Schlagwort: Stadtbibliothek Schöneberg

  • 25-12-23 Entrüstet (Abschlusspunkt Linientechnik)

    25-12-23 Entrüstet (Abschlusspunkt Linientechnik)

    Frühmorgens im Edeka-Snackpoint schliefen zwei Männer in „Im Auftrag der DB Sicherheit“-Warnwesten. Ihnen sei die Pause gegönnt.

    Vielleicht nehme ich demnächst Mac-Support in mein Portfolio auf (muss aufnehmen). Ich vermute ich wäre einer der sehr wenigen User*innen, der nicht sagen würde „macOS, cool, das funktioniert alles von allein„, sondern „macOS, cool, das ist ja quasi Unix und ich kann dort hinein schauen. „

    In der alten Wohnung wurde das Gerüst abgebaut. Sauerei. Keine zwei Wochen nach unserem Auszug und schon ist die jahrelange Gerüstodyssee beendet. Das machen die doch mit Absicht. Die Ent-Rüstung ist entrüstend!

    Rückblickend zum letzten Wochenende: der größe Achtzigerjahre-Retro-Flash in When Harry met Sally, war, dass in der Wohnung einer 30jährigen New Yorker Journalistin (Sally) eine stinknormale Filterkaffee-Maschine stand. Das wäre heute undenkbarer als Schnurtelefone, Röhrenmonitore und Menschen, die im Flugzeug Bücher lesen.

    Dazu passend: Madame liest sich gerade chronologisch durch die Elizabeth-George-Krimis, die auch ein passendes Zeitkolorit ihrer jeweiligen Entstehungszeit liefern. In Missing Joseph (erschienen 1994), taucht auf Seite 1 erstmals in der Serie der in UK neue, trendige, teure Capuccino auf. Noch wird aber ab Seite 66 auch fleißig Sherry, Brandy und Whisky getrunken.

    Mein gerade gelesener Krimi Glatz fand seinen Weg in die Bibliothek Schöneberg. Die hat diese Sachspende gerne genommen. Denn, so die Bibliothekarin, „Krimis gehen immer“. Und das ist ja wohl noch besser, als ein Buch zu behalten: Es über die Stadtbibliothek auf die Reise durch die Nachbarschaft und ganz Berlin zu schicken.

    Es waren zwei Arbeitstage zwischen Wochenende und Weihnachten.

    Wir haben Mega-Brückentags-Weihnachten. Montag morgen war die S-Bahn leer. Spätestens ab Mittags hätte man in der Verwaltung Paintball spielen können, ohne großartig zu stören.

    Fast keine Kartons mehr in der Küche, der zweite Monitor läuft

    Noch 18 Umzugskartons. Das heißt, ungefähr 180 Kartons sind schon verarbeitet. Bis alles aber wirklich dort steht, wo es stehen soll, werden wir vermutlich jedes einzelne Stück noch mindestens einmal durch die Wohnung tragen.

    Alle wichtigen Töpfe (Dämpftopf!) bestanden Madames praktischen Indukstionsherd-Test.

    Die Motten haben das Schaukelschaf aufgefressen! Es stellte sich bei näherer Betrachtung heraus: Der Schaf-Fell-Überzug des Poäng-Schaukelstuhl-Polsters hat an einigen Stellen fiese Mottenschäden. Damit wird das Schaukelschaf ein Relikt der alten Wohnung bleiben. Es schaukelt noch, aber es schaft nicht mehr.

    Madame hatte längeren Einblick in die Schwimmbadkatakomben und fühlte sich an ein Kreuzfahrtschiff erinnert. Oben: Spannung, Spiel und Entertaiment. Unten: Metalltreppen, lange Gänge, große Maschinen, keine Fenster und vielerlei Warnschilder.

    Zu einem anderen Anlass entfernte sie in einer anderen Schwimmbad-Katakombe das Brett des Todes. Seit dem Einzug laufe ich mit Wunden oben auf der Glatze herum, denn regelmäßig stieß ich im Keller gegen dieses kantige in schlimmster Höhe angebrachte Brett an unserem Kellereingang. Nicht mehr. Es ist weg. Der Kopf darf heilen!

    Ton zu Bild

    Auch ein (fast-)Relikt der alten Wohnung: Martinhörner. Wir zogen vom Sound zum Anblick.

    Lag die alte Wohnung unweit von Polizei- und Feuerwehrwache an einer immer voller Zwei-Hauptstraßen-und-eine-Autobahnausfahrt-kreuzen-sich-Stelle an der viele Fußgänger unterwegs sind. Die neue Wohnung liegt im Einflug einer Krankenhaus-Notaufnahme

    Alt: Die Retter hatten es wirklich eilig zum Einsatzort zu kommen. Angesichts der zuverlässig verstopften Kreuzung mit Verkehr aus mehreren Richtungen, wollten sie sich mit vollem Getöse Platz zu machen. Gerne steckten sie trotzdem in der Verstopfung fest, was die ganze Sache noch verlängerte.

