Schlagwort: Wahlhelfer*in

  • 25-02-25 Huzur (Linke 24,0%; Grüne 17,7%; AfD 12,3%)

    25-02-25 Huzur (Linke 24,0%; Grüne 17,7%; AfD 12,3%)

    Die Schweizer Quartettmeisterschaft ist zurück. Nach Jahren der Pause findet diese am 30. März 2025 in der Bibliothek Russikon ZH statt. Wie immer gilt: „Mehr ist mehr!“ und wer die meisten Karten hat, gewinnt. 

    Es gibt eine neue Baustelle. Am ehemaligen BSR-Wertstoffhof am Südkreuz rückten nach Jahren der Stille die Abrissbagger an. Der Wertstoffhof verschwindet. Vielleicht entsteht sogar die anvisierte Zentrale der Berliner Stadtreinigung. Wir hoffen seit Jahren auf eine BSR-Kantine in der Nachbarschaft.

    Die Idena-Kantine, in der wir manchmal landen, scheint fest in der Hand russisch-deutschen Personals. Um so überraschter war ich als die neue Mitarbeiterin ein spontanes „perfetto“ fielen ließ. Daraufhin fiel mir auch gleich das „Ciao“ zum Abschied auf.

    Ich beherrsche mich noch, mich von Bundestagswahlanalyse fernzuhalten. Aber dafür halt US-Politik. Ich musste lachen. Ausgerechnet.

    Rebecca Solnits neuer Newsletter scheint einen Schimmer der Hoffnung zu sehen. Es scheint, mehr relevanten Menschen fällt auf, dass der Kaiser nackt ist. Als ich ihn in der Idena-Kantine las, musste ich wirklich laut auflachen:

    What did Trump do this week? At CPAC he declared, “I beat George Washington. I love beating George Washington” and otherwise rambled incoherently and also for about 90 seconds just wandered around stage making awkward dance moves to the Village People’s 1978 disco hit „YMCA.“ At the conference, banners depicting Trump as a Roman emperor announced the „Third Term Project.“ Also this week , the White House, presumably at Trump’s behest, issued a readout of a phone call he had with Prime Minister Trudeau that included the sentence that the Canadian leader „acknowledged that President Trump is the only world leader who can push through a just and lasting peace.” Behind Trump are some very skillful and determined fans of authoritarianism, including many from Project 2025, but the incompetence, distraction, and narcissism at the top are probably rendering the project less effective and certainly less stealthy.

    Überhaupt fazinierend wie oft Solnit das schreibt was ich auch schreiben würde.

    Das Grips Theater1 inszeniert das Stück Bülowstraße, inspiriert von der gleichnamigen Platte von LEA. Das finde ich spannend. Die Bülowstraße kenne ich ja ein wenig.

    Türöffner für freie Wahlen

    Als Wahlhelfer der Reserve war ich sicher, dass ich am Wahlmorgen einen Anruf vom Wahlamt bekommen würde.

    In der Nacht davor allerdings träumte mir, dass es schon kurz nach 9 war und damit wohl doch kein Anruf käme. Dann wächte ich auf und es war kurz nach 1. Das war sehr verwirrend. Dennoch gelang es mir, bis um 7 Uhr halbwegs angezogen und dreiviertel verfrühstückt zu sein.

    Um 7:17h rief Frau O vom Wahlamt an. Ich möge mich umgehend in die Seniorenfreizeitstätte Huzur in der Bülowstraße begeben. Also schnell in die Jeans gewechselt, den letzten Schluck Kaffee getrunken und während ich im Halbschlaf durch die Wohnung torkelte, richtete Madame eine Überlebensbox mit Salamistulle und Trockenmangos.

    Kurz vor acht kam ich an. Von zehn geplanten Menschen des Wahlvorstands waren nur acht erschienen. Ich sprang ein und belegte eine Schicht von 8 Uhr bis 11 Uhr und von 16 Uhr bis Ende.

    Huzur, türkisch für Friede, liegt inmitten eines Wohnblocks. Der Wohnblock umfasst einen kompletten Berliner Häuserblock, ist also dementsprechend gigantisch, und scheint einer 70er-Jahre-Variante des sozialen Bauens zu entstammen.

    Es ist kein Altenheim und kein betreutes Wohnen, aber doch irgendwie auf alte Menschen ausgerichtet. Mir wurde von einer Anwohnerin erzählt, dass das Gebäude informell als „Omabunker“ bekannt ist.

    Huzur, der „Offene Treffpunkt für ältere Menschen mit Migrationshintergrund scheint selbst nur Gast im Wohnblock zu sein. Im Erdgeschoss von Huzur liegt die Freizeitstätte mit einem Saal (Wahllokal 102) und einem Versammlungsraum (Wahllokal 103).

    Wir hatten den Saal gewonnen. Das bedeutete: Wir hatten schönen Gartenblick, eine Bühne mit Piano und Ballondeko an Wänden und Decken. Es bedeutete nicht, dass wir der örtlichen Probleme ledig wären. Dieser Abschnitt der Bülowstraße liegt in den Ausläufern des Schöneberger Straßenstrichs mit entsprechendem Problempublikum.

    Selbst während der Wahl musste die Haustür immer verschlossen bleiben. Die komplette Zeit von 8 bis Ende der Auszählung war immer ein Wahlhelfer abgestellt, der nichts andere machte, als Wahlwilligen und -beobachtern die Haustür zu öffnen.

    Thomas steht für Franziska

    Die morgendliche Unwissenheit, ob ich gleich einen freien Tag haben werde, oder doch von 7 bis 21 Uhr im Wahllokal stehe, nervte. Diese Überraschungs-Wahllokal-Kinderlandverschickung allerdings würde ich jederzeit wieder machen.

    Mein zugeloster Wahlkreis „Nollendorfplatz Nord“ war spannend. Die Gegend ist ein wenig ein Niemandsland zwischen verschiedenen Kiezen. Von Süden streut der queere Kiez südlich des Nollendorfplatzes.

    Straßenstrich Kurfürstenstraße und jahrzehntelanges Schmuddeleckendasein am Ende Westberlins haben ihren Stempel der Gegend hinterlassen: Gefühlt ein Viertel der Wahlberechtigten wohnte in der Wohnpyramide Schöneberg – einem Sozialbau von 1970/1971.

    Aber auch: von der Wahlkreisgrenze aus kann man das KaDeWe sehen; die City West hat erste Ausläufer. Und der neue Gleisdreieckpark ist nicht fern, Berlin Mitte-Mitte eigentlich auch nicht – eine Art edgy Prominenz (siehe die Ochsenknechts, LEA) sind der Ecke beheimatet.

    So war auch das Publikum im Wahllokal: Viel offensichtliche Armut; viele Menschen mit migrantischer Familiengeschichte; viele körperlich eingeschränkte Menschen; viele sehr Junge und sehr Alte – aber auch immer wieder schwule Pärchen oder edel herausgeputzte Menschen.

    Die Wahlergebnisse der letzten Jahre waren weniger eindeutig und zuverlässig als in unserer Wohngegend. Um so gespannter war ich bei der Auszählung.

    Links stark. Sehr stark. Überraschend stark. Grüne und SPD beide deutlich unter meinen Erwartungen. CDU schwach wie zu erwarten war. AfD erschreckend stark und auch das BSW deutlich präsent. Die FDP und sämtliche anderen Kleinparteien nicht vorhanden.

