Schlagwort: Familienfeier

  • 24-12-22 Borneo

    24-12-22 Borneo

    Schlafen, schlafen, müde, müde, schlafen, schlafen. Der letzte Arbeitstag des Jahres ist überstanden, meine weitere Jahresplanung lässt sich als schlafen, schlafen, müde, müde zusammenfassen.

    Mir ist gar nicht so klar, was genau so anstrengend war in den letzten Wochen aber schlafen, schlafen, müde, müde.

    Erfreulicherweise ließ sich der Freitag aller Freitage auf Arbeit so an, wie erhofft. Ich sah Kaminfeuer auf Monitoren, Tumbleweed auf den Fluren und laut verleumderischer Gerüchte – die ich natürlich nicht glaube – soll es sogar zu vereinzeltem Trinken von Glühwein im Büro gekommen sein.

    Letzte Aufgaben: Etwas Weihnachtsplanen. Langsam tauchen die mitte Dezember verlorenen Pakete wieder auf und machen Einsammelrunden erforderlich. Selbst die BBB-Weihnachts-Aufmerksamkeit fand sich wieder bei einer Überraschungsnachbarin.

    Dafür verschwinden alte Klamotten, Bücher und sonstiges aus dem Haushalt.

    Die Filiale von Bäckerei Thoben schloss. Die Shell-Tankstelle Platinum verkauft kein Autogas mehr. Im DHL-Späti3 hingen lauter Palästina-Flaggen im Innenraum. Im GLS/UPS-Späti hing ein handgeschriebener Zettel von Lena & Charlotte „Lieber Onkel. Es ist toll, dass Du da bist.“

    Der Fernuni-Kurs Betriebliche Informationssysteme schickte Klausurinfos. Die ganzen Code- und SAP-Detail-Aufgaben aus dem Kurs sind wirklich nicht klausurrelevant; dabei sind sie eigentlich ganz spannend.

    Eben wegen dieses Kurses stieß ich auf einen Wikipedia-Gletscher. Der Artikel Webservice hat seit 2012 einen Hinweis, dass er überarbeitet werden sollte. Er wurde sogar überarbeitet. 2020. Aber noch läuft die Diskussion, ob der Hinweis damit wieder weg kann.

    An der Hausfassade nutzte ein erster Graffitisprayer das weiterhin herumstehende Gerüst für eine Verewigung im zweiten Stock. Brutaler ging jemand anderes vor, der eine Scheibe in der Haustür des Mehrfamilienhauses einschlug.

    Nachbar 2L, den ich im Treppenhaus traf, war aufgeregt. Vermutlich hatte er recht. Ich kann mich nur noch zu „War nicht die Erste. Wird nicht die letzte sein.“ aufraffen.

    Dafür weiß ich endlich, wem das futuristische E-Auto im Hinterhof gehört. Bei Gelegenheit werd‘ ich ihn ansprechen, wie er das hier in der Gegend mit dem Aufladen macht.

    Madame spielte mit ihrem neuen Geburtstagsspielzeug. Dafür musste sie das Eisfach entleeren und verarbeitete tiefgefrorene Pomeranzen in Marmelade. Eine Verwöhnwoche für mich steht an mit Rehgulasch aus dem Slow cooker und Eggs Benedict zum Frühstück.

    Nicht-Weihnachtskleinfamilienfeier bei Sagar mit Thali und Ente Malai. Angesichts des Anlasses erfreulich unweihnachtlich. Wir lernte, dass le pianiste langsam in eine familienähnliche Gemeinschaft mit dem Sohn von Frank Zander integriert wird.

    Erste Gedanken eines Jahresrückblicks: Acht Klausuren, eine Seminararbeit, eine Pergola, eine Freibadkabane; zwei Wochen Abenteuer im Baltikum, eine Goldene Hochzeit. Das Auto fährt wieder (Meine Güte), der Abfluss läuft (Meine Güte), Dach fehlt weiterhin (Meine Güte). Bei einer gewissen Anstalt öffentlichen Rechts setzte sich nach zwei Jahren des Anschiebens einiges an Bewegung; was nun Action erfordert und noch mehr Action erfordern wird.

    Hauptsache ich brauche keine Raunächte für das Jahresendnachdenken. Diese brandneu erfundene ewige Tradition ist milde amüsant, aber in ihrer „wir-brennen-schon-seit-1000-Jahren-Räucherstäbchen-für-Odin“-Variante auch manchmal anstrengend.

