Schlagwort: Fernuni

  • 26-04-16 Der Pool ist gerichtet

    26-04-16 Der Pool ist gerichtet

    „Ein endlos laufendes Programm ist von einem sehr, sehr lange laufendem Programm erst dann zu unterscheiden, wenn das sehr, sehr lange laufende Programm zum Ende gekommen ist.“

    Ich beginne mich wieder mit der Fernuni zu beschäftigen.

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    Madame informierte mich, dass zehn Kilo Orangen in der Packstation liegen.

    Wir absolvierten gemeinsam eine Mini-Fortbildung zum Thema „Ein Paket im Auftrag einer anderen Person aber ohne Benachrichtigungskarte an der Packstation abholen“.

    Ich informierte Madame, dass acht Kilo Orangen im Kühlschrank liegen.

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    Die Zierkirsche ziert sich nicht mehr. Aus dem Fenster schaue ich direkt auf einen rosa Puschelfluffel.

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    S-Bahn-Fahrt-Fragen: Warum gibt es keinen S-Bahnhof Wilmersdorf? Es gibt Neukölln->Tempelhof->Schöneberg->Halensee. Nur Wilmersdorf wird als Ortsteil verschwiegen. Selbst der Mini-Ortsteil Witzleben hatte über Jahrzehnte seinen eigenbenamsten Bahnhof, bevor dieser in Messe Nord umbenannt wurde.

    Anlässlich des Bahnhofs-Umbenennungs-Gedanken erinnerte ich mich, dass das Südkreuz ja eigentlich auch der ehemalige Bahnhof Papestraße ist.

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    Im Bahnhof Papestraße wurden Rolltreppenabsperrungen zurückgebaut. Die Rolltreppen sind genauso gesperrt wie zuvor, aber unauffälliger. Ein „im Auftrag von DB-Security“-Mitarbeiter wies seinen Kollegen darauf hin, dass auch die Worte „zeitweilig“ und „derzeit“ von den Störungs-Hinweisen verschwanden.“

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    Es waren drei Arbeitstage mit Don-Giovanni-Intermezzo.

    Weiss alter Kastenwagen mit Aufschrift "occo   ngano  liesen"

    Im Juli dann in Staaken

    So sehr der Subaru „ein Geschenk“ ist, er hat einen Nachteil. Er ist anders als die anderen. Bei diffizileren Problemen lohnt es sich, eine Subaru-Werkstatt aufzusuchen. Beziehunsgweise, DIE Subaru-Werkstatt. In ganz Berlin werden vier Millionen mögliche Subaru-Fahrer*innen von dieser einen Werkstatt betreut.

    Die Werkstatt legte ihren Sitz bereits vorsichtshalber an den Rand des Stadtgebiets in die letzten Ausfransungen des ÖPNV-Netzes. Und dennoch ist sie dauer-überlaufen.

    Was dann zuverlässig dazu führt, dass man sie mit viel Mühe davon überzeugen muss, überhaupt einen Termin in ferner Zukunft zu vergeben – nicht ohne wechselnde Seufzer und Verzweiflungslaute am Telefon gegenüber – und dann lange Zeit später zwei halbe Tagesreisen noch über Spandau hinaus zu unternehmen.

    Ende Juli dann werden sie sich die Klimaanlage anschauen.

    Front quadrant swimming zum Beispiel

    Meine Schwimmbadbesuchsfrequenz ist schlecht. Noch scheinen sie mir im Bad aber zu verzeihen. Als ich mir mein obligatorisches Eintrittskärtchen geben ließ, breitete der Kassierer seine Arme aus und informierte mich: „Der Pool ist gerichtet.“

    Im gerichteten Pool hatte ich erstmals den Eindruck im echten Schwimmen einige Total-Immersion-Änderungen gleichzeitig betreiben zu können, ohne so sehr aus dem Rhythmus zu geraten, dass ich wieder fast ertrinke. Sehr angenehm.

    Ein telefonierender Mann erzählte am Telefon, dass er gern zum telefonieren in die Ringbahn geht, weil er das interessanter findet als zu Hause zu sitzen

    DAISY blinkte anklagend. Das elektronische Info-System der BVG legte all‘ die Empörung, die es ausdrücken konnte in die Mitteilung „Tram fährt unregelmäßig/ Falschparker in der Langhansstraße!.“ Damit verblieb Berlin leider im Normalmodus. Von den vier benutzten Verkehrsmitteln auf dem Weg zum und vom Kino1 hatten drei Probleme.

    Die Ringbahn hatte Baustelle und fuhr nur in eine Richtung. Die Tram hatte Falschparker. Der Bus hatte auch Baustelle und hat vor Schreck nicht mehr angezeigt, wo er gerade langfährt. Nur die Nord-Süd-S-Bahn lief wie ursprünglich geplant.

    In der S-Bahn stellte ich mir kurz eine Version meiner selbst vor, die mit dem ungesicherten roten Battaglin-Rennrad, das direkt vor der Wagentür stand, durchbrennt. Allerdings müsste dieses alternativ-ich sportlicher sein als das echt-ich, um eine faire Fluchtchance aus dem Bahnhof heraus zu haben.

    Vor allem hatte ich die Strecke gewählt, um mit dem 200er einmal die Touristenroute Leipziger Straße / Schloss / Rotes Rathaus zu fahren. Unterschätzt hatte ich, wie viele Tourist*innen den April für einen guten Monat für Städtereisen halten.

    Während wir buskuschelten, erzählte eine resolute Ostberlinerin mit Mecki-Frisur im Ich-kann-Büro-aber-lieber-ernte-ich-Zucchini-Outfit ihrem Nachbarn von „Anzugschnöseln, die sich die Schuppen aus den Haaren pulen. Ich hätte fast gekotzt.“ Kurz zweifelte ich an meiner Verkehrsmittel-Wahl.

    Faf!

    Niemals allerdings zweifelte ich am Ziel: Das Filmtheater am Friedrichshain (FaF) und dessen Saal 2.

    Für den Emotionsüberschwang zitiere ich das Kinokompendium:

    Der Saal ist zweifellos einer der schönsten Säle Berlins und der gelungenste der fünf Säle, die alle unterschiedlich von der Bühnenbildnerin Vera Dobroschke gestaltet wurden. Wahrscheinlich hat sie hier den größten Teil ihres Etats verbraucht. Fans von Sälen mit herausragendem Ambiente sollten dem Saal 2 im ‚FaF‘ unbedingt einen Besuch abstatten.

    Jenseits von Saal 2 ist das Kino nicht ganz so spektakulär – aber fast. Auf der Außenterrasse des Fafs liegt der kleine Biergarten. Auf der anderen Straßenseite der Volkspark am Friedrichshain und nebenan lauter Gebäude, die vermutlich Preisträger des Wettbewerbs „Stelle-Gentrifizierung-als-Mehrfamilienhaus-dar“ sind.

    Thank God, dass das Kino nicht wie ursprünglich geplant an einem Bürobau weichen musste.

    Noch eindrucksvoller als das Kino war der Film. Nachdem mir Yorck eine Mozartkugel geschenkt hatten, alle im Saal die Miniatur-Sitzplatznummerierungen gefunden und sich einsortiert hatten, begann ein Epos.

