Schlagwort: Pfifferlinge

  • 26-08-02  You two are the only foot passengers (Klaipėda-Ostsee)

    26-08-02 You two are the only foot passengers (Klaipėda-Ostsee)

    Zum Wachwerden die Möwen, zum Aufstehen die Mauersegler.

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    Die litauischen Chips mit Pfifferlingen-in-Sahne-Arome schmeckten erstaunlich überzeugend nach Pfifferlingen in Sahnesauce.

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    Das leichte Schaukeln eines großen Schiffs ist, im Gegensatz zum Ratter-Ratter des Nachtzugs, erfreulich einschlaffördernd.

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    Aufgrund von Verzögerungen im Betriebsablauf hängt das Blog deutlich hinterher. Das Lebens-Ich ist 18 Tage und knapp 1000 Kilometer voraus. Es ereignete sich am 24. Juli.

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    Es war ein Treppensteigeschiffahrfreitag mit Sendung-mit-der-Maus-Vibes.

    Deutsch im Frühstücksraum

    Wie prophezeit: Auch in unserem kleinen Hotel saß am dritten Tag niemand mehr im Frühstücksraum, den wir vom ersten Tag an wiedererkannt hätten. Klaipėda, Stadt des Durchgangs und des Übergangs. Weiterhin war Deutsch die vorherrschende Sprache im Frühstücksraum.

    Wir trödelten rum, packten, deponierten unsere Koffer an der Rezeption und warfen einen fast-letzten Blick auf’s Dangė-Hotel. Faszinierend: Ein Hotel, das fast keine Dauergäste hat und sich so viel Mühe gibt, alles richtig gut und schön zu machen. Lohnt das für die Betreiber den Aufwand? Oder gibt es so viele Stammgäste, die halt immer wieder die Fähre nehmen und alle eins, zwei Jahre kurz wiederkommen?

    Der Aufwand, ein besonderes Hotel in einem ehemaligen Wohnhaus zu erschaffen, war mindestens so groß wie im Boheme in Kaunas. Beide haben keinen Fahrstuhl, bei beiden wohnten wir im ausgebauten Dachboden. Aber im Boheme war der letzte Anstieg eine steile Betontreppe mit wackligem Geländer – hier war es ein breites Treppenhaus und die Damen an der Rezeption boten gleich von sich aus an, mit den Koffern zu helfen. Die Attitüde war doch eine andere.

    Gerne jederzeit wieder. Vielleicht sollten wir Stammgäste werden.

    Dangė-Hotel Klaipėda

    Meeresfestival „Jūros šventė“

    Wir mussten das Zimmer um 12 räumen und wollten uns gegen 14:30h auf den Weg zum Bus zur Fähre machen. Wir dachten, wir laufen nochmal kurz zur Danė, setzen uns an das Ufer an dem wir noch nicht waren und lesen ein wenig.

    Und dann kam das Meeresfest Jūros šventė. Wir hatten am Abend vorher ja schon den Aufbau von ein paar Bierbänken gesehen, während wir uns auf einer Bühne vor dem Regen in Sicherheit brachten.

    Litauischer Baumkuchen. Hier in der Markt-Show-Version

    Nicht ahnten wir, dass es Stände geben würde. Und mehr Stände. Und noch mehr Stände: Leinen, Keramik, Baumkuchen, Fisch, andere Keramik, Schmuck, andere Leinen, Mützen, Apfelmark, frisch selbst gemachte Kartoffelchips am Spieß und und.. die Stände liefen den ganzen Weg entlang vom Hotel bis zum alten Fähranleger. Und dann über die Brücke Richtung Altstadt. Und dann quer durch die Altstadt. Und dann wieder aus der Stadt raus Richtung Einkaufszentrum Akropolis. Und nach jeder Kurve kamen mehr. Dazwischen immer mal Nebelduschen, eine leere Bühne, Insta-Fotomotive und Stände zwischen Ständen.

    Šaltibarščiai/Pink Soup ist ein Thema. Hier als Hüpfburg.

