Schlagwort: Juden

  • 26-05-11 Nebelkrähe: Eins

    26-05-11 Nebelkrähe: Eins

    Sind Phantomrosendornenstiche möglich? Ich bin mir sicher, alle Rosenteile aus der Hand gezogen zu haben, dennoch reagiert der linke Zeigefinger als steckte dort ein Dorn.

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    Warum Michael-Jackson-Biopic und nicht Moondog-Biopic?

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    The Fahrradbestellung has left the Fahrradmeister. Nachdem wir beide noch mehrfach darüber schliefen, haben wir uns final geeinigt. Er wird mich informieren, wann das Rad kommen wird.

    Madame nutzte derweil ihr vorhandenes Fahrrad um den Maschinen-Woll-Teppich-Mini von Teppichreinigung Abbasi wieder abzuholen.

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    The Wikicon-Anmeldung has left my computer. See you vom 18. bis 20. September in Regensburg.

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    Es war ein latifundinisches Wochenende und ein durch dieses inspirierter baumarktbesuchender Arbeitsmontag.

    Zur Begrüßung Nachtigallendröhnen, darunter aus der Ferne klingend: Ein Kuckuck

    Schon auf dem Weg zum Grundstück: Landluft. Aber seit wann riecht diese nach Verwesung? Erst als Madame „Apfelessig“ sagte, fiel es mir auf. Das ist es! Fermentiertes wurde auf den Feldern verteilt.

    Neben dem Geruch, das Geräusch: Mehrere wild lärmende Nachtigallen um 20 Uhr übertönten den sanft und allein rufenden Kuckuck .. Kuckuck.

    Es ist eine gefährliche Zeit für den Rasenmähermann. Das Gras wächst tageweise mehrere Zentimeter, die meisten Stauden und ähnliche Pflanzen wachsen langsamer, sind noch unbeblüht-grün. Wie leicht überragt das Gras die daneben stehenden Wunschpflanzen. Wie ähnlich sehen sie sich noch. Wie leicht gerät eine Staude, eine Rose, ein kleiner Kirschbaum, unter die Messer.

    Bisher aber schien alles glatt zu gehen. Das Mähwochenende war zum Glück ein entspanntes. Seit Montag freute ich mich darauf, ein ganzes Gartenwochenende zu haben, ganz ohne Aushäusigkeiten, mit dem einzig vage verpflichtenden Termin des Geschäftsschlusses vom Schweinenackenverkaufswagen.

    So konnte ich den Rasenmäher langsam, entspannt und voller Liebe an den Stauden vorbeischieben. Ich sah Madame beim Abstechen zu; ich versuchte die Alten Rosen freizulegen, die Madame schon freigelegt hatte, fröhnte meinem Dauerhobby des Brennesselausgrabens, sah Madame beim Frühjahrputz zu, verbrannte pilzgefährdeten Rosenschnitt, schritt, schlenderte, döste, schlief, tagträumte und las.

    Manchmal versuchte ich der Hornissenkönigin zu telepathieren, dass die dachpappebedeckte Stelle zwischen Bungalowtür und Schuppentür wirklich ungeeingnet für ein Nest ist, und sie bitte weiterziehen möge.

    Elster: Zwei

    Wir beteiligten uns an der Stunde der Gartenvögel. Also eigentlich haben wir auf der Terrasse gefrühstückt, und versucht, uns zu merken, welche Vögel wir dabei von 10:30h bis 11:30h sahen.

    Das ist natürlich extrem uneffektiv, weil es sehr effektiv ist, Vögel zu verscheuchen und auf Abstand zu halten, indem mensch sich bewegend auf eine Terrasse setzt.

