das mutt

    Frau Brüllen schreibt: „An den Drehtoren dann festgestellt: die meisten Fahrradschleusen auf das Südareal sind gesperrt, in line mit der seit mehreren Jahren für den 1. April 2026 angekündigten und, tadaaa, zum 1. April 2026 implementierten Schliessung des Südareals … Ich hatte schon in diversen Chats etc den Outrage mitbekommen und gepflegt ignoriert. .. Womit ich nicht gerechnet hatte: die Wut und den Frust, die die geschlossenen Drehtore und diese Kisten bei anderen auslösten. Es wurde geschimpft und geflucht, dass „ja, klar, das angekündigt worden wäre, aber wie kann es so plötzlich eingeführt werden und niemand hat einem genau gesagt und gezeigt, wo genau man jetzt parken kann?!“

    Ich musste doch grinsen.

    Teile meines Jobs bestehen aus dem, was man „Digitalisierung der Verwaltung“ nennen kann, oder bildlicher gesprochen: Wir bauen neue Fahrradstellplätze und reißen alte Fahrradstellplätze ab. Und wir versuchen aktiv im Vorfeld, die Wut- und Frustwellen abzufangen, die so etwas auslösen kann.

    Menschen können sehr sehr sehr an ihrem Fahrradstellplatz hängen. Sie können auch überraschend nachdrücklich darauf bestehen, dass die Methode, das Fahrrad über zwei Treppen zu tragen, dann einmal zu drehen und es schließlich auf dem Kopf abzuschließen, die einzig wahre und für immer gültige Methode ist, ein Fahrrad abzustellen.

    Immerhin mag ich das. Also nicht den Wut und Frust – aber das Gefühl Wut und Frust entschärft zu haben und wieder eine Vertrauensebene der Uneinigkeit geschaffen zu haben.

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    In other news: Ich freue mich sehr auf mein ganz unmetaphorisches Fahrrad, das ich bald bestellen werde.

    Lieblingswohnzimmerbad

    Weil Softwaresysteme komplexer sind, als Fahrradstellplätze, kann es vorkommen, dass ich einen Vorwand finde, die Verwaltung zu verlassen und an die Spree zu fahren.

    Zum Beispiel in mein Lieblings-Wohnzimmerbad. Das kleine Schul- und Vereinsbad Baumschulenweg, das gefühlt immer nur von 7:10 bis 7:23 jeden zweiten Vollmond bei Regen für die Öffentlichkeit geöffnet ist und ansonsten ausschließlich Schule und Vereine bedient.

    Schulen und Vereine sind im Allgemeinen leichter zu handeln als die große Öffentlichkeit und brauchen weniger Personal: Das Bad ist klein, die Besatzung ist klein, der Weg dorthin kann idyllisch an der Spree entland genommen werden und die ganze Atmosphäre war schon damals, 2018, als es mir gelang bei Vollmond um 7:11 vor dem Eingang zu stehen, einfach kuschlig.

    Ich weiß gar nicht so sehr, warum genau, aber es fühlte sich immer an, als hätte jemand in seinem Wohnzimmer einen kleinen Swimmingpool errichtet, und würde nun Freundinnen und Freunde empfangen.

    Highlight: Das lebensgroße Bild eines Schafkopfes, der um die Ecke in die Schwimmhalle lugt.

    Und Freude und Wunder, auch viele Jahre später, beim Dienstbesuch, hing das Schaf noch.

    Blick aus dem Wald auf den Anleger der F11 an der Spree

    Jerewan global

    Das kleine menschlichen Wesen redet vier Sprachen.

    Ein Bericht aus dem Jahr 2026. Wirklich. Zu Besuch in einer Fernsehshow: Zu Gast im Publikum bei „Wer stiehlt mir die Show?“.

    Vielleicht doch mal in die Berlin global Ausstellung. Readinginsweden war schon da.

    Östlich von Istanbul zurück in Tblisi. Wie schön! Dann im Zirkus. Und gleich weiter nach Jerewan.

    Notat

    • Erinnerungsmail für die ersten Fernuni-Einsendeaufgaben.
  • 26-04-07 Die Möwe, die sich für einen Lenkdrachen hielt (Dithmarschen -> Berlin)

    26-04-07 Die Möwe, die sich für einen Lenkdrachen hielt (Dithmarschen -> Berlin)

    Der Zeitungsbeilagenkatalog preist einen 6-Meter-Fahnenmast mit Deutschlandfahne für 29,99€ an. Ich dachte, dieses Land wäre nicht so billig.

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    Unerwartete Nachricht beim Einchecken ins Berliner Hotel: „Ab dem 4. Stock funktioniert das Fernsehen nicht mehr.“

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    Der Kaptian buk1 einen Schweinebauch.

    Der Spargelhof kochte Spargel. Die Oster-Doppelhelix-Verbringung (erst wir in Dithmarschen, jetzt der Kaptain in Berlin) erlaubte einen Dreierbesuch mit Kurzabenteuer zur Eröffnung der Saison. Gerade das SB-Restaurant (der „Landwirt“) auf dem Hof erlaubt die aparte Kombination aus rustikaler Hemdsärmeligkeit mit Edelgemüse frisch vom Feld.

