Schlagwort: Wiesenmähen

  • 25-10-25 Würden nicht tote Kraniche vom Himmel fallen, wäre es perfekt

    25-10-25 Würden nicht tote Kraniche vom Himmel fallen, wäre es perfekt

    Beim Auf- und Umräumen fiel mir eine handvoll Schwimmbadquartetts in die Hand. Jetzt muss ich nur darin erinnern, wer alles eines haben wollte, und ich habe gesagt „Nein, ich hab‘ nichts mehr.“

    Der kennzeichenlose Hinterhof-Audi wurde durch eine kennzeichenlose alte B-Klasse abgelöst. Die B-Klasse fuhr vor einigen Monaten noch knatternd im Hinterhof ein- und aus. Böse innere Gedanken in mir fragen sich, ob die Haus-Hallodris vielleicht einfach die B-Klassen-Kennzeichen an an den Audi… aber das wäre ja illegal, das würden sie sicher niemals machen.

    Die neuen Nachbarn, die angeblich 300.000€ für eine 30 Quadratmeter-Wohnung im ausgebauten Dachstuhl des Hinterhauses ausgegeben haben, haben das mit dem Papiercontainer anscheinend aufgegeben; ihre IKEA-, Baumarkt- und amazon-Kartons liegen jetzt einfach so im kleinen Beet.

    Ich las die ersten Fernuni-Seiten zum Thema Imperative Programmierung. Beruhigenderweise habe ich noch nichts erfahren, was ich nicht schon vorher wusste.

    Aus beruflichen Gründen schaute ich mehrere YaSM-Erklärt-Videos mit demselben Erklärbär – und ich vermute, dass soll nicht so sein, dass man ab dem vierten Video latente Aggressionen gegen den Erklärbär entwickelt?

    Generell würde ich aber sagen: Nachdem ich Donnerstag um 18 Uhr ins Bett ging, und dann auch weitgehend bis zum nächsten Morgen durchschlief, geht es mir deutlich besser. Auf zu mehr Action.

    Es war ein Freitag der Arbeit und ein Samstag auf den Latifundien.

    Geräucherte Schollen

    Ein kleiner Amrum-der-Film-Nachtrag. In Teilen verstand ich den Film erst mit Abstand. Beim Sehen dachte ich noch, dass die Handlung zwar stattfinden muss, damit der Film nicht statisch bleibt, aber sonst ziemlich egal ist. Erst im Nachhinein ging mir auf: die Handlung ist wichtig.

    Zentrale Figur des Films ist der kleine Junge Nanning, modelliert nach den Kindheitserinnerungen Hark Bohms, der darüber den Roman Amrum schrieb.

    Nanning versucht seinen Platz zu finden zwischen den ideologischen Bildungsbürger-Nazi-Eltern aus Hamburg und der friesisch redenden pragmatisch-konservativen Inselbevölkerung. Der zentrale Plotbogen dreht sich darum, dass Nannings Mutter nach dem gleichzeitigen Suizid Adolf Hitlers und der Geburt seiner kleinen Schwester, das Essen verweigert, es sei denn es gibt ein weißes Brot mit Butter und Honig. In den letzten Kriegstagen 1945 auf der an sich schon bitterarmen Insel Amrum natürlich ein utopischer Wunsch.

    Nanning versucht nun das Brot zu beschaffen, und bedient sich dazu des inselüblichen Tauschhandels: Er sammelt Gänse-Eier, die der Bäcker zu Kuchen verbacken kann, dafür bäckt der Bäcker das Brot. Er hilft dem Fischer bei der Robbenjagd, bekommt dafür geräucherte Schollen („Amrumer Geld“), die er gegen Zucker eintauschen kann, den er wiederum gegen Honig tauschen kann. Einzig die Butter bekommt er von seinem Nazi-Onkel Onno – dort muss er im Tausch auch eine ideologische Leistung bringen (den Schwertspruch der Pimpfe aufsagen), keinen handfesten pragmatischen Tausch.

    Er selbst findet also so seinen Weg in die Inselgemeinschaft hinein.

    Gemerkt habe ich das alles erst, als ich in der Jungle-World-Besprechung des Film den Satz fand: Im Buch bringt es ein Amrumer im Gespräch mit dem Vater auf den Punkt: Wir haben hier eine Tauschwirtschaft, wie die alten Germanen – und du hast keine Ahnung davon.

    Go West

    Ein halbes Bett wanderte zwei Kilometer von Schöneberg nach Wilmersdorf und wir probierten danach eine neue Pizzeria. Ich deutete es eventuell schon an. Unsere aktuelle Wohnung in Schöneberg ist sehr schön – aber die ganze Situation drumherum sehr besonders bis schwierig.

    Nun ist der Berliner Wohnungsmarkt wie er ist, wir hatten uns innerlich schon halb damit abgefunden, dass wir irgendwann eine von uns beiden ungeliebte Eigentumswohnung erwerben würden müssen. Denn eine Wohnung, die

    • innenstädtisch liegt
    • zumutbare Fahrzeiten in die Hafenstadt und zu den Südkreuz Offices bietet
    • und nicht das Dreifache an Miete wie unsere aktuelle Wohnung kostet

    schien komplett utopisch. Naja, manchmal muss man Glück haben. Etwas fiel mir vor die Füße, wir versuchten, hatten noch mehr Glück, und haben seit Anfang Oktober die Schlüssel einer Wohnung, die all‘ diese Anforderungen erfüllt und noch viel mehr. Es ist alles komplett absurd aber sehr schön. Noch steht die Wohnung bis auf das halbe Bett und einen Klapptisch mit zwei Klappstühlen leer. Aber es wird.

