Schlagwort: Corona

  • 26-05-07 He reads

    26-05-07 He reads

    Madame las Fernuni im Volkspark. Später filmte sie den Fuchs.

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    Auf der Kreuzung eine Nachtvermessung. Ein oranger Mann mit Messgerät, ein oranger Mann mit Stab, der vom Messgerät anvisiert wurde. Der Stab erhellte die Kreuzung im funky Leuchtdesign.

    *

    Die erste Rolltreppe am Südkreuz ist repariert. Leider an einer Stelle, die mir nichts nutzt. Aber wenn die Deutsche Bahn in dem Tempo weitermacht, ist sie schon Anfang 2028 mit allen defekten Rolltreppen durch.

    Immerhin ist der Dönerstand jetzt wieder unter 100 Treppenstufen erreichbar.

    *

    In der S-Bahn. Zwei Jungs, noch in Trainingsjacke vom Rugby-Club, unterhalten sich ob ein Ring eine geometrische Figur sei und ob die eher achteckige Ringbahn nicht falsch benannt ist, und Achteckbahn heißen müsste.

    Ein Pärchen, das mir in Kleidung und Akzent sagte „Wir-sind-british-upper-class-aber-in-cool“ zerstritt sich bis auf Tränen über die Frage, ob sie jetzt in Tempelhof umsteigen oder nicht.

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    Es waren drei Arbeitstage mit Klavier-Hochamt und New-York-Backalleys auf 35mm anamorphic.

    Parkplatz-Garten-Nacht-Goldregen

    Motten in Masken

    Die Verkaufserdbeere am Südkreuz begann Erdbeerverkauf mit famos erdbeerig schmeckenden Erdbeeren für 30 Cent das Stück (= 6,60€ für ein Pfund).

    Madame fuhr in den Süden. Dort kaufte sie ein. Noch müssen wir uns daran gewöhnen, mit der U-Bahn eine Station in die „falsche Richtung“, Richtung Vorstadt zu fahren, und dort BioCompany, Buchhandlung und Fleischerei zu finden. Das funktioniert, fühlt sich aber komisch an.

    Auf den Latifundien sammelte Madame einen weiteren kleinen Erbteppich für Teppichreinigung Abbasi ein. Der Teppichreiniger konnte sich nicht mehr an Wohnung-in-Schwimmbad erinnern. Aber sofort erinnerte er sich an „Ah, der Woll-Kazakh!“. Entgegen unseren Vermutung war der kleine latifundinische Teppich gar nicht aus Polyester, sondern besteht auch aus Wolle, wurde aber maschinengeknüpft, und wird bald sauberer sein.

    Überhaupt besser werden Schals und Handschuhe sein. Im Alt-Corona-Stoff-Masken-Schal-Handschuh-Vorrat entdeckte Madame einen Rückzugsort der Kleidermotte, entsorgte einen Teil der Sachen und ihrer Behältnisse. Der andere Teil darf ein paar Wochen in den Tiefkühler.

    Hochamtlich

    Das erste Berliner-Klavierfestival-Konzert wurde im Radio ausgestrahlt und liegt jetzt in der Mediathek: Rhythmusgötting Sophia Liu. Der Kaptain hörte bereits via Alexa.

    Während des Klavierfestival noch nachklingt, überstürzen sich die Kulturereignisse. Diesmal in besonders schnellem Wechsel. Nach dem Mittwochs-Festival-Hamelin folgte ein Montags-Philharmonie-Sokolov. Mein erster mündlicher Eindruck war „Es war anders“. Was einerseits nichtssagend ist, andererseits untertrieben, aber vor allem vollkommen korrekt. Bei Hamelin und Sokolov handelte es sich theoretisch um dasselbe Genre, Klavierkonzert. Aber alles war anders. Sehr.

    Statt im kleinen Saal im Konzerthaus (300 Plätze), waren wir im großen Saal der Philharmonie (2400 Plätze). Statt Nehru-Jacket (Stephen Hough) oder Flatterhemd (von Eckhardstein) trug Grigori Sokolov Frack. Statt Stücken aus den entlegenen Ecken des Repertoires waren es Hauptwerke von van Beethoven und Schubert. Und das war erst der Anfang.

    Sokolov ist laut diversen Internetseiten, laut Le pianiste und laut Madames Klavierfestival-Freunden der künstlerisch bedeutendste Pianist, der derzeit auf der Erde wandelt. Er gibt keine Konzerte, er zelebriert Klaviermessen. Wo das Festival sich immer ein wenig nach familiären Arbeitstreffen anfühlte, so „kann dieses Stück überhaupt von einem Pianisten dieser Welt gespielt werden“ war das hier reine Zelebration, und ein komplett anderer Stil.

    Hatte ich bei Hamelin immer das Gefühl, er spielt 20 Töne aus drei Takten gleichzeitig und ich kann sie alle einzeln wahrnehmen, erzeugte Sokolov einen Klang; der dann ein wenig in der Luft hängen durfte bevor der nächste Klang kam. Das war auf seine Art eindrucksvoll, aber ich ertappte mich bei dem Gedanken: „Könnte ich vielleicht die Passacaglia von letzter Woche nochmal hören?“

    Bis die Zugabe kam1. War das alles bis dahin sehr schön und sehr gesetzt, drehte Sokolov richtig auf. Der Klang hing nicht mehr nachhallend im Raum, er flog. Aus dem „wir-klatschen-begeistert-weil-wir-hier-sind“ wurden bei Zugabe 2, einem Brahms-Intermezzo, hingerissene Standing Ovations des Publikums2.

    Insgesamt hörten wir sechs Zugaben, ich verstand wie Sokolov zu seinem Ruhm kam.

    Unlimited hier, unlimited dort

    Kaum habe ich ein Kino-Abo, entdecke ich lauter weitere davon. Nach MUBI+Go und der UCI Unlimited Card, entdeckte ich das Cineville-Abo. Wäre ich nicht schon bei Yorck Unlimited wäre das eine Alternative. Ein Abo (20€/Monat) für zahlreiche Indie-Kinos bundesweit, von Braunschweig bis Freiburg, darunter das legendäre Hamburger Abaton oder die Kölner Filmpalette, in der ich noch letzten Freitag war.

