Schlagwort: Tesla

  • 26-06-27 Menschen, die im Schatten stehen

    26-06-27 Menschen, die im Schatten stehen

    Rein prophylaktisch schauten wir, bis zu welchen Temperaturen eigentlich Ticketlesegeräte und Datenschränke in den Freibädern ausgelegt sind.

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    Madame studierte die Guide-Michelin-Websites für Warschau.

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    Rosa Rosarium Uetersen leuchtet.

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    Jungerwachsene in Deutschland-Trikots am Bahnhof Zoo unterhielten sich über das Autofahren unter Alkoholeinfluss. Eine von ihnen stellte die meines Erachtens verwegene These auf: „Da fährt man mit Tunnelblick. Da ist man viel konzentrierter als ohne Alkohol.“

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    Es waren.. heiß!

    Hitze

    Unser Bungalow-Thermometer reicht nur bis 40 Grad. Offenbar wurde es in besseren Zeiten gestaltet. Denn es war seit Tagen heiß. Am Mittwoch lief es mit Mitte 30 Grad an, steigerte sich über die nächsten Tage bis zum derzeitigen Höhepunkt von 39 Grad in den Märkischen Hamptons.

    Wir bewegen uns vom Schatten zu klimatisierten Bereichen und wieder zurück. Wir entdecken, dass die Wohnung (Baujahr 1961) sehr viel hitzebeständiger ist als das Büro (Baujahr 2022) und das obwohl das Büro eine Wärmepumpen-Klimaregulierung hat. Aber bei einer raumhohen kompletten Glasfront Richtung Süden, Richtung sechsspurige Straße und Autobahn, hilft die auch nicht mehr.

    Am Bahnhof Südkreuz stellten sich die Tesla-Mitarbeiter*innen, die auf den Shuttle-Bus warteten, in den Schatten der wenigen Bäumchen. Denn der Bahnhofsvorplatz ist gut dafür gemacht, Menschen vom Bahnhof hin irgendwo nach Berlin zu bringen. Er verbindet das aber mit der architektonischen Hilfsaussage „Hau bloß ab.“ Der Drang zur schattenfreien Betonfläche ist groß, Sitzplätze sind spärlich, und Sitzplätze im Schatten, offensichtlich nicht vorgesehen.

    Sommerbuch

    Es begann mit einer vereisten Ostsee, und ich spürte wie ein ganzer kleiner Kinosaal neidisches Verlangen entfand. Wir waren in das klimatisierte Delphi Lux gekommen am Zoo gekommen, um den Film Sommerbuch1nach Tove Janssons – of Mumins Fame – Buch Sommerbuch zu sehen.

    Im Sommerbuch geht es um eine Dreigruppe – Kind, Vater, Oma (Glenn Close) – die einen Sommer in einem Mökki auf einem Inselchen in der finnischen Ostsee verbringen. Die dazu gehörige Mutter ist vor kurzem gestorben. Der Vater flüchtet sich in Arbeit, die Oma versucht sich um die Tochter zu kümmern, kämpft aber auch mit ihrem Alter, die Tochter versucht irgendwo einen Weg zu finden.

    Es wird manchmal gesprochen, manchmal gerudert, oft durch die Natur gelaufen. Nachbar Eriksson auf seinem Motorboot wird oft erwartet, kommt aber nie vorbei. Die Tochter fragt, Papa hat was zu tun und Oma kann sich manchmal zu ihrem eigenen Unwillen nicht erinnern.

    Die Einstellungen sind ruhig, die Musik von Hania Rani auch meistens, die Ostsee und das Inselchen ist dauerpräsent. Es ist eine Szenerie, die zeitlos wirkt und doch offenbar in den 1960ern/1970ern spielt. Es ist auf seine Art sehr friedlich, und doch nah genug am Leben, um nicht idyllisch zu werden. Es ist ein Film, ein Tempo, eine Ruhe, der seelisch entspannt, wo körperliche Entspannung nicht hinkommt.

    Vielleicht lag es aber auch nur am klimatisierten Kino. Denn heiß.

    Ich hatte ausnahmsweise die S-Bahn zum Kino genommen, denn die Ringbahn ist ordentlich klimatisiert. Das war diese Woche ein unschlagbarer Vorteil.