    Zum Glück erzog uns der Gedanke an die übervollen Koffer und mögliche weitere Treppenbezwungen zur Disziplin. Ich besorgte mir einzig noch eine Mütze als Sonnenschutz für das Schiff, widerstand der Versuchung eine Seemannsmütze zu nehmen (nicht dass jemand denkt, ich bin Besatzung..) habe aber jetzt eine mit hübschen Fischmotiven.

    Irgendwann trieb uns nur noch die Neugier vorwärts, ob dieser Markt überhaupt je ein Ende haben wird. Und als wir erreichten, und auf die Uhr schauten, war es doch ganz gut spät. Also den ganzen Weg zurück zum Bus.

    Goodbye, Soviet style apartment blocks

    Offensichtlich gibt es zwei Arten von Schiffsreisenden: Kreuzfahrtreisende kommen und gehen zu Fuß an Bord, das Terminal liegt zentral. Fährreisende kommen mit dem Auto. Das Terminal liegt hinter den sieben Bergen bei den sieben Güterkränen, bzw. im unseren Fall: Wir fuhren erst mit dem einen Bus ganz um den Markt herum und weit aus der Innenstadt heraus bis ans Ende der „Soviet style apartments blocks“, dann steigen wir in einen anderen Bus und fahren bis an dessen Endhaltestelle im Industriegebiet.

    Neue Markthalle – gefühlt schon weit draußen, aber anscheinend immer noch Innenstadt

    Nachdem wir seit Kaunas keine echten Unterführungen mehr gesehen hatten, schenkte uns Klaipėda zum Ende noch ein Maximuster der Stadtplanung irgendwo inmitten der Aprtment blocks. Wir fuhren mit dem Bus durch einen großen Kreisverkehr (Berliner dürfen jetzt Siegessäule oder Ernst-Reuter-Platz denken), der komplett ampfelfrei war. Jeweils an den Seiten der Zugang zu Unterführungen.

    Und diese führten auf die Mittelinsel. Diese war eine Etage tiefergelegt, so dass die Menschen unter freiem Himmel aber quasi im Keller über den Platz laufen und auf der anderen Seite wieder hinaufsteigen konnten. Faszinierend.

    Aber auch wenn wir den Kreisverkehr jetzt nur mit dem Bus überquerten, Koffer-die-Treppe hochtragen blieb ein Thema des Urlaubs.

    Exklusivität

    Klaipėda zieht sich erstaunlich in die Länge. Noch sehr lange stiegen erstaunlich viele Menschen Richtung stadtauswärts in den Bus – die lebten anscheinend noch weiter draußen.

    Nach einer Dreiviertelstunde standen wir auf einem Weg vor einem Zaun. Zum Glück hatten wir schon aus dem Bus heraus den kleinen Wegweiser zum Terminal von TT-Lines gesehen.

    Die nicht allzu beschäftigte Dame am Empfang verwies uns zum Eincheckterminal und sah interessiert zu, wie wir Ticket uns Ausweise am Terminal scannten. Dann druckte sie selber die Boarding-Tickets aus, sagte „You two are the only foot passengers“, und kündigte an, dass der Shuttle Bus zum Schiff sofort käme.

    Der war eine Art eingelaufener amerikanischer Schulbus für 10 Personen und null Gepäck. Ich konnte meinen Koffer nicht einmal durch den Gang schieben, weil der Gang zu schmal war. Aber da wir die einzigen waren, war das dann auch egal.

    Es folgte eine Labyrinthrunde um Hallen herum, an Lager von Stahlarmierungen vorbei und quer durch die LKWs – halb erwartete ich, Deutsche Wohnmobile zu sehen, die seit Tagen in diesem Wirrwarr die Fähre suchen, aber es gab keine. Wir kamen direkt zum Schiff.

    Allein zu Haus

    Bei der Wahl genau dieser der Fähre war ein Argument, dass sie möglichst wenig nach Casino und möglichst stark nach „Down-to-earth/ Frachtschiff“ wirkte. Die Marco Polo transportiert vor allem LKW-Hänger über die Ostsee und ein paar Passagierkabinen hat sie auch noch.