    Stadtbild Schöneberg

    Ein Schmetterling fliegt noch

    Wir leben also privat gerade ein schönes Leben und genießen jede Minute, die wir davon haben – während die weitere Welt von einer Katastrophe in die nächste stürzt.

    Auffallend auf den Latifundien: Wo die tiefe Herbstsonne das Purpurpink der Astern, die braunroten Samenstände verschiedener Pflanzen, die bernsteinfarbene Sonnenblumenreste und hellgrünes Gras ins beste Licht setzt. Einzelne Schmetterlinge und Insekten fliegen noch. Es riecht nach Natur, die Arbeit mit Rasenmäher und Freischneider Wiesenreste abzumähen, dabei vollkommen neue Sichtachsen zu schaffen, ist befriedigend.

    Aber der Gedanke ist nah: Die Kraniche, die gerade zu hunderten (tausenden?) an der Geflügelpest sterben, sind die Kraniche, die sonst bei uns über den Garten fliegen. Die gekeulte Gänseherde aus dem Fernsehen, gehört zu „unserem“ Spargelhof, wir haben die Gänse oft genug über die Felder laufen sehen. Auch Wildgänse und -enten, die hier immer wieder vorbeifliegen sind Opfer. Vögel, die tot vom Himmel fallen – mehr Peak Dystopie geht kaum.

    Währenddessen sitze ich ein Buch lesend am Eichhörnchenofen mit dem lodernden Feuer, wir hören eine schöne CD, haben von der Feinbäckerei Otto Forduhn aus Groß-Ziethen Puddingschnecken mitgebracht, durchs Fenster sehe ich drei Elstern auf dem Apfelbaum.

    Es gibt nur cool und uncool und den Wikipedia-Treff

    Ich finde es so so super, dass Herr Rau und der Münchner Wikipediatreff zusammenfanden. Und diese Geschichte kommt mir bekannt vor:

    Beim ersten Mal habe ich Fragen gestellt, beim zweiten Mal geplaudert, beim dritten Mal hatte ich mir Literatur mitgebracht, um an ein paar Seiten zu arbeiten.

    Alphathiel fordert von Blogger*innen: Zeigt euch da draußen .. danke (ich überlas es im eigenen Feed-Reader, wurde aber von onli blogging dorthin gestupst)

    Ich glaube die italienische Haltung ist dazu „Wir haben schon fermentierte Amselzungen mit Besteck aus orientalischem Zedernholz und Damaszener Stahl gegessen, als ihr Deutschen noch in Fellen bekleidet in feuchten Erdhöhlen gehaust habt“: Der Dottore und das Vorurteil

    Frei nach Tocotronic: Es gibt nur cool und uncool und welche KI mensch nutzt: Jemand sein, der Claude nutzt (via Thomas )

    Aber wo ich das Thema Dystopie gerade schon anspreche. Rage aus den USA über die USA: Notes from the Circus: Elon Musk Discovers What Hierarchy Actually Means, tiefer aber nicht weniger wütend Rebecca Solnit: This Wreckage Courtesy of the Enshittification Administration: Notes On Late-State Trumpism

  • 25-08-19 Vašek to the rescue (Cantuccini und Buttermilch)

    25-08-19 Vašek to the rescue (Cantuccini und Buttermilch)

    Es ist überraschend un-intuitiv, mp3-Dateien vom Rechner auf ein Handy zu bekommen. Es ist überraschend schwierg, mal eben im Internet irgendwelche beliebigen mp3-Dateien zu finden, um zu testen.

    Wikimedia Commons to the rescue!

    Es war überraschend, zwei Zahlen zu vergleichen. In der Bachelorarbeit rechne ich mein Problem einmal quasi manuell – um zu zeigen, was passiert- und einmal per Funktion in Julia/JuMP – weil solche Aufgaben in echt natürlich niemand je per Hand rechnen würde.

    Beim Vergleich beider Rechnungen entdeckte ich, dass der manuelle Weg ein anderes Ergebnis liefert (276/19) als die computerisierte Rechnung (15,4421..). So Pi mal Daumen sah das plausibel nach identischen Ergebnissen aus. Die letzten drei Wochen dachte ich auch, beide Rechenwege kämen zu einem identischen Ergebnis.

    Aber dem ist nicht so, wie sich bei genauerer Betrachtung zeigte. 276/19 ist auch nach Rundung ein komplett anderer Wert als 15,4421.. Das war jetzt blöd.

    Wie sich nach einiger spannender Zeit des Nachforschens zeigte, lag der Computer falsch. Also natürlich ich, als ich beim Eingeben der Zahlen in der Spalte verrutscht war. Puh.

    Es war ein sonntägliches Latifundienfrühstück, ein montäglicher Arbeitsmorgen und zwei Nachmittage der Bachelorarbeit.

    Sonntag: In unserem Briefkasten lag ein gelber Briefumschlag – klassische Gerichts-/Gerichtsvollstrecker-Post. Ich bin erst erschrocken, spontane Reaktion „I didn’t do it!“. Dann las ich den Briefumschlag. Ah, der Brief war für Edmund…, gar nicht für uns. Edmund wohnt hier nicht. Der Name sagt mir auch nichts. Aber bei inzwischen 28 Briefkästen für 12 Mietparteien im Hausflur ist das nicht so überraschend.

    Edmund hat sogar einen Briefkasten im Hausflur, wie ich feststellte. Der Briefkasten quillt über und wurde schon mal aufgebrochen. Jetzt quillt er mit einem gelben Brief mehr über.

    Auf den Latifundien spielte ich mit dem Halluzinator. Er schlug vor, diejenigen Wiesenteile, die vor allem aus Reitgras oder Glatthafer bestehen, im Frühjahr zu stören / in Teilen zu sensen, um Löcher und Platz für andere Bewohner zu schaffen. Ich werde mal suchen, ob ich eine Quelle mit einem engeren Verhältnis zur Wahrheit finde, die das bestätigt.