    Der Schmetterling des Jahres 2023

    Es ist Dunkelgartenzeit. Am hellichten Tag lautet der derzeitige Latifundienplan, möglichst regungslos unter dem Apfelbaum zu verharren, oder gleich ganz in klimatisierte Räume zu flüchten. Die Hauptzeit für den Garten-Garten sind dementsprechend der Morgen und sehr frühe Vormittag sowie die Dämmerung und danach.

    Ich begann mich zu fragen, ob Schmetterlunge eine Hitzegrenze haben? Bisher ging ich davon aus, dass diese nach dem Motto leben, je mehr Sonne, desto gut. Inzwischen scheinen auch diese, in die frühen Vormittags- und späten Abendstunden auszuweichen.

    Samstag verteilten sie sich: Am Lavendel oben im Garten die Kohlweißlinge, in der MItte über der Wiese die Schachbrettfalter, unten Richtung Feld und Beeren kleine braunorange Falter. Ein besonderer Fund war das Grüne Ampferwidderchen, Schmetterling des Jahres 2023.

    Ich liebe seinen Glanz. (aber nur vorsichtig, sonst wird es zu aktiv und Aktivität ist nicht gut bei diesem Wetter)

    Grünes Ampferwidderchen an Knautie.

    Couscous und Ribs

    Besondere Zeiten2 verlangen besondere Maßnahmen.

    Wir gingen ins Kino3. Ins klimatisierte Kino. Madame hatte die Idee und plante, aber es entstand am Samstag ein amerikanischer Tag: Wir fuhren eine Stunde mit 100 km/h4 im klimatsierten SUV über die Autobahn, fuhren ins Parkhaus, gingen ins klimatisierte Kino, wo es Cola und Fanta-Slushi gab.

    Im Kino saßen wir auf Ledersesseln, die sich elektrisch in Liegesessel verwandelten. Danach gingen wir einmal kurz über den Platz in Tony Roma’s Rip Place (natürlich klimatisiert), aßen Ribs mit Eistee und fuhren danach wieder eine Stunde mit 100 km/h nach Hause.

    Währenddessen war die Außentemperatur immerhin um zehn Grad von 40 auf 30 Grad gefallen.

    Auch wenn bei mir Kino gehen, immer bedeutet Kino gehen, nicht Film sehen, Ort, Publikum, Reise sind immer wichtig, war das Verhältnis noch nie so deutlich zu ungunsten des Films wie an diesem Samstag: Hauptsache klimatisierte Liegesessel.

    Um so schöner, dass der Film trotzdem schön war: Couscous und Geheimnisse ist eine französische Culture Clash Komödie über einen Koch, Sohn einer alleinerziehenden Mutter, die aus Algerien nach Frankreich einwanderte, der versucht die Ansprüche die Familie und Welt durch konsequente Vermeidung und Durchschummeln zu bewältigen.

    Das muss schief gehen, allerlei Konflikte entstehen, eskalieren, werden gelöst und am Ende haben sich alle lieb. Das war liebevoll gemacht und ist ein wirklich schöner Film für einen netten Nachmittag oder Abend.

    Besonders freute es mich, dass es kein Kunstfilm war, kein Problemfilm, sondern eine Mainstream-Komödie, die trotzdem aus der Perspektive der französisch-algerischen Familie erzählte. Nicht: Es gibt „normale Franzosen“, die die Fremden integrieren müssen und am Ende sind alle toleranter, sondern die Migration ist die Normalität und die Einwandererperspektive ist diejenige die vor allem erzählt.

    Außerhalb eines echten Kunst- oder Aktivismusfilm-Milieus fallen mir da nur wenige deutsche Vergleiche ein.

    Wie es leuchtet

    Meistens wenn wir auf die Latifundien fahren, dann bestehen die letzten Kilometer aus einer sechsspurigen Autobahn, auf der links und rechts Lärmschutzwände stehen. Selbst mich als Liebhaber unwirtlicher Orte, vermag dies nicht auf die Dauer zu fesseln.

    Am Samstagabend allerdings fuhren wir direkt auf den geöffneten Höllenschlund zu. Zumindest schien dies der Himmel zu versprechen. Eine Art „Sonnenuntergang“ in intensivem Schwefelgelb, darin wilde Wolkenformationen, links davon ein tiefes Schwarz, indem immer wieder lange Blitzkaskasden parallel zum Horizont entlangliefen.

