Schlagwort: Brokkoli

  • 25-10-18 Aus dem Schattiernetz fiel ein Ei

    25-10-18 Aus dem Schattiernetz fiel ein Ei

    Gemach! Alle Entspannen!

    In einer Liste aus der Mode gekommener Worte stieß ich auf den Imperativ Gemach! (im Sinne von gemächlich) und beschloss, diesen auch öfter zu verwenden.

    Ein Motto, dass diese Woche gebraucht hätte. Auch der Freitag fühlte sich so gar nicht an wie ein Freitag, sondern hatte starke Montagsvibes. Aber es ist vorbei, jetzt sitze ich neben dem Kamin, höre Monika Roscher, und wenn es nicht stockdunkel wäre, würde ich Garten, Feld und Himmel sehen.

    Es war ein Tag des mobilen Arbeitens und ein Indian-Summer-Tag auf den Latifundien.

    Madame bekochte mich. Unter anderem mit dem gemüslichen Brokkoli. Der kam den Möhren von letzter Woche nach: Optisch gar nicht mal so ansprechend. Aber im Geschmack eine Brokkoligkeit? Wie sagt man, wie pflanzengewordenes Brokkoli-Konzentrat. Wie intensiv dieser Kohl schmecken kann. Meine Güte! Wie Großartig.

    Ganz anders aber auch wiederholenswert Gemüsli-Fenchel-mit-Crowdfarming-Mango-Salat.

    Die Schöneberger Dachbaustelle arbeitet sich von rumpelnden Ukrainern hin zu einem schlecht gelaunten original Berliner Dachdecker vor. MMB arbeitet an seinem ersten IT-erklär-Video.

    In Wilmersdorf existiert die Hui-Buh-Bibliothek. Offiziell ist es die Eberhard-Alexander-Burgh-Bibliothek. Aber da dessen Ruhm vor allem auf der Erschaffung von Hui Buh, dem Schlosssgespenst, beruht, ist es für mich die Hui-Buh-Bibliothek.

    Mich passierte ein Mann mit Union Jack auf der Jacke und darüber eine Aufschrift „geographical norway“. Sofort versuche ich, eine ungefähre Rahmenhandlung für einen Alternative-Geschichte-Roman zu entwerfen, in dem diese Flaggen/Landes-Kombination nicht nur Sinn ergibt, sondern auch relevant ist.

    Danach zum Edeka No. 1

    Ich bin ein braver Kollege. Wenn eine Lieblingsbadleiterin sagt, ich soll in ihr Bad kommen und schwimmen gehen, dann kann ich mich kurzfristig haselantisch herausreden. Aber natürlich gehe ich schwimmen.

    Am Freitag loggte ich mich aus dem Rechner aus und stieg ab in den 187er nach Lankwitz. Ich schwamm ein paar Bahnen, betrieb ein paar Bahnen improvisiertes Wassertreten hinter unpassierbarem Treibholz, winkte an den Beckenrand, und beendete die Beckenzeit unter dem künstlichen Wasserfall..

    In Lankwitz ist Action!

    Bereits vorher hatte ich mir die Mio-Mate-Einladung ins BBL-Büro besorgt – wo ich erst ausgefragt wurde „Wie viele Bahnen? Welche Zeit?“ und dann genötigt werden sollte, mich zu einem Besuch pro Woche zu verpflichten.

    Grün zu Gelb zu weg

    Ist es das Gartenwochenende der Gartenwochenenden? Die Sonne lockte noch einmal Hummel, Schwebfliegen und Tagpfauenaugen hervor. Untermalt vom Dauerttröten der Kraniche und Gänse, die mal zu hören sind, mal zu sehen, mal als Einzelvogel, mal als Trupp. Gelegentlich fliegt ein Schwarm Stare vorbei – so niedrig, dass ich vermeine, meinen Arm nach ihnen ausstrecken zu können.

    Der reichliche Regen des Jahres brachte nur nicht ungewohntes Grün im Sommer, sondern jetzt auch eine Farbexplosion von Grün (Apfelbäume), zu gelb (Pfirsich) zu rot – leuchtend in der Sonne.

    Nur mühsam rafften wir uns auf, den Garten langsam auf den Winter vorzubereiten. Ich begann das Schlußmähen (Fortsetzung nächste Woche), Madame montierte das Schattiernetz von der Pergola ab. Dabei fiel ihr ein zerbrochenes Ei in die Hände – Hühnereigröße. Wir können ausschließen, dass da oben ein Huhn brütete. Aber wie sonst kam das Ei dorthin?

    Land der Haseln

    Ich befragte den Halluzinator zum Wort Haselant – vielleicht fände er noch ein paar schöne Literaturstellen oder hätte Anekdoten zum Wort.

