Schlagwort: Schattiernetz

  • 26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    26-06-20 Zu viert in die Bistronomie, zu viert in die Heidelbeere

    Der Eichenprozessionsspinner rückt näher. Wir verfolgen den Weg der gesicherten Bäume die Straße hinunter vom Dorfzentrum Richtung unserer Wohnung. Jeden Tag rückt er einige Bäume näher. Zum Glück ist die Wohnung durch einen Schutzwall aus Linden umgeben.

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    Ich buchte zwei Tickets im Pink Soup Train. Wir werden in Kaunas einsteigen und nach Vilnius fahren. Proud to be a tourist. Leider werden an Bord nur Sandwiches serviert werden, und keine Šaltibarščiai. Aber einer der Wagen wird in Rosa leuchten.

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    Die Fernuni-Einsendeaufgaben Dienstleistungsmanagement sind bestanden. Das heißt, ich darf an der Klausur teilnehmen. Das freut mich vor allem, weil diese Aufgaben für BWL ungeahnte gedankliche Transferleistungen erforderten, und ich mir nicht sicher war, ob ich diese mit meiner Ex-und-Hopp-Aufgabenbearbeitung korrekt interpretiert hatte. Aber ich hatte.

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    Im Tippspiel änderte ich meine Strategie. Daraufhin stieg ich von Platz 26 auf 12. Meine geänderte Strategie hatte auf den Aufstieg allerdings null Auswirkung. Nicht einer meiner neu in dei Strategie aufgenommenen 3:1-Tipps brachte zusätzliche Punkte. Nur die Teams spielten jetzt mit sinvolleren Ergebnissen. Meine schon immer gegebenen 1:0-Tipps brachten plötzlich Punkte. Soviel zum Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation, soviel zum Glücksspiel-Element solcher Spiele.

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    Es war ein gemeinschaftliches Ende der Woche in heiß.

    Lasst uns über VLANs reden

    Am Südkreuz fuhr ein Bus nach Triest. Kurz stellte ich mir vor, dass ich ein Mensch sein könnte, der jetzt einsteigt und 10 Stunden später kurz eine SMS an die relevanten Stellen schickt: „Sorry, bin grad in den Alpen. Es geht mir gut. Macht euch keine Sorgen.“ Kurz betrachtete ich den Bus, dann lief ich zurück in die Südkreuz Offices,

    Ich bin der Mensch, der ein Meeting absagt mit der Begründung „Sorry, muss auch mal was arbeiten.“ Wobei sich die Intensität der Arbeit zu Ende der Woche auch legte. Aber da pfiff wie ich bereits aus dem letzten Loch wie ein aufblasbarer Pool-Flamingo mit, nun ja, Loch.

    Das Wetter half nicht. Aber wir haben ja einen Serverraum, indem ich die Funktionsfähigkeit der Klimaanlage testen kann.

    Morgens: Handy aus der Hand gefallen, weil ich auf dem Weg zum Frühstück einschlief, nachmittags: Buch aus der Hand gefallen, als ich noch kurz auf dem Sofa in Fische und Drachen weiter lesen wollte. Bei der Arbeit: Wach geblieben.

    Mittags hatten wir zwei aufschlussreiche Besuche im Quartier Bistronomie: für einen Mittagstisch zu teuer für den öffentlichen Dienst, aber für Apfelschorle und Cola gerade richtig.

    Auf den Wegen zwischen Wohnungsbüro, Bürobüro und Bistronomie passierte ich Aufkleber. Einen davon möchte ich hier als Diskussionsanregung hinterlassen:

    Ampelpfahl mit lila Aufkleber "FCK AFD". Dahinter eine Kreuzung,

    Kaffee im Schwimmbad

    Madame telefonierte letztens gar nicht auf alemannisch. Sie nahm an einer zweisprachigen alemannisch/schriftdeutschen Telefonkonferenz teil, dabei jeweils zwischen alemannisch und schriftdeutsch wechselnd.

    Jetzt gab es keine Telefonkonferenzen mehr. Die Reisegruppe Südbaden war eingetroffen. Nachdem wir die Bahn-Abenteuer innerlich überwunden hatten, konnten wir uns herzlich in Familie begeben.

    Wie es sich für Badener gehört, fanden die Erörterungen bei ausführlichen Mahlzeiten statt. Die Nähe Frankreichs färbt.