    „The greatest Show on Earth“, wie einst ein berühmter Zirkusdirektor sagte. Nur dass es beim Gewitter an sich vermutlich eher zutraf. Und so bewunderte ich mit offenem Mund den Anblick, machte mir gleichzeitig Sorgen, dass die Schnauze des Subarus genau auf die Mitte dieses Höllenschlundes gerichtet war, wir ihm jede Sekunde knapp 30 Meter näher kamen.

    Ich war nicht böse, als wir noch vor dem Unterwetter im Bungalow ankamen, und diese Greatest Show mit Rotwein von der Terrasse aus sehen konnten. Der Sturm, der Regen und die Bodenblitze zogen schlußendlich knapp südlich an uns vorbei. Aber ein ganzer Himmel, der gleichzeitig für eine halbe Sekunden von einem kompletten Netz aus Blitzen überzogen war. Ich weiß nicht, ob ich so etwas je sah.

    Link

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    Im Nachgang zum Film Backrooms bemerkte ich, dass zwar Wikipedien in 28 Sprachen Artikel zum Konzept liminal space haben, nicht aber die deutsche Wikipedia. Ich begann bereits zu überlegen, wie sich diese Lücke füllen lässt, da las ich bei Herrn Rau über seine diesjährigen Abiturient*innen „außerdem habe ich sehr das Gefühl, dass viele davon, oder jedenfalls einige, und damit vielleicht mehr als sonst, Dinge aus meinem Unterricht mitgenommen haben. Und sei es nur „liminale Orte“, die sich manche vorgenommen hatten, irgendwie in das Deutschabitur einzubauen.“ Jetzt müssen wir sie nur noch überzeugen, das gleich in der Online-Enzyklopädie einzubauen.

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited No. 36 – d.h. 6,61€ pro Kinobesuch ↩︎
    2. Wobei „besondere Zeiten“ natürlich schwierig ist, in dem Zusammenhang. Denn Klimawandel yadda, yadda.. Gerichtet auf die Vergangenheit und gerichtet auf das was ich als „normal“ gelernt habe, ist das Wetter crazy. Gerichtet auf die Zukunft hätten wir mehr als nur unverschämtes Glück, wenn the normal etwa 40 Grad bleibt. ↩︎
    3. Nicht in eines der Yorck-Gruppe. Deshalb voll gezahlt. ↩︎
    4. Okay, ich fahre immer 100 km/h. Alles darüber hinaus wird unentspannt und kostet zuviel Treibstoff. ↩︎
  • 25-03-20 Lpsolver API

    25-03-20 Lpsolver API

    Die Berliner Ringbahnbrücke ist gesperrt. Bis 2027. Oder kürzer. Oder länger. Genau weiß man es nicht. Diese Brücke betrifft nicht die Ringbahn direkt. Sie führt die Stadtautobahn A100 über die S-Bahn.

    Halb Charlottenburg droht in den nächsten Monaten im Verkehrschaos zu versinken. Unsere Anfahrt zu den Latifundien hat sich gerade deutlich verkompliziert und verlängert.

    Oh Welt, in der es soviel sexier ist, etwas neu auf die Wiese zu setzen, statt das alte instand zu halten.

    In der sonnigen Südkreuz-Mittagspause sehe ich die Shuttlebusse zum Tesla-Werk. Ich staune, wie sich in wenigen Wochen meine Gedanken von „Da fährt die Zukunft. Und das direkt vor meiner Nase.“ verwandelten in „Ein Wunder, dass noch niemand die Busse angezündet hat.“

    Langsam wird es auch eng mit Sitzplätzen in meinem ehemaligen Miniatur-Geheimpark, er wird quasi täglich beliebter. Heute lagen schon tschechische Bibeln auf der Bank.

    Gute Nachricht: Der Paketdienst brachte rote und rosa Schuhe in den Späti-Paketshop.

    Auf der guten Seite: Unsere Dachbaustelle ist im sexy Teil angekommen, wo neues gebaut wird, wo die letzten Teil des Dachstuhls angenagelt werden. Es gibt Chancen, dass zumindest diese Baustelle jemals beendet wird.