    Uneins waren wir, ob die DDR die Drei-Haselnüsse-für-Aschenbrödel-Begeisterung in die Deutsche Einheit eingebracht hat. Für mich war das immer ein Film, der im Westen zwar im Fernsehen kam, aber nicht niemals nie auf einem Level mit zum Beispiel Sissi oder dem Kleinen Lord stand. Während die Ostbekanntschaft ihn immer als DEN Weihnachtsfilm ansah. Gefühl kolonisiert er auch die West-Weihnachtsbräuche jedes Jahr mehr, ist dabei Sissi oder Loriot weit hinter sich zu lassen.

    Planungen für den Jahresanfang: Endlich das Spotify-Abo kündigen. Aktueller Alternativplan: Qobuz für Musik und die Apple-Podcast-App für Podcasts.

    Resilienz und Bettelampel

    Ein 85. Geburtstag im Bohrerhof.

    Gelernt bzw. wiedererinnert: Bettelampel heißt das: Bedienungsanleitung Ampel.

    Waffle House ist ein Phänomen der amerikanischen Südstaaten. Eine Kette, die alle verbindet. Im Waffle House kann mensch beim 24-Stunden-Frühstück alle Einheimischen aus allen Ways of Life finden. Sie ist einfach immer offen und da. Wie sehr sie da ist, zeigt dass die FEMA, die amerikanische Katastrophenschutzbehörde, einen Waffle House Index hat: Dort wo selbst Waffle House geschlossen hat, ist die Katastrophe am katastrophalsten.

    USA Today berichtet darüber wie Waffle House seine Resilienz erreicht: Viel Logistik (z.B.: wenn ihr wist dass ein Hurricane kommt, mahlt Kaffeebohnen für mehrere Tage vor – ihr wisst nicht ob ihr Strom haben werdet, gut für den Fall ausgebildete Employees und freiwillige in Jump Teams, die nach der Katastrophe kommen: ‚Waffle House Index‘ is a real thing during disasters. How does the restaurant chain do it?

    UCLA, eine der besten staatlichen Unis der USA, bietet einen neuen KI-generierten Kurs zur Literaturgeschichte an. Es ist noch schlimmer als man denken könnte: UCLA’s new AI-designed literature course has the worst-looking textbook cover I’ve ever seen.

    Warum weg von Spotify. Der Dienst erfindet Künstler und flutet seine Playlists mit ihnen, um Tantiemen zu sparen: The Ugly Truth About Spotify Is Finally Revealed

  • 24-04-23 Jenseits von Afrika

    24-04-23 Jenseits von Afrika

    Die Wahlplakate zur Europawahl hängen. Hier vor allem die CDU, gefolgt von der SPD. Ich sah bisher nur vier AfD-Plakate. Die hängen aber gemeinerweise direkt vor dem Büroeingang. Noch gemeinererweisen hängen sie hoch und die Stelle ist viel zu gut einsehbar.

    Am Sachsendamm schloss ein unauffälliger Döner-Burger-Laden. Hätten sie nicht das alte Schild hängen lassen, wüsste ich nicht einmal, was es war.

    In der Hauptstraße eröffnete Barber Broz. Damit dürfte an der Straßenecke langsam die Zahl der Friseure die Zahl der Dönerläden überbieten.

    Gelesen:

    Joe Moran: On Roads. Ein perfektes Reisebuch. Moran schreibt eine Art gutgeschriebene Wikipedia-Artikel über die Kulturgeschichte englischer Straßen (vor allem der Autobahnen): Von der Entwicklung der Verkehrzeichen und ihrer Typographie („the north“) bis zu den Autobahnraststätten. Kurze Kapitel, die recht unverbunden sind, unterhaltsam, lehrreich, und beim Zugfahren kann man natürlich immer gleich hochschauen und vergleichen.

    Madame las:

    Barrie Kosky/ Rainer Simon: Und Vorhang auf, Hallo! Die Autobiographie von Barrie Kosky. Sie ist begeistert. Sehr. Ich werde noch lesen. Stelle aber erfreut fest, dass Kosky großer Muppet-Show-Fan ist. Und da die Muppets ebenso wie Kosky zu den Privatheiligen dieses Blogs gehören, ist es umso schöner, dass sie zusammenfanden.

    Your time to shine has come

    Im April 1974 führte Willy Brandt seine letzte Auslandsreise als Kanzler durch. Am Ende des Monats wurde der DDR-Spion Günter Guillaume enttarnt. Damit war Brandts Kanzlerschaft vorbei. In denselben Tagen erlebte der Steglitzer Kreisel seine erste Insolvenz. Das spielte alles am Wochenende keine Rolle. Denn obwohl wir am Wochenende intensiv in den April 1974 zurückschauten, ging es um Anderes.