    Der Halluzinator allerdings machte, was er am besten kann: Halluzinieren. Erst erzählte er, Haselant sei das Land der Haseln. Konnte natürlich auf Nachfrage keine Fundstellen liefern.

    Dann schubste ich in die richtige Richtung: „Denke an Narr oder Scharlatan.“ Damit verortete er den Haselanten im 16. Jahrhundert – wieder ohne einen Beleg angeben zu können.

    Erst als ich ihn mit Nachdruck auf das 19. Jahrhundert hinweis, fand er Textstellen bei E.T.A. Hoffmann, Theodor Storm oder Theodor Fontane und fand auch eine Bedeutung „Mensch, der viel und schön redet, aber ohne Sachkenntnis/ Mensch ohne Charakter“. Da fiel es mir auf:

    Der wahre Haselant ist der Halluzinator selber.

    Back to the 80s

    Angesichts von Madames Bibliotheksausflügen, diskutierten wir Zeiten, in denen in Bibliotheksbüchern noch echte Stempelkarten waren, in denen jeweils der Rückgabetermin eingestemptelt wurde. Wir haben fanden es immer sehr spannend zu sehen, wie oft oder selten ein Buch ausgeliehen wurde und wie lange die Zeiträume des Nicht-Verleihens waren.

    Madame fiel auf, dass ein Buch ja nicht nur in der Bibliothek lebt, sondern quasi eine Reise durch Privathaushalte erlebt, schon auf den verschiedensten Tischen, Ablagen und Sofas gelegen hat. Sofort hatte ich eine vage Romanhandlung im Kopf, ein Episodenroman, zusammengehalten durch ein Buch, das durch Berliner Haushalte wandert.

    Die Stempelkarten-Erinnerung passte in die 80/90er-Thematik der Woche. Madame liest aktuell ausgeliehen den Inspektor-Linley-Roman, der ungefähr 1988 spielt. Nicht nur, dass andauernd geraucht wird, und ebenso oft Sherry, Brandy, oder Whisky, getrunken, auch taucht als neuste Errungenschaft der Computer Room bei Scotland Yard auf, in dem man auf eine Datenbank zugreifen kann, in die alle Außenstellen(!) Daten einpflegen können.

    Dazu passend, bei Klassik Pop et cetera Moses Pelham mit Musik seiner Kindheit und Jungend, die zeitlich stark mit meiner Kindheit und Jugend überlappte – und ich könnte ihm stundenlang zuhören, wie er darüber redet. Offensichtlich ist er mit jeder Faser seiner selbst Musikfan, schafft es über Musik (in toller Stimme auch noch!) einerseits reflektiert zu reden, aber gleichzeitig mit der Begeisterung eines hingerissenen Liebhabers. Großes Kino.

    Darauf Metall auf Metall.

    Etwas Täubchen, etwas Franzbrot

    Herr Buddenbohm empfiehlt die Grabowsche Kur Etwas Täubchen, etwas Franzbrot und gerne möchte ich sie dem Motto Gemach! unterstellen.

    Alternativ: Mit dem Zug von Zürich zum Schneehuenerstock und wieder zurück: Auszeit auf 2650m Höhe.

    Wer Knarf Rellöm zitiert, gehört zu den Guten: Trotzdem!

    Junior Thiel kauft mit Papa sein erstes Auto. Eine Geschichte in sehr vielen Akten: Von Der Junior wird im September volljährig sein bis zum aktuellen Zwischenstand in Folge 12(?): der Carport liegt voller Motorteile und Werkzeug,

    Auch meine Mutter war vierzig Jahre lang Rettungswagenfahrerin und kann all die Berg- und Talstraßen fast mit verbundenen Augen bei Tempo 100 befahren. Sie hatte natürlich eine Meinung über den Fahrstil meines Vaters und mein Vater hatte eine Meinung über den Fahrstil meiner Mutter. Zusammengefasst würde ich sagen: war kein gutes Thema.

  • 23-06-06 Ein Weg in einer Kurve (DER MASTERPLAN)

    23-06-06 Ein Weg in einer Kurve (DER MASTERPLAN)

    Als ich auf dem Balkon die Wäsche aufhängte, sah ich auf dem Bürgersteig gegenüber und eine Frau in weißer Schlaghose mit schwarzem Top von rechts nach links durchs Bild laufen. Und von links nach rechts. Außerdem fuhr sie mit dem Fahrrad einmal quer. Anscheinend sollte ich mir dieses Jahr weiße Schlaghosen und ein schwarzes Top besorgen, um im Trend zu liegen.

    Damit uns die Baustellen nicht ausgehen, wurde auf der Straßenseite gegenüber eine neue aufgebaut. Diese umfasst mehrere Dutzend Meter Busspur. Die Absperrung wirkt ungeahnt professionell für diese Gegend. Anscheinend soll es länger dauern.