    Blick in den Saal 2 des FaF mit Zauberflöten-Deko auf dem Screen

    Wolferl!

    Der Film, Amadeus, vertritt eine starke These: Mozart war die Stimme Gottes.

    Tatsächlich fragte ich mich während des Schauens mehrfach, welch wundersame kosmische Konstellation dafür sorgte, dass dieser Film so entstehen konnte. Nur nach irdischen Verfahren ist seine Existenz kaum zu erklären.

    Denn ich sah den Film, stellte nach drei Minuten fest, ihn zu lieben und dieses Gefühl hielt drei Stunden lang an.

    • Er ist gleichzeitig Camp/albern, fast möchte ich sagen John-Waters-beeinflusst, und nimmt sein Thema dennoch jede Sekunde ernst.
    • Er ist in seinem Befinden und seiner Ästhetik so un-Hollywood wie ein Publikumsfilm nur sein kann und gleichzeitig mit Blockbuster-Aufwand und -Erfolg in der Welt.
    • Die Musik ist von Neville Marriner und der Academy of St Martin in the Fields, die darauf bestanden, dass Mozart notengetreu im Film gespielt wird. Überhaupt lese ich, dass der ganze Film um die Musik gebaut ist, nicht anders herum.
    • Also: John Waters dreht mit Neville Marriner einen Hollywood-Blockbuster über klassische Musik und gewinnt acht Oscars.

    Gran Partita aligned in every language

    Letztens schrieb Dasnuf wie befremdlich sich der Besuch eines Klassik-Konzerts anfühlte und wie wenig sie mit dem Einführungstext anfangen konnte. Da musste ich doch während Amadeus denken, als Salieria die Gran Partita2 darlegt. Ein Film, der sich über eine Minute Zeit nimmt, ein Mozartstück zu erläutern. Großes Kino. Und wer den dritten Satz ganz hören will: Mozart – Serenade Nr. 10 B-Dur „Gran Partita“ | WDR Sinfonieorchester

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    Was ich immer mal selber machen wollte: Eine Seite, die zu einem Thema alle Wikipedia-Titelbilder der verschiedenen Sprachversionen zeigt: In every language. (via)

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    Manchmal fühlte ich mich aligned, dennoch war das Lesen nicht obsolet.

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    Was hat sich in Armenien verändert in den letzten Jahren?

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    Kohl! How an unappetizing shrub became dozens of different vegetables (via)

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited No. 20 – 11,90€/Besuch damit preiswerter pro Besuch als jede reguläre Abendkassenkarte. ↩︎
    2. Die ich nicht erkannt, sondern im Nachhinein recherchiert habe. ↩︎
  • 26-03-24 Nur das versteckte Sektglas blieb

    26-03-24 Nur das versteckte Sektglas blieb

    Inspektionstermine beim Fahrradmeister haben eine Wartezeit von sechs Wochen.

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    In der Lokalzeitung lernte ich, dass der Haupt-Außen-Drehort des Netflix-Brüllers Kacken an der Havel in der Kleinstadt Kremmen direkt neben den Latifundien liegt.

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    Im Schöneberger Ex-Kiez hingegen: 38-Jähriger in Schöneberg angeschossen. Was das zweite Mal innerhalb eines halben Jahres ist, dass in 100 Meter Umkreis der Ex-Wohnung Menschen aufeinander schossen. Vielleicht gibt es ein zuviel an Großstadt-Flair.

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    Das Sommersemester 2026 ist das letzte Fernuni-Semester in dem es – je – in allen Zeiten – für immer – gedruckte Studienbriefe geben wird. Ich überlege noch spontan alles zu belegen, was ich vielleicht je belegen wollen würde, um diese Chance zu nutzen.

    Außer natürlich die Digitalisierung bricht an ihren inneren Widersprüchen zusammen, was in den nächsten Jahren auch nicht ausgeschlossen ist.

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    In meinem Kopf kreist eine Partyidee, die ich mit Abstand immer besser finde. Leider wird es keinen Markt geben. Ich mache mich selbstständig unter dem Claim „Informationssicherheit im Zeitalter globaler Krisen – Resilienz durch Rohrpost.“

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    Auch kreisen in meinem Kopf noch leichte Neidgefühle als ich vom Diplomarbeitsthema „Geschenkpapier“ hörte.

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    Positive Partynachwirkung: Wir leben temporär in einem Blumenladen.

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    Es waren die Tage danach: Nach der Klausur, nach der Einweihungsgsparty, nach dem Subbotnik-direkt-im-Anschluss-an-die-Einweihungsparty.

    Weiterhin bleiben die drei Schachbrettblumen unerklärlich

    Nach der direkten Klausur-Party-Subbotnik-Abfolge, brauchte ich den Sonntag, um mich selbst wieder mit mir selbst zusammenzubringen.

    Ich zupfte ein wenig ein frisch gesprießtem Brennnesseln, sah Madame beim Rosenschneiden zu, erfreute mich am Tagpfauenauge und freute mich vor allem darüber, in der Sonne zu sitzen.

    Wir diskutierten, welches die beste Feldfrucht für den Acker nebenan wäre. Kartoffeln wären nett, die haben schöne Blätter und blühen gut. Oder Kohl1: Die Felder in Dithmarschen sehen toll aus. Aber beides wird in Brandenburg nicht in Mengen angebaut.

    Spargel wäre ortstypisch, sieht nach der Saison auch schön aus, wäre in der Saison aber zu anstrengend. Raps sieht zwar zeitweise toll aus, riecht aber auch durchdringend. Mais bildet im Herbst die dunkelgrüne Wand: eindrucksvoll, aber doch auch deprimierend.

    Am Ende ist wahrscheinlich sanft wogendes Getreide das beste was uns auf dem Acker passieren kann. Wir haben Glück, dieses Jahr sieht es ganz danach aus.

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    Zwei Kraniche beschlossen, den Sommer über in Brandenburg zu bleiben und flogen zwei Meter über dem Bungalow vorbei.

    Aus der Höhe, knapp noch kreisend über dem Acker zu sehen, der Schrei zweier Rotmilane.

    Noch ist alles auf den ersten Blick das meiste im Garten braun-grün. Aber es sprießt und keim und knospet an allen Ecken und Enden. Die Farbenpracht steht kurz bevor.

    Tisch weg. Tischtuch bleibt.

    Nachdem wir uns selbst wieder halbwegs alltagstauglich hergerichtet hatten, durfte dann auch der Rest der Wohnung und Umfeld dran glauben.

    Das Auto durfte mal wieder durch die Disco-Inferno-Waschstraße. Offenbar ist der Frühling jetzt lange genug anwesend, damit die Waschstraßenschlange am Wochenende nicht noch hundert Meter die Straße entlangläuft.

    Wir räumten ein wenig hin und her:

    Bier, Tonic Water und Cola wanderten ins Auto – erfahrungsgemäß geht das am Wochenende im Garten besser weg als in der Woche in der Wohnung.

    Die Klappstühle und der Klapptisch wanderten zurück in den Keller. Das restliche Geschirr drehte Runden durch die Geschirrspülmaschine. Nur ein einzelnes Sektglas versteckte sich bis zum Montagsfrühstück in einer hinteren Regaleckeund darf nun allein unter Alltagsgeschirr seine Waschung durchlaufen.