    Irgendwie zu heiraten bekommen viele hin. Fünfzig Jahre durchhalten, auch when times get rough and when evening falls so hard, das ist eine besondere Leistung, die musste gefeiert werden. Eine Feier, die immer noch so voll und groß ist, dass ich ihrer Erinnerung nur schwer handhabbar werde. Einige Szenen:

    Das weiße Geschirr mit blauem Rand ist Orga-Geschirr und kann genutzt werden, ohne mit dem Festivitätsgeschirr in Konflikt zu geraten.

    Um zum Lokal zu kommen: Nach der Unterführung links-rechts-links. Parken am Friedhof. Der nächste Parkplatz zur Kirche ist neben der Gewerbeschule, die direkte Durchfahrt nach dort aber eine Baustelle.

    Ungewohnte Familienaufstellungen und Mischungsverhältnisse. Sehr erfreulich.

    Pizzeriagespräche über das Fotografenehepaar in Rente, das Koryphäen für die Reparatur von BMW-Z-Cabrio-Verdecks ist. Sie können nichts anderes, aber das können sie gut.

    Das Strauß-Transportgefäß.

    In der Kirche wurde Stuhlreihe um Stuhlreihe ergänzt.

    Eine außergewöhnlich gute Predigt, begleitet vom begeistertem Nicken des Jungen Glücks. Fürbitten der neuen Generation.

    Eine Liveschaltung zum Korintherbrief.

    Die Gute-Worte-Torte.

    Das Max-Raabe-Stand-Up.

    Ungewohnte Familienaufstellungen und Mischungsverhältnisse. Sehr erfreulich.

    English Liquorice.

    Like a bridge over troubled water I will lay me down.

    Menükarte auf Goldener-Hochzeits-Tisch

    Panoramawagen

    Langstreckenfahrten mit der Deutschen Bahn werden auch objektiv immer abenteuerlicher. Diesmal aber in der für mich erfreulichen und dennoch absurden Situation, dass ich durchgehend auf reservierten 1-Klasse-Plätzen schaukelte, während um mich herum Chaos ausbrach.

    Berlin->Basel. 6.30h am Bahnhof die Mitteilung: Ihr Zug (ICE 995) fällt aus. Ersatzlos gestrichen. Der Anschluss an den EC9 ist damit natrülich auch perdü. Während sich am Bahninfo-Schalter eine Schlange bildet, versuche ich so schnell ich kann, noch Plätze im nächstbesten Zug (ICE 279) zu reservieren. Ich erwische einen der letzten vier freien Plätze in der Ersten Klasse. Im weiteren Verlauf des Tages fallen weitere Züge aus. Unser Zug hält länger in Eisenach, weil er überfüllt ist, die Fluchtwege nicht mehr frei sind und sich doch bitte alle etwas besser verteilen sollen. Selbst 8in der Ersten Klasse stehen Menschen im Gang. Währenddessen trinke ich Kaffee am Platz und lese ein schönes Buch.

    Nebenentdeckung: Frau Unterwegs-ist-das-Ziel existiert wirklich. Huschte aber leider nur kurz durch den Waggon, so dass ich sie nicht ansprechen konnte.

    Basel->Berlin. Man sollte meinen, eine Stunde Umsteigezeit in Mannheim reicht. Ich hatte absichtlich den Eurocity gewählt, denn er wird von Schweizern betrieben. Auch fährt dort der Gotthard-Panoramawagen mit. Leider werden die Waggons bis Hamburg von der SBB gestellt, die Lokomotive aber ab Basel von der DB. Und dort begann das Elend.

    Wenn die Deutsche Lok vor den Schweizer Waggons im EC8 schon 40 Minuten braucht, um zum Einsatzort zu kommen und dann zwischendurch wieder streikt, wird es eng. Freundlicherweise überholte der nachfolgende ICE (ICE72) in Karlsruhe am selben Bahnsteig, so dass wir spontanes Zughopping machen konnten, In Frankfurt nutzten die zusammengeschrumpfte Umsteigezeit von 7 Minuten in den ICE596.

    Beides am Ende nette Fahrten, aber beide begannen mit viel Chaos. Auch wenn ich glimpflich davonkam. Ich fände es apart wenn Bahnfahren auch funktionieren würde, ohne dass man die halbe Fahrt mit Spontan-neu-planen beschäftigt ist.

