Schlagwort: Labkraut

  • 26-07-07 I don’t believe in Peter Pan, Frankenstein or Superman

    26-07-07 I don’t believe in Peter Pan, Frankenstein or Superman

    Der Kaptain fuhr nach Bad Bramstedt.

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    Wo kommen die ganzen Elektro-Lastenräder her? Einige Monate war ich nicht auf dem Rad, wir zogen von Schöneberger Haupt- in Wilmersdorfer Nebenstraßen und schon schießen beim ersten Wieder-Radpendeln Elektro-Lastenräder links und rechts mit Karacho an mir vorbei. Zufall? Anderes Nutzungsprofil der Wilmersdorfer Nebenstraßen? The Times are changing?

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    Brian May has said that the song [Bicycle Race] was not an autobiographical portrait of [Freddy] Mercury and that Mercury did not particularly enjoy bicycling, also noting that despite the lyric „I don’t like Star Wars“, Mercury was a Star Wars fan.[10]

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    Madame kehrte ins Stadtbad Schöneberg zurück. Als Bad-Abonenntin durfte sie am Wiedereröffnungs-Probebetrieb teilnehmen. Ihr Fazit: Wie immer, nur unglaublich sauber. Und entspannter, weil die Zahl der Besuchenden noch sehr gering ist.

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    Es war ein aglais-ioscher Latifundiensonntag und ein Tag in den Südkreuz Offices ganz ohne am Südkreuz zu sein.

    Lawn derives from Middle English launde, a borrowing from Old French lande (meaning „heath“, „clearing“). The word shares an origin with land

    Unter dem Schattiernetz las ich das Paul Robbins‘ Buch Lawn People – seine Kultur-/Sozial-Geschichte der amerikanischen Rasenflächen als Vorgarten. Wie kam es, dass ein ganzes Land, ein halber Kontinent, eine vergleichsweise uniforme Vorgartengestaltung betreibt, die aus durchgehenden monokulturellen Rasenflächen quer durch ganze Straßenzüge besteht?

    Ich staunte darüber, dass der vergleichsweise schmale Band mit Vorgartenrasen beginnt, dann einen Bogen über die Kulturtheoretiker Bruno Latour und Louis Althusser schlägt, um zur Biologie der Gräser und einer ausführlichen Besprechung aller relevanten Gras-„Pflege“-Chemikalien des 20. Jahrhunderts zu gelangen.

    Das Büchlein ist schmal, und ich habe erst die Hälfte gelesen, bin mittlerweile sehr gespannt wie es weitergeht.

    Robbins zeichnet nach wie der gepflegte Rasen in französischen Fürstengärten der Renaissance entstand, sich über Englische County Houses verbreitete und mit Frederik Law Olmsted (bekannt durch den New York Central Park und den Niagara Falls National Park) schließlich in die USA kam, wo er am Ende die dominierende Kulturpflanze1 des ganzen Landes wurde.2.

    Und welche faszierende Lektüre zum 4. Juli, dem 250. Geburtstag der USA. Derjenige Geburtstag, den am Ende hoffentlich alle in Erinnerung behalten, als „damals als der verrückte Onkel die Party schmiss.“

    Vielleicht war es ein Lawn-people-Geburtstag.

    Ich habe den Eindruck viele der Trump-Wählenden wünschen sich eine USA zurück, wie aus der Rasenpestizid-Werbung der 1960er: Das Gras so grün so unnatürlich, Papa auf dem Aufsitzmäher, Mama kocht, das Mädchen putzt und der Bub spielt kleine Streiche. Eine Welt, die es nie gab, die ich mir aber hervorragend als ausgeschnittene Zeitungsanzeige der Lawn People vorstellen kann.

    Das Tagpfauenauge ist der Junikäfer des Julis

    Junikäfer (Amphimallon solstitiale) gehören zu den Tierarten Brandenburgs, die manchmal arg herausgefordert wirken von den Anforderungen, die Leben und Welt an sie stellen. An einigen Abenden im Juni steigen sie in den Latifundien zu Dutzenden, Hunderten, aus ihren Erdlöchern empor, beginnen zu fliegen und dotzen gegen alles was im Wege liegt. Gegen Bäume, Häuser, Menschen, Autos.. egal.. Hauptsache dagegen, wieder und wieder. Es ist ein Spektakel der Frühsommerdämmerung. Es ist ein Rätsel wie sich jemals zwei dieser Käfer gegenseitig finden, aber wahrscheinlich ist dieses gegen-Alles-Dotzen ihr Erfolgsgeheimnis. Irgendwann dotzen sie auch gegen andere Junikäfer: Und dann Liebe! Familie! Kinder! Kredit!

    Tagpfauenauge (Aglais io) stellen sich besser an. Die Stelle des Hauptdotzers Brandenburgs kann nur einmal vergeben werden. Die Tagpfauenaugen fliegen nicht gegen den Bungalow. Sie fliegen hinein. Einer, den wir hinausbeförderten, zwei, den wir hinausbeförderten, drei, den wir hinausbeförderten.. spätestens wenn wir die Hütte verlassen, alle Türen und Fenster geschlossen sind, ist das keine gute Gegend für Tagfalter dort.

    Denn obwohl das Wetter auf Grau und Regen geschaltet hatte, sind die Schmettis und die Bienis und Hummis nicht mehr aufzuhalten. Neben all‘ den Schachbrettfaltern (wo kommen sie alle her!?), den weiterhin zu hektischen braun-orangen Schmetterlingen, den nicht mehr abschätzbaren Hummeln und Bienen, den Kohlweißlingen und Zitronenfaltern, kommen auch die Tagpfauenaugen. Auf dem Dost, auf der Wiese, und im Bungalow. Hübsch sind sie. Und weil es kühler war, waren sie auch gerne bereit in der spärlichen Sonne ihre Flügel aufzuspannen.

    Wir waren am Sonntag etwas erholter als am Samstag und werkelten dementsprechend mehr. Leider vergaß ich vor dem weiteren Zupfen der Brennesseln, das ich zwar behandschuht, aber mittlerweile kurzärmlig unterwegs war, so dass ich davon noch den Rest des Tages etwas hatte.

    Mit Coffee making facilities (){}

    Die kommenden Wochen rasen heran. Ich versuche gleichzeitig mit wieder an die korrekte Reihenfolge von package main, und import „fmt“ und func main() in Go zu erinnern, herauszufinden, ob mensch von Kaunas mit dem Schiff die Memel hinunter bis zur kurischen Nehrung fahren kann3, mit Madame zusammen das „wie-kommen-wir-rechtzeitig-nach-Frankfurt(Oder)-Problem“ zu lösen und den Spagat zwischen meinem langsam ausklingenden vorurlaublichen Arbeitstempo und dem Das-muss-alles-noch-fertig-werden-in-Q2 der Kolleg*innen zu schaffen.

    Ich möchte eigentlich nur noch die Arme ausbreiten und der mit Restgeschwindigkeit des metaphorischen Fahrrads ins Ziel trudeln, alles um mich herum, möchte noch schnell ein Bicycle Race gewinnen.

    Trotz überraschend vieler Feuerwehreinsätze gelang es mir immerhin heute eine halbe Entscheidung zu treffen, was wir mit den USB-C-auf-USB-C-Adaptern4 machen, die irgendwie den Weg zu uns fanden, ich kann mittlerweile die drei Arten der Variablendeklaration in Go auswendig genug um sie niederzuschreiben, und wir beschlossen das Frankfurt-Problem mit Flexibilität und Geld zu erschlagen.