    Die Zitronen-Tischdecke blieb. Die ist zwar grenzwertig groß für den Wohnzimmertisch in seiner Alltagsgröße. Aber sie macht mir einfach gute Laune.

    Nusskanne, Vertreibung, Versöhnung

    Max war im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung – ein Zentrum, das einen maximal schlechten Start hatte, aber sonst sehenswert ist.

    Eine Website zur Nusskanne: Nusskanne.de. Ich hatte keine Ahnung! (via)

    Ich habe auch mal an einer Dunkelfeldstudie teilgenommen. Es war ein Weizenfeld, ich war besoffen und hinterher war das Fahrrad kaputt.

    Anmerkungen

    1. Das Trendgemüse 2026. ↩︎
  • 26-03-21 Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche

    26-03-21 Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche

    Diversität umfasst objektive und subjektive Merkmale, in welchen sich Menschen unterschiedlicher sozialer Gruppen unterscheiden.

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    Ein PIN-Post-Paketbote brachte 10 Kilo Wolkenberg.

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    Positiver Nebeneffekt der Digitale-Diversitäts-Klausur: Ich bestellte den Kalender der Vielfalt für’s Büro. Ich kenne mindestens eine Person, die das richtig gut finden wird und eine, die es ziemlich fragwürdig finden wird. Bei Beiden ist es richtig, den Kalender aufzuhängen.

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    Der zweite Baumstrauch vor dem Wilmersdorfer Wohnzimmerfenster beginnt zu knospen. Madame vermutet eine Kirsche.

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    Auf unserem Parkplatz-Garten entstanden Familienfotos in Festkleidung vor den blühenden Forsythien. Nach einiger Zeit gelingt mit der Gedankensprung: „Zuckerfest.“

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    Ein Kollege sagte mir, er zähle die Tage bis die Freibäder wieder öffnen und er wieder an der frischen Luft arbeiten können. Auf meinen Versuch, interessiert zu wirken, indem ich fragte „Wie viele sind es noch“ kam aber nur ein „Öh.“

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    Es war ein Bildungsurlaubstag mit Klausur und Wohnungseinweihungsfestivität und ein Subbotniksamstag.

    Bordieu auch, natürlich

    Ich fand mich sehr im Jahre 2026 lebend, als ich per Uber Eats ein USB-Kabel bestellte, damit ich meine Online-Klausur „Diversität“ schreiben kann. Denn nicht nur fiel mir in letzter Minute auf, dass ich seit der letzten Online-Klausur umgezogen war – vor allem fiel mir auf, dass das von der Fernuni gewünschte Setup – mit einer Webcam schräg seitlich auf mich und den Schreibtisch mit Monitor – in der neuen Aufstellung von Rechner, USB-Anschluss und Wand mit dem alten kurzen Kabel nicht mehr funktionierte.

    Und weil ich nicht noch ein bis zwei Stunden damit verdödeln wollte, mir ein entsprechendes Geschäft zu suchen und nach dem entsprechenden Kabel zu fanden, bestellte ich online und der Essens-Lieferdienst brachte zwanzig Minuten später drei Meter USB vorbei.

    Ich lernte noch einmal die grundlegendste aller Definitionen zu Diversität. Ich rekapitulierte, dass das Modell der Charta der Vielfalt auf Gardenswartz and Rowe (2003) zurückgeht und ich versuchte, Grafiken auswendig zu lernen.

    Bei der Klausur merkte ich schon, dass ich Thema prinzipiell kenne, aber auch prinzipiell übersichtlich viel gelernt hatte. Ich wusste an entscheidender Stelle noch, dass es ein Verhalten von der Verhaltensabsicht abhängt, und diese höher ist, wenn das soziale Umfeld das Verhalten befürwortet. Aber ob es in diesem konkreten Modell nun die „soziale Norm“, der „soziale Standard“ oder die „soziale Erwartung“ war – keine Ahnung.

    Und ach, Axel Honneth hat etwas zu Akzeptanzdimensionen gemacht? Kam das echt im Modul dran?

    Also ich werde nicht glänzend gewesen sein. Aber ich denke schon, dass die Klausur nett gestellt war, ich das Thema an sich durchdrungen hatte und vermute auch, dass nett korrigiert werden wird.

    Das wird.

    Bunte amerikanische Messbehälter für Cup-Maße sind ein gutes improvisiertes Kinderspielzeug

    Und nach der Klausur wurde es Zeit, die drei Meter USB-Kabel wieder einzusammeln, den zweiten Monitor wieder vom Gästebett zu bergen und all den anderen Krempel zurückzustellen, den ich aus der Schreibtischnähe geräumt hatte, um ja nicht den Anschein zu erwecken, schummeln zu wollen.

    Denn kaum hatte ich das Klausur-Meeting verlassen, machten sich die ersten Partygäste auf den Weg. Wir hatten zum Umzugs-Einweihungs-Open-Flat geladen „Kommt irgendwann vorbei nach 16 Uhr, drop in, tune in, drop out, Schokokuchen, Brezeln und Gin Tonic gibt es auch.“

    Es kam eine wilde Mischung von Menschen, die sich erfreulich gut ergänzten, anscheinend auch gut miteinander auskamen, und immer wenn ich mal in eine Gespräch hineinhörte, klang es spannend.

    Es begann um 16 Uhr mit einem Ex-Aikido-Lehrer-Rettungsschwimmer mit Informatikstudium. Zwischendurch klagte eine NGO-Lobbyistin über die jungen CDU-Schnösel, die noch nie etwas im Leben erlebt haben aber so altklug sind, dass sie es gar nicht erst nötig haben anderen zuzuhören und es endete um 23 Uhr damit, dass Madame und die Alt-Ostberliner-Künstlerin sich an gemeinsame Meerestier-Töpfer-Erfahrungen erinnerten.

    Was ungewöhnlich aber schön war: immer wieder kamen in ihrer Pause direkt vom Dienst Rettungsschwimmer und Fachkräfte in Uniform und Badeschlappen, nahmen etwas Kuchen, unterhielten sich kurz, und die jüngste Partygästin bekam auch eine kurze Führung durch die Schwimmhalle.

    Verschiedene Käse, Brot, veganer Schmalz und Gebäck auf Buffet.

    Mit letzter Kraft zur Kaffeegartenrunde

    Der Rasenmähertraktor sah aus wie ein Go-Cart

    Nach der Party blieb Kuchen. Aber wir hatten Abnehmer*innen: denn mühsam quälten wir uns aus dem Bett, um Samstag um 10 Uhr auf den Märkischen Latifundien zum Vereinssubbotnik anzutreten. Der Rest-Kuchen war ein guter Beitrag zum Buffet.