    Am Donnerstag, dem Tag des Zahnarztabenteuers und des Niemand-ist-nach-den-letzten-Tagen-mehr-in-der-Lage-die-Wohnung-zu-verlassen besorgten Madame und Madame-Madame im ukrainischen Fischparadies Räucherfisch, Forellenkaviar und eingelegte Tomaten. Madame wärmte die Gibanica auf, fertigte den solidarischem Salat. Wir aßen mit Blick auf das Ringeltaubennest.

    Am Freitag, nach Strickcafé und Fahrradbefriedung trafen wir in der Heidelbeere bei Schnitzel aller Art und Kutterscholle. Jedes Schnitzel hat dort eine andere Beilage, es gab „Bratkartoffel“ (Wiener Art) und „Spätzle“ (Jäger-Art).

    Am Samstag hatte das Wochenende in den märkischen Hamptons geführt bei Grillburgern aus Rinderlust-Mett und gemüslichem Mangold und Brokkoli.

    Ich war durchgehend behost und erlangte trotzdem zwei Mückenstiche am Oberschenkel

    Wir entflohen der Berliner Stadthitze in die Landhitze der Latifundien. Die 21-Uhr-Autobahntunnel-Sperrung verschaffte uns einen stadtentdeckerisch wertvollen Umwege durch die besten Industriegebiete Reinckendorfs, bevor wir ankamen.

    Auf der Terrasse im Dunkeln war es erträglich. Der Bungalow allerdings hatte ausreichend Zeit gehabt, um eine veritable Hitzeglocke in seinem Inneren zu entwickeln. Also tranken wir außen Rotwein vom Lausitzer Tagebau, rissen Türen und Fenster auf und krabbelten zu den hitzenpropfenöffnenden Schlafbodenfenstern, um diese zu öffnen. Wie das Wasser schwerkraftgetrieben nach unten abfließen möchte, möchte die heiße Luft schwerkraftgetrieben-in-Rückwärts nach oben abfließen.

    Siesta ist wie den Tag mit Käse überbacken. Nur ohne Backen, hoffentlich.

    Falls ich je daran dachte, dass meine Berufung wäre, Gärtner in Botanischen Garten oder im Leipziger Gondwanaland zu werden: Nein. Das Gute am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass die Sonne nie direkt knallte. Das Schlechte am Heißwettersamstag war, dass es so diesig war, dass wir permanent durch 30-Grad-Nebel waberten.

    Gartenarbeit bei diesem Wetter muss mensch schon wirklich wollen. Ich wollte nicht. Trotzdem waren die Wege am Ende irgendwie nachgemäht und das Schattiernetz war an der Pergola festgenäht. Madame wurde in der Nähe gesichtet.

    Von unten breiten sich die Katzenminzen in der Pergola aus. Das verschafft uns eine Insekten-Beobachtungs-Station vom Gartenstuhl – Wildbienen und Schwebfliegen lieben Katzenminzen! – und sorgt für athmosphärisches Hintergrundbrummen. Wie Vuvuzelas, nur in angenehm.

    Der große dunkle Schmetterling entzog sich unserer Beobachtung, auf der Suche fanden wir nur Schornsteinfeger.

    Während die Großrosen beweisen wollen, dass dies das üppigste Rosenjahr aller Zeiten ist, sind die kleinen Großrosen noch halb zugewachsen. Aber auch sie blühen: Die Alten Rosen Alba semiplena, Madame Hardy blühen wie noch nie. Gallica versicolor ist ein Traum in Rot-Weiss-gestreift. Die KLetterrosen an der Pergola, die noch nicht klettern, sondern gerade einmal die Köpfchen nach oben strecken, blühen wie noch nie: Rosengarten Zweibrücken und auch Sourire d’Orchidee – wir entdecken vollkommen neue Blüten.

    Links

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    Falls ich je bergsteige dann nur in diesem Outfit. (#1)

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    A Collection of Rare Photos of Men in the 1800s in Intimate Embraces (#5)

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    Herr Rau erzählt Das Märchen vom Zauberfaden

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    Thematisch anschlufähig: Klar kann die KI übersetzen! und Was die KI mit Reliquien zu tun hat

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    Die einen sagen dann auch noch, man solle die Sonnenbrille absetzen, wenn man irgendwo rein geht, also ich muss doch echt sagen, es sind der Zumutungen schon genug im Sommer, auch ohne 30x am Tag die Brille zu wechseln. Sowieso, warum soll man jetzt seine Augen zeigen, anderes aber wieder nicht, niemand soll sich die Hose ausziehen beim Betreten einer Kaffeebar, irgendwo verläuft da eine Grenze und ich weiß, Konventionen, aber was ich nur sagen will: das ist nicht naturgegeben, das ist erfunden und ich werde mich nicht wegen einer erfundenen Konvention noch mehr quälen als sowieso schon. Zum Glück trage ich gerne Hosen.

