26-10-15 Rechtslastiges bloggen

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Madame crockte Kürbis-Kartoffel-Mango-Chili-Suppe mit den Chilis des Bademeisters.

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Ein hektischer dpd-Bote brachte Tulpenzwiebeln.

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Schrecksekunde am Morgen: Wenn du ein Paar siehst, das beginnt einen Kinderwagen die U-Bahn-Treppe herunterzutragen und Sekunden später kommt aus der Richtung lautes Gepolter. Selten sah ich so viele Menschen so schnell in eine Richtung sprinten. Zum Glück war es nur irgendein leeres Behältnis das im Gestell des Wagens gelegen hatte und die Treppe vorausflog.

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Wir tranken falsch. Das Da Jia Le, das uns Bier zur chinesischen Regionalküche nahelegte, kochte gar nicht Sichuan-Küche, sondern Dongbei-Küche: weniger scharf, mehr Low’n’slow, mehr Ferment. Da hätten wir zur Sichuan-Küche im Tian Fu natürlich neu wählen müssen.

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Es war ein immobiler Wochenanfang der Reparaturen.

Hot-Dog-Automat

Die vorletzte Exkursion

Ich lernte: Bei Autogasautos gehört (a) zur Hauptuntersuchung (HU) noch die Abgasuntersuchung (AU) und zu dieser wiederum eine Gasprüfung (GÜ?) und (b) muss dafür der Gastank mindestens ein Drittel gefüllt sein. Relevantes Alltagswissen, das uns fehlte, was wiederum zu einem leeren Tank und einer Extrafahrt der Werkstatt führte. .

Beim Subaru standen HU, AU und GÜ?(?) an, landläufig zusammen als TÜV bezeichnet. Bei einem Auto mit Zulassungsjahr 2008 und einem Kilometerstand jenseits der 200.000 ist das nicht ganz so sehr Routineangelegenheit wie bei anderen – aber die Inspektion im Juni bei derselben Werkstatt hatte uns ganz hoffnungsfroh gestimmt. „Wenn es gut läuft, kommen wir unter 1000 Euro weg“, war die Hoffnung.

Ich fuhr also um 7:10h vom Hof, einmal die Straße runter, und blieb in Wilmersdorf. Ich humpelte die 50 Meter von der Werkstatt zur S-Bahn und wieder zurück nach Hause. Noch achtete ich nicht darauf, die Luft der Freiheit zu atmen.

Zurück von der Werkstatt

Die letzte Exkursion

Diese Treppe war es, die mein Leben derzeit stark beeinflusst. Drei Stufen und ein Fliesenboden, der hinter dem Bild in Teppich übergeht. Insofern wundert es mich auch nicht, dass die Landung eher hart war.1,2

Das war Freitag. Samstag und Sonntag litt ich. Montag versuchte ich online etwas beim Arzt zu werden, der mich auf Dienstag verschob. Ich verbrachte den Tag prophylaktisch im home office, brachte nur kurz das Auto zur Werkstatt.

Dienstag dachte ich, ich begebe mich selbsttätig wieder in die Welt. Mit der U-üç zum Rüdi, dann mit dem Bus nach Steglitz und dann ich bin schon da. In der U-üç traf ich die halbe Freie Universität, die offenbar dienstags im 7:30h Richtung Campus fährt, im Bus dann diverseste Schüler*innen.

Hätte ich nicht Friedrich-Wilhelm- und Walther-Schreiber-Platz verwechselt, wäre es auch so gelaufen. So schloss ich noch einen kurzen Abstecher in die U9 an, immerhin traf ich dort ein Huhn auf einem Rollbrett.

Raum Blau -> Raum Röntgen -> Raum 2

Mein Plan war einfach: Ich schlage beim Orthopäden auf. Der Arzt schüttelt traurig den Kopf, sagt „was machen sie denn hier?“, schickt mich dann einmal alibihalber durch das Röntgen und dann sehen wir uns nie wieder.

Was geschah: Ich habe jetzt Orthese und Tapeverband an Hand und Fuß, mehrere weitere Termine und sollte die linke Körperhälfte möglichst nicht bewegen. Einmal gebrochen, einmal vermutlich ein Haarriss – und ich bin asynchron.