    Beim Thema down-to-earth hatten wir etwas übersehen, das wir erst am Tag vor der Abreise bemerkten. „Das Schiff hat keinen Fahrstuhl und schiffstypische Treppen. Bitte bedenken sie dies wenn sie ihr Gepäck packen. Ihre Kabine befindet sich auf Deck 7.“ Skeptisch schauten wir auf unsere beiden 30-Kilo-Köffer.

    „Wir könnten es ja im Auto.. ach Moment, da war was.“

    Es blieb die Hoffnung, dass der Shuttlebus uns auf das höchste Autodeck bringt und wir dann nur noch zwei Decks die Köffer die Schiffstreppen hochwuchten mussten.

    Vorspulen, einen Tag später: Der Shuttle Bus setzte uns nicht auf dem höchsten Deck ab. Eigentlich nicht mal auf einem Deck. Der hielt an Land, und wir dürfen als komplett unterdimensionierte Menschlein über die große LKW Rampe an Bord gehen. Zum Glück wird gerade keine Ladung verladen, die Besatzung ist nett zu uns. Bis Deck 5 können wir weiter die LKW-Rampen mit weniger Steigung und mehr Platz nutzen, nur für die letzten beiden erklimmen wir dann diese Mischung aus Treppe und Leiter, die für Frachtschiffe so üblich ist.

    Und dann sind wir allein zu Haus. WoMos und PKWs durften noch nicht an Bord, die Rezeption/Shop/Cafeteria ist noch geschlossen und wir haben das Schiff fast für uns allein! Welch Luxus!

    Hafenwinken beim Kwas-Trinken

    Ein echter Vorteil dieser down-to-earth-Frachtfähren ist aber, dass sie besser als jede Hafenrundfahrt sind. Denn sie liegen irgendwo weit hinten in den Güterterminals, wir sahen schon vom Shuttle-Bus und jetzt auch an Bord blickten wir auf Hafengelände, in das mensch sonst nur mit großem Aufwand kommt.

    Hallo Hafen

    Direkt neben uns wurde ein Schüttgutfrachter entladen. Irgendwas staubiges kam mit großen Hafenbagger in eine Art Trichter/Sieb. Unten standen Hafenarbeiter, füllten das Gut in Säcke, sackten ab, und dann hängte die Absacker je zwei solcher Säcke an einen Gabelstapler, der sie weiter nach hinten brachte. Einmal waren sie zu optimistisch mit der Menge, da konnte der Sack sie nicht halten, musste aufwendig geleert und sein Gut in einen anderen Sack umgeschüttet werden.

    Zum Ende hob der große Bagger einen kleinen Bagger in das Schiff, der dort offenbar die Schüttgutreste zusammenschob, auf dass der große Bagger sie noch entnehmen konnten.

    Kurz bevor wir abfuhren, wurde der kleine Bagger wieder vom großen Bagger aus dem Schiff gehoben. Die Absacker fegten den Quay wieder frei und wir konnten endlich einmal die Aufschrift auf einem Sack halb lesen, halb mit Hilfe der Zahlcodes und der abgebildeten Ähre erraten: Triple Superphosphate (TSP), ein weit verbreitetes Düngemittel.

    Abgesacktes Triple Superphosphate (TSP)

    Besser als die Sendung mit der Maus!

    Nach dem wir ablegten fuhren wir den Weg zurück zur Mündung des Kurischen Haffs, die wir zuvor mit dem Bus zurück gelegt hatten. Wir sahen große leere Terminals, die Fährterminals, eine Superyacht, die Containerbrücken (mit Schiff, aber ohne bewegte Kräne) und am Ende wieder das Hafenfest. Wir verstanden auch, warum keine Kreuzfahrtschiffe mehr kamen diese Tage: Der Anleger wurde für einen Traditionssegler und zwei historische Militärboote benötigt.