    Es wurden Lampen geputzt, Geräte repariert und der Häcksler gefüttert. Wie jedes Jahr gab es die Diskussion „soll das Laub wirklich von der Rasenfläche gerecht werden, die als Vereinsparkplatz dient?“, die wie jedes Jahr mit dem Beschluss endete „Ja, denn es ist Eichenlaub, das ist schwierig.“ Dieses Jahr ergänzt um: „Es herrschte viel Ostwind, denn dort liegt fast nur Eiche.“

    Madame und EnergyD übten für ihren Stihl-Werbespot: Zwei Frauen mit Elektro-Heckenscheren im Kampf gegen das Schlehe-, Wildrosen- und Brombeerdickicht am Übergang von der Ausgleichsfläche zum benachbarten Acker. Jede Baumarkt-Werbeabteilug wäre begeistert gewesen von ihrem Anblick.

    Abends: Erschöpfungs-Pizza

    Madame entdeckte eine erste aufgeblühte Forsythien-Blüte auch in unserem Garten und beschloss, dass sie endlich die Rosen schneiden darf.

    Diesmal wählte sie den Ettenbühl-Schnitt (auf eine Höhe einige, alles darüber weg, und wirklich jeden einzelnen Ast anschneiden) nicht ihren sonst üblichen („Altes Holz unten kürzen, neues weitgehend lassen“).

    Im Beet: Zwei blühende Schachbrettblumen. Wie kamen sie dorthin? Niemand weiß es. Woher das erste aufgeblühte Lungenkraut kommt, wissen wir immerhin, freuen uns aber auch darüber sehr.

    Im Nachbargarten: Zwei Amseln. Die ersten seit Jahren. Eine gute Nachricht. In unserem Garten: Rotkehlchen, Bachstelze und Hummelköniginnen. Solitärwespen und eine Holzbiene suchten nach Löchern im Holz, um dort ein Gelege zu errichten.

    Im Ohr: Duo-Elektro-Heckenscheren von Ostnachbar und vom Westnachbar. Nachbar West operierte kosmetisch den Liguster an der Grenze zu uns.

    Meine Freundin, die Frühjahrsmüdigkeit

    Meine Freundin, der Lacklaborant

    Es ist faszinierend. Perry Rhodan hat mich komplett nie interessiert. Sobald Herr Rau darüber schreibt, demke ich „Ach, spannend“: Perry Rhodan 150 bis 179 Da kann ich dann gleich weitermachen: E.T.A. Hoffmann hat mich immerhin interessiert, aber ich bin mit seinem Stil nicht zurecht gekommen. Vielleicht sollte es nochmal probieren: E.T.A. Hoffmann, Die Elixiere des Teufels

    Christiane hat angebadet: Im März am Meer oder auch im März IM Meer.

    Ja – mich. Es gibt ihn noch: Den User, der Telefon und PC per Kabel sychronisiert

    Originell fand ich aber den Gedanken, dass der Begriff und das Gedankenkonstrukt nicht in allen Sprachen und Kulturen vorkommen, nicht einmal bei unseren direkten Nachbarn. Die Frühjahrsmüdigkeit ist am Ende wissenschaftlich nicht haltbar, aber doch eine deutsche Tradition und damit auch ein deutscher Wert. Die Frühjahrsmüdigkeit (man muss sich das Wort in Fraktur geschrieben und im Wochenschautonfall gesprochen vorstellen) ist daher selbstverständlich auch von den Menschen einzufordern, die hier einwandern.

  • 26-03-19 Suche Empfehlungen für Litauen-Bücher (Tapferes, kleines Handrührgerät)

    26-03-19 Suche Empfehlungen für Litauen-Bücher (Tapferes, kleines Handrührgerät)

    Am Südkreuz, ein Service-Fahrzeug der Hamburger Hochbahn.

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    Nachdem dort am Südkreuz die Plätze ausgehen, an denen sich „Rolltreppe-kaputt“-Absperrungen und Schilder aufstellen lassen, dehnt DB InfraGo die Hinweise auf die Laufbänder an den digitalen Abfahrtstafeln aus. „Nur wenige Fahrtreppen verfügbar“ teilen sie mir mit. Ach.

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    Ein Forschungsprojekt möchte mich als neuem Studiumsabsolventen für das Projekt „Dynamische Bildungs- und Erwerbsverläufe“ über „..die Veränderungen, die sich im Leben junger Menschen oft in kurzer Zeit ereignen“ befragen. Offenbar ist mein persönlicher Bildungs- und Erwerbsverlauf zu dynamisch, um in deren Raster zu passen.

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    Mein Supermarkt teilt mir etwas von Eierlieferproblemen mit, informiert aber auch mit „Hochdruck an einer Eierlösung“ zu arbeiten. Leider tauchen vor meinem inneren Auge sofort Supermarktmitarbeiter in der Hocke mit angespanntem Gesichtsausdruck auf.

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    Muss mensch auch erstmal schaffen: Als Kulturstaatsminister zur Leipziger Buchmesse kommen, und von allen Besucher*innen, dem Börsenverein des Buchhandels und dem Oberbürgermeister auf der Eröffnungsfeier abgewatscht werden.

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    Das Schöne an der Wohnung: Wenn ich um 20 Uhr beschließe noch mal schwimmen zu gehen, aber bis 20:45 Uhr lethargisch im Sessel hänge, komme ich trotzdem noch vierzehn Minuten vor dem 21-Uhr-Einlasschluss ans Drehkreuz.

    Der Nachteil: Wenn einen alle Rettungsschwimmer*innen und Fachkräfte am Beckenrand persönlich kennen, fühle ich mich genötigt nicht allzu planschig im Becken rumzufaulenzen.

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    In der Mittagspause: Gespräche welches Kind auf das monochrom beigste aller Essen besteht.

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    Es waren drei Arbeitstage im Zeichen kommender Ereignisse.

    The Thin Man möchte in der Thomas-Dehler-Bibliothek abgegeben werden

    Die gesammelten Romane von Dashiel Hammett mussten zurück in die Bibliothek.

    Es gab eine Vormerkung einer anderen Person – was mich rein abstrakt freut, das Buch wird noch gelesen. Konkret bedeutet es für mich einen Abbruch inmitten der Lektüre.

    Leider fehlen mir noch The Glass Key und The Thin Man in meiner Lektüreliste. Aber das wird. Bei der weiteren Maltese-Falcon-Lektüre stellte ich fest, wie sehr sich der Film in meinem Hirn verankert hat.

    Der ist eine sehr getreuliche Adaption des Buches und ich konnte gar nicht anders als vor meinem inneren Auge stets die Filmszenen zu sehen und zu denken „kenn ich schon“. An den wenigen Stellen an denen das Buch abwich und noch ein paar Extraschlenker einbaute, war ich sofort wieder aufmerksam und begeistert.

    Vilnius Poker – was noch?

    Langsam könnte ich mich in Voraussicht des Sommers eh auf eine neue Gegend eingrooven.

    Es wird Zeit für die Litauen-Lektüre: Sachbücher, aber vor allem Romane, um ein Gefühl für die Gegend zu bekommen. Mein Internet spuckte bisher Vilnius Poker und Silva rerum als wichtige Romane über Litauen aus – aber selbst Silva rerum ist schon in keiner Sprache mehr erhältlich, die ich verstehe.

    Wer also gute Romane und Sachbücher über Litauen auf deutsch oder englisch empfehlen kann – immer her damit!