    Auch war es vermutlich nicht hilfreich, dass wir uns die Vögel zwar merkten, sie aber nicht weiter meldeten. Hätten wir sie gemeldet, wäre das unser Meldebogen gewesen:

    • Nebelkrähe: 1
    • Ringeltaube: 1
    • Spatz: 3
    • Elster: 2
    • Rotmilan: 1
    • Storch: 1
    • Kleiner brauner Vogel, der sich zu weit weg zu schnell bewegte, um ihn zu erkennen: 2

    Hummeln, Hornissen, Schwebfliegen zählen ja leider ebenso wenig wie Vögel, die wir nur hören aber nicht sehen. Auch fehlten Amsel, Fink und Star, die sich vor 10.30h oder nach 11.30h zeigten, ebenso wie die nur hörbare Mönchsgrasmücke und natürlich Nachtigallen und Kuckuck.

    Hellgrüner Bus: Vier

    Am Südkreuz-Vorplatz hätte ich mit der Stunde der Bahnhofsbusse weitermachen können:

    • Hellgrün (Flixbux): 4
    • Rot (Gecharteter Reisebus): 1
    • Dunkelgelb (RegioJet): 1
    • Hellgelb (BVG): 2

    Wie auch bei den Vögeln zählt die Zahl der gleichzeitig gesehen Exemplare.

    Ich aber wollte gar nicht Bus fahren, sondern eine neue Verbindung testen: Irgendeine S-Bahn nach Süden, dann Höhe Insulaner den M76 nach Westen. Dann zum Baumarkt. Dann den 186 weiter nach Westen. Dann mit der U3 wieder nach Norden zur Wohnung.

    Zwischen M76 und 186 flüchtete ich mich vor einem Platzregen in die BioCompany. Und wo ich schon da war, kaufte ich Cookies, Schokolade und Milch. Zurück in der Wohnung erwartete mich Madame mit ihren unabgesprochenen Einkäufen: Cookies, Schokolade und Milch. Aber immerhin andere Sorten. Und sie hatte auch Blumenkohl und Lauch dabei.

    *

    Beim Fahren mit unbekannten S-Bahnen entdecke ich unbekannte Berliner Ortsteile: Blankenfelde und Blankenburg. Beide Namen habe ich als S-Bahn-Haltepunkte sicher schon hunderte Male gelesen und hunderte Male entschwanden sie wieder meinem Hirn.

    Ich versuche mir zu merken: Blankenburg liegt im Norden, Blankenfelde im Süden. Auf der Standard-Landkarte ist Blankenburg also oben auf der Karte, Blankenfelde weiter unten. Oder: Die weiße Burg thront über das weiße Feld.

    Von Hühnerrupferinnen und Pferdeschweifdieben

    Auf der Terrasse, dem Sofa und im Bett las ich: Abraham Karpinowicz: Die phantastische Theorie vom Schuster Prenzik, ein Buch, das über eine haselantische Empfehlung und via der Berliner Bibliotheken in mein Leben kam.

    In jeder Hinsicht eindrucksvoll.

    Lambert Schneider, Gerlingen

    Das Buch enthält eine Auswahl der Geschichten von Abraham Karpinowicz (geb. 1918 in ווילנע (Wilne) / Vilnius / Wilna / Вільня (Wilnja), gest. 2004 in Tel Aviv), die dieser ab 1946 für mehrere Jahrzehnte auf Jiddisch verfasste. Die Geschichten spielen durchweg im jüdischen Wilne.

    Das Buch erschien 1995 beim Verlag Lambert Schneider in Gerlingen, der zu dieser Zeit von Heinz Max Bleicher geleitet wurde, der wiederum ein Bundesverdienstkreuz für sein ehrenamtliches Engagement der christlich-jüdischen Zusammenarbeit erhielt.

    Als das Buch erschien, interessierte es quasi niemand.

    Zum Glück für Karpinowicz Nachruhm und für die Welt erschien 2016 in den USA eine englische Übersetzung seiner Geschichten unter dem Titel Vilna My Vilna. Diese hinterließ mehr Eindruck, sammelte Preise ein und wurde als szenische Lesung umgesetzt. Sie lässt hoffen, dass Karpinowicz nicht ganz im Vergessen entschwinden wird.

