Schlagwort: Gerüst

  • 23-07-25 Handykette als Sanitätshilfsmittel

    23-07-25 Handykette als Sanitätshilfsmittel

    Ein weiteres Wettbüro in der Straßen verschwand. In wenigen Tagen verwandelte es sich in „Reisebüro & Medien.“

    Eine Ecke weiter hat die hipstereske Gentrifizierung eine Fahnenstange in den Boden gerammt. Die Gorilla-Bäckerei hat nicht nur eine eigene „Philosophie“ auf der Website, die mit allen einschlägigen Buzzwords glänzt. Ihre Team-Vorstellung beginnt mit „Gina has joined us straight from Seattle. She has a background in nutritional science and worked as a personal chef.“. Mehr Berlin-Klischee wäre nur noch eine Freibadschlägerei, an der Wildschweine beteiligt sind.

    (Nebenbemerkung: Fernab aller Klischees sind Berliner Freibäder extrem toll. Das sage ich nicht, weil ich da arbeite, sondern ich arbeite da, weil ich das denke).

    Ex-Korean-Fried-Chicken ist nun eine afghanische Bäckerei. Vermutlich ist es 300 Meter nach Norden gezogen, wo ein Ex-Döner-Laden jetzt ein Korean-Fried-Chicken and Bowl-Shop wurde.

    Die BVG setzt in Schöneberg nagelneue Gelenkbusse mit USB-Buchsen ein.

    Das demolierte Fahrrad hat der Fahrradmeister wieder in Ordnung gebracht. Schlauch komplett defekt. Was gelangweilter Menschen halt auf Hinterhöfen anrichten. Dafür ist jetzt der Subaru demoliert. Ich möchte nicht darüber sprechen, wie es geschah.

    Das Gerüst wuchs weiter. Zum einen in die Höhe, inzwischen ist es beim Dachfirst angekommen. Ein kleiner Teil bekam auch eine zweite Ebene. Quasi ein Gerüst vor dem Gerüst. Warum – wir werden es erfahren.

    Im Hof traf ich einen Nachbarn aus dem Hinterhaus, der mich mit den Worten begrüßte: „Jetzt habt ihr die Arschkarte gezogen.“

    Madame war mit der Europareisenden friedlich beim Italiener essen, sie saßen drinnen, als das Unwetter losbrach. Erst wurde es dunkel, eine Minute später senkte sich ein Vorhang aus Starkregen und wieder eine Minute später flog der komplette Außenbereich des Restaurants mit Stühlen, Tischen und allem zurückgelassenem auf den Tischen in einer Böe davon. Das war eindrucksvoll.

    Nachdem wir in mehreren Versuchen noch einen Orthopäden fanden, der nicht im Urlaub ist, war der erfreulicherweise zugewandt, aufmerksam und wirkte kompetent. Madame hat einen neuen leichteren Kunststoffgips, einen schicken neuen Verband und die Information, dass die Röntgenbilder den Umständen entsprechend sehr gut aussehen.

    Temporäre Einarmigkeit erzeugt überraschende Erkenntnisse. Zum Beispiel: eine Handykette ist hilfreich, wenn frau sonst das Telefon nur einarmig halten und bedienen kann – was eine reichlich wacklige Angelegenheit ist. Wacklig ist es immer noch – aber dabei nicht mehr absturzgefährdet.

    Polen-Nachträge

    Wenn man Meer war, muss man Fotos zeigen, so will es das Gesetz. Ostsee bei Zoppot:

    Ostsee mit Schlauchboot der Seenotrettung und Plattform mit WIndsack. Im Hintergrund ein Containerschiff.

    Auf mehreren Speisekarten fanden wir „Zusatzstoffe.“ Diese kosteten Geld (1-8 Euro) und es handelte sich um Kartoffeln, Salat, Pilze und ähnliches.

    Das polnische Wort Dodatki scheint ein breites Bedeutungsspektrum zu haben.

    In der Judaica-Ausstellung in der Synagoge zum Weißen Hirsch (Wrocław) gelernt: Etrog ist eine Zitronatzitrone, die eine wichtige rituelle Bedeutung am Fest Sukkot (Laubhüttenfest) spielt. Dazu muss sie unbeschädigt sein. Und wie macht man das in Mitteleuropa, wo keine Zitronen wachsen? Man erfindet Schutzverpackungen für einzelne Zitronen – die im Laufe der Zeit zu eigenen rituellen Gegenständen werden: Der Etrog-Schachtel.