  • 25-10-18 Aus dem Schattiernetz fiel ein Ei

    25-10-18 Aus dem Schattiernetz fiel ein Ei

    Gemach! Alle Entspannen!

    In einer Liste aus der Mode gekommener Worte stieß ich auf den Imperativ Gemach! (im Sinne von gemächlich) und beschloss, diesen auch öfter zu verwenden.

    Ein Motto, dass diese Woche gebraucht hätte. Auch der Freitag fühlte sich so gar nicht an wie ein Freitag, sondern hatte starke Montagsvibes. Aber es ist vorbei, jetzt sitze ich neben dem Kamin, höre Monika Roscher, und wenn es nicht stockdunkel wäre, würde ich Garten, Feld und Himmel sehen.

    Es war ein Tag des mobilen Arbeitens und ein Indian-Summer-Tag auf den Latifundien.

    Madame bekochte mich. Unter anderem mit dem gemüslichen Brokkoli. Der kam den Möhren von letzter Woche nach: Optisch gar nicht mal so ansprechend. Aber im Geschmack eine Brokkoligkeit? Wie sagt man, wie pflanzengewordenes Brokkoli-Konzentrat. Wie intensiv dieser Kohl schmecken kann. Meine Güte! Wie Großartig.

    Ganz anders aber auch wiederholenswert Gemüsli-Fenchel-mit-Crowdfarming-Mango-Salat.

    Die Schöneberger Dachbaustelle arbeitet sich von rumpelnden Ukrainern hin zu einem schlecht gelaunten original Berliner Dachdecker vor. MMB arbeitet an seinem ersten IT-erklär-Video.

    In Wilmersdorf existiert die Hui-Buh-Bibliothek. Offiziell ist es die Eberhard-Alexander-Burgh-Bibliothek. Aber da dessen Ruhm vor allem auf der Erschaffung von Hui Buh, dem Schlosssgespenst, beruht, ist es für mich die Hui-Buh-Bibliothek.

    Mich passierte ein Mann mit Union Jack auf der Jacke und darüber eine Aufschrift „geographical norway“. Sofort versuche ich, eine ungefähre Rahmenhandlung für einen Alternative-Geschichte-Roman zu entwerfen, in dem diese Flaggen/Landes-Kombination nicht nur Sinn ergibt, sondern auch relevant ist.

    Danach zum Edeka No. 1

    Ich bin ein braver Kollege. Wenn eine Lieblingsbadleiterin sagt, ich soll in ihr Bad kommen und schwimmen gehen, dann kann ich mich kurzfristig haselantisch herausreden. Aber natürlich gehe ich schwimmen.

    Am Freitag loggte ich mich aus dem Rechner aus und stieg ab in den 187er nach Lankwitz. Ich schwamm ein paar Bahnen, betrieb ein paar Bahnen improvisiertes Wassertreten hinter unpassierbarem Treibholz, winkte an den Beckenrand, und beendete die Beckenzeit unter dem künstlichen Wasserfall..

    In Lankwitz ist Action!

    Bereits vorher hatte ich mir die Mio-Mate-Einladung ins BBL-Büro besorgt – wo ich erst ausgefragt wurde „Wie viele Bahnen? Welche Zeit?“ und dann genötigt werden sollte, mich zu einem Besuch pro Woche zu verpflichten.

    Grün zu Gelb zu weg

    Ist es das Gartenwochenende der Gartenwochenenden? Die Sonne lockte noch einmal Hummel, Schwebfliegen und Tagpfauenaugen hervor. Untermalt vom Dauerttröten der Kraniche und Gänse, die mal zu hören sind, mal zu sehen, mal als Einzelvogel, mal als Trupp. Gelegentlich fliegt ein Schwarm Stare vorbei – so niedrig, dass ich vermeine, meinen Arm nach ihnen ausstrecken zu können.

    Der reichliche Regen des Jahres brachte nur nicht ungewohntes Grün im Sommer, sondern jetzt auch eine Farbexplosion von Grün (Apfelbäume), zu gelb (Pfirsich) zu rot – leuchtend in der Sonne.

    Nur mühsam rafften wir uns auf, den Garten langsam auf den Winter vorzubereiten. Ich begann das Schlußmähen (Fortsetzung nächste Woche), Madame montierte das Schattiernetz von der Pergola ab. Dabei fiel ihr ein zerbrochenes Ei in die Hände – Hühnereigröße. Wir können ausschließen, dass da oben ein Huhn brütete. Aber wie sonst kam das Ei dorthin?