    Leijke die Schwarze und Elinke der Große

    Die Geschichten, hach ich bin hin und weg. Sie spielen im jüdischen Wilne, im Kreise derjenigen, die über die Runden kommen: die Frauen, die mal Prostituierte sind, mal Kellnerinnen und mal Hühnerrupferinnen, der Pferdeschwanzdieb, der sich dann zwangsweise auf Rosstäuscherei verlegt, der Friseur hin- und hergerissen zwischen seinen revolutionären Friseurgesellenfreunden und seinem Traum, einmal selbst einen kleinen Salon..

    Leijke die Schwarze, Tamara die Große, Hirschel der Zigeuner, Selik der Wohltätige, Sjomke der Reporter, Awrem, der Anarchist und Gebrauchtwarenhändler, der Schuster Prenzik, der die Welt verändern will und der Einsame vom Club der Meschuggenen, der jüdisches Geld einführen will. Sie sind verworfen in der Welt und wollen doch anständige Gauner bleiben.

    Genauso aber spielt Wilne eine Rolle: die Kneipe von Itzke dem Gelben, der Verein von der Goldenen Fahne, die Deutsche Straße, die Parks und die beiden Stadt-Flüsse Wilije und Wilenke. Die Stadt lebt.

    Erzählt ist es in einer fast märchenhaften Erzählweise, die klar der Stadt verbunden bleibt, aber beinah den Eindruck erweckt, dass sie in einer immergültigen Zeit jenseits normaler Zeitrechnung spielen. Erst beim genauen Lesen bemerkt man das Wilne der 1920er/1930er. Die zur damaligen Zeit polnische Stadt, die revolutionären Umtriebe und das nahe kommunistische Russland, die Hoffnung auf einen jüdischen Staat, der jüdisches Geld benötigen wird. Aber die Zeichen der Zeit bleiben schwach. Zu stark ist die Aura der Jahrhunderte des jüdisch-städtischen Lebens in der Stadt.

    Nur manchmal wird die Zeit deutlich: Wenn die Deutschen mit Panzern kommen und Tamara die Große und viele Andere erschießen. Denn seitdem existiert Wilne nicht mehr.

    Links

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    poupou stellte Banane-Mohn-Eis in der Creami her.

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    Angela und Holger sind derweil in Asturien angekommen.

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    Der große Sohn einer Bekannten arbeitet im neu geöffneten Erdbeere-Stand und hat den Führerschein gemacht. Eben waren sie noch klein, jetzt tragen sie Erdbeerjacke und brauchen einen eigenen Parkplatz.

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    kubiwahn ist zurück in Wilhelmsburg nach 42 Jahren.

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    Ich stehe mit dem Weckerwecken auf. Im Radio sagt die eine Frau, sie hab Aioli gegessen und ich möchte mich direkt wieder hinlegen.

  • 25-06-10 Tanz der Knautien

    25-06-10 Tanz der Knautien

    Es war der zweite Teil des Pfingswochenendes.

    Die Klimaanlage am Flughafen Hammamet hatte unseren Nordseeaufenthalt vereitelt. So verbrachten wir Sonntag und Montag auf den Latifundien.

    Der Sonntag ein unruhiger Tag: Irgendwann nachts um vier ein Rettungshubschrauber verdächtig laut, verdächtig nahe am Bungalow – vermutlich auf dem Weg zur Autobahn. Geweckt wurden wir dann ernstlich morgens durch die Feuerwehrsirene. Kaum waren die Kamerad*innen wieder zurück, trötete die Sirene gegen 11 ein zweites Mal los.

    Weil Feiertag war, und weil Sekt bei uns tendenziell zu alt wird, öffneten wir eine Flasche. Edles Mitbringsel aus Saale-Unstrut, „handgerüttelt von Stefan Schlösser.“ In den Regenpausen grillten wir Bratwürste vom Rinderstolz, Kartoffeln, Spargeln und Kohlrabi. Madame fertigte Waffeln.