    Nein, nicht das Taxi. Aber wenn jede Art Vormittags nach dort zu kommen, um den polnischen EC zu kriegen, ungemütliches und unentspannedes Hassle mit Regios und Bussen sein wird, können wir auch Open-End-am-Abend-vorher fahren und ein Hotel beim Bahnhof nehmen.

    Dann haben wir die chillste Anreise zum EC, die wir uns vorstellen können.

    I want to ride

    Es war der Gegenwind und nicht die mangelnde Übung! Meine Schutzbehauptung von letzter Woche erwies sich zu meiner eigenen Überraschung als war. Endlich, endlich, konnte ich wieder mit einem funktionierenden Fahrrad zur Arbeit fahren. Queens Bicycle Race war meine Hymne. I don’t believe in Peter Pan, Frankenstein or Superman / All I wanna do is Bicycle, bicycle, bicycle, I want to ride my bicycle.

    Ich summte.

    (You say black) I say white. (You say bark) I say bite. And I don’t like Star Wars.

    Nur war ich halt langsamer als Queen sang. Aber es war so schön, entlang der Nebenstraßen Wilmersdorf, vorbei am Volkspark und dann durch die alte Hood. Denn bei allem was sich im Leben in den letzten Jahren änderte: es verlagerte sich nur wenige Kilometer nach Westen.

    In Teilen fahre ich immer noch dieselbe Arbeitsstrecke. Nur ist das, was damals der westlichste Teil des Weges war, nahe der Wohnung war, mittlerweile der östlichste Teil, den ich fahre, nahe der Arbeit.

    Noch läuft es unrund: Helm vergessen, starten der DB-Rad-App vergessen, die elegantes Kurvenführungen vergessen. Aber es wird wiederkommen.

    I want to ride my bicycle I want to ride my bike.

    Zu Hause hatte Madame aus den solidarischen Breiten Bohnen eine Coronation Quiche gebacken. Der Geruch der Melone hatte sie von der Kasse zurück in den Supermarkt gelockt – zu meinem Nachtischsglück.

    Links

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    Kurz bevor wir den Pink Soup Train nehmen werden, sendete der Deutschlandfunk einen Beitrag zum Pink Soup Festival. (Sonntagsspaziergang, ab Sekunde 35)

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    Auch ein Fan der Lawn People ist US-Autor Michael Pollan, der selber einige Bücher über Pflanzen-Mensch-Beziehungen schrieb. Hier ein kurzes Video von ihm zum Thema: Why is America Obsessed with Lawns?

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    Die Stuttgarter Wielandshöhe bloggte ihre Serviceregeln (via Kaltmamsell) und natürlich provozierte das sofort Erinnerungen an das wunderbare Essen mit Dr. D und Dr. E dort im letzten Oktober.

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    Mehr zu Liminalen Orten: Liminal Spaces: Wenn anthropogene Orte menschenleer sind (via Kieselblog)

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    Noch jemand, der am Hitzesonntag Glennkill im klimatisierten Kino sah.

    Anmerkungen

    1. Die Rasenfläche ist weit größer als aller Mais in den USA zusammen. Oder alles Soya. ↩︎
    2. Wobei er auslies, dass ausgerechnet die Shaker – gerade wieder bekannter durch den Film The Testament of Ann Lee – die ersten waren, die qualitativ hochwertige Grassamen züchteten. ↩︎
    3. Ja, aber nicht an Tagen wo es uns nutzen würde. ↩︎
    4. Ja, die gibt es. Ja, ich weiß auch nur halb warum. Deshalb lagen sie ja ungeklärt in der Gegend. ↩︎
  • 26-07-04 Schachbrettfalter-Gammaeulen-people

    26-07-04 Schachbrettfalter-Gammaeulen-people

    Hühnerwald in der Hauptstraße hat wieder geschlossen. Miamor Flora ist nie bis zur Eröffnung gekommen, einzig das Schild an der Ladenfront konnten sie anbringen bevor die Projekt schon wieder starb. Unser alter Hinterhof bleibt weiterhin ein magischer Anziehungspunkt für Bauschutt aller Art.

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    Currywurstand Ruhige Tag macht einen Monat Urlaub.

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    23 Grad Außentemperatur plus viel Erholungszeit in den letzten Tagen. Ich bin wieder halbwegs betriebsfähig. Jetzt muss es sich nur noch ändern, dass ich herumhuste wie ein heiserer Seeelefant kurz vor dem Ableben.

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    Beim Fußball-Tippspiel bin ich auf Platz 10 von 46. Das ist zu schlecht um damit anzugeben und zu gut, um darüber eine schöne Geschichte zu erzählen.

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    Es war ein Homeoffice-Pizza-Freitag und ein Regen-Brennessel-Samstag.

    Ecke Berliner/Brandenburger-Straße

    Dazu ein Helm in weiß

    Lastenrad

    Noch zeigen sich die Folgen der Hitze. Als ich den Fahrradmeister verließ, hörten wir lautes Brüllen vom Ende der Straße. Ich musste eh dort entlang und sah einen Mann neben einem liegenden Lastenrad, einen anderen der gerade von seinem parkenden schwarzen Kleinwagen wegging.

    Die Vorgeschichte erschloss sich mir nicht genau. Ich konnte raten und dabei das Wort Dooring in meine imaginierte Geschichte einbauen, beziehungsweise, da meine imaginierten Geschichten eher im vorsprachlichen Raum entstehen, mir Bilder vorstellen wie das Lastenrad knapp der sich öffnenden Tür am Kleinwagen auswich, dabei ins Schlingern kam und der Radfahrer stürzte. Aber es kann auch ganz anders gelaufen sein. Auf jeden Fall stieß der Lastenradfahrer eine Schimpfkanonade in deutsch und arabisch aus, die ich so seit Jahrzehnten nicht mehr hörte; minutenlang. hörbar bemüht den anderen in seinem tiefsten Inneren zu treffen. Es war so verstörend wie beeindruckend.

    Böttcherrad

    Glücklicherweise konnte ich mich von der Situation ablenken, indem ich mein neues himmelblaues Fahrrad anhimmelte. Der Fahrradmeister hatte mein Böttcher Safari – Farbe himmelblau dormant erhalten, mir fertig eingestellt und übergeben. Er selbst war ja skeptisch gewesen ob der Farbwahl (Arbeitstitel: Farbton Schwimmbadkachel), jetzt aber staunte er und ich. Es war gar nicht so pastellig wie gedacht, eher eine Mischung aus schönen Sommerhimmel meets Schwimmbad meets Glaskugel – die Farbe hat eine Tiefe und scheint fast von allein zu leuchten. Ich bin geflasht.

    Die eigentliche Substanz des Rads steht ja ohnehin nicht zur Diskussion. Ich geriet mit einer anderen Fahrradmeisterin-Besucherin ob der Farbe ins Plauschen. Sie fragte nach einiger Zeit verwundert, wieso ich 1500 Euro für ein normalen Fahrrad ohne E ausgebe, und ich konnte einfach sagen, weil ich mit dem Vorgängermodell 26 Jahre lang hervorragend gefahren bin.

    Noch überwiegt die Begeisterung auch den Gedanken, dass ich auch gleich ein großes „Klau Mich!“ Schild am Rad befestigen könnte, statt der auffallenden Farbe. Aber irgendwas ist immer.

    Auf jeden Fall schwang ich mich auf’s Rad und ich war ganz schön aus der Übung es war sehr starker Gegenwind.