    In der Anfahrt haben die Rettungswagen es meist weniger eilig: die Helfer*innen konnten die Erstversorgung bereits durchführen und die sehr dramatischen von den nicht-ganz-so-dramatischen-Fällen trennen. Der Verkehr vor dem Fenster beträgt nur einen Bruchteil. Wir haben blaues Leuchten in der Wohnung, aber (fast) keine Martinhörner mehr.

    Stillstand beim Stillstand

    Wer hätte es geahnt: Zwei (Brücken-)tage vor Weihnachten ist nicht der optimale Zeitpunkt, etwas von Handwerkern zu wollen. Die Sanitärfirma meldet sich nicht. Alle Personen bei der Vermieterin, die der Firma Druck machen könnten, sind bis 2026 nicht mehr erreichbar. Und so bleibt das Wasser in der Küche erst einmal abgedreht.

    Besser theoretisch im Telekom-Fall. Dort kam sogar am 23.12. ein Telekom-Techniker, der sich um den Anschluss kümmern wollte. In einer Odysee hatte Madame bereits am Tag zuvor in ihrer Katakomben-Erkundung den Schlüssel für den entsprechenden Raum aufgetrieben. Heute stellte sich heraus: Der Raum war gar nicht der Raum. Der APL (Abschlusspunkt Linientechnik) war gar nicht dort, wo wir ihn vermuteten.

    Einige weitere Odyseen später war er gefunden, hatte auch Netz. Nur kommt dieses nicht in der Wohnung an. Wir sind jetzt berechtigt, uns im Telekom-Laden einen Wlan-LTE-Router zu besorgen, so lange DSL nicht funktioniert. Das Kabelproblem habe ich jetzt erstmal auch offiziell der Vermieterin zu Protokoll gegeben und werde es in 2026 weiter voran treiben.

    Merry UX-Mas

    Exkursbeginn. Um zur Abwechslung etwas vollkommen ernst zu meinen: Wenn Sie als Touristin oder Tourist nach Hamburg kommen sollten, machen Sie Ihren Besuch doch bitte zum Bildungsurlaub und gehen Sie einmal die Lange Reihe auf und ab, nur um direkt danach den Steindamm auf und abzugehen.

    Christia Chorherr blickt zurück auf ein langes Leben voller Weihnachtsbäume: Ein paar Erinnerungsfetzen zu meinen unterschiedlichen Christbäumen

    Claudia und Flohmärkte, eine Entfremdung: Ich merke: Mit Flohmärkten bin ich durch, es war wohl mein letzter Besuch. Lieber mal in ein Museum, da sind die Dinge wenigstens schön oder „interessant alt“.

    Chemnitz liegt quasi im Erzgebirge. Dafür wird es als Weihnachtsstadt echt unterschätzt. Ein stimmungsvoller Rundgang über den Weihnachtsmarkt in Chemnitz.

    Wenn du anscheinend als einziger Mensch dieser Erde feststellst, dass Sting einen Song-Anfang gecovert hat und es nicht in Wikipedia schreiben darfst: Am I really the only one who notices that the melodies are identical? (Ich höre auch die Ähnlichkeit, bin mir aber nicht so sicher, ob es wirklich quasi-dasselbe ist oder nicht).

    Das größte Computer-Keyboard der Welt ist eine Art Enttäuschung: Shift happens: New in the collection, pt. 1: Keyport 717

    Aus derselben Quelle: A history of Mac settings, 1984–2004

    Mit „Merry UX-Mas“ endet die Mail-Abwesenheitsmeldung eines Kollegen, der sich gut mit der Bedienerfreundlichkeit von IT-System auskennt. Manchmal weiß man nicht, ob man lachen oder aufheulen soll.

  • 25-11-01 Wir sind hier nicht in Chemnitz, Dirk

    25-11-01 Wir sind hier nicht in Chemnitz, Dirk

    Es dauerte zehn Jahre bis ich bemerkte, dass „Yes, we can“ (Obama) und „Wir schaffen das“ (Merkel) derselbe Satz ist.

    Langsam komme ich wieder im Vollzeitflow lauter Projekthochphasen an. Auch dank des Lankwitzer Lackmeisters.

    Die Berlin-Brandenburger Akademie der Wissenschaften beförderte mich zum Professor. Leider nur der Akademie-Teil, der die Werbungs-Programmheft in Briefumschläge steckt und adressiert. Sonst gilt hier immer noch: southpark, M.A. since 2003

    Es war ein Freitag halb Arbeit/ halb Reformationstag und ein Samstag halb Golden/ halb Weltuntergang.

    Auf der Martin-Luther-Straße ein Auto mit schwarzem Kennzeichen, das in weißer Schrift drei Zahlen, arabische Buchstaben und weitere Zahlen enthielt. Weder DuckDuckGo noch der Haselant konnten bisher weiterhelfen aus welchem Land das Auto kam.