Wobei die Praxis vorbildlich organisiert war. Jede Kommunikation war super verbindlich, für „Orthopäde – Akutsprechstunde – nach dem Wochenende“ kam ich super schnell und gut dran, alle Auskünfte waren verbindlich und obwohl die ganze Praxis offenbar ein wenig gehetzt und gestresst war, nahmen sie sich Zeit und waren freundlich.

Extra für mich hatten sie auch noch IT-Support organisiert, der sich um den Praxis-Rechner kümmerte, was ich natürlich hoch interessiert verfolgte.

Noch ein kurzer Zwischenstopp im räumlich deprimierendsten Sanitätshaus, das ich je sah, und dann nach Hause.

Gerne wieder – ach, ja, wird ja stattfinden.

Im Einhandbetrieb

Ich lebe rechtslastig im Einarm- und Anderthalbeinbetrieb.

Dieses Blog zu, Beispiel entsteht mir rechts. Zumindest derzeit. Die linke Körperhälfte ist lahm gelegt. Einhändig tippen ist gar nicht so angenehm, zumal das auch schnell zum Einfingertippen wird. So langsam wie jetzt will ich nicht tippen.

Immerhin darf das Hirn weiter in alle Richtungen durch die Gegend hüpfen. Wie ich das durchhalte? Schauen wir mal.

Das letzte mal in vergleichbarer Situation war ungefähr 1986 bei einem Bänderanriss. Damals habe ich mit Gipsfuss Fußball gespielt. Ich glaube das war nicht im Sinne des Arztes, aber von dem speziellen angerissenen Band habe ich trotzdem seit 40 Jahren nichts mehr mitbekommen. Insofern betrachte ich die Fußballtherapie retrospektiv als erfolgreich.

Dieses mal werde ich nicht Fußballspielen, versprochen. Und die Zahl der Radtouren mit Handgelenkshaarriss bleibt auf eine beschränkt. Auch versprochen.

Also rumsitzen, Beine hoch und schauen.

Flimmerbilder, starke Körper

Kurz überlegte ich, mir aus dem Supermarkt einen Netflix-Gutschein mitbringen zu lassen. Dann denke ich, dass ich ja prinzipiell Filmfriend und die arte Mediathek habe. Netflix wäre nur für den Fall, dass ich hirnlichen Leerlauf benötige, etwas für Stunden ohne Aufmerksamkeitsfähigkeit.

Und naja, das geht mit Sport im Fernsehen immer noch besser für mich. Zumal langsam, sehr langsam, meine „ich bin persönlich beleidigt von den USA“-Stimmung etwas abklingt. Ich bin wieder in der Lage, die New York Times oder das New York Magazine zu öffnen und vielleicht sollte ich es noch mal mit meinem Herzenssport College Football versuchen.

Zumal es wieder College Football legal in Deutschland im Stream gibt. Ich versuche es für einen Monat. Erstmal schauen wie sich die UAB (University of Alabama, Birmingham) bei den Memphis Tigers schlägt und dann den Sieg der Tennessee Volunteers über Arkansas betrachten.3,4,5,6,7

Die neue Plakettenfarbe ist aber schon hässlich

Die Werkstatt war schnell. Schon nach einer Stunde riefen sie an, teilten mit, was noch an Reparaturen zwischen uns und der HU-Plakette steht. Das war insgesamt ein erfreulicher Anruf.

Unser Plan, ein zehn Jahre altes Auto zu kaufen und dieses Auto mindestens zehn weitere Jahre lang zu fahren, hat einen entscheidenen Schritt nach vorne gemacht: Die TÜV-Plakette ist gesichert. Diese reicht jetzt bis Oktober 2028, dann würden wir den Subaru über 10 Jahre fahren, er wäre insgesamt über 20 Jahre alt.

Er kam besser durch die Prüfung als gedacht. Natürlich fand die Werkstatt vorher noch was, hey, das Auto ist 18 Jahre alt, aber mit einem Traggelenk an der Achse (vorne rechts), zwei neuen Reifen und einem neuen Verbandskasten kamen wir gut davon. Für knapp 700 Euro gibt es zwei Jahre mehr Subaru.

Und der Wert des Gefährts hat sich dadurch vermutlich wieder verdoppelt. Auto heil, Fuß kaputt, Hauptsache mobil.