    Auch in Berlin sind 14 Kinos dabei. Alles spannende Orte; aber halt ohne die Yorck-Kinos und für mich überwiegend ungünstig gelegen. Ich bleibe wo ich bin und ich nutze Yorck Unlimited.

    Ich war im Kino. Die eklektische Klassiker-Überraschungsreihe Best of Cinema brachte Three Days of the Condor, von 1975 von Sydney Pollack mit Robert Redford und Faye Dunaway ins Kant-Kino3.

    Ein Film von 1975

    Um mit dem Tiefpunkt anzufangen. Der Film ist sehr 1975 und kreist um seinen Hauptdarsteller. Die einzige relevante Frauenrolle (Kate / Faye Dunaway) kreist um diesen Hauptdarsteller. In diesem Film in der ganz besonderen Variante:

    „Irgendein Typ entführt mich mit auf der Straße mit einer Waffe, fesselt mich in meiner eigenen Wohnung und redet ziemlich wirres Zeug. Natürlich habe ich mich sofort in ihn verliebt.“

    Was auch sonst?

    This was the world I was born into.

    Ein Film über die C.I.A.

    Im Film geht es um das zynische Innenleben eines Geheimdienstes.

    Der Plot trägt den Film, sollte aber generell nicht allzu genau betrachtet werden.

    Wichtig ist: Alle Beteiligten auf allen Seiten arbeiten für die CIA, bei steter Unsicherheit wer gerade auf welcher Seite ist. Noch wichtiger: Die Hauptfigur Joe Turner (Redford) ist kein Agent, sondern ein „Reader“ – jemand, der für die CIA Romane in entlegenen Sprachen liest und Plot-Points sowie Verfahren in einen Computer füttert – also ein literarisch interessierter Nerd.

    Auf die konsternierte Frage eines CIA-Chefs hin, wie Turner ihnen immer noch entkommen kann, lautet die Antwort „He reads. He knows things.“

    Ein Film in New York

    Vor allem verkörperte der Film seine Zeit und seine Stadt. Männer tragen noch Krawatten, aber unter Pullundern in wilden Farben mit braunen Ledersackos und Cordhosen. Die Haare sind selbst bei der CIA länger, die Kragen groß. Einige Offiziere der CIA können sich noch an die Zwischenkriegszeit kurz nach dem Ersten Weltkrieg erinnern.

    Im Büro steht ein großer Desktop-Computer mit winzigem Display in grün-schwarz, daneben Fernschreiber, Bücher, Schreibmaschinen. Die Zeiterfassung läuft über ein Buch.

    Die New Yorker Seitenstraßen sind voller Straßenkreuzer mit gelegentlichen VW Käfern. Joe Turner selbst fährt Fahrrad, Kate einen Geländewagen, der so aussieht als hätte er noch im Koreakrieg gedient.

    Joe ist nicht nur Reader sondern auch Hacker. Mit Spezialgerät flüchtet er sich in einen Leitungskeller, schaltet Telefonleitungen zusammen und kann anhand der Pieptöne ermitteln, welche Nummer angerufen wurde.

    Unterlegt ist es von Dave Grusins funky-souligem Soundtrack, einschließlich des besten aller Songtitels Sing Along with the C.I.A.

    This was the time the modern world as we know it was born.

    Stilistisch durchaus passend: Kant-Kino Saal 1

    Straßenquerungsdresscode

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    Straße überqueren für Anfänger*innen und professionell.

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    Die Kaltmamsell beendete die Ära des Kommentierens in ihrem Blog.

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    Prüfungen in Zeiten von KI und allumfassender Mobildaten: Schülern ist zum ersten Mal zur Prüfung ein gewisser Dresscode vorgeschrieben worden. Alles mit Knöpfen oder Kapuzen ist verboten.

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    Ich lag auf dem Rücken auf einer Decke, schaute in die Äste eines Baumes mit Zapfen dran, dahinter blauer Himmel. Eventuell bin ich kurz eingeschlafen. Ich las im Buch weiter, wir machten ein kleines Picknick, es wurde geschnitzt. Im Grunde wirkt das Gelände wie ein riesiger Krater, oben drüber kreiste ein Raubvogel und einmal flog ein Hubschrauber vorbei. Die Grillen zirpten.

    Anmerkungen

    1. Wie wir im Nachhinein lernten, spielt Sokolov immer ein eher kurzes identisches Programm und immer sechs Zugaben, die sich je nach Auftritt ändern. Vielleicht auch ein Umgang mit seinem Alter, das ihn das gesetzte Programm vorsichtig gestalten lässt und dann die Freiheit lässt je nach Tagesform nochmal richtig aufzudrehen. ↩︎
    2. Ein erheblicher Teil des Publikums war russisch. Was die Frage aufwarf, „wie hältst du es mit dem Krieg, Grigori?“ Wir lernten im Nachhinein: Sokolov gilt als extrem verschlossen und äußerst sich seit Anbeginn aller Zeit zu nichts außer zu Klavierspielen. Aber er spielte Konzerte zugunsten humanitärer Ukraine-Hilfe und zu Ehren eines Anti-War activist Pianisten, hat zudem seit 2022 „aus besonderen Gründen“ die spanische Staatsbürgerschaft. ↩︎
    3. Yorck Unlimited No. 22 – damit 10,82€ pro Karte. ↩︎

  • 25-11-11 Sieben Semester, 180 ECTS

    25-11-11 Sieben Semester, 180 ECTS

    Sieben Wochen nach Abgabe der letzten Klausur, meldete sich das Prüfungsamt: Die Klausur ist bestanden. Damit sind jetzt 18 von 18 geforderten Modulen erfolgreich abgeschlossen, 16 Klausuren bestanden, eine Seminararbeit und eine Bachelorarbeit erfolgreich abgegeben.

    Durch. Es fehlt nur noch die Formalie der Zeugnisausstellung. Dann bin ich durch und darf ein paar neue Buchstaben an meinen Namen hängen. Wenn ich das Zeugnis habe, bin ich southpark, M.A., B.Sc. Zum Bachelor in sieben Semestern – das hätte mein damaliges Präsenz-Studiums-Ich für komplett absurd gehalten.