    Die Theodor-Heuss-Bibliothek hat sich in den letzten Monaten mit schmalen Budget überraschend 30 Jahre in die Zukunft gebeamt. Ich liebe sie sehr, hatte bisher aber den Eindruck eine Zeitreise ins Jahr 1995 zu unternehmen. Jetzt wirkt es plötzlich wie 2025.

    Das Fresh Bistro Ecke Sachsendamm ist jetzt Döner Adam’s Pizza. Gerade noch hatte ich gedacht, dass Fresh sich an dieser Ecke überraschend lange hält.

    Der Feldwegfunk vermeldet, dass ein Co-Kolonist seinen Bungalow für erstaunlich steile Tagespreise auf Air B’n’B anbietet – natürlich gegen alle Vereinssatzungen und Bebauungspläne. Es wird spannend.

    Madame hat regelmäßig mit Brandenburger und Berliner Jungerwachsenen zu tun und bemerkt wie frappierend es ist, dass man den Brandenburger*innen quasi jede Regung im Gesicht abliest, während die Berliner*innen ein Dauerpokerface zeigen. Umgang mit den Ansprüchen der Großstadt. Nur ja nicht ansprechbar wirken.. Ein Paradebeispiel beobachtete in der S-Bahn. Ein Mann stieg ein, legt neue Taschentuchpackungen auf jeden freien Platz, daran befestigt ein kleiner Zettel auf dem etwas steht. Und ein ganzer S-Bahn-Wagen ignoriert kollektiv die seltsame Gabe, tut nicht einmal so als würden sie das eines Blickes würdigen oder als wären sie neugierig.

    Bitte antworten sie nicht

    Relevante Teile meiner Arbeitszeit verbringe ich damit, Menschen zu versichern, dass Computer nicht böse sind, Digitalisierung Sachen einfacher machen wird, Sorgen der Menschen zuzuhören und aus dem Gehörten etwas zu machen, was dann hoffentlich allen das Leben erleichtert. Den Zuhör-und-danach-was-ändern-Teil ist der schwierigste Teil dabei aber eigentlich der Wichtigste.

    Um so mehr lachte ich als ich folgende Mail bekam:

    Sehr geehrte Studierende, die FernUniversität befindet sich in einem Wandel und geht einen weiteren Schritt in Richtung digitale Zukunft: Ihr Studium wird komplett digital. […]

    Wir wissen aber, dass diese Umstellung für einige Studierende eine bedeutende Veränderung darstellt – mit Chancen, aber zugleich mit Fragen und vielleicht auch mit Vorbehalten. Uns ist wichtig, diesen Schritt gemeinsam mit Ihnen zu gehen […]

    Diese Mitteilung ist rein informativ – bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.

    Nein. Einfach nur nein.

    Abgesehen vom Musterbeispiel missglückter Kommunikation finde ich das inhaltlich auch Mist. Das beste am ganzen Fernsehstudium ist es ja, mit dem gedruckten Lehrbrief irgendwo in den Park, ins Cafe oder in den Garten zu gehen. Das wäre mit der Digitalversion nervig bis unmöglich.

    Buhuu

    An Halloween am Morgen ein Mann in dunkler Hose, Hemd und dunklem Umhang. Die perfekte Symbiose einer Kleidung, die erst als bürofein durchgeht und danach sofort zum Gruselkostüm umgestaltet werden kann.

    Am Nachmittag eine Fotosession mit Miniaturhexe auf der Straße. Soo niedlich. Auf dem Weg zur Bibliothek – direkt neben Kindergarten und Jugendzentrum sehr viele Gruselwesen auf dem Weg zu einer Party.

    In der S-Bahn dann weitere Menschen wild geschminkt, allerdings im Schnitt 10 Jahre älter.

    Mir fiel wieder ein, dass ich endlich mal auf den Latifundien eine Halloween-Kranich-Goldene-Blätter-Party geben möchte. Aber dieses Jahr kam erst die Bachelorarbeit dazwischen, die jegliche Planung verhinderte und dann der Umzug, der eine Durchführung verhinderte.

    Wobei die Bachelor-Umzugs-Kombination auch daran schuld ist, dass dieses Jahr unser traditioneller Halloween-nach-Chemnitz-Ausflug ausfällt.

    Außerdem ist dieses Jahr das Jahr der Vogelgrippe und der Kraniche, die tot vom Himmel fallen – das wäre mir als Halloweenveranstaltung einen Tick zu makaber gewesen.

    Andere feierten: Madame, schon auf den Latifundien, verwirrte Zwergengeister, indem sie eine Gegenleistung – Lied oder Gedicht – als Gegenleistung für die Kekse forderte. Schließlich rang sich die Geisterin zu einem Kurzgedicht auf: „Wenn sie nichts geben / Nehmen wir ihr Leben.“

    Uns begegnete der Geist eines Feldhasen

    Goldener November

    Madame grillte und schickte Fotos aus Foersters Staudengärtnerei. Denn während ich darüber rätselte wer mit wem am DateLastSync ge-synct hat, hatte sich ein Feiertag über die Hafenstadt gelegt. Am Donnerstag kam Team Kotzenbüll von der Nordsee, am Freitag fuhren sie ins Staudenparadies, währned Miss Bilanz und ich die Abenteuer des Brandenburger Schienenersatzverkehrs bewältigten. Am Ende großes Gelage in fröhlicher Runde. Die Schweineschulter verströmte starke Asterix-Lagerfeuer-Vibes und einen phantastischen Duft.

