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  • 24-11-28 Chaos bei Knaus-Tabbert

    24-11-28 Chaos bei Knaus-Tabbert

    Sie ist weg, weg und ich fühl mich ein klein bisschen ausgebrannt. Heute um 17:17h ging die Seminararbeit Sensitivitätsanalyse des Begrenzungsvektors in die Mail. Natürlich fallen mir zum Ende hin immer noch tausend Sachen ein, die ich noch verbessern könnte. Aber ziemlich sicher hatte ich den Zustand eklatanter Verschlimmbesserung erreicht, in der ich eine Kleinigkeit verbessere und gleichzeitig zwei andere Sachen schlechter mache denn zuvor. Also weg, weg, damit.

    Pro: Dank LaTeX ist es die mit Abstand bestaussehendste Uni-Arbeit, die ich je irgendwo abgab. Und ich widerstand meinem Drang kurz vor knapp alles umzubauen und habe lieber die Fassade weiter verputzt und Formalien überprüft.

    Kemenaten-Time: Vom mobiles-Arbeiten-Schreibtisch an den Uni-Schreibtisch – der ja derselbe Schreibtisch ist. Am mobiles-Arbeiten-Tisch lernte ich mehr über virtuelle Dokumentenmappen im Unterschied zu Dokumentenbibliotheken als ich je wissen wollte. Draußen hat es vielleicht geregnet. Oder die Sonne schien. Schnee? Keine Ahnung.

    Aus Madame-Hafenstadt-Gründen stehe ich um fünf Uhr morgens auf. Versuchte, in der mobilen Mittagspause etwas Schlaf nachzuholen. Mir träumte, ich hätte eine leere Pfanne auf dem voll aufgedrehten Gasherd stehen lassen. Das Mittagsdösen beendete sich abrupt.

    Brandenburg bekommt ein BSW-Finanzministerium. Wir bleiben gespannt.

    Die Bahn schafft die weißen Aushänge ab, auf denen Zug-Ankunftszeiten angezeigt werden. Ich kann mir den gigantischen Aufwand vorstellen, den es benötigt alle diese Aushänge zu produzieren und in den richtigen Schaukasten zu bringen. Ich kann mir vorstellen, warum die Bahn den Aushang-Aufwand gerne los werden würde.

    Andererseits ist so ein Papieraushang gegenüber App und elektronischer Anzeige sowohl niederschwellig benutzbar sowie unempfindlich gegenüber Störungen, neudeutsch ist er geradezu resilient. Ob man nicht ganz generell zur Zeit wieder störungstoleranter planen sollte?

    Damals als wir noch eine physische FAZ ins Haus bekamen, war der Dienstag ein Highlight. Dienstag lag der Technik-&-Motor-Teil bei. Irgendwo hinten besprach Hans-Heinrich Pardey mit tiefer Liebe und Kenntnis alle Details der Fahrradtechnik.

    Etwas weiter vorne lernten wir vieles über diese komplett andere Welt, die Wunderwelt der Wohnmobile und ihrer Inneneinrichtungen. Irgendwo da draußen gab es ein Leben, dass sich um Küchen drehte, die auch in Büroschreibtische umgewandelt werden konnte, fahr- und drehbare Betten und Luxusduschen auf einem viertel Quadratmeter Grundfläche. So exotisch und doch in seiner Beständigkeit so zuverlässig wie das Rauschen des Meeres oder der Autobahn. Könige dieser Welt waren Knaus-Tabbert, die emsig WoMos bauten und jedes Jahr Gewinn- und Umsatzrekorde erzielten.

    Es waren selige Zeiten. Denn 2024 gilt auch dort: Chaos, Untergang, Verfall. Razzia bei Knaus-Tabbert informiert mich der Bayerische Rundfunk. Hunderte Polizist*innen1 stürmten das Werksgelände, zwei Manager nahmen sie gleich mit. Der Börsenkurs ist im Keller, die Produktion zeitweise ausgesetzt. Wenn man sich nicht einmal mehr auf diese Parallelwelten verlassen kann.