    Kein Foto. Gerade dieses Leuchten ist nicht fotografabel. Und wenn es wieder anders aussieht als ich schreibe, denkt ich noch ich würde mir hier vielleicht Sachen ausdenken.

    Ohne Wirtschaft und Gesellschaft

    Beim Mecklenburger-Käse-Toast am Frühstückstisch mit Kornellkirschenaussicht höre ich im Deutschlandfunk vom „Reformpaket“ des „Koalitionsausschusses.“ Es scheint das Opus Magnum der aktuellen Bundesregierung, und ich bin mir unschlüssig, ob ich darüber nachdenken will, aus Furcht, damit dann nicht mehr aufhören zu können.

    Wartezimmerärger

    Wirklich überraschen mich die gewollten Änderungen bei der Krankschreibung. Ich gehe davon aus, dass ich persönlich dank Öffentlichem Dienst mit Tarifvertrag und Personalrat niemals direkt von der Krankschreibung am ersten Tag betroffen sein werde. Und trotzdem bekomme ich auffallend schlechte Laune nur bei dem Gedanken daran.

    Ich gehe davon, dass diese schlechte Laune fast jede Arbeitnehmer*in dieses Landes trifft, und viele die mit diesen zu tun haben, und frage mich, wie genau die Idee zustande kam, sich willentlich und wissentlich einen Shitstorm quasi aller Arbeitenden Deutschlands zu erschaffen? Wer dachte, das sei eine gute Idee?

    Palastfreude

    Zweifeln tue ich an mir selber und der Koalition beim Begriff „Reichensteuer“. Offenbar haben sie und ich einen verschiedenen Begriff von Reichtum.

    Mein Begriff beruht auf dem Vermögen – also der Bestandsgröße, die an Mitteln schon da ist. Reich ist, wer allein Kraft seines Vermögens eine „Distanz zum Notwendigen“ (Bordieu) hat – wer also nie wieder arbeiten muss und dennoch nie im Leben über Geld wird nachdenken müssen. Reichtum bringt unerschütterbare Sicherheit ohne Gefahr.

    Diesen Reichtum, also meines Erachtens, echten Reichtum, lässt die Regierung in Ruhe. Ihr geht es um höhere (Arbeits-)Einkommen. Also hier reden wir von Einkommenshöhen, die Sicherheit bringen – so lange das Einkommen fließt. Dieses aber ist immer gefährdet, kann von einem Tag auf den anderen vorbei sein, wenn das mit der Arbeit nicht mehr geht. Zumal diese Arbeitseinkommen nach oben gedeckelt sind. Jenseits von DAX-Vorständen bewegen sie sich im menschlich vorstellbaren Rahmen.

    Einkommen, die aus Vermögen entstehen können menschlichen Vorstellungsvermögen komplett sprengen, und sind sehr viel sicherer. Diese werden aber zukünftig genauso wenig besteuert wie bisher. „Reichensteuer“ ist bestenfalls missverständlich, schlechtestensfalls der Versuch eine soziale Gerechtigkeit zu simulieren.

    Bibliothekshoffnung

    Mit etwas Suche finde ich online den Text Vermögensforschung: Reichtum und seine philanthropische Verwendung, der meine Gedanken etwas theoretisch nachfundieren kann. Ich aber fühle mich inspiriert wieder mehr zum Thema zu lesen, mal schauen ob die örtliche Bibliothek vielleicht Max Webers Wirtschaft und Gesellschaft im Regal stehen hat.

    Ich radele mit dem neuen Rad zur Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek in Wilmersdorf City. Ich finde ein Soziologie-Regal, dieses aber scheint mir klassikerarm. Ich sehe ein Buch von Judith Butler, ein Buch über Max Weber (nicht von ihm), eine ganze Menge Stoff, den ich als Talkshow-Begleit-Literatur bezeichnen würde und eine ganze Menge zu aktuellen Themen, dessen Substanz ich auf den ersten Blick nicht einschätzen kann.

    Für eine Bezirksbibliothek – in einer Stadt mit drei großen Universiäten und einer Staatsbibliothek zudem – sinnvoll für die Zielstellung der Bibliothek – für mich in dem Moment aber trotzdem bedauerlich.

    Dietrich-Bonhoeffer-Bibliothek

    Aus dem Lautsprecher: Adriano Celentanos Azzurro. Und es passte.

    Zum Ende der Woche lud mich Madame zur Pizza. Auf halber Strecke zwischen Wohnung und dem Sommerbad Wilmersdorf hatte sie Taormina Tavola Calda entdeckt. Ein kleiner Laden, von dem wir beide dachten, er ließe sich sofort mit Personal, Häuschen, Möbeln und Publikum in eine italienischen Bergdorf beamen könnte und sofort als Dorfimbiss/Trattoria durchginge.

    Bellissima!

    Wir hatten starke Italiengefühle – nicht mare/Roma/grande Piazza sondern Dorfzentrum-am-Wochenende. Und es war so schön. Dazu guter Haus-Weißwein, eine Geburtstagsparty lief, wir hatten ordentliche Pizza1 und Espresso – sahen nebenan durchaus einladenden Salat und Pasta.

    Hinter dem Zaun das Taormina

    Der Sauerampfer schießt, die Clematis eindrucksvoll wie nie, Rosa Goldelse hat plötzlich Volumen

    Ich: Es ist herrlich.

    Madame: Herbstlich.

    Ich: Herrlich herbstlich.

    Im Nachbardorf findet dieses Woche das Dorffest steht. Letzte Woche wäre dieses in der Hitze geschmolzen, vermutlich waren die Veranstalter*innen glücklich über den Termin diese Woche – nur damit es dieses Wochenende in einem Herbststurm untergeht.

    Das mit dem Sommer ist schwierig dieses Jahr. Aber ich liebe den dieswöchigen Herbst. Wir kuscheln uns im Bungalow ein. Abends besucht uns eine Gammaeule.

    Manchmal geht Madame kurz raus, um die abgeblühte Rosenblüten abzuschneiden. Noch manchmaliger gehe ich kurz raus, um große Brennesseln zu rupfen.

    Von der Terrasse aus sehen wir eine schöne Gräser-Trikolore aus Strohgelb (halb hohes verstrohtes Gras) im Westen, dem flauschig-ätherischen rot-grau-braun des Landschilfes in der Mitte und dem kräftigen Gelb des Labkrauts im Osten.

    Auf der Kaffeegartenrunde konnten wir sehen, dass viele Quadratmeter des Labkrauts von rosa-weißen Platterbsen überwachsen sind, bestaunen die Beete, sehen am Dost Dutzende von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln.

    Gelesen

    Paul Robbins: Lawn People – einst mir empfohlen, durch eine Bemerkung in einem Michael Polan Buch. Lawn People ein Buch, das bei amerikanischen Vorgärten startet und schon nach wenigen Seiten bei den Theoretikern Louis Althusse und Antonio Gramsci ist. Noch habe ich erst wenige dieser Seiten gelesen, aber ich vermute, das Gras wird noch als handelnder Akteur hinzukommen.

    Grass, nicht lawn

    Links

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    Manchmal fällt es mir schwer, mit kleinen Kindern umzugehen. Ich ziehe es meist vor, mit Beziehungsaufbau zu beginnen, wenn die Kinder sprechen und mich verstehen können und wenn sie ein wenig Selbstverantwortung auf sich nehmen können. Das war bei meinen Enkeln so. Bei meinen Urenkeln, so meine ich, habe ich dafür zu wenig Zeit (immerhin bin ich 91, da hat man keine Zeit mehr, zu warten).