    Der November begann mit einem goldenen Frühstück. Die letzten Blätter der Äpfelbäume segelten herunter. Die Astern blühen weiter. Der Rambler (grüne Blätter) rambelt ganz apart durch den Wirtsbaum (gelbe Blätter). Der Pfirsich trägt noch rote Blätter.

    Madame importierte Astern und eine Rasselblume aus Potsdam. Sowie einen Ersatz für den bisher erfolglosen Zierdistel/Artischenschockenplatz, dessen Namen ich aber schon wieder vergaß.

    Gurren und verschwundene Fax-Geräte

    Im November lerne ich: Die Importe von Nudeln sind im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen

    Wer Billy Joel zitiert muss als Blogger ein Guter ein: Wasn’t this supposed to be a musical?

    Ich frage mich, wie ich The Jazz Singer bisher weitgehend ignorieren konnte: Wöchentlicher Pflichtbeitrag vor den Herbstferien: The Jazz Singer Eigentlich trifft der Film offenbar jeden Sweet Spot den ich habe.

    Found auch my sweet spot: Der ‚Moflin‚ ist ein felliger KI-Begleiter, der „Stress lindern und Trost spenden“ soll indem er eine „emotionale KI“ nutzt und gurrt.

    Heute habe ich mal ein ganz anderes Thema für euch: den Altar in unserer Büsumer Fischerkirche bzw. die kleine Figur rechts am Altar.

    Fahren im alten IC: Und ich war mit einem super netten Zugchef unterwegs, der mir allerlei Details an dem Fahrzeug gezeigt und erklärt hat. Schon fast nostalgische Details, die es in einem modernen ICE gar nicht mehr gibt. Zum Beispiel gibt es neben dem Dienstabteil eine runde Nische, an der wohl mal eine Türe befestigt war… Ich konnte mir nicht sofort einen Reim darauf machen. Der Zugchef erklärte mir: „Das war eine Telefonzelle“. Und er zeigte mir auch den Raum, in dem früher mal ein Drucker und ein Faxgerät für die Fahrgäste der ersten Klasse zur Verfügung standen.

  • 25-02-18 Zerreißen sie den Stimmzettel

    25-02-18 Zerreißen sie den Stimmzettel

    Im Feldkampf gegen BV Garding unterlag Achtung Wesselburen nach bewegtem Duell knapp mit zwei Metern Kiek ut. Garding hatte bereits zwei Schott erspielt, musste diese jedoch im Lauf des Matches wieder einsetzen. Leider für Wesselburen entglitt dem 20. Boßler die Kugel stark auf den mit hohem Gras bewachsenen Deich, und das war der Sieg für Garding.

    Auf der Straße: ein Schneeräum-Smart. Den Bus überholte ein Zweisitzer-Smart, vorne mit montierte Schneeschaufel, hinten mit Salz/Kies-Streu-Trommel. Es wirkte durchaus professionell. Nur sehr klein.

    Madame bekam ihren Koffer wieder. Der Kofferreparateur lobte das Modell, hadert aber mit seinem Gestänge.

    Die Lörracher demonstrierten.

    Die Manic Street Preachers veröffentlichten ein neues Album, ich bin unterwältigt.

    Nach der Klausurabgabe Betriebliche Informationssysteme habe ich die Notenstatistik des Vorsemesters angeschaut. Oops, Durchschnitt 3,5, gut ein Drittel der Schreibenden ist damals durchgefallen. Irgendwie hatte ich die Klausur als gar nicht so selektiv im Hinterkopf gespeichert.

    Glücklicherweise muss ich hier nichts über Politik schreiben: Rebecca Solnit nimmt mir in ihrem Newsletter die Worte aus dem Mund . Fast möchte ich sagen, sie schreibt wortwörtlich das, was ich auch schreiben würde. Aber natürlich hat sie es tiefer durchdacht als ich gerade und formuliert besser als ich je könnte: No One Knows How This Will End (But I Do Not Think It Will End Well for Them):

    I don’t know where Trump, Musk, and Vance’s story ends, but I know it doesn’t end with them in power, and I don’t think it will end particularly well for them, though my main concern–and yours, I presume–is trying to prevent damage along the way. And I’m convinced that if we take action, we get to write some of the chapters and maybe revise or erase some of what they’re trying to impose.