    Mein montägliches Aufwachgefühl: „Das ist gar nicht mal so warm.“ Und das war sehr schön.

    The Dime

    Ausgelesen: Kathleen Kents The Dime. Weiterhin ein Pageturner mit einer Erzählgeschwindigkeit, der dem mir als Leser schwindlig wird. Wie in einer guten Achterbahn flicht Kent immer mal einen kurzen Abschnitt zum Atemholen ein, damit es danach noch rasanter weiter geht. Daneben nette mir plausibel erscheinende Beobachtungen, wie es ist, als lesbische Polizisten in einer Großstadt in Texas zu leben.

    Lieblingsszene: Das Gefecht zwischen einem mexikanischen Drogenkartell und der Re-Enactment-Gruppe mit Waffen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg.

    Bonuspunkte für eine der besten toten Nebenfiguren in einem Roman (Benny, der tote polnisch-New-Yorker-Polizistenonkel der Erzählerin) mit seinem großen Vorrat polnischer Sprichwörter.

    Dass die – große, rothaarige, polnischstämmige, lesbische – Polizistin am Ende von einer Familie durchgeknallter Nazi-Drogenhändler als Familienmitglied wider willen auserkoren wird, stellt nicht den Gipfel realistischen Erzählens dar – gibt der Geschichte aber noch einen schönen Spin zum Abschluss, der in der Erzählwelt sogar recht plausibel wirkt.

    Das Kabanenparadies

    Kaum bin ich da, bin ich schon wieder weg. So zumindest Montag im Büro. Ich durfte einen seltenen Einsatz im Freibad absolvieren. Ich packte ein wenig Gepäck ein, und machte mich auf den Weg ins Sommerbad Mariendorf. Das war allgemein schon sehr nett. Noch netter: Direkt nach dem frühen Feierabend quasi dort vom Rechner aus ins Wasser springen.

    Wobei auch das Sommerbad: „Vintage“ wie ein Kassierer sagte, aber der Zustand war im Jahr 2025 deutlich weniger desolat als ich ihn in Erinnerung hatte. Was beispielsweise die Kabanen-Situation angeht, steht Mariendorf derzeit klar besser da als der Insulaner.

    Wir wunderten uns zusammen: 27 Grad, strahlend blauer Himmel, Sommerferien – und die Bäder sind trotzdem ziemlich leer. Wurde alle Besucher*innen im Frühsommer durch ungeheizte Becken und schlechtes Wetter verschreckt?

    Mir privat sollte es recht sein: in 24-Grad-Wasser bei strahlendem Sonnenschein schwamm ich ein paar Bahnen und war glücklich.

    Nett zum Abschied: der junge Mann – deutlich besserer Schwimmer als ich – der mich fragte, ob er auf meine Bahn kommen könne, weil ich grad der einzige sei, der den schwarzen Strich auf dem Boden als Bahnmarkierung anerkennt.

    Auf der Rückfahrt gelernt: am mir unbekannten S-Bahnhof Attilastraße wohnt das Eisenbahn-Bundesamt. EBA, ich weiß jetzt wo du wohnst!

    Unüberdachter S-Bahn-Bahnsteig, mit S-Bahn auf der rechten Seite. Strahlend blauer Himmel, im Hintergrund zu erahnen ein grünes modernes Bürogebäude.
    S-Bahn und S-Bahn-Bahnsteig Attilastraße. Rechts in grün das Eisenbahn-Bundesamt.

    Das y-Heureka

    Der Späti übergab mir „Applied Mathematical Programming“ (Bradley/ Hax/ Magnati 1976) und „Introduction to Mathematical Programming“ (Hillier/ Lieberman 1995). Keine Ahnung, ob ich die Bücher noch nutzen kann – oder ob ich auch nur dazu komme, sie noch aufzuschlagen – aber ich bin so bildungssozialisiert, dass sich Texte besser schreiben, wenn neben dem Schreibplatz ein Stapel alter Bücher liegt.

    Die Bachelorarbeit verlor sich ja in den letzten Tagen in den Mühen des Kriechgipfels und der nach außen erkennbare Fortschritt blieb spärlich. Ich weiß zwar, was ich rechnen muss, aber nicht warum. Damit wird es halt viel Gestockel, ich habe Probleme es zu erklären und bin auch reichlich unflexibel in der Anwendung.

    Aber 10 Grad weniger Außentemperatur plus Latifundien plus Schwimmen taten den Trick: ein kleiner Heureka-Moment im Schwimmbecken: Vašek mein Freund! Vašek Chavtál. Meister der Erklärung linearer Programme, der Gilbert Strang der Optimierungsprobleme. Er würde mir weiterhelfen.

    Dann ein großes Heureka am Freitagabend: Seite 54 bis 57, in Linear Programming (Chvatál 1983) und es kam das große Heureka! Verstanden! Daher kommt das y! (und das b und das a und c. Aber das y ist am Wichtigsten). Das ist ja ganz einfach. Fast hätte ich lauter Ausrufezeichen und Kringel in das Buch gemalt – nur um im letzten Moment zu bemerken, dass das Buch aus der Bibliothek kommt.

    Ein Moment des persönlichen intellektuellen Durchbruchs! Und ich war live dabei. So amazing!

    Nur erforderte der Durchbruch ein Opfer: Nichts mit Drei-Gänge-Menü am Montagabend. Die Energie reichte nur für Cantuccini und Buttermilch.

    Vielleicht war auch nur die Mischung ais Cantuccini, Buttermilch und Spliffs Carbonara, welches gerade lief, das den Durchbruch brachte.