    Irritierend: Zu jeder Partei gibt es ein Schild, bei dem man die Stimmzettel stellen sollte. Auf einem stand „Thomas“. Es war das Schild für die Einzelkandidatin Franziska Thomas, die bei uns allerdings Null Stimmen erhielt.

    Insgesamt (nur Zweitstimmen, gesamtes Ergebnis beim Berliner Wahlamt):

    • Linke 103 Stimmen / 24,0%
    • Grüne 76 Stimmen / 17,7%
    • SPD/CDU je 56 Stimmen / 13,3%
    • AfD 53 Stimmen / 12,3%

    Der Gedanke, dass 53 der netten, spannenden Menschen, die ich in den letzten Stunden sah, AfD-Wähler*innen war, betrübte dann doch.

    Wichtige Info für Wahlhelfende: Der Bär schaut nach links!

    Sumpfbiber Gruftidisco

    Sabine im Mausloch über die 1980er-Grufti-Disco.

    Elke Brüser im Flügelschlag und Leisetreter bei den Nutrias: Vom Sumpfbiber und dem Nutriapelz

    Am Samstag auch ein echtes Erlebnis das erste Mal gehabt. Es standen verschiedene Demos oder Kundgebungen zur Auswahl.

    Frau Novemberregen hatte schlechte Laune und ging deshalb zum Pubquiz.

    Feinanteil war Wahlvorsteher und ging deswegen nochmal zum Friseur:

    Dann war ich dran. Ich sagte dasselbe wie immer (an den Seiten ausrasieren und oben entsprechend kürzer), wurde aber noch »Und Bart?« gefragt. Ich sagte, dass ich nicht weiß, was man damit machen kann, er aber einfach mal was machen soll. Auf Dreitagebart lässt sich zur Not ja alles unterrasieren. Er schnitt mir tiptop die Haare und packte dann am Bart die komplette Show aus. Alles was er so an Bartwichse, Schäumen, Tinkturen und Wässerchen da hatte, wurde angewandt, genauso wie zwei verschiedene Rasierer und ein Rasiermesser. Ich werde nun mit Abstand der schönste Mensch im Wahllokal sein. Ich sehe aus wie ein persischer Prinz. Maria gefällt es auch. Sie sagt, ich würde sehr männlich riechen und soll mir jetzt öfter dort den Bart schneiden lassen.

    Anmerkungen

    1. Ein Jugendtheater. Weltberühmt in Berlin und unter westdeutschen Jugendlichen der 1980er durch ihr Stück Linie 1. ↩︎
  • 25-02-22 Wilmersdorfer Pomeranzen

    25-02-22 Wilmersdorfer Pomeranzen

    Gegenüber von Edeka-Kaiser-Richard eröffnete Wonder Crêpes. Allerdings ist der Standort verflucht. Auch Wonder Crêpes wirkt nicht so als könnte sie das ändern.

    Madame geriet einst in Sofia an den Rand einer Studierendemo. Die Student*innen demonstrierten gegen den Kahlschlag an etwas. Die ganze Demo schwang Papieräxte, die sie aus A4-Blättern ausgeschnitten hatten. Das war ein eigentümlicher Anblick.

    Die Dachbaustelle macht weiterhin überraschend sichtbare Fortschritte. Zeit zu bemerken, dass das Autowrack mit Pseudo-Nummernschild nun schon mehrere Monate direkt unter dem „Parken verboten“-Schild auf dem Hinterhof steht.

    Der Sachsendamm ist mit Gittern abgesperrt. Ähnlich wie die Gitter beim Berlin-Marathon trennen sie Fahrbahn (Rennstrecke) und Fußweg (Zuschauerbereich). Nur dass der Marathon noch Monate entfernt ist, die Laufstreckestrecke nie über den Sachsendamm führt und ich auch sonst kein Großereignis erwarte.

    Der ITler lebt nach dem Motto „What happens in the Serverraum stays in the Severraum“. Der Geschichtenerzähler in mir leidet manchmal darunter.

    Madame las Effi Briest und der Vampir.

    Heute Verwöhn-Frühstück. Madame bezwang die ganzen Altbaustockwerke noch vor dem Frühstück und besorgte Brötchen. Morgen folgt frühes Aufstehen. Als Wahlhelfer der Reserve soll ich ja ab 7 bereitstehen, um mögliche Wahlhelfendenauswähle zu ersetzen.

    Madame glaubt, dass sich niemand melden wird, und ich ab 10 Uhr wieder schlafen gehen darf. Ich persönlich hingegen besitze kein Vertrauen in die Sekundärtugenden und die Zuverlässigkeit meiner Rot-Grünen Nachbarschaft und rechne mit zahlreichen Spontanausfällen am Wahltag.

    Wenn ich die globalen Trends richtig interpretiere, formieren sich die USA, Russland und Saudi-Arabien zum Mad-Max-Bündnis der Ölstaaten. Zeit sich Chinesisch anzueignen, denn in China werden bald unsere besten Freunde sitzen.

    Die meist gut informierte und grausig informierende Zeitung mit den vier Buchstaben meldet ein Überschwappen der amerikanischen Eierkrise auch nach Deutschland.

    Ich fand Bernhard Hoëcker schon cool, bevor ihn die ARD aus dem Programm warf. Um genau zu sein, seit seinem Programm 2009 WikiHoëcker in dem er sich als obsessiver Wikipedia-Autor outete.

    Sic deus dilexit

    Der Februar gab vor, ein Frühlingsmonat zu sein, lockte mit Sonnenschein und knapp 10 Grad. Wir nutzten es für einen Vormittagsspaziergang zur Kirche am Hohenzollernplatz in Wilmersdorf.

    NoonSong 704 Chormusik der italienischen Renaissance stand an. Vierzig Minuten Gottesdienst, mit vom Profichor gesungener Liturgie – angelehnt an den anglikanischen Evensong. Zwischendurch die Wochenlesung und ein Abschlusslied mit Gemeinde.

    Der Chor setzte seinen aktuellen Schwerpunkt mit Giovanni Pierluigi da Palestrina fort. Sowohl der Tagespsalm Fundamenta eius wie auch das Canticum Sic deus dilexit entstammten dem Renaissance-Komponisten.

    Die Kirche war voll – und ich komme aus dem Staunen kaum heraus, dass eine so spezielle wie großartige Veranstaltung einfach jede Woche stattfindet.

    Der NoonSong fungiert auch als klassischer Marktgottesdienst. Samstags findet vor der Kirche am Hohenzollerndamm ein kleiner Wochenmarkt statt. Dieser ist stets überraschend: stehen dort doch einerseits die Stände mit billiger Kleidung fragwürdiger Herkunft; aber auch Gemüsestände mit Flugpapayas, sieben Sorten Artischocken, französischen Haselnüssen, Puntarelle, Schwarzkohl und direkt importierten sizilianischen Zitronen. Nicht zu vergessen: Pomeranzen – ich bin mir nicht sicher, die überhaupt schon mal auf einem Markt im freien Verkauf gesehen zu haben.

    Danach ein kurzer Markt-Kaffee, ein Besuch beim Paket-Späti, Pfandflaschentausch gegen Passatta. Links und Rechts Wahlwerbestände.

    Reisen, Reiben, Demonstrieren

    Unser, durch andere Quellen genährte Hoffnung, dass die Schlangen an Notre Dame gar nicht soo lang sind, zerschlug sich bei der Lektüre dieses Blogposts: Wenn zwei neurodivergente Menschen nach Paris reisen

    Herr Rau über das dreiwertige IF bei Perry Rhodan.