    Der Hallig-Gröde-Paragraph

    Madame als Briefwahllokalschriftführerin bekam eine persönliche Schulung im Rathaus durch die Leiter der Briefwahlzentren. Ich als Bundestags-Wahlhelfer der Reserve musste mich mit dem Schulungsvideo begnügen. Gegenüber meiner letzten Urnen-Wahlhilfe entdeckte ich zwei Änderungen:

    • Die Wahllokale sind angehalten, ziemlich genau die Länge der Schlange vor dem Lokal zu monitoren. Zweimal am Tag sollen sie die Zahl der Wartenden melden – vermutlich, damit die Wahlleitung einschreiten kann, wenn Schlangen zu lang werden.
    • Überraschend viel Zeit verwendete die Schulung auf den Sonderfall nach §68 Abs. 2 BWO „Ergibt die Feststellung .. dass weniger als 30 Wähler ihre Stimme abgegeben haben“. In diesem Fall wird unter komplexen Regularien und stringenter Dokumentation nach 18 Uhr das Wahllokal aufgelöst und die Stimmen zusammen mit einem anderen Wahllokal ausgezählt.

    Nicht neu hingegen war der ausführliche Tanz, um Briefwähler*innen, die dann doch im Wahllokal auftauchen. Auch das ein hingebungsvoll choreographierter Akt mit vielerlei Durchschlägen.

    Es läge mir fern, Menschen von der Wahl abzuhalten; aber falls ihr Briefwahl beantragt habt, macht ihr das Leben Eurer Wahlhelfer deutlich einfacher, wenn ihr auch wirklich briefwählt. Und falls nicht: Bringt auf jeden Fall den Wahlschein mit. Sonst werdet ihr zurückgewiesen.

    Falls ihr den Stimmzettel mitbringt, den ihr für die Briefwahl bekommen habt, so ist die Anweisung „zerreißen sie den Stimmzettel vor den Augen des Wahlberechtigten und händigen sie einen neuen aus.“

    Die Jakobsbücher

    Nachdem die Klausur vom Tisch war, konnte ich ein weiteres Opus Magnum beenden. Die Jakobsbücher – begonnen im Sommerurlaub – sind fertig. In Bücherregal meines Inneren teilen sich die Jakobsbücher eine winzige Nische mit dem Zauberberg und Don Quijote. Auf der Nische steht „Mühsam, langweilig, aber so großartig, dass jede Stunde es wert war.“

    Olga Tokarczuk erzählt in den Jakobsbüchern auf etwa 1200 Seiten das Leben des Jakob Frank (geb. Jakub Lejbowicz), Wanderer zwischen den religiösen Welten, Jude und Christ, Religionsgründer und fast-Messias sowie seiner Anhänger durch das Polen des 18. Jahrhunderts.

    Das Buch beginnt vor Franks Geburt und endet nach seinem Tod. Dabei hat die Erzählungen Ausschweifungen und ein Erzähltempo, das eher dem 18. Jahrhundert angemessen erscheint als dem 21. Auf Seite 3 hatte ich den Überblick über alle handelnden Personen verloren. Wechselnde Erzähler, Zeitsprünge und erzählerische Kreisbewegungen lassen das Buch im Stil fast wie eine Andacht oder Meditation wirken.

    Passend zum Thema spielt sich das Buch sowohl in einer realen wie in einer geistigen Welt ab. Dabei hat die reale Welt der Zeit genug Veränderung: es beginnt tief auf dem Land im polnischen Shtetl, geht über Warschau, Tschenstochau und den kaiserlichen Palast in Wien und endet in einem Offenbacher Schloss, während sich die Französische Revolution abspielt.

    Europa tritt aus dem Rest-Mittelalter in die Aufklärung hinein, und mittendrin die Gruppe getaufter Kabbalisten auf ihren seltsamen Wegen. Ein erfreulicher Realismus: da das Buch ein ganzes Leben abdeckt, altern die Protagonisten, man erlebt den Wandel unterschiedlicher Charaktere von der stürmischen Jugend hin bis ins hohe Alter.

    Geographisch gar nicht so weit weg, das nächste angefangene Buch: Dmitrij Kapitelman: „Eine Formalie in Kiew“. Kapitelman, 1991 mit acht Jahre als jüdischer Kontingentflüchtling aus Kiew gekommen, will Deutscher Staatsbürger werden. Dafür benötigt er eine Geburtsurkunde, die nur die ukrainischen Behörden vor Ort ausstellen können. Bisherigerer Eindruck: das Buch ist Satire, aber bitterer und trauriger als der Klappentext vermuten lässt.

    Weil ich gut ignorieren kann, wie viele ungelese Bücher ich noch besitze, führte mich mein Weg zur Stadtbibliothek Schöneberg. Dort wartete Lutz J. Heinrichs Geschichte der Wirtschaftsinformatik – Entstehung und Entwicklung einer Wissenschaftsdisziplin auf mich. Ich bin gespannt, ob es mir gelingt, sie aufzuschlagen, bevor die Leihfrist abläuft.

    Vor der Bibliothek. Im Hintergrund der Vorplatz vor dem Stadtbad Schöneberg. (Leider derzeit Baustelle)

    Klezmer Futura Fediverse

    Wie ein New Yorker Sohn eines Calypsobassisten den Klezmer wiederbelebte: A little thread celebrating one of the great albums of Jewish-American music, DON BYRON PLAYS THE MUSIC OF MICKEY KATZ

    Die Deutschen Bahnhofsschilder seit den 1950ern und wie sie schicker werden. Von Futura nach Arrow., Deutschlands Bahnhofsschilder.