    Internetausdrucker Fahrradpacker

    I painstakingly printed out my social media feeds FOR AN ENTIRE MONTH so I could read them like a newspaper, as god intended. (via Thomas)

    Spain is one of only three European countries (along with Switzerland and Norway) to still collect wealth taxes. (via Kaltmamsell)

    Sarajeeeeevo! Turku-Sarajevo mit dem Zug: (14) Sarajevo

    Radfahrgeschichten kommen zusammen. Da wäre zum einen Rebis, die mit dem Rad gerade durch Zentralasien fährt. Und da wäre das Ultra Cycling, das sich via Dotwatching auf Mastodon ausbreitet. Jetzt gibt es mit dem Silk Road Mountain Race ein Ultracycling-Rennen durch Kirgistan. Mit 4000-Meter-Passen. Und Rebis schaut zu. Bißchen mehr Hintergrund: Mit was für Fahrrädern fährt Mensch 2000 Kilometer durch alpinen kirgischen Schotter: Rigs of the 2025 Silk Road Mountain Race (Part One)

    Nur krass: Dedicated volunteer exposes “single largest self-promotion operation in Wikipedia’s history”

  • 24-11-09 Hotel L’Amour um halb acht, Mettbrötchen um halb neun

    24-11-09 Hotel L’Amour um halb acht, Mettbrötchen um halb neun

    In den Südkreuz Offices wurden Blindenleitmarkierungen angebracht.

    Madame nahm ICE804 Südkreuz->Hamburg Hauptbahnhof.

    Ich nahm 45 Minuten Autobahnstau, den ein verunfallter Tuning-Audi und ein Taxi verursacht hatten.

    Vieles, was ich über politische Taktik weiß, lernte ich durch Lenin. Und beschloss dann, es niemals anzuwenden. Denn es ist böse. Sarah Wagenknecht hat weniger Skrupel. Die hat ihren Lenin gelesen und verinnerlicht.

    Mich konsternieren meine amerikanischen Mastodon-Followings. Die Deutschen sind Trump-geschockt, sie ringen um Atem. Die Amerikaner brechen in wüste Beschimpfungen untereinander aus, wer Schuld ist. Dabei läuft die häufigsten Argumentation so, dass jemand sein Lieblings-Miniaturthema hervorholt und insistiert, die demokratische Kampagne habe genau diesem Thema zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ich hoffe, das ist kein Vorzeichen.

    Dieser Blogpost brachte mich dazu, Deutsch der fünften/sechsten Klasse zu wiederholen: Groß- und Kleinschreibung von Zeitangaben

    Seit einer Woche kein Baustellenlärm vom Dachboden mehr, ich beginne nervös zu werden und hoffe, dieser Bauarbeitertrupp hält durch bis das Dach wieder da ist.

    Es gibt auch erfreuliche Haushaltsnachrichten: Wir haben diesen Monat Internet Service Provider und Router gewechselt. Ich sah längere Bastelarbeiten in der Folge auf uns zukommen. Aber am Ende waren beide Wechsel eine Sache von Minuten.

    Dabei auch mal an einem Morgen alle Wlans der Umgebung ausgecheckt. Neben drei O2-Wlans und drei Magenta Wlans finden sich auch zwölf Vodafones und zwölf Fritzboxen von 6660 (4mal) bis 7590 (einmal).

    Überraschend: das Büro-Wlan von zwei Häuser weiter.

    Noch lebt auch der Brauch der persönlichen Wlan-Benennung. HaraldJuhnke existiert schon seit Jahren. Erstmals sah ich Flaminguin_2, Requiem 2008, ichbingeil und itsanpiratenet. Wirklich neugierig bin ich allerdings wohin Hotel L’Amour gehört,

    Die Kollegen beschlossen in meiner Abwesenheit, dass Freitag Mettbrötchentag sein wird. Und so begrüßte mich ein Teller mit 10 Mettbrötchen als ich ins Büro kam. Selbstgeschmiert vom Backend-Admin. Ich bin gespannt, ob sich das hält.

    Kraniche überm Edeka

    Über dem Supermarktplatz die Kraniche. Nettigkeiten der mittelmärkischen Hamptons: Vom Supermarktparkplatz aus bot sich der Sicht über umnebelte Felder, an deren Ende ein Sonnenuntergang, über den Feldern ein Trupp Kraniche.

    Ich aber war zu prosaischen Zwecken dort: Pfandflaschen einlösen. Zwei Automaten, einer von einem freundlichen Mensch besetzt, der andere außer Betrieb. „Bruder, der geht nicht.“

    Ich aber beschloss die Geheimwaffe des IT-Supports anzuwenden „Lese die Fehlermeldung“. Und diese teilte mir mit, dass ein Gebinde die Maschine blockiert. Ans Gebinde kam ich ran, zog es heraus, der Automatik piepte zweimal und nahm meine Flaschen. It’s magic!

    Während Madame eine feministische Schreibwerkstatt leitete, begab ich mich auf die Latifundien: weitere Wintervorbereitungen durchführen und vor allem tief durchatmen. Nebelverhangene Landschaft, teils die Pflanzen schon im Wintermodus, teils noch Knospen und Blüten an den Blumen.

    Falls ich einst eine Szenerie für das Setting „märchenartiger Herbst“ suche, werde ich versuchen, dieses Bild in meinem inneren wiederzuerschaffen.

    Weniger märchenhaft war: Rest der Wiese abmähen, Getränkekisten frostsicher umlagern, letzte Außenmöbel umziehen, zu den Tigerschnegeln hinabsteigen und die Woche über das Wasser abdrehen.