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    Aufgrund einer Verkettung vom Umständen kaufte ich entgegen aller Vorsätze einen originalen Apple-Handy-Ladeteller. Und allein beim in-die-Hand nehmen sparkt er Joy. Auch bei der Benutzung. Mit Dota Kehr: Ich hasse es.

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    Es waren drei Osternordseereisetage.

    Savall stand still

    Ein Nachtrag zu Savall/Haydn in der Elbphilharmonie, an den Madame mich erinnerte.

    Emotionaler Höhepunkt des Konzerts, der Moment an dem der Kaptain fast weinte, war das Vokalensemble stehend, das Orchester ruhig und nur gesungen eines der sieben letzten Worte. Also zum Beispiel „Es ist vollbracht„.

    Und nicht nur war das Orchester komplett ruhig. Selbst Savall dirigierte nicht mehr sondern stand nur ruhig am Pult. Nicht einmal einen gegebene Einsatz sahen wir. Gänsehaut.

    Kuschlig, aber vermutlich streng riechend

    Der Rest der Tage blieb erdnäher.

    Wir lehnten uns in die Landschaft. Wortwörtlich. Oben an der Deichkante stürmte es ausreichend, um sich sanft in den Wind zu legen und den eigenen Körperschwerpunkt in physikalisch ungewohnte Bereiche zu schieben.

    Ein wenig wie im Schwimmbad, nur halt lauter beim Sturmgebraus.

    Nordsee bedeutet Spaziergang:

    Wasser

    Am Deich in Hillgroven, um das Sielbauwerk herum. Natürlich die erste Strecke gegen den Wind. Das ist über das Jahre des Radfahrens dort eingebrannt: bei freier Streckenwahl gibt die Windrichtung den Ausschlag für die Routenführung.

    Auf dem Deich standen die Schafe und wieselten die Lämmer, im Versuch das Sturmgetöse mit ihrem Blöken zu übertönen. Abgetrennt in einem besonderen Bereich, die kleinsten Lämmer und das eine schwanzlose Exemplar, das zudem leicht humpelte.

    Nur dank äußerster Disziplin widerstand ich dem Impuls, mich einfach auf das Tier zu stürzen und mich festzukuscheln.

    Auf den Salzwiesen rastete eine Kolonie Austernfischer. Wenn der Wind richtig stand, konnten wir ihren Gesang hören.

    Über dem Deich eine Möwe. Die Flügel statisch, der Flug halb am Ort, halb in raschem links und rechts, oben und unten. Wie ein Lenkdrachen, nur ohne Schnur.

    Land

    Nordsee bedeutet Spaziergang auf den Wesselburener Feldwegen.

    Wir bewunderten die halbwilden Narzissen, die sich zu dichten Büscheln weitab der Häuser gesammelt hatten. Marschboden ist Narzissenboden. Feuchtgemäßig ist Narzissenklima. Osterdithmarschen ist gelbes Puscheldithmarschen.

    Während wir das leuchtende Gelb bewunderten, der ganze innere Romantikapparat beim Sonnenuntergang gegen das Schilf anging, huschte etwas vorbei.

    War das vorüberhuschende Wesen eine Katze? Vermutlich nicht. Zu puschlig der Schwanz, zu weißspitzig, zu hochbeinig das Tier.

    Ein Fuchs? Fuchs ist immer gut.

    Dann hoppelte es um die Kurve direkt auf uns zu. Musterte uns neugierig, legte die Ohren an und erwies sich als waschechter Osterhase.

    Das erste Eis der Saison

    Dithmarschen bedeutet Kleinstadtbummel. Schauen wie es den Städtchen geht. Im Zentrum: Heide, die „Marktstadt im Nordseewind“ mit Wochenmarkt und sehr viel Wind. An der Küste: Büsum, die Touristadt im Nordseewind mit Fast-Überfüllung und Blanken Hans.

    Die Städte erwiesen sich als ungewohnt mitteilsam. Die rumänischen Landarbeiter in Wesselburen sind inzwischen lang genug vor Ort, dass sie mit Moin grüßen.

    Längere Gesprächsangebote richteten sich an Madame. An der Form allerdings müssen die Einheimischen noch üben.

    Von seltsam zu unangenehm:

    • Im Drogeriemarkt. Madame wartet bis eine Mutter mit Tochter das Erkältungsmittelchenregal wieder frei gibt, als die Mutter sich umdreht, Madame vor den Inkontinezprodukten herumstehen sieht und ausführlich von ihren Erfahrungen mit diverser dieser Produkte berichtet. Die Tochter bewies, dass es cringe auch als Körperhaltung gibt.
    • Der Wesselburener Radfahrer, der aus zwei Meter Entfernung nach Alkohol roch und der Madame fragte, ob sie heute schon genug Blumen geschenkt bekommen habe.
    • Der Heider Radschieber, der Madame halb über den Haufen schob, sie dann anpöbelte, warum wie im Weg steht und sich jedes weiteren Dialogs verweigerte.

    Heide, you can do better!

    Solange wir mit niemandem redeten allerdings blieb es nett.

    Das erste Eis der Saison im Eiscafé Cortina, aufgrund der Windigkeit des Nordseewinds ausnahmsweise drinnen. Es gab Spaghetti und Spaghetti-Joghurt.