    Herr Rau über den Stand der Demilliardärisierung.

    Der Pixelboomer bastelt derweil daran, eine Instanz im Fediverse aufzusetzen.

    Es ist erstaunlich, wie schlecht Computer (=Rechner) im Wahrheit im Rechnen sind. Wie Hans J- Boehm durch 10 mathematische Theoriekreise stieg, um Android eine funktionierende Taschenrechner-App zu gönnen: „A calculator app? Anyone could make that.“

    Queere Rollatoren gegen Rechts.

  • 25-02-15 Die Anwendung der Durchführung der Verrichtung

    25-02-15 Die Anwendung der Durchführung der Verrichtung

    Die Stadtbibliothek Tempelhof-Schöneberg verleiht jetzt Pen-and-Paper-Rollenspiel-Utensilien.

    In Italien sind die ersten Plattenverkaufscharts seit Beginn des Sanremo-Festivals erschienen. In den Top 10 befinden sich 9 Sanremo-Teilnehmer*innen, darunter Olly auf Platz eins. Es sieht danach aus, dass wir die Balorda nostalgia auf dem ESC hören werden.

    Ich mag ja besonders den „Mailänder Hipster-Pop“ von Coma_Cose.

    Pünktlich zur Berlinale schneit es. Überhaupt: Berlinale ist besser als Münchner Sicherheitskonferenz.

    Die beiden Siegermächte des Zweiten Weltkriegs wünschen sich dringend, dass Deutschland eine faschistische Regierung bekommen möge. Wäre es nicht so bitter, wäre es sehr sehr lustig.

    Überhaupt war konzentriertes Lernen die letzten Tage nicht einfach. Neben dem ablenkenwollenden Weltgeschehen gab es auch noch Baustellenfernsehen. Unsere Dachbaustelle war ausnahmsweise nicht nur zum Hören, sondern auch zum Sehen.

    Erst wurde der letzte Rest unser Dachhaube aus Folie samt Stützgerüst abmontiert. Es ist sehr ungewohnt, aus dem Fenster wieder Himmel zu sehen. Dann wurde das Gerüst von einem Mobilkran auf die Straße gehievt, dafür kam ein Dutzend Stahlträger auf den ehemaligen Dachboden.

    Später turnten junge Männer vor unseren Fenstern herum und sicherten das übrige „normale“ Gerüst mit Netzen gegen den Absturz von Bauarbeitern. Total spannend, aber ablenkend.

    Egal. Die Klausur ist geschafft. Der weitere Plan für das Wochenende lautet, mit aller Kraft gar nichts zu machen. Dann kann ich der Bachelorarbeit eine Woche widmen, bevor das Lernen für die nächste Klausur beginnt.

    When live gives you lemons, give them to Madame, die daraus Lemon Drizzle Cake backen wird. Gut, dass wir dem Leben danach noch sehr viel mehr Zitronen abhandeln konnten.

    Samstag morgen am Klausurtag verwöhnte Madame mich mit Brötchen von Johann Meyer. Nach der Klausur lud sie mich zum Essen ein. Mein Wunsch war: „Unkompliziert. Keine soziale Interaktion, keine Gerichte bei denen ich Vorstellungskraft benötige was es ist, keine diffizilen Geschmacksmuster – einfach fallenlassen.“

    Wir testeten die Frittenwerk1-Filiale am Wittenbergplatz. Es gab Poutine – wie zu erwarten unkompliziertes Soulfood. Neben uns eine ältere Dame, die sorgsam ihre Regenbogenflagge zusammenfaltete. Danach überredete Madame mich noch zu einem Kaffee im Café des KaDeWe direkt gegenüber.

    Normalerweise verdränge ich, dass KaDeWe und Umgebung noch zu Schöneberg gehören. Irgendwie fühlt es sich dort falsch an – nicht nach Schöneberg, zu sehr nach anderer Gegend in der Stadt. Heute aber hingen Poster „meiner“ Bundestagswahldirektkandidat*innen direkt vor dem KaDeWe und ich dachte „Krass, ich bin sogar moch im selben Wahlkreis. Ich habe gerade gewählt, wer das KaDeWe im Bundestags vertreten wird.“

    Erfreulicherweise waren wir in die Auflösung des Winter-CSDs geraten. Ein Stadtbild ist gleich viel netter, wenn um einen herum lauter Regenbogenflaggen und Menschen im Partyoutfit unterwegs sind.

    Webservices Typ 1 und Typ 2

    Aber vor das Nachklausuressen hatte die FernUniversität in Hagen die Klausur gelegt. Madame begleitete mich im M46er Bus bis zum Bahnhof Zoo. Dann ein wenig Spazierengehen, dann ein wenig auf der Bank sitzen und nochmal innerlich den Stoff rekapitulieren.