    Ich habe Hoffnung, dass auch der ganze Baustellengruscht vom Hinterhof verschwindet, der zunehmendes Slalomisieren dort verlangt. Zumal das Autowrack weiterhin keinerlei Anstalten macht zu verschwinden.

    Die Spannung der letzten Woche fällt ab. Madame muss Freitag noch Schokostengel übergeben, aber dann sind wir mit den Spätwinterstressungen durch. Ich hätte schon die ganze letzte Woche einfach durchschlafen können, wurde aber mühsam von meinem Arbeitgeber gehindert.

    Ich muss dort um 9 Uhr anwesend sein, und es ist selten sinnvoll vor 7:30h zu kommen. Innerhalb dieser Zeitspanne bin ich frei in der Ankunftsgestaltung. An meiner echten Ankunftszeit lässt sich ganz gut die Energie des Tages ablesen. Je früher, desto Energie. Ich glaube die ganze Woche kam ich zwischen 8:50h und 8:58h.

    Aber so sehr langsam beginne ich wieder aktiv Außenwelt wahrzunehmen. Bei den Bädern bin ich gerade in ein paar ganz spannende Sachen hineingeraten, und werde demnächst ein wenig Spieltrieb ausleben können.

    1e30

    Langsam beginne ich auch, über das nächste Fernuni-Semester nachzudenken. Zum Beispiel die Bachelorarbeit. In dieser wird es nach Plan um Lineare Programmierung gehen. Also grob gesagt, um Gleichungssysteme der Form:

    Es gibt eine Zielfunktion \[ \max. 30x + 10y + 5z \]

    Unter einschränkenden Nebenbedingungen. Also zum Beispiel

    \[x \le 10 \] \[y + z \le 20 \] \[x – z \le 15 \]

    Die Zahl der Nebenbedingungen kann bei eins beginnen und mehrere Tausend umfassen.

    Das Lösen solcher Gleichungssysteme ist an sich nicht schwer. Es bedarf nur der Addition und Multiplikation. Allerdings ist das ganze stark Rechenfehleranfällig. Selbst in einfachen Beispielen hat man schnell Dutzende von Rechnungen mit verwirrenden Vorzeichnungen und komischen Brüchen. Wird man realitätsnäher mit einer höheren Anzahl Nebenbedingungen kann man Wochen mit dem Ausrechnen zubringen.

    Während ich Seminararbeit noch von Hand rechnete und fluchte, bedarf es für Weiteres der Softwareunterstützung. Dabei lernte ich: Die Sache wächst so schnell so stark, dass selbst im Jahr 2025 viel Software an ihre Grenzen kommt. Softwarelaufzeiten und Laufzeiten der Berechnungen sind hier immer noch ein Thema. Viele der angebotenen Softwarelösungen kommen schnell an ihre Grenzen, wenn die Fragestellungen nur etwas komplexer werden.

    Es gibt unfassbar teure Industrielösungen, aber für einfachere Fälle auch alles vom Excel-Plugin bis zu Standanlone-Programmen mäßiger Bedienfreundlichkeit.

    Excel kommt mir nicht in Haus. Industrielösungen scheinen mir overkill, die standalone-Programme eigentlich auch.

    Da hier im Haushalt in letzter Zeit öfter von der Programmier/Statistiksprache R die Rede war, und weil ich R mag, dachte ich, warum nicht R? Und begann heute mal ganz langsam ein paar Videos zu schauen und Websites zu sichten.

    Erste Entdeckung: Fast alle Videos zum Thema wurden von Indern aufgenommen. Zweite Entdeckung: Im Moment scheint die Lösung die beiden Software-Pakete lpsolver und lpsolverAPI zu umfassen. In RStudio die beiden Packages aufrufen und dann alles mit den entsprechenden Daten füttern.

    Dritte Entdeckung: Selbst bei einfachen Fragestellungen gibt es hier unerwartete Grenzen. In bestimmten Fällen weist lpsolver gar nicht den echten Wert aus, an dem eine Begrenzung gültig wird, sondern gibt nur an: 1e30, oder \[ 10^{30} \], also sehr viel, bzw. unendlich. Da sollte man bedenken, dass 1e30 heißen kann: Die Lösung ist unendlich groß. Oder: Hier ist ein Bug.