    Entdeckt durch die Rococo-Madness-Ausstellung. Die russische Künstlergruppe AES+F aus deren Projekt Europe, Europe Figuren ausgestellt waren.

    Bienenwolfnachtrag und anderswo

    Erfahren: Der geschätzte Wikiphotographer begann seine Nebentätigkeit als Wikivideographer 2008 mit einem Video über den Bienenwolf (Wespe).

    Madame suchte Joga für einarmige und fand immerhin 8 Fun and Safe Exercises to Stay Active in an Arm Cast

    Während es dänischen Ferienhauscontent aktuell in vier Blogs gleichzeitig gibt, findet auch anderer Reisecontent statt. Christine Cazon reiste einst nach Burkina Faso und verbrachte eine Nacht zu zweit allein erst am leeren Busbahnhof in Bamako und dann in einem Stundenhotel.

    (Beschreibung geändert, siehe Kommentare)

    Karen fuhr mit kompletter Familie mit dem Zug von Turku nach Istanbul. Sie schreibt darüber, bisher in drei Teilen: (1) Turku-Stockholm-Berlin-Prag (2) Prag (3) Prag-Wien.

  • 23-07-23 Bienenwolf an Gartentür (Galeria Sztucki)

    23-07-23 Bienenwolf an Gartentür (Galeria Sztucki)

    Madame telefoniert lieber linksohrig.

    Erstaunlich: Mehr als 10 Kilometer von den Latifundien entfernt findet das Technofestival Nation of Gondwana statt. Und wie hören die Bässe bis ins Schlafzimmer.

    Erfreulich: Es ist Juli, ich sitze auf der Südseiten-Terrasse und benötige keinerlei Sonnenschutz. So darf der Rest des Sommers bleiben.

    Seit Freitag sind wir zurück in Berlin. Ich würde sagen: Zurückfinden in den Alltag. Aber natürlich ist ein (temporär) dreiarmiger Alltag anders als ein vierarmiger und so ruckeln wir zurecht. Ein wenig finden wir zurück, ein wenig finden wir neu.

    Gute Nachrichten von den Einsendeaufgaben: „Investition und Finanzierung“ ist absolviert. Die Klausur darf ich auf jeden Fall schreiben.

    Das Gerüst steht unverändert. Ein Held des Hinterhofs hat das Ventil am Fahrrad demoliert. Dieses muss zum Fahrradmeister, bevor ich das Fahrrad wieder nutzen kann.

    Im Garten sprießte der Sauerampfer. Neu gepflanzte Hortensie und Himbeeren vermissten die Gießkanne. Kugeldistel und Stacheldrahtrose erreichten unangeahnte Höhen.

    Auffallend: Seitdem wir das Mähen im Wiesenteil von „selten“ auf „einmal, höchstens zweimal im Jahr“ umgestellt haben, verschwanden die Wilden Möhren.

    Unsere Zeitungsausträgerin ist auch im Urlaub. Die Vertretung weiß nicht, dass wir ein Fr/Sa-Abo haben und belieferte uns täglich. Wir haben jetzt einen großen Stapel ungelesener Zeitungen.

    Vor einigen Wochen entdeckten wir bereits einen Bienenwolf (Käfer) am Liegestuhl, jetzt gesellte sich ein Bienenwolf (Grabwespe) an der Terrassentür hinzu. Unser Bienenbestand scheint okay, was die Menge der Bienenparasiten schließen lässt. Die Schachbrettfalter sind noch da, werden an Menge aber deutlich von den Kohlweißlingen übertroffen.

    Bienenwolf (Wespe) auf weiß-blauem Stoff.

    Wir unterhielten uns, ob Barbenheimer schon ein Thema in Deutschland ist. Also im engen Sinne, im Kino eine Doppelvorstellung Barbie/Oppenheimer zu sehen, oder halt als kulturellen Topos. Ich allerdings nehme es dem Internet übel, dass es mich in den letzten Christopher-Nolan-Kino-Stuss Inception quatschte und werde mich sicher nicht in Oppenheimer setzen.

    Zu Ende gelesen: Kurt Vonnegut: Slaughterhouse V: Erstaunliches Buch, bewegendes Buch. Aber auch ein sehr männliches Buch. Nicht nur weil die Kernhandlung unter jungen Männern im Krieg spielt, sondern auch im erweiterten Rahmen sind die Frauenfiguren eher schlimm.