    Das letzte i-Tüpfelchen auf dem Bachelor bildete also das Knowledge Management – und irgendwie ist das für mich auch passend.

    Wo wir bei absurd sind: mit Corona und Umzug passiert so viel Anderes im Leben dass wir so gar nicht zum Feiern kommen. Und auch die eigentlich nötige innere und äußere Studiums-Rekapitulation wird doch zahlreiche Gedanken an die Gegenwart überlagert. Aber das wird.

    Es waren drei Tage zwischen Covid- und Nachcovid, sonntäglicher Erholung und recht normaler Arbeit.

    Meine Covid-Tests sind seit Sonntag wieder einstreifig, von Madames zwei Streifen wird einer zumindest wieder heller.

    Hätte ich noch Geist für die Schöneberger Wohnung würde ich staunen

    Die Stadt rutscht in den Herbst, noch bedarf es Gewöhnung. Die Zahl der Unfälle- und Unfallspuren nimmt deutlich zu. Alleine heute passierte ich dreimal die Innsbrucker Platz – zweimal war jeweils die Polizei dabei einen neuen Unfall auf dem Platz aufzunehmen.

    Die Durchfahrt zum Schöneberger Hinterhof, gerne Lagerort für kaputte Flaschen, leere Capri-Sonne und Kinderklamotten, wurde frisch gestrichen. Ich glaube auch die Lampe wurde erneuert. Irgendjemand (im Zweifel immer die Käufer der unfassbar überteuerten ausgebauten Dachgeschosswohnungen) versuchen sogar die Durchfahrt die Hinterhof abzuschließen. Fast wäre ich neugierig wie es sich entwickelt.

    Vor der Haustür heute Abend eine Gruppe von acht Chinesen. Zehn Minuten später waren diese verschwunden, dafür waren in Wohnung 3R – ehemals Heimat der inzwischen in Kanada lebenden Ukrainer – acht paar Schuhe vor der Tür.

    asus sdrw-8d2s-u open without power

    Offenbar wollen auch weitere Haushaltsgegenstände die Gelegenheit nutzen, sich zu verabschieden. Der externe DVD-Player asus sdrw-8d2s-u verabschiedete sich auch, und konnte nur mit List und Tücke dazu veranlasst werden, die DVD (natürlich aus der Bibliothek ausgeliehen!) wieder auszuspucken.

    Sachen gehen, Sachen kommen. Nun probierte ich auch unquick commerce, aka einen Lebensmittel-Lieferdienst mit einem Tag vorlauf. Knuspr hat nicht nur alles was wir brauchen, und charmante Eigenmarken, sondern auch ausgewählte Marks & Spencer-Lebensmittel, Münchner Wollwurst und drollige tschechiche Bistro-Artikel.

    Ich muss mal rechnen, wieviel mehr oder weniger es wirklich kostet – und ich muss mal in mich gehen, ob ich es für okay halte, andere Leute zum Mindestlohn meine Einkäufe durch die Gegend fahren zu lassen – aber es sparkt bei mir auf jeden Fall Joy. Zusammen mit gemüslichen Spitzkohl und Karotten und crowdgefarmten Mangos kamen für Krankheitszeiten ganz erstaunlich feine Mahlzeiten zusammen.

    Ein Hin- und her

    Mir träumte, Elif Oskan ist Gebäudechefin in unserer neuen Wohnung und ich muss irgendwelche Berichte abliefern. Das war aber alles so unklar, dass ich mehrfach aufwachte, und dann war noch alles unklarer. Irgendwann war ich so wach, dass mir auffiel, dass Oskan ja Köchin in Zürich und im Fernsehen ist und gar keine Badbetriebsleitung in Berlin – und dann schlief ich wieder besser.

    Anscheinend im Krankenlager zuviel The Taste geschaut.

    Die ganze Wohungsgeschichte.. ist es so unglaublich in allem. Irgendwie warte ich immer noch darauf, dass mich jemand in die Wange kneift und sagt „south, natürlich ist das alles nur ein absurder Traum.“

    Aber ein schöner. Und bisher scheint er weiter real zu sein.

    Auch komisch: wir haben weniger Platz und trotzdem kaufe ich neues Zeug. Bisher beschränkt sich das allerdings auf Regale – denn gerade, wenn es wenig Platz ist, sollten die Regale möglichst passgenau sein und wenige Zentimeter verschwenden. Und so trage ich IKEA-Kartons ins Gebäude, sage mir „heute nicht schwimmen, keine Zeit“, winke dem „Pförtner“ (laut le pianiste) und verschwinde wieder.

    In den nächsten Tagen kommt die Wilmersdorfer Küche, und das ist ein untrügliches Anzeichen für „Es wird ernst“. Noch wartet fast alles auf den Umzug. Aber wir sind weiterhin dabei, erste Transporte vorzubereiten. Das ehemalige Bett ist inzwischen in Schöneberg im Auto gelandet und wartet auf seinen Transport zum Recyclinghof.

    Das in-between-Bett ist in Wilmersdorf in der Wohnung und wartet auf seinen Aufbau. Ebenso das Badregal und der zweite Teil des Kellerregals. Das Kellerregal wiederum wartet in seiner Vervollkommnung auf die Handwerker, der noch vorher im Keller tätig werden muss.

    Und Bücher und CDs sollten eh noch einige diesen Haushalt verlassen.

    Hallo Ivar, das ist Wohnung. Hallo Wohnung, das ist Ivar.

    Schwimmbad – Resistance

    In Österreich: Klagenfurt, eine Stadt mit 100.000 Einwohnern hat mindestens sechs Jahre lang (2021 bis 2027) kein Schwimmbad. Nada, Null. Und dabei dachte ich Piefke immer, dass die Österreicher dass mit der öffentichen Infrastruktur zumindest noch besser hinbekommen als die Deutschen.