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    Blogs sind schön, um in komplett andere Leben zu sehen. Der Kaptain liest ja gerne unendlich viele Bücher über Kindle Unlimited. Im Blog kann ich leben, wie diese entstehen: Ein Tag in meinem Leben. anmdere leben:

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    Ich muss jetzt nicht schreiben, warum ich feierte: Die Lichtspielhäuser der Nippon Connection 2026: Historisch Kino gucken

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    Team Durchkopplung feierte auch hier:

    „Keine Kunden

    Toiletten vorhanden“

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    Number Stations are my secret passion. Über die (vermutlich israelische) Station 4XZ: These numbers stations are deliberately low key, so to speak, as they exist in a shadowy world. Sending sloppy CW on top of two of the world’s most recognized shortwaves stations (WWV and WWVH) is not a clandestine action. Is this a deliberate provocation?

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    Die Kaltmamsell war bei solidarischer Landwirtschaft für Fortgeschrittene: Journal Mittwoch, 1. Juli 2026 – Ein sehr lautes Kleid und mehr aus der Kartoffelkombinat-Generalversammlung

    Anmerkungen

    1. Alleine wäre diese kein Grund wiederzukommen. Aber auch kein Grund, nicht zu gehen. ↩︎

  • 25-07-08 Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Dass du von Gott verlassen seist

    25-07-08 Denk nicht in deiner Drangsalshitze, Dass du von Gott verlassen seist

    Am Leo steht ein Karussel.

    Die evangelische Kirchengemeinde am Heilsbronnen ist etwas Besonderes. Nicht nur, dass dort eine „evangelische Messe“ gefeiert wird, auch kam vor dem Gottesdienst jemand zu den zwei Damen neben mir und sagte „die Beichte findet heute schon jetzt in der Kapelle statt“ und beide gingen hin.

    Ich kann mich nicht daran erinnern, schon je in einem Leben Beichte live erlebt zu haben.

    Andererseits kann die Gemeinde halt auch finanzieren, im normalen Gottesdienst eine Bachkantate aufführen zu lassen und dafür professionelle Musiker und Solisten zu bezahlen.

    Es war ein Sonntag zwischen Berliner Kantate und latifundaler Vorbereitung, ein Montag zwischen Arbeit und Empfang der Gäste. Stand Bachelorarbeit: Die allererste Runde Lineare Optimierung (Theorie und Rechnen „von Hand“) ist durch – jetzt kommt erstmal Julia und Rechnen per Computer dran.

    Das bekannte Deutsche Fernverkehrsunternehmen mit den Zügen ist für Abwechslung gut:

    „Wagen 1 bis 4 müssen geräumt werden wegen Ausfall der Klimaanlage und somit ohne Frischluftzufuhr. Alle Reisenden ohne Reservierung müssen aussteigen“

    Das hatten wir noch nicht. Gut, dass „unsere“ Reisenden eine Reservierung haben.

    Die Geschichte vom ehemaligen türkische Basar im mauerbedingt stillgelegten U-Bahnhof Bülowstraße ist einer der Geschichten, die bundesweit bekannt sein sollten. Noch aber bleibt es bei Lokalkolorit. Immerhin existiert inzwischen eine gewisse lokale Würdiging: Am 27. September findet das Musikfest „Gazino und Türkischer Basar“ in der Steinmetzstraße statt.

    Eine der Mittagessengelegenheiten um das Südkreuz bietet als Salat des Tages Bratkartoffelsalat an – ich finde das konzeptuell schwierig.

    Nicht schwierig hingegen einiges Essen der letzten Tage: Coronation Quiche – Ratatouille aus dem Slow Cooker – Erdbeereis aus dem Creami. Es könnte schlimmer sein.

    Bekümmernis!

    Madame gab Bach. Der Chor hatte sich an die längste Bach-Kantate, und dazu eine der schönsten und spektakulärsten, herangewagt: Ich hatte viel Bekümmernis. Aufgeführt im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes im Heilsbronnen.

    Ich schwankte. Notenpunkte oder Karmapunkte? Karmapunkte, denn schöne Musik erhebt. Zumal wenn Madame sie vorträgt. Notenpunkte: Denn ich könnte diesen Vormittag auch an der Bachelorarbeit verbringen.

    Am Ende entschied der untere Rücken. Der hatte beim Aufstehen schon eindrucksvoll verkündet, dass ich am Vortag zu lange am Schreibtisch saß und er heute ein wenig raus möchte.

    Eine weise Entscheidung. Die Bachipedia (was es alles gibt!) schreibt Die Kantate «Ich hatte viel Bekümmernis» ist mit ihrer emotionalen Tiefe und ihrem formalen Reichtum nahezu ein Solitär in Bachs Kirchenmusik.

    Und auch wenn ich weit davon entfernt bin, einen Gesamtüberblick über Bachs Kirchenmusik zu besitzen, unterschreibe ich die emotionale Tiefe und den formalen Reichtum sofort: das geradezu nervenaufreibende Leiden und Grämen, die Tränen der Verzweiflung, die Suche nach Gott – und dessen Antwort. In jeder Hinsicht großes Kino. (Hier in Gänze als Video der Netherlands Bach Society)

    Und eine letzte Lobhudelei: Solisten (in Erinnerung besonders Sopran Anne Brettschneider) und das Orchester.

    Ein Hin- und her

    Tage der Autorochade.

    Samstag

    Rennpolo Schöneberg Garage -> Schöneberg Parkplatz // Subaru: Schöneberg Parkplatz -> Schöneberg Straße // (denn nur der Subaru darf hier Anwohnerparken)

    Sonntag

    Rennpolo: Schöneberg Parkplatz -> Latifundien -> Kremmen Bahnhof // Subaru: Schöneberg Straße -> Schöneberg Parkplatz (denn ab Montag ist die Straße auch mit Anwohnerplakette kein legaler Parkplatz mehr)

    Montag

    Rennpolo: Kremmen Bahnhof -> Latifundien // Subaru: Schöneberg Parkplatz -> Carglass -> Latifundien -> Schöneberg Parkplatz

    Tage der Personenrochade

    Ich fühlte mich wie in einem Film mit Umschnitten. Drei Personengruppen starten an verschiedenen Startpunkten (Lörrach in Südbaden, Hafenstadt, Südkreuz Offices), erleben Abenteuer (DB Fernverkehr / DB Regionalverkehr / wird das Auto repariert werden?) und streben einem gemeinsamem Zielpunkt zu.

    Und wie es war

    So der Plan: die Deutsche Bahn sorgte für Abwechslung, weil Teile der parallel laufenden Zugrochade ausfielen, so dass die Autorochade um einen spontanen Ausflug zum Berliner Hauptbahnhof erweitert werden musste. Außerdem mussten wir mit einem Auto zum Bahnhof waren, um das andere Auto dort abzuholen, weil ja der Zug eher nicht fuhr.

    Montagabend aber waren alle Personen und Autos dort wo sie hätten sein sollen. Der Subaru dazu mit heiler Frontscheibe und geretteter Parkplakette. Und ich habe einen unausweichlichen Carglass-repariert-Ohrwurm.

    Immerhin gelang es uns bei den Rochaden noch beim Spargelhof vorbeizufahren (überraschend voll, auch ohne Spargel) und einmal den Latifundien zu winken. Die präsentierten sich im besten Katalogmodus: Im Vorgarten sahen wir schon aus dem Rennpolo je ein Dutzend Schmetterlinge und Hummeln, und es wurden immer mehr. Die Rosen blühen ALLE. Und wie. Selbst die Wiese trägt beginnende Bräunlichkeit in sich, noch aber leuchtet sie in Gelb oder auch in Weiß-Pink.