    Begonnen: Lutz Raphael: Jenseits von Kohle und Stahl. Die verschriftlichte Adorno-Vorlesung zum Thema „Verschwinden der Industriegesellschaften“. Und nachdem ich im Alltag vielzuviel vehement substanzloses „Meinungswissen“ In Medien und Social Media konsumiere, wirkte das wie ein frischer Wind im Hirn. (Auf der Terrasse liegt es in der Suhrkamp-Ausgabe, aber mich freut, dass es auch die Bundeszentrale entdeckte)

    Polen-Nachträge

    Noch-nicht-gebloggte Notizen aus neun Tagen Polen.

    Oftmals liefen wir an einer Galeria Sztucki oder einer Academie Sztucki vorbei. Nachdem wir herausbekommen hatten, dass es anscheinend kein Eigennahme ist, sind wir weiter: Sztucka bedeutet Kunst. Sztucki wird also eine der sieben möglichen Deklinationen dieses Nomens sein.

    Auffallend: Im Museum der Geschichte der polnischen Juden fanden wir keinen Abschnitt zu Esperanto. Obwohl Ludwik Lejzer Zamenhof die Sprache in Warschau entwickelte. Es gibt in der Stadt eine Straße „Esperanto“, die vor allem Endpunkt diverser Bushaltestellen ist. Aber entweder übersahen wir ihn, oder er ist in der Achterbahnfahrt der polnischen Nation irgendwie herausgefallen.

    Cocktail-Karten-Entdeckung im Restaurant. Der Hinweis bei einigen Cocktails „Good for Instastories!“.

    Während wir in der Notaufnahme der Uniklinik Danzig warteten, lief in einem Fernseher TVP2. Neben diversen Folgen polnischer Jeopardy- Glücksrad- und Familienduell-Adaptionen, lief auch die polnische Eigenproduktion Na sygnale. Es scheint sich um eine Daily Soap zu handeln, die auf einem Ambulanzwagen spielt. Und dann im Fernsehen einen Daily-Soap-Ambulanzwagen und eine Daily-Soap-Notaufnahme zu sehen, während wir in der echten Notaufnahme saßen und die Ambulanzwagen vor der Tür vorbeifahren. War schon eigen.

    Vor dem Insta-Riesen-GDAŃSK-Schild in Danzig ist eine kleine Bühne. Dort tanzten einige Paare, anscheinend nur aus Spaß an der Freud, Tango. Das war schön.

    Nicht-Polen

    Ich glaube, ich sollte bei der Schriftenreihe mal wieder bestellen. Das sieht gut aus.

    Christine Cazon versuchte, nach Berlin zu gelangen. Ich hoffe, es geht besser weiter.

    Als Doppelblogger*innen ein Ferienhaus in Dänemark zu mieten, scheint ein Ding zu sein. Nach wunnibars/rabensalaten fahren nun auch herzbruch/novemberregen. Ich bin von so viel Blogcontent überfordert und kann nicht mehr verlinken.

    Der rbb widmete sich einer der traurigsten Berliner Fast-Ruinen: dem Kathreiner-Hochhaus.

  • 23-07-11 Schwäbsches Schnauferle

    23-07-11 Schwäbsches Schnauferle

    Der Hühnerwald eröffnete. Er befindet sich direkt gegenüber vom Haupt-Grill, welcher bisher im Umkreis von 300 Metern das Monopol auf gegrillte Hähnchen hatte.

    Das Gerüst an unserer Wohnung steht. Das Gerüstbauer-Zuschauen-Fernsehen fällt aus, weil fertig. Es bleibt nur das „Fenster-nicht-mehr-einfach-so-offen-lassen-können“-Problem. Und irgendwann kommt buchstäblich das „Sie-reißen-das-Dach-über-unseren-Köpfen-ab“-Problem.

    Wer lacht hat noch Reserven

    Der Montag lässt sich durch den Sonntag beschreiben. Stellen sie sich das Juliwetter vor. Es waren 33 Grad und dazu war es recht schwül. Stellen sie sich Herrn southpark vor. Dieser liegt im Alter näher an Mary Roos als an Badmómzjay. Er verbrachte am Sonntag erst acht Stunden damit, in einem nicht-klimatisierten schlecht-belüfteten 1980er-Uni-Seminarraum Ausführungen zu Simplexverfahren und der Methode des steilsten Gradienten zu verstehen. Dann fuhr er 7,5 Stunden mit verschiedenen Verkehrsmitteln von Hagen nach Berlin. Er war nachts um Eins zu Hause und um Fünf klingelte der Wecker.

