Schlagwort: ICE77

  • 24-11-17 Besessen im Bürgeramt

    24-11-17 Besessen im Bürgeramt

    Wochenende. Ich werde mich bis Sonntag Abend einfach rücklings auf den Wohnzimmerteppich legen und an die Decke starren.

    Madame fuhr mit dem ICE77 nach Basel Bad. Es war nicht der gebuchte ICE77 (über Südkreuz -> Leipzig -> Erfurt) sondern ein Ersatz-ICE77 (über Spandau -> Göttingen -> Kassel). Aber für Deutsche Bahn im Jahr 2024 benahm er sich danach anständig.

    Trotz zeitweiliger Personen im Gleis blieb die Verspätung bei einer Minute. Basel Bad empfing sie mit einem neu gebauten Fahrstuhl. (Finally) Zwischenzeitlich entlockte Madame ihrem Handy auf Madarin die Erklärung der Deutsche-Bahn-Klassen. Sie konnte verirrte chinesische Reisende in die richtige Richtung locken.

    Mir träumte überraschend viel. Aber ich fürchte weder bietet Vivantes Mitarbeiterwohnungen an, noch ist eine gute Idee das Fazit meiner Abschlussarbeit mit Kohle auf die Straße vor einem Hundezwinger mit Kampfhunden zu schreiben.

    Wenn mir nicht träumte, war ich damit beschäftigt, Stechmücken zu erschlagen. Am 16. November! In den Vorjahren hatten wir hier nicht einmal im Hochsommer Stechmücken.

    Während ich mich nicht entscheiden kann, ob ich heute zu den Latifunden und/oder ins Schwimmbad fahre oder das Seminararbeiten nur durch einen kleinen Spaziergang unterbreche, möchte Menschen von mir eine detaillierte Weihnachtsplanung. Wie?

    Die Einladung nach Kotzenbüll konnten wir schon annehmen.

    Am S-Bahnhof-Schöneberg eröffnete schon wieder ein neuer Döner. Ich bemerkte es, weil auf der Straße eine 20 Meter-Schlange stand. Die war erklärlich: Der Laden eröffnete mit einem „Verkaufspreis“ von 1 Cent. Auch spannend: die übliche türkisch inspirierte Ballondeko bestand aus Ballons in Schwarz-Rot-Gold.

    Die Gärtnerei/Blumenlanden im Bahnhof Innsbrucker Platz sah schon länger nicht mehr so richtig gut aus. Gefühlt hatte sie öfter geschlossen als geöffnet. Vor ein paar Tagen entdeckte Madame den Abriss. Es stellte sich auch heraus: Das Ladengeschäft gehörte gar nicht zum Bahnhofsgebäude. Es war ein Holzverschlag, der in eine Außennische gebaut worden war. Schade um das Geschäft. Plot Twist: Heute war die Gärtnerei wieder da. Der Verkauf erfolgt aus einem Container.

    Nach zwei Tagen Ampelausfall vor den Südkreuz Offices hat sich die Polizei zur manuellen Verkehrsregelung entschieden. Bei Nacht sahen die Polizisten in ihren Reflektionsjacken und mit dem Leucht-Dirigierstab aus wie Flugplatz-Rollfeld-Anweiser.

    Bringt mir Schwarze LED-Lichter

    Wir gingen ins Theater. Dort erlebten wir ein Zusammentreffen dreier Besonderheiten.

    Das Theater Coupé ist eine Kleinkunstbühne, die mitten im Bürgeramt Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz liegt. Nun werden ja nahezu alle Theater städtisch gefördert. Aber dass der Theaterraum und das Foyer Teil des Rathauses sind, ist ungewöhnlich. Es muss daran liegen, dass es in Berlin mit der Stadt Berlin und den Bezirken ja eh alles anders ist.

    Die Bühne besteht seit 1994. Sie ist offiziell für verschiedene Kulturveranstaltungen nutzbar, de facto scheint das Deutsch-Jüdische Theater (DJT) derzeit die einzige Nutzerin zu sein.

    Das DJT, das Deutsch-Jüdische Theater, entstand 2001 unter dem Namen Bimah. Beginnend im Coupé entwickelte es sich schnell und stürmisch durch die Spielstätten. Es war kurz davor, dauerhaft in den Admiralspalast zu ziehen. Dann starb 2016 der Impressario. Das Theater ist 2024 wieder zurück im Bürgeramt Wilmersdorf und vom Admiralspalast weit entfernt.