    Und solange ich noch gar keine offizielle Bestätigung habe, dass ich Anfangen darf – geschweige denn, dass ich angefangen habe, kann ich ja ein wenig mit Software spielen und mir Videos anschauen.

    Gelernt

    Hervorragenden Bubble Tea gibt es bei Xing Fu Tang in Flushing, Queens, New York. Denn mein Mastodon-Admin Kunal Mehta verbringt das Jahr 2025 damit Boba Shops in ganz New York zu testen. Boba Quest: Xing Fu Tang

    Die Sonnenwende ist kein Tag, sondern ein Zeitpunkt. Dieses Jahr am 20. März um 10:01 MEZ – The Vernal Equinox 2025

    Ich habe nichts mit Schul-Digitalsierung zu tun. Aber das Phänomen kenne ich: Man baut analoge Prozesse 1:1 digital nach und hat sich plötzlich in eine Sackgasse manövriert, die das schlechteste aus beiden Welten enthält. Mein persönlicher Lieblingsgegner ist ja inzwischen AdobePro, mit dem sich so schön ausdruckbare Formulare gestalten lassen. Hier ist es die digitale Mappe: Digitale Mappenführung – Sackgasse für die digitale Schulentwicklung?

  • 25-03-13 SOLL und IST

    25-03-13 SOLL und IST

    Ich erschlug die erste Stechmücke bevor ich den ersten Kaffee aufsetzte. Und für eine Innenstadtwohnung, zu Zeiten, die an Nachtfrost kratzen, ist das die falsche Reihenfolge.

    Die Dachbodenbaustelle sieht mittlerweile überzeugend nach fast-fertigem-Dachstuhl aus.

    Straßenszenen: ein Mann trägt einen kindsgroßen Kuschel-Halbmond über die Kreuzung. Davor eine polizeiliche Unfallaufnahme zwischen weißem Mercedes (tiefergelegt) und grauem Golf. Instinktiv will ich denken „Bestimmt war der Golf unschuldig.“ Aber so wie die Autos stehen, kann es nur anders herum gewesen sein.

    Die BSR streikt. Langsam wird es mühselig die Hinterhof-Müllcontainer unter dem Müllberg wiederzufinden. Aber da die BSR unter anderem auch für mein höchstpersönliches Gehalt streikt, stelle ich mich jeden Tag mit erhobener Faust vor die Container und singe die Internationale.

    Ich könnte auch endlich mal bei der Gewerkschaft eintreten. Aber das wäre zu einfach.

    Die BVG streikt nicht. Dennoch verschmäht der 248er schon wieder unsere Haltestelle und schon wieder aufgrund eines Wasserrohrbruchs auf dem Weg dorthin.

    Der Fernuni-Gebührenbescheid Sommersemester 2025 kam. Wenn alles nach Plan läuft, ist Knowledge Management (engl-sprachiges Modul) das letzte Modul für das ich im Bachelor Wirtschaftsinformatik bezahlen werde.

    Weiterhin staune ich, dass ein ganzes Semester bei einer staatlichen Universität dasselbe Geld kostet, wie etwa anderthalb Stunden Fortbildung bei einem kommerziellen Anbieter unklarer Qualität.

    Donald Trump veranstaltete vor dem Weißen Haus eine Tesla-Verkaufsshow. Und dafür dass wir gerade einmal in Monat 3 der Amtszeit sind, hatte das erstaunlich starke 4-Seasons-Total-Landscaping-Vibes.

    Wir veranstalteten ein neues Experiment zur IT-Wissens-Vermittlung in der Verwaltung und ich bin ziemlich happy über das Ergebnis. More to come.

    Ich veranstaltete unfreiwillig ein Experiment der Mittagspause am Schreibtisch. Hopefully not more to come.

    Ich komm nicht raus, entdecke vorm Büro aber einen unerwarteten Fernsehturmblick.

    Einsatzszenarien

    Die Informationsmanagement-Klausur rückt näher, und langsam versuche ich die Ganzhirnimmersion in strategisches Alignment, Unternehmensarchitektur-Referenzmodelle und das Standard-Datenschutz-Modell. Sollte ich die ganzen Nummern von ISO-Standards jetzt wirklich auswendig lernen?