    Wäre ich nicht viel zu erschöpft gewesen, hätte ich immerhin etwas zum Lachen gehabt, als eine Kollegin meinte, ich sehe so erholt aus – ob ich im Urlaub war?

    Pivotieren sie doch mal andersrum!

    Sonntag Tag 2 des Studientags. Ich bewundere die Dozent*innen. Während ich ausreichend damit beschäftigt war, nicht zusammenzuklappen, redeten diese über Stunden über lineare und nichtlineare Optimierung, Schrittweiten und Wegrichtungen. Als gute Mathematiker*innen hatten sie sich die offensichtlichen Schritte nicht notiert – leider waren einige davon in der konkreten Situation nicht ganz so offensichtlich und so lernten wir alle zusammen. Fazit aber wie beim ersten Studientag: Es ist intellektuell eine krasse Challenge, aber ich weiß, ich will mehr davon.

    Nebenbei im Gebäude bewundert: die kleine Ausstellung zur Geschichte der Fernuni. Die Uni verdankt ihre Existenz vor allem dem Einsatz von Johannes Rau (der unter anderem auch Bildungsminister NRW war).

    Die Geschichte der Uni begann mit dem Grundkonflikt, dass die Politik eine Fortsetzung des Abendgymnasiums für die Mühsamen und Beladenen des Bildungssystems haben wollten, während die Lehrstühle alles wie an einer „echten“ Uni haben wollten – am liebsten noch anspruchsvoller, damit ja niemand denkt, sie wären keine „richtigen Professoren.“

    Über die Jahrzehnte haben sich alle Gruppen anscheinend geeingnet: Es ist vor allem eine Uni für Berufstätige mit Weiterbildungswillen. Je länger ich dort studiere, desto spannender finde das Konstrukt. Allein zum Campus gäbe es noch so viel zu erzählen. Aber ein andernmal.

    Jetzt sind erstmal alle Fristen für alle Einsendeaufgaben vorbei – ich weiß noch nicht ob ich im September zwei Klausuren schreibe oder zwei Wochen Urlaub gewonnen habe. Auf jeden Fall finde ich habe ich mir zwei Wochen hart erkämpft, in denen ich erstmal gar nicht an das Thema denken muss.

    Bunt zu schwarz

    Die Deutsche Bahn versucht, uns auf die Autobahn zu locken.

    Freitag, die Butterkekssituation. Ich sitze friedlich im IC von Hannover nach Hamm, da fällt zwischen Minden und Bielefeld das Signal aus. Wir halten länger in Haspe, fahren unter Zurücklassung eines verwirrten Fahrgastes weiter und halten wieder länger in Kirchhorsten. Ich entnehme der App zwischendurch, dass Hagen abends spärlich angefahren wird, der ÖPNV in Hagen noch spärlicher fährt und rette mich über Dortmund mit knapp zwei Stunden Verspätung in die Bildungsherberge.

    Sonntag das Gewitter. Ich habe Vorahnungen und hatte Freitag schon erfahren, dass Hagen schlecht erschlossen ist. Ich nehme anderthalb Stunden vor der eigentlichen Abfahrt den RE nach Hamm. Gute Wahl: Direkt nach mir werden alle Verbindungen von und in die Stadt gekappt.

    In Hamm warte ich 2,5 Stunden, denn auch mein ICE hat Verspätung. „Es mussten noch mehr Wagen bereitgestellt werden.“ Der Bahnhof ist gefüllt mit bunt gekleideten jungen Menschen – Gestrandete auf der Rückfahrt vom Kölner CSD.

    Leerer Autotransportzug fährt am Bahnsteig vorbei,
    Hamm Hbf. Hauptstadt der deutschen Zugteilung

    Ich lande um Mitternacht in Spandau und nehme die S-Bahn nach Hause. An der S-Bahn-Haltestelle Olympiastadion warten hunderte schwarz gekleidete Ü50-jährige. Offensichtlich kommen sie von einem Konzert. Aber dieses innere Glühen, diese Hibbeligkeit die Menschen nach einem Konzert haben, fehlt komplett. Es herrscht eine Stimmung wie nach einer Arbeitssicherheitsschulung. Ich kann auch keine Band-Shirts erkennen; versuche über das Mithören der Gespräche den Anlass zu erfahren: Nichts. Immerhin reden die Ü50s überraschend intelligentes Zeug. Später googele ich: Depeche Mode war im Olympiastadion.