    Alles wird besser wenn es dazu Kartoffelribel gibt: Maluns – Traditionelle Bündner Küche

    Demokratie demonstrieren in Duisburg. Demokratie schützen! Aufstehen gegen Rechts!

    Für die Bahn-Infrastruktur-Nerds: Was müsste gemacht werden, damit im Nordost-Korridor der USA (Boston-New York-Phildadelphia-Washington) Züge fahren könnten, die so lang sind wie europäische Züge: 16-Car Trains on the Northeast Corridor

    Ab und zu denke ich: Es muss doch für den professionellen Einsatz ein anderes Mailsystem als Exchange/Outlook/M365 oder Google geben. Henning Uhle schrieb etwas dazu: Exchange Server: Warum denn in die Cloud?

  • 25-02-18 Zerreißen sie den Stimmzettel

    25-02-18 Zerreißen sie den Stimmzettel

    Im Feldkampf gegen BV Garding unterlag Achtung Wesselburen nach bewegtem Duell knapp mit zwei Metern Kiek ut. Garding hatte bereits zwei Schott erspielt, musste diese jedoch im Lauf des Matches wieder einsetzen. Leider für Wesselburen entglitt dem 20. Boßler die Kugel stark auf den mit hohem Gras bewachsenen Deich, und das war der Sieg für Garding.

    Auf der Straße: ein Schneeräum-Smart. Den Bus überholte ein Zweisitzer-Smart, vorne mit montierte Schneeschaufel, hinten mit Salz/Kies-Streu-Trommel. Es wirkte durchaus professionell. Nur sehr klein.

    Madame bekam ihren Koffer wieder. Der Kofferreparateur lobte das Modell, hadert aber mit seinem Gestänge.

    Die Lörracher demonstrierten.

    Die Manic Street Preachers veröffentlichten ein neues Album, ich bin unterwältigt.

    Nach der Klausurabgabe Betriebliche Informationssysteme habe ich die Notenstatistik des Vorsemesters angeschaut. Oops, Durchschnitt 3,5, gut ein Drittel der Schreibenden ist damals durchgefallen. Irgendwie hatte ich die Klausur als gar nicht so selektiv im Hinterkopf gespeichert.

    Glücklicherweise muss ich hier nichts über Politik schreiben: Rebecca Solnit nimmt mir in ihrem Newsletter die Worte aus dem Mund . Fast möchte ich sagen, sie schreibt wortwörtlich das, was ich auch schreiben würde. Aber natürlich hat sie es tiefer durchdacht als ich gerade und formuliert besser als ich je könnte: No One Knows How This Will End (But I Do Not Think It Will End Well for Them):

    I don’t know where Trump, Musk, and Vance’s story ends, but I know it doesn’t end with them in power, and I don’t think it will end particularly well for them, though my main concern–and yours, I presume–is trying to prevent damage along the way. And I’m convinced that if we take action, we get to write some of the chapters and maybe revise or erase some of what they’re trying to impose.

    Der Hallig-Gröde-Paragraph

    Madame als Briefwahllokalschriftführerin bekam eine persönliche Schulung im Rathaus durch die Leiter der Briefwahlzentren. Ich als Bundestags-Wahlhelfer der Reserve musste mich mit dem Schulungsvideo begnügen. Gegenüber meiner letzten Urnen-Wahlhilfe entdeckte ich zwei Änderungen:

    • Die Wahllokale sind angehalten, ziemlich genau die Länge der Schlange vor dem Lokal zu monitoren. Zweimal am Tag sollen sie die Zahl der Wartenden melden – vermutlich, damit die Wahlleitung einschreiten kann, wenn Schlangen zu lang werden.
    • Überraschend viel Zeit verwendete die Schulung auf den Sonderfall nach §68 Abs. 2 BWO „Ergibt die Feststellung .. dass weniger als 30 Wähler ihre Stimme abgegeben haben“. In diesem Fall wird unter komplexen Regularien und stringenter Dokumentation nach 18 Uhr das Wahllokal aufgelöst und die Stimmen zusammen mit einem anderen Wahllokal ausgezählt.

    Nicht neu hingegen war der ausführliche Tanz, um Briefwähler*innen, die dann doch im Wahllokal auftauchen. Auch das ein hingebungsvoll choreographierter Akt mit vielerlei Durchschlägen.

    Es läge mir fern, Menschen von der Wahl abzuhalten; aber falls ihr Briefwahl beantragt habt, macht ihr das Leben Eurer Wahlhelfer deutlich einfacher, wenn ihr auch wirklich briefwählt. Und falls nicht: Bringt auf jeden Fall den Wahlschein mit. Sonst werdet ihr zurückgewiesen.

    Falls ihr den Stimmzettel mitbringt, den ihr für die Briefwahl bekommen habt, so ist die Anweisung „zerreißen sie den Stimmzettel vor den Augen des Wahlberechtigten und händigen sie einen neuen aus.“

    Die Jakobsbücher

    Nachdem die Klausur vom Tisch war, konnte ich ein weiteres Opus Magnum beenden. Die Jakobsbücher – begonnen im Sommerurlaub – sind fertig. In Bücherregal meines Inneren teilen sich die Jakobsbücher eine winzige Nische mit dem Zauberberg und Don Quijote. Auf der Nische steht „Mühsam, langweilig, aber so großartig, dass jede Stunde es wert war.“

    Olga Tokarczuk erzählt in den Jakobsbüchern auf etwa 1200 Seiten das Leben des Jakob Frank (geb. Jakub Lejbowicz), Wanderer zwischen den religiösen Welten, Jude und Christ, Religionsgründer und fast-Messias sowie seiner Anhänger durch das Polen des 18. Jahrhunderts.

    Das Buch beginnt vor Franks Geburt und endet nach seinem Tod. Dabei hat die Erzählungen Ausschweifungen und ein Erzähltempo, das eher dem 18. Jahrhundert angemessen erscheint als dem 21. Auf Seite 3 hatte ich den Überblick über alle handelnden Personen verloren. Wechselnde Erzähler, Zeitsprünge und erzählerische Kreisbewegungen lassen das Buch im Stil fast wie eine Andacht oder Meditation wirken.

    Passend zum Thema spielt sich das Buch sowohl in einer realen wie in einer geistigen Welt ab. Dabei hat die reale Welt der Zeit genug Veränderung: es beginnt tief auf dem Land im polnischen Shtetl, geht über Warschau, Tschenstochau und den kaiserlichen Palast in Wien und endet in einem Offenbacher Schloss, während sich die Französische Revolution abspielt.

    Europa tritt aus dem Rest-Mittelalter in die Aufklärung hinein, und mittendrin die Gruppe getaufter Kabbalisten auf ihren seltsamen Wegen. Ein erfreulicher Realismus: da das Buch ein ganzes Leben abdeckt, altern die Protagonisten, man erlebt den Wandel unterschiedlicher Charaktere von der stürmischen Jugend hin bis ins hohe Alter.

    Geographisch gar nicht so weit weg, das nächste angefangene Buch: Dmitrij Kapitelman: „Eine Formalie in Kiew“. Kapitelman, 1991 mit acht Jahre als jüdischer Kontingentflüchtling aus Kiew gekommen, will Deutscher Staatsbürger werden. Dafür benötigt er eine Geburtsurkunde, die nur die ukrainischen Behörden vor Ort ausstellen können. Bisherigerer Eindruck: das Buch ist Satire, aber bitterer und trauriger als der Klappentext vermuten lässt.