    Jetzt erstmal die Bibliotheksbücher zusammensuchen, die ich am Ende doch nicht nutzte, die aber nach Hagen zurücksollten.

    Nähen, Kochen, Haare schneiden

    Debbie schreibt eine Anleitung für Deutsche wie sie in Deutschland Thanks-Giving-Dinner machen können. Mit Verweis auf ein verlinktes Excel-Sheet: Thanksgiving Dinner in Germany

    Bei der Kaltmamsell wird in den Kommentaren über nähen oder kleben diskutiert und am Folgetag über Nudelköpfe,

    1. Sternchen von mir eingefügt. Der Bayerische Rundfunk doch nicht! ↩︎
  • 24-10-31 Metall auf Metall (Berlin -> Chemnitz)

    24-10-31 Metall auf Metall (Berlin -> Chemnitz)

    Letzte Woche fragte Madame einen Teilnehmer des Wikipedia-Stammtischs woher sein ungewöhnlicher Nickname kommt. Antwort: Das ist mein bürgerlicher Name.

    Beim Postwestfalen lerne ich, dass in Löhne (Ostwestfalen) eine schwule Schafherde entsteht. Das erfreut mein Herz. Vor meinem inneren Auge sehe ich sofort Schafböcke in Togen (Togas?) gewandet, die durch Dampfbäder streichen – vermutlich Erkältungsnachwehen.

    Erfreulicherweise bringt der Postbote den vor zwei Wochen bestellten Sommer: Eine CD italienischen Discopops mit Annalisa.

    Italopop-in-Dauerschleife gehört zu allen ernsthafteren Fernuni-Aktionen. Vor mir liegt eine DIE Seminararbeit.

    Ich habe genug Literatur, um eine Masterarbeit zum Thema Sensitivitätsanalyse zu schreiben. Leider verstehe ich die Literatur nur mäßig und habe auch nur 12 Seiten Platz.

    Selten wird unsere Abteilung vom Thema „Technische-Infrastruktur für Aquafit-Kurse“ gestreift. Für ein Spielkind für mich natürlich ein Festtag, wenn plötzlich eine große Boombox mit schwimmbadfähigem Lautsprecher und High-Energy-Music-Mix im Büro steht. Die Szenen im Büro waren genau so. I swear.

    Metall auf Metall (Geräusch) erklingt von der Dachbodenbaustelle. Da wir mandelentzündungsbedingt mehr Zeit in der Wohnung verbringen, bekommen wir mehr von den Geräuschen mit. Manchmal klingt es auch so, als wäre die Baustelle direkt neben mir. Dann zucke ich zusammen. Insgesamt überwiegt bei mir die Hoffnung auf ein wiederkehrendes echtes Dach jegliche Baustellengenervtheit.

    ich hab‘ kein bock auf kompromisse

    Metall auf Metall (Kraftwerk-Song) erklingt aus Madames Rechner. Diese bereitet eine Einheit zum Thema Urheberrecht vor – erklärt am Beispiel Metall auf Metall.

    Metall auf Metall ist ein Kraftwerk-Song, den die Band 1977 auf dem Album Trans-Europa Express veröffentlichten. 1997 sampelte Moses Pelham zwei Sekunden „Beat“ aus Metall auf Metall für Sabrina Setlurs Nur mir.

    Seitdem streiten sich Pelham und Kraftwerk darüber, ob Pelham das durfte? Ist dieses samplen legal? Der Streit hat inzwischen viele Runden beim OLG Hamburg gedreht, war fünfmal beim BGH, einmal beim Bundesverfassungsgericht und liegt seit September 2023 zum zweiten Mal bei EuGH. Sowohl Kraftwerk wie Pelham sind in der Sache Überzeugungstäter und bereit, das Thema bis zum bitteren Ende auszufechten.

