Schlagwort: Alt-Wilmersdorf

  • 26-04-18 Ayran in der Wilhelmsaue

    26-04-18 Ayran in der Wilhelmsaue

    Rückwärts einparken für Kreative: Einfach aussteigen und das Auto mit der Hand am Lenkrad schieben.

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    Am Pavillon von Currywurst Ruhige Tag blinkt und leuchtet eine Eisdiele. War die schon immer da und ich habe sie jahreszeitbedingt nur nie gesehen? Oder ist sie jahreszeitbedingt erst jetzt aufgetaucht?

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    Noch viel mehr blinkte und glitzerte ein mir bisher unbekanntes Schaufenster: Wirbelwind Sportbekleidung spezialisiert sich auf Rhythmische Sportgymnastik, Eiskunstlauf, Turnen. Ein dementsprechender Traum in Pailetten schmückt ihr Schaufenster.

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    Wahrend ich dies schreibe, signalisiert Madame ein Bild vom Frankfurter Hauptbahnhof. Sie erkundete die letzte Woche wieder einmal Ettenbühl und bringt im ICE278 Rosen sowie organischen Dünger mit. Vielleicht sichert ihr das letztere einen Einzelplatz.

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    Es war ein strohwitweriger Wilmersdorfer Wochenendauftakt.

    Am Schreibtisch

    Vor die Wilmersdorf-Exkursionen hatte die Welt meinen Schreibtisch gesetzt.

    Als lahmender letzter Juror des Wikipedia-Schreibwettbewerbs stellte auch ich meine Artikel-Shortlist zusammen, so dass wir jetzt beim Jurywochende eine spannende Artikelauswahl haben, über deren Platzierungen wir streiten können.

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    Da die Fernuni Hagen in diesem Sommersemester 2026 das letzte Mal gedruckte Unterlagen ausschickt, rang ich mich zu einer Entscheidung durch, welche Module ich in den kommenden Semestern wohl belegen können wollen würde und belegte noch vier neue:

    Gerade die Informatiker machten es mir nicht leicht. Fast alle ihrer Module werden in den nächsten Semestern verschwinden oder komplett überarbeitet werden. Auch nur eine mittelfristige Planung mit diesen Modulen ist fast unmöglich.

    Um am über die Wilhelsaue herum

    Die erste Attraktion des Ortes kann ich vom Schreibtisch aus sehen. Der rosa Fluffelpuschel, aka die Zierkirsche, steht an einem Schleichweg für Anwohner*innen. Und jede*r zweite zückt zweifellos zögerungsfrei zurecht das Telefon für ein Foto. Die können wir dann sehen und uns am Anblick erfreuen.

    Aber eigentlich sollte es weiter in den Ort gehen.

    Damit das Amt uns finde

    Zu diesen Alt-Wilmersdorf-Exkursionen hatte mich das Bürgeramt angestiftet. Schon bei unserer Ummeldung hatte uns die Sachbearbeiterin aufgrund unserer speziellen Adresse informiert, dass es wichtig ist, dass Behördenpost ankommt. Sonst geht die Behörde davon aus, dass wir dort nicht wohnen, löscht die Anmeldung, womit auch die Autoanmeldung.. und so, alles unschön.

    Nun haben wir langsam die deutsche Post erzogen, unseren Briefkasten zu finden. Leider nutzen Berliner Behörden aber nicht die deutsche Post, sondern PIN. Und ob PIN in der Lage ist?

    Also wollen wir das Lernprogramm für Briefausträger*innen fortsetzen: Wir schicken uns selber Briefe an die neue Adresse mit dem Zusatz „Schwimmbad!“ Irgendwann wird die PIN-Briefträger*in es merken und hoffentlich bei genügend Briefen dauerhaft in Erinnerung behalten, dass diese Adresse existiert.

    Also brauchen wir Briefe. Dafür brauchen wir Briefmarken. Von PIN; die es online nur in 100er-Mengen gibt. Also brauchen wir eine Verkaufsstelle. Die nächste Verkaufsstelle ist der Edeka Berliner Straße am Ende der Wilhelmsaue; der sich als wahrhaftes Supermarkt-Wunderland mit 24 Stunden Öffnungszeit herausstellte, und die Kassiererin fand am Ende auch unter der Kasse die Briefmarken.

    Vorher aber hatte ich schon wilmersdorfgewandert.