    Das letzte Kimchi

    Es ist vorbei. Die letzte Gemüslichkeits-Lieferung der Saison lag im Spanholzschrank an der Bibliothek. Die Solawi hat die Lager geräumt und fand dort neben den (seltenen) Kartoffeln auch noch Grünkohl, Spinat und Kimchi. Es werden noch einmal Festtage werden bevor der Monat der Gemüseentbehrungen kommt.

    Die nächste Lieferung kommt im Mai, wenn wieder etwas Frisches zu ernten gibt.

    Die Gemüslicher suchen noch mindestens 15 Mitglieder für das nächste Jahr. Falls ihr in Berlin oder der Prignitz wohnt, Gemüse tatsächlich mögt (und nicht nur denkt ’sollte ich öfter‘) und regelmäßig so von Anfang an selbst kocht, vermitteln wir gerne.

    (Das sind natürlich keine offiziellen Einstiegsvoraussetzungen. Aber ohne diese Eigenschaften wird es unerfreulich werden, jede Woche Überraschungsgemüse verarbeiten zu müssen.)

    Rueblitorte und Gin Tonic

    Unsere Vermieterin meinte es gut mit uns – also nicht mit uns direkt, sondern allgemein mit den Bewohner*innen unserer Wohnung. Die Kornellkirsche vor dem Fenster ist eine einzige Pracht – und das zu einer Zeit, in der sonst nur erste Knospen zu sehen sich und sich die ersten Forsythien gerade ganz vorsichtig ein bißchen ans Blühen wagen.

    Wenn es dann draußen heiß wird, haben wir Schatten, dann schicke Kirschen und am Ende wunderbar farbiges Laub.

    Blick in eine leuchtend gelbe blühende Kornellkirsche

    Gespannt sind wir, was auf dem Garten-Parkplatz noch wächst. Nur anhand der leeren Sträucher und Bäume lässt sich das meistens nicht raten. Aber bald werden wir Blüten und Blätter sehen und mehr wissen. Eine handvoll Forsythien ist da. Das wissen wir schon.

    Die Kirsche wird einen schönen Hintergrund liefern zum Wohnungs-mit-Menschen-Einweihungs-Anlass.

    Madame bewältigte große Teigmengen, die zwei Kuchenbleche bis zum Anschlag füllten. Unser kleiner Handmixer ist für solche Einsätze nicht gedacht. Tapfer stand er bis zum Bauch im Teig, seine „Füße“ immer noch nicht am Boden der Schüssel. Aber er und Madame rührten und rührten, Optik und Geruch der Kuchen sind vielversprechend.

    Dabei wieder gelernt: Falls wir mal ein paar Kästen Getränke bringen, kommt ein Lieferdienst und sofern er die richtige Zufahrt findet, ist selbst das Ausladen und Hochbringen ein Traum: Abstellen direkt vor dem Eingang, eine breite Treppe und das war’s. Die Knusprei werden wir vermutlich wiederholen.

    Die Charta der Vielfalt geht auf Gardenswartz and Rowe, 2003 zurück

    Bevor der Kuchen zum Einsatz kommt, findet morgen die Digitale-Diversitäts-Klausur statt. Offenbar bin ich jetzt im Master-Studiengang ein alter, abgeklärter Student: noch nie an der Fernuni ging ich derart unvorbereitet in eine Klausur.

    Ich setze darauf, dass die Klausur inhaltlich tief in meinem eigenen Komfortbereich liegt. Die Bestehensquoten in den letzten Semestern lagen irgendwo zwischen >90% und >98%. Trotz arg hemdsärmeliger Vorbereitung mache ich mir trotzdem Bestehenshoffnungen. Die Noten waren mir ja schon im Bachelorstudium egal – ich will den Schein.

    Ich hoffe, wenn ich die Charta der Vielfalt auswendig kann und verstehe wie ein paar theoretische Konzepte funktionieren, sollte der größe Teil funktionieren.

    Planvoll mit dem Staubsauger

    Weil solche spontanen Ausflüge aber besonders viel Spaß machen, haben wir zur Feier unseres Hochzeitstages eine unglaublich schlecht geplante Reise unternommen. – die aber richtig schön klingt.

    Christa Chorherr blickt auf Rätselrallies zurück: Verschwundenes gesellschaftliches Leben

    Den Gedanken hatte ich noch nie, aber er ist treffend: „Für mich ist Teams ein wenig wie ein schlechtes Betriebssystem als Anwendung auf einem mittelmäßigen Betriebssystem.

    Wenn man bei unserem Staubsaugerroboter auf einen Knopf drückt fängt er an zu saugen und fährt dorthin, wo halt Platz ist, und wenn man wieder auf einen Knopf drückt, hört er damit auf. Das ist alles. Umso faszinierter bin ich, was Felix an dem seinen alles rumbastelt.

    Carsten möchte uns nicht mit allzusehr mit seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung behelligen. Aber, (klingt das schon fast pietätlos?), ich fühlte mich von der Schilderung gut unterhalten und lernte auch etwas: Woche 11/2026: Alles Gute Und natürlich vor allem gutes Abheilen!

  • 26-03-17 Geschichten aus der Hirschgasse (Tübingen->Berlin)

    26-03-17 Geschichten aus der Hirschgasse (Tübingen->Berlin)

    Mir träumte wir tanzen Rock’n’Roll zu Rama Lama Ding Dong. Nicht ganz so athletisch wie in diesem Video1, aber doch besser als es die Realität gerade hergibt. Gibt es ein Wort für das Gegenteil von Alpträumen?

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    An Mann am Busbahnhof redete hingebungsvoll auf eine leere Bank ein: „Wenn ein Deutscher im Ausland ein Kreuz trägt!“

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    Wir liefen durch Landtagswahlreste in Baden-Württemberg. Ach, die Werte-Union existiert noch?

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    Gelernt: Tübinger Hotelpreise stellen selbst Pariser Preise in den Schatten. Auch gelernt: Es gibt sie noch die Hotels, in denen es auf den Zimmern kein Wlan gibt und die darüber hinaus auch noch im Funkloch sitzen. Als Ausgleich teilte mir ein vorsorglicher Sticker im Bad mit „Zähne putzen ab ins Bett.“

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    Es war ein Feiersonntag und ein Reisemontag.

    Im Saal darunter: Ein afrikanischer Gottesdienst

    „Mit 88 Jahren, da fängt das Leben an.“ – ein Satz, den mensch nicht einmal mehr Udo Jürgens abnehmen würde. Um so schöner, wenn das Leben mit 88 Jahren noch läuft und die Jubilarin einladen kann. Sie war wie immer bezaubernd und hinreißend, um sie zu feiern, kamen sie aus Lörrach und Berlin, aus Konstanz und Baden AG, aus Schwenningen und Kempten.

    Angesichts des Orts in der Hirschgasse inmitten der mittelalterlichen Tübinger Altstadt ließ sich über fast 90 Jahre Verwurzlung in Tübingen sinnieren. Wir hörten Geschichten von Jahrzehnten entfernt, in denen die Stadt an dieser Stelle fast genau so aussah aber doch nicht.