    Ein letzter Blick nach Litauen offenbarte 50 Kilometer Sandstrand im Süden (Kurische Nehrung) beziehungsweise ähnliche viel Sandstrand im Norden (Richtung Palanga) und dann waren wir bald auf dem Meer.

    Blick Richtung Palanga

    Auf der hohen See

    Das Land verschwand, das Internet auch. Das Essen war down-to-earth: eine kleine Essensausgabe, wir durften ein „three course meal“ nehmen: einmal Hauptgericht, das auf den Teller getischt wurde (bestehend nach Wahl aus Pasta, Reis, Hühnerkeulen, brauner Sauce, Bolognese und Gemüsemischung), dann Salatbuffet, Suppe oder Nachtisch in Form von halb geschmolzenem Speiseeeis.

    Insgesamt hatten wir eher das Gefühl, uns in einer schwimmenden Jugendherberge aufzuhalten als in einem schwimmenden Casinoresort. Hätten wir noch Geschirr abwaschen müssen, hätte uns das nicht gewundert. Aber so hatten wir es gewollt.

    Die Attraktionen an Bord waren das Außendeck oben (super Sicht, super Meerfeeling, aber so wenig, dass ich sofort die Mütze absetzte und Angst um meine Brille bekam), das Außen/Raucherdeck auf der Seite und die „PanoramaLounge“ – halt Sitze, Sofas und Bänke mit Blick nach vorne, in der sich ein Großteil der Reisenden traf; ohne Internet zu haben.

    Abgesehen von der einen Teen, die so genervt schaute, wie es nur Teens können, herrschte sonst gute Stimmung. Es wurde viel gespielt (vor allem kartenbasierte Gesellschaftsspiele, eine gemeinsame Reisegruppe spielte mit großem Hallo auch etwas was nach Doppelkopf oder ähnlichem Aussah, es wurden Bücher gelesen und ein Pärchen klärte im routiniert-unaufgeregten Paarstreit, was während ihres Urlaubs alles schief gegangen war und wer schuld war).

    Mit der Sonne gingen wir auch in die Kabine, auf zum Aufwachen auf der Ostsee am Samstag.

    Die Reise

    11. Juli Berlin -> Frankfurt(Oder)

    12. Juli Frankfurt(Oder) -> Warschau

    13. Juli Warschau

    14. Juli Warschau -> Mockava -> Kaunas

    15. Juli: Kaunas 1 (Art Deco, Stadtgebiet)

    16. Juli: Kaunas 2 (Essen, Kloster)

    17. Juli: Kaunas 3 (Kino, Altstadt, Parks)

    18. Juli: Kaunas->Vilnius

    19. Juli: Vilnius 1 (Jewish Vilnius, Užupis)

    20. Juli: Vilnius 2 (Peterpaul, Litvak-Museum)

    22. Juli: Vilnius 3 (Samuel Bak, Back to the 90s)

    23. Juli: Vilnius 4 (Akropolis, Sowjettour)

    25. Juli: Vilnius->Klaipėda

    26. Juli: Klaipėda/ Kurische Nehrung

    27. Juli: Klaipėda

    Tschüss Danė

    Verkehrsmittel

    Stand auf der Ostsee: 5 Fernzüge, 1 Regiozug, 1 Regioboot, 1 Hopserfähre, 2 S-Bahnen (Berlin), 2 Metros (Warschau) 5 Trams (2 Ffo, 3 Warschau), 1 Regiobus (Klaipėda), 7 O-Busse (5 Vilnius, 2 Kaunas), 1 Expressbus (Vilnius), 14 Busse (5 Vilnius, 3 Warschau, 3 Kaunas, 3 Klaipėda), 1 Minibus (Klaipėda), 1 Shuttlebus (Kleipėda); hinzugekommen: 2 Busse (Hotel-Fährterminal), 1 Shuttlebus (Terminal-Fähre)

    Autofährterminal zur Kurischen Nehrung
  • 25-07-29 Ein Dutzend Schornsteinfeger

    25-07-29 Ein Dutzend Schornsteinfeger

    Am 14. September findet das Dackelrennen in Bärenklau statt. Am 16. September schreibe ich meine letzte Klausur dieses Semester. Zwei Tage davor werde ich sicher nicht nach Bärenklau fahren.