    Um den Rasenmäher zu betanken, schraubte ich den Stutzen an den Benzinkanister. Und während ich so zwei Leitungsteile schraubte, dachte alles in mir „Boah, ey, Nein! Ich hab diese Woche echt genug Rohrteile auseinander und wieder zusammen geschraubt.“

    Es glucksert das Rohrlein

    Denn es gibt noch die Rohrverstopfung.

    Bei der kam wie es zu befürchten war:

    Unsere Sanitärfirma sagt „Problem liegt im Hausrohr. Kommen wir nicht ran, Muss die Hausverwaltung machen.“

    Hausverwaltung sagt: „Im Hausrohr ist alles super. Da ist nichts zu tun.“

    Ich sag „WTF. Ich würde gerne abwaschen ohne mir Gedanken um das Abwassermanagement machen zu müssen.“

    Derweil sind die Rohre in der Wohnung gespült genug, dass sich jeglich Flüssigkeit immerhin in diesen Rohren verteilen kann, und damit nicht im Geschirrspüler, auf dem Küchenboden oder anderen Orten landet, bevor sie dann rinnsalweise durch die nicht vorhandene Verstopfung tröpfelt.

    Andererseits ist natürlich komplett klar, was passieren wird, wenn wir dauernd stehendes Wasser in den Rohren haben: Schwebstoffe sinken zu Boden und bilden neue Verstopfungen. Abgesehen davon, dass der Hauptpropfen zwischen uns und Hausleitung alle Verunreinigungen abfängt und abaut und wächst.

    Contenance, eine knappe Ressource

    Wiedersehen mit Bishkek.

    Ilka macht Kimchi und ich werde das Rezept bei Gelegenheit auch testen: Der Trend geht zum Zweitstein.

    Ein Versuch, Volker Wissing zu verstehen (von 2022): Bekennender Christ, der den Konsum verurteilt – und gleichzeitig Verkehrsminister für die FDP. Wie macht Volker Wissing das? 

    Frau Herzbruch ist geschockt:

    Es ist ja auch verrückt: Harris hat alles richtig gemacht, Trump hat alles falsch gemacht. Und das sage ich mit breiter Brust. Ich habe die letzten 100 Tage sehr genau verfolgt, und wenn man einfach nur guckt, was die Beiden gemacht haben, dann kann es faktisch keine Frage geben, wer gewinnt. They’re eating the dogs ist vielleicht das, was am stärksten durchgedrungen ist, aber ich möchte behaupten, dass das noch lange nicht das Dümmste war, was Trump in den letzten Wochen gemacht hat. Im Kontrast mit Harris, die – und das sage ich auch mit breiter Brust – eine wirklich glanzvolle Kampagne durchgeführt hat. Ich habe mir alles angeguckt, alle Ads, viele Auftritte, den gesamten Shebang, weil ich dachte, dass ich davon lernen kann. Am Ende bleibt übrig, dass ich jetzt wieder einmal gesehen habe, dass man alles richtig machen kann, am Ende erreicht man aber die Leute nicht, die hinterher wählen.

    Allgemeines Stimmungsbild: worst day im job ever oder auch letzte Jeans mitgenommen .. Die Reparatur des Autos kostet einen vierstelligen Betrag .. Die Handerwerker – was rege ich mich darüber eigentlich noch auf oder direkt nach dem Home-Office, das ich nur mit knapper Not gegen 13 Uhr nicht an die Wand werfe. Es war insgesamt eher nicht meine Woche, um es bündig zusammenzufassen, und hanseatische Contenance ist gerade eine knappe Ressource.

    Möge das große Capybara mit Euch sein.

  • 24-11-05 Warum nicht Tom Cruise? (Chemnitz->Berlin)

    24-11-05 Warum nicht Tom Cruise? (Chemnitz->Berlin)

    Bauhaus-Baumarkt Schöneberg spendierte seinen Mitarbeiter*innen einen Fahrradkäfig. Das freut mich.

    Die Weihnachtsgeschenkpapierauswahl bei IKEA ist dieses Jahr so mittel.

    Wir wechselten den Internet Service Provider. Seitdem passieren wunderliche Sachen.

    Wir behielten den Gasversorger, machten aber Jahresabrechnung. Der Verbrauch stieg in 11/23->11/24 um etwa 10% gegenüber 11/22->11/23, liegt allerdings noch wirklich, wirklich viel niedriger als zu Vorkriegszeiten.

    Ich staune wie groß der Unterschied ist, den ein paar Grad Temperaturdifferenz ausmachen.

    Mein Glücksspiel ist die Ordnungsamt-Online-App. Berlin bietet eine App an, in der man Störungen /Ärgernisse / Bearbeitenswertes im öffentlichen Raum melden kann. Die Meldung denke ich, geht an eine Art Call Center, wo diese an die zuständigen Behörden weiter vermittelt werden.

    I am on a run. Zweimal in meinem Leben meldete ich etwas morgens auf dem Weg zur Arbeit (davon einmal am Montag). Bei beiden Versuchen war das Problem bereits auf meinem Heimweg gelöst. Ob es an mir und meiner Meldung lag? Ob ich einfach perfektes Timing hatte? Ich weiß es nicht. Aber es motiviert mich sehr.

    Das wird auch gebraucht im vermutlich anstrengendsten Monat des Jahres. Immerhin konnten wir Ende letzter Woche in Chemnitz die Erkältungen weiter auskurieren.

    Um Leipzig drumherum

    Im Chemnitzer 50s Ville Diner gönnten wir uns Samstagfrüh eine letzte Portion Eggs Benedict. Dann folgte der Aufbruch. Wir hofften noch bei Tageslicht in den märkischen Hamptons anzukommen.