    Farbenrausch zerfließt in Butter (Erdbeereis)

    Nils Minkmar in Bestform: Wenn ich im Sommer nach Frankreich reise, handelt es sich nicht um Ferien im klassischen Sinne. In den Augen der Freunde und Verwandten kehre ich dann in mein eigentliches Leben zurück.

    Mit „Farbenrausch … ein expressionistisches Meisterwerk der Industriearchitektur“ bin ich immer zu kriegen. Etwas erschrocken aber bin ich, weil mir der dortige Behrensbau trotz zahlreicher langer Aufenthalte in Frankfurt nie auffiel. (via Ligne Clair)

    Nein! Jonathan Richman macht noch Musik: Only Frozen Sky Anyway (auch via Ligne Clair via martin)

    Mein innerer-US-Boykott-aus-Trotz ist gar nicht so einfach. Zumal wenn Gabi Frankemölle Catfish erwähnt, den ich seit damals in Mississippi nie wieder gegessen habe: Grilled Catfish (Wels vom Grill)

    Öfter mal sagen „Der Rest des Tages zerfließt wie Butter.

    Poupou produzierte Erdbeereis.

  • 25-06-29 Laufkundschaft im Nirwana

    25-06-29 Laufkundschaft im Nirwana

    Auf der Budapest Pride waren mehrere hunderttausend Menschen. Besser werden die Nachrichten nicht.

    In Steglitz kann mensch Austernmesser mit einem Griff aus zerstoßenen Austernschalen kaufen.

    Es war ein Donnerstagabend, ein Office-Freitag und ein Latifundien-Samstag, durchgehend schwül bei wechselndem Temperaturen. Von: 21 Grad und schwül bis zu „Ladevorgang des Telefons unterbrochen bis dieses wieder normale Temperaturen hat.“

    Teile der Kollegenschaft verabschiedeten sich ins lange Wochenende auf das Fusion-Festival. Natürlich nur Verwaltung, die anderen müssen hitzegenervte Berliner*innen in den Freibädern bändigen.

    Auf dem Weg ins Büro: der Geruch von frischem Asphalt am Morgen. Immerhin eine Baustelle, die erkennbare Fortschritte macht.

    Das märkische DHL versucht seit zwei Tagen ein Paket auszuliefern, scheitert aber immer an „Krankheit oder Unfall oder Arbeitszeitüberschreitung.“ Was schade ist – nachdem Pakete und Briefe in Berlin schon längerem ein Glücksspiel sind, war die Lage in den märkischen Hamptons bis 2024 mustergültig. Pakete kamen wie angekündigt, Wünsche funktionierten und wir kannten die Austrägerin. Offenbar gab es eine Umorganisation.

    Ein Lob der Schöneberger Nachbarin von gegenüber. Diese erschafft ein wahres grünes Paradies auf ihrem Balkon.

    Gelesen: Carlo Levi „Die doppelte Nacht“ und weiter in „Wir schon wieder.“ Später dazu mehr.

    Die 606 mit Mangolikör

    Es war Donnerstag am späten Nachmittag. Für den Abend war ein mittlerer Weltuntergang angekündigt, vorher war es the new normal mit Temperaturen jenseits der 30-Grad-und-Schwüle. Ich also im besten IT-im-Home-Office-bei-30-Grad-Outfit, Madame hatte sich noch aufgerafft ins Insulanerbad zu gehen.

    Anruf von der Bank: Wir haben noch ein Konto, wegen dem sie uns seit über 10 Jahren nicht gesehen haben – das stimmt. Es ist ein reines Funktionskonto, das macht was es soll und keinerlei Aufmerksamkeit bedarf.

    Und weil die Bank keine aktuellen Ausweise und Unterschriften haben, soll das Konto jetzt gesperrt werden – WHAT??? Es stellte sich heraus, dass sie uns im Februar ein Dokument geschickt hatten – das wurde auch ausgefüllt und unterschrieben – aber falsch! WHAT???

    Wir können aber gleich bis 18 Uhr in Steglitz vorbeikommen und Ausweise zeigen. Es war 17:20h in Schöneberg und ich so unvorbereitet auf Außeneinsätze wie mensch nur sein kann. Außerdem: Schwül, Unwetter.

    Aber hilft ja nichts. Ich habe etwas herausgesucht was auf den ersten Blick als ernsthafte Hose erkennbar war. Wir sind zum Bus, dann nach Steglitz und im Eilschritt zur Bank. WIr waren mal echte Laufkundschaft.

    Dann haben wir brav Ausweise eingescannt, drei Stammdatenverträge unterschrieben, erfahren, dass die Dame gerade nur die Vertretung ist1, während wir aus dem Fenster sahen, wie der Himmel immer dunkler wurde, die Bäume sich wild schüttelten. Aber wenn das Banksystem 30 Sekunden benötigt, um den Stammdatenvertrag zu öffnen, dann benötigt es halt 30 Sekunden.

    Wir kamen im trockenen Sturm wieder aus der Bank. Es waren noch ein paar Meter zur Bushaltestelle. Madame bemerkte, dass sie nach Möglichkeit nicht vom einem Baum erschlagen werden möchte und wir jetzt einfach ins nächstes Lokal gehen, dort mit einem Abendessen den Sturm überbrücken.

    Jenseits der Kreuzung war „…sches Restaurant“ an einer Fassade zu lesen. Leider war die Kreuzung sechsspurig mit dichtem Verkehr, so dass wir die grünen Ampeln abwarten mussten. Und der Regen begann, und nach 15 Sekunden waren wir nass. Also die letzten Meter im Laufschritt ins Restaurant. Der Abend der Laufkundschaft zum Zweiten.

    Das entpuppte sich als „indisches Restaurant Nirwana“. Sie waren sicher hocherfreut uns durchgeschwitzt und vollgeregnet im Hause begrüßen zu dürfen, waren aber trotzdem ausgesprochen nett.

    Idunda ist auf Hochzeitsreise in Kopenhagen

    Wir kamen auf Zoos zu sprechen und inspiriert von Frau Brüllen fragte Madame sich, was auf den Basler Zooelefanten ihrer Jugend wurde. Die beiden Anwesenden und Idunda, die laut Schild, immer auf Hochzeitsreise in Kopenhagen war.

    Dabei stieß Madame auf die Geschichte der fünf Elefäntli, die alle als Babies vom Zoo Basel gekauft wurden – natürlich eine Riesenattraktion waren, und auch gerne mal durch die Stadt geführt wurden; auch war es üblich, dass Kinder auf ihnen reiten durften. Soweit rekonstruierbar waren diese immer im Elefantenhaus angekettet. Zu Madames Zeiten waren zwei davon bereits gestorben, Idunda war unterwegs und die anderen beiden standen im Zoo.

    Welch unterschied zu heute. Im Jahr 2025 bereibt der Zoo Basel eine „berührungslose Haltung“, die natürlich sehr viel näher am natürlichen Leben der Elefanten ist, zum Beispiel auch aber bedeutet, dass medizinische Maßnahmen nur stattfinden können, wenn die Elefanten aktiv mitmachen. Und wenn nicht, dann nicht. Wie jetzt als eine Elefantenkuh starb, weil ihr Baby im Körper starb aber nicht entfernt werden konnte, und jetzt auch die Mutter starb.

    A long way seit den Fünf Elefäntli.