    Während Heide mal wieder durch eine Leerstandsphase der Geschäfte schreitet, ist Büsum kurz vor dem Platzen. Besonders auffallend die vielen Läden, die als klassisches „Geschäft“ durchgehen würden. So mit Kleidung oder Schuhen oder Büchern. Büsum lebt.

    Auf der Büsumer Deichbank. Einfach eine halbe Stunde auf das Meer schauen und Leute schauen. Ein alter Lehrbuchsatz kam mir ins Hirn „Die tobende Nordsee heißt Blanker Hans. Nicht weil sie so konturlos, glatt ist, sondern weil es von Blank (blanca, blanc) = weiß kommt. Gischtspitzen selbst in der friedlichen Büsumer Hafeneinfahrt, weißes Wasser, dass sich bis zum Promierweg emporleckte. Brechende Wellen zeigten jeden Unterwasser-Wellenbrecher an. Weiß war das Meer.

    Blick ins Hafenbecken Büsum. Links ein Bug auf dem "Büsum" steht zusammen mit einem Neptun.Wappen, weiter hinten ein Schiff der Küstenwache,

    Ciao Miao

    Stadtbummeleien führen zu Buchhandlungsbummeleien. In Heide und Büsum bedeutet dies vor allem: Scheller Boyens, die Buchhandlung zum Buchverlag zur Lokalzeitung WIE SICH DAS GEHÖRT.

    Vor allem, weil die Buchhandlung anscheinend noch von echten Buchhändler*innen gepflegt wird, die sich Gedanken machen, was auf welchen Tisch kommt, wo die Highlights sind und was im Schaufenster steht. Natürlich wird auch hier der Papeterie- und Dekoschnus-Anteil von Jahr zu Jahr größer. Aber noch geht es um Bücher.

    So passiere ich den Nordsee-Dithmarschen-Buch-Teil (im Touri-Ort Büsum ganz vorne, in der Einheimischen-Einkaufsstraße Heide ziemlich weit hinten), schaue nach Trends bei Garten- und Kochbüchern und widerstehe mit äußerster Kraftanstrengung auch den persönlichen Romanempfehlungen der Mitarbeiter*innen.

    Auffallend im leuchtenden Pastell: Der BookTok-Tisch. Bücher von großen Gefühlen, mit Titeln in güldener Schreibschrift, in allen Farbschattierungen, welche prastelllila, pastelltürkis und pastellrosa hergeben. Ich schwanke zwischen einem gütigen Lächeln, das sich am Riemen reißen muss, um nicht zur Arroganz zu kippen, und einem spontanen Kniefall mit erhobenen Armen „DANKE, dass ihr den deutschen Buchmarkt rettet.“

    Noch nicht wusste ich, dass ich in Wesselburen – von allen Orten – am nächsten Tag (leider ein Feiertag) eine komplette neue BookTok-Buchhandlung sehen würde: Ciao Miao, mit starken Italien-Connections, begann soweit ich mit zusammenreimte als Legami-Händlerin bis sich Inhaberin Ellie ihren Traum einer echten lokalen Buchhandlung erfüllte – mit starkem Fokus auf junge Menschen und deren Wünschen.

    Das vibet alles so positiv und nett und sympathisch, auch die selbst betriebene Wesselburen-Unterseite, dass wir seitdem überlegen, wie wir eine Lokalbuchhandlung 400 Kilometer von unseren Wohnort sinnvoll supporten können.

    30 Pflanzen

    Anlässlich des Buchhandlungs-Besuchs lernten wir: Die in meiner Internetbubble hochgelobte Katharina Seiser hat ein Buch zu den 30 Pflanzen herausgegeben. Dies verwunderte mich, hielt ich sie doch bisher für eine viel zu handfeste Person, um sich solchen Albernheiten hinzugeben. Aber vermutlich ist auch das ein Auswuchs von „Wes‘ Grünkohl ich ess‘ des Lied ich sing.“

    Egal, wenn schon Zählen, dann konsequent. Die Woche nähert sich dem Ende und es gibt einige Pflanzennachträge zu machen:

    • 62 – Mandel (Vom Mandelkuchen D’oh!)
    • 63 – Rote Paprika (Beilage zum vietnamsischen Tofu)
    • 64 – Soja (Vietnamesisches Tofu)
    • 65 – Brauner Eichblatt-Salat (Vorspeise zum Schweinebauch)
    • 66 – Lauch (Beilage zum Schweinebauch)
    • 67 – Weißer Spargel (Beim Spargelhof)
    • 68 – Kartoffel (zum Spargel)
    • 69 – Himbeeren (In Schokoummantelung, Ostern halt)

    Selbst bei allen Unsicherheiten (Blauschimmel anyone?) sind 68 verschiedene Pflanzen in der Woche deutlich mehr als 30. Damit kann ich wieder aufhören zu zählen.

    Meine Vermutung ist, dass reisebedingtes häufiges Auswärtsessen diese Woche die Zahl nach oben trieb – für ein Restaurant ergibt es logistisch mehr Sinn, einen Salat aus je einem halben Blatt sieben verschiedener Salatsorten zuzubereiten, als für einen Privathaushalt. Aber das wird kontrollgezählt, wenn wieder eine Woche kommt, in der wir beide nicht verreist sind.