    Derweil in Hamburg: Die Kunsthalle möchte ein Freibad in der Binnenalster bauen. Ja, wirklich. Hamburger Kunsthalle: Reaktionen auf Neubau-Pläne des Direktors

    Unter anderem geht es um Island, aber schon bei der Überschrift war ich komplett überzeugt:
    ‘You Britons go to the pub, we go to the swimming pool!’: the European health habits worth adopting

    Und wo wir in die Ferne schweifen: Wer sich fragt: wo ist eigentlich der US Widerstand gegen MAGA, empfehle ich mal wieder Rebecca Solnit: In 2025 We Showed Up: Notes on Resistance to the Regime

  • 25-03-29 Solooboistin

    25-03-29 Solooboistin

    Madame liest jetzt das Helgoland-Buch.

    Im Internet lese ich erwachsene Menschen Ü50, die die neusten Internet-Trends und Memes referieren und bekomme spontan Mitleid.

    Auch im Internet lese ich, „Wirtschaftsinformatik ist das Gegenteil von Informatik“, und der olle Rechthaber in mir muss natürlich widersprechen. Ich nehme mal die drei Punkte, die ich für den Wesenskern der Informatik halte:

    • Es geht um Information, ist also prinzipiell abstrakt
    • Es geht immer um Wiederholbarkeit und generelle Verfahren, niemals um Einzelfälle
    • Maschinen sind beteiligt

    Dann würde ich eher sagen, Schnitzen, Töpfern oder Sandburgenbau sind das Gegenteil der Informatik.

    Das Fernuni-Sommersemester nähert sich. Ich warte noch auf die Bachelorarbeits-Themenbestätigung, habe aber schon vor der Personalabteilung den rituellen Teilzeitarbeits-Tanz für die Zeit der Bachelorarbeit vorgeführt.

    Noch aber kann ich mich den normalen Modulen widmen. Ich begann mit der Mikroökonomik, und wir wurden inhaltlich spontan Freunde. Fast lachen musste ich als ich eine Fußnote am Begriff der „Neoklassischen Theorie“ fand:

    Nicht zu verwechseln mit dem sogenannten Neoliberalismus. Die neoklassische Theorie ist eine mathematisch fundierte Theorie, die unter bestimmten Rahmenbedingungen vielfach empirisch überprüft ist. Neoliberalismus ist eine politische Ideologie, die auf dem Glauben beruht..

    Die CDU möchte das Informationsfreiheitsgesetz abschaffen und in der Zeitung mit den vier Buchstaben las ich den wildesten Aufhänger dazu „Fler verkracht sich mit seinem Freund Amthor.“

    Wobei ich mir nicht sicher, ob ich es schlimmer fände, mit Fler oder mit Philipp Amthor befreundet zu sein.

    Im Wohnungs-Treppenhaus wurde Briefkasten 25 aufgehängt. Angesichts von 12 Wohnungen im Haus ist das viel. Es scheint aber diesmal kein Briefkasten zu sein, der zu einer der Immobilienfirmen gehört, die bei uns residieren.

    Wahrscheinlich gehört er zum Anbau auf dem Hof, wahrscheinlich waren sie es müde, niemals vom Briefträger gefunden zu werden. Passend: Verlinkte ich Donnerstag noch den Artikel über die wachsende indische Community in Deutschland, wohnen jetzt Kumbukkal und Sunandan bei uns.

    Der Große fuhr erstmals mit der S-Bahn zur Arbeit, um das Chaos der gesperrten Autobahnbrücke zu umgehen, die verwirrenderweise Ringbahnbrücke heißt. Und was passiert: Die Ringbahn wird auch gesperrt, weil die Autobahn auf die S-Bahn zu fallen droht.

    Madames Töpferkurs hat eine neue Star-Teilnehmerin: Die Brückenbauingenieurin, die einiges über Autobahn-Brücken im Besonderen und Brückensanierung im Allgemeinen zu sagen hatte. Sie rief in Erinnerung: der Brücke wohnt das Problem inne. Denn wäre es einfach an ihrem Standort zu bauen, wäre dort eine flache Straße und keine Brücke.

    Der neue, alte Gedarmenmarkt wurde nach seiner Sanierung ziemlich abgewatscht. „Steinwüste“ lasen wir, begleitet von entsprechenden Fotos. Ein Konzert brachte uns nun selber zum Platz: und wir sahen wie suggestiv Fotos wirken können. Was mit dem entsprechenden Weitwinkel aus geschicktem Winkel aussieht, wie eine riesige Steinfläche, ist in echt halt ziemlich klein. Im Vergleich zu den drei Gebäuden dort – Deutscher Dom, Französischer Dom und Konzerthaus – ist das mehr ein Vorplätzchen der drei; selbst wenn es nur aus Stein ist, ist er viel zu klein für eine „Wüste.“

    Barockhornsammler

    Uns aber führte der Weg einige Treppen hinauf in den Kleinen Saal des Konzerthauses. Die Akademie für Alte Musik (Akamus) hatte zum Kammerkonzert geladen. Oboen- und Hornquartette von bekannteren (Mozart) und unbekannteren (Družecký, Warnitzky, Stamitz) Komponisten standen auf dem Programm.

    Während die Solooboistin Xenia Löffler einfach „nur“ gut spielte, war der Solohornist Erwin Wieringa selbst ohne sein schöne hornieren eine Schau. Uns Beide erinnerte er an Mr. Bean – rein optisch, aber auch vom Gefühl her in anderen Sphären zu leben. Dass das Barockhorn maßgeblich gespielt wird, indem die Hand im Schalltrichter bewegt wird, (Siehe Stopfen (Musik)). Das ist eine eindrucksvolle Spieltechnik, sieht aber halt auch leicht bean-esk aus.

    Passend dazu die Info, dass Wieringa privat eine große Sammlung von Hörnern besitzt – das passte.

    Denn wir konnten es sehen: Der Saal klein, wir in Reihe 2, wohl kein Saal in Berlin mit besserer Akustik für Kammermusik, und alle Bewegungen und jegliches Handwerk der Musiker*innen gut zu sehen. Ein großer Abend.

    Treckerclub beim Ausflug

    Schweinenacken, immer wieder Schweinenacken.

    Während Madame die Kasse des Dauergartenvereins prüfte, überlegte ich am Grillprogramm. So ein ganzer Schweinenacken low&slow vom Grill ist schon sehr lecker. Aber ist es nicht doch etwas langweilig?

