Alfred-Scholz-Platz Neukölln. Eine leichte Schneedecke, Einige Menschen sind zu Fuß unterwegs. Abendlicht eines trüben Tages. Im HIntergrund ein beleuchtetes Werbeplakat.

26-02-19 The Rest is Silence

Ich versuche den Frühling herbeizuziehen, indem ich möglichst oft die Wetterseite im Internet öffne. Irgendwann sollen es zehn Grad werden!

Währenddessen berichtet der Kaptain von Schneeverwehungen in Dithmarschen. Kurz darauf ein Video-Meeting mit einem Dienstleister aus Nordfriesland, der von seinen Schneebergen erzählt.

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Madame besuchte mit Miss Candy Bar den Zoo das Naturkundemuseum den Zoo in Basel. Sie sahen Flamingos.

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Mich besuchte eine Kohlmeise. Einmal kurz das Fenster zum Lüften geöffnet, schon hing der niedliche Vogel auf der falschen Seite vom Schlafzimmerfenster.

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Ich hätte nicht das Bild von der Reparatur-Rolltreppe am Südkreuz posten sollen. Postwendend kam die Nachricht: Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn dem rbb am Mittwochabend sagte, sind bei einem bestimmten Rolltreppen-Typ zuletzt Defekte am Getriebe aufgetreten. Als Vorsichtsmaßnahme seien nun am Hauptbahnhof 42 von 50 Rolltreppen außer Betrieb genommen worden. Am Bahnhof Südkreuz seien 10 von 20 Rolltreppen betroffen.

Und die anderen 10 sind vermutlich sowieso grad in Reparatur.

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Es waren drei Tage der Arbeit ohne Madame mit Kino und Gemüseabholung.

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Eigentlich finde ich, es reicht, dass ich acht Stunden am Tag aufmerksam und verbindlich bin und versuche schnell und umfassend in allen (IT-)Lebenslagen zu helfen. Den Rest der Zeit darf ich dann auch selbstvergessen rumgrummeln.

Manchmal lässt es sich nicht vermeiden.

Mittwoch absolvierte ich meine guten Taten für den Monat.

Morgens leitete ich einen jungen Mann, der drei Worte englisch sprach und anscheinend auch mit lateinischen Buchstaben Probleme hatte aus der S-Bahn und zu seinem Gleis Richtung FEX zum BER.

Abends half ich der älteren Dame an der Gemüsli-Abholstation, die das dort übliche es-ist-dunkel-und-immer-fehlt-eine-Hand-Problem hatte, indem ich leuchtete und ansagte, was sie einpacken kann.

Damit ist auch gut für den Februar.

Solawi am Fußballplatz

Wir sind ja „damals“ (im Spätsommer 2025) der Solawi Gemüslichkeit unter anderem deshalb beigetreten, weil der Abholpunkt praktisch lag. Nicht ahnten wir, dass wir schon kurz darauf umziehen würden. Jetzt liegt der ABholpunkt immer noch okay. Aber vor allem ist das Projekt sympathisch.

Falls wir je wechseln wollten (oder die Gemüslichkeit langfristig doch zu sehr auf Kante genäht ist): Das Gemüse Syndikat ist ein Zusammenschluss zweier Höfe, einer davon in Kremmen, und hat seine Lieferstation im Nachbarschaftshaus an der Wilmersdorfer Dorfaue am Ufer des Sees Fußballplatzes.

Essig? Apfelsaft?

Der Ortsteil Neukölln im Bezirk Neukölln ist spannend. Im Wesentlichen verläuft er entlang dreier Ausfallstraßen Richtung Brandenburg. Im Osten die Sonnenallee, die so nah an Little Arabia kommt wie nur irgendmöglich. Laut, bunt, anstrengend, spannend.

Im Westen die Hermannstraße: Auch irgendwie Neukölln, aber im Vergleich immer etwas leblos, leer nicht wirklich wissend ob das jetzt wirklich schon Neukölln oder eher hippes Kreuzberg oder doch Brandenburg sein möchte.

Dazwischen: Die Karl-Marx-Straße: Die Straße in der migrantisches Kultur und Hipstertum zusammen jede Menge Handy-Flagship-Stores, schicke Cafés und Imbisse jeder Art hervorzauberten. Dort findet sich ein edler Kunstbedarfsladen neben Import-Exports, zudem auch der Heimathafen Neukölln, die Neuköllner Oper und das Passage Kino.