    Enjoy the Struwen

    Bridgerton vor Bridgerton: A program from the 1925 Paris Opera: “La Nuit Créole” (No. 4)

    Camp Catatonia mäandert durch Heidelberg: Enjoy the Silence

    Falls ich jemals dazu komme, eine Dissertation in Politik-Mathe zu schreiben, dann über Zahlensender. Leider wird mein mathematisches Wissen dafür vermutlich nie reichen. Neues zum neuen Zahlensender, der auf Farsi aus der Nähe von Böblingen sendet: Priyom.org: V32. (via Jan Montag: V32 sendet Zahlen)

    Zweimal Struwen in einer Timeline: In Münster, lerne ich am Telefon von Kaa, ist das (oder ein?) traditionelles Karfreitagsessen Struwen. Was nicht etwa fischig ist, sondern pfannkuchenähnlich, dicke kleine eher nicht so süße Pfannkuchen mit Rosinen. Klingt ganz so, als wäre das was für mich. und aber Das Aufregendste heute war, dass ich für mich beschlossen habe, in einem der kommenden Jahre an Karfreitag ins Münsterland zu reisen und Struwen zu essen, in einem Landgasthaus. Alternativ natürlich, falls mich wer einlädt, bei dieser Person zu Hause.

    Notat

    Für zum Wiederfinden in späteren Zeiten:

    • Gelbe Dockers-Schuhe gekauft.
    • Spiegel beim Kaptain umgehängt.
    • Für 1,12€ bei HEM (Hamburg) getankt.

    Anmerkungen

    1. Das Internet scheint irrigerweise der Meinung zu sein, dass Schweinebauch gebraten wird. Selbst wenn der Akt im BACKofen stattfindet. ↩︎
  • 24-10-31 Metall auf Metall (Berlin -> Chemnitz)

    24-10-31 Metall auf Metall (Berlin -> Chemnitz)

    Letzte Woche fragte Madame einen Teilnehmer des Wikipedia-Stammtischs woher sein ungewöhnlicher Nickname kommt. Antwort: Das ist mein bürgerlicher Name.

    Beim Postwestfalen lerne ich, dass in Löhne (Ostwestfalen) eine schwule Schafherde entsteht. Das erfreut mein Herz. Vor meinem inneren Auge sehe ich sofort Schafböcke in Togen (Togas?) gewandet, die durch Dampfbäder streichen – vermutlich Erkältungsnachwehen.

    Erfreulicherweise bringt der Postbote den vor zwei Wochen bestellten Sommer: Eine CD italienischen Discopops mit Annalisa.

    Italopop-in-Dauerschleife gehört zu allen ernsthafteren Fernuni-Aktionen. Vor mir liegt eine DIE Seminararbeit.

    Ich habe genug Literatur, um eine Masterarbeit zum Thema Sensitivitätsanalyse zu schreiben. Leider verstehe ich die Literatur nur mäßig und habe auch nur 12 Seiten Platz.

    Selten wird unsere Abteilung vom Thema „Technische-Infrastruktur für Aquafit-Kurse“ gestreift. Für ein Spielkind für mich natürlich ein Festtag, wenn plötzlich eine große Boombox mit schwimmbadfähigem Lautsprecher und High-Energy-Music-Mix im Büro steht. Die Szenen im Büro waren genau so. I swear.

    Metall auf Metall (Geräusch) erklingt von der Dachbodenbaustelle. Da wir mandelentzündungsbedingt mehr Zeit in der Wohnung verbringen, bekommen wir mehr von den Geräuschen mit. Manchmal klingt es auch so, als wäre die Baustelle direkt neben mir. Dann zucke ich zusammen. Insgesamt überwiegt bei mir die Hoffnung auf ein wiederkehrendes echtes Dach jegliche Baustellengenervtheit.

    ich hab‘ kein bock auf kompromisse

    Metall auf Metall (Kraftwerk-Song) erklingt aus Madames Rechner. Diese bereitet eine Einheit zum Thema Urheberrecht vor – erklärt am Beispiel Metall auf Metall.

    Metall auf Metall ist ein Kraftwerk-Song, den die Band 1977 auf dem Album Trans-Europa Express veröffentlichten. 1997 sampelte Moses Pelham zwei Sekunden „Beat“ aus Metall auf Metall für Sabrina Setlurs Nur mir.

    Seitdem streiten sich Pelham und Kraftwerk darüber, ob Pelham das durfte? Ist dieses samplen legal? Der Streit hat inzwischen viele Runden beim OLG Hamburg gedreht, war fünfmal beim BGH, einmal beim Bundesverfassungsgericht und liegt seit September 2023 zum zweiten Mal bei EuGH. Sowohl Kraftwerk wie Pelham sind in der Sache Überzeugungstäter und bereit, das Thema bis zum bitteren Ende auszufechten.

    Didaktisch ist das Stück schön, den man ganz von Anfang an durchkaspern „Was ist Urheberrecht? Was schützt es? Was sind Deine Grenzen?“ in quasi beliebiger Komplexität. Inhaltlich kann sich unter so einem Sample spätestens nach dem Hörbeispiel jede*r etwas vorstellen und einen gewissen Unterhaltungswert hat es auch.