    Und die Baufirma wurde vielleicht nicht gestern als UHG-Tochter Ltd gegründet, die zum Firmengeflecht einer SE (Gibraltar) gehört, während der analphabetische Geschäftsführer in einem Schuppen in Rumänien sitzt und für 20 Euro irgendwas unterschrieben hat. Vielleicht ist hier eine echte Baufirma tätig!

    Der Masterplan

    In der Post lag der Hagen-Studienausweis für das Wintersemester ’23/’24. Dies ist ein geeigneter Moment, um meinen mehr als vermessenen Plan für das weitere Studium niederzuschreiben. Für später zum Kopfschütteln und „Haha!“ sagen.

    • Also Bachelor Wirtschaftsinformatik zu Ende, Wahlmöglichleiten möglichst weit Richtung Informatik ausreizen. Zusätzlich Mathekurse im Akademiestudium.
    • Danach Master Wirtschaftsinformatik. Wahlmöglichleiten möglichst weit Richtung Informatik ausreizen. Zusätzlich Mathekurse im Akademiestudium.
    • Danach Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung. (Der liegt so zwischen Informatik und Mathe wie Wirtschaftsinformatik zwischen Informatik und Wirtschaftswissenschaften liegt). Durch die Anrechung der ganzen Mathe- und Informatikkurse aus den Vormestern geht das hoffentlich übersichtlich schnell. Dort die Wahlmöglichkeiten in Richtung Mathe ziehen.
    • Und wenn ich das dann habe, habe ich die formalen und inhaltlichen Voraussetzungen für den Master in Mathematik erworben.

    Andererseits: Eskalation kann ich. Es begann damit, dass ich vor einem geschlossenen Stadtbad Schöneberg stand und weitere Bäder erkundete. Dann kam ein Blog und ein Quartett hinzu und mittlerweile arbeite ich bei der Anstalt.

    Oder ich schaffe einfach NIE diesen Kurs in Algorithmischer Mathematik und humple mich irgendwann mit letzter Kraft zum Bachelor Wirtschaftswissenschaft. Aktueller Stand: Nach vier Stunden des Grübelns und Recherchierens kam ich darauf, warum ein Pfeil → in der Aufgabenstellung ein Pfeil mit Querstrich ↦ ist – und warum der Querstrich diese Aufgabe deutlich verkompliziert. Es geht nicht um eine Funktion, sondern um einen Weg in einer Kurve. Mon dieu!

    Haselnüsse und Brokkoli

    Sonntägliche Gartenbeobachten: Letztes Jahr war ein gutes Apfeljahr. Dieses Jahr wird ein gutes Blattlausjahr. The Swingin‘ K’s sind zurück im Garten. Und das freute mich sehr.

    Blühender Rosenstrauch, Stanwell Perpetual, mit weißen und blassrose Blüten

    Besuch aus Wochenend-West erzählte vom Urlaub in Cuneo (Piemont). Endlose Landschaften mit Haselnussbäumen. Und ihre Vermieterin: „Alles Nutella.“

    Herr southpark, woran merken Sie, dass sie alt werden? – Ich sah eine Werbung *zwinker* *zwinker* für Cannabisblüten, die *zwinker* von Brokkoli sprach. Und ich dachte: „Ach schade, Brokkoli hätte ich spannender gefunden.“

    Ich lernte: Der Hauptzweck von Privat-Alarmanlagen liegt darin, im Haus einen derart betäubenden Lärm zu veranstalten, dass es der/die/das Dieb vor Schmerz nicht aushält und flieht.

    In der achten Klasse hielt ich einst ein Referat über Billy Joel. Mein Musiklehrer war verwundert, warum ich einen vollkommen unmodernen Sänger als Thema wählte. Ich finde, Joel hat sich über die Jahrzehnte besser gehalten als Vieles, was 1990 modern war. Und vielleicht spürte ich schon damals einen gewissen New York State of Mind. Joel spielt 2024 sein letztes Konzert im Madison Square Garden. Die New York Times zitiert den New Yorker Bürgermeister Eric Adams mit „There’s only one thing that’s more New York than Billy Joel. And that’s a Billy Joel concert at MSG.” Ein schönes New-York-Video auch von Billys Lieblingssong: Scenes from an Italian Restaurant.

    Passend: Dieses begeisternde Outdoor-Dining-Cover des New York Magazines.

    Frau Herzbruch erzählt von Harz im Jugendhandball. Da kommen viele klebrige Erinnerungen hoch. Inklusive meiner späteren Befriedigung als unser ewiger Angstgegner als TSV Hannover-Burgdorf in die Handball-Bundesliga aufstieg.

    Comic: Wie lebt es sich als komplett farbenblinder Mensch. A Vision in monochrome.

    „The peanuts are still on board the aircraft, boarding will be withheld until clearance is given!“

    TwinDos Nummer 2 meldet, dass es fast leer ist.