    Als sie wiederkam fuhren wir zu Rinderstolz&Wildeslust. Auf dem Hof dort ein Oldtimertraktorenclub auf Ausflug. Die Gefährte waren dabei, knatternd und trötend in ihren Deutzes, Bulldogs und Hanomags den Hof zu verlassen, nicht ohne dem Metzger zum Abschied zu Winken.

    Nachdem wir sie verabschiedet hatten, kauften wir, natürlich Schweinenacken, der mit Blumenkohl und Tomaten auf den Grill kam.

    Madame freute sich am Blühen der Forsythie, denn nun darf sie Rosen schneiden. Hummeln nutzten die Sonnen und besuchten die Taubnesselwälder. Im Beet tauchten weiße Überraschungs-Szillen auf, die frühesten Narzissen sorgen für Ostergefühle und selbst der Pfirsich hat vielleicht Blütenknospen angesetzt.

    Die Kranichschwärme beschränkten sich auf einen Einzelkranich, und auch der Hausrotschwanz hielt sich bedeckt. Vielleicht war ihnen auch zu kalt.

    Madame wehrtete die WIldkamera aus, die auf den Kompost gerichtet ist, aber dazu vielleicht später mehr. Lustiges Tierleben haben wir.

    Saarbrücken hat keine Metro

    Kann man sich nicht ausdenken: Bürgerrat zur Corona-Aufarbeitung: SPD wollte Esoteriker als Organisatoren einsetzen

    Letztens stellen wir fest, dass das Saarland das einzige Bundesland ist, in dem wir noch nie waren. Praktischerweise schrieb der Flusskiesel einen Besuchsbericht aus dem Saarland, so dass wir etwas weniger Bildungslücke haben: 2025-03-21 Freitag und 2025-03-22 Samstag.

    Gelernt: Pariser Metro-Tickets gibt es jetzt auch auf dem Handy. Good to know!

    Abgesehen davon, dass Frau Zimtkringel lecker kocht, schreibt sie auch schön. Und vor allem: man hat immer das Gefühl live in der Küche neben ihr zu stehen: Barraquito nach Chili und Ciabatta

    Modern science wouldn’t exist without the online research repository known as arXiv. For once, this isn’t an exaggeration.

    Das Online-Museum der Stewardessen-Uniformen. (via Messy Nessy Chic)

  • 24-10-03 Das Wacken-Schild um Mitternacht

    24-10-03 Das Wacken-Schild um Mitternacht

    Ich packe meinen Koffer und ich nehme mit: Eine Badehose. Selbstredend.

    These: Wenn du mit 10 Personen zusammen deren Handy aufsetzt, wird mindestens eine Person aus Versehen eine Sprache wählen, die sie nicht versteht.

    Ich verbringe zuviel Zeit damit, Internetvideos zu Kugelbahnen anzusehen.

    Im Frühjahr kommt hoffentlich Glasfaser samt Glasfaser-Modem. Bis dahin benötigen wir aber noch einen neuen Router. Es stellt sich die Frage: Router inklusive Modem, das ab Frühjahr sinnlos wird. Oder nur einen tollen Router ohne Modem und irgendwie die Zeit bis zum Frühjahr überbrücken?

    Danke allen Menschen, die sich an alle Corona-Regelungen hielten. Dadurch konnte der Kaptain sich die Krankheit bis nach der fünften Impfung fernhalten – ist schon wieder auf den Beinen und aktiv.

    Ich lernte: Tamago-Sushi (also Sushi mit Omelett) und das Tamagotchi (= Tamago-tchi) gehen auf dasselbe japanische Wort Tamago für Ei zurück.

    Madame versuchte telefonisch ein Restaurant zu reservieren. Das Restaurant nahm ab, informierte, dass sie heute geschlossen haben; aber trotzdem ans Telefon gehen, weil sie neugierig sind; Reservierungen machen sie aber nicht; dafür bitte morgen nochmal anrufen.

    Wo ist Gal 1973?

    Das Seminar nimmt Formen an. Wir hatten eine Seminar-Zoom-Besprechung. Ich lernte Professor und Betreuer*innen persönlich kennen (alles sehr angenehm und sympathisch – I am happy), ebenso wie die meisten anderen Teilnehmer*innen.

    Überraschend, und auch nicht – das Seminar ist ein kombinertes Bachelor/Master-Seminar. Alle anderen absolvieren den Master, ein Großteil im Studiengang „WIrtschaftswissenschaften für Naturwissenschaftler und Ingenieure.“ Gefühlt hat die Hälfte meiner Co-Kommillitonen in diesem Seminar bereist einen Master der RWTH Aachen, mindestens ein promovierter Ingenieur ist dabei.

    Ich fürchte, ich muss mir wirklich, wirklich Mühe geben, um nicht komplett abzufallen. Aber das erhöht die Herausforderung.

    Erste Herausforderung: Gal 1973 ist verschwunden. Das zentrale Werk für mein Seminarthema. In Berlin: Nichts. Auf den Latifundien: Nichts. Erst nach Ankunft an der Nordsee tauchte es auf. Ich hatte es vorsichtshalber alle erstes ganz weit unten in den Koffer gepackt.

    Weiter geht’s in Richtung Nord

    Tja, Deutsche Bahn. Nachdem es in den letzten Jahren zunehmend schwieriger wurde, Abends überhaupt von Hamburg nach Dithmarschen zu kommen, ist es jetzt vorbei. Die Bahn-Baustelle Berlin-Hamburg macht es schwierig vor Spätnacht in Hamburg anzukommen. Beim Bahnroulette Hamburg-Dithmarschen haben wir wenig Lust, auf einmal in Pinneberg/Elmshorn/Itzehoe hängenzubleiben und bis fünf Uhr morgens auf den ersten Zug zu warten.

    Also rauf auf die A100 / A10 / A 24 / A7 / A24, den Tempomat eingelegt ebenso wie den Zwischenstopp um 21:30 Uhr beim McDonalds Hagenow. Mit geliehenem Rennpolo (Vielen Dank!), denn unser Auto steht ohne Benzinpumpe aber mit Navi in der Werkstatt. Aber die Strecke geht auch ohne Navi; die Routenführung Schöneberg-Dithmarschen beherrsche ich im Tiefschlaf.