    Wer sich weiter durchkaspern will. Ganz grundsätzlich bei arte: Seit 20 Jahren vor Gericht wegen 2 Sekunden Musik zur aktuellsten Volte seit 2023 bei der Legal Tribune Online: Kraft­werk-Fall geht noch mal zum EuGH

    Rechnen

    Noch bevor ich hustend daniedersank, beendete ich Pi mal Daumen. Im zweiten Teil des Romans nimmt eine gewöhnliche Handlung mehr an Fahrt auf. Dafür geht es weniger ums Mathestudium.

    Zwischenzeitlich erinnere ich mich wieder, warum ich damals mit Scherbenpark haderte: Es riecht nichts. Trotz aller treffender Beobachtungen: Alles wirkt immer etwas konstruiert und trotz Ich-Erzählers wie durch eine Glasscheibe betrachtet. Der Autorin möchte ich gelegentlich zurufen: Einmal Anlauf nehmen und einfach mit Schwung in die Situation reinwerfen, weniger überlegen, ohne Nachdenken ab ins Getümmel!

    Was wenig daran ändert: Kurzweiliges, sehr schönes Buch. Ich fühle meine rudimentären Mathe-Studiums-Erlebnisse gut beobachtet und beschrieben. Im Roman kommt Mathematik nur mal als Schlagwort vor – keine Sorge, keine Formeln, keine Zahlen – aber es freut mich natürlich wenn die beiläufigen gedroppten Mathebegriffe richtig und stimmig sind an dieser Stelle.

    Ein Sonderlob möchte ich auch noch aussprechen: Der Roman hat eines der schönsten Enden, die ich je in einem Roman las.

    Fahr’n fahr’n fahr’n

    Wenn meine Abteilung maßgeblich ist, wird nächste Woche ganz Deutschland krankgeschrieben sein. Immerhin wechselte ich von (ungeplanter) Krankschreibung in den (geplanten) Urlaub, und werde mich Montag überraschen lassen, ob außer mir noch jemand anwesend sein wird.

    Die Gesamtkonstitution des Haushalts reicht wieder für Aktivitäten. Auf zum traditionellen Halloween-Burger-Trip nach Chemnitz. Wir verzichteten auf das Abenteuer Deutsche Bahn (RE8 nach Elsterwerda, dann ein anderer RE nach Chemnitz), sondern gönnten dem Subaru nach der Reparatur Auslauf.

    Die Autobahnen blieben feiertagsleer. Das 50s Ville Diner wartete schon auf uns. Und es ist genauso liebevoll gemacht wie ehedem. Die Halloween-Deko im Diner winkte uns schon (Animatronic!. Das Personal war so herrlich blutverschmiert und spinnennetzbehangen wie erwartet. Das Zimmer hatte mehr 1950er-Jahre-Flair als die CDU. Bevor wir uns aber Samhain-Burger und Radioactive lemonade widmen konnten, erfolgte ein weiterer traditioneller Programmprunkt: das smac im Schocken.

    Häckseln

    In einem Blog lese ich von Firmware-Updates des Autos und alles in mir schreit „Neeeein“. Ich möchte bitte ein Gefährt, dass so mechanisch wie möglich ist, und welches das Wort Software nur aus weiter Ferne kennt.

    Dann lieber Zug fahren. Zum Beispiel von Hamburg nach Brüssel oder von Brüssel nach London.

    Nicht mehr mit dem Zug machbar: In einer Gewalttour von Berlin über Istanbul nach Almaty und weiter nach Jarkent an der chinesischen Grenze in etwas weniger als 24 Stunden.

    Anke Cras häckselt Mais.

    Bei Frau Brüllen erntet Sellerie.

    Armin Hanisch telefonierte einst mit Peter Norton.

  • 24-05-05 Das RBB-Besamungsteam – mehr als ein Job

    24-05-05 Das RBB-Besamungsteam – mehr als ein Job

    Jede nachträglich angebrachte Polsterung unter einer Schranke erzählt eine Geschichte.

    In West-Berlin brennt eine Fabrik. die über zwei Ecken mit einer Luftabwehrherstellungs-Fabrik zusammenhängt. Die russischen Medien feiern. In Dresden werden rot-grüne Plakataufhänger schwer verletzt zusammengeschlagen.

    In Kremmen fordert ein Poster: Krieg und Klimawandel – Verhandeln statt Waffen!

    Im Oberhavelland hängen Plakate verschiedener Freier Wählergruppen, von Volt, der AfD, der Linken, der CDU, der SPD und der Piraten.

    Nur die Grünen-Plakate hängen nicht. Mehr.

    Madame testete die Diretissima von der Hafenstadt zum Prellbock. Neben dem Prellbock wird sie imitiert.

    Sie fragte sich, ob die Annette aus Annette ein Heldinnenepos als A-nét-te ausgesprochen wird oder Á-nett. Bei einem Epos mit Versmaß macht das Unterschiede.

    In Berlin spendierte uns der Slow Cooker eine samtige Tomatensuppe. Vielen Dank für das Rezept!

    Professor Transformation stand mit seinem Köfferchen im Bayerischen Viertel.

