Schlagwort: Basel Bad

  • 26-07-02 Liegenbleiben

    26-07-02 Liegenbleiben

    Um 5:10h kam der kleine Parkplatzfuchs. In der Kornellkirsche: Meisenaction.

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    Edeka Duolingo verkauft Ube-Latte. Weil ich Online-Überschriften lese von Journalist*innen, die Social-Media-Accounts betreiben, weiß ich sogar was das ist.1

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    In Kuckswinkel standen die kleinen Störche im Nest.

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    Madame fuhr zum Überraschungsabschied nach Spandau.

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    Es waren drei Tage in schwächelnder Hitzeaufrappelung durch Mensch und System.

    Linksherum und rechtsherum

    Ach, Deutsche Bahn, wo fang ich an. Ich bewundere dein Bemühen, trotz allem immer noch jeden Tag Millionen von Menschen durch die Welt zu befördern und wohlbehalten von A nach B zu bringen. Manchmal jedoch fragte ich mich diese Woche, ob auch ganze Konzerne umschulen können, vielleicht auf eine Tätigkeit, die vielleicht weniger komplex ist als die derzeitige Aufgabe, etwas einfaches, nettes, in dem der Konzern und die Kund*innen glücklicher werden.

    Wo fange ich an?

    Vielleicht mit der guten Nachricht: Die Bahnfahrkarte von Vilnius nach Klaipėda ist gekauft.2

    Die Rolltreppe der Gegenwart wird weiter demontiert und verwandelt sich daweil in den Schrotthaufen der Gegenwart. Soweit so erwartet. Unerwartet hingegen war die Mitteilung, dass Dienstag, nachdem ich mit dem Prignitz-Express et al gekommen war, auch die Treppe der Gegenwart gesperrt war. Da wo Montagnachmittag noch eine Treppe war, sah ich nur noch einen weiß verhängten Bauzaun, drei Mitarbeiter in Warnwesten und viele verwirrte Bahnreisende. Da stand ich nun mit Aussicht und kam nicht mehr hinunter. Eine Lautsprecheranlage informierte mich, dass ich doch über das Gleis und das Parkdeck und dann den Fahrstuhl.. Nein!3

    Der Kran war schuld.

    Die Ringbahn hat Hitzestörungsdauerschaden. Offiziell ist ein Teilstück gesperrt und nur noch im 20-Minuten-Takt befahrbar. Faktisch fährt sie mal oder auch nicht, oder hält an überraschenden Orten an oder hält an erwarteten Orten nicht an. Für mich ist das lästig bis anstrengend. Für Madame, die frühmorgens die Ringbahn als Alternative zur ebenfalls gesperrten S-Bahn in die Hafenstadt benötigt, wird es langsam wirklich schwierig mit dem ÖPNV dorthin zu gelangen.

    Über die Hafenstadt führt vielleicht auch unser Weg an die kurische Nehrung. Die Bahnfahrt durch halb Europa wird ihre größte Herausforderung im Teilstück Berlin->Frankfurt/Oder haben. Auch hier sind die Bahnalternativen vom „durch das Parkhaus“ inspiriert, so dass ich mittlerweile ernsthaft schaute, was ein Mietwagen kostet, den wir in F/O abgeben können (gibt’s nicht), ein Taxi (~ 200 Euro) oder ein Uber (~ 250-450 Euro). Natürlich könnten wir auch mit dem Auto nach F/O fahren. Aber da wir durch Europa im Kreis fahren werden, uns die Rückreise aus Westen/Travemünde verlaufen wird, würde auch das so enden, dass wir in Berlin sein würden, das unerreichbare Transportmittel aber in F/O.

    Immerhin fuhr der ICE375 von Spandau nach Interlaken bis zum von uns benötigten Bahnhof Basel Bad. Er hatte Oberleitung und Signal und er hatte daraus folgende Zugverknäuelung vor Frankfurt/Main, die am Ende zu zwei Stunden Verspätung in Basel führten.

    Expedition Mülltonnenrausrollen

    Das Motto Züge fahren wieder, aber Weichen und Signale sind noch kaputt, scheint auch gerade auf Hirne zuzutreffen. Meines zum Beispiel. Alltagsverrichtungen sind herausfordernd, Orientierung ist schwierig, und so langsam sehe ich ein, dass ich vielleicht einfach liegen sollte.