    Ich entdeckte: Falls ich mal wieder Opfer der Zugteilung werde, und in Hamm längere Wartezeiten haben: der Maximiliamgarten ist in Teilen von Piet Oudolf gestaltet. Und das will ich natürlich noch mal im Leben sehen.

    Und ja, eine sehr leichte Ähnlichkeit zum latifundalen Grundstück, ist nicht ganz zufällig. (Ein bißchen mehr zu Oudolf und seinen Gärten)

    Ich sehe, ich brauche einen Grund, mal wieder zur Fernuni nach Hagen zu fahren, und eine Zwischenübernachtung in Hamm einzuschieben.

    Auch gelernt: die Jugendherberge Chemnitz sitzt im Gebäude des sehr schicken 1920er-Jahre Umspannwerks. Modernes Bauen at its best.

    Sly Stone starb. Der Musiker, der alles verkörperte, was in den USA gerade den Bach runtergeht: Neuheit, NEugier, Funk, Gospel mit Wah Wah, Jazz mit Disco, eine Band, für die der Begriff Multikulti erfunden werden müsste. Zu eigen, um jemals ganz groß zu werden: Thank You (Falettinme Be Mice Elf Agin) Und noch eines, schon allein wegen des großartigen Bühnenauftritts.

    Der Tanz der Schwalben

    Madame setzte alles.1

    Das Brennholz ist noch nicht gespalten, aber zumindest komplettemang in 25cm lange Stücke zersägt. Die Paletten, auf denen es zwischenlagerte, dürfen sich jetzt langsam in einen Grill-Ablage-Tisch verwandeln.

    Die jährliche Beet-Unkrautung trieb sie bereits zu fünf der Zehn Beete, und ist damit recht früh im Jahr.

    Im Sturm tanzten die Knautien über die Wiese. Fast ein Ballett aus lila und rosa (Skabiosen) Blüten einen, scheinbar schwerelos einen halben Meter über dem Gras.

    Direkt über uns, kurz vor dem echten Unwetter, der Tanz der Schwalben hoch oben in der Luft.

    Die Holzbiene schimmerte bläulich in der Abendsonne als sie sich zu den wassertropfenübersähten Mohnblumen aufmachte.

    Der samstägliche Distelfalter hielt sich die weiteren Tage versteckt. Dafür begleitete uns Montag fast den ganzen Tag über einer der Schmetterlinge mit dem schönsten Namen, ein Hauhechelbläuling.

    Schocken

    Der Sonntag erwies sich als Tag wetterlicher Garstigkeit. Und so verbrachte ich den Großteil des Tages in den Latifundien, las ein wenig im Internet und ein wenig in Büchern. Es war eine ungeplant jüdische Lektüre: Ich las zwei neue Texte aus Wir schon wieder.

    Vor allem aber richtete ich meine Augen durch die neue Gleitsichtbrille auf Moderne ohne Bauhaus. Wie jüdische Unternehmer und ihre Industriearchitektur das Chemnitzer Stadtbild der Moderne prägten

    Gleich zwei blinde Flecken: Sachsen und Chemnitz war einst das Zentrum deutscher Industrie – was außer Sachsen keiner mehr weiß. Und Juden waren halt einfach normal in Deutschland. Immer unter Antisemitismus leidend, aber ganz selbstverständlich auch Deutsche, die ganz selbstverständlich dasselbe machten wie andere Geschäftsleute auch.

    Natürlich ging es um die Warenhäuser Schocken und Tietz. Aber auch um Industriebauten und ihre Industriellen. Und natürlich um Arisierung und Mord.

    Obwohl das Buch also thematisch spannend war und ist, und ich mich freute, das ein oder andere markante Bauwerk der Stadt wiederzuerkennen, blieb ich unterwältigt. Das ist alles sehr brav erzählt, weitgehend ohne Kontext, immer genau auf den Quellen zu dem Unternehmen und jenem Gebäude. Sehr seriös, aber wenn man nicht gerade selber etwas über die entsprechenden Gebäude schreibt, würde man sich etwas mehr Einbettung in den historischen und kulturellen Kontext widmen.