Plakette in RAL 8004 / „kupferbraun“

Links

Meine Lebensmittelentdeckung des Jahres: Eine Salzbuttersorte

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Sticker statt Folie: Brett­spie­le künftig anders versiegelt

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Der Anfang vom Ende ist wie so oft ein Sturz. Irgendetwas funktioniert nicht mehr richtig, der Mensch fällt hin, etwas geht kaputt

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Mit großer Freude erzählt Schleifen von der stumpfen Macht der Sprache, höherer Mathematik und allerhand Absonderlichem. Päpste werden gewählt, Menschen gehen in Kreisverkehren verloren und in Italien entsteht ein merkwürdiger Kleinstaat.

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Sehr spannend. Ich bin ja über eine Punk-DIY-Ecke ins Internet gekommen. Die Einstellung war klar: lieber ein Konzert vor 30 Leuten in einer ungeheizten Halle mit schwierigem Strom als ein großes Rockkonzert, wenn wir das 30-Leute-Konzert selbst organisieren und kontrollieren. Ich liebte das selbstgemachte html-Geklöppel und meine wahre spirituelle Heimat war Wikipedia. Die ganzen „großen“ Plattformen (Facebook, Twitter) habe ich zwar mal besucht, weil es mir zeitweise unvermeidlich schien, aber selbst bei Twitter war ich immer mit innerer Distanz und großer Skepsis unterwegs. Zu sehr war ich Rage against the machine und zu sehr war Twitter offensichtlich Teil der Machine. Dementsprechend leicht fielen mir alle Abschiede, mein innerer 25jähriger stand mit stolzgeschwellter Brust in mir herum und sagte „Told you so!“. Sehr spannend, die komplett andere Perspektive zu lesen: Twitter wurde über viele Jahre meine Heimat im Netz… Facebook war dagegen bis 2018 mein Wohnzimmer. .. Im Februar 2018 haben Gunnar, Lars und ich ein eigenes Format gestartet: #9vor9. Jeden Dienstag um 8:51 Uhr, neun Minuten lang, die digitalen Themen der Woche. Gesendet haben wir live auf Facebook, weil dort am meisten los war.

Anmerkungen

  1. Drei Stufen! Wirklich. Ich habe ja meiner eigenen Erinnerung nicht mehr getraut. Aber der Fall war sogar höher als ich erinnerte. Da hätte ja ernsthaft was passieren können. ↩︎
  2. Oder waren es sogar vier? Wie werden Stufen eigentlich gezählt? Ich würde jetzt sagen „von unten“. Der Boden zählt nicht mit, aber der Schritt von der obersten echten Stufe auf den Absatz zählt. Also sogar vier Stufen. ↩︎
  3. Soviel amerikanischen und liebe zum Pathos habe ich mir immerhin erhalten, dass mir da das Herz aufgeht: Marching Band, Segen, Fahnen, Feuerwerk und ein ganzes 100.000-Leute-Stadion das mitsingt: University of Tennessee Pregame ↩︎
  4. Ich sollte da dringend noch mal in meinem Leben hin. Vielleicht so nach Chicago fliegen und dann mit Amtrak dem Zug City of New Orleans die Great Migration rückwärts fahren: Chicago, Memphis, Jackson, MS, New Orleans. Immer mit ein paar Tagen aufenthalt. Und wenn dann doch noch Zeit und Geld übrig ist, weiter mit dem Crescent als Direktverbindung Richtung über Birmingham, Alabama und Atlanta nach Washington D.C. ↩︎
  5. Wie viele Züge gibt es schon, denen ein Folk-Klassiker gewidmet ist? ↩︎
  6. Wobei sich seit Guthries Zeit der Fahrplan geändert hat. Bei Guthrie fährt der Zug tagsüber zwischen Chicago und Memphis und nachts zwischen Memphis und New Orleans. Mittlerweile ist es umgekehrt. Aus dem Fenster schauen lohnt inzwischen vor allem im Mississippi-Louisana-Teil der Strecke. ↩︎
  7. Wobei schon der Song von 1972 ein nostalgischer Rückblick ist, weil zu dieser Zeit Züge als ernsthaftes Verkehrsmittel in den USA verschwanden. Ich würde die verwegene These aufstellen, dass dies die Zeit war, als die USA begann, sich von sich selbst zu entfremden und ihre Selbstwahrnehmung als ein Kulturraum zu verlieren. Wer nur von A nach B fliegt ohne den Raum dazwischen wahrzunehmen, verliert viel. ↩︎

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