    Den Abend verbrachten wir mit Professor Transformation und seinem Geschenkwein auf der Terrasse, betrachteten Sommerdreieck und Großen Wagen. Den Soundtrack lieferte eine Nachtigall. Der Professor stellte dank seiner App fest, dass über uns das Flugzeug Rom->Peking flog.

    Gespräche über Wikip/media und deren notwendige Transformation.

    Gespräche über gescheiterte Diskussionen. „Es muss auf Augenhöhe stattfinden. Aber dafür müsste die Partei, die etwas will, auf einen Stuhl steigen.“

    Darauf ein Cujamara Split

    Freubad

    Das Insulanerbad hat offen. Und es ist noch viel schöner als letztes Jahr. Kleine Umbauten an den Außenanlagen haben der Anlage aufgeholfen.

    In vielen Bädern staune ich, wie sehr sich die Persönlichkeit der Badleitung im Bad niederschlägt. Naja, und die Leitung vom Insulaner ist einfach eine coole Socke. Schön, dass es auch im Bad so deutlich wird.

    Dank BVG-Verspätung rutschten wir knapp vor Kassenschluss ins Bad. Kassenkraft et moi erkannten uns gleich wieder. Ein Schritt hinter das Drehkreuz und sofort war der Park da, der Blick auf das Shakespeare-Theater, die übliche Mischung aus Stammschwimmern und Familien und es war ein wenig wie nach Hause kommen.

    Die Saison ist noch jung. Ob Fachangestellte und Rettungsschwimmer*innen auch im August noch so viel Enthusiasmus und Wir-schließen-jetzt-sie-müssen-gehen Cheoreographie aufbringen?

    Und erst das Schwimmen, hach, the Freubadsaison is back. Einzige Aufgabe: den Code von Madames Zahlenschloss rekonstruieren.

    Hufnagel singt Johnny Cash

    Die kleinste europäische Schafrasse heißt gar nicht Croissant sondern Quessant.

    Die kleinst originär deutsche Schafrasse – die Skudde – ist inzwischen die dominierende Schafrasse in Brandenburg. WIr waren im MAFZ Paaren/Glien und bildeten uns weiter. Denn es war Brala – die Brandenburger Landwirtschaftsausstellung.

    Diese liegt netterweise nahe der Latifundien. Dass wir es schafften nach Jahren der Abwesenheit wieder dorthin zu gelangen, spricht für eine Normalisierung und Alltagisierung zumindest unseres Lebens in letzter Zeit.

    Es gab die übliche spannend-kuriose Mischung aus Volksfest und Fachveranstaltung. Das „Sperma-Sonderangebot“ für Rinderzüchter stand neben Hüpfburgen und Gartenmöbelverkauf.

    Die zahlreichen Anbieter von „wir stellen Solarparks auf ihr Land“ standen neben Wildfleischdirektvermarktern und der den Softeis-Verschenkern vom Jagdverband. Irgendwo zwischen Fachveranstaltung und Familienfest siedelten sich die Hühner- und Kaninchenzüchter*innen an. Auf zwei Bühnen trat alles auf von der Country-Coverband Hufnagel bis zu den Funkenmariechen des Nauener Karnevals Clubs.

    Mein Favorit: der Geschwindkeitswettbewerb im Einsammeln und Neuaufstellen eines elektrischen Weidezauns für Schafe (mit Doppellitze!). Wir sahen, wenn man nicht aufpasst, kann man sich schnell im Zaun verheddern und ist für immer gefangen.

    Eigentlicher Kern der Veranstaltungen sind aber die Zuchtschauen. Rinder- Pferde- Schaf- und Schweinezüchter*innen präsentieren ihre besten Tiere. Das Landwirtschaftsministerium, Verbände und der Landkreis verteilen Goldmedaillen und Ehrenpreise. Tiere und Züchter*innen werden durch den großen Ring geführt und vorgestellt.

    Mann führt Charolais-Bullen

    Bei den ganz kleinen Jungzüchtern der Altersklasse U6 kann es auch mal vorkommen, dass das Kalb den Jungzüchtern durch den Ring führt und nicht umgekehrt.

    Schön für uns: Wir lernen sehr viel über aktuelle Landwirtschaft und die dort verwendeten Tiere und Rassen.

    Positive Nebenentdeckung: Gar kein offensichtliches Faschismus-Tattoo oder T-Shirt; für „Das ländliche Brandenburg trifft sich“ hätte ich Schlimmeres erwartet.

    2CV

    Professor Transformation erzählt von KI während ich mich gerade mit der „Verfahrensanweisung Passwort“ beschäftige. In der Wikipedia lernte ich aktuellen Empfehlungen:

    Die Länge eines Passworts sollte nach oben hin nicht begrenzt sein, soweit aus Nutzersicht sinnvoll. Es sollte also möglich sein, Passwörter mit 1000 Zeichen zu verwenden. Extrem lange Passwörter mit über einer Million Zeichen dürfen jedoch abgelehnt werden.

    Texaner zersteiten sich über das German Heritage Festival in Muenster, Texas: A Battle Over Beer Split a Texas Town’s Biggest Party

    Kellerkind meetet in Potsdam.