Alfred-Scholz-Platz Neukölln. Eine leichte Schneedecke, Einige Menschen sind zu Fuß unterwegs. Abendlicht eines trüben Tages. Im HIntergrund ein beleuchtetes Werbeplakat.

Das einzig mir bekannte Yorck-Kino mit Kronleuchter und im Sommer einem Klavier auf dem Innenhof. Spannende Gegend.

Überraschend im Saal: Ein leichter Geruch umwehte mich kurz währned des Films. Zu schwach um zu stören, aber merkbar genug um Interesse zu wecken. Säuerlich-durchdringend. Erst dachte ich: Fermentation. Aber dazu war es irgendwie zu sauer. Dann „Essig“, dafür war es aber nicht durchdringend genug. Am Ende einigte ich mich auf vergorenen Apfelsaft. Gar nicht unpassend für einen Film, der im 15. Jahrhundert spielt und naturnah angelegt ist.

Aber was machte der Geruch im Kino?

Agnes

Im Kino gewesen: Hamnet1. Ein wenig hatte ich mich gedrückt, weil mir der Trailer zu sehr „amerikanisch-hollywood-konventionell“ war. Welch Irrtum!

  • Ich bin eher nicht der Typ, der im Kino heult. Aber diesmal erforderte es starkes Zusammenreißen und Taschentücher habe ich auch benötigt. Womit ich in dem Kinosaal bei weitem nicht die einzige Person war.
  • Ich habe nur sehr sehr selten so derart klug gebaute Filme gesehen. Da passte einfach alles, vom Plotaufbau über die Bilder, Räume, Kostüme und die Musik.
  • Womit der Film in seiner Mischung aus Klugheit und emotionaler Wucht dem echten Shakespeare überraschend nahe kommt.

Wikipedia-Diskussionsseiten

Porträt des Autors als Trommelhase ohne Duracell. Und da steht man dann, in seinem rosafarbenen Plüsch, und fühlt sich seltsam sinnlos.

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Wo sind die Audiokommentare hin? Auf den DVDs waren die oft spannender als der eigentliche Film. Immerhin fand ich zu Hamnet ein Video: Paul Mescal, Jessie Buckley & Director Chloe Zhao Break Down a Scene From ‚Hamnet‘

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Ein klassischer Fall von „Schau halt aus dem Fenster.“ Aber „Will haben“

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Herr Feinanteil fährt in die große Stadt: Wenn wir in Berlin sind versuchen wir uns immer an einem neuen Stadtteil, um das Flair dort möglichst direkt zu kosten. Die Unterschiede sind bislang kleiner, als man denkt. Was uns dieses Mal z.B. sofort auffällt: in Friedrichshain, aber auch im Rest von Berlin wird flächendeckend gegen die Räum- und Streupflicht auf Gehwegen verstoßen.

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Holger verweist auf die Wikipedia-Diskussionsseite(!) zur Frage A Coruña oder La Coruña. Und dann legt er nach:

Ich hatte mich ursprünglich hauptsächlich darum gekümmert, dass der [Wikipedia-]Artikel über Rasenmäherrennen auf dem aktuellen Stand kommt, weil ich damals quasi die deutsche Meisterschaft erfunden habe (eRWM , ist ne andere Geschichte). Der damals vorhandene Artikel war absolut veraltet, wie das manchmal so ist bei Themen, die nicht alle interessieren (Da könnte ich eigentlich mal wieder reingucken…). Ich habe gerade in meinem eigenen Wikipedia-Account nachgeschaut: Dort ist der letzte, der älteste Eintrag in meiner Edit-Liste vom 21 September 2006. Juhu: Ich habe ein Jubiläumsjahr – 20 Jahre aktiv bei Wikipedia! Das ist schon erstaunlich lange,

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There’s a story behind every Wikipedia edit. This here is just one out of many millions. It starts from an award for LGBT reality TV stars and ends with Biblical Hebrew vowels and a village in Cornwall.

Anmerkungen

  1. Yorck Unlimited Besuch No. 11 – also 21,64€ pro Besuch. ↩︎