Der Kaptain hatte eine Besuchskatze. Als sie es allerdings wagte, mit mir zu telefonieren, wurde die Katze rabiat.
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Das erste Aufstehen mit Kunstlicht seit Monaten. Ich glaube das erste Mal im Leben, dass ich mich über kürzere Tage freue, weil sich dann die 35 Grad nicht mehr bis spät in die Nacht ziehen, es draußen dank längerer Schatten früher erträglich wird.
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Wenn Krankenwagen und Polizei zusammen zum Eingang der benachbarten Notaufnahme fahren, ist das ein schlechtes Zeichen.
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Vom Blog hörte ich in den Tagen nichts Neues. Ich trommelte mit den Fingern, schrieb gegen alle Gewohnheit offline und dementsprechend holperte es hier wieder. Veröffentlicht am 16. August, geschrieben am 11. August, erlebt vom 4. bis zum 6. August. Das Blog-Ich ist 10 Tage hinterher.
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Es waren Ausgehwerktage zwischen Wespen.

Schwül, schwül, schwül
Es war die Woche des Achterbahnwetters, die jedoch eine Konstante hatte: Wie schwül konnte es sein?
Dass ich beim Radfahren schwitze – geschenkt. Aber dass es schon läuft, wenn ich nur das Schloß am Fahre öffne – meine je. Immerhin fragte mich MMB im Büro auch, ob es so schlimm wäre – er wäre kaum morgens bis zur Bushaltestelle gekommen, ohne Schweißausbrüche.
Und dies wird das kühlste Jahr aller Jahre, die noch kommen werden.

In der Hildegardstraße
In Berlin begann der Straßen- und Plakatwahlkampf. Ich kann berichten, dass Klimakrise genau gar keine Rolle spielt. Und natürlich gibt es jede Menge langweilige Plakate, die dazu dienen, ein Gesicht bekannt zu machen.
Aber es gibt auch immer wieder interessantere Plakate. Wohnen zum Beispiel ist ein großes Thema, zumindest für FDP, SPD, Links, Grün, BSW. Und da unterscheiden sich die Parteien selbst bei den Plakativen Slogans deutlich.
Spannend finde ich zum Beispiel die Grünen mit ihrem „Büros zu Wohnraum“-Programm. Eine Forderung, die einerseits offensichtlich ist (in Berlin ist der Wohnungsmarkt eine Katastrophe, trotzdem stehen jede Menge Büros leer), andererseits aber trotzdem nicht umgesetzt wird.
Ein Missstand, bei dem ich denke, mit etwas mehr politischem Willen, wäre es etwas machbar. Die Grünen denken das auch. Und plakatieren es.
Aber ist das Problem nicht am Ende zu nischig/ zu technisch für ein Plakat? Ist das nicht rumnerden in Detailfragen, die niemand nachvollziehen kann? Ist es wieder „Grüne-machen-Grüne-sachen-und-wundern-sich-dann-warum-es-nicht-ankommt?“

Dienstag: Kein Uhlandessen
Inspiriert vom vorspeisenplattigen Lindwurmessen, und der neuen Wohnung, und einer tip-Titelstory, die nur ganz leicht übertrieben Wilmersdorf zum neuen New York und die Uhlandstraße zur neuen Kantstraße erklärt hatte, beschlossen wir, mit dem Uhlandessen zu beginnen.
Wir beginnen dort, wo die Uhlandstraße in Wilmersdorf beginnt, essen uns hinauf bis zum Ku’damm und dann wieder zurück nach Wilmersdorf. Dabei wird jede Lokalität besucht, die (a) Sitzplätze anbietet und (b) warmes Essen. Dabei sind reine Cafés, Kneipen und Straßenverkauf raus, aber jede etwas größere Dönerbude drin.
Das erste Ziel war das Wilma, die Sportgaststätte direkt am ehemaligen Wilmersdorfer See/heutigen Sportplatz. Sie dient dem 1. FC Wilmersdorf als Vereinsgaststätte, fährt aber auch echtes gastronomisches Programm auffährt. Das Restaurant liegt ja noch direkt bei uns in der Nachbarschaft, machte von außen bisher immer einen sehr sympathischen Eindruck.