    Das erste Mal dieses Jahr habe ich keine vorgekauften Kinokarten mehr, nachdem ich gleich drei Besuche cancelte: Tschüss Demon Pond (Japan, 1979), Good bye Supergirl (USA, 1984) und vielleicht irgendwann mal To Live and Let Die in L.A. (USA, 1985). Gerade um Demon Pond (夜叉ヶ池, Yasha-ga-ike), ein drittel japanische Nouvelle Vague, ein Drittel Fantasy-Horror, ein Drittel Kabuki-Theater, in der die männliche Kabuki-Legende Bandō Tamasaburō V in einer Doppelrolle das Mädchen vom Lande und die Dragon Princess spielt, in dem es Rollen wie Norihei Miki as Catfish messenger oder Fujio Tokita as Crab oder Hisashi Igawa as Carp gibt – darauf fiel mir der Verzicht schwer.

    Die Vernunft siegte knapp. Meine Abendplanung besteht im Wesentlichen darin, mich am frühen Abend auf die Nachdenkliege im Kaminzimmer-sans-Kamin zu legen, mich von Madame zu Gurken und Salat zu ermuntern zu lassen und dann ins Schlafzimmer umzuziehen.

    Die Abend und Nächte um die 20 Grad müssen genutzt werden, so lange sie andauern.

    Ich fühle mich nicht alleine. Team-Meetings sind kurz. So kurz wie noch nie, niemand hat mehr Energie, sie um das nicht-Notwendigste zu erweitern. Dafür werfen wir uns im Alltag mehr staunende Blicke zu als normalerweise. Alles schwierig. Zeit für die Ferien.

    Links

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    Den Ube-Latte-Trend habe ich gerade noch mitbekommen. Vollkommen an mir vorbei, bis zum Frau-Zimtkringel-Text, gingen Gochujang Nudeln. Werde ich mir merken.

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    Hitzenachwirkungen allüberall

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    Im Hoffen auf bessere Zeiten widmet Herr Buddenbohm sich lobenswerterweise den Morgen- Schlaf- Bade- und Hausmänteln.

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    Existenzieller und jetzt-bezogener verlinkt Thomas: Hitze, Wandern, Radfahren … Watrify hilft dir Trinkquellen und öffentliche Brunnen zu finden

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    An einem Tag mit lebensbedrohlicher Hitze vier Stunden als Begleitung an einem Patientenbett stehen ist auch eine eindringliche Erfahrung. Es ist völlig überfüllt dort, unfassbar viele Personen mit Hitzeschäden und zwar im wesentlichen sehr alte Menschen und dazu viele junge Männer in Sportkleidung

    Anmerkungen

    1. Wie immer alle mit Paywall außer die taz: Trendfood UbeLila Ausbeutung ↩︎
    2. Die aufmerksame Leser*in wird bemerken, dass die DB an dieser Nachricht nicht beteiligt ist. ↩︎
    3. Die Nichtqualitätspresse hat ein wenig Hintergrund: Rolltreppe kaputt, Treppe gesperrt – und die Fahrgäste gefangen ↩︎
  • 24-08-06 Jenseits von Germendorf

    24-08-06 Jenseits von Germendorf

    Gute Nachrichten: ich habe trotz deutlicher Entwöhnung im ersten Anlauf den Arbeitsplatz wieder gefunden. Zu meiner Freude – und ich vermute auch zur Freude der Kollegen – konnte ich mich noch halbwegs daran erinnern, woraus meine Arbeit besteht und konnte nach außen einen Kompetenzanschein vermitteln.

    Die erste Urlaubsrunde ist vorbei und es gibt zu erzählen. Ich hörte aus Südtirol (heiß), Spanien (heiß, aber mit Pool), Norwegen (Dauerregen) und Brandenburg (Mr. Elliott will jetzt einen Angelschein machen).

    Madame fuhr mit ICE75 von Berlin nach Basel. Ausnahmsweise war die Zugfahrt kein Problem. Dank Brandanschlag auf die Bahnkabel in Berlin (darf ich denken „Russland“ ohne zu verschwörungstheoretisch zu wirken?), Baustelle Stadtbahn und Velothon erwies sich allerdings die Anreise zum Bahnhof als schwierig.

    Am geplanten Bahnhof Südkreuz fuhr der Zug nicht. Es ging zum Hauptbahnhof. Die Bahn schlägt normalerweise vor: Ringbahn und dann Stadtbahn. Die Stadtbahn allerdings ist gesperrt. Dem Bus trauten wir nicht, weil der Velothon zu jeder Menge Straßensperrungen führte. Regios ab Südkreuz nach Hauptbahnhof fielen großteils aus. Und die Nord-Süd-S-Bahn war zwar angekündigt, fuhr aber auch nach dem Mond. Am Ende also Privat-PKW.