    Der Dibbuk des Autors AN-SKI müsste ein Klassiker im Kanon europäischer Theaterstücke sein – wenn nicht 10 Jahre nach der Uraufführung Deutschland recht erfolgreich versucht hätte, Judentum und jüdische Kultur auszurotten.

    Das Stück spielt Ende des 19. Jahrhunderts im Stetl in Wolhynien in der Westukraine. Es greift den klassischen Konflikt zwischen jung-romantischer Liebe und elterlichen Vernunftvorschriften auf. Hier stirbt der verliebte Nicht-Bräutigam und fährt als Geist (Dibbuk) in den Körper der Angebeteten.

    Das Stück greift tief in die jüdische Mystik, und lässt ein ganzes Rabbinatsgericht auffahren, in dem ein weiterer Verstorbener durch einen Rabbi vertreten wird. Nur mit Hilfe mächtiger Bannsprüche gelingt es, den Dibbuk aus dem Körper der jungen Frau zu vertreiben – woraufhin diese auch stirbt. Die füreinander bestimmten Seelen der Beiden können sich vereinigen.

    Wir sind verwöhnt. Barrie Kosky hat an der Komischen Oper viel historisches jüdisch-Berliner Repertoire aufgeführt – ausgestattet mit einem Bundeshauptstadt-Opernhaus-Etat und inszeniert von jemand, der ein Bällebad in all seinen internationalen Theaterauszeichnungen nehmen könnte. Der Vergleich, den eine semiprofessionelle 5-Personen-Truppe aushalten muss, ist unfair.

    Eine Aufführung mit vier Schauspieler*innen (das wirkte eher wie Notwendigkeit, als eine künstlerische Entscheidung) mit schwierigen Soundeffekten und Minimalbudget in der Ausstattung ist im Vergleich chancelos.

    Immerhin hat sie erreicht, dass es eine emotional-enge Atmosphäre war. Es hat mir die Dibbuk-Geschichte näher gebracht. Viele innere Bilder der Aufführung werde ich noch lange vor meinem inneren Auge haben.

    Aber jetzt möchte ich auch eine ernstlich professionelle Inszenierung des Stücks sehen.

    Chloroplast / Pferd

    An ihren Modulor-Taschen sollt ihr sie erkennen. Wäre ich verloren gegangen im Labyrinthlauf durch den Schöneberger Gewerbehof – ich hätte einfach nur da entlang gehen müssen, wo die Damen mit den Modulor-Taschen und den papierverpackten Rollen herkommen.

    Die Griffelkunst hatte gerufen. Die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg ist ein Hamburger Verein, gegründet 1925, den ich grob in die Richtung Demokratisierung-der-Kunst / Bauhaus / Klassische Moderne einsortieren würde.

    Er bringt Künstler und breiter(e) Bevölkerungsgruppen zusammen. Gegen eine schmale Mitgliedgebühr kann mensch zweimal im Jahr insgesamt vier Druckgraphiken zeitgenössischer Künstler auswählen.

    Das Prozedere hat sich seit 1925 nur unwesentlich verändert. Zweimal im Jahr machen die Grafiken die große Runde. Sie werden einige Stunden lang an einem Ort ausgestellt. Die ortsansässigen Griffelkunst-Mitglieder kommen. Sie betrachten die Grafiken und treffen eine Auswahl. Danach werden die Grafiken in der entsprechenden Menge hergestellt.

    Bei der nächsten Runde werden die ausgesuchten Werke vom letzten Mal abgeholt. Madame wartete ihre mehrjährige Warteperiode ab. So ist sie MItglied und ich darf auch von den Graphiken profitieren.

    Seit einiger Zeit stellt „unsere“ Gruppe (Berlin 1) im Schöneberger Gewerbehof aus. Da Madame gerade im ICE77 Chinesen beriet, machte ich mich allein auf den Weg.

    Ich wählte in Wahl 395 die C2 („Chloroplast“) von Julia Oschatz und in Wahl 396 die A1 (Berlin 1979) von Miron Zownir und holte unsere Wahl vom letzten mal ab.

    Sei es, weil ich offensichtlich im Auftrag abholte, sei es, weil mir die richtige Modulor-kunstaffine Ausstrahlung fehlte. So streng werden wir mit Madame nie in den Ablauf vor Ort eingeführt. Immerhin gaben sie mir zwei Drucke, und ich konnte auf der Langescheidtbrücke die S-Bahn überqueren und zurück zum Kleistpark wandeln. Beide Werke sind die Busfahrt hindurch unverknickt zu Hause angekommen.