    Aber natürlich ging es auch in die weite Welt. Ich konnte über Ecke Tipps zum Studium an der Fernuni geben (1. Es ist schaffbar. 2. Um vorher einzuschätzen wie schwer etwas wird, hilft ein Blick in die Klausurstatistik) und wir sprachen mit dem iranisch angebundenen Familienteil über die Situation dort. Wenig kriegt mensch gerade mit, selbst aus der eigenen Familie, und das was mensch mitbekommt, klingt nicht hoffnungsfroh.

    Wie Basel nur anders

    Auf dem Weg zum Feierort passierten wir die Ecke Hirschgasse/Kirchgasse. Es muss doch wohl einen lokalen Zungenbrecher zu dem Thema geben.

    Nach dem zweiten Besuch in einem halben Jahr (wenn auch aus komplett anderem Anlass) beginne ich eine Basisorientierung in der Stadt zu entwickeln.

    Die Tübingen-Orientierung beschränkt sich bisher natürlich nur auf den touristisch erschlossenen Teil mit und um die Altstadt herum und rudimentärste Kenntnisse der Buslinien. Aber selbst das ist ein Anfang. Zumal es mit der Entdeckung einherging, dass jede Buslinie ein eigenes Zeichen hat (Eichhörnchen, Fußball, Elefant, Kirche), was einerseits vermutlich barrierefrei ist, andererseits aber auch einfach putzig.

    Angenehm aus der Zeit gefallen, wirkt die Stadt im doppelten Sinne. Es gibt eine hohe Anzahl lebendiger inhabergeführter Geschäfte, die ich so an einem Ort glaube ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen habe. Und eine politisch aktive Szene ist im Stadtbild präsent.

    Das Epplehaus

    Auch in Stuttgart fuhr ein Zug nach Paris Est.

    Ich lernte Zusammenhänge, von deren Existenz ich nichts ahnte. Aufgrund eines Matratzenwechsels im ganzen Hotel, wird die Tiefgarage gesperrt werden.

    Wir aber waren PWK-los mit der Deutschen Bahn unterwegs. Und nachdem vollen Erfolg mit ICE595 (einfach alles funktionierte wie angekündigt), gelang uns dieses seltene Kunststück auch auf dem Rückweg mit ICE596.

    Leider ist meine innere Zeitplanung mittlerweile auf „Ersatzzug des Ersatzzugs vom Ersatzzug, Lokführer fällt aus, Strecke gesperrt und Ersatzbus hält aus seltsamen Anlass“ mit entsprechenden Puffern an möglichen und unmöglichen Stellen ausgelegt.

    Immerhin konnten wir so noch einmal den Fernwandertag Stuttgart-Bahnhofs“halle“<->Stuttgart Bahnhofsvorplatz in beiden Richtungen durchwandern und uns über Stuttgart 21 informieren.

    Der Ersatzverkehr aus Tübingen kam sogar früher in Stuttgart an als erwartet. Unser Zug fuhr um wenige Minuten verspätet los, kam aber wenige Minuten verfrüht am Südkreuz an. Alle Wagen waren in der richtigen Reihenfolge vorhanden. Die Kaffeeversorgung funktionierte tadellos.

    Nur brachte ein Montagsfahrt in der Ersten Klasse die unvermeidliche Mitfahrerschaft aus Businesskasper*innen mit sich. Als sie anfingen, sich gegenseitig MS Teams zu erklären, war das etwas, was ich mir für den Urlaubstag nicht gewünscht hatte.

    Zeit um mal wieder in die Fernuni-Unterlagen zur Digitalen Diversität zu schauen. Die Klausur naht.

    Was ich mir wünschte, und was eintrat: Vor Fulda ein Regenbogen, vor Eisenach ein Storch.

    Wie ich natürliches Assoziationsschweben zur Überschriftengenerierug nutze

    Beim Video-Suchen auf Youtube fand ich ein Role model.

    Vermutlich nur wenige Meter von unseren Festivitäten entfernt, ein Paar beim slawischen Griechen.

    Stefan Rose ehrenmensch. Er mochte die Netflix-Serie Kacken an der Havel nicht und schaute doch neun Folgen um uns davon zu berichten.

    Margrit überzeugte mich: Ich muss Jim Jarmusch’s Father Mother Brother Sister noch sehen.

    Einmal im Leben war ich in der Baggi in Hannover, bei einer eher skurrilen spontanen „Das-schriftliche-Abi-ist-vorbei“-Party. Jedesmal wieder in Hannover staune ich, dass sie noch existiert. Und dort findet sogar noch etwas statt: „Outside World Festival in Hannover am Raschplatz“

    Das ist doch mal eine Blogparade, die mich interessiert: KI und das Bloggen: Wie ich künstliche Intelligenz für meinen Blog nutze. (Hier übrigens vor allem so allgemein unausgegorene Ideen in den Raum zu werfen und unausgegorene Antworten zu bekommen, aus denen sich alles mögliche entwickeln kann, manchmal führt das zu Teilen von Blogposts. Und manchmal als nischiger personalisierter Suchmaschinenersatz. )

    Anmerkung

    1. Überraschendes Nebenbei-Learning der Videosuche: Der Song ist viel zu schnell für die meisten Linedance-Gruppen. Was aber nicht wenige daran hindert, trotzdem eine Choreo im gemächlichen Tempo aufzuführen, die selbst mir möglich wäre. ↩︎
  • 26-03-12 Whisky. Danach auf den Boden legen und Musik hören.

    26-03-12 Whisky. Danach auf den Boden legen und Musik hören.

    Bienen und Schwebfliegen schwirren in der Kornellkirsche. Auch wenn wir theoretisch auf einen Parkplatz schauen wirkt es optisch wie ein Garten. Es ist ein sehr sympathischer Parkplatz.

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    Mir träumte von wilden Abenteuern in einer Ferienwohnung. Diese Wohnung ähnelte stark unserer neuen Wohnung. Was passt: Auch fünf Monate nach Einzug fühlt es sich hier immer noch im positiven Sinn nach Ferienwohnung an. Alles so leicht und hell (und halt auch kleiner) und mit Blick ins Grüne.

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    Die defekten Rolltreppen am Hauptbahnhof/Südkreuz werden langsam ein Berliner Wahlkampfthema.

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    Die Fernuni schickte mir eine erste Einladung zur Absolventen-Ehrung am Campus Berlin.

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    Originellerweise schickt mir die Fernuni auch lauter Einladungen für Studien-Anfangs-Veranstaltungen. Das Sommersemster 2026 wird halt mein erstes offizielles Mastersemester sein.

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    Gastronomische Hyperkorrektur am Café neben dem Büro: „Kalbsschnitzel Wiener Art.“

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    WordPress möchte im Halbtagestakt Updates auf neue Versionen installiert haben. Das ist bei Software ein schlechtes Zeichen. Die Logs sprechen dann auch wenig überraschend von Sicherheitsupdates.

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    Es waren drei Arbeitstage.

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    Was alles in wenigen Stunden eines gewöhnlichen Werktages passieren kann. Einiges wird Nachwirkungen über Monate haben, anderes ging schnell vorbei.

    Karpfenchinkali

    Besonders nett an diesem Werktag war das Kleintreffen der Karpfengruppe. Wie der gesamte Mittwochnachmittag stand auch dieses erstmal unter einem schlechten Stern: Nicht nur sagte die Hälfte der Anwesenden wegen Unwohlsein ab, selbst die als Ort avisierte Resonanz schloß sich an: Heute wegen Krankheit geschlossen.