    Am Hauptbahnhof fuhren alle Züge an einem Bahnsteig. Der war voll. Von diesen Tagen sah ich ein Foto von einem Bahnmitarbeiter mit Megaphon, der versucht weitere Reisede von der Nutzung des Bahnsteigs abzuhalten. Madame kam hinauf und in den Zug hinein. Danach wurde alles gut.

    Am Badischen Bahnhof in Basel existiert Wlan. Damit kann die Reisende verbunden bleiben ohne teures Schweizer Roaming zu bezahlen.

    Ach, wäre die Schweiz doch in der EU.

    Lauretta italienische Feinkost hat schon wieder geschlossen. Ich fürchte, im direkten Umfeld ist das hier eher eine Smash-Burger-Gegend denn eine italienische-Feinkost-Gegend.

    Im weiteren Umfeld gesehen: der erste Späti, der weder Späti noch Kiosk heißt, sondern sich Bodega nennt. Auch als Späti-Betreiber*in kann man von New York träumen.

    Helles Grau

    Ein Wundergeschah. Der Garten ist grün wie seit 10 Jahren nicht mehr im August. Das samenbildende Gras wird natürlich gelb, der Rest wirkt frisch und ausreichend bewässert.,

    Ein Wunder geschah. Das erste Wochenende seit Monaten an dem es weder regnete noch Regen angekündigt war. Wir konnten einfach so Laubola Floratempel weiter mit Holzschutzcreme behandeln ohne Rücksicht auf das Wetter zu nehmen.

    Nun blieb nur Rücksicht auf unsere anderen Aktivitäten:

    Rasenmähen natürlich. Fahren zum Globus-Baumarkt, um erfolgreich eine Leiter und erfolglos die richtige rote Farbe für den Bungalow zu suchen.

    Den Recyclinghof suchen, um die alte Leiter und ein Schubkarrenrad loszuwerden. Der Hof wurde uns für Germendorf versprochen, kurz hinter dem Dinosaurierpark. Er lag noch ein gutes Stück im Wald. Aber jetzt wissen wir, wo er liegt und wie er funktioniert.

    Neben der Premiere „Recyclinghof Germendorf“ auch die Premiere „Holzschutzcreme verarbeiten.“ Ein lustiges Produkt. Es fühlt sich tatsächlich so an als würde man das Holz mit Niveau oder Sonnencreme einreiben. Wobei die Creme auch ähnlich schnell einzieht und verschwindet wie Sonnencreme. Erst nach dem Trocknen sehen wir die eigentliche Farbe. Spannend.

    Um das Nicht-Regen-Wochenende auszunutzen wollte ich möglichst viel Cremen. Was in der prallen Sonne zu einer weiteren Premie des Sommers führte: die Gartendusche kam zum Einsatz.

    Wobei sie nie als Dusche dient. Aber sie hat einen angenehmen Wasserzerstäuber, der einen kühlenden Nebel erzeugt. Wie schön. Wie nötig.

    Kühlschrankdekoration

    Die Welt ist groß und wunderlich: Not Even the Inside of Your Fridge Is Safe From Decorating

    Mit Fahrrad im Zug nach Istanbul: Losgefahren – ein Tempowechsel (via Tröt)

    Lila aus dem Norden Israels: Keine Neuigkeiten:

    Insgesamt geht es uns gut, ich kann nicht klagen und will nicht klagen. Ich werde nie so kaltblütig sein wie mein Mann, der sich gern von der Terrasse aus anguckt, wenn in der Nähe Beschuß ist, und nur in den Schutzraum geht, wenn die Sirene heult. Alarm im Nachbardorf rührt ihn nicht. Ich habe ein paarmal mit ihm zusammen zugeguckt, und dabei haben wir einmal gesehen, wie Flugzeuge der IAF auf Drohnen geschossen haben.

  • 23-12-30 Stallhalbschlafe

    23-12-30 Stallhalbschlafe

    Rombitombi findet nicht mehr nach Hause, sondern verkriecht sich beim Blauen Sessel bis die Batterien alle sind.

    Vielleicht verbringe ich die Zeit bis Mitte April durchgehend auf dem Schaukelschaf mit dem neuen Fell und höre Italopop.

    Nachdem wir uns irgendwie bis zum Jahresende durchgeschleppt hatten, taten mir drei Tage des Herumschlumpfens in der Wohnung gut.