    Was ich bedaure.

    Madame lud 10 Seiten plus 5 Seiten auf den Fernuni-Server und kümmerte sich danach um Pariser Bahnhofshoppingpläne.

    Bahnhofs-Hopping, keine Pläne fürs Bahnhof-Shopping.

    Es war ein (Urlaubs-)sonntag auf den Latifundien und ein back-to-work-Montag in Berlin.

    Spannend gegessen: Samstagabend Pfifferlinge und Bigos im deutsch-polnischen Landgasthof, Sonntag Bratwurst von Dorfmetzger, Geschmacksrichtung „Chimichurri“ und dazu gegrillter Pfirsich. Montag machte Madame Green Goddess.

    Inspiriert von Magentratzerl und vermutlich auch noch getragen vom Garten im Innern bereite Madame Green-Goddess-Joghurt zu, den es zu Kühlschrankresten (Blumenkohl, Kohlrabi) gab. Gerne wieder.

    Schwalbenschwanz unfotografierbar

    Ein grüner Fluss fließt durch die Latifundien. Während die Wohnungsfenster wortwörtlich unter dem Regen ächzen, bringt der Garten erstaunliche Anblicke. Voller Hochsommergarten – in einem satten grün als wäre wir auf einem englischen Landgut.

    Ein Anblick, den es noch nie gab, und wer weiß, ob es ihn je wieder gehen wird. Die „Wege“ – in Wahrheit gemähte Flächen neben den Beeten, wirken wie ein grüner Fluss, der sich die Beete entlang schlängelt. An den Flussufern – den Beeten – ein einzelnen Farbspiel.

    Kommt doch einmal die Sonne heraus, stürzen sich Hummeln, Wildbienen, Wildwespen, Schmetterlinge aus ihren Höhlen aus das Werk. Ein Dutzend Kohlweißlinge gleichzeitig in der Luft. Allein am weißen Lavendel ein Dutzend Hummeln. Hauhechelbläulinge kreuzen meine Wege. Der Schwalbenschwanz entzieht sich weiterhin flatternd jedem Foto. Und wo kommen die ganzen Schornsteinfeger-Schmetterlinge her? Einmal die Beete von 1L bis 5R abgelaufen, und auch dort kommen wir auf ein Dutzend.

    Ein ganzer regenfreier Tag. Ich nutzte ihn – neben schlafen und lesen natürlich – um unter Rosenbüschen zu kriechen und Brennesseln zu jagen. Einerseits Respekt, dass die Brennesseln es schaffen aus den 1,60m hohen Rosen oben herauszuwachsen; andererseits haben sie genug andere Plätze an denen sie weniger stören.

    Wo ich dabei war, wurde auch der große Vulkan entbrennesselt und vom verdorrten Mohn befreit, offenbarte bereits eine neue Pflanzenschicht unter dem Holzmohnhain.

    Wenn man Brennesseln hinterherkriecht und diese ausreißt und dabei am Oberarm und den Schienbeinen reichlich Brennesselnessel einsammelt, dann kann man das brennen auch einen Tag später noch als Phantomjucken spüren. Für Euch getestet.

    Blick aus der Pergola in den Garten: ein geschlungener Weg aus ggemähter Wiese, in der Mitte Beete, rechts und links Wiese. Im Hintergrund bewegter Wolkenhimmel.

    Heimkehr, Regen, Dach

    Ein gutes Drittel des Dachs ist neu gedeckt. Das ist ein überraschend erhabener Anblick. Leider fehlt weiterhin die Dachrinne, leider ist dies der Sommer der dauernden Regenschauer, die nun auf an und in den Holzfenstern landen. Aber immerhin: Bewegung.

    Die ukrainischen Nachbarn aus 3R zogen aus. Aber so richtig: sie ziehen nach Kanada.