    Weil ich gut ignorieren kann, wie viele ungelese Bücher ich noch besitze, führte mich mein Weg zur Stadtbibliothek Schöneberg. Dort wartete Lutz J. Heinrichs Geschichte der Wirtschaftsinformatik – Entstehung und Entwicklung einer Wissenschaftsdisziplin auf mich. Ich bin gespannt, ob es mir gelingt, sie aufzuschlagen, bevor die Leihfrist abläuft.

    Vor der Bibliothek. Im Hintergrund der Vorplatz vor dem Stadtbad Schöneberg. (Leider derzeit Baustelle)

    Klezmer Futura Fediverse

    Wie ein New Yorker Sohn eines Calypsobassisten den Klezmer wiederbelebte: A little thread celebrating one of the great albums of Jewish-American music, DON BYRON PLAYS THE MUSIC OF MICKEY KATZ

    Die Deutschen Bahnhofsschilder seit den 1950ern und wie sie schicker werden. Von Futura nach Arrow., Deutschlands Bahnhofsschilder.

    Herr Rau über den Stand der Demilliardärisierung.

    Der Pixelboomer bastelt derweil daran, eine Instanz im Fediverse aufzusetzen.

    Es ist erstaunlich, wie schlecht Computer (=Rechner) im Wahrheit im Rechnen sind. Wie Hans J- Boehm durch 10 mathematische Theoriekreise stieg, um Android eine funktionierende Taschenrechner-App zu gönnen: „A calculator app? Anyone could make that.“

    Queere Rollatoren gegen Rechts.

  • 25-02-13 Lernhöhle mit Cabriodach (Kapazitätsabgleichaufgabenobjekt)

    25-02-13 Lernhöhle mit Cabriodach (Kapazitätsabgleichaufgabenobjekt)

    Giorgia mit La cura per me und Olly mit Balorda nostalgia sind die beiden San-Remo-Favoriten. Eins der beiden Lieder werden wir vermutlich beim ESC sehen. Ich tippe auf den Nudelkopf-Schnauzbartträger. Fedez polarisiert mit Battito.

    Simone Cristicchi bekam für Quando sarai piccola an beiden Abenden standing ovations. Der Text ist aber auch zum Heulen. So manche und mancher im Publikum sah so aus als hätten sie auch geheult.

    Zwooi kam an. Nachdem die Ninja Creami nie so funktionierte wie sie sollte, haben wir inzwischen erfolgreich Reklamation, Rücksendung, Geldrückgabe und Neubestellung absolviert. Heute Abend wird getestet, ob die Ninja Creami 2 in der Lage ist, hier Eis herzustellen.

    Post von der Bundesrepublik Deutschland: In meiner Bund ID ist eine Nachricht. Normalerweise bekomme ich, wenn überhaupt, nur Post von untergeordneten Behörden. Aber jetzt!

    Zitternd schaute ich, was der Staat mir sagen will: Es gibt eine Aktualisierung der Datenschutzerklärung der Bund ID. Okay.

    Der Kaptain wird in den Süden reisen. Das finde ich ein wenig erschreckend aber auch sehr großartig.

    Im Februar 2025 entdeckte die Bild-Zeitung überraschend ihr Herz gegen Alltagsrassismus; dass es 10 Tage vor der Wahl gegen den Bundeskanzler geht, ist sicher nur Zufall. Es ist so ermüdend.

    Ein Wochenanfang wie man ihn sich wünscht: Montag um acht vor einem vollen Konferenzraum auf der Leiter rumklettern und hinter Abdeckungen nach Kabeln rumstochern. Immerhin hatten die Kolleg*innen ein bisschen Entertainment.

    Am 24. Februar haben wir ein größeres Meeting mit einem Firewall-Dienstleister angesetzt. Der Termin ist Zufall. Es wird nur um Technik gehen. Aber mich freut die Ironie, dass am Tag nach der Bundestagswahl ein Brandmauer-Meeting stattfinden wird.

    Wenn es um Copilot geht, fühlen wir uns wie Herakles im Angesichts der Hydra. Kaum haben wir es an einer Ecke im Office-Paket deaktiviert, steckt es anderswo schon wieder seinen Kopf hervor.

    Vor ein paar Tagen war eine größere KI-Konferenz in Paris. Der Deutschlandfunk berichtete ausführlich – aber dabei so generisch, hätten sie jedes KI durch „Blockchain“ ersetzt, und gesagt, die Beiträge wären von 2018, hätte ich es sofort geglaubt. Sie hätten auch über Magie sprechen können – so seltsam unspezifisch war das alles.

    Neu allerdings: Bei einem Satz „in einigen Jahren haben uns die USA und China weit abgehängt“, war mein spontaner Gedanke ein rein sachliches – weder empört, noch zynisch – „Wer weiß ob es die USA in fünf Jahren noch gibt.“

    Abgesehen von allem Anderen scheint dort niemand mehr anwesend, der versteht, wie ein Staat tatsächlich funktioniert. Der Crash wird beachtlich sein. Wir können alle nur hoffen, möglichst wenig hineingezogen zu werden.

    Unnormale Zeiten erfordern unnormale Maßnahmen: Ich hoffe, irgendjemand in der EU arbeitet gerade an einem Plan, wie man die ganzen bald heimatlosen Wissenschaftler*innen in den USA nach Europa holen kann.

    Passend zum Schneefall wird das Behelfs-Zeltdach abgebaut. Inzwischen verschwanden nicht nur die Folien, sondern auch das Zeltgestänge. Das Gerüst ist wieder nur seitlich am Haus, und reicht nicht mehr über das Dach. WIr können den Himmel sehen!

    Immerhin sind die Bauarbeiten weiter deutlich hörbar. Wir hoffen mal darauf, dass sie auch endlich einmal dazu kommen, das neue Dach zu errichten. Heute begannen sie ihren Tag mit Schneeschippen auf dem aktuellen Flachdach.

    Bis 1998 bildete Schöneberg noch einen gemeinsamen Wahlbezirk mit Kreuzberg

    In meinem Einberufungsbescheid als Wahlhelfer der Reserve steht der Satz: Damit Ihre eigene Stimmabgabe bei einem eventuellen Spontaneinsatz gewährleistet ist, wird empfohlen, im Vorfeld Briefwahl zu beantragen.

    Als braver Bürger folgte ich der Empfehlung. Und weil ich weiß, dass die Briefpost hier im Bezirk nur sporadisch ein- bis zweimal die Woche kommt, bin ich gleich bis zum Rathaus Schöneberg gelaufen und habe vor Ort in Raum 170 (kleiner Sitzungssaal) unter den Augen einer John-F.-Kennedy-Büste gewählt.

    Im Rathaus selbst waren jede Menge Gelbwesten unterwegs, die mich zum korrekten Raum lotsten. Während ich in der Schlange der Wählenden stand, versorgte mich eine Gelbweste mit Klemmbrett und Stift, damit ich schon mal den Antrag auf Briefwahlunterlagen unterschreiben konnte.

    Ich wurde vorgelassen. Bekam einen Stimmzettel, die Briefwahlumschläge und einen frisch ausgedruckten lila Wahlschein mit meinem Namen ausgehändigt. Ich ging in die Kabine, kreuzte an, steckte Zettel und Umschläge in der korrekten Reihenfolge ineinander und warf sie in die Wahlurne.

    Bis zur letzten Minute zögernd, wen ich wähle.