    Land der Haseln

    Ich befragte den Halluzinator zum Wort Haselant – vielleicht fände er noch ein paar schöne Literaturstellen oder hätte Anekdoten zum Wort.

    Der Halluzinator allerdings machte, was er am besten kann: Halluzinieren. Erst erzählte er, Haselant sei das Land der Haseln. Konnte natürlich auf Nachfrage keine Fundstellen liefern.

    Dann schubste ich in die richtige Richtung: „Denke an Narr oder Scharlatan.“ Damit verortete er den Haselanten im 16. Jahrhundert – wieder ohne einen Beleg angeben zu können.

    Erst als ich ihn mit Nachdruck auf das 19. Jahrhundert hinweis, fand er Textstellen bei E.T.A. Hoffmann, Theodor Storm oder Theodor Fontane und fand auch eine Bedeutung „Mensch, der viel und schön redet, aber ohne Sachkenntnis/ Mensch ohne Charakter“. Da fiel es mir auf:

    Der wahre Haselant ist der Halluzinator selber.

    Back to the 80s

    Angesichts von Madames Bibliotheksausflügen, diskutierten wir Zeiten, in denen in Bibliotheksbüchern noch echte Stempelkarten waren, in denen jeweils der Rückgabetermin eingestemptelt wurde. Wir haben fanden es immer sehr spannend zu sehen, wie oft oder selten ein Buch ausgeliehen wurde und wie lange die Zeiträume des Nicht-Verleihens waren.

    Madame fiel auf, dass ein Buch ja nicht nur in der Bibliothek lebt, sondern quasi eine Reise durch Privathaushalte erlebt, schon auf den verschiedensten Tischen, Ablagen und Sofas gelegen hat. Sofort hatte ich eine vage Romanhandlung im Kopf, ein Episodenroman, zusammengehalten durch ein Buch, das durch Berliner Haushalte wandert.

    Die Stempelkarten-Erinnerung passte in die 80/90er-Thematik der Woche. Madame liest aktuell ausgeliehen den Inspektor-Linley-Roman, der ungefähr 1988 spielt. Nicht nur, dass andauernd geraucht wird, und ebenso oft Sherry, Brandy, oder Whisky, getrunken, auch taucht als neuste Errungenschaft der Computer Room bei Scotland Yard auf, in dem man auf eine Datenbank zugreifen kann, in die alle Außenstellen(!) Daten einpflegen können.

    Dazu passend, bei Klassik Pop et cetera Moses Pelham mit Musik seiner Kindheit und Jungend, die zeitlich stark mit meiner Kindheit und Jugend überlappte – und ich könnte ihm stundenlang zuhören, wie er darüber redet. Offensichtlich ist er mit jeder Faser seiner selbst Musikfan, schafft es über Musik (in toller Stimme auch noch!) einerseits reflektiert zu reden, aber gleichzeitig mit der Begeisterung eines hingerissenen Liebhabers. Großes Kino.

    Darauf Metall auf Metall.

    Etwas Täubchen, etwas Franzbrot

    Herr Buddenbohm empfiehlt die Grabowsche Kur Etwas Täubchen, etwas Franzbrot und gerne möchte ich sie dem Motto Gemach! unterstellen.

    Alternativ: Mit dem Zug von Zürich zum Schneehuenerstock und wieder zurück: Auszeit auf 2650m Höhe.

    Wer Knarf Rellöm zitiert, gehört zu den Guten: Trotzdem!

    Junior Thiel kauft mit Papa sein erstes Auto. Eine Geschichte in sehr vielen Akten: Von Der Junior wird im September volljährig sein bis zum aktuellen Zwischenstand in Folge 12(?): der Carport liegt voller Motorteile und Werkzeug,

    Auch meine Mutter war vierzig Jahre lang Rettungswagenfahrerin und kann all die Berg- und Talstraßen fast mit verbundenen Augen bei Tempo 100 befahren. Sie hatte natürlich eine Meinung über den Fahrstil meines Vaters und mein Vater hatte eine Meinung über den Fahrstil meiner Mutter. Zusammengefasst würde ich sagen: war kein gutes Thema.

  • 24-08-20 SHA-Hash-Shamir-Transposition

    24-08-20 SHA-Hash-Shamir-Transposition

    Ein WoMo fuhr gen Finnland. Darinnen saßen R und ihr GöGa.

    In Nachbarsgarten ein Hertha-Fan. Bei jedem Tor des 5:1 Siegs über Rostock zuckte ich ob seiner wilden Freudenschreie zusammen.