    Dann aber wurde es schnell besser. Der Georgier direkt gegenüber der Resonanz (Il Ostan) hatte nicht nur geöffnet, sondern auch Plätze in der Abendrestsonne, georgisches Bier und allerlei Teigtaschen mit Kartoffeln, Pilzen, Hack, Käse und Schmand. Ich glaube jemand schwebte vor Freude über Nudeln mit Kartoffeln.

    Ach, diese Chinkali, diese wunderbaren Chinkali.

    Wir redeten darüber dass Informationswissenschaft- und Kommunikationswissenschaft ja nahezu dasselbe sind und Informatik und professionelle Kommunikation damit quasi auch.

    Es ging um Athen und Berlin-Websiten, um den Youtube-Kanal unserer Arbeitgeberin und Gründe, um aus Leipzig wegzuziehen. Außerdem um Geschwindigkeit, so ganz allgemein.

    Ein Teller mit Khinkali und ein Gefäss mit überbackenen Teigtaschen auf einem Tisch,

    Ihr seid Spaghetti!

    Bevor es hätte ausufernd werden können, musste ich aufbrechen. Denn um weiter aus seinem nachmittäglichen Formtief herauszukommen, hatte der Mittwoch einen Film auf das Programm gesetzt.1 Die Spielplandaten von „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ schwinden. Bevor sich der Film ganz aus dem Kinoprogramm verschwindet, wollten Madame und ich ihn sehen. Es lief Abends im Kant Kino Saal 4.

    Ich testete neue Westberlin-Strecken. Mit der M46 zum Ku’damm, dann ein paar Meter zu Fuß und mit dem X34 die Kant-Straße hinunter, um Madame zu treffen. Eine Stadt, die ich schon ewig kenne, aber auf neuen Wegen mit neuen Perpesktiven – erwähnte ich schon ein gewissess Ferienwohnungs-Feeling in den letzten Wochen?

    Schauspielschulenfilme

    Ach diese Lücke.. ist einfach ein schöner Film. Und wie es sich gehört bei einem Film über eine Schauspielschule, insbesonders ein sehr schön gespielter Film.

    Der Film orientiert sich am gleichnamigen autobiographischen Roman von Joachim Meyerhoff. Er schildert die Zeit wie Meyerhoff von 1989 bis 19922 an der Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München studierte, während er gleichzeitig bei seinen Großeltern: einer ehemaligen Filmdiva (Inge Birkmann) und einem emeritierten Philosophieprofessor (Hermann Krings) wohnte.

    Es ist einerseits ein Film über einen jungen Mann, der immer mehr zu sich selbst und ins Leben findet und andererseits über ein altes Paar, das immer weniger wird und am Ende komplett aus dem Leben schwindet; ein Film mit zwei Bewegungsrichtungen zum Leben und im Leben stehend: Lustig, traurig, anrührend, beängstigend, fröhlich.

    Ins Leben hinein

    Diese Doppelbewegung. Da ist der junge Joachim, halb aus Trotz zur Schauspieler kommend, halb aus Überzeugung. Der Joachim, der irgendwie schon dazu gehören möchte, aber sich allem verweigert was irgendwie peinlich, herausfordernd oder seltsam ist.

    Und eine Schauspielschule bietet sehr viele Gelegenheiten für peinliche Herausforderungen. („Jetzt seid ihr Spaghetti! Und ihr fallt in kochendes Wasser!“) Immer in diesem seltsamen Zwischenspiel, dass er eigentlich dazu gehören will – aber nicht so!

    Sehr schön besetzt mit Bruno Alexander, der als einziger Schauspieler einer wichtigen Rolle im Film nie an einer Schauspielschule war – und vielleicht deshalb das Befremden über das Leben dort und auch eine Art des Spiels besonders gut herüberbringen konnte.

    Aus dem Leben heraus

    Hach, und das Paar, die Großeltern (gespielt von Senta Berger und Michael Wittenborn). So aufeinander eingespielt und nach Außen schrullig wirkend wie vermutlich viele ältere Paare. Wir fühlten uns sehr erkannt. Auch wenn wir kein Duo-Gurgeln betreiben oder Punkt fünf zur Schlag zahlreicher Uhren den Whisky öffnen – wahrscheinlich bietet jedes Paar genug Beobachtungen für solche Momente.

    Sie sind hinreißend, wenn sie gemeinsam aber getrennt Gymnastik machen. Oder wenn er, Ordinarius für Philosophie, immer wieder gerne zustimmend wiederholt, was sie gerade gesagt hat. Oder wenn sie, zu Meyerhoffs befremden, erklären, dass sie Musik am besten nebeneinander auf dem Teppichboden liegend hören können und das sofort in die Tat umsetzen. Damit dann der eine oder die andere oder beide nach diversen Champagner und Whisky am Abend vom Treppenlift ins Schlafzimmer gehievt werden.

    Es ist anrührend, wenn man sieht wie die Routinen und Abläufe immer ein wenig weiterschrumpfen, weil es nicht mehr geht. Während gleichzeitig der junge Meyerhoff immer weiter ausgreift, größere Kreise zieht, in die Wellt tritt.

    Wirklich ein schöner berührender Film. Nicht ganz so großartig in Kamera, Ausstattung und Sound wie Hamnet – aber ähnlich großartig gespielt.

    Hit is muchel to seggen all þat pinunge hie on me uuroȝten

    Ein sehr schönes Experiment. Ein durchgehender Reisebericht, der in jedem Absatz sprachlich ein Jahrhundert zurückrutscht. Bei mir kostet es ab 1500 Mühe, ab 1200 bin ich raus.: How far back in time can you understand English? (via The Curious About Everything Newsletter #60)

    Auch über die englische Sprache schreibt Herr Rau. Konkreter vor allem über /æ/, /e/ und /ɪ/: Aussprache-Spiele und -Videos

    Um im Thema der letzten Einträge zu bleiben, legt der Guardian nach: The unbelievable life of Leo Sayer! The songs, the sex, being swindled – and a spooky phone call from Elvis

    Anmerkungen

    1. Yorck Unlimited No. 15 dieses Jahr – 15,86€ pro Besuch. ↩︎
    2. Punktgenau dasselbe Jahr in dem der andere große Schauspielschulenfilm Kleine Haie gedreht wurde. Die beide grundverschiedene Filme sind aber dasselbe Setting haben. Anlass für ein Double Feature. ↩︎
  • 26-02-24 Wir müssen unter der Kiefer noch nach Kot suchen

    26-02-24 Wir müssen unter der Kiefer noch nach Kot suchen

    Das Datum für das Einweihungs-Open-House steht. Die Einladung steht auch schon fast. Gestern fertigte ein freundlicher Kassenmitarbeiter noch ein freundliches Strandkorbfoto von uns beiden an.