    Von Chemnitz aus ging es auf der A72 Richtung Nord Richtung Leipzig. Dann verwirrenderweise ein gutes Stück Richtung Dresden auf der A38, und schließlich auf nach Norden, an Spandau vorbei zu den Latifundien.

    Wieder einmal fragte ich mich, warum jedes Kartoffelmuseum des Landkreises eine braune Autobahntafel bekommt, nicht aber das Kraftwerk Lippendorf, welches knapp eine Stunde lang von Autobahn oder ICE-Strecke aus sichtbar ist.

    „Was ist das?“, ist etwas was ich bei der Vorbeifahrt wissen möchte und wofür ich eine Autobahntafel benötigte. Auch die Info „einer der Top-10-Treibhausgas-Verursacher Europas“ wäre eine spannende Information.

    Abmähen

    In den Hamptons angekommen, gab der Herbst sich Mühe: Strahlender Sonnenschein bis hin zum bunten Sonnenuntergang. Passend zu den Farben des Laubes.

    Letzter Sommergruß: die Gottesanbeterin saß noch auf der Terrasse. Erster Wintergruß: Sobald die Sonne verschwand, begann die Winterkälte, Vorbote der Minusgrade, die für Samstag Nacht angesagt waren.

    Wir begannen mit Wintervorbereitungsarbeiten (Wiesenmähen, Schattiernetz abmontieren), lauschten den Rotkehlchen und beobachteten Rest-Kraniche.

    Malkovich Malkovich Malkovich

    Unser Nachbarschaftskino, das Odeon, entdeckt die Freuden der Filmklassiker-Programmierung. Fetch, das Abspielen alter RomComs, besuchten wir mehrmals. Zum Herbst gibt es eine weitere Filmreihe: 1999, das aufregendste Filmjahr. Lauter Filme von 1999 – Matrix, Blair Witch Project, American Beauty, der talentierte Mr. Ripley, Fight Club, Crash Boom Bang – und Being John Malkovich.

    Ein Film, dessen Handlung so absurd ist, dass es nicht mehr möglich ist, sie adäquat schriftlich wiederzugeben. Ein Meisterwerk, das erlebt werden muss, um es würdigen zu können.

    Ein wichtiges Element ist es, dass ein Portal ins Bewusstsein des Schauspielers John Malkovich führt. Menschen können eine Viertelstunde lang in John Malkovich leben bevor sie am New Jersey Turnpike ausgespuckt werden. (Nicht fragen – schauen)

    Warum ausgerechnet Malkovich? Niemand weiß es wirklich. Aber es stand von Anfang an fest. Noch lange bevor der echte Malkovich überzeugt war, mitzuspielen. Auch als potenzielle Produzenten sich beschwerten: Warum dieser? Warum nicht jemand wirklich bekanntes? Warum nicht Tom Cruise?

    Intrafilmisch wirft der Film viele Fragen auf. Aber auch extrafilmisch: Warum? Und: welcher Sternkonstellation verdankt es sich, dass irgendein Produzent dafür Geld ausgab? WIe überzeugt mensch Businessleute von einem Filmprojekt, dessen Grandiosität sich nur erschließt, wenn mensch den fertigen Film sieht?

    Eine kleine Antwort liefert MTV: Die Neunziger; das große Jahrzehnt der Musikvideos. Das große Jahrzehnt der Musikvideoindustrie. Den Film drehte Spike Jonze (vor allem bekannt als Musikvideoproduzent), Produktionsofirma war Propaganda Films (vor allem bekannt als Musikvideofirma), ein Großteil des Budgets stammte von Michael Stipe (vor allem bekannt für R.E.M.)

    How Musicvideo created Arthouse cinema.

    Linuxhandy

    Magentratzerl bespricht ein litauisches Kochbuch und kocht Kugelis.

    Holger versucht sich an Linux auf dem Handy. (Teil 1 und Teil 2)

    Östlich von Istanbul trifft Uiguren. Einmal in Almaty, dann Handwerker an der chinesischen Grenze.

  • 24-10-19 Irische Jungendliche durchlaufen ein formalisiertes Transition Year mit minimalem Schulzwang in dem sie sich selbst ausprobieren können

    24-10-19 Irische Jungendliche durchlaufen ein formalisiertes Transition Year mit minimalem Schulzwang in dem sie sich selbst ausprobieren können

    Der Rennpolo kehrte nach Hause zurück.

    Nachdem ich die Lineare Algebra auf unbestimmte Zeit verschob, habe ich den Zugang zur imperativen Programmierung gebucht. Mal schauen, ob ich dazu komme. Erst einmal haben das Seminar und die Sensitivitätsanalyse vorrang.

    Wir sahen im Februar zufällig den Berlinale-Gewinner-Film. Trotz sperrigen Themas und sperriger Machart, kommt Dahomey ins reguläre Kino.

    Joe Biden kehrte nach Hause zurück.

    Freundlicherweise gab er uns sowohl seine Ankunft wie seine Abfahrt bekannt.

    Ankunft: Donnerstag Abend, 22:30h, laute Hubschraubergeräusche am geöffneten Fenster. Für einen Rettungshubschrauber bleibt das Geräusch zu verharrend. Es klingt, als wäre mehr als ein Gefährt in der Luft. Später lese ich in der Zeitung: Joe Biden kam um 22 Uhr am Flughafen Schönefeld an. Da passt es, dass er eine halbe Stunde später an uns vorbei gen Innenstadt gedüst wurde, begleitet von einer luftraumüberwachenden Hubschraubereskorte.

    Abfahrt: Freitag, früher Nachmittag. Ich trat aus den Südkreuz Offices und wunderte mich über den Stau. Auf dieser Straße ist nie Stau. Ich schaute nach vorne: Ah, die Polizei hat die Zufahrt zum Sachsendamm gesperrt. Der Sachsendamm wiederum liegt auf der Direttissima zwischen Regierungsviertel und Schönefeld. Er ist eine übliche Staatsbesuchs-Rennstrecke. Ich schaute nach oben: Klar, der Hubschrauber war auch wieder anwesend.