    Um den Kopf zwischendurch frei zu kriegen, ab ins Insulanerbad. Bei 24 Grad waren Madame und ich fast alleine auf der Bahn. (SK 21 und 22 / 3,64€ pro Besuch).

    Falls ihr Euch je fragtet, warum Flugzeug auf Englisch Airplane heißt. Es kommt von plane – flach (im deutschen noch als plane Oberfläche) und bezeichnete ursprünglich die Tragfläche. Später bezeichnete das Wort das ganze Flugzeug.

    Morgentemperaturen von 12 Grad. Könnte ich zaubern, hätte ich einen Gospelchor herbeigewünscht, der auf der Terrasse REJOICE verkündet. Leider kann ich nicht zaubern, sondern habe nur einen Bluetooth-Lautsprecher und höre den Deutschlandfunk-Radiogottesdienst.

    Nachzutragen ist, dass Klassik-Pop-et cetera mit Margret Kroell ein Klassik-Pop-Jahreshighlight war. Spannende Person, schöner Akzent, tolle Musik. Nun warten wir darauf, dass Die Knödel wieder auf Tour gehen.

    Schöner Verhörer: Ich verstand, dass sie in Tuba tourte. Das kann nicht sein, Tuba gibt es ja nicht. Also wohl Cuba. Machte auch Sinn; bis sie erzählte, dass sie in Cuba bei -21 Grad in einer Jurte übernachtete.

    Tuwa!

    Heizung heizt

    Der Miele-Mechaniker kam. Wie es sich gehört, hatte es sich der Geschirrspüler überlegt und lief die ganze Zeit einwandfrei. Der Techniker spülte und maß und hörte ab und checkte und maß nochmal, und war insgesamt eine Stunde beschäftigt. Aber weder wollte der Fehler noch einmal auftreten, sonst zeigte der Geschirrspüler außer dem üblichen 10-Jahres-Verschleiss andere Macken.

    Immerhin gibt es inzwischen Fehlerspeicher: der gute Mechaniker konnte nachvollziehen, dass F24-Fehler im Heizelement letzte Woche noch auftrat. Aber des Fehlers Verschwinden ist gut für uns: Der Techniker informierte uns auch, dass der Fehler normalerweise einen wirtschaftlicher Totalschaden bedeutet.

    So spülen wir weiter und sondieren vorsichtig Haushaltsgerätewebsiten. Madame lernte viel über MultiDiscAutoDos.

    Ich lernte: Ein Geschirrspüler verdoppelt sich im Preis, springt von 1000 Euro auf 2000 Euro, nur wenn die Front anpassbar an verschiedene Einbauküchen ist und mensch die Knöpfe nicht sehen muss.

    Seitdem zweifle ich, ob es der deutschen Mittelschicht so schlecht geht.

    Geburtstagsparadox

    Seltsame Gefühle. Wieder Büroabschied für knapp zwei Wochen. Wieder Vertretungen instruieren und sich denken „das muss jetzt mal ohne mich auskommen.“

    Ende Juli allerdings war die Aussicht: Ferne, Ostsee, Tallinn, ex-sowjetische Eisenbahn, Trolleybusse. Ende August wird es: Lernen am Schreibtisch und Klausur.

    Beginn am Donnerstag: Datenbanken und Sicherheit im Internet. Seit Sonntag wiederhole ich Sicherheit im Internet.

    Ich erlebe viele 2000er-Flashbacks: PGP, Verschlüsselungen und anonymes Surfen waren doch um 2000 Alltagsthemen in meiner Crowd. Schön spielerisch: Klassische Verschlüsselung mit Caesar-Verschlüsselung und Vigenère-Chiffre – Uni-Übungsaufgaben die auch im Micky-Maus-Club hätten vorkommen können.

    Begriffsmerken: Verschlüsselung funktioniert über Substitution (alle Zeichen werden durch andere Zeichen ersetzt, aus Hallo wird 8-1-11-11-14) oder Transposition (die Zeichen bleiben aber ihre Stellung im Wort wird anders, aus Hallo wird lHloa.)

    Viel neues: Wie funktionieren RSA (Ravist-Shamir-Adleman) und Diffie-Hellmann mathematisch? (also angerissen, für tiefes Verständnis reicht ein komplettes Mathematik-Studium nicht aus). Was ist der Unterschied zwischen SHA-1, SHA-2 und SHA-3. Wie funktioniert die Feistel-Verschlüsselung?