    Immerhin: ISO/IEC 27001 Information technology – Security techniques – Information security management systems – Requirements kann ich schon fast auswendig aufsagen ohne sie bewusst gelernt zu haben. Auch erinnere ich mich im Zweifel mitten in der Nacht daran, dass 27001:1 die wirklich relevante Unternorm ist.

    Spannend weiterhin, zumindest einen Teil des Inhalts tagsüber in der Verwaltung direkt vor der Nase zu haben.

    Und wenn das Modul schon bei Fragen der Strategie und des Projektmanagements von SOLL und IST spricht, habe ich derzeit jeden Tag den Abgleich zwischen Informationsmanagement nach Lehrbuch (SOLL) und Informationsmanagement in einer realen Organisation des öffentlichen Dienstes (IST).

    Einige Verwerfungen des täglichen Lebens sind im Lehrbuch halt doch weg-abstrahiert.

    Holzschnitt-Bürgergeld

    Von Berlin aus denkt man ja manchmal, dass die Nordeuropäer viel zivilisierter sind als die eigene Umgebung. Nur um dann zu lesen, dass die Finnen sich mit neuen Straßenbahnen genauso anstellen wie Deutsche: Strassenbahn? Ja bitte!

    Wie konnte ich das bisher übersehen?: Schlossruine Dammsmühle.

    WIE KONNTE ICH DAS BISHER ÜBERSEHEN? Holzschnitte der Berliner Bäder.

    Bürgergeld und Mental Health – aus der Nähe betrachtet.

  • 24-04-04 Der 1. Juni wird Tag des kleinen Übergangs

    24-04-04 Der 1. Juni wird Tag des kleinen Übergangs

    Die Blaumeise ist auf englisch the blue tit. Die Kohlmeise ist aber gar nicht the cabbage tit.

    Wir verabschiedeten uns von Kranichen, Milanen und Hummeln und warfen uns in die kurze Alltagswoche. Ich mit zerzaustem Haar.

    Die Alltagswoche begann damit, dass wir am feiertäglichen Ostermontagsabend 23 Kilo Papier und Stifte am BER vorbeifuhren. Madame ließ die Woche über zu nächtlicher Stunde zeichnen.

    Heute ist das Stadtbad Wilmersdorf geschlossen, denn nebenan wird eine Weltkriegsbombe gesprengt.

    Madame fuhr an den Landwehrkanal, um zu löschen.

    In der Verwaltung MIttagspausengespräche über das Baltikum. Ich bekam einen Pensionstipp für Riga.

    Die Spargelsaison ist noch nicht gestartet und am Südkreuz steht bereits ein Erdbeerhäuschen. Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis es öffnet.

    Hausverwaltung und WEG haben es nicht so damit, Sachen am Haus zu reparieren. Einzelne Eigentümer fangen zwar gerne neue Baustellen an, die sind aber nur selten dazu da, existierende Probleme in Ordnung zu bringen. Oft werden die Baustellen auch nicht beendet, sondern laufen sich irgendwie tot.

    Ein Dauerthema ist zum Beispiel die Einfahrt in den Hof. Als wir einzogen gab es einmal das historische Tor in einem eher schlechten Zustand und ohne Schloss. Die Zufahrt wurde geregelt über einen elektrisch versenkbaren Poller, der mit einer Chipkarte funktionierte. Der war desöfteren kaputt. Irgendwann Anfang der 2010er wurden den Powers that be die Reparaturen zu teuer und er wurde dauerhaft versenkt.

    Vor ein paar Jahren erschien ein abschließbarer Sperrbügel, Modell Baumarkt. Dessen Schloss war an Tag 2 mit Klebstoff verschmiert. An Tag fünf kamen einige Arbeiter und sägten ihn wieder ab. Das Tor war in der Zwischenzeit weiter verfallen.

    Am Mittwoch ein neuer Versuch: Zwei Handwerker schraubten das Tor ab. Sie wollen es sanieren und mit einem Schloss versehen.

    Blick durch eine Hofausfahrt mit Papiertonne, Gerüst und Straße auuf der anderen Seite der Durchfahrt.