    Ich lief zur Kreuzung und schön preschen sie an mir vorbei. Vielfach polizeigesichtert, mindestens ein Dutzend schwarze Limousinen, Vans und Pickups mit dunklen Scheiben in hohem Tempo. Auffallend: Das waren nicht die üblich Berliner Staatsbesuchs-Gefährte. Das waren amerikanische Autos. Offenbar wurden sie nur für den Staatsbesuch nach Deutschland verbracht.

    Madame kennt meine Kohlhierarchie. Wenn ich sage, ich hätte gerne Kohl, und sie sieht im Geschäft Grünkohl, dann bringt sie Grünkohl mit. (Er wurde gedämpft mit Karotten und Dithmarscher Kohlwurst).

    Bekocht wurden wir am Samstag im Oranienburger Donna Rosa mit Zander mit Kürbis-Karottenpürree in Butter-Salbei-Parmesan-Sauce mit Trüffel und mit Tagliolini al Tartufo. Trüffelzeit beste Zeit.

    Transition Year

    Auf der Freitagabendfahrt in die Latifunden las Madame aus dem Guardian vor: „Wusstest Du, dass es in Irland ein Transition Year gibt?“ – „Ich: ne“ – „Sie: Der Guardian auch nicht. Aber er ist begeistert.“

    (Zoe Williams: Ireland’s big school secret: how a year off-curriculum changes teenage lives)

    Zu Recht. Eingeführt 1974, seit 1994 (fast) landesweit verbreitet, bietet das Transition Year das, was Teenager brauchen. Ein Jahr um sich auszuprobieren. Es findet mininaler Schulunterricht statt (2 Stunden die Woche Englisch, Irisch, Mathe, Sport), den Rest der Zeit können und sollen die Schüler*innen an Projekten teilnehmen.

    Anbieter*innen der Projekte gibt es viele, es kann um Programmieren gehen, Sport, Menschenrechtskurse, ein Intensivkurs Chinesisch, künstlerische Betätigungen – whatever. Die Schulen können und sollen kreativ werden.

    Es ist zwei Tage her, dass ich davon hörte, und ich bin immer noch stunnend. Sei es, dass ich keinem europäischen Bildungssystem soviel Innovationskraft zugetraut hätte; sei es, dass ich mich frage, warum es nicht alle nachmachen?

    Be like Ireland!

    Weniger Sanddorn mehr Golden Boys

    Der Freitag bot beim Geldverdienen endlich mal eine Ausschnaufzeit. So stießen wir etwas erholter zu den Gästen auf die Latifundien und ließen uns verwöhnen.

    Samstag löste ich das letzte Geburtstagsgeschenk ein. Ich freute mich, wieder in einem Alter angekommen zu sein, in dem es Spielzeug zum Geburtstag gibt. Wroom wroom! Doppelt schön war es, weil es in Bungalownähe eine echte Fachhandlung gibt, wo die Fachhändlerin kompetent und entschieden berät, und das Gerät gleich praktisch vorführen kann.

    Derart beflügelt begann ich mit dem Jahresendmähen der Wiese. Gekürzt wurden Ostwiese und Grillplatz (ohne den Teil mit dem Landschilf). Denn dort kamen die Sunshine Boys und die anderen Narzissen hin.

    Die Rosengarten Zweibrücken steht in der der Erde an der Pergola. Es sieht so aus als hätte sie sich schon in der ersten Woche, noch im Container, gestreckt und emporgehoben.

    Madame entastete den Sanddorn und Apple Blossom.

    Am Nachmittag eine überraschende Sichtung einer Gottesanbieterin. Diese ist in Brandenburg selten genug, um ein eigenes Meldeportal zu haben.

    Vor allem aber Sichtungen von Gänsen und Kranichen. Über Stunden konnte ich vor den Bungalow gehen und in irgendeine Richtung schauen, und die Gänsekeile flogen vorüber. Ich schätzte ab „Kleiner Keil – 20 bis 30 Tiere“, „Großer Keil – 100-150 Tiere“ und begann Gruppen zu zählen. Als ich nach kurzer Zeit bei 5000 Gänsen angekommen war, gab ich wieder auf.

    Authentische KI

    Manchmal lohnt es, den Stern zu lesen. Thüringen, spannendes Land, BSW, spannende Partei: Zoff im BSW – torpediert Wagenknecht die Koalition in Thüringen?

    12 von 12 ist ein Blogformat, in dem Blogger*innen ihren Allag dokumentieren. Normalerweise mit 12 Fotos, die am 12. eines Monats aufgenommen werden. Spannend finde ich die Variante mit KI-Bildern: Insbesondere, weil ich mich sofort frage „Was davon ist im Prompt? Was hat die KI dazu erdichtet? Was wurde ausgewählt, weil es schön wäre, wenn das Leben so aussieht?“

    Beispiel: Auf mehreren Bildern ist im Hintergrund ein Gasherd. Eher untypisch für Deutschland. Gibt es den Gasherd wirklich und er wurde explizit angefordert? War im Prompt etwas von „heimelig/gemütlich“ und ein Gasherd mit offenen Feuer gilt dem System als gemütlicher? Oder wurde das System einfach mit amerikanischen Küchenbildern angelernt, auf denen Gasherde der normale Standard sind? Sternenbild: 12 von 12 im Oktober.