    Vašek Chvatál

    Nach Gilbert Strang habe ich einen zweiten neuen besten Freund im Bereich der Mathematik: Vaclav „Vašek“ Chvátal. Der schrieb das Buch Linear Programming – und das war genau was ich brauchte. Lineare Programmierung auf einem anspruchsvollen Level, aber sehr verständlich erklärt. Dazu in einer Sprache, die einfach Lust macht, weiter zu lesen.

    Chvatal klärte viele meiner Fragen zum „Ich-weiß-ja-wie-aber-warum??“ und damit bin ich erstmal zufrieden. Noch lange bin ich davon entfernt, mich beim Thema wie ein Fisch im Wasser zu fühlen – aber wie ein southpark im Schwimmbad – das kommt näher.

    Also erklärte ich Phase 0 der Bachelorarbeit („reine Recherche“) für beendet und gehe zu Phase 1: Minimalarbeit. Ich versuche, das zu fertigen, was in einem anderen Kontext minimum viable product heißt: die kleinstmögliche Einheit, die für sich allein funktionfähig ist.

    Das heißt: Ich werde eine minimum viable Bachelorarbeit beginnen, die formal allen Ansprüchen genügt (einschließlich des Umfangs) und inhaltlich zumindest genug Substanz hat, damit ich mich nicht in Grund und Boden schämen muss.

    Hoffentlich ist das bis Ende Juni fertig. Dann habe ich noch zwei Monate Zeit aus einer Arbeit, die ich mit zugekniffenen Augen und Wohlwollen zu bestehen hoffe, noch etwas Gutes zu machen.

    Das Vorgehen ist für mich neu, hat im Wesentlichen drei Gründe.

    (1) Der Satz aus der Anmeldung: Die Bearbeitungszeit wird durch nicht chronische Erkrankungen nicht verlängert. Drei Monate sind lang, und da kann viel unerwartetes Zeitraubendes passieren.

    (2) Erfahrungsgemäß merkt man am Besten beim Schreiben was noch an Recherche fehlt. Je früher ich die Lücken schließe desto besser.

    (3) Wenn ich weiß, dass das Schutznetz eingezogen ist, kann ich inhaltlich rückwärts und einbeinig auf dem Hochseil hüpfen. Und darauf freue ich mich.

    Nicht alleinerziehend

    Chvatál auf Video. Um mal einen Youtube-Kommentar zu zitieren: „I knew Chvátal is a genius, but from this interview I learned he is humble and fun too.“

    Was machst Du eigentlich den ganzen Tag beim Opferfest in Side / Türkei.

    Als Vater auf dem Spielplatz. „Ach, du bist gar nicht alleinerziehend?“

    1. Und weil Computer ja heute ganz außergewöhnliche Sachen können und ich nicht mal mehr abtippen muss, eine Liste für’s Archiv, was dieses „alles“ ist: 1. Baptisia australis
      Indigo-Färberhülse
      Farbe: blau
      Höhe: 100 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 2/3 Blütezeit: 7–8
      2. Aster novae-angliae ‚Barr’s Blue‘
      Raublatt-Aster
      Farbe: blau
      Höhe: 120 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 2/3 Blütezeit: 9–10
      3. Gaillardia x grandiflora ‚Burgunder‘
      Kokardenblume
      Farbe: tiefrot
      Höhe: 50 cm Blütezeit: 6–9
      4. Euphorbia griffithii ‚Beauty Orange‘
      Wolfsmilch
      Farbe: orange
      Höhe: 70 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 5/6 Blütezeit: 5–6
      5. Gaura lindheimerii
      Prachtkerze
      Farbe: weiß
      Höhe: 120 cm Standort: so-h
      Pflanzen pro m²: 5/7 Blütezeit: 6–10
      6. Aster novae-angliae ‚Violette‘
      Raublatt-Aster
      Farbe: violett
      Höhe: 130 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 2/3 Blütezeit: 8–10
      7. Centranthus ruber ‚Coccineus‘
      Spornblume
      Farbe: karminrot
      Höhe: 80 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 3/5 Blütezeit: 6–9
      8. Phlox subulata ‚Samson‘
      Polster-Flammenblume, dunkles Auge
      Farbe: rosa
      Höhe: 12 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 9/12 Blütezeit: 4–5
      9. Artemisia arborescens ‚Powis Castle‘
      Eberraute
      Farbe: silbrig
      Höhe: 80 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 5/7
      10. Baptisia x varicolor ‚Twilite Prairieblues’®
      Färberhülse
      Farbe: purpurbraun mit gelb NEUHEIT!!
      Höhe: 120 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 2/3 Blütezeit: 5–6
      11. Achillea millefolium ‚T.F. Pomegranate’®
      Garten-Schaf-Garbe
      NEUHEIT!! granatroter Hingucker
      Höhe: 60 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 7/9 Blütezeit: 6–9