    Das war gar nicht so einfach, denn auf allen Bänken lag Schnee oder geschmolzener Schnee. Beim Rekapitulieren stellte ich noch einmal fest, wo das Problem lag. Einerseits, dass der ganze Kurs in einer Sprache geschrieben ist, in der gerne „die Anwendung der Durchführung der Verrichtung“ vorkommt.

    Zum anderen tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf, aber je nach Kontext in geänderter Bedeutung. Ein Objekt beispielsweise ist die kleinste atomare Einheit aus Sein und Aktion.

    Das kann aber ein Objekt im Sinne der objektorientierten Programmieriung sein (mehr oder weniger eine Variable mit Attributen (Sein) und Methoden (ausführbaren Befehlen). Ein Objekt kann aber auch ein komplettes Werk eines Automobilherstellers mit Standort und Maschinen (Sein) sein, in dem Autos gefertigt werden. Oder irgendwas dazwischen.

    Das O in Simple Object Access Protocol (SOAP) bezieht sich dann zum Beispiel wieder auf andere Objekte. Das O in SOA hingegen steht für ..orientiert.. Allerdings arbeitet SOA mit SOAP.

    Und dann gibt es noch objektbezogen, Objektsicht, Objektverrichtung et cetera. Und den ganzen Spaß für Funktionen, Aufgaben, Methoden, Services und wie sie alle heißen.

    Viel Stoff zum Auswendiglernen, der sich in seiner Machart dem Auswendiglernen entzog.

    Eine halbe Stunde vor Beginn begab ich mich ins Kranzler-Eck. Dort wurde wieder gebaut. Einzig der ausgeschilderte Feuerwehrfahrstuhl brachte mich in den Dritten Stock zum Fernuni-Campus Berlin. Etwa um Zwanzig vor Eins wanderten wir Wartenden in den Prüfungsraum.

    Etwa 15 Personen waren anwesend, von denen knapp 10 wie ich die Betrieblichen Informationssysteme schrieben, 2 für das Mathematik-Modul Maß- und Intergrationstheorie gekommen waren und 3 für den Kurs Projektmanagement des Centers elektronische Weiterbildung der Fernuni.

    Die Klausur fragte Auswendiggelerntes ab. Die meisten Fragen lauteten sinngemäß „Erläutern sie anhand eines Beispiels..“ oder „Wie verhält sich..“, die auch ein Ahnungsloser hätte lösen können, wenn er das Kursskript in der Hand gehabt hätte. Einmal ein Diagramm zeichnen und eine Rechenaufgabe. Ich konnte bei allem etwas Schreiben, vermute, dass es auch relativ oft richtig war und bin auf die Bewertung gespannt.

    Nur beim Unterschied zwischen Webservices Typ 1 und Typ 2 musste ich passen. Ich erinnerte mich sogar noch, dass ich die Begriffe gelesen hatte -hatte aber gar keine Ahnung mehr was sich dahinter verbirgt,

    Pferdemädchen Schweinezunge

    Ich lachte (mit! nicht über!): eine Linedance-Choreographie zu Coma Coses CUORICINI

    Poupou bloggte warum und wie sie bloggt. Metablogpost.

    Die kulinarische Weltreise China zaubert spannende Rezepte aus der deutschen Kochblogosphäre: Salat von kalter Schweinezunge – liángbàn zhu shé

    Anne Hahn versuchte in Skopje schwimmen zu gehen: Gestrandet im Kreisverkehr des Lebens

    Ligne Claire verdanke ich den Hinweis auf Horsegirl (und Hanjo auch). Auch sehr großartige Musik.

    Wir sind jetzt im Widerstand.

    Anmerkungen

    1. Wer sich auch fragt, wie plötzlich all‘ die Frittenwerk-Filialen aus dem Boden stampfen: Valora ist schuld. Valora hat Geld und kann in die explosionsartige Expansion einer Kette investiren. Valora kennt kaum jemand, dafür gehört ihnen die größte Schweizer Kiosk-Kette, die größte Schweizer Kette an Tankstellenshops, die Ditsch-Backshops, die BackWerk-Backshops, die Backfactory-Bachshops und eben auch das Frittenwerk. Valora selbst gehört allerdings FEMSA, dem größten Getränkehersteller Lateinamerikas. ↩︎
  • 24-01-04 Zivile Mittagsdämmerung

    24-01-04 Zivile Mittagsdämmerung

    Das Stadtbad Schöneberg ist geschlossen. Das Stadtbad Tiergarten wird in den nächsten Tagen nach Jahren der Sanierung wiedereröffnen.

    Passend zum Jahresanfang sah ich eine junge Frau, die in Selfie-Position durch den Park joggte. Immer schön den rechten Arm mit dem Handy noch oben ausgestreckt.

    In der Tiefgarage prügeln sich die Tauben um die besten Plätze auf den Autos.

    In der Verwaltung: Die eine Hälfte der Kolleg*innen kommt erholt und motiviert aus der Pause und startet neue Projekte. Die andere Hälfte ist noch im Urlaub. Wie ein Auto, das startet aber noch nicht läuft.