    Die Grundüberlegung natürlich: Die Zweitstimme entscheidet, welche Parteien im Bundestag sitzen, die Erststimme entscheidet, welche Personen in den einzelnen Fraktionen sind.

    Meine Entscheidung für die Zweistimme festigte Alice Weidel. Die wies darauf hin, dass die AfD ab 25% der Abgeordneten mehr Rechte hat, wie zum Beispiel das Recht einen Untersuchungsausschuss einzuberufen.

    Genau das brauchen wir: Einen Untersuchungsausschuss zu Chemtrails, Pizzagate oder was sonst das Verschwörungsinternet gerade hergibt, von dem die Medien sich dann monatelang am Ring in der Nase herumführen lassen.

    Also wie verhindert man 25% der Abgeordneten für die AfD? Indem man einer kleineren Partei doch noch über die 5% verhilft. Zumal die Linke mit dem Abgang von Sarah Wagenknecht deutlich wählbarer wurde.

    Die Erstimme wird spannend: Im Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg können ja immer CDU oder Grüne oder SPD den Wahlkreis gewinnen. Am Ende entschied das Bauchgefühl, dass ich meinen Wahlkreis passender durch eine in Tempelhof geborene Juristin und Juso-Vorsitzende mit türkischer Familiengeschichte im Bundestag vertreten sähe, als durch einen süddeutschen Absolventen der Universität Potsdam und der Sorbonne.

    Vermutlich wird es eh der CDUler – die Stimmen aus Mariendorf, Lichtenrade und den anderen Außenortsteilen des Bezirks werden ihn schon wählen.

    Dann wird er am neuen Wahlrecht scheitern. Denn die CDU wird mehr Wahlkreise gewinnen, als sie Berliner Kandidaten entsenden darf. Und da das Ergebnis im Wahlkreis vermutlich 31%-30%-29% lauten wird, wird er die wenigsten Stimmen eines CDU-Wahlkreissiegers haben.

    Methoden auf Attribute anwenden

    Es folgen zwei Tage Klausurlaub mit der Betriebliche-Informationssystem-Lernen-Endphase. Die persönliche Einhöhlung in Kursunterlagen, ausgedruckten Folien und handgeschriebenem. Madame kämpft derweil gegen ihr Modul 1C der Fernuni.

    Langsam habe ich glaube ich alles verstanden, was der Kurs mir mitteilen möchte. Jetzt muss ich es nur noch bis Samstag 13 Uhr abrufbereit in mein Hirn einstapeln.

    Ich war erfreut, an wieviel ich mich noch aus der Objektorienierten Programmierung erinnern konnte, was im Kurs als Basiswissen vorausgesetzt wird. (In der Klausur wird es egal sein, aber zum Verständnis von Klaussurrelevanten Konzepten und Ideen hilft es wieder, wenn ich nachvollziehen kann, wie sich aus Klassen- und Vererbungsstrukturen oder OoP herleiten).

    Und so male ich zur Vorbereitung Diagramme in der Unified Modelling Language, lerne Definitionen von Steuerungssicht, Datensicht und anderen Sichten auswendig, ebenso wie ich mir merke, dass Funktion ohne Raum- und Zeitbezug auskommt, eine Aktion diesen hingegen zwingend haben muss.

    Zu wenig Rs

    Es scheint die Zeit des Jahres zu sein: 13:00 – auf dem Weg zu einem Kontrollgang im Garten kommt der Notruf – der Lieblingsmensch ist wieder gestürzt oder auch Das nächste Bild steht für eine der Herausforderungen, auf die ich gerne verzichten würde. Ein Mensch hat plötzlich nicht mehr geatmet und wir haben versucht ihn ins Leben zurückzuholen. Wir haben es nicht geschafft und das belastet am Ende den ganzen Tag. So oft wie ich das schon mitgemacht habe, immer wieder kostet es ein Stück Herz.

    Kleine Mädchen sind doch wesentlich netter als laute Überwachungsroboterautomaten.

    Noch ein wenig objektorientierte Orientierung. Herr Rau mit einem Video zur Ackermann-Funktion.

    Ich lernte: bei den neuen Briefmarken mit QR-Code kann man verfolgen wie es dem eingeworfenen Brief gerade geht. Hinweis dank Readinginsweden, den genauen Post finde ich leider nicht wieder.

    Bei der kulinarischen Weltreise wird im Februar über China gebloggt. Die Feuer-explodierte Nieren-Blumen – huo-bao yaohua finde ich hoch spannend, werde sie aber demnächst wohl nicht nachkochen. Größere Chancen gibt es beim Knusper-Schweinebauch mit Knoblauch.

    Der Tagesspiegel-Bezirks-Newsletter widmet sich diese Woche unserem Stammkino: dem Odeon, ehemals Sylvia-Filmpalast.

    1985 erhielt das Odeon seinen heutigen Namen. Kloster stellte damals mit der konsequenten Ausrichtung auf Originalfassungen die Weichen für die Zukunft des Filmtheaters und der Berliner Kinolandschaft: Das Odeon war damit das erste englischsprachige Kino Berlins (außerhalb der alliierten Kasernen)… „Zum Glück spielen wir nicht mehr die ,Rocky Horror Picture Show’“, erzählt eine Mitarbeiterin. „Für die vielen R’s im Titel sind uns die Buchstaben ausgegangen.“

    Wikipedia Prepares for ‚Increase in Threats‘ to US Editors From Musk and His Allies

  • 25-02-06 Posteo

    25-02-06 Posteo

    Falls ihr zufällig größere Mengen Glasaale habt: die Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sucht. Ausschreibung FiA-25-001 Aalbesatz für offene Berliner Gewässer.

    Falls hingegen Produktion, Lieferung und Montage eines Walskeletts zu Euren Fertigkeiten gehört: Das Museum für Naturkunde sucht (MfN-56-2024 Walskelett – noch 12 Tage)

    Erstmals gesehen: Ein polnisches E-Auto an einer öffentlichen Berliner Stromsäule.

    Die Dachbodenbaustelle schmoddert vor sich hin. Ab und an lassen sie auch Schränke aus höher Höhe auf den Boden fallen. Zumindest hört es sich so an.

    Eine nicht-mehr-Böttcher-Bestellung von 20 kg Büromaterialien landete im Wohnungsflur. Meine Güte, eigentlich möchte ich doch nur hier gemütlich vor mich hinsumpfen, und mir nicht auch noch beim Dicke-Buntstift-Bestellen Gedanken um Politik machen müssen.

    Jede Wahl was anderes: Nach Wahlhelfer im Wahllokal (BTW 2021), Wahlhelfer im Briefwahllokal (Europawahl 2024), nun Wahlhelfer der Reserve: „Halten Sie sich zwischen 7 und 10 Uhr bereit und warten Sie auf den Anruf.“ Ich sehe es kommen: Morgens um 7 nach Mariendorf hasten, damit ich hechelnd um 8 im unterbesetzt-gestressten Wahllokal ankomme..

    Lernen für die Betrieblichen Informationssysteme bleibt sperrig: Die ausführliche Beschreibung eines Systems, gefolgt von „in den letzten Jahren sind mehrere Nachfolgesysteme auf den Markt gekommen [auf die wir hier nicht weiter eingehen werden]“ wirkt halt arg unmotiviert von Seiten des Erstellers.

    Wir veranstalteten eine erfolglose Fotosession im Serverraum.

    Im öffentlichen Dienst bewegen sich Angelegenheiten eher glazial. Aber manchmal bricht ein Eisberg ab, und dann passiert vieles in kurzer Zeit. So auch hier und jetzt. Ich bin sehr gespannt wie sich das auswirkt.