    Formeln merken:

    RSA (Verschlüsselung der Nachricht m mit öffentlichem Schlüssel aus den Zahlen n, e und privatem Schlüssel mit d):

    \[ Crypt_e = m^e \mod n = c \]
    \[Decrypt_d = c^d \mod n = m \]

    Die Formel gilt natürlich nicht für alle Zahlen, sondern nur für speziell bestimmte. Und bei der Frage, welche Zahlen das sind, ist man in Abgründen der Zahlentheorie gelandet, bevor man nur kurz „Hilfe!“ rufen kann.

    Und das Geburtstagsparadox: Wie wahrscheinlich ist es, dass zwei zufällige Zahlen identisch sind. Gerne erklärt am: Wir haben eine Gruppe von Menschen, wie viele werden benötigt, damit zwei am selben Tag Geburtstag haben?

    Wenn eine Person gesetzt ist, muss gelten \[ (\frac{364}{365})^n < 0,5 \] Dies ist bei n=253 der Fall. Wenn Du 253 Personen triffst, wird mit mehr als 50% Wahrscheinlichkeit eine am selben Tag Geburtstag haben wie Du.

    Wenn es nur um eine beliebige Gruppe geht, in der zwei beliebige Personen gleichzeitig Geburtstag haben, lautet die Formel:

    \[ \frac {365*364*363*.. * (365-n+1)}{365^n} < 0,5 \]

    Die Bedingung wird schon erfüllt, wenn n die 23 erreicht. Ab 23 Personen in einer Gruppe haben mit >50% Wahrscheinlichkeit zwei am selben Tag Geburtstag.

    Natürlich interessieren sich Kryptograph*innen nicht für Geburtstage. Aber sie interessieren sich sehr für Wahrscheinlichkeiten und die Frage, wann zwei zufällige Zahlen identisch sind.

    Luftzimmer

    Ein Tigerschnegel im Bad.

    Zwei Pfauenaugen im Wohnzimmer.

    Laubola Floratempel erhielt eine weitere Bezeichnung: Neben Pergola, Laube oder Gazebo hörten wir nun Luftzimmer.

    Die Rose Night Owl wird doch nicht an der Pergola wachsen. Weitere Recherchen erbrachten, dass sie nur im Klima von South Carolina gedeiht und an allen anderen Orten darbt.

    Madames Rosenlieblingsblüten stammen von Violina und Graham Thomas. Ich musste über meine Nachdenken, kam auf Gallica versicolor, Rococo und Summer Song.

    Sense

    Sensen ist gefährlich (mit Bild das nichts für schwache Nerven ist).

    Segeln ist ungefährlicher.

    Tanzen ist schön.

    E-Auto eines deutschen Premiumherstellers kaufen ist enervierend.

  • 24-08-17 NATURAL JOIN UNDER Schattiernetz

    24-08-17 NATURAL JOIN UNDER Schattiernetz

    The Beauty Bar (Ex-Lauretta) eröffnete.

    Mir Döner arbeitet daran, Influencer-Hip zu werden. Freitagnachmittag bei absurden Temperaturen zog es eine Schlange vor der Dönerausgabe an.

    Beim Kaptain wurde ein Paket abgegeben. Sie fragte, ob es mit Buch kommt.

    Die Deutsche Bahn kündigte an, dass ein Zug nicht zwischen Frankfurt und Fulda fahren wird.

    Ich nutzte die Datenbanklernerei, um mal wieder tiefer in das Datenbankbackend unseres eigenen Ticketsystems zu schauen. Immer wieder nett, dass es dort plötzlich sehr niederländisch wird. Denn die Programmier*innen kommen von dort.

    Oh Zeiten. Zweimal wollte ich diese Woche in einem Blog kommentieren, zweimal war die Kommentarfunktion deaktiviert.

    Bei der UX-Fortbildung diese Woche lernte ich das schöne Wort Affordanz. Im gelernten Sinne: Man erkennt wie etwas zu Nutzen ist, allein aus der Form und Gestaltung. Paradebeispiel mit hoher Affordanz: der Henkel einer Tasse. Oder eine Türklinke. Im Webdesign wird der Begriff vor allem angeführt, wenn es darum geht, dass Buttons als solche erkannt werden sollen.

    Ein Beispiel für furchtbare Affordanz schildert Torsten Kleinz: Ein Weg, der aussieht wie ein Radweg aber keiner ist: Das ist kein Radweg

    Nebenentdeckung: Unser Dauerbeispiel der UX-Schulung war der Carsharing-Anbieter Stadtmobil. Von neun Anwesenden waren zwei Stadtmobil-Kunden plus ich mit meiner Cambio-Karte, die Stadtmobilpartner in Berlin sind.