      12. Verbena bonariensis
      Patagonisches Eisenkraut
      Farbe: violettrosa
      Höhe: 100 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 3/5 Blütezeit: 7–10
      13. Aster ericoides ‚Golden Spray‘
      Myrten-Aster
      Farbe: gelblich weiß
      Höhe: 60 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 3/5 Blütezeit: 9–11
      14. Scabiosa columbaria ‚Kudo White’©
      Weiße Tauben-Skabiose
      Farbe: weiß mit zartem rosa
      Höhe: 40–50 cm Blütezeit: 6–9
      15. Asclepias incarnata
      N.-Amerik. Seidenpflanze
      Farbe: rosa
      Höhe: 100 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 3/5 Blütezeit: 7–8
      16. Thymus praecox var. pseudolanuginosus
      Grauer Woll-Thymian
      Farbe: rosa
      Höhe: 5 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 15/20 Blütezeit: 5–7
      17. Salvia nemorosa ‚Adrian‘
      Sommer-Garten-Salbei
      Farbe: reinviolett
      Höhe: 40 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 7/9 Blütezeit: F-J
      18. Gaillardia x grandiflora ‚Tokayer‘
      Kokardenblume
      Farbe: leuchtend orangerot, grünes Blatt
      Höhe: 70 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 5/7 Blütezeit: 7–9
      19. Berkheya purpurea
      Purpur-Distel
      Farbe: zart-violett
      Höhe: 80 cm Standort: so
      Pflanzen pro m²: 7/9 Blütezeit: 6–8 ↩︎
  • 24-09-14 Kabane und Liebe

    24-09-14 Kabane und Liebe

    Der gescheiterte Ampeljongleur der Dominicusstraße zog zum Innsbrucker Platz. Gute Wahl: Mehr Autos, die zusehen müssen, weniger Fußgänger, die ihm durch die Vorstellung rennen.

    Polnisch redende Männer standen auf dem Dachboden und auf dem Gerüst. Madame redete mit ihren Waden, die am oberen Ende unseres Schlafzimmerfensters erschienen. Sie erzählten, dass sie neu sind und jetzt endlich einmal die Baustelle fertig machen wollen.

    Fingers crossed. Vor dem Herbst-Herbst hätten wir gerne ein Dach über dem Kopf und keine Folie.

    Nachdem die Mathe-Grundlagen-Klausur bestanden ist, warf ich einen ersten vorsichtigen Blick in die Lineare Algebra. Gute Nachricht: Mein Mathe-Lesetempo hat sich in den letzten anderthalb Jahren deutlich erhöht; meisten ahne ich beim ersten Anblick der Formel zumindest was sie von mir will.

    Es beginnt mit „Jetzt stellen wir uns mal ganz dumm und fragen: Was ist ein Plus?“

    Schlechte Nachricht: Mir scheint, die Stoffmenge hat gegenüber dem letzten Modul zugenommen. Wenn ich grob überschlage muss ich jetzt ein halbes Jahr lang zwei Kapitel pro Woche durcharbeiten. Ui.