    Kurze Büroaufregung wegen eines Feueralarms. Oder doch kein Feueralarm? Jemand will Handwerker gesehen haben, die die Rauchmelder abschreiten. Ich erinnere mich an einen ehemaligen Arbeitsplatz, an dem wir uns einige Monate lang alle 14 Tage im Sammelbereich wiederfanden, weil die Baustellenschweißarbeiten im Keller und das Alarmsystem nicht harmonierten.

    Vor 15 Jahren hätte ich auch nicht gewettet, dass ausgerechnet in Berlin zwar die MLPD und die Vierte Internationale zur Bundestagswahl antreten, die Piraten aber daran scheitern, dass sie keine Unterschriften bekommen.

    Falls es Friedrich Merz gelingt, die Linke in den Bundestag zu hieven, schreibe ich ihm persönlich eine Glückwunschkarte.

    Hippiemail

    Ich habe beschlossen, die Demilliardärisierung meines Internets voranzutreiben. Die low hanging fruits sind bis auf Spotify schon lange gepflückt. Wobei der Spotify-Qobuz-Wechsel tagtäglich stattfinden wird, sobald ich mal eine halbe Stunde Konzentration dafür aufbringe.

    Jetzt kommen die hoch hängenden Elefanten im Raum:

    • Gmail
    • Paypal/Klarna/Kreditkarte

    Halbherzig versuchte ich bereits mehrmals, den Mail-Anbieter zu wechseln. Dann aber fielen mir wieder die gmail-Vorteile auf: Riesiger Speicher, große Bequemlichkeit und das Vertrauen, dass niemand auf diese Mails zugreifen kann, den Google nicht für befugt hält.

    Andererseits stammt der gmail-Account noch aus zu Zeiten, in denen Google das Motto „don’t be evil/ sei nicht böse“ hatte und dabei halbwegs glaubwürdig klang. Mein Vertrauen darin, wen genau Google für vertrauenswürdig hält, schwindet von Jahr zu Jahr.

    Also ein neuer Versuch: Posteo. Ich bin inzwischen bereit Geld zu bezahlen für einen guten Mail-Anbieter. Posteo scheint all‘ meine Wünsche zu erfüllen.

    Ich habe mir also eine Posteo-E-Mail-Adresse angelegt und werde testen, ob diese alltagstauglich funktionert.

    In Düsseldorf gäbe es einen Abräumroboter

    Wenn Du eine Berliner Restaurantwebsite öffnest und gleich am Beginn wird Schweineaorta, Gänsedarm und Froschschenkel angeboten – dann weißt Du, dass sich das Angebot nicht unbedingt an alteingesessene Berliner*innen richtet.

    Les musiciens hatten Lust essen zu gehen und schlugen uns Shoo Long Kan Berlin Hotpot vor. Das Lokal liegt in der Nähe des Ku’damms, eine Tafel in chinesischen Schriftzeichen informierte uns, dass wir auch mit Alipay bezahlen können, der Personal redete etwa hälftig deutsch und englisch mit uns.

    Shoo Long Kan (auch XiaoLongKan) ist eine chinesische Kette für HotPot mit etwa 800 Standorten weltweit. Die meisten davon liegen in China. In Deutschland existieren drei Restaurants (Berlin, Düsseldorf. Frankfurt), in Österreich eines in Wien, in der Schweiz eines in Genf.

    Einerseits also eine Kette (mit allem was an Vereinfachung und Standardisierung dazugehört), andererseits überzeugend chinesisch und dabei dann auch noch edel – ein wenig musste ich an Tony Roma’s Ribs denken vom Konzept her.

    Das Publikum gemischt aus vielen Ländern in vielen Sprachen – im Stil zwischen Trainingshose und direkt-vor-dem-Ball.

    Das Essen HotPot (aka chinesisches Fondue). Wir hatten einen großen Kessel in der Mitte mit zweierlei kochenden Brühen (Spicy Stufe 1 / Tomate) und dazu verschiedene Zutaten. Auf Aorta und Frosch verzichteten wird, wir blieben bei Fleisch, Gemüse, Pilzen, Algen, Eier-Dumplings, Minitintenfischen und Garnelenbällchen. Dazu gab es ein Dip-Buffet an dem wir selbst Saucen und Dips zusammenmischen durften.

    Halt großartig so insgesamt. Auch großartig, dass les musiciens den Eindruck erweckten, dass es ihnen persönlich gerade richtig gut geht – und das erfreut mein Herz.

    Wie es sich für ein chinesisches Restaurant im Jahre 2025 gehörte, lief Auswahl und Bestellung über ein zum Tisch gehöriges Tablet. Selbst, dass wir zahlen wollten, sollten wir über das Tablet melden.

    Stratifizierung und Kontrolle

    poupou schrieb über Stratifizierung des Bildungssystems.

    Claudia briefwählt aus Japan und begründet, warum.

    Frau Chilli Ciabatta macht einen hoch alltagstauglichen Asia-Salat mit Hähnchen, Paprika und Pomelo.

    Internet-Werkzeugwechsel ist im Trend: Von Trello zu Joplin.

    Warner Movies veröffentlicht aus heiterem Himmel 30 Klassiker in voller Länge auf Youtube: The list is full of cinematic masterpieces, obscure cult cinema, and absolute trash.

    Eigentlich wollte ich das USA-Haareraufen den den vielen anderen Medien überlassen, die dies gerade zu Recht versuchen. Aber Atlantic-Artikel trifft too close to home: Elon Musk Wants What He Can’t Have: Wikipedia.

    Warum die Wikimedia Foundation allerdings 2016 nicht begonnen hat, die USA zu verlassen, habe ich schon damals nicht verstanden.

    Und warum ich nicht mehr über die USA posten will:

    „Thinkers like Jean-Paul Sartre and Hannah Arendt warned us that the point of this deluge is not to persuade, but to overwhelm and paralyze our capacity to act. More recently, researchers have found that the viral outrage disseminated on social media in response to these ridiculous claims actually reduces the effectiveness of collective action.

    The result is a media environment that keeps us in a state of debilitating fear and anger, endlessly reacting to our oppressors instead of organizing against them.“ (You Can’t Post Your Way Out of Fascism)

    Silbermond veröffentlicht seinen 2019er Song „Mein Osten“ neu – dieses Mal im Duett mit Herbert Grönemeyer, wie man es im August 2024 erstmals live performt hat. Es ist wohl auch als Apell zu verstehen, vor dem zu befürchtenden Rechtsruck der Bundestagswahl.

  • 24-06-11 PdF. PdH? PdV? Nein, PdF!

    24-06-11 PdF. PdH? PdV? Nein, PdF!

    Der siebte Herzog von Westminster heiratete. Die Braut fuhr in einem Bentley aus den 1930ern vor. Die Kirche war mit Birken, Rosen und Glockenblumen geschmückt. Die Feier fand in Eaton Hall statt, das der Familie des Dukes seit dem 15. Jahrhundert gehört.

    Der Brandenburger Spargelverband zieht sein Saisonfazit. Wer also bisher zu wenig Spargel hatte, möge sich eilen.

    Kurzes Auflachen beim Lesen der Fernuni-Unterlagen zum Thema Sicherheit im Internet:

    Firewalls sind komplexe Gebilde, die im Rahmen dieses Kurses nicht vollständig abgehandelt werden können. … Bevor Sie eine Firewall installieren, sollten Sie sich mit Hilfe der Literatur tiefer in das Thema einarbeiten.