    Die IT-Stallwache war den Umständen entsprechend gut besetzt, so dass ich den traditionellen (im)mobilen Donnerstag in der Wohnung bleiben konnte. Meine Tätigkeiten konnte ich aus der Ferne lenken und renken. Freitag kam es gar zu seinem Rest-Team-Mittagessen in der Verwaltung. Wenn alle Anwesenden im Flur mitessen, stört sich auch niemand am Geruch.

    Und wie fast jedes Quartal: Das Monatsende bringt Abschiede. Mit dem tapferen Kollegen P, der bis Freitag, 29. Dezember 15:00h arbeitete.

    Madame signalisierte den Brüllenblick aus Basel Bad während sie auf ICE106 wartete.

    (Angeblich eine Zugnummer Österreich-Deutschland. DU IRRST, Wikipedia!)

    Sonst nur Exkursionen zum Tanken (Holla! 1,12€ für Autogas. Das ist viel.) und zum Einkaufen. Ich hatte mich von der leeren Stadt in die Irre führen lassen, hatte gehofft die meisten Menschen haben frei und gehen Freitag vor der Feierabendzeit in den Supermarkt.

    Welch Illtum! Das Chaos blieb allerdings freundlich. Nur im Drogeriemarkt („Hier bin ich Mensch – hier kauf ich ein“) lagen die Nerven blank und die Kundinnen ließen ein best of an passiv-aggressiver Beschimpfung hören.

    Beim Hochschleppen bemerkt: Energie- und Konditionslevel ist noch lange nicht wieder auf Vor- Erkältungsniveau. Aber ich kam an.

    Es gelang mir im Chaos, Rote Beete, Sellerie und Rosenkohl zu erbeuten, die sich je nach Wetter und Laune in Gemüsesuppe oder Wintergrillgemüse verwandeln werden lassen. Vielleicht holen wir morgen früh noch Pfannkuchen. Johann Mayer hat von 8 bis 12:30h geöffnet.

    Re dei Pirati

    Im-Internet-Rumschlumpf-Wiederentdeckung. Ich staune, wie sehr Horoskope und Astrologie sich als „Human Design“ wiedererfunden haben und fröhlich ihren Siegeszug in der Coachingszene antreten.

    Rumschlumpftgerecht befindet sich das Netflix-Abo in seiner winterlichen Aktivphase. Ich nutzte es, um Mixed by Erry zu sehen. (In italienischer Aussprache bitte, beide „e“ gesprochen und betont. Ein weiteres gesprochenes „e“ hinter dem Ypsilon schadet auch nicht.)

    Eine nette italienische Drama-Komödie „nach einer wahren Geschichte.“ Drei (im realen Leben: vier) Brüder aus Neapel raubkopieren Mixtapes mit allen Hits der 1980er und frühen 1990er. Zeitweise sind sie damit eines der erfolgreichsten Plattenlabels Italiens. Sie haben einen derartigen Ruf, dass andere Piraten nicht die Originale kopieren, sondern „Mixed by Erry.“ Der Spaß endet als Mitte der 1990er andere Plattenlabel und der Staat beginnen, Raubkopien ernst zu nehmen und entschlossen dagegen vorzugehen.

    Der Film bietet viel 80er-Nostalgie für ein italienischen Publikum, 80er-Nostalgie und Italien-Sehnsucht für ein deutsches. Der Guardian hat einen guten Artikel zum Hintergrund: ‘I was the Spotify of the 1980s!’

    Mein Versuch, endlich einmal Die Hard zu sehen und die Frage zu ergründen „Warum ist das ein Weihnachtsfilm?“ scheiterte. Kein Die Hard bei Netflix. In der Rubrik „ähnliche Filme“ wurde mir „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ vorgeschlagen.

    Birewegge Chnote Dim Sum

    Für die Feiertage mit Zeit zum Kaninchenlochen: Die Wissenschaftsredaktion des Atlantic: Science Facts that blew our Mind 2023 (ohne Paywall) .

    Würzbutter Café des Paris wäre eine Idee für 2024. Und Crêpes Suzette natürlich. Sie stehen schon lange auf der Liste.

    Eine Newsjunkie betreibt zum Jahreswechsel Schweige-Exerzitien.

    Die Königin des Schweizer-Italienisch-Asiatischen Pastafaltens mit ihrem Jahresrückblick: Pane Bistecca: Foodblogbilanz 2023.

    Kellerkind in Travemünde.