    Falls sich jemand über eine freie Wohnung (knapp) innerhalb des S-Bahn-Rings freut: Soweit ich weiß wird die Wohnung möbliert für Mondpreise immer nur über mehrere Monate vermietet. Also nichts, was ich als „Mietwohnung“ bezeichnen würde.

    Arbeitszwiespalt: ich könnte und möchte gerade richtig viel machen; bin aber die nächsten Wochen bachelorarbeitsbedingt eher sporadisch und kurz anwesend. Naja, dafür wurde der Montag ernstlich sportlich, nicht nur weil er teilweise in Begleitung von Aquafittrainer*innen stattfand.

    Gelesen: Kathleen Kent: The Dime. Ungefähr die Hälfte. Die Klappentexte reden von „Fast paced“ und „Page turner“, was klar untertrieben ist. Meine Güte.

    Die wesentlichen Dinge

    Gelernt von The Dime: Es gibt einen Video-Trailer für ein Roman.

    Manchmal denke ich, ein Großkonzern-armes Handy wäre schnafte: also weder Android noch iOS. Dann fällt mir ein, dass es schwierig ist. Eigentlich fällt mir als Alternative nur ein (ehemaliges) Android-Handy mit GrapheneOS ein. Bisher war mir das zu mühsam. Jetzt lernte ich: Es ist mühsam und suspekt: GrapheneOS ist ein gefährlicher Kult

    Dabei auch gelernt: Neben GrapheneOS existiert auch Calyx­OS – vielleicht sollte ich es ausprobieren.

    To something even more fundamental:

    Deshalb fordert meine Petition ein radikales Umdenken. Zurück mit dieser Verantwortung in öffentliche Hand. Toiletten an Autobahnen, in Bahnhöfen, in Städten, diese müssen in staatlicher Trägerschaft sein, kostenfrei und sauber. Das ist kein überzogener Wunsch, sondern eine staatliche Grundpflicht im Sinne des Allgemeinwohls.

    Auch als e-Petition beim Bundestag. Ich zeichnete mit.

  • 24-07-04 Sensitivitätsanalyse bezüglich des Begrenzungsvektors

    24-07-04 Sensitivitätsanalyse bezüglich des Begrenzungsvektors

    Martin Luther steht auf dem Balkon.

    Neben der Papiertonne liegt ein gebrauchter Corona-Test.

    Dem Hoftor wurde ein Schloss anmontiert.

    Im Hinterhaus läuft kein Kabelfernsehen mehr. Und kein Internet. Das lief darüber. Im Vorderhaus läuft das Internet weiter.

    Zwei ältere Herren machen gemeinsame Nachtschicht. Ich stelle mir das romantisch vor, mit Lagerfeuer und Bringdienstpizza im Serverraum. Vielleicht wird es aber auch ganz anders.

    Ich bohrte ein Buchenbrett.

    Der Reisebank-Geldautomat im Südkreuz möchte jetzt auch Gebühren, wenn ich mit der Kreditkarte Geld abhebe.

    Die Lietuvos geležinkeliai, die litauische Staatsbahn, schickt mir Werbemails auf litauisch. Soweit ich verstehe soll ich in der 3. Klasse für 13,60€ von Vilnius nach Klaipeda fahren.

    Die Prinzessin saß auf der Buschbohne.

    Es gibt im Biomarkt wieder Buschbohnen aus Europa. Edeka Duolingo hat derweil serbische Pfifferlinge im Angebot.

    Zwei Füchse: Einen Fuchs – dünn und etwas struppig – traf ich auf der Carl-Zuckmayer-Brücke. Ich war unterwegs von Süd (Innsbrucker Platz) nach Nord (Rathaus Schöneberg), er unterwegs vom Ostzipfel des Volksparks in den Westzipfel. Ich nickte kurz, er blieb kurz stehen und unsere Wege trennten sich.

    Der zweite Fuchs in der heimischen Tiefgarage des Lockenkopfs. Aber, nein, die Geschichte erzähle ich nicht, die ist alptrauminduzierend.