    Flurgespräche. Mir wird das Leid eines Jungen Vaters geklagt, der auf „Wunsch“ seiner Frau eine große Einschulungsfeier organisiern muss. Wir wundern uns, warum das in den letzten Jahren so eskalierte? Wann wandelte es sich von Kaffee und Kuchen mit Verwandtschaft aus der Nähe zu einem Tagesevent mit vollem Programm? WIr zweifeln beide. Er allerdings benötigt noch Bierbänke und einen Zauberer.

    Gelernt: Zauberer nehmen ähnliche Honorare wie SAP-Berater.

    Madame radelte zum Bäckereiwagen und brachte Kartoffeln mit. Diese bereitete sie zusammen mit der litauischen kalten Rote-Beete-Suppe zu.

    Gießen bis der Regen kommt

    Was für absurdes Wetter. Ich laufe von der Pergola in die Küche, um mir ein Glas Wasser zu holen. Und nur für den Weg hin- und zurück schwitze ich dieselbe Menge an Flüssigkeit aus, die das Glas nachführt.

    Dann doch lieber Nebelfunktion der Gartendusche. Da gelangt das Wasser gleich von der Leitung auf die Haut ohne Umweg durch den Körper.

    Immerhin hängt das Schattiernetz. Brav schattierte es, brav versorgt es die Pergola mit einem neuen Raumgefühl. Gut kann man darunter ebenso Kuchen essen wie Datenbanken lernen.

    Ebenso kann man auf den Regen warten, der sich über Stunden ankündigte, und dann doch auf sich warten ließ. Madame packet sie Ungeduld. Sie fing an die Beete zu gießen. Wie üblich hatte es Erfolg.

    Das Schattiernetz bewährte sich doppelt. Im Gegensatz zu einer Markise schattet es weniger. Dafür lässt es Wind und Wasser hindurch, man muss es bei Unwetter oder bei Abwesenheit nicht abmontieren. Seinen ersten Regen übrstand es bravorös und machte was wir erwarteten.

    Scarmans Himalayan Musk legte in dieser Woche allerdings auch 25 Zentimeter zu. Es ist absehbar, dass sie in diesem Jahr noch das Dach der Pergola erreichen wird, nächstes Jahr bereits Schatten-durch-Rosen ein Thema wird.

    COUNT (*) AS

    Weiterlernen an den Datenbanken. Vor allem SQL-Befehle schreiben und verstehen und in Relationenalgebra umwandeln beziehungsweise rückwärts. Wenn es Summieren oder Zählen in Verschachtelung geht, wackelt die Sache noch.

    Aber eigentlich bin ich sehr optimistisch bei den Datenbanken.

    Das sollte ich besser sein. Morgen, Montag und Dienstag wird Sicherheit im Internet gelernt. Mittwoch sind Altklausuren dran (beide Themen). Donnerstag ist Klausur und (danach) Chill.

    Ein Ballsaal als Schwimmbad

    Ich bin entsetzt. Vier Nächte meines Lebens verbrachte ich direkt neben dem Warschauer Kulturpalast. Und mir entging, dass er ein Schwimmbad beherbergt. Oder wie Spiegel schreibt: EIn Ballsaal voller Wasser: Wie der Kulturpalast in Warschau zu Europas coolstem Monument wurde

    Hanjo las Olga Tokarczuk Empusion – und ich fürchte ich muss ihr Gesamtwerk lesen. Gelesen. Tokarczuk.

    Karin destillierte Damaszenerrosen.

    Ebenso in Polen, in Kattowitz, fand die Wikimania 2024 statt. Sie nahm etwas schönes der deutschen Wikicon auf: das improvisierte Orchester anwesender Wikipedianer*innen: How a “WikiOrchestra” performed Polish music at Wikimania 2024

  • 24-06-03 LaTeX im Auenland

    24-06-03 LaTeX im Auenland

    Bewohner des Hinterhauses bekamen eine Kohlelieferung. Aller Berlin-Gentrifizierung und alles Immobilianwahns zum Trotz – es gibt im Berliner Stadtring noch Wohnungen mit Ofenheizung. Geschichte live.

    Madame kaufte eine Fahrkarte nach Frankfurt (Oder).

    Ein Schattennetz ist kein Sonnensegel. Zum Beispiel sollte es unempfindlicher gegen Wind sein und nicht segeln. Wir benötigen Eines in 375cm x 325cm.