    Was vielleicht eine Metapher für diese Tage ist. Sachen beginnen sich wieder zu bewegen. Aber noch rollen sie nicht von selbst, noch ist Anschieben erforderlich.

    Das Jahr in seiner Morgendämmerung. Passend dazu kommen die Tage über fahles Dämmerlicht nicht hinaus. Ich versuche, wenigstens mittags an Licht zu kommen und wähle die Mittagspausenvarianten mit den längeren Außenzeiten. Aber mehr als ein fröhliches Mausgrau will der Himmel auch zum Sonnenhöchststand nicht zustande bringen.

    Immerhin habe ich mich erfolgreich daran erinnert, dass ich Ende Dezember begann, meine Morgenradarbeitsanfahrt zu ändern. Die neue, längere, Strecke führt über die Stadtparkbrücke, zu JFK, am Kaiser-Richard-Platz vorbei und über die Rote Insel zum Gasometer.

    Langsam, sehr langsam, kommt das Gefühl wieder, jedes Gefälle, jede Straßenunebenheit und jeden Lenkereinschlag schon Sekundenbruchteile vorher im Körpergefühl zu haben. Ich erfasse intuitiv die Stellen an denen nach einer Kurve der Wind von vorne kommen wird.

    Hätte ich den Weg zum Ulllstein Castle vermutlich am Ende auch bei geschlossenen Augen radeln können, geht es auch hier langsam wieder in die Richtung. Aber noch kann ich Monate. eher Jahre, damit verbringen, die Fahrt zu verfeinern.

    Dabei gesehen: Berlin wirkt für den Jahresanfang überraschend aufgeräumt. Die Böller waren bereits alle zu ordentlichen Haufen zusammengekehrt als ich die Straßen und Plätzen passierte.

    Madame erforschte die neue Hausarztpraxis.

    In der BioCompany lernte sie: Der 10%-Rabattkarten-Rabatt gilt nur noch für die Waren, die dem Oktopus des Kaisers gehören. Also quasi für nichts.

    Keine Leuchttürme

    Im Dunkeln noch eine Erledigung vom letzten Jahr. Neben dem leeren geschlossenen Stadtbad Schöneberg liegt der andere schöne Schöneberger Ort: die Stadtbibliothek. Ich brachte Bücher zurück. Während die Theoretische Informatik in ihrer Art recht drollig war, fehlte mir zu „Menschen im Hotel“ die Zeit. Ein nächstes Mal.

    Im Bestseller-Regal entdecke ich den neuen Walter Moers „Die Insel der Tausend Leuchttürme“. Selbst ohne Meer- und Leuchtturmbezug würde ich den dringend lesen wollen. Aber die Bedingungen („Keine Vormerkung, keine Verlängerung“) halten mich ab. Ich sehe nicht, wann ich in den nächsten vierzehn Tagen 656 Seiten Buch durchlesen kann.

    Während ich schon vor Ort war, hielt ich Ausschau nach einem möglichen Lern- und Arbeitsplatz. An sich ist das meine bevorzugte Atmosphäre zum Lernen. Allein – in Ruhe – aber mir einem leichten Grundrauschen im Hintergrund. Wenn ich hochschaue, gibt es etwas zu sehen.

    Jahrelange Sozialisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken zeigt sich: Ich fühle mich körperlich unwohl, wenn ich mit Jacke und Tasche in den Lesesaal gehe. Aber in der hiesigen Stadtbibliothek ist das halt so.

    Madame bestellte derweil einen Ersatz zum Hören.

    Räume, klein und kalt

    Die fast-fertig-gelesenen „Orwell’s Roses“ sind im Reisetrubel untergegangen. Stattdessen las ich Kübra Gümüşays „Sprache und sein“ weiter. Der Spiegel-Bestseller-Aufkleber auf einem politischen Buch machte mich skeptisch. Aber zum Glück ließ ich mich zum Lesen überreden. Zumindest der erste Teil des Buchs sagt schöne Sachen über Sprache, Debattenkultur und die Konstruktion von Schubladen.

    Irgendwann verfällt das Buch selber in konfrontative Debattenkultur, indem es sich Dauer-wiederholt und sich quasi in seine eigene Argumentation eingräbt. Aber alleine die Hommage an die türkische Sprache und das Sehnen nach Differenz – alleine das lohnt.

    Anke Gröner über altes Amerikanisch: 1. Januar 2024

    Auf Borkum steigt die Flut.

    Frau Herzbruch wohnt in einem 120 Jahren alten Altbau mit einer defekten Heizung – Was tun im Jahre 2024? mit Fortsetzung am nächsten Tag. (Und Kommentar in den Kommentaren: Preiswerteste Heizlösung derzeit: IKEA-Teelichter).

    Lila Haus ist warm, steht aber Zielgebiet von Hisbollah-Raketen: Eloge auf ein kleines Zimmer. Sie schreibt über drei Monate Krieg: Zeit, Zeit, Zeit