    Einbürgerung Welfencreme

    Die Muppet-Macher*innen noch alberner als sonst: „The Muppet Show“ Season 1 CREW VIDEO 1976

    Mequito scheiterte an Einbürgerungstestterminen in Berlin und weicht nach Brandenburg aus.

    Ilka war im Hallenbad Feuerbach und ich! bin! neidisch!

    Gabi Frankemölle bereitete Welfencreme zu.

    Anke Gröner derweil über den Sinn in Sternerestaurants zu gehen.

  • 24-04-21 De Leiw hört nienich op!

    24-04-21 De Leiw hört nienich op!

    Hossa. Was ein Wochenende. Jetzt erstmal drei Tage Schlaf- und Badekur. Auch, um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

    Die Rahmenhandlung:

    Freitag: ICE995 -> EC9 // ICE 279 -> Schwalbenäscht -> Abends Pinocchio (Pizza Nordstadt). Zwischendurch das Ergebnis der Technische-/Theoretische-Informatik-Klausur: Bestanden. Damit Bergfest: 90 von 180 ECTS errungen!

    Samstag: Christuskirche -> Schwalbenäscht (Morchelsauce und Krokotten) -> Das alte Haus am Zentrum der Macht (Zuger Kirschtorte und Rüblimuffins) -> Das alte Haus am Zentrum der Macht (Dolomiti).

    Eigentlich könnte ich die nächsten drei Wochen Blog nur mit Samstagsrückblicken füllen. Mal schauen.

    Sonntag: Schwarzwälder Kirschtortenfrühstück -> EC8 -> Überraschungsintermezzo ICE72 -> ICE596. In Berlin vom ersten Europawahlplakat (SPD) begrüßt worden.

    Vogelperspektive auf gedeckten Festtisch.
  • 23-08-08 Rapunsel, LET’S GET LOUD!

    23-08-08 Rapunsel, LET’S GET LOUD!

    TwinDos 1 ist leer.

    Ich entdeckte eine korrekte Durchkopplung in freier Wildbahn und war begeistert. Outlook redet von „Anwendungs-Add-Ins“. Selbst in diesem Deutsch-Englisch-Gemischt funktioniert der Bindestrich. (Next step: Ist es auch der typographisch korrekte Halbgeviertstrich?)

    Das aber streift nur vorbei in meinem Hirn, denn eigentlich bin ich noch dabei, eine Hochzeit zu verarbeiten. Diese ist ist noch so präsent, dass selbst die deutsche Bahnigkeit der Deutschen Bahn akut in den Hintergrund tritt.

    Regenbogenfische

    Es begann um 14 Uhr mit der Trauung in der Stadtkirche Lörrach. Danach folgte Empfang vor der Kirche mit Auftritt der Kindergartengruppe, Sekt und Gebäck. Später ging es über den Hof in die Alte Feuerwache (heute ein evangelisches Gemeindezentrum). Dort gab es Kuchen, später Essen vom Buffet, Programm und Tanz.

    Angenehm: eine Innenstadthochzeit. Diverse Hotels waren in Laufnähe, ebenso wie sonst eine komplette Infrastruktur. Spannend: die Passant*innen, die während des Empfangs immer wieder durch die Hochzeitsgesellschaft liefen.

    Aber auch neue Probleme: Der Geldgeschenketisch erfuhr eine dauerhafte Bewachung.

    Als Leser weiß ich, dass blinde Schwärmerei urlangweilig zu lesen ist: Aber wir alle wünschten es dem Paar aus ganzen Herzen. Die Feier traf genau den schmalen Grad zwischen organisatorischer Perfektheit und informell-menschlich-bodenständig. Überhaupt passte die Feier genau zum Paar.

    (und auch wenn wir aus der Ferne im Vorfeld manche Rumpelei und sich abahnendes Gewitter in den Organisationskreisen vernahmen – es wäre wunderlich wenn nicht; auf der Feier selbst konnten wir als Gäste nichts davon wahrnehmen.)

    Es war reichlich perfekt. Also perfekt im Sinne „so wie es sein soll.“ Wenn der Anspruch ist, dass alle sich wohlfühlen und sich mit Freude zurückerinnern, scheint mir dieser eingelöst.

    Überhaupt: Auch eine Entdeckung der letzten Jahre: wenn man schon mal selber geheiratet hat, ist jede andere Hochzeit natürlich ein Anlass für unfassbar viele Erinnerungen – schon allein dadurch wird die Laune echt gehoben.