    Immerhin kann ich jetzt kenntnisreich „Abelsche Gruppe“ in ein Gespräch einfließen lassen und verstehe sogar was ich sage.

    Madame bestellte ein.

    Ich kaufte Speiselöwenzahn.

    Sekundärvampire

    Weiter versuche, ich Sekundärliteratur zu lesen, um zu verstehen, was über uns hereinbrach mit den Fearless Vampire Killers. Der Film, der manchmal klassischer Körperslapstick ist, mal Avantgardekino der Vorkriegszeit, dann wieder B-Movie-Horrorflick oder offensichtliches Vorbild für viele spätere Kostümfilme und Tanzszenen; und jede Menge osteuropäischer Shtetl-Romantik.

    Was ich nicht wusste, was aber bei Nachdenken offensichtlich ist: wie sehr Vampirgeschichten und die ewigen antijüdischen Vorwürfe der Ritualmordlegende zusammen hängen. Wie sehr zum Beispiel im Filmklassiker Nosferatu antisemitische Klischees vorkommen. Wie sehr Polanski also im Film auch dieses Stereotyp auf den Kopf dreht, indem die unbeholfen-menschlichen Juden Opfer der teutonischen Vampire werden.

    Mich wundert, wie selten, der Marc-Chagall-Bezug auftaucht. Herrje, die Protagonisten heißen sogar Shagal. Und das Szenenbild sieht mehr als einmal aus wie direkt aus einem Chagall-Gemälde entsprungen. Oder auch hier.

    Leicht fassungslos bin ich weiterhin, dass deutschsprachige Auseinandersetzungen bestenfalls kursorisch streifen, dass die Geschichte im Shtetl spielt; einem in der ersten Hälfte des Films die Szenerie der jüdischen Legenden links und recht anspringt. Selbst die Bundeszentrale für politische Bildung hält es für bemerkenswerter, dass Polanski gerne Ski fuhr und seine Stunts selber drehte, als dass dort Teutonen Juden umbringen.

    Teilweise ist das erklärbar, weil sich das deutsche Wissen über das Judentum sich im Wesentlichen auf die Shoah und den Nahost-Konflikt erstreckt- Im Zweifel erschrecken Deutsche immer, wenn sie „Jude“ sagen müssen. Anderseits muss man nur Polanski zuhören:

    “In the film there’s an Eastern European culture which was desolated by the Germans and that’s been killed off for good thanks to Polish Stalinism,” Polanski told Positif. “It’s the kind of thing that you can see in the work of figures like Chagall and Isaac Babel, and also in certain Polish paintings. This culture, which never reappeared after the war, is part of my childhood memories. There just aren’t any traditional Jews in Poland any more.”

    Nein, halt, eine deutschsprachige Besprechung fand ich, die sich des Themas annimmt – und das obwohl sie den Film nur streift: »No Jews were harmed in this movie« in der Jüdischen Allgemeinen. Mit sehr vielen weiteren Filmtipps, die wir leider jetzt alle sehen müssen.

    Teure Woche

    Der Fahrradmeister war klar, und ich folge: Nach 24 Jahren ist es gut mit Deinem Fahrrad des Theseus. Langsam können wir es nicht mehr zusammenflicken, ohne jedes Jahr ein halbes neues Fahrrad zu bauen. Wenn der Fahrradmeister spricht, sage ich „Aye, aye“, schlage die Hacken zusammen und tue wie mir angewiesen. In diesem Fall also denke ich über ein neues Fahrrad nach.