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    Madame kehrte aus Basel zurück. Sie hatte knapp 25 Kilo Kaffee und Raclettekäse im Gepäck-

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    Letztens war hier im Haus ein Wasserballspiel mit Publikum. Und statt uns Bescheid zu sagen, hat die Badbesatzung nachträglich besorgt gefragt, ob uns der Lärm gestört hat. NEIN! Wir haben nichts gehört. Sonst wären wir ja dazu gekommen.

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    Auch wurde ich beim Duschen getadelt, weil wir zu den falschen Zeiten schwimmen gehen.

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    Vielleicht schreibe ich mal wieder einen Wikipedia-Artikel. Zur Zeit schwanke ich thematisch zwischen Morris und WEP.

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    Der Currywurststand gegenüber vom Eck-Edeka hat sonntags „Ruhige Tag“. Wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen.

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    Vielleicht schreibe ich auch keinen Wikipedia-Artikel und mache öfter Ruhige Tag.

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    Miss Fluffy schrieb den ersten Durchgang eines Buchs, ich bin angemessen beeindruckt und begeistert.

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    Es war ein Sonntag im Garten und ein Montag mit Arbeit und Kino.

    Markierung und Markierungs-Vermeidung

    Nebenbei vertiefe ich mich weiter in das Fernuni-Modul zur Digitalen Diversität. Je tiefer ich mich eingrabe, je mehr Julia Krönung eigene Forschung einfließen lässt, desto beeindruckter werde ich.

    Angesichts seiner Zielgruppe muss das Modul vermutlich wirklich beim Urschleim anfangen und sich in Tipselschritten nach vorne bewegen. Angesichts des Umfelds ist vermutlich auch die vielfach abgesicherte Defensive vieler Aussagen erklärbar. Aber wenn es dann tiefer in den Stoff geht, freue ich mich an neu zu lernendem und inhaltlicher Substanz.

    Vielleicht wird BIGSI, der Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme doch ein Lehrstuhl für Seminar und Masterarbeit. Aber erstmal die Klausur überstehen.

    Das Schmatzen des Gartenbodens

    Wir sind aufgetaut. Der Garten ist aufgetaut. Ein guter Zeitpunkt, um zu schauen, wie er den Frost überstand.

    Wir fuhren auf die Latifundien, sondierten Rohre und Innenräume (sieht alles gut aus) suchten im Garten nach offensichtlichem Erfrorenem (nichts) und Frühlingsanzeichen (wenig).

    Auf den Feldern nördlich und südlich der Latifundien bilden sich schon wieder Nordsee und Südsee. Diese sind im Vergleich zu vorherigen Jahren noch schmächtig.

    Noch ist es norddeutscher Winter mit Regen und Wind, noch ist es kein Frühling. Noch haben wir nach etwas Logistik, etwas Kontrolle und dreimaligem Durchatmen wieder unsere Sachen gepackt und sind zurück nach Wilmersdorf gefahren.

    Einzelne Zweige eines Apfelbaums im Spätzwinter. Einzelne Wassertropfen hängen am Baum, Knospen sind erkennbar, ebenso wie Flechten an den Zweigen. Im Hintergrund nasser grüner und brauner Boden, ein Beet, das vor allem aus schwarzen Stauden des Vorjahres besteht.

    Der Gesang der Wälder

    Ich entdeckte: Es existiert eine Bus-Direttissima mit dem 249er von unserer Wohnung zum Cinema Paris. Das heißt, ich könnte vom Südkreuz aus über den Ku’damm zum After-Work-Kino fahren und dann direkt nach Hause.

    Ich entdeckte: Neben dem Cinema Paris eröffnet ein bis 24 Uhr geöffnetere Rewe. Gut für Einkäufe nach dem After-Work-Kino.

    Es gab Le Chant des forêts / Das Flüstern der Wälder12. Der französische Dokumentarfilmer Vincent Munier filmt wie er, sein Vater Michel Munier und sein Sohn Simon Munier in den heimischen Vogesen die Natur beobachten. Naturaufnahmen überwiegen, Menschen kommen spärlich ins Bild und zu Wort. Es gibt wenig Dialoge, eher kurze Erzählungen von Michel Munier (Opa) gegenüber Simon (Enkel).

    Da Michels Herzensvogel das Auerhuhn in den Vogesen inzwischen nicht mehr auffindbar ist, absolvieren sie eine Reise nach Norwegen, um es dort zu finden. Aber, der Film geht konsequent von der Spur zum Geräusch zum Bild, finden sie seinen Kot – den Munier früher nutzte, um das Haus nach Kiefernharz riechen zu lassen.

    Beeindruckend: Die Naturaufnahmen. Das langsame Erzähltempo. Die Tatsache, dass Tiere vor allem als Geräusch vorkommen (der titelgebende Gesang der Wälder) und nur mit Glück gesehen werden können. Vincent Munier schafft es das Gefühl vom Übernachten an der Beobachtungsstelle zu vermitteln, vom improvisierten Lagerfeuer, vom Stapfen durch den Schnee.

    Weniger beeindruckend: Zwei Drittel der Aufnahmen bestehen aus Nebel oder Gegenlicht oder Nebel im Gegenlicht. Manchmal hatte ich das Gefühl eines Fünf-Gang-Menüs bei dem alle fünf Gänge aus Sahne und Zucker bestehen. Auch war der Gesang der Wälder großartig, der nicht-Gesang schwierig. Zu viele Szenen sind nicht nur Natur-Tonspur, sondern sie werden mit einem quatschigen New-Age-Geklimper unterlegt. Als würde Munier (oder sein Produzent) dem eigenen Material nicht trauen und dies noch unbedingt bis zum Anschlag aufpimpen wollen – welch Verschwendung.

    Ach, dieses Eis

    Frau Krautundrübe ging ins Burgtheater: Wien, Wien (1)

    Christiane war bei den Mimosen: Mimosen – outdoor

    Eis eins: Der kleine Laden war nur spärlich besetzt und ihre ‚Coupe Noisette‘ ist eine meiner Lieblinge. Zudem dachte ich, dass ich ein Zeichen setzen sollte, ein Wink mit dem Scheunentor an das Universum und gerade jetzt ein Eis verspeise

    Eis zwei: Daheim dann der skurrilste Moment des Tages: es hatte sich ein richtiger Schneesturm entwickelt, wir waren sehr froh, als wir im warmen Haus waren, da dingelte es draussen und… es hielt ein Eiswagen vor der Tür. Wir haben so ein bisschen perplex geguckt, da ist er bimmelnd weitergefahren und aus allen Häusern sind die Leute rausgeströmt (im Schneesturm) und haben halt Eis gekauft.

    Bubble Tea eins: As you may have read on the news, there is currently a blizzard hitting New York City, so I did the reasonable thing to do and hunkered down under a warm blanket went outside to try a new boba shop!

    Herr Buddenbohm sah den Meyerhoff-Film: Wir waren beide hochzufrieden. Und, noch wesentlich erstaunlicher, die Herzdame war nach dem Film nicht mehr übellaunig.

    Anmerkungen

    1. Yorck-Unlimited-Besuch No. 12 – 19,83€ pro Besuch ↩︎
    2. Sehr eigenwilliger deutscher Titel mal wieder – der Wald im Film trötet, rumpelt, röhrt. kreischt, zwitschert – er singt. Aber er flüstert nicht, nur die Menschen flüstern. ↩︎