    Zum Glück ist der Garten eh viel zu trocken zum Kohlanbau

    Madame brachte Bitumen entlang der Gierschfront aus. Während Nachbar Ost gerade Giersch produziert, verhält sich der Bambus auf der Seite von Nachbar West friedlich – vermutlich ist es dem zu trocken.

    Über der Wiese 30-40 Kohlweißlinge gleichzeitig. Dem benachbarten Rapsfeld sei dank. Dazu Schachbrettfalter, Zitronenfalter, Kleinzeug (Schwebfliegen, Käfer, Bienen) aller Art und die großen Holzbienen. Madame vergleicht ihren Flug mit Militärhubschraubern: groß, dunkel und immer sehr zielgerichtet etwas ansteuernd.

    Eine Wiese in gelb und rosa und violett. Die Knautien blühen noch, inzwischen aber hat das Labkraut die halbe Wiese eingenommen und blüht im bezaubernden Gelb. Darüber eine rosa-weiße Schicht aus rankenden Platterbsen. Hätten wir etwas von geplant, wir hätten es uns nicht besser ausdenken können.

    Da die Temperaturen erträglich sind, erfolgte leichtes Sommeraufräumen – Mohn an diversen Stellen abmähen, Schönheitskorrekturen mit der Heckenschere und die diesjährige Finalisierung des Wiesenwegkonzeptes. Die Pergola bekam ihr Schattiernetz, so dass auch die Sonnetage kommen können.

    Den Rosen geht es geht, Apple Blossom fühlt sich sichtlich wohl.

    And I knew it complete

    Prägendes Erlebnis meiner ehemaligen Interrail-Fahrt: der knallevolle Nachtzug von Montpellier nach Calais – nur ein Abteil war fast leer. Was sich erklärte, wenn man die Tür öffnete: Es stank massiv nach Alkohol. Ich war damals ebenso unerschrocken wie faul und zog einen Sitzplatz mit Abenteuer dem Gangstehen vor. Ich lernte einen lustigen Polen kennen, der mir Rotwein aus einer Plastik-Colaflasche anbot und mir ausführlich vom Theaterfestival in Avignon erzählte. Seitdem bin ich Fan des Festivals, freue mich natürlich wenn Christiane noch etwas mehr dazu schreibt: Erinnerungen an Avignon

    What’s the Right Way to Translate Chinese Dish Names? (via Kaltmamsell)

    Beste Art der Fernreise: von der aus Vietnam stammenden Kollegin zu deren Hochzeit in Vietnam eingeladen werden.

    Der Herr Flusskiesel hat seine Blogroll überarbeitet und eine kleine und feine Liste zusammengestellt. Und das sage ich nicht nur, weil iberty darauf steht.

    Posts mit Billy Joel werden hier natürlich immer verlinkt: It’s sad and it’s sweet

    Famous last words

    Es gibt zwei Gründe, warum ich noch ein New-York-Times-Abo habe. Einerseits. Durch mehrfaches kündigen und Bleib-hier-Angebote zahle ich derzeit nur 2 Euro im Monat dafür. Andererseits der Dealbook-Newsletter, der halt Nachrichten aus Perspektive der Finanzwirtschaft erzählt. Einerseits eine Perspektive, die ich sonst woanders nur schwerlich bekomme, andererseits sortiert der ziemlich gut nach relevanten Themen und irrelevanten Sau-durchs-Dorf-Debatten durch. Zum Wochenende zum Klimawandel (und ja, ich halte den Tonfall für Sarkasmus):


    Banks have started to bake this [Klimawandel-]forecast, once thought extreme, into their research. A recent report from Morgan Stanley on the air-conditioning market, which is expected to benefit from increases in urbanization as well as the frequency and intensity of heat waves, said its “base case” was a 3 percent rise in average global temperatures. In that scenario, how much did analysts expect the cooling market to grow by 2030?

    A. 16 percent, to $272 billion

    B. 41 percent, to $331 billion

    C. 104 percent, to $479.4 billion


    1. Unser Glück vermutlich. Der eigentlich zuständige Herr hätte uns vermutlich einfach in die Kontosperrung laufen lassen und dann einen Formbrief geschickt. ↩︎
  • 25-06-24 Peak Tageshitze

    25-06-24 Peak Tageshitze

    Der Kaptain entdeckte Dithmarscher Steinschafe. Sie wiederholte die Entdeckung, dass ein Krankenhaus am Wochenende langweilig ist – zumal, wenn die Entlassung immer wieder tageweise verschoben wird.

    Mir träumte, es ware 13:56h und ich wäre auf dem Weg zur Arbeit und sollte vielleicht ein schlechtes Gewissen haben, und mal bescheid sagen, dass ich sechs Stunden zu spät komme.

    (Was immerhin für die aktuelle Arbeit spricht – es war eher schlechtes Gewissen den KuK gegenüber als Angst vor Ärger.)

    Was dem Einzelhandel die Adventszeit ist uns die Zeit in den Wochen vor der Freibaderöffnung bis zum ersten heißen Juniwochenende. Nichts ist zusammengebrochen. Ab jetzt darf es in den Südkreuz Offices wieder entspannter und experimenteller zugehen.

    Es war ein Sonntag auf den Latifundien und ein Montag in den Südkreuz Offices. Berlin gab Klimakrise mit erst 35 Grad und dann sturmgefällten Bäumen.

    In Berlin sah ich einen Elektro-R5 auf der Straße. Und falls das Auto an sich eine Zukunft hat, dann doch bitte in Form von bunten Elektrokleinwagen und nicht in Form von schwarzen SUVs.

    Ich glaube ich habe einen Schwalbenschwanz gesehen

    Der Schwalbenschwanz flog. Madame sah ihn auch. Der erste Gedanke war „Schachbrettfalter“, der zweite dann „zu groß, zu gelblich und das Muster ist typisch.“

    Spannende Entdeckung zum Schachbrettfalter: Seit drei Jahren blogge ich über ihn und jeweils erscheint der Post am vorletzten Juniwochenende. Anscheinend ein Falter mit einem sehr zuverlässigen Jahresrhythmus.

    Das Labkraut ist kurz davor die halbe Wiese mit seinen Blüten gelb einzufärben. Wir aber blieben der Wiese fern, denn sie ist schattenlos.

    Nur Madame raffte sich tapfer auf, um Beete und Angesähtes zu gießen. Denn die Beete sind zwar prinzipiell trockenheitsliebend gepflanzt – aber so ganz ohne Wasser in gleißender Sonne müssten wir Kakteen pflanzen; und die wiederum würden noch den Brandenburger Winter nicht überstehen.

    Ich bin mir sicher, ich habe ein Feuerwerk gesehen. Als der Abend erträglich wurde, liefen wir zu viert eine Runde durch die Felder. Und über die Felder, über den Wald, sahen wir in Richtung edler Hochzeitslocation; und wir hatten die Stunde der Abenddämmerung perfekt gewählt, denn wir sahen ein ebenso edles wie langes Höhenfeuerwerk über den Bäumen.

    Die Brille gegen das Patriarchat

    Samstagnachmittag kam Miss Bilanz. Sie brachte Besuch mit und die Brille gegen das Patriarchat.

    Erst wollte ihr der Optiker feminine Brillen mit Schwüngen und Verzierungen verkaufen, weil sie so fröhlich und bubbly wirkt, Dann wies sie darauf hin: Sie hätte gern was gegen den Typ. Etwas, das Durchsetzungsfähigkeit verspricht, auch wenn es um Bilanzen geht. Der Optiker verstand: „Ah, eine Brille gegen das Patriarchat.“ Und diese trug sie nun.