    Haka Baku

    Wer ihn noch nicht gesehen hat, der Protest-Haka im Parlament Neuseelands. Die Geschichte dazu so gruselig wie es für den November 2024 angemessen ist: Māori protests in NZ are about to get bigger and one person is being blamed

    Der Schweizer Rundfunk fuhr mit Zug und Bus von Basel zur Klimakonferenz nach Baku.

    Mit dem Zug, und ungeplant mit dem Bus fuhren Karen und Familie Maus von Paris nach Hamburg-Hauptbahnhof.

  • 24-10-24 Die Hexen hinter uns waren Spanierinnen

    24-10-24 Die Hexen hinter uns waren Spanierinnen

    Die Haustauben sind verunsichert. Seitdem die Dachbodenbauarbeiten fortschritten, mussten sie den Dachboden räumen. Seitdem irrt ein suchender Taubenschwarm ums Haus.

    Die Büro-Tiefgaragentauben wurden von zwei Männern vertrieben. Ob das der Taubenschutzverein weiß? Zu meiner Überraschung sah ich seitdem keine Tauben mehr in der Tiefgarage. Sie kamen bisher nicht zurück.

    Dank zahlreicher Werbemails der litauischen Bahn lernte ich, dass Mielas TRAUKINIAUTOJAU! bedeutet Liebe Lokführer.

    „Es wurde ein Geräusch erkannt, das wie Husten klingt“ erzählt mir mein Handy derzeit alle paar Minuten. Ich weiß, herrje!

    Ich hatte die Geräuscherkennung des Geräts vor vielen Monaten aus Spieltrieb und Experimentierfreude eingeschaltet und seitdem nie wieder etwas davon mitbekommen. Warum es nun diesmal anschlägt – und gleich so stark?

    Istanbul Supermarkt hat ein neues Schild. Der Supermarkt heißt weiterhin Istanbul, die Schildfarbe änderte sich von weiß auf rot. Wo vorher die Beschriftungen halb türkisch/halb deutsch waren, sind sie jetzt durchgängig deutsch.

    Dr. D besichtigte den Nachhaltiges-Bauen-Sperrholzbau am Südkreuz und hält das ganze für Plastik und Schmuh. Ich neige zu halb-Holz halb-Kleber/Epoxidharz etc. und möchte erst eine Ökobilanz sehen.

    Danach fuhren sie mit ICE77 Richtung Basel. Der Zug, der uns auch schon einmal Glück brachte, kam pünktlich bis Freiburg, geriet vor Basel aber noch in einen Stau.

    Die Berliner Bäder schreiben die Stelle eine/r Tischler/in aus. Am besten gefällt mir der Teil der Aufgabenbeschreibung Du berätst interne Kund:innen hinsichtlich Umsetzbarkeit und unterbreitest Vorschläge zur Realisierbarkeit.

    Wir bezogen das Schöneberger Gästebett neu. Ich fragte mich „das erste Mal seit Corona?“ Wir hatten zwar seitdem Übernachtungsgäste. Aber meisten finden diese den Weg zu den Latifundien. Ob auch nach Berlin? Ich weiß es nicht.

    Pasta Bar veränderte sich in Pasta Pizza Abbruzzo. Wir testeten: Die Betreiber verströmen so viel Italianita wie es gerade noch sympathisch ist. Man kann den Köchen vom Gastraum aus über die Schulter sehen. Wir hatten Carbonara/Penne Pollo/Insalata Pollo – durchaus gut. Aber verglichen mit den herausragenden Italienischen Restaurants in den nächsten drei Häuserblocks dann doch zu nah an dem was wir auch schnell zu Hause zusammenbringen würden.

    We must find the book, brew the potion and suck the lives out of the children of Salem before sunrise

    Vom Abbruzzo führte der Weg ins Odeon. Der monatliche Fetch-Termin stand an. Das Odeon/Yorck-Kinos zeigt unter dem Serientitel Fetch jeden dritten Mittwoch im Monat eine RomCom/Teenie-Film. Im Oktober, passend zum nahenden Halloween: Hocus Pocus von 1993.

    Max Dennison, neu aus Los Angeles nach Salem, Massachusetts gezogen, seine kleine Schwester Dani und Love Interest Allison erkunden an Halloween das Spukhaus in dem die Sandford Sisters einst lebten. Die drei Schwestern terrorisierten das historische Salem der Kolonialzeit bis die Siedler ihrer habhaft wurden.

    Die Prophezeiung sagt, dass die drei Schwestern zurückkehren werden, wenn eine Jungfrau an Halloween zu Vollmond die Black Flame Candle anzündet. Max zündet aus Übermut die Black Flame Candle an. Und da sind sie. Immer noch bösartig. Sie wollen der kleinen Schwester das Lebens aussaugen, um sich selbst unsterblich zu machen.