    Manche Menschen denken beim Autobahnfahren an Kraftwerk. Fahr’n fahr’n fahr’n.. Ich denke an Dackelblut: Weiter geht’s auf der A7, weiter geht’s in Richtung Nord.

    Diesmal wortwörtlich: Dort wo wir von der A7 auf die A23 hätten abzweigen sollen, war eine imposante Autobahnbaustelle. Also weiter geht’s auf der A7. Weiter gings in Richtung Nord, Richtung Flensburg. Natürlich setzte mein im-Schlaf-Ortskenntnis komplett aus. Madame musste zur nächtlichen Spontannavigation via Handy einspringen. Bis Schnelsen-Nord waren wir wieder orientiert, fuhren durch das nächtliche Rellingen und weiter in RIchtung Nord.

    Während der Deutschlandfunk die Nationalhymne zur Mitternacht spielte, passierten wir das braune Autobahnschild „Wacken-Festival.“ Damit begann mein Geburtstag. Irgendwie passend.

    Nach der Ankunft Sternenhimmel, Wind, Sonne, Meer und Queller.

    Herbst-Queller / Salicorn

    Das Ende des Nachtzugbooms

    Selten hat eine Woche meines Lebens so tiefe Spuren hinterlassen, so sehr ein dauerhaftes Staunen und Bewunderung, wie die eine Woche im Hongkong. Stadt, der Städte. Die New York Times fuhr nach Hong Kong, suchte Wok Hei und fertigte ein Multimediafeature an. Was für eine Stadt! Was für Essen!

    Sehr viel kürzer in derselben Zeitung; Yes, You Can Swim in Louboutins

    In Büsum gibt es Business-Oasen-Workration-Strandkörbe.

    In Berlin gibt es eine Bastel- und Kuchenmesse, auf der der komplette Das-große-Backen-Cast als Stargast anwesend ist.

    Der Nachtzugboom hatte gar nicht richtig angefangen, da ist er schon wieder vorbei. Zugpost: Europas Nachtzug-Boom gerät ins Stocken

  • 24-09-26 When Octomber comes

    24-09-26 When Octomber comes

    Nachbar kleiner Hund sucht Renault-Twingo-Felgen.

    Neben Café Smyrna wird Al-Hawal, syrisches Restaurant, eröffnen.

    Ein junger Mann vapte an der Bushaltestelle Fanta-Mango-Aroma.

    Dreh dich nicht um, nicht nur Corona geht rum.

    Ein Phishing-Kollektiv schickte mir eine falsche Telefonrechnung für den Monat Octomber. Meine post-Erkältungs wiedergewonnen Lebensgeister bei noch mangelnder Energie zur Selbstkontrolle zeigten sich am langanhaltenden Lachanfall.

    Lieber allerdings Erkältung als Corona. Das klingt auch aus der Nähe ähnlich gruslig wie aus der Ferne.

    Passend dazu, ebenso wie zum grauen Dauerregen dieser Woche: Zahnärztinbesuch. Immerhin war dieser so unspannend wie ein Zahnärztinbesuch nur sein kann.

    Madame rollenspielt weiter im Vorgebirge (Rheinland). Mein Masterplan, die Abende zum intensiven Lernen zu nutzen, zerstoben unter mangelnder Konzentrationsfähigkeit.

    Ich übe ich mich in haushaltsnahen Aktivitäten. Es sind Kalendereintragungstage. Zum Beispiel beginnt das neue Fernuni-Semester auch offiziell wieder. Ich notiere Termine für Klausuren, Einsendearbeiten und Anmeldungen. Danach buche ich die Unterkunft in der Hagener Bildungsherberge.

    Ich schreibe Mails an Diesen und Jenen und telefoniere auch einmal.

    London calling

    Aufgrund von Überbleibseln aus dem vor-BBB-Job versuche ich, privat mit einem Unternehmen in London zu kommunizieren. Dort ist noch meine alte Arbeits-E-Mail hinterlegt, die natürlich schon lange nicht mehr funktioniert. Ich würde gerne ändern.

    Um zu ändern, soll ich nachweisen, dass ich ich selber bin. Sie riefen an, verpassten mich. Ich ríef unter der selben Nummer zurück; geriet an ein Call Center.

    Erst bedüdelten sie mich mit ausführlicher Ansage, wie divers das Unternehmen ist. Dann folgte ein „Drücken, sie eins, zwei. oder drei. Ob du wirklich richtig liegst, weißt du wenn das Licht angeht.“ Dann folgt eine eine andere ausführliche Ansage, doch lieber E-Mail oder Twitter zu benutzen.

    Dreimal geriet ich beim Nummerndrücken aus der Kurve, landete dreimal bei Agents, die leider nicht zuständig waren. Zurück auf Null. Die Ansagen sind offensichtlich keine Wartezeit-Ansagen. Denn sie sind immer gleich lang und danach geht es immer gleich weiter. Nur mit jeweils anderem falschen indischen Agent.

    Warum macht man sowas? Warum erzeugt man absichtlich Abneigung gegen E-Mail, Twitter und Diversität, nur wenn ich meine Identität beweisen muss?

    BWLNotrufGlas

    Eine Mit-Wirtschaftsinformatik-Studentin fragt für ihre Masterarbeit, wie sich Persönlichkeitseigenschaften und Akzeptanz von Office-Programmen (Microsoft Office, Libre Office) beeinflussen. Dazu könnte ich viele Anekdoten erzählen, fände eine wissenschaftliche Untersuchung spannend. Hier geht es zur Umfrage.

    Irritierenderweise ist dies die zweite Persönlichkeitstyp-Umfrage hintereinander, die mich nach meinen Einstellungen zu Kanus, Japan und Tierpräparation fragt. Ich möchte bitte die Studie sehen, die das als gute Persönlichkeitsindikatoren erfunden hat.

    Auch aus der Fernuni: Die Lern-App BWL-Champion

    Vielleicht nutzenswert. Die nora Notruf-App , für Menschen die evntuell schnell einen Notruf absetzen müssen.