    Christa Chorherr erzählt von ihren alten Autos, insbesondere den 2CVs (aka Ente).

    Eva Farniente wurde durch das alte Frankfurter Polizeipräsidium geführt. Ich bin wahnsinnig neidisch, aber danke vielmals für den Bereicht.

    Nächstes Wochenende beginnt die Potsdamer Footballsaison und die Orangen fahren aus. Wünsche viel Glück, bin aber auf der anderen Seite von Berlin verplant. Bereits ausgefahren ist ein oranger Stuhl.

    Am 14. September ist Dackelrennen in Bärenklau.

  • 23-09-28 Einkommen & Verbrauch

    23-09-28 Einkommen & Verbrauch

    Burger King im Südkreuz renoviert. Heute wurden die großen 3D-Buchstaben abmontiert. Es kann nur besser werden. Das Queens Pub Schöneberg (ehemals Geisterbahn) renoviert vielleicht. Auf jeden Fall ist der Eingang abgesperrt und die Fenster mit Papier verklebt. Shawarma One (die fünfte Döner-Inkarnation an diesem Standort in zehn Jahren) renoviert.

    Der Sommer zeigt sich genauso widerborstig wie unsere Brombeere und will einfach nicht gehen. Schwüle 28 Grad am 28. September.

    Madame holte 4000 Gramm Bildungswissenschaften aus dem Späti. Später freute sie sich darüber, wenn etwas eingetöckelt wird.

    Heute besuchte Madame den Roten Adler. Aufgrund besonders guter Führung bekam sie lebenslänglich. Zur Feier des Tages kaufte sie Königsblau.

    Traditionell liegt bei uns im Flur ein Paket des Lidl-Shops. Das haben wir mal für einen „Nachbarn“ angenommen. Den Namen kennen wir nicht – was angesichst des Immobilien-Hallodritums an unserem Haus noch nicht überraschend ist. Aber auch keiner unserer uns bekannten Nachbarn kennt ihn. Und an keinem Namensschild findet sich dieser Name. Nach Rückfrage bei Lidl: Wenn seit Wochen niemand das Paket haben will und der Eigentümer unauffindbar ist, soll man es einfach wegwerfen.

    Der Sozialwissenschaftler in mir findet statistische Erhebungen aller Art hochinteressant. Und so geriet ich in die Studie „Wo bleibt mein Geld?“ Irgendwie überlesend, dass ich jetzt für Monate jede Haushaltsausgabe in der App „Einkommen & Verbrauch“ eingeben soll. Mal schauen, wie wir durchhalten.

    Gute Nachricht: Ich bekam die Info, dass ich die Klausur zum Fernuni-Modul „Investition und Finanzierung“ bestanden habe. Damit belegte ich sechs Module, legte sechs Prüfungen ab und habe sechsmal bestanden. Damit bin ich voll im Regelplan für Teilzeitstudent*innen. Sollte die Algo-Mathe noch was werden, bin ich dem Plan sogar voraus.

    Taschenrechner?

    Letztens unterhielt ich mich mit einer ehemaligen Mathelehrerin, warum sie den Schuldienst verlassen hat. Einer der Gründe „Alles, was ich an Mathe mochte, das kreative Problemlösen, kommt in der Schule nicht vor. Stattdessen geht es um Rechnen und Formeln.“

    Passend dazu, die Discord-Diskussion im Channel zum Fernuni-Modul „Grundlagen der Mathematik.“ Frage: „Welcher Taschenrechner ist in der Prüfung erlaubt?“. Antwort: „Keiner. Aber er würde dir eh nicht helfen.“ Ich sage es ja, Alles findet im Zahlenraum 1,2,n statt.

    Noch spannender: ich bin jetzt im Fernuni-Discord. Zum Studienauftakt im 1. Semester dachte ich: „Der Anfang ist das Schwerste. Keine Ablenkung, Scheuklappen maximal; nur ich und das Skript. Und sonst nichts. Alle anderen Angebote beachte ich nur, wenn ich sonst gar nicht weiter komme.“

    Naja, Ich finde der Anfang ist im 4. Semester vorbei und ich kann mir auch mal das ganze Entertainment-Angebot von Mentoriaten bis hin zu Discord anschauen.

    Und gerade Discord. Micky-Maus-Heft-Leser*innen werden die Geschichten kennen: Die Ducks fahren auf eine Expedition, durchstreifen einsame Wälder, überqueren einsame Gebirge, laufen durch eine dunkle einsame Höhle und am anderen Ende der Höhle findet sich eine blühende Zivilisation mit tausenden Menschen auf der Straße, einer hochentwickelten Kultur und Artefakten zum Staunen. So ähnlich ging es mir, als ich mich auf Fernuni-Discord anmeldete.

    Ich stelle aber schon fest, ich will mich nicht ablenken lassen. Ein zappeliger innerer kleiner Hund in mir will sich ganz dringend auf die theoretische Informatik und die Mathematik stürzen. Aber ein grummeliger Erwachsener hält ihn in Schach und sagt „Mach erstmal das Interne Rechnungswesen fertig.“

    Mehrere Fernuni-Skripte ausgebreitet auf einem Tisch.