    Grüner PIN Briefkasten inmitten einer Baustelle

    Am Stein

    Auch sechs Monate nach Einzug bietet die Nachbarschaft jede Menge Möglichkeiten zur Entdeckung. Zumal wenn sie sich plötzlich im Frühlingskleid zeigt, Menschen auf die Straße gehen, die Trattoria die Tische nach draußen räumt und die Grünflächen gleich einladender wirken.

    Ich entdeckte einen neuen Banksitzplatz unter dem Baum am Gedenkstein für den ehemaligen Ortskern. Ein Traum in der Abendsonne, kaum zu glauben in seiner Idylle und doch durch bemüht nach einem Parkplatz suchende Autofahrer*innen nicht ohne Unterhaltung.

    Mein Telefonat von dieser Bank aus wurde derart von einer singenden Drossel übertönt, dass dies Vögelzwitschern den Kaptain am anderen Ende dauerhaft irritierte.

    Der Karaoke-Keller

    Madame schickte mir einen Veranstaltungshinweis für Freitag Abend: Am 17. April sorgt DJ BigBaer wieder für Stimmung bei Jung und Alt mit seinem Karaoke-Abend.

    In Wilmersdorf ist die Welt noch in Ordnung. Hier existiert noch ein reges Gemeindeleben in der evangelischen Auengemeinde, das nicht nur Mitglieder des RIAS-Kammerchors in die Kirche bringt, sondern auch DJ Big Baer in den Keller des Gemeindehauses.

    Ich hätte große Lust, aber trau mich alleine nicht dorthin. Zumal ich immer noch versuche die hartnäckige Langzeiterkältung loszuwerden, die Abendexzesse verbietet.

    Dann lieber tagsüber unterwegs.

    Auenkirche hinter Auenaue

    Die Waffle-Brothers-Auswechselbank

    Während ich am ehemaligen Wilmersdorfer See entlangschlenderte, der sich im 20. Jahrhundert in Sportplätze verwandelt hatte, fiel mir aufgrund des Gejohles von der Seitenlinien auf, dass ein wahrhaftiges Fußballspiel stattfand. Es spielte Weiß-mit-blauem-Muster gegen Blau-mit-leuchtend-gelber-Ärmelapplikation; Jugendmannschaften der Optik nach.

    Ich blieb stehen, ich bemerkte das erste mal, dass auf dem Sportplatz nicht nur Wechselbänke stehen, sondern diese vor allem vom Freund der snackenden Jugend, den Waffle Brothers gesponsert werden.

    Etwas später konnte ich Vereinsnamen lesen: Delay Sports (weiß) spielte gegen BFC Alemannia 90 (blau). Und dann staunte ich, weil Delay nicht nur irgendein Verein ist, sondern ein neumodischer 2021 von Twitch-Influencern-gegründeter-Verein mit large Internet following. Daher vermutlich auch die Waffle Brothers. Dieser Verein wohnt wirklich auf dem Kunstrasensplatz Blissestraße an dem ich gerade vorbei ging.

    Gänzlich zu Hause wurde ich dann ganz schlau: Ich hatte den 2:1 Sieg der Alemannia C-Jugend über Delay Sports in der Bezirksliga Berlin Staffel 3 gesehen. Delay bleibt aber Tabellenführer und wird vermutlich in Staffel 2 aufsteigen.

    Eine U-Bahn-Station weiter

    Der „Thaipark“ mit Asia Streetfood. Oder wie eine junge Frau mit vor Freude sich fast überschlagender Stimme meinte: „Ich hatte soo gehofft, dass du auch Hunger hast.“

    Zementsack Lächelparade

    Vielleicht bekommt Berlin eine neue Sehenswürdigkeit: Den Zemetsack. Dieser illegal entsorgte Sack wurde, soweit nicht überraschend, seit 17 Jahren nicht entsorgt. Dies wurde, soweit überraschend, aber von einem Anwohner verfolgt und versucht zu ändern: Saubermann 007 und sein Kampf gegen das vermüllte Berlin: Warum liegt der Zementsack seit 17 Jahren am selben Ort?

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    Das Elsass und drumherum bekommt ein Wochenendticket. Die Region Grand Est, also der Teil Frankreich an der deutschen Grenze, führt den Pass Groupe Week-End mit dem bis zu 5 Personen für 40 Euro das Wochenende durch Grand Est fahren dürfen. Wann bin ich wieder Baden?