    Nächster Tag, ich äußere meine Ideen. Der Fahrradmeister winkt ab. Na, jetzt nicht, jetzt hat er es ja gerade wieder fahrfähig für den Winter gemacht. Vielleicht im Frühjahr. „Aye, aye! Neues Fahrrad erst im Frühjahr.“

    Überraschende Entdeckung: Auch der ADAC hat einem Hammer in seinem Werkzeugrepertoire und manchmal haut er auch einfach mit dem Hammer auf das Auto. Half aber auch nicht. Der Subaru erlitt den Klassiker der Autogas-getriebenen Autos: Probleme mit der Benzinpumpe, weil wir diese und das Benzin zu selten nutzten.

    Leider benötigen wir diese Benzinpumpe, um das Auto zu starten und die ersten Minuten zu fahren, bis die Motortemperatur hoch genug für Gasverbrennung ist. Ohne Benzinpumpe kein Fumb.

    Und so spritzt der freundliche Herr Benzin direkt aus der Sprühdose in die Verbrennungskammer, bis der Motor auf warm genug war, auf Gas lief. „Jetzt zur Werkstatt fahren und ja nicht zwischendurch das Auto anhalten. Der springt sonst wieder nicht an.“

    Der Subaru steht vor der Werkstatt, mehr erfahren wir im Laufe der Woche.

    Immerhin hatten wir keine Hemmungen, den Schlüssel in den mäßig gesicherten Werkstattbriefkasten zu werfen. Es ist ja gerade ein Auto mit integrierter Wegfahrsperre.

    Sommerschlüssel Raunachtkomödie

    Im Laufe des Sommers waren wir das ein oder andere mal am Insulaner. Selten aber schafften wir drei Besuche in zwei Tagen.

    Donnerstag Abend: gemeinsamer Saisonabschluss. Ich aus dem Home Office, Madame direkt aus der Hafenstadt zurückkommend. Trotz mäßigem Wetter war das Schwimmbecken voll, viele wollten die letzte Gelegenheit nutzen. Wir kosteten es aus, bis wir zur Schließzeit aus dem Becken geworfen wurden.

    Freitag Nachmittag: Der Saison-Kabanen-Schlüssen wollte zurückgegeben werden. Das Wetter wurde eher als gräuslich beschrieben, Sturm und dauernd erweckte der Himmel den Anschein, als würde er gleich in Starkregen ausbrechen. Aber wo ich schon da war, wollte ich auch schwimmen. Nass werde ich dabei ja eh.

    Und so hatten wir ein 50-Meter-Becken zu viert, am Ende war ich alleine. Und weil es so problemlos mit dem Geradeausschwimmen funktionierte, es sonst aber auch wenig Entertainment gab, zählte ich ausnahmsweise Bahnen. Ich schwamm eine halbe Kaltmamsell, dann musste ich los; zurück nach Hause, bevor es wieder zum Insulaner ging.

    (Damit insgesamt 37 Saisonkabinennutzungen, wie bezahlten also 2,16€ pro Nutzung).

    Ein weiterer Saisonabschluss: die vorletzte Vorstellung der Shakespeare-Company auf dem Freibadgelände. Der Sturm ließ nach, das Wetter nicht mehr ganz so garstig. Auf einer Skala von Sommer zu Weihnachten aber schon ein gutes Stück Richtung Weihnachten:

    Twelfe Night , auf Deutsch Was ihr wollt, wurde aufgeführt. Sie liebten und sie verwechselten sich, die Menschen sind emotional, närrisch, großmütig und durchtrieben wie sie halt sind. Billy, alter Menschenkenner.

    Die Inszenierung älter, die Shakespeare Company hat in den letzten Jahren noch einiges dazu gelernt, aber wie immer unterhaltsam, nachdenklich machend, dezent modernisiert. Wie immer schöne Abende.

    Eating the dogs eating the Mozzarellaplatte

    In Springfield they’re eating the pets. (via Tröt) Gleich mal ins Kaninchenloch gefallen und entdeckt, dass das Internet echt großartig sein kann. Abgefahren: The Kiffness wird in genau einer Woche ein Konzert in Berlin spielen. Bedauerlich: Es ist ausverkauft.

    Feldforschung in der Metzgerei Tag 4 und Tag 5.