    Nachtzugbegleiterin

    Bereits im letzten Post berichtete ich begeistert von der bloggenden Zugbegleiterin in Ausbildung. Jetzt entdeckte ich beim Rückwärtslesen: „Meine erste Nachtschicht.“ – Nachtzug mal von der anderen Seite.

    Fast so begeisternd: Die Kaltmamsell fährt nach Berlin und besichtigt Schafe!

    Ich muss 25 Jahre USA kulinarisch dringend in aller Ausführlichkeit würdigen. Bis dahin erstmal der Hinweis auf das Jubiläums-Kochbuch-zum-Herunterladen.

    In der FAZ ein langer Artikel zu Sarah Wagenknecht und ihrer Politik. Und er war erstaunlich kompetent geschrieben. Kurzes googeln erwies: der Autor ist Profgessor für Sozialstrukturanalyse an der Uni Basel: BRD noir.

    Microsoft arbeitet derzeit an seiner Atomkraftstrategie um die künstliche Intelligenz mit Energie zu versorgen.

    (Ich vertraue darauf, dass sich irgendwo im Internet Menschen über das Missverhältnis Finanzierung-Deutschlandticket und Finanzierung-Solar-Car-Ports aufregen. Dann muss ich das nicht machen.)

  • 22-12-25 Bis der Whirl zweimal endet

    22-12-25 Bis der Whirl zweimal endet

    Schauen Österreicher „Sissi“? Diese Frage ist bis jetzt für uns ungelöst.

    Madame schäumte Milch.

    Die Weihnachtsbräuche der Nachbarn bleiben unergründlich. Heute Nacht machten die Bräuche um etwa 1:30h intensives lautes Musikhören, rhythmisches Stampfen und weiterhin Schnaps erforderlich. Wir taten unser Missfallen angemessen nachdrücklich kund. Soweit hat es sich inzwischen eingespielt: Der Musikhörende Teil der Nachbar-Wohnungsbesatzung verließ nach unserer Missfallenskundgebung schnell die Wohnung und feierte an anderem Ort weiter.

    Der reguläre Tagesstart ging dementsprechend langsam vor sich. Nach dem Freitag (überwiegend auf der Autobahn) und dem Samstag (Weihnachten vorbereiten und Bescherung), war heute „Auslüften und Wässern“ angesagt.

    Wir begaben uns auf den Weg nach Stinteck und liefen einige Meter entlang der Nordsee. Die Tide lief noch auf, war aber kurz vor dem Hochwasser, das Wasser jahreszeituntypisch still. Auf dem Weg zur Badestelle sahen wir Schafe auf der Weide, die der Bauer mit gehäckselten Kohlresten fütterte. Und da wusste ich: Alles ist gut. So soll es sein in der Welt.

    Am Deich entdeckten wir einen Pächterwechsel der Deichkate, ausgelüftete Hunde, einen Schwarm Möwen. Dass die Radler ausnahmsweise einheimisch waren, erkannte man am Nicht-E-Bike und daran, dass die Jacken weder brandneu noch im Partnerlook waren. Sehr kurz war ich versucht, eine Runde Winter-Nordsee-Baden zu starten, hatte mich aber im Griff. Denn wir wollten noch zur Meerzeit.

    Das Hallenbad in Büsum hieß einst Piratenmeer, und hat nun nach jahrelangem Umbau wieder eröffnet.

    Und ich sah, dass es gut war. Die ganze Gestaltung stilvoller, die Wegeführung sinnvoller, das Außenbecken schöner und einfach alles wirkte einladender. Weihnachtsbonus eins: ein Schwimmbad-Weihnachtsmann in voller Montur und mit Gummistiefeln lief durch die Halle und verteilte Geschenke. Weihnachtsbonus zwei: Wohlfühldichte. Außer uns war kaum jemand da, wir konnten alle Innen- und Außenwhirlpools nach Lust und Laune benutzen. Wir blieben je zwei Whirlphasen, begaben uns zwischenzeitlich mit zu Lesendem auf die Liegestühle.

    Der Büsumer Hafen war ungewohnt: alle Schiffe lagen vor Anker, die Dichte an Fischkuttern war hoch. Die Weihnachtsgeschmückten Fischkutter waren sehr niedlich. Café Knüppel wird abgerissen. Hinter der Ruine taucht eine alte Wandinschrift mit „Nordseehafen“ auf.

    Der Kaptain hatte sich Käsefondue gewünscht. Um dieses rechtzeitig servieren zu können, fuhren wir ohne Umweg nach Hause. Madame bereitete noch Feldsalat und Fenchel-Orangen-Kiwi-Salat. Wir alle freuten uns am Fondue. Davor und danach lief Sissi. Wir haben keine Ahnung, ob Österreicher den Film schauen.

    Der Ukraine-Krieg verfolgt mich. Auf den Bad-Liegestühlen lasen wir. Ich hatte in Berlin wahllos auf den Granta-Stapel gegriffen, erwischte das Exemplar Conflict und dessen erster Text sind Briefe von Lindsey Hilsum nach Hause. Die Briefe einer britischen Korrespondentin zwischen März und Mai dieses Jahres aus Kyiv, Odesa, Dnipro. Noch-mal-Erleben der ersten Kriegswochen und noch einmal die Vernichtung Mariupols.