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    Erinnert sich noch jemand an das Affen-Selfie. The BBC does: This monkey selfie will protect you from AI slop

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    Turkuer Schnipsel

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    Beim Umarbeiten finde ich heraus, dass die Landesregierung Nordrhein-Westfalen einen “Arkanbereich” hat! Sofort denke ich Harry Potter, Gandalf, Merlin, magische Bücher und Zauberstäbe. Magischer Staub, der schnödes Papier in herrliche Digitalisiate verwandelt, liegt hier in der Luft. Ledergebundene Bücher murmeln leise im Dunkeln uralte Formeln, ein Rabe krächzt und eine Kristallkugel leuchtet.

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    Sagen wir einfach, ein bis zwei Hundertschaften der hanseatischen Promenierbevölkerung gehen hier vorbei. Eine Lächelparade des Wohlwollens. Und die Tanzenden, sie bekommen das kaum mit. Sie sind doch so sehr damit beschäftigt, sich anzusehen.Was aus meiner Sicht auch vollkommen der althergebrachten Ordnung entspricht.

  • 26-02-19 The Rest is Silence

    26-02-19 The Rest is Silence

    Ich versuche den Frühling herbeizuziehen, indem ich möglichst oft die Wetterseite im Internet öffne. Irgendwann sollen es zehn Grad werden!

    Währenddessen berichtet der Kaptain von Schneeverwehungen in Dithmarschen. Kurz darauf ein Video-Meeting mit einem Dienstleister aus Nordfriesland, der von seinen Schneebergen erzählt.

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    Madame besuchte mit Miss Candy Bar den Zoo das Naturkundemuseum den Zoo in Basel. Sie sahen Flamingos.

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    Mich besuchte eine Kohlmeise. Einmal kurz das Fenster zum Lüften geöffnet, schon hing der niedliche Vogel auf der falschen Seite vom Schlafzimmerfenster.

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    Ich hätte nicht das Bild von der Reparatur-Rolltreppe am Südkreuz posten sollen. Postwendend kam die Nachricht: Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn dem rbb am Mittwochabend sagte, sind bei einem bestimmten Rolltreppen-Typ zuletzt Defekte am Getriebe aufgetreten. Als Vorsichtsmaßnahme seien nun am Hauptbahnhof 42 von 50 Rolltreppen außer Betrieb genommen worden. Am Bahnhof Südkreuz seien 10 von 20 Rolltreppen betroffen.

    Und die anderen 10 sind vermutlich sowieso grad in Reparatur.

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    Es waren drei Tage der Arbeit ohne Madame mit Kino und Gemüseabholung.

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    Eigentlich finde ich, es reicht, dass ich acht Stunden am Tag aufmerksam und verbindlich bin und versuche schnell und umfassend in allen (IT-)Lebenslagen zu helfen. Den Rest der Zeit darf ich dann auch selbstvergessen rumgrummeln.

    Manchmal lässt es sich nicht vermeiden.

    Mittwoch absolvierte ich meine guten Taten für den Monat.

    Morgens leitete ich einen jungen Mann, der drei Worte englisch sprach und anscheinend auch mit lateinischen Buchstaben Probleme hatte aus der S-Bahn und zu seinem Gleis Richtung FEX zum BER.

    Abends half ich der älteren Dame an der Gemüsli-Abholstation, die das dort übliche es-ist-dunkel-und-immer-fehlt-eine-Hand-Problem hatte, indem ich leuchtete und ansagte, was sie einpacken kann.

    Damit ist auch gut für den Februar.

    Solawi am Fußballplatz

    Wir sind ja „damals“ (im Spätsommer 2025) der Solawi Gemüslichkeit unter anderem deshalb beigetreten, weil der Abholpunkt praktisch lag. Nicht ahnten wir, dass wir schon kurz darauf umziehen würden. Jetzt liegt der ABholpunkt immer noch okay. Aber vor allem ist das Projekt sympathisch.

    Falls wir je wechseln wollten (oder die Gemüslichkeit langfristig doch zu sehr auf Kante genäht ist): Das Gemüse Syndikat ist ein Zusammenschluss zweier Höfe, einer davon in Kremmen, und hat seine Lieferstation im Nachbarschaftshaus an der Wilmersdorfer Dorfaue am Ufer des Sees Fußballplatzes.

    Essig? Apfelsaft?

    Der Ortsteil Neukölln im Bezirk Neukölln ist spannend. Im Wesentlichen verläuft er entlang dreier Ausfallstraßen Richtung Brandenburg. Im Osten die Sonnenallee, die so nah an Little Arabia kommt wie nur irgendmöglich. Laut, bunt, anstrengend, spannend.