    Traditioneller. Baccarat-Glas aus Lothringen. Frau LandLebenBlog besuchte die Kleinstadt zur Glasmanufaktur:

    Wer kann denn das bezahlen? fragt mein Geo etwas entgeistert den jungen Mann an der Kasse. Amerikaner? antwortet der schulterzuckend, Und Chinesen, fügt er grinsend an. Es ist der denkbar krasseste Gegensatz zu allem, was wir bisher in der Region gesehen haben. Im Museumslädchen gibt es Notizbüchlein, Regenschirme, Bleistifte, aber nichts aus Glas. Zufällig hereingespülte Touristen wie wir hätten das nötige Kleingeld ohnehin nicht dabei.

  • 23-10-15 Lichtorgel (Frieden durch Lärm)

    23-10-15 Lichtorgel (Frieden durch Lärm)

    Herr southpark, was haben Sie im Jahr 2023 eigentlich so gemacht?

    • Brombeeren bekämpft.

    Freitägliche Freuden des Büros. Als ich mein Fahrrad in der Tiefgarage aufschließen wollte, war dies mit Vogelfedern übersäht. Mausern sich Tauben? Oder haben wir jetzt auch einen Falken in der Tiefgarage?

    Auf der Fahrt zu den Latifundien überholten uns wieder einmal die neuen nicht-gekennzeichneten Mercedes-Sprinter mit Blaulicht. Madame befragte das Internet und kam auf: „SEK/MEK im Einsatz. Dürfen die Sondersignale nur nutzen, wenn Gefahr für Leib und Leben droht.“ Okay.

    Nachtschlaf unterbrochen durch zehn Minuten heftigen Sturms, in denen wir dachten, uns fliegt der Bungalow davon. Später beim Garten-Subbotnik strahlender Sonnenschein bei Fast-Windstille. Bei der Rückfahrt nach Berlin wieder zehn Minuten Sturm während wir durch eine Brandenburger Allee fuhren. Ich hatte Sorgen, dass heruntergerrissene Baumteile gleich die Frontscheibe durchschlagen.

    Überhaupt: Nach Neuer Batterie am Montag und einer halben Wochen des Herumstehens, tat der Subaru noch – Hurra!

    Zum Aufwachen im Garten stundenlanges Kranich-Getröte. Wir sind so verwöhnt, dass wir uns nicht einmal die Mühe machten nachzuschauen, ob wir sie gerade sehen können.

    Sail away, Sunshine boys

    Wieder einmal ging es einer Brombeere zu Leibe. Diesmal allerdings nicht unserer eigener – die bleibt aktuell verschwunden.

    Es ging um die Brombeere auf einem Nachbargrundstück, das seit Jahren (Jahrzehnten?) in schwierigen Besitzverhältnissen lebt. Der Brombeerstrauch dort nimmt mittlerweile die 15 Meter Front vom Grundstück zur Straße ein, reicht 5, 6, 7(?) Meter weit in die Tiefe des Grundstücks und ist 4 bis 5 Meter hoch.

    Der Verein hatte beschlossen zumindest die Grundstücksränder und Grenzen zu den Nachbarn freizulegen. Der Gartenwart hatte sich einen Minibagger besorgt, mit dem er dem Strauch zu Leibe rückte, wir anderen schnitten den Bagger immer mal wieder aus den Ranken heraus und verarbeiteten die Brombeerranken weiter. Mit Skepsis sahen wir, dass die Wurzeln im Boden gelassen wurden. „Wir halten das jetzt mit dem Freischneider kurz.“ Ich bin gespannt.

    Auf unseren Latifundien wurde der Endsaison-Wiesenendschnitt weiter betrieben. Die Zwiebeln kamen in den Boden:

    • Madame verteilte Alliums möglichst gleichmäßig über die Beete.
    • Die Sunshine Boys entlang des Obstbaumsweges von der alten zur neuen Birne.
    • Die übliche Mischung zwischen Rotdorn und (Ex-)Brombeere sowie am zukünftigen Durchgang zum Thingplatz.
    • Sail away“ zwischen den Sträuchern des Ostens.

    Guacamole

    Das gemeinschaftliche Herbstfeuer mussten wir ausfallen lassen, denn es galt ein Geburtstagsgeschenk einzulösen. Das Lumpenpack spielte in Huxleys Neuer Welt. Und es war überraschend. Das Ärzte-inspirierte-Pop-Kleinkunstduo hatte auf fünf Personen aufgestockt (Lola Schrode – Bass, Alex Eckert – Schlagzeug und Jason „Jason!“ Bartsch – Gitarre.) Und auf einer Skala von Pigor & Eichhorn bis zu Napalm Death hatte sich die Band erstaunlich weit Richtung Napalm Death bewegt. Wir hatten das Lumpenpack zuletzt 2019 gesehen und meine erste Assoziation war „Da hat jemand während Corona sehr viel Minor Threat gehört.“

    Die Attitüde hatte sich in den Corona-Kriegsjahren merklich verändert. Weniger albern, weniger blödelnd, schlechter gelaunt bis leicht verzweifelt.

    Es gab alte Hits wie Guacamole oder Ford Fiesta (gefühlt in doppelter Geschwindigkeit). Das Publikum konnte ohne Hilfe der Band mehrere Strophen Pädagogen textsicher singen. Und es kam erfreulich viel vom neuen Album Wach von Ich kann das alles nicht mehr bis zum programmatischen Frieden durch Lärm.

    Am Rande: How? Wie konnte mir in all‘ den Jahren Berlin die Existenz von Huxleys Neuer Welt entgehen? Ein 140 Jahre altes Veranstaltungsgebäude, seit 1880 durchgehend als Bierpalast, politischer Versammlungsort, Kino, Konzerthaus, Rollschuhebahn und Veranstaltungsfläche genutzt – inmitten eines absurden 1980er-Umbaus – direkt am Hermannplatz. Und ich kannte es nicht? How?

    Am Rande 2: Wir hatten das Glück direkt neben der Frau vom Licht zu stehen. Einerseits faszinierend zu sehen, wie ihr Gesichtsausdruck von blödem Herumalbern mit dem Tonmensch innerhalb von Sekunden zu kontentrierter Aufmerksamkeit wechseln konnte. Aber auch faszinierend zu sehen, dass sie durchgehend im Rhythmus der Musik an Reglern, Knöpfen und Schiebern herumhantierte. Da bekommt der Ausdruck „Lichtorgel“ eine ganze andere Bedeutung.