    63915 – 61111 – 31801 – 63118 – 31811 – 63017

    Das Wochenende brachte nicht nur Ostern, die Zeitumstellung und den Quartalswechsel, sondern auch den offiziellen Semesterbeginn des Sommersemesters 2024. Ich begann ihn damit, in den Kalender den Beginn der Rückmeldefrist für das WS 24/25 einzutragen: 1. Juni.

    Überhaupt liegen am 1. Juni die Abgebedaten für diverse Einsendearbeiten und der Beginn neuer Fristen (Rückmeldung, Prüfungsanmeldung Mathe, Beginn des Prüfungszeitraums ‚wissenschaftliche Methoden‘). Nach dem Tag des großen Übergangs am 1. April wird der 1. Juni der Tag des kleinen Übergangs.

    Ich meldete mich für ein Mentoriat an (Mathematische Grundlagen – again!) und sichtete bei den anderen Kursen, was im Semester auf mich zukommt.

    Außerdem zweifle ich meine Rechenleistungen an. Beschloss ich im letzten Semester, dass vier Module schon ziemlich viel sind, stehen oben in der Überschrift nun sechs Kursnummern.

    Aber ich kann das erklären. Es ist gar nicht so wie es aussieht.

    61111 – Mathematische Grundlagen. Zweiter Versuch. Hmpf. War das mit weitem Abstand aufwendigsten Modul des letzten Semesters. Wird auch dieses Semester nicht geschenkt sein. Aber ich habe ja schon fleißig vorgearbeitet.

    63017 / 63118 – Datenbanken und Sicherheit im Internet. Zwei Kurse in einem Modul, die zu einer Prüfung führen. Sofern ich ETTI dieses Semester bestanden habe, das letzte Informatik-Pflichtmodul.

    63915 Wissenschaftliche Methodik der Informatik. Zählt nur 5 ECTS statt der üblichen 10 ECTS. Prüfungsleistung ist ein Open-Book-Onlinequiz, dass man zwei Monate lang einmal täglich versuchen darf. Ich vermute, das wird nicht ganz so hart wie die üblichen Module.

    31801 Problemlösen in graphischen Strukturen und 31811 Planen mit mathematischen Modellen. Sind zwar eigentlich zwei verschiedene Module, aber ich zähle sie innerlich als Eines. Die sind beides Wahlpflichtmodule, werden beide vom selben Lehrstuhl angeboten und sind inhaltlich verwandt. Es ist der Lehrstuhl bwlquam – Lehrstuhl für Betriebs­wirt­schafts­lehre, insb. Quan­ti­ta­tive Methoden und Wirt­schafts­mathe­matik bei dem ich im nächsten Semester ein Seminar belegen will. Und je nachdem welches Seminar ich erbeute, werde ich in dem einen oder anderen Kurs die Klausur schreiben. Keinesfalls in beiden.

    Und so habe ich zwar sechs Kurse vor mir, aber nur drei Klausuren.

    So beschloss ich in akutem Größenwahl, dass ich noch Zeit und Energie übrig haben werde. Ich habe an einer anderen Uni vergleichsweise viel Geld für einen Online-Jodeldiplom-Kurs ausgegeben. Der ist aber eine sinnvolle Vorbereitung für einen Nicht-Jodeldiplom-Kurs. Dazu ein andernmal.

    Vilnius – Westhavelland

    Der Sternenpark Westhavelland wird 10 Jahre alt. Die Kyritz-Ruppiner Heide will auch Sternenpark werden: Hier schauen sie am schönsten in die Röhre

    Ramadan-Kalender ist wie Döner ein deutsches Produkt: Die Berlinerin Manal El Daoud hat den Ramadan-Kalender in Deutschland groß gemacht. Im Interview erzählt sie von der Empörung der Extremisten und ihrem Leben als Geschäftsfrau mit Kopftuch.

    Auf unserem Kleingartenparkplatz parken inzwischen fünf E-Autos. Davon null Teslas. Das passt zu den aktuellen Meldungen: Tesla’s Sales Drop, a Sign That Its Grip on the E.V. Market Is Slipping nicht ohne Nebenbemerkung im Artikel:

    [Musk] did not react Tuesday to the sales figures on X, the social media platform that he owns and posts on prolifically. Instead, he threw barbs at Walt Disney Company executives whom he accuses of being “woke.”