    Im Westen die Hermannstraße: Auch irgendwie Neukölln, aber im Vergleich immer etwas leblos, leer nicht wirklich wissend ob das jetzt wirklich schon Neukölln oder eher hippes Kreuzberg oder doch Brandenburg sein möchte.

    Dazwischen: Die Karl-Marx-Straße: Die Straße in der migrantisches Kultur und Hipstertum zusammen jede Menge Handy-Flagship-Stores, schicke Cafés und Imbisse jeder Art hervorzauberten. Dort findet sich ein edler Kunstbedarfsladen neben Import-Exports, zudem auch der Heimathafen Neukölln, die Neuköllner Oper und das Passage Kino.

    Alfred-Scholz-Platz Neukölln. Eine leichte Schneedecke, Einige Menschen sind zu Fuß unterwegs. Abendlicht eines trüben Tages. Im HIntergrund ein beleuchtetes Werbeplakat.

    Das einzig mir bekannte Yorck-Kino mit Kronleuchter und im Sommer einem Klavier auf dem Innenhof. Spannende Gegend.

    Überraschend im Saal: Ein leichter Geruch umwehte mich kurz währned des Films. Zu schwach um zu stören, aber merkbar genug um Interesse zu wecken. Säuerlich-durchdringend. Erst dachte ich: Fermentation. Aber dazu war es irgendwie zu sauer. Dann „Essig“, dafür war es aber nicht durchdringend genug. Am Ende einigte ich mich auf vergorenen Apfelsaft. Gar nicht unpassend für einen Film, der im 15. Jahrhundert spielt und naturnah angelegt ist.

    Aber was machte der Geruch im Kino?

    Agnes

    Im Kino gewesen: Hamnet1. Ein wenig hatte ich mich gedrückt, weil mir der Trailer zu sehr „amerikanisch-hollywood-konventionell“ war. Welch Irrtum!

    • Ich bin eher nicht der Typ, der im Kino heult. Aber diesmal erforderte es starkes Zusammenreißen und Taschentücher habe ich auch benötigt. Womit ich in dem Kinosaal bei weitem nicht die einzige Person war.
    • Ich habe nur sehr sehr selten so derart klug gebaute Filme gesehen. Da passte einfach alles, vom Plotaufbau über die Bilder, Räume, Kostüme und die Musik.
    • Womit der Film in seiner Mischung aus Klugheit und emotionaler Wucht dem echten Shakespeare überraschend nahe kommt.

    Wikipedia-Diskussionsseiten

    Porträt des Autors als Trommelhase ohne Duracell. Und da steht man dann, in seinem rosafarbenen Plüsch, und fühlt sich seltsam sinnlos.

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    Wo sind die Audiokommentare hin? Auf den DVDs waren die oft spannender als der eigentliche Film. Immerhin fand ich zu Hamnet ein Video: Paul Mescal, Jessie Buckley & Director Chloe Zhao Break Down a Scene From ‚Hamnet‘

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    Ein klassischer Fall von „Schau halt aus dem Fenster.“ Aber „Will haben“

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    Herr Feinanteil fährt in die große Stadt: Wenn wir in Berlin sind versuchen wir uns immer an einem neuen Stadtteil, um das Flair dort möglichst direkt zu kosten. Die Unterschiede sind bislang kleiner, als man denkt. Was uns dieses Mal z.B. sofort auffällt: in Friedrichshain, aber auch im Rest von Berlin wird flächendeckend gegen die Räum- und Streupflicht auf Gehwegen verstoßen.

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    Holger verweist auf die Wikipedia-Diskussionsseite(!) zur Frage A Coruña oder La Coruña. Und dann legt er nach:

    Ich hatte mich ursprünglich hauptsächlich darum gekümmert, dass der [Wikipedia-]Artikel über Rasenmäherrennen auf dem aktuellen Stand kommt, weil ich damals quasi die deutsche Meisterschaft erfunden habe (eRWM , ist ne andere Geschichte). Der damals vorhandene Artikel war absolut veraltet, wie das manchmal so ist bei Themen, die nicht alle interessieren (Da könnte ich eigentlich mal wieder reingucken…). Ich habe gerade in meinem eigenen Wikipedia-Account nachgeschaut: Dort ist der letzte, der älteste Eintrag in meiner Edit-Liste vom 21 September 2006. Juhu: Ich habe ein Jubiläumsjahr – 20 Jahre aktiv bei Wikipedia! Das ist schon erstaunlich lange,

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    There’s a story behind every Wikipedia edit. This here is just one out of many millions. It starts from an award for LGBT reality TV stars and ends with Biblical Hebrew vowels and a village in Cornwall.