    Erwähnte ich, dass es schön war?

    Der Cousinenchor fand mit seinen Stücken (Geh aus mein Herz, Irish Blessing (May the road rise to meet you(*)), Endlich sehe ich das Licht) großen Anklang. Auch bei Cousins und Cousinen selber – sehr erfreut, wie gut alles funktionierte und natürlich erst recht bei den Gästen.

    Ein großer Knaller bei den Kindern waren die Konfettikanonen. Eigentlich waren sie für den Abschluss von Endlich sehe ich das Licht gedacht, aber anscheinend blieben welche von Ihnen unbenutzt, die dann den Abend über gezündet werden konnten.

    Mitten im Traugottesdienst trank die Pfarrerin zusammen mit dem Paar eine Runde Softdrinks. Und es ergab Sinn und hatte seinen Platz. So dezent unkonventiell wie dieser Moment sind Paar und war die ganze Feier.

    Vor dem Einmarsch des Paares in die Kirche erklang Jennifer Lopez‘ Let’s get Loud. Wären sie mit einer Samba-Choreographie in die Kirche gekommen, wäre auch niemand der Gäste überrascht gewesen.

    Hochzeitstafel mit Tischdecke, goldenerm Überzeug, roten glitzendernden Papierherzen und einem Leuchtelement.

    Es war ausreichend Käsegebäck vorhanden. Der peruanische Teil der Familie hatte Empanadas gebacken.

    Sehr lieb die Cateringdamen, die Madame das Roastbeef in gabelgerechte Stücke vorschnitten.

    In einem früheren Leben war die Alte Feuerwache kein Ort für Familienfeste sondern ein alternativer Jugendtreff. Verschiedene Anwesende erinnerten sich an wüste Punk-Konzerte oder an unverfänglichen Smalltalk, bei dem man Fremde fragte, warum sie nach Lörrach gekommen sind – „Ja, weischt, hier ist das mit dem Heroin einfacher.“

    An die Zeiten als die Alte Feuerwache noch der Jugendfeuerwehr dienten, erinnerten sich vermutlich nur noch wenige der Anwesenden.

    Faszinierend, den Familienteil K kennenzulernen, von dem ich öfter gehört hatte, aber sie noch nie live getroffen. Während die S ihre Ursprünge ja anscheinend unter preußischen Pastoren und Industriellen hatten und durch die Verwerfungen des 20. Jahrhunderts nach Baden gelangten, scheinen mir die K’s urbadensch zu sein. (Urbadisch? Uhrbadend?)

    (Wobei der S-Teil der Familie S eigentlich aus der Schweiz kam und nach Nordbaden auswanderte – nicht ohne Exkursionen ins Elsaß; der preußische Bildungsbürgerteil hört eigentlich auf die Namen K und T. Auf jeden Fall sind Familienfeste eine gute Gelegenheit Familien aufzudröseln.)

    Zusammen mit anderen Angeheirateten überlegten wir, dass doch so ein Diagramm mit Beziehungen und aktuellen Fotos nützlich wäre. Außerdem gäbe es dann zwei tolle neue Familienevents: „Hier ist dein erstes Diagramm.“ und wichtiger „Du wurdest in das Diagramm aufgenommen.“

    Was ist nur mit den jungen Leuten los! Sie spielen Bierpong und dann nicht-alkoholisch!

    Erfreulich: Trotz Madames gebrochenem Arm wurden wir im entsprechenden Spiel als Paar erwählt, dass am ehesten Tanzen wird.

    Am Ende 12,5 Stunden gefeiert. Am Ende durch Lörrach downtown ins Gästezimmer gehumpelt. Und Sonntag kam die Deutsche Bahn.. vielleicht bin ich ab Ende der Woche wieder ansprechbar.

    Wasser

    Poupou war auf einer Hochzeit.

    Frau Brüllen fuhr Kayak.

    Frau Krautundrüben wanderte doch nicht durch Slowenien.

    Im polnischen Wahlkampf geht es darum, dass die Deutschen den Polen das Pilzesammeln verbieten wollen.

    Im Radio gehört, dass die nächste Weltjugendtag der katholischen Kirche in Seoul stattfinden soll. Die Pfadfinderbewegung weltweit weiß nicht ob sie lachen oder weinen soll.

    (*) Anscheinend hat dieser „traditionelle irische Song“ sein Leben als Neues Geistliches Lied der deutschen evangelischen Kirche begonnen. Das ruft nach Recherche.