    Es beginnt eine meist vergnügliche und manchmal schreckerrengende Verfolgungsjagd durch das Halloween feiernde Salem 1993. Die Teens haben keine Zauberkräfte, aber sie kennen sich mit dem 20. Jahrhundert aus. Die Hexen hingegen sind zu allem entschlossen.

    Es spielte sich ein sympathischer Film vor unseren Augen ab. Dieser lebte von Drehbuch und Darstellern. Die Hexen erlangten seit 1993 Film-Kultstatus, wunderbar spielten aber auch Thora Birch, Vanissa Shaw und Omar Katz als Dreier-Kinder-Gespann.

    Ich mochte den Humor, der gleichzeitig familienfreundlich ist, aber trotzdem Biss hat. Angefangen damit, dass „the Virgin“, die die entscheidende Handlung begeht, entgegen allen Legenden und Klischees ein Junge ist. Es finden Gesangsausbrüche aus. Der Film bekommt Besuch durch einen großartigen falschen Polizisten; meine Lieblinge aber: Das abgehalfterte Ehepaar, dass die Hexen aufgrund des Ehepaars Halloweenkostümen kurzzeitig für Satan und Partnerin persönlich halten.

    Jedesmal vor Fetch denke ich: Ach, Nostalgieveranstaltung für Menschen wie uns, die sich ihrer Jugend nachsehnen. Und um Kino stelle ich fest, dass wir die Ältesten anwesenden sind. Teens und Twens kommen. Diesen Monat hätte man auch gernen einen Wettbewerb um das schönste Hexenkostüm machen können. Hinter uns zum Beispiel eine halbe Reihe Hexen, optisch Mitte 20, die alle miteinander spanisch sprachen. Zwei Reihen weiter vorne ein kleines Mädchen im prächtigsten Hexenkostüm von allen.

    Holzkassette

    Madame lies den Dachbodenbauleiter in unsere Wohnung. Dieser erwies sich als sympathisch und vergleisweise auskunftsfreudig. Er kennt das Haus und seine problembehaftete Geschichte schon von anderen Baustellen.

    Er wollte die genaue Position der tragenden Wände nachmessen. Denn diese sind von oben nicht ersichtlich, und auf dem Plan steht nicht alles so genau, wie es sollte. Die Handlung spricht auf jeden Fall für den Bauleiter.

    Er hatte weniger gute und gute Neuigkeiten für uns. Die weniger guten kannten wir immerhin schon alle.

    Die Guten: Die Decke über unseren Köpfen ist wie vermutet wirklich eine Betondecke. Sie wirkt fachkundig und ordentlich gegossen. Die diversen Baustellen über uns entfernten inzwischen sämtliche weiteren Fußböden und andere Aufbauten.

    Aktuell sind sie dabei, eine Holzkassettendecke mit Beton auszugießen. Laut Bauleiter können wir uns über die doppelte Decke freuen, da sie hervorragend dämpft und dämmt. (Geräusche und Wärmeverlust). Bis Weihnachten soll das momentane Zeltdach wieder durch ein Ziegeldach ersetzt werden.

    Danach werden der Bauleiter und der ukrainische Bautrupp wieder verschwinden. Noch können wir dem Bautrupp täglich zusehen, wie sie versuchen ihren aufwendig lackierten sechs-Personen-Cadillac durch unsere Einfahrt zu zirkeln.

    Französische Berge, Schwedische Züge

    Letztes Wochenende erwähnte ich den neuen Cate-Blanchett-Film Rumours und seine Besprechung im New York Magazine. Mittwoch entdeckte ich, dass die New York Times dem Film auch ein langes Feature gönnt. Also eigentlich mehr eine Liebeserklärung an Regisseur Guy Maddin, aufgehängt an der Frage „Wird er normal und macht Hollywood?“. Wir reden wie gesagt von einem Film, in dem ein G7-Treffen von Moorleichenzombies und einem großen leuchtenden Gehirn heimgesucht wird. Has Winnipeg’s Greatest Filmmaker Gone Hollywood? :

    With “Rumours,” he said: “I just thought, Well, OK, I’ll play on the modern audience’s terms a little bit. I’ll have fewer utterly alienating effects. I’ll have shots in focus and color and people speaking in a way people can understand, with a plot and stuff like that.”

    Auch in der New York Times: Was lernt mensch über die amerikanische Wirtschaft, wenn mensch 15 Staffeln Shark Tank (=Die Höhle der Löwen in den USA) anschaut: Want to Understand the U.S. Economy? Watch ‘Shark Tank.’