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited Besuch No. 11 – also 21,64€ pro Besuch. ↩︎

  • 2026-01-24 Lichtbildvortrag am Samstag

    2026-01-24 Lichtbildvortrag am Samstag

    Die Schokoladenhersteller verramschen ihre Pistazienvorräte. Dank eines nahen Mindesthaltbarkeitsdatums und des dazu gehörigen Rabatts konnte auch ich mir eine Dubai-Schokolade leisten. Schmeckt wirklich fein. Aber ist, wenig überraschend, den Hype nicht wert.

    Das Café Toskana mit der italienischen Auslage im Schaufenster bot im Innern Menemen und Sucuk-Frühstück an. Sizialinische Cannoli gab es aber auch.

    Mir träumte, ich sähe eine Fernsehsendung in der erläutert wird, dass Urlaub eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers ist und jederzeit gestrichen oder umgelegt werden kann. Obwohl dies technisch als Alptraum zählt, nahm ich das im Traum als selbstverständlich hin. Ich muss ein ernsthaftes Wort mit meinem Traum-Ich reden.

    Dem Kaptain träumte, ich schreibe mein Buch. Sehr viel besser.

    Es war ein Exkursions-Arbeitstag und ein Stadtgeschichts-Samstag.

    IKEA-Regale sind aus Holz

    Zwischen die verschiedenen Anlässe des Vorwochenend- und Wochenend-Entertainments setzte die Welt einen Ausmistausflug. Die Übergabe der Schöneberger Wohnung naht jetzt wirklich. Noch gibt es einige Kleinigkeiten zu erledigen: Letzte Bohrlöcher schließen, putzen und wienern und wieder putzen und Reste entfernen: Die abgenommenen Galerieschienen und Gardinenstangen, drei Dosen mit Lösungsmittel von 2010, letzte mit Erde gefüllte Blumenkübel.

    Also schruppten wir und stiegen auf Leitern, schleppten Zeug nach unten und stopften es um Madame herum ins Auto. Es folgte kurzer Weg nach Neukölln-Süd zum Wertstoffhof Plus, an dem wir uns in die übliche Samstagabend-Schlange stellten. Auf dem Hof führte ich noch eine kurze Diskussion ob die Galerieschienen aus Metall sind (ja!). Ich ließ mich vom BSR-Personal überzeugen, dass alte IKEA-Regale wirklich aus Holz gefertigt sind und dementsprechend über den Altholz-Container entsorgt werden sollen.

    Nach der Heimkehr chillen und Sauerkraut-Raclette.

    Next stop Springfuhl

    Hurra! Dienstreise! Also fast. Meine Fahrzeit hätte fast gereicht, um nach Hamburg zu kommen. Als rein Berliner Unternehmung reichen unsere „Reisen“ aber eigentlich nie über den Tarifbereich B der BVG hinaus. Ich fuhr vom Südkreuz (Schöneberg) zum S-Bahnhof Springfuhl (Marzahn). Ich hatte mir selbst einen Badbesuch gesichert. Diesmal in der Schwimmhalle „Helmut Behrendt“, einer spannenden Sportschwimmhalle aus der späten DDR, wo sich heute gefühlt halb Marzahn trifft. (und meinem persönlichen Eindruck nach: Die nettere Hälfte).

    Ein wenig IT machen, ein wenig mit den Leuten vor Ort plaudern und viel viel über den Badbetrieb lernen. Ich staunte, was ich alles lernte. Nebenbei strich ich auch die Einladung ein, mal so vorbeizukommen und einfach die Büroräume im Bad (mit denen dies ausnahmsweise gesegnet ist) zu nutzen, um ganz normal zu arbeiten.

    Es klingt verlockend. Auf jeden Fall schicker als der normale Bürobau. Und von der Wohnung im Schwimmbad zum Büro im anderen Schwimmbad – ich bin stark versucht.

    Vom Seebad zur Kreuzung

    Wenig überraschend derzeit: Ich war Samstag in einem Kino.