    Das ist nicht falsch. Aber dann doch so charmant untertrieben wie die Warnung, erst noch ein paar Youtube-Videos zu sehen bevor man an den Stromverteiler geht.

    18 Anwesende um 18 Uhr bei 18 Grad Lufttemperatur. Freibad unter grauem Himmel ist jedesmal erfreulich. Neben 17 offenbar leistungsbezogenen Schwimmer*innen war ich der eine Anwesende, der aus Jux und Dollerei gekommen war.

    Später leistete Madame mir Gesellschaft. Damit kamen wir auf Saisonkabinennutzungen No. 8 und 9 im Insulanerbad und sind bei einem Mietzins von 8,88€ pro Besuch.

    In der Kita Regenbogen wurde gewählt. Nur wir durften nicht mehr. Eine Neuziehung der Stimmbezirke verbann uns von der niedlichen Kita in eine Schulsporthalle direkt neben dem Deutschlandradio.

    Ein Grund in unserer aktuellen Wohnung zu bleiben, ist die Nachbarschaft. In unserem Stimmbezirk 07222 – Rückert-Gymnasium, Turnhalle links errangen die Grünen über 30%, Volt lag mit 7,4% klar vor der CDU und die AfD blieb unter 5%.

    Es ist so ermüdend, weil es so vorhersagbar ist: Es ist der Morgen nach der Europawahl. Ich öffne die Website eines deutschen Leitmediums. Und die ersten acht Artikel beschäftigen sich mit deutscher Innenpolitik.

    Es ist so ermüdend, weil es so vorhersagbar ist: Nachdem der öffentliche Diskurs entscheidend dazu beitrug, Layla zum deutschen Sommerhit 2022 zu machen, wird es dieses Jahr dann Ausländer raus.

    Würde ich nochmal eine Abschlussarbeit in Politikwissenschaft schreiben müssen, wäre „Zusammenhang zwischen der Neigung zur persönlichen Stimmabgabe und der Wahl rechtspopulistischer Parteien und Kandidaten“ ein mögliches Thema. In Berlin bekam die AfD 14,9% bei der Urnenwahl und 7,3% in der Briefwahl – why?

    Vom Verein zum Verein

    Madame ließ sich in Nürnberg etwas von Wikimedia Deutschland erklären. Nach ihrer Rückkehr erzählte sie in Kreuzberg Wikimedia Deutschland etwas.

    Der Verein Wikimedia Deutschland lud zum Wikipedia-Zukunftskongress – Die Weichen für eine Wikipedia der Zukunft stellen. Das ist insofern originell, weil Wikimedia Deutschland weder sonderlich viel Ahnung von Wikipedia hat, noch je in der Lage war, aktiv und bewusst auf die Entwicklung und die Zukunft der Wikipedia einzuwirken.

    Aber es klang nach dem Zusammentreffen mit spannenden Menschen. Und vielleicht auch der ein oder anderen klugen Session in einem Workshop. Nachdem Madame also das Auswahlverfahren der Teilnehmer*innen überstanden hatte, ging es nach Nürnberg.

    Freitag und Samstag standen Keynotes und Podiumsdiskussionen wechselnder Qualität auf dem Programm. Sonntag wäre die Gelegenheit gewesen, auch für die Teilnehmer*innen aktiv zu werden – aber es ging bereits zurück.

    Denn etwas, was WMDE schon 2010 hätte lernen können: viele Wikipedistas sind Wahlhelfer*innen. Man lege einfach nie eine Wikipedia-Veranstaltung auf ein Wahlwochenende. So auch hier mit Madame.

    Sie müssen erst den Umschlag aus dem Umschlag nehmen

    Sonntag bot eine Premiere. Das Bezirkswahlamt hatte beschlossen, uns zu Wahlhelfer*innen bei der Briefwahl zu machen. Urnenwahlhilfe kennen wir, Briefwahl war neu.

    Eine erfreuliche Änderung: Antritt zur Aktion war erst um 14:00 Uhr. Wir konnten also vorher gemütlich selber wählen, ausschlafen und uns mit einem Eis in den Park neben dem Briefwahlstützpunkt setzen.

    Eiswaffel mit Blaubeer-Sahne und Bananenmilch-Eis vor Berliner Straße. Rechts die wilheminische Fassade des Kammergerichts.

    Bis zur Türöffnung um 14 Uhr hatte sich eine dichte Traube hunderter Wahlhelfer*innen vor der Sophie-Scholl-Oberschule gebildet. Im Gebäude waren 72 Briefwahllokale in 72 Klassenräumen eingerichtet, so auch für uns. Ein Briefwahlstützpunkt, besetzt vom professionellen Wahlamt, war im selben Gebäude.

    Der Ablauf war spannend. Punkt 15:00h durften wir die äußeren Umschläge öffnen. Es wurde kontrolliert, dass die Umschläge im richtigen Briefwahllokal gelandet waren, ein korrekt unterschriebener Wahlschein beilag und es auch nur einen Stimmzettelumschlag gab.

    Die Unterlagen gaben deutlich und rot umrandet vor: Immer nur ein Brief. Erst wenn ein Brief abschließend behandelt ist, der Stimmzettelumschlag in der Urne und der Wahlschein in Sicherheit ist, darf der nächste Brief geöffnet werden. Nur ja nichts durcheinander bringen bei den ganzen Umschlägen, den anderen Umschlägen und den Wahlscheinen.

    Waren alle Formalien erfüllt, kam der Umschlag mit dem Stimmzetteln in die Urne, der Wahlschein wurde ordnungsgemäß weggeheftet und die ersten Punkte im Berichtsbogen konnten ausgefüllt und abgehakt werden. Unser 8-Personen-Wahlvorstand war etwa um 16:30h mit den gut 300 Wahlbriefen durch.

    So gegen 17:00 Uhr kam eine Nachlieferung mit den Unterlagen von Last-Minute-Briefwählenden und Fehlläufern. Um 18:50 Uhr kam die Ansage, dass keine weiteren Stimmen mehr kommen werden und wir die Urne öffnen dürfen.

    Also Ausschütten und Stimmzettelumschläge aufschneiden. Kontrollieren, dass in jedem Umschlag nur ein Stimmzettel steckt und kleine und große Häufchen nach Partei machen.

    Da 34 Haufen dieser Wahlzettel reichlich Platz einnehmen, machten wir es so wie bei jeder Wahl bei der ich auszählte: Erstmal wurde nur Platz für die größeren Parteien vorbereitet, die sicher Stimmen bekommen. Bei den Kleinstparteien war davon auszugehen, dass viele in einem Stimmbezirk keine einzige Stimme bekommen würden. Die werden erst angelegt, wenn die erste Stimme auftaucht.

    Und dann begann noch eine Reise durch das Parteiensystem:

    • Wir brauchen das Schild für Pdf!
    • PdH steht schon.
    • Ne, PdF.
    • Ich hätte hier ein Schild für PdV.
    • Nein. Wir brauchen PdF!

    Gegen 21:30h waren wir fertig. Im Vergleich zum Urnenwahllokal ist der späte Beginn der Aktion viel entspannter. Auch fehlt im langweiligen wie im anstrengenden Sinn der direkte Kontakt mit den Wahlbürgern.

    Dafür ist es Papierkram. Statt einem Stimmzettel gibt es die vierfache Menge Papier (Stimmzettel, Wahlschein, zwei Umschläge) mit der großen Sorge nur ja nichts durcheinanderzubringen und aus Versehen gültige Stimmzettel zu ungültigen Wahlscheinen zu sortieren.