    Sätze, die muss man schreiben können: „Meine Familie betreibt in 19. Generation seit 1589..“ (von einer Hafermilchtüte)

    Mir kommt es vor als würde die Bio-Nachfrage nach Hafer/Soja/Mandel-Milch auch langsam zum Nachdenken kommen; weg vom marketinggetriebenen „Hauptsache Pflanze und es sieht schick aus“, zu „Was ist genau drin? Und wo kommt es her?“

    Sandra Hüller und Ryan Gosling drehen einen Film zusammen. Viel besser kann es nicht werden: Es soll sich um einen Sci-Fi-Film namens „Project Hail Mary“ handeln, der auf dem gleichnamigen Roman von Andy Weir basiert. In Deutschland ist das Buch als „Der Astronaut“ bekannt.

    Während ich im Internet von abgesoffenen Kellern und noch schlimmeren Fluten lese, zieht an uns vielleicht einmal ein Wölkchen vorbei. Es ist etwas schwül, aber die Rosen blühen, die Spatzen spielen neckische Spielchen und es fühlt sich an wie im Auenland, während draußen die Unbillen Mordors wüten.

    Vielleicht lag es nur am Fernuni Modul „Wissenschaftliche Methodik der Informatik.“ Das besitzt einen ausführlichen Teil zum Textsatz wie TeX und LaTeX – die Beispiele sind jeweils Abschnitte aus dem Beginn des Herrn der Ringe. Ich lese viel vom Auenland in unterschiedlichsten Textsätzen.

    Aber mit Erfolg. Mein – im Verhältnis zu allen anderen Modulen einfaches – Onlinequiz habe ich bestanden. Damit 5 ECTS für dieses Semester gesichert; und, noch viel besser, dieses Modul kann ich von der Lernliste streichen.

    Die Amsel trällert, die Kornraden blühen

    Während also andernorts Sturzfluten herniedergingen und herniedergingen saßen wir in unserem Auenland beim zweiten Frühstück, trugen Strohhüte und Sonnencreme auf und betrachteten die Hummeln.

    Madame entdeckte verlorenen geglaubte Glaucas im Bett.

    Nachbars Ligusterhecke ist so von Insekten umschwärmt – so stelle ich mir die Buffeteröffnung auf einem Kreuzfahrtschiff vor.

    Im Bauarbeiten-Rest-Erdhaufen haben sich Grabwespen angesiedelt, so schnell konnten wir gar nicht schauen. Leider hauft die Erde trotzdem an ungeschickter Stelle.

    Die einzigen drei Regentropfen lockte ich erfolgreich mit dem Gedanken an, die Gartendusche aufzustellen.

    Madame beetete 1R.

    Die neu gepflanzten Rosen entwickeln sich. Selbst die etwas leidend aussehende Blush Noisette stellte sich auf.

    Die Alten Rosen wollen blühen. Leider werden ihre Knospen vom Rosentriebbohrer-Dickmaulrüsselkäfer dezimiert. Nur die Rosa gallica versicolor scheint immun und blüht was sie blühen kann.

    Blühende rosa gallica versicolor

    Rhabarber

    Die New York Times über Rhabarber, Spargel und die Karls Erdbeerhäuschen: How Rhubarb Conquered Germany, Then the World:

    Put another way: Song or no song, every spring across Germany, rhubarb goes completely viral. The vegetable (yes, it is a vegetable) is part of a trio of produce that includes strawberries and a particular asparagus varietal that peaks in early spring. Warm weather sets off a frenzy for all things.

    Aus derselben Quelle. Portrait eines Typs Mensch, den man auch an der Fernuni öfters findet: The Man Who Couldn’t Stop Going to College:

    And there’s something almost anachronistically earnest, even romantic, about the reason he gives for spending the past 30-odd years pursuing college degrees. “I love learning,” he told me over lunch last year, without even a touch of irony.

    Das Bauchgefühl wenn Frauen in Rockbands ein Instrument spielen, dann meistens den Bass: JStore Daily She’s All About That Bass

    Sonnencreme genervt erklärt für Fünfjährige.

    Antwerpen, Hauptbahnhof, das wäre etwas.

    Ungelesen. Aber etwas unter dem Titel Erdbeerbowle wird auf jeden Fall verlinkt.

    Zurück zur Welt. Eine der Hauptpunkte vom Herrn der Ringe ist es, zu sagen: So schön das zweite Frühstück im Auenland auch ist, manchmal muss man raus in die böse Welt, das Unheil bekämpfen. In Deutschland 2024 geht es reicht einfach: Europawählen. Eine Partei, die zur Kenntnis nimmt, das Klimawandel DAS Problem Europas in den nächsten Jahrzehnten sein wird.