    Überraschender: Kein Film lief. Das Kino, die Eva-Lichtspiele Wilmersdorf, gehören auch nicht zur Yorck-Gruppe.

    Es lief ein heimatkundlicher Vortrag. Der „12. Lichtbildvortrag zur Geschichte Wilmersdorfs.“

    Am überraschendesten: Ein großer alter Kinosaal mit 250 Plätzen war auch bei diesem 12. Vortrag komplett ausgebucht.

    Dipl-Ing. Christina Kautz führte bereits zum 12. Mal durch die Geschichte und Geographie Wilmersdorf „Vom Sackgassendorf zum Großstadtbezirk“. Für uns als Neu-Zugezogene war das natürlich ein Geschenk.

    Wir wissen jetzt, wo das alte Paar zweier Eichen steht, das einst den Eingang des Dorfes markierte und jetzt eher verloren im Straßenlabyrinth Wilmersdorf wirkt.

    Denn wir lernten, warum wir beide Probleme haben, uns zu orientieren. Die Straßen in Alt-Wilmersdorf verlaufen wirklich nicht, so wie Straßen in alten Dorfkernen normalerweise verlaufen, unser „so-funktioniert-Stadt“-Gefühl möchte etwas anderes als das was wir vorfinden – und wir lernten warum.

    Hilfreich war es hier, dass der Vortag von einer Dipl-Ing./Landschaftsbauerin gestaltet wurde, die gerade bei solchen Fragen „Wie funktioniert Landschaft? / Wie funktioniert Stadt?“ in ihrem eigenen Sweet Spot unterwegs war.

    Immer wieder spannend, die Erkenntnis, dass die gesamte Wilmersdorfer Geschichte und innere Geographie um den Wilmersdorfer See kreist – der einfach nicht mehr existiert. Aber natürlich zahlreiche Spuren in den Straßenzügen, den Grundstückzuschnitten und der Gliederung des Stadtteils hinterließ.

    Wir erfuhren nette Anekdoten: Zum Beispiel von der prachtvollen U-Bahn-Brücke über dem See, die wenige Jahre nach ihrem Bau wieder abgerissen wurde. Aber auch zur Geschichte der Eva-Lichtspiele selbst (ehemals Roland-Lichtspiele), die seit 1913 existieren.

    Gerne auch zum 13. Mal. Wobei aufgrund des großen Erfolgs das Eva-Kino jetzt eine ganze stadtgeschichtliche Vortragsreihe einmal im Monat veranstalten will. Es geht weiter mit U-Bahn, S-Bahn und Straßenbahn.

    Berlin – Rom – an Leuten reiben

    Durch den Vortag kennengelernt: Histomap Berlin, eine Website bei der mensch sich alte Berliner Städtpläne seit 1928 anschauen kann. Nett: Einfach eine Adresse eingeben und sich langsam durch die Geschichte des Grundstücks zoomen. Dabei gelernt: Das Stadtbad war bis zum Bau des Stadtbads 1961 gebäudefrei. Und das mitten im Stadtring. Eigentlich zogen wir halt doch aufs Dorf.

    Auffällig im Vortrag: eine Karte mit Berlin als Festung im 18. Jahrhundert mit Bastionen, Wällen, zackigen Mauern, wie es sich gehört. Denn in anderen Städten kann man diese Festung noch sehen (Frankfurter Wallanlagen, Hamburger Sternschanze, Leipziger Stadtring.) Aber in Berlin? Mit etwas Recherche fand sich der Spreegraben hing eng mit dem Grünen Graben der Festung zusammen, die Straße Am Festungsgraben, der Königsgraben/Zwirngraben oder auch der Köllnische Park und der Hausvogteiplatz ist das Innere des ehemaligen Sparr-Bollwerks/Jägerbastion.

    Was man mit den schräg laufenden Oberwall- und Niederwallstraße und der Ausstülpung des Platzes auch sehr gut sehen kann, wenn mensch mal drauf achtet.

    © OpenStreetMap-Beitragende

    Die Serie Suburra sehen heißt Rom-Sehnsucht bekommen. Das Gefühl hatten wir schon beim sehen und jetzt schreiben das auch ehemalige Römer. (Außerdem: Glitzer im Jugendzimmer)

    Gelernt: Herr Buddenbohm siezt seinen Haselanten.

    Fazit: ich kann mich jetzt an Leuten reiben. Und das war sehr lustig. Ich bevorzuge aber dann doch die „nur gucken!“-Version von Striptease.