    Samstagnachmittag übte ich mich im Akzent raten. Der Miss-Bilanz-Besuch war gleichzeitig aus Hamburg und den USA angekündigt. Der Vorname gab sowohl einen deutschen wie amerikanischen Ursprung her. Die ersten Worte hörten sich muttersprachlich deutsch an. Sobald ein englischer Begriff ins Spiel kam, wurde es eindeutig amerikanisch. Nach einiger Zeit, mit etwas Fantasie, bildete ich mir ein, eine ganz leichte amerikanische Färbung im Deutsch zu hören – bis die Seattler Hamburgerin „Oha“ sagte – das war Hamburg pur.

    Auf jeden Fall hatte uns Miss Bilanz eine hochspannende Gästin mitgebracht, deren Horizont locker von US-Politik, Hamburger Eigenheiten, der Soziologie des Nachrichtenskonsums bis hin zur Forschung zu Frauengesundheit reichte. Als wir schon vor dem Frühstück darüber sprachen, „Was ist für dich deutsch?“, war das ziemlich typisch. Eine Frage, die Miss Bilanz von ihrer deutschen Exkursionsgruppe mit teiltürkischem Migrationshintergrund aus Brüssel mitgebracht hatte.

    Gewonnen hatte, wer die Spielkarten bei einer Böe rechtzeitig festhalten konnte

    Zum Reden hatten wir viel Zeit. Denn wir saßen.

    Wir spielten zwei Spiele: Erst, ausgiebig, Beamtenmikado – wer sich zuerst bewegt, verliert. Denn bei 35 Grad Außentemperatur war es zwar unter dem Sonnenschein mit leichtem Wind durchaus angenehm – aber halt nur bis zur ersten Bewegung. Alle „wir fahren am Tag nach Berlin“-Pläne unser Gästinnen zerschlugen sich schnell. Schnell war klar: Sie warten Peak Tageshitze auf den Latifundien ab.

    Und nachdem wir dann am Nachmittag langsam den Punkt von Peak Tageshitze erreicht hatten, ein zweites Spiel Skyjo. Ein nettes Kartenspiel für Zwischendurch mit einfachen Regeln und doch ein klein wenig – 35-Grad-angemessen – Anspruch.

    Die Berlinmeidung erwies sich als korrekt. Am späten Abend brachen wir schließlich bei 22 Grad in den märkischen Hamptons auf, um bei 29 Grad in Berlin anzukommen. Sieben Grad Temperaturunterschied auf vielleicht 35 Kilometer Luftlinie.

    Der Sturm

    Der Tag begann harmlos heiß und hochsommerlich. Die Sturmvorhersage hatte Madame veranlasst alle Fenster der Wohnung doppelt sicher zu verschließen, aber vom angekündigten Wind war noch nichts zu sehen als ich die Wohnung verließ.

    Ich sah ein Paar mit Hartschaltenkoffern und Fahrradhelmen im Südkreuz. Allzeit gerüstet. Wahrscheinlich hatten sie die Sturmwarnung gelesen.

    Einen Arbeitstag später: Als der Container mit dem Plastikmüll windgetrieben an mir vorbeirollte, dachte ich, das ist ja ganz schön stürmisch. Um mich herum kippten Motorräder und Baustellenabsperrungen um, ich selbst begann das in Dithmarschen eingeübte lehnen-gegen-den-Wind, um nicht selber umzukippen. Schnell entfernte ich die Kopfhörer – denn wenn davon einer locker gewesen wäre, wäre der erstmal 10 Meter geflogen, bevor er den Boden berührte.

    Und nach 4 Minuten war alles vorbei. Ein Sturm, den selbst Küstenbewohner ernst genommen hätten, aber in einer Miniatur-Zeitausprägung. Seine Folgen allerdings hatte er in seinen drei Minuten hinterlassen: Tote und Verletzte, umgeworfene Bäume quer durch die Stadtteile, die Bahn über viele Stunden lahm gelegt.

    Und so bizarr wie der Kurzsturm war, so geographisch begrenzt war er: am Südkreuz fuhren die Container, jedes einzelne Moped oder Motorrad lag umgeworfen, jede Baustellenabsperrung. Nur wenige Fußminuten entfernt an der Hauptstraße standen noch abgestellte Kaffeebecher auf den Stromkästen.

    Persönlich tragisch: Eine Verkettung von Bahnumständen hatte Madame ungeplant nach Lübben gebracht. Und erst auf dem – eigentlich komplett unnötigen – Rückweg aus dem Spreewaldgurkengebiet, legte der Sturm zu. Sie strandete über Stunden am Ostkreuz, verbrachte einen unnötigen aber nicht ununterhaltsamen Abend in der S-Bahn am Gleis sitzend; dabei verfolgend wie Leute kamen, 20 Minuten saßen und wieder gingen, dann etwas später mit McDonalds-Tüten zurückkamen und weiter saßen.

  • 24-07-02 Vier Schattierungen der Schwüle

    24-07-02 Vier Schattierungen der Schwüle

    Eine Rotte Störche im Autobahndreieck.

    Auf der Wiese zwischen den Fahrbahnen.

    Nachdem ich meine Arbeitsfahrradfahrt extended mit 3,9 Kilometern gemessen hatte, dachte ich: Fünf Kilometer sollten doch auch möglich sein. Ich baute also einen Ost-West-Schlenker ein: Immer noch 3,9 Kilometer. Dann ein Nord-Süd-Schlenker: Immer noch 3,9 Kilometer. Ich beginne, Zweifel an der Messmethode zu entwickeln.

    Dr. Nik ist auf Motorradtour.

    Der Kaptain füllte einen Dauerauftrag aus.

    Ich buchte die Plätze 45 und 47 im Zug Vilnius -> Warszawa Centralna.

    Am 1. Juli ist Quartalsbeginn. Joah, merke ich.

    Auf der Treppe zur Haustür saß eine Frau. Sie redete, an keinen besonderen Empfänger adressiert. Leider beschränkte sich ihr Repertoire auf ein aggressiv vorgetragenes „Ey, Amphetamine, Alter; Ey, Tequila, Alter; Ey, Alter, Fotze“. Ich fühlte mich nicht in der Lage, auf dieser Basis eine Konversation zu starten und stieg durch die Alkoholwolke an ihr vorbei

    Madame wird Martin Luther mitbringen. (Zum Merken: Clara’s Choice, Ettenbühl Sunset, Mr. Darcy, Biedermeier)

    In einer Balkonbrüstung der Südkreuz Offices brütet ein Gartenrotschwanz.

    Liegendes Labkraut

    Zum Hochsommer fehlt das Zirpen der Grillen. Wird noch kommen. Die Gewitterdichte ist mehr als hochsommerlich.

    In 10 Minuten vom blauen Himmel zum Weltuntergang und zurück. Gräser biegen sich fast bis auf den Erdboden. Die Rosen schwanken bedenklich, aber sie halten. Zweige brechen ab und fallen auf die Straße. Die Gartendusche kippt um. Die Deutschlandfahne des Nachbarn ist verschwunden. Ich laufe Slalom, da ich keine Nacktschneckenreste am Schuh haben möchte.

    Abgesehen vom liegenden Labkraut keine Gartenverluste. Kaum achtet man mal zwei Wochen nicht darauf, ist die Zwetschge Hanita auf 3 Meter gewachsen. Alles leuchtet.