    Wir waren nicht böse, dass das Europawahlsystem so einfach ist, nur eine Stimme auf einem Stimmzettel erforderte.

    Wien – New York – Chemnitz

    Frau Chorherr wählte im Wiener Sprengel 007.

    Frau Rabe ließ sich in New York zum Essen einladen.

    Chemnitz coolste Stadt. Jonas‘ Blog liefert Anschauungsmaterial: Kurzweilige Kunst und Kultur im kunterbunten Kosmos Chemnitz.

    (PdF = Partei des Fortschritts – linksliberal-optimistisch, errang sogar ein Mandat im Europaparlament; PdH = Partei der Humanisten – linksliberal-wissenschaftsgläubig; PdV = Partei der Vernunft – wirtschaftslibertär).

  • 22-12-05 Bei 2 Grad weniger hätte es geschneit (WMDEDGT)

    22-12-05 Bei 2 Grad weniger hätte es geschneit (WMDEDGT)

    Gegen 5:30 wache ich auf, bin aber noch so müde, dass ich nicht einmal die Ziffern am Wecker enträtseln kann. Nach fünf Minuten Anstrengung gelingt es mir, ich beschließe, dass ich noch eine Stunde Zeit habe und schlafe ob der Anstrengung sofort wieder ein.

    6:45 Der Wecker klingelt. Das Radion läuft. Aufstehen ist unmöglich. Bin 7:20 überlege ich, ob das aufziehende Krankheit, Urlaubsreife oder nur Novemberfeeling ist. Entscheide mich schließlich für das Letztere und stehe langsam auf.

    7:30 Beim Frühstück erzählt Madame, dass Berlin schon keine Wahlhelfer*innen mehr für die wiederholte Abgeordnetenhauswahl haben möchte. Wir waren letztes mal beide dabei. Bei uns beiden im Wahllokal lief es gut und sie hat wieder versucht, sich anzumelden. Aber es gibt nur noch offene Plätze in Treptow-Köpenick. Was von Schöneberg aus ähnlich weit weg ist wie Halle/Saale.

    8:20 Regen. 1 Grad. Sturm. Ich denke noch, dass zwei Grad weniger und Schneefall uns Aahs und Oohs des Entzückens bringen würden. Aber es hilft nichts, die zwei Grad mehr verwandeln jeden Entzückungslaut und Flüche. Bei Regenwind steige ich auf’s Fahrrad, um die heute glücklichweise kurze Strecke zum Südkreuz antreten. Zwischendurch trefe ich die Polizist*innen, die die Autobahnabfahrt gegen Klimaaktivist*innen mit Klebstoffuntergrund bewachen und denke „ihr armen Schweine.“

    8:30 Ampel. Keine anderen Radler neben an. Jedes Winter wieder erstaunlich, wie schnell plötzlich die Zahl der mit-mir-radelnden Zusammenbricht. Ich überquere die Straße, mache das obligatorische Der-Himmel-über-Höffner-am-Morgen-Foto und checke mich ein.

    8:40 Der Novembermood-im-Dezember ist auch im Rest-Büro verbreitet. Ich habe dort schon mehr enthusiastische Lebensfreude gesehen als heute. Trotzdem/deswegen verläuft der Rest des Arbeitstags zu interessant, um darüber schreiben zu können. Irgendwann nachmittags schleicht sich ein leichtes Freundenlächeln in mein Gesicht, als ich mit einer Kollegin in der Schwimmhalle telefoniere und allein am Schall und den Hintergrundgeräuschen bemerke wo sie ist.

    13:00 Nachdem wir gestern Zum Schwarzwälder Hirsch streamten, motiviert mich das, mittags die Blumenfisch-Raststätte aufzusuchen. Nicht nur der sympathischste Lunch-Ort der Gegend sondern auch der einzige Lunchplatz, der weiß wie man Salat und Gemüse zubereitet. Die Kollegen habe ich aufgrund des interessanten Arbeitstags verpasst, ich nutze die Gelegenheit nach Hause zu telefonieren und Abendessen zu klären.

    Eingang zur Raststätte

    17:20 Feierabend. Der eklige Regensturm hat sich in Nebel verwandelt. Das fühlt sich einen Tick besser an und ist auf jeden Fall fotogener. Mir fällt ein, dass heute ja der WMDEDGT-Tag ist und mache ein paar Fotos. (WMDEDGT = Was machst Du eigentlich den ganzen Tag. Diverse Blogger*innen schreiben auf, was sie den Tag über machen, gehostet bei Frau Brüllen).

    17:21 Da ich zu spät dran bin, um Madame noch zu Hause anzutreffen, drehe ich eine Runde durch den Südkreuz-Edeka, kaufe Roggen- und Kuhhornmilch.

    18:05 Ankunft in der leeren Wohnung. Ich beginne damit, Lakritz-Minz-Tee aufzusetzen und Post zu sichten: Gut, die Jahresabrechnung vom Strom. Wir haben schon im Frühjahr aus eigenem Antrieb den Abschlag heraufgesetzt und das zahlt sich jetzt im wahrsten Sinne des Wortes aus. Nicht so gut: die Riester-Abrechnung.

    1807: Auf zu weiterer Lektüre. Ich beginne, mich etwas durch das Internet zu lesen.

    Die College-Football-Playoffs stehen. Georgia gegen TCU (Texas Christian University) und Michigan gegen Ohio State. Alabama ist raus.

    Faszinierend: Alles über Wellpappe-Verpackung im New York Times Magazine. (Der Stoff, der die Welt zusammenhält – hier Paywallfrei)

    Traurig: der Ukrainische Autor und Wikipedianer Volodymyr Vakulenko ist gestorben. Nachdem die russische Armee sein Dorf Kapytolivka in der Region Charkiv besetzt hatte, entführten sie ihn Anfang März. Ein DNA-Test brachte nun die Bestätigung, dass er gestorben ist. Da ich heute Abend sowieso privaten Bürokram machen möchte, erinnere ich mich selbst daran, die Spende an Apotheker ohne Grenzen zu überweisen.

    1830: Ich beginne mit diesem Blogpost und werde mir gleich verschärfte Gedanken um das Abendessen machen bevor Madame wiederkehrt.

    2044 Bis hierhin habe ich Gemüsereste vom Wochenende in den Dämpfeinsatz des Dämpftopfs geschnitten (Rosenkohl. Kürbis, Paprika, Lauch), eine Thunfisch-Sahne-Sauce angesetzt, diverse Mails abgearbeitet, Geld überwiesen und inspiriert durch Riester- und Strom-Kontoauszüge ein paar Excel-Tabellen angepasst. Mein – eh niedriger – Riester-Bestand ist seit August um 8% geschrumpft.

    2303 Den Abend über habe ich Spar-Vitello-Verdure zubereitet und zusammen mit Madame gegessen. Geld an Apotheker ohne Grenzen überwiesen. Diverse Libre-Office-Dokumentvorlagen angepasst. Zwei To-Do-Listen auf den aktuellen Stand gebracht. Eine spannendere Mail beantwortet (die Antwort auf die zweite verschoben) und ein Weihnachtsgeschenk finalisiert. Die Aktivität, die am längsten benötigte, war allerdings das Update der dm-Foto-Bestell-Software. Und nun geht es ohne Buch oder Fernsehen ins Bett. Denn es wurde spät.