    Vilnius wird nicht nur von deutschen Touristen besucht, sondern auch von russischen Exilant*innen bewohnt. Wie sich eine große russische Diaspora in einem relativ kleinen Land auswirkt: For Lithuania, Unease Over a Growing Russian-Speaking Diaspora

    Städte in meinem Leben, die ich noch sehen will: Bath – Georgian Splendour

    Über das seltsame Verhalten neue der Hollywood-Studios historische Kostümschinken mit ahistorischen „diversen“ Besetzungen zu drehen: Hollywood’s New Fantasy: A Magical, Colorblind Past:

    Thus have all of us, from around the globe, been retconned into the history of the West. Now we can watch ourselves speak languages we did not speak in rooms where we were unlikely to have been welcome. We are included, but our actual history is erased. We seldom see the stories of nonwhite people who, like my ancestors, lived on their home soil, or the complex stories of nonwhite people in the West in centuries past.

  • 23-01-17 Cosimo Teclebran

    23-01-17 Cosimo Teclebran

    Ein Kind ward geboren. Es heißt Taylor Ivan.

    Madame übt nicht für den Rundfunkauftritt.

    Mein Bewegungsradius ist weiterhin stark eingeschränkt. Ich gehe dagegen mit Laktritztee und getrockneten Sauerkirschen vor. Auf metaphyischer Ebene scheint das meinen geistigen Bewegungsradius mitzunehmen.

    Blick auf ein Weißkohlfeld. Die Kohlköpfe sind so groß, dass kein Fleck Erde mehr erkennbar ist.

    Immerhin las ich einen Text zu Tesla und automatischen Fahren und der anscheinenden utilitarischen Ethik dahinter. Kurz zusammengefasst: Autopiloten fahren besser als Menschen. Je zeitiger der Autopilot ohne Beschränkungen auf der Straße fährt, desto weniger Menschen sterben insgesamt im Verkehr. Wenn einige Menschen sterben, damit der Autopilot schneller straßenreif wird, ist das insgesamt immer noch eine gute Sache. Es ist also vollkommen okay, dass einige Menschen sterben, wenn dies der Verbesserung des Autopiloten dient. Lange Version: Elon Musks Appetite for Destruction (Der Originaltext ist differenzierter, die Audioversion dauert 44 Minuten). Das hier ein, vorsichtig gesagt, Spannungsverhältnis zur geltenden Gesetzeslage und dem Ethikverständnis der meisten Menschen vorliegt, ist egal. Denn es geht um die Rettung der Menschheit.

    Persönlich heißt das: Keinen Tesla kaufen. Wir wollen schließlich nicht das Autopilot-Verbesserungs-Versuchskaninchen werden. Aber da hier eh keine Neuwagen in den Haushalt kommen und zuverlässige Gebraucht-E-Autos noch kaum im Handel sind, ist das hier kein aktuelles Thema. Also ganz abgesehen davon, dass niemand in diesem Haushalt irgendwann in absehbarer Zeit ein anderer Auto als das aktuelle erwerben möchte.

    Die Entscheidung zwischen „Möglichst nachhaltige Sachen neu kaufen“ oder „Gebraucht, aber dafür halt Middle-of-the-Road von vor ein paar Jahren“ ist bei vielen Konsumgütern eine spannende.

    Eigentlich reicht mein geistiger Horizont aktuell ausschließlich für IBES. Dank ausführlicher Recherche in der Wikipedia entdeckte ich, dass Djamila Rowe wirklich bürgerlich so heißt. Der Name ist echt. Auch mit dem deutsch ausgesprochenen Nachnamen.

    Ein:e Verteidigungsminister:in wurde bestimmt. In der öffentlichen Diskussion diskutierte „Team Frau“ gegen „Team Bundeswehrerfahrung“. Die SPD hat einen Kandidaten gefunden, der keines der beiden Kriterien erfüllt. Immerhin kommt er aus dem weiteren Gerhard-Schröder-Umfeld und disqualifiziert sich sogar dreifach.

    (Wobei die SPD es bereits vor 15 Jahren vergeigte, weil sie nicht ein Dutzend Frauen aufbauten und in Position brachten, die locker und öffentlichkeitsbekannt jedes Ministerium leiten können.)