    Rose (hell bis dunkerosa) offene Blüten der Bettry Prior Rose. Im Hintergrund grün und kleineres Wiesenblüten.

    Davor und danach – Regen

    Madame korrigiert südlich des Limes. So muss ich zu mir alleine sagen: „Meine je ist das alles schwül hier.“

    Es gab die Nachtschwülen. In der Variante vom Samstag auf Sonntag. Selbst in den märkischen Hamptons inmitten von Natur ließ sich die Schlafzimmertemperatur nicht unter 26 Grad lüften. Schlafen? Vielleicht. Dann auch in der Variante vom Sonntag auf Montag. Das Außen war kühler. Aber die Berliner Mauern dicker als die Blockbohlen auf den Latifunden. Am Morgen zeigte mir das Thermometer 27 Grad in der Wohnung. Schlafen: Spärlich.

    Es gab die Schwüle vor dem großen Gewitter am Sonntag. 28 Grad, grau, sobald die Sonne durchkam waren es gefühlte 40 Grad. Ein guter Plan: Nicht bewegen, auf das Regenradar starren und Warten.

    Es gab die Schwüle nach dem großen Gewitter und vor dem großen Regen am Montag. Wie kann man bei 19 Grad so schwitzen? Absurd.

    Es gab die Schwülen zwischen den Regenschauern. Nach jedem montäglichen Regen: so herrlich. Es wird kurz erträglicher. Die Temperatur sinkt stets um ein Grad, aber nach 20 Minuten beginnt die Luftfeuchtigkeit zu steigen. Wie kann soviel Feuchtigkeit kursieren?

    Aktivitäten: Spärlich. Entgeltlich: Muss ja. Unentgeltlich: Lüften; auf das Regenradar schauen; in Momenten des aktiven Aufbäumens Pop-Science lesen (Kirmes im Kopf, The Fast Diet).

    Davor und danach – Frankreich

    Thomas Gigold zur Frage: Wann ist etwas im Web ein Blog? UberBlogr Juli-Update

    Ein- bis dreisprachige Erziehung im Hause Farniente: Dreierlei vom Sprachbrei

    Wie es der Zufall will. Jon Worth bereiste Albanien. Er brachte nicht nur Geschichten von Zügen ohne Scheiben mit, sondern auch Geschichten von Deutschen Glanztaten: Bajzë_railway_station#Poison Chemical Dumping

    Christiane im südfranzösischen Bergdorf. Vor der Wahl und während der Wahl.

    Kulturkampf um britische Herrenhäuser. Kunst und Sklaverei. Der National Trust gegen Reaktionäre: A Culture War Erupted Over U.K. Stately Homes. Who Won?

    After the [National Trust] revamped its displays to highlight the links between dozens of its properties and the exploitation and slavery of the colonial era, it drew the wrath of some right-wing columnists and academics

  • 24-06-29 Nachtbadesonette

    24-06-29 Nachtbadesonette

    Der alte Kühlschrank neben der Biotonne wurde gestürzt. Jetzt liegt er.

    Nachbar 3M zieht doch nicht aus. Sein aktueller Vermieter verdödelte es, ihm rechtzeitig die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung auszustellen. Muss man auch schaffen: 3M mit einem Altmietvertrag möchte seinem Vermieter den Jackpot schenken, indem er ohne Abfindung auszieht – und dann kriegt der Vermieter es nicht hin.

    Bei Cebu (Ex-Ding Dong) gibt es Burger mit türk. Bacon.

    Im Autokino Zempow läuft ein Dokumentarfilm von 2006 über das traditionsreiche Autokino Zempow. Mein Staunen ob seiner Existenz wächst jeden Monat weiter.

    Madame telefonierte mit einem Elektriker auf dem Spielpatz.

    Madame rechechierte Linienbusse nach Oslo.

    Ich buchte Sitzplatz 7 und 8 im Zug Riga -> Vilnius.

    Ein Baumarktmitarbeiter wies mich darauf hin, dass man 2,20 Meter Brett nicht in vier 70-Zentimeter-Stücke aufteilen kann.

    Madame fuhr den Saunazug FLX1243. Mit #Fensterauf aber leider nur 5 Zentimeter #Fensterauf. Ohne Klimaanlage bei 30 Grad und prallem Sonnenschein acht Stunden Herausforderung.

    Shall I compare thee to a summer’s day

    Wien wurde letztens als lebenswerteste Stadt der Welt ausgewählt. Das wundert mich nicht – eine Stadt, die öffentliche Wannenbäder anbietet; eine Stadt in der man im Freibad Saisonkabinen und Saison-Wiesenkabinen und Saison-Kabanen mieten kann, muss die lebenswerteste Stadt der Welt sein.

    WIr immerhin nutzten unsere Tiny Kabane (SK 14/15; 5,33€) zum Most Special Day des Insulanerbads: die lange Nacht des Insulaners. Mit Shakespeare Company, Planetarium auf dem Insulaner und dem Sommerbad.

    Wir nahmen den Bad-Anteil war. Erst schwammen wir von 21:20 bis 22:00. Dann setzten wir uns auf die Beckenterrasse; sahen den nächtlichen Schwimmer*innen zu und lauschten Musik und Sonetten. Die Shakespeare Company hatte sich auf dem Fünfmeterturm postiert, trug Shakespeare (auf deutsch) vor und sang wechselnd Musik aus seiner Zeit.

    Irgendwann Umzug nach oben zur Aperol-Spritz-Station.

    Diese Bilder mit schicker Beleuchtung, nächtlichen Schwimmern, schöner Musik und einem schönen Drink. Viel mehr Sommerabend geht nicht.

    Herbst is coming

    Zeichen des nahenden Herbstes: Die Stare beginnen sich zu Schwärmen zu formieren. Die Mauersegler beginnen den Formationsflug im Berliner Hinterhof zu üben. Noch keine Screaming Party, aber auf dem Weg dorthin.

    Der Garten geht in den Hochsommer über. Die Grundfarbe wandert vom hellen satten Grün ins gelblich-bräunliche hinüber.

    Die einmalblühenden Rosen sind durch. Die verspäteten Stanwells legen jetzt richtig los. Die Gräser sind schon im Samenstadium, die Disteln blühen ebenso das Labkraut wie die Platterbsen.

    War letztes Wochenende das Wochenende der Schwebfliegen, sind es dieses Wochenende die Schmetterlinge. Endlich auch ein Zitronenfalter, auch die Tagpfauenaugen sind in Mengen wieder da. Gleichzeitig sah ich sechs Schachbrettfalter.

    Scarmans Himalayan Musk musste ich wieder von der Pergola entwirren. So lange diese nicht fertig gestrichen ist, sollte sie nicht unter einer Rose verschwinden.

    (Für’s Protokoll: Erste Grundierung ist durch, bei der zweiten ist die Südseite durch. Endlich mal ein Wochenendtag an dem Regen nicht angekündigt war und auch nicht stattfand).

    Fensterweg

    Aktueller (2021) Hintergrund zum Autokino Zempow beim Deutschlandfunk: Einziges Autokino der DDR macht wieder Programm

    Auch im Deutschlandfunk lief Klassik, Pop et cetera mit Hape Kerkeling.

    Jon Worth fährt mit dem Zug durch Albanien und erlebt ganz andere Formen des Fensterauf. Fensterweg; beziehungsweise die Scheibe ist nicht im Fensterrahmen, sondern sie liegt oben auf der Kofferablage.

    ben_ dachte in Anmut und Demut über Würfelsysteme in Rollenspielen nach.