    Anmut und Demut liest das Silmarillion

    Christiane fährt abenteuerliche Bergstraßen in Frankreich: Herbst in den Bergen.

    Familie Karen fährt mit dem Zug von Turku nach London. Erste Etappe: Turku->Stockholm ->Hamburg.

  • 23-12-24 Urbilder; eine Zugreise

    23-12-24 Urbilder; eine Zugreise

    The Arbeitsyear ended with a bang.

    Nach genau einem Jahr verließ uns die Büropflanze wieder.

    (Kein Zusammengang).

    Kellerkind fuhr Ende der Woche an die Ostsee. Mit doppelter ICE-Räumung.

    Unsere Bahnhofserlebnisse blieben friedlicher. Freitag der Coca-Cola-Zug. Wenn der schon direkt neben der Verwaltung am Gleis steht, dann will ich den auch sehen.

    Samstag die Frau, die den Bahnsteig entlang sprintete, um recht professionell jedes S-Bahn-Graffiti zu fotografieren. Optisch wãre sowohl Szene-Mitglied wie auch schlecht bezahlte Bahn-Hilfskraft denkbar. Vielleicht auch beides.

    Geschenkübergaben- Abensessen mit Zia benessere und Zio macchina bei Ente Vindaloo und Butter Chicken. Nach halbem Mahl hagelte es, dann donnerte es und dann fielen 10 Zentimeter Schnee. Das kam überraschend.

    Auf dem Heimweg durch Berlin-Innenstadt überholten uns zwei gallopierende Füchse. Das kam überraschend.

    Die Deutsche Bahn zeigte sich fahrtechnisch von ihrer besten Seite. Dank ICE599 (Südkreuz-Frankfurt) und ICE77 (Frankfurt-Basel) kamen wir fast komplikationsfrei an. Der abschließende Gepäcksprint zur S-Bahn in Basel (2 Bahnsteige weiter links in 90 Sekunden) nahmen wir als Erlebnisabschluss nach langem Sitzen.

    Auf nebenliegenden Vierern freundeten sich verschiedenen allein reisende Damen miteinander an. Nach allgemeinen Gesprãchen über Politik (keine Nazis, keine Querdenkerinnen), folgten Gesundheitstipps und schließlich Lebensgeschichren. Es sprach die weißhaarige ehemalige Chemie-Ingeneurin mit der Charité-Medizinstudentin. Irgendwie niedlich die Frau, die jeden Sommer mit ihrer Mutter mit der Fähre in deren Geburtsland Litauen fährt und jetzt gleich zum Studium an den Fãhr-Abfahrtsort nach Kiel zog.

    Um etwa 2030 Ankunft im Weihnachtsdomizil. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

    Hilberts Hotel

    Madame las auf Platz 112 in Wagen 3 Rebecca Solnits Men explain things to me und kann es sehr empfehlen.

    Ich hatte Skripte mitgenommen. Im Matheskript (Aktuell: Vektorrãume, ihre Dimensionen, Erzeugungssysteme und Basen) lese ich weiterhin im Tempo: 2 Seiten, dann 30 Minuten Pause zum erholen.

    Deshalb hatte ich noch ein Gut-Glück-Bibliotheksbuch mitgenommen: Theoretische Informatik. Das wirkt auf den ersten Blick harmloser, das Layout ist eher Schulbuch als wissenschaftlicher Text, der Autor ist definitiv schwatzhafter als die Skript-Schreibenden, aber dann geht es doch schnell zur Sache.

    Und schon wieder ein Kapitel Mathe. Hallo Mengen, hallo Abbilder, Urbilder und Bilder allgemein.Gallo Mächtigkeit und Kardinalitãt.

    Der Themenkomplex ist so grundlegend. Vermutlich kann mensch es wirklich nicht ist genug wiederholen.

    Und am Ende das Hilbert-Hotel mit unendlich vielen Zimmern, die alle belegt sind. Dann kommt ein Hilbert-Bus mit unendlich vielen Busreisenden, die alle ein Zimmer benötigen – wo bringen Sie sie unter?

    Honigparadies Bielefeld

    Ich entdeckte die großartige Welt der Zugnummern.

    Lila im Norden von Israel.

    Frau Rabe erfreut sich an Supermãrkten.

    Wenn die Rettung im Cabrio kommt und Hawaii-Hemd trägt (von der Bedeutung deutlicher Aussprache).

    „Gruß an Bord“: Weihnachts-Botschaften für Seeleute in aller Welt – wird 70.