    Vor Ort in Hagen

    Zwei Seminare: Wie aufregend. Nach den ganzen Einsendeaufgaben – Klausur – Modulen kommt nach Plan ein Seminar. Mit vor Ort und Seminararbeit. Es kommt hoffentlich; anscheinend sind die Plätze immer sehr begehrt. Die Vergabe wird mit Hilfe einer Formel gesteuert.

    Ratschlag: „Wenn sie sicher in irgendein Seminar wollen, schreiben sie viele Seminare in die Anmeldung. Dann bekommen sie ziemlich sicher ein Seminar, aber vielleicht nicht dasjenige, welches sie gerne hätten. Wenn sie ein bestimmtes Seminar wollen, wählen sie wenige Auswahlmöglichkeiten. Dann steigen die Chancen auf das Wunschseminar. Aber es gibt auch die Möglichkeit dass sie kein Seminar bekommen und ein Semester warten müssen.“

    Ich bin noch sehr früh im Gesamt-Zeitplan des Studiums und beschränkte mich auf zwei Seminarwahlen: Angewandte Optimierung beim Lehrstuhl bwlquam und Modellierung und Entwicklung betrieblicher Informationsysteme am Lehrstuhl evis. Für bwlquam sollte ich auch schon einen Themenwunsch aus der vorgegebenen Liste angeben. Ich würfelte auf Sensitivitätsanalyse bezüglich des Begrenzungsvektors.

    In der Hoffnung, dass ich bis zu Seminarbeginn verstehe, worum es dabei geht,

    Hohenfriedbergstraße

    Ich bastle weiter daran, mir eine nette 5-Kilometer-Radstrecke durch die Berliner Rushhour zur Arbeit zu finden. Dabei gelten folgende Randbedingungen:

    Abfahrt zu Hause, Ankunft in der Verwaltung (logisch).

    Die Gegend ist von einem Autobahnkreuz, S-Bahn und ICE-Strecken durchsetzt die sich nur an manchen Stellen queren lassen. Richtung Osten kommt der Kreuzberg (Hügel), der für Berlin ungewöhnlich markante Steigungen ins Stadtbild platziert.

    Keine Albernheiten (also weder die Verwaltung passieren ohne anzuhalten, identische Wege erst hin und dann zurückfahren). Keine blöden Linksabbiegungen, keine Radsperren, keine Abwärtsstrecken, die gerade auf einer Hauptstraße enden. Möglichst wenig dichter Verkehr.

    Ein paar Abschnitte der bisherigen Route mag ich (Carl-Zuckmayer-Brücke; Seltsame Querung des JFK-Platzes, die letzten 200 Meter leicht bergab rollern bis zur Tiefgarageneinfahrt). Die sollen Teil der Strecke bleiben.

    Aktuell bin ich bei 4,3 Kilometern Strecke angekommen, mit Schlenker über Langenscheidtbrücke, Monumentenstraße und Hohenfriedbergstraße.

    Wenn die Strecke steht, kommt der Rückweg dran. Wegen der Linksabbiegebedingung wird der auf jeden Fall ein Anderer werden.

    Blick die Hohenfriedbergstraße hinunter. Berliner Wohnstraße, fünfstöcker, vollgeparkt, einige Radler und Fußgänger auf der Straße. Im Vordergrund: 3 Poller, die die Durchfahrt für Autos sperren, für Fußgänger und Räder offen halten.
    Hohenfriedbergstraße

    Monumentenstraße

    Kaum entdecke ich die Monumentenstraße für meinen Arbeitsradweg, schon entdecke ich eine Demonstration am Wochenende: Monumenten-Fahrradstraße jetzt!

    Das Klavierkonzert von Marc-André Hamelin, das wir im Konzerthaus sahen, ist jetzt auch online zu hören bei Deutschlandfunk Kultur: Marc – André Hamelin beim Berliner Klavierfestival

    Nach der Wahl ist vor der Wahl in Frankreich. Zwischen den Wahlen.

    Geld für Wesselburen und Kotzenbüll.

    Zum Feierabend Erschöpfung mit Käse.