Die Karte mit dem türkischen Frühstück Menemen und Currywurst aus Rindfleisch verriet uns schon einiges über die Betreiber, der Rest des Angebots bewegte sichsolide im allgemeinen Konsensbereich von Burgern, Pizza und (Hähnchen)Schnitzel.
Leider verriet uns die Karte nicht, dass es in den Sommerferien keine warme Küche gibt, weil zu wenig Gäste kommen.
Also fiel Uhlandessen Nummer 1 aus. Wir waren zu schwülschöpft für Experimente, verließen die Uhlandstraße, gingen um die Ecke ins Tulum zu Nachos und Mango-Chili-Chicken-Salat mit Wespenbegleitung und liefen dann durch den Volkspark.

Drei Grünflächen der Erholigkeit
Weil es eigentlich ein netter Abend war, und wir uns kurz einredeten, dass es gar nicht so schlimm schwül ist, gingen wir noch um den See Sportplatz und die angrenzenden Parks. Mutige Menschen versuchten Fußball zu spielen, Kinder genossen die Platzberegnung, offenbar hatte halb Wilmersdorf die Idee in den Park zu gehen.
Sie schlenderten, flanierten, joggten, saßen, spielten Frisbee mit sich oder mit Hunden, genossen die Möglichkeit, draußen zu sein ohne sich allzuschlimm nach Dampfbad zu fühlen. Wir umrundeten den Staudengarten, passierten die große Wiese und schlugen uns quer über den ehemaligen Seegrund.
Denn vom großen Park, dem Volkspark, konnten wir in die kleinere Grünfläche, den öffentlichen Innenhof vom Schölerschlösschen wechseln. Denn hier, an diesem repräsentativen Landhaus aus dem 18. Jahrhundert, wirkt Wilmersdorf endgültig wie ein Dorf.
Wir traten auf die Dorfaue hinaus. Ich wollte mittig durch den Grünstreifen der Aue laufen. Dort fanden wir den kleinen Teich und schöne Blicke auf die Auenkirche, aber auch die beginnenden Nachtlager von Obdachlosen. Das schlendern durch die öffentliche Grünfläche bekam einen Beiklang vom Laufen durch das Schlafzimmer fremder Menschen.
Weiterhin fehlt uns „Berlins älteste Eisdiesel“ in der Ortsteilaneignung. Aber kaum näherten wir uns am Ende der Aue dem Monheim, begann dieses die Tische einzuräumen und die Lichter auszuschalten.
Mittwoch: Entdeckung Erdnusssauce
Wir trafen, ungewohnt für diesen Sommer, alle urlaubsfrei in den Südkreuz Offices aufeinander. In meiner Abwesenheit war ein Treffen der Karpfengruppe, aka „die einzigen Afterwork-Ultras wo gibt“ angesetzt. Kurze Diskussionen, ob es eher um’s Trinken (die kubanische Schweizerin, ich) oder um’s Essen (die anderen) geht, endeten mit dem Kompromiss: Erst Sahara-Imbiss, dann daneben die Resonanz und dann ins Kino.
Das Wetter verleitete zum Schattenhüpfen. Die anderen hatten schon herausgefunden, dass man drinnen im Sahara überraschend nett und kühl sitzen konnte. Ich dachte bisher immer beim Anblick des Imbisses. „naja, sie schreiben ‚sudanesisch‘ drauf und verkaufen normalen Falafel und Halloumi.
Ich muss mich korrigieren: Sie verkaufen guten Falafel und Halloumi, dazu das frittierte Gemüse Magali und Erdnusssauce.
Die Herkunft aus arabisch-Sudan, nicht aus Schwarzafrika-Sudan ist deutlich. Aber nicht nur der Innenraum, auch das Essen war eine positive Überraschung.
Dann im anziehenden Gewitter zur Resonanz auf die Außensitze. Es gab Schwarzbier, Gespräche über Träume1, Sternzeichen und Projektmanagement. Überhaupt war die Stimmung überraschend durchlässig, tastend, fast verwundbar, spannend.
Vor dem dann doch nicht kommenden Gewitter flüchteten wir erst in den Innenraum, dann ins Kino.
Der Endkampf spielt im Dunkeln, weil das teure Set bereits abgerissen war
Ich hatte den KuK die Wiederaufführung von Masters of the Universe (1987) im Odeon schmackhaft gemacht, damit, dass es ein Film über Access Management sei – und ich hatte recht.
Aufgeführt im Rahmen der Simply-the-Worst-Reihe der Yorck Kinos2 gab es das volle Programm mit An- und Abmoderation und einer ganzen Reihe Anwesender, die schon Fans des Films waren. Die beiden zeichneten noch einmal die Entstehungsgeschichte nach: Großer Spielzeugkonzern trifft auf kleines B-Movie-Studio, das sich an der Produktion verhebt und dem auf halber Strecke das Geld ausgeht. Und sie feierten den Film. Es endete in „Der beste aller Star Wars Filme.“