    Heute ist der angekündigte Temperatursturz eingetroffen. Den ganzen Tag stürmt es bei blauem Himmel und die Temperaturen gehen tagsüber auf angenehme 25 Grad zurück. […] Das Essen ist vorwiegend vegetarisch und das Gemüse der Saison angepasst. Es gibt sehr oft “Tomatengatsch” – wie wir es liebevoll nennen – mit Melanzani, Fisolen, Okra, Karfiol oder Kartoffeln. Dazu isst man Bulgur, Reis mit speziellen Reisnudeln oder Nudeln. Das Joghurt wird selbst gemacht und kommt über den “Tomatengatsch” […] Gözleme gibt es eher selten, da die Köchinnen für die Fladen das offene Feuer brauchen, was sehr zeitaufwendig ist. (Krautundrübenblog: Herbstlicher Temperatursturz)

  • 23-07-02 Gerüst / Hopseburg

    23-07-02 Gerüst / Hopseburg

    Vier Wildschweine nahmen ihr Abendessen auf der Böschung der A115 ein.

    Madame demonstrierte gegen Radwegbau-Stopp in Schöneberg.

    Das Gerüst am Hinterhaus verschwindet. Ich freute mich kurz für die Hinterhausnachbarn. Bis ich bemerkte, dass die Gerüstbauer das Gerüst einfach hinten abbauen und vorne wieder aufbauen. Jetzt drohen uns ein bis zwei Jahre Dachbaustelle direkt über unseren Köpfen. Vermutlich. Irgendwie verbindlich wurden weder wir noch der Vermieter informiert.

    Wasser ist ein Problem. Zuwenig warmes Wasser im Markgräflerland. Dort fiel die Heizungssteuerung aus, vielleicht durch Blitzschlag. Man klärt.

    Zuviel Wasser jeder Art läuft in Dithmarscher an Decke und Wand. Die Ursache scheint gefunden, die Behebung gestaltet sich potenziell aufwendig. Und wie groß der Schaden in Decke und Wand letztebndlich sein wird, ist noch nicht genau absehbar. Damit ist jetzt wirklich genug kaputt gegangen in aktueller Zeit.

    Wal-Klopfer

    Gartenbesuchstage. Die Kollegen besuchten mich am Donnerstag, brachten Nudelsalat und Steaks mit und wässerten Gurken. Insgesamt sehr angenehm und wiederholenswert. Das letzte Zusammentreffen mit der Eisernen. Ich lernte mehr über die Folierung von Autos als ich je zu hoffen gewagt hätte.

    Frau Bilanz besuchte uns Samstag und erzählte von Schul-Lunches in den USA. Sie bestätigte meinen Eindruck, dass Uni-Mathe irgendwie anders ist als andere Uni-Fächer. Während wir die Abendsonne genossen, die letzten Hummeln an der Katzenminze brummten und das rötlich schimmernde Gras in einer Abendbrise wogte, klangen „Atemlos“, „Tainted Love“ und „Aloha heja he“ durch den Abend.

    Nebenan war Dorffest. Mit selbst gebackenem Kuchen, Bühne, Getränken und „Hopseburg“. Heute, am Tag danach, lernten wir: Kindern kriegen keinen Zucker mehr. L, die Organisatorin, spülte nicht-gegessene kandierte Äpfel wieder ab, um sie zu Backäpfeln zu verarbeiten. „Mein“ einziger Programmpunkt – der Shantychor aus Kremmen – fiel unglücklich mit dem Zusammentreffen von Frau Bilanz zusammen.

    Und eigentlich wäre es uns schwer gefallen, den Garten zu verlassen. Nach Regen und Wärme die letzten Wochen sieht der spektakulärer aus als je zuvor. Und auch spektakulärer als wir es uns je zu hoffen gewagt hätten.

    Schmetterling und Hippiewespe an Kugeldistel.

    Herr Buddenbohm bekam ein Merkblatt. The Swingin‘ Ks bekamen keinen Merkzettel. Sie sind aber so vorbildliche Gärtner, dass sie trotzdem direkt nach Johannis die Hecke schneiden. Wir haben hingegen haben nicht einmal eine richtige Hecke.

    Bei uns stellte sich die Frage 1 oder 2? Sollte die Wiese einmal im Jahr gemäht werden (im Oktober) oder zweimal (im Oktober und jetzt)? Oder Teile so und andere so? Und wenn ja, welche Teile? Wir beschlossen, dass die letztjährig einmal-gemähten-Teile dieses Jahr schöner geworden sind und einigten uns weitgehend auf einmaliges Mähen im Oktober.

    Zur Selbsterinnerung: Der Teil südlich des Schuppens und der Schuppen-Bungalow-Zwischenbereich sind in Duomähung.

    Madame erntete mehr Sauerkirschen als je zuvor.

    Frau Krautundrüben beantragte ein Forschungsviusum für die Türkei.

    Wir rätseln mit welcher Agentur die Kaltmamsell durch Südenglang wandert. Wir könnten ja auch einfach fragen, aber rumspekulieren und -rätseln macht ehrlich gesagt mehr Spaß.

    Dieses Blog ist ja auch Nebenfokusfachblog für Schwimmkultur. Mit Staunen stellte ich fest, dass es inzwischen „Hochzeitsbadeanzüge“ gibt. (Für die zahlreichen Strand- und Poolhochzeiten.)

    The TasteAtlas veröffentlichte eine Liste der „150 Most Legendary Restaurants & Their Iconic Dishes.“ Was noch nicht bemerkenswert wäre. Bemerkenswert ist Platz 5 „L’Antica Pizzeria da Michele“ & „Pizza Napolitana“. Die Pizzeria hat einen Berliner Ableger. Und der ist in Kirschkernspuckweiter unserer Haustür. Ich hoffe, die Gäste, die wir schon dorthin ausführten, wussten das zu würdigen.