    Bühne von "Das Lumpenpack" - Huxleys neue Welt.

    Eisbär – Linksverkehr

    Pläne für heute: Badewanne mit Voltaren. Nicht bewegen. Dabei im Stream Ninja Warrior Germany und Auburn at LSU nach-sehen.

    Im Markgräflerland wurde Corona-geimpft. Hier werden wir mal mit Impfen-in-der-Apotheke testen.

    Wo ich mich schon durch die Punk-Klassiker ge-youtubed habe, ein großartiger Auftritt der Bad Brains: Big Take Over.

    Susanne fotografierte den Stachel-Schirmling und den Erdstern.

    Christa Chorherr schreibt über eine Uhr:

    Auf der Rückseite ist „Franz“ eingraviert. Es gab einen Onkel Franz in meiner Familie, einen (älteren) Bruder meines Vaters, der aber vor meiner Geburt, so wurde mir berichtet, bei einem Unfall ums Leben gekommen wäre und zwar während der Umstellung von links-auf rechts-Fahren. Da gab es zeitweise keine gesamtösterreichische Regelung.

  • 23-04-25 Kleine Taschenlampe brenn‘

    23-04-25 Kleine Taschenlampe brenn‘

    Zwei Menschen stehen am S-Bahnhof Schöneberg, Konzertkarten in der Hand. M: „Was spielt sie noch mal für Musik?“, S: „Keine Ahnung mehr.“ Wir einigen uns auf „altersangemessen für uns, so eine Art Country-Pop.“

    Homesick

    Es war der Juni 2021 gewesen. Der erste Corona-Winter war vorüber. Wir hatten die erste Anti-Corona-Impfung erhalten. Langsam zeichnete sich Hoffnung ab, wieder ausgehen zu können. Ich wollte einfach nur Konzertkarten kaufen. Ilse DeLange kam ins Tempodrom. Wir hatten sie kurz vorher bei Let’s Dance gesehen und für hochsympathisch befunden. Ihr Song „Calm After the Storm“ gehört zu meinen Top-25-ESC-Titeln. Also nicht lange gefackelt, Karten gekauft.

    Ihr könnt Euch denken wie es weiterging mit einem Konzert, das für den Dezember 2021 angesetzt war.

    Verschoben auf den Frühsommer 2022.

    Und wieder nichts. Verschoben auf den April 2023.

    Und jetzt endlich, wir auf dem Weg ins Tempodrom mühsam zusammenerinnernd, wen wir überhaupt sehen würden.

    • Es war rockiger als gedacht. Mehr als einmal waberte das Wort „Rockröhre“ durch meinen Hinterkopf.
    • Das Publikum war im Schnitt noch grauhaariger als wir. Wobei es auch ein gutes Konzert für Eltern-Teenie-Kind-Ausflüge war. Und diverse Twen-Frauengruppen waren unterwegs.
    • Vor allem war es auch abwechslungsreicher als gedacht, neben dem Rock mit Country, echtem Pop und Balladen. Geradezu berührend wurde es bei Homesick. Dem Song der während Corona entstand. In ihrer Anmoderation erzählte sie angesichts der Geschichte dieses mehrfach verschobenen Konzerts, wie es einer Bühnenkünstlerin während Corona erging.
    • Überraschend: Für zwei Songs kamen The Boss Hoss auf die Bühne. Nicht ganz so überraschend: Ilse Delange hat so eine wunderbar bühnentaugliche Herzlichkeit. Man gebe der Frau eine eigene Fernsehsendung.
    • Rühend: das Ü55-Konzertpublikum, das von seinen Teen-Kindern während des Konzerts lernte wie das mit dem Schwenken der Handy-Taschenlampen funktioniert.
    Bühne mit Rockband, Nebelmaschinennebel, blaue Beleuchtung, Musiker in Schemen zu erkennen.,

    Mathemittag

    Die Einsendeaufgaben Algorithmische Mathematik zwingen mich, meine Dienst-ist-Dienst-Schnaps-ist-Schnaps-Politik aufzugeben und in der Mittagspause Mathe zu lernen. Ich bin weiterhin total begeistert und weiterhin total planlos. Auf jeden Fall habe ich mir für dieses Semester eine spannende Achterbahnfahrt beschert.

    Die Letzte Generation zog um und benutzt nun statt der Autobahnauffahrt, die ich immer passiere, nun eine Kreuzung weiter im Westen. Die Beklebung recht lauschig. Wenn sie noch ein paar Tage durchhalten kommen die ersten Leute, setzen sich daneben und machen Selfies. Noch ein paar Wochen und das Berliner Stadtmarketing bietet geführte E-Roller-Touren zu den besten besetzten Kreuzungen an.

    Die Badsicherung ist wohl doch nicht ganz so einfach zu reparieren, wie unser Elektriker-Nachbar meinte. Aber immerhin scheint es zu funktionieren, ohne den kompletten Sicherungskasten neu aufzubauen.

    Abendessen wurde durch die Crowdfarming-Artischoken bestimmt. Unter anderem mit USA-kulinarisch-inspirierten Rice-a-Noa.

    Da wir beide mal mehr (M) mal weniger (ich) im Axel-Springer-Kosmos unterwegs waren, kaufte Madame das Stuckrad-Barre-Buch „Noch Wach?„. Ihre komplexe Reaktion auf’s Lesen interpretiere ich als bereichernde Lektüre.

    Häkelcorgis

    Hinten im Garten: Der Tod meiner Mutter

    Herr Buddenbohm erklärt sein Gartengemüsekonzept für den unzuverlässigen Gärtner. Im Garten gewesen.

    Passend zur Krönung empfiehlt die New York Times besuchenswerte Orte in UK In the Footsteps of Charles III (Link mit entfernter Paywall.) Mir war diverses neu und einiges spannend.

    Passend zur Krönung, diese Anleitung für Häkelcorgis. Bei Etsy gab es einen gestrickten König-Karl-Teekannenwärmer.