Ich stimme zu. In großen Teilen ist es sehr, sagen wir, Star-Wars-inspiriert. Aber Star Wars besitzt nicht diese tolle Fallhöhe zwischen den Schauspielern Doplh Lundgren mit dem mehr an Muskeln und dem weniger an Mimik und dem Tony-und Oscar-ausgezeichneten Darsteller, der seine eigenen, an Shakespeare erinnernden Dialoge schreiben durfte.
Erfreulich, dass Masters of the Universe bei einem Cast von 10 tragenden Rollen vier davon mit Frauen besetzte. Dafür benötigte Star Wars Jahrzehnte.
Es war ein großer Spaß. Der Cosmic Key zum Zugangsmanagement spielte wie versprochen eine große Rolle. Die diverse, verpeilte, aber motivierte Heldentruppe aus Muskel-Dolph, dem genialen Zwergenerfinder und der Kämpfern mit Anger-Management-Issues ließ sich ohne große Mühe als IT-Team bei der Arbeit interpretieren, und wir hatten viel Spaß.
Keine Filmkunst, aber ein wirklich guter, geradezu emotional berührender Entertainment-Film.
Donnerstag: Freefloating Besuch
Und während ich noch überlegte, ob Zeit und Energie und Aufmerksamkeit noch für einen nachzuholenden Almodóvar-Film am Donnerstag reichten, änderten sich die Pläne.
Die bayerische Malerei-Beamtin samt Partner waren mit Campervan auf Elternbesuch in Sachsen, hatten Lust auf eine Runde durch Brandenburg und fragten, ob sie spontan bei uns vorbeikönnten. Aber immer.
Der Van war schmal genug, um auf reguläre Straßenparkplätze zu passen und auf der Barstraße neben dem Friedhof übernachten zu können, und groß und autark genug, damit das auch Sinn macht, und so waren wir nur für Kaffee und Entertainment zuständig.

Zurück zum Spiderman-Plakat
Die Gäste erwiesen sich als beste aller Gäste, denn sie wollten gleich zum Nachbarfreibad. Da gingen wir natürlich gerne mit. Bei um so 25-30 Grad am Abend war es gefüllt, aber nicht brutal voll, die Abendsonne senkte sich und wir begaben uns ins Becken.
Wie es sich gehört, kam gleich ein Kollege vom Beckenrand freudig auf mich zu und plauschte ein wenig, das passiert nicht immer, aber hier war es natürlich gut, gleich das Sommerwohnzimmer zu zeigen.
Ich trieb mehr als ich schwomm, aber das war nach der Schwülwoche okay. Hauptsache abkühlen.
Und weil es so schön war, wollten wir wissen, ob es wirklich einen Badeabschlussgong gab. Im Gong verließen wir das Becken, blieben aber in der Nachbarschaft.
Klassisch, klassisch, Holstein, Cordon bleu
Und so verbrachten wir den dritten Abend hintereinander mit auswärts essen. Das kleine, italienisch-dörflich wirkende Taormina, Tavola Calda, schließt sich den vielen Gastrobetrieben der Gegend an (siehe Wilma, siehe Currywurst Ruhige Tag, siehe Burger ‚Qualität ist unsere Werbung‘, siehe Bieberbau) und hat geschlossen. Zum Glück liegt auf dem Weg vom Lochowbad zur Wohnung auch die Heidelbeere, die ja immer taugt. Wir blieben bei den Klassikern, Schnitzel in Varianten, dazu Bier und Leute schauen.
Links
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Zum Nachgaren: BBQ-Rinderbrust (Brisket aus dem Slowcooker)
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Aus dem Segelboot, hinter den Kulissen: AZ13 – Mir tun die Beine weh
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readinginsweden ist jetzt readingfinnish, denn sie fährt mit Zug und Boot nach Finnland. Ich lese natürlich begeistert mit: 28. Juli 2026 readingfinnish ist unterwegs und Helsinki
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