    Didaktisch ist das Stück schön, den man ganz von Anfang an durchkaspern „Was ist Urheberrecht? Was schützt es? Was sind Deine Grenzen?“ in quasi beliebiger Komplexität. Inhaltlich kann sich unter so einem Sample spätestens nach dem Hörbeispiel jede*r etwas vorstellen und einen gewissen Unterhaltungswert hat es auch.

    Wer sich weiter durchkaspern will. Ganz grundsätzlich bei arte: Seit 20 Jahren vor Gericht wegen 2 Sekunden Musik zur aktuellsten Volte seit 2023 bei der Legal Tribune Online: Kraft­werk-Fall geht noch mal zum EuGH

    Rechnen

    Noch bevor ich hustend daniedersank, beendete ich Pi mal Daumen. Im zweiten Teil des Romans nimmt eine gewöhnliche Handlung mehr an Fahrt auf. Dafür geht es weniger ums Mathestudium.

    Zwischenzeitlich erinnere ich mich wieder, warum ich damals mit Scherbenpark haderte: Es riecht nichts. Trotz aller treffender Beobachtungen: Alles wirkt immer etwas konstruiert und trotz Ich-Erzählers wie durch eine Glasscheibe betrachtet. Der Autorin möchte ich gelegentlich zurufen: Einmal Anlauf nehmen und einfach mit Schwung in die Situation reinwerfen, weniger überlegen, ohne Nachdenken ab ins Getümmel!

    Was wenig daran ändert: Kurzweiliges, sehr schönes Buch. Ich fühle meine rudimentären Mathe-Studiums-Erlebnisse gut beobachtet und beschrieben. Im Roman kommt Mathematik nur mal als Schlagwort vor – keine Sorge, keine Formeln, keine Zahlen – aber es freut mich natürlich wenn die beiläufigen gedroppten Mathebegriffe richtig und stimmig sind an dieser Stelle.

    Ein Sonderlob möchte ich auch noch aussprechen: Der Roman hat eines der schönsten Enden, die ich je in einem Roman las.

    Fahr’n fahr’n fahr’n

    Wenn meine Abteilung maßgeblich ist, wird nächste Woche ganz Deutschland krankgeschrieben sein. Immerhin wechselte ich von (ungeplanter) Krankschreibung in den (geplanten) Urlaub, und werde mich Montag überraschen lassen, ob außer mir noch jemand anwesend sein wird.

    Die Gesamtkonstitution des Haushalts reicht wieder für Aktivitäten. Auf zum traditionellen Halloween-Burger-Trip nach Chemnitz. Wir verzichteten auf das Abenteuer Deutsche Bahn (RE8 nach Elsterwerda, dann ein anderer RE nach Chemnitz), sondern gönnten dem Subaru nach der Reparatur Auslauf.

    Die Autobahnen blieben feiertagsleer. Das 50s Ville Diner wartete schon auf uns. Und es ist genauso liebevoll gemacht wie ehedem. Die Halloween-Deko im Diner winkte uns schon (Animatronic!. Das Personal war so herrlich blutverschmiert und spinnennetzbehangen wie erwartet. Das Zimmer hatte mehr 1950er-Jahre-Flair als die CDU. Bevor wir uns aber Samhain-Burger und Radioactive lemonade widmen konnten, erfolgte ein weiterer traditioneller Programmprunkt: das smac im Schocken.

    Häckseln

    In einem Blog lese ich von Firmware-Updates des Autos und alles in mir schreit „Neeeein“. Ich möchte bitte ein Gefährt, dass so mechanisch wie möglich ist, und welches das Wort Software nur aus weiter Ferne kennt.

    Dann lieber Zug fahren. Zum Beispiel von Hamburg nach Brüssel oder von Brüssel nach London.

    Nicht mehr mit dem Zug machbar: In einer Gewalttour von Berlin über Istanbul nach Almaty und weiter nach Jarkent an der chinesischen Grenze in etwas weniger als 24 Stunden.

    Anke Cras häckselt Mais.

    Bei Frau Brüllen erntet Sellerie.

    Armin Hanisch telefonierte einst mit Peter Norton.