    Die S-Bahn-Fahrt verzögerte sich, denn der Zugführer weigerte sich, weiterzufahren, solange der Einkaufswagen nicht wieder den Zug verlassen hatte.

    Während ich diese Zeilen schreibe, sollte Madame im ICE bereits Leipzig verlassen haben. Stattdessen ist sie kurz hinter München im Ersatzzug des Ersatzzugs der geänderten Verbindung. Die schwäbsche Eisenbahne zwischen Ebingen und Esslingen kollabierte. Der Zugführer schaltete bereits die Klimaanlage aus, damit die Lok die Berge hinaufschnaufen konnte. Aber auch so humpelte die Regionalbahn mit letzter Kraft und fernab aller Anschlüsse ins Ziel.

    3rd Level Support

    Phänomenal aber das Deutschlandticket: Kreuz und quer mit dem Bus durch Hagen, ohne sich einmal Gedanken zu müssen, ist großartig.

    In Tübingen kletterte Madame über einen Abhang und erhielt am anderen Ende Linsen und Salat.

    Seit fast einem Jahr versuche ich, mit eon in Korrespondenz zu treten. Der Konzern beantwortet meine Briefe und Mails nicht. Immerhin: nach 10 Monatan rührte sich das Unternehmen das erste Mal. Natürlich nicht mit einem Schreiben an mich. Der 3rd Level Support („Priority Complaints and Social Communities.“) schrieb an die Schlichtungsstelle Energie: „Wie vom Beschwerdeführer gewünscht haben wir die Änderungen am Vertrag vorgenommen.“ Immerhin. Wenn es halt so sein musste.

    In Schwaben entdeckte Madame das großartige Schwimmbad Ebingen. ICH MUSS DA HIN!

    Frau Novemberregen war in der Therme. Frau Herzbruch schreibt über Geld. Die Kaltmamsell schreibt über sich.

    Vielleicht habt ihr gelesen, dass die Orkneys sich Norwegen anschließen wollen. Noch charmanter finde ich die Idee, dass York nach Dänemark möchte.

    Następnym razem we Wrocławiu

  • 23-07-06 Ein miauender Gerüstbauer

    23-07-06 Ein miauender Gerüstbauer

    Ein Dithmarscher Klempner lässt sich Zeit. Ein Hannoveraner Stromversorger ist schneller.

    Madame macht ein Examen in generativer KI. Mein eigenes „Data Science Bootcamp“ musste ich aus Zeit und Energiemangel abbrechen. Dafür reichte ich die letzten Fernuni-Einsendeaufgaben ein. Bis Anfang Oktober habe ich Einsendeaufgabenfrei. Allerdings weiß ich in beiden Kursen weiterhin nicht, ob ich klausurqualifiziert bin.

    Ich bekam Post von Krabbenkutter Hauke.

    Frau Novemberregen schildert den Unterschied zwischen „Briefe schreiben“ und „Korrespondenz führen.“ Sie schreibt Briefe an Politiker*innnen. Ich schreibe Briefe an BVG und eon, die beide Organisationen seit Monaten ignorieren. Die eon scheint das auch durchhalten zu wollen, wenn sie Briefe von der zuständigen Schlichtungsstelle bekommt. Bei der BVG bin ich noch eine Eskalationsstufe darunter.

    Eskalieren sollte ich mit meinen zuständigen Mitgliedern des Abgeordnetenhauses. Diese helfen fröhlich mit, den dringend notwendigen und seit Jahren überfälligen Radweg auf der Hauptstraße zu verhindern. In den entsprechenden Wahlkreisen Tempelhof-Schöneberg 1,2 und 3 sind dies Wiebke Neumann (SPD), Orkan Özdemir (SPD) und Katharina Senge (CDU). Auch ein Adressat wäre Michael Biel (SPD), der kurzfristig MdA war, bevor er in die Senatsverwaltung wechselte.

    Eine Dame mit Helm auf Fahrrad (geschätzt Ü50) und ein Herr mit Hund (Ü70) schrien sich auf dem Fuß-/Radweg an. Soweit ich verstanden habe, hatte die Dame den Radweg in die falsche Richtung befahren, während Hund und Leine sich darauf befanden. Alle Beteiligten wirkten unverletzt. Unentschieden würde ich sagen.

    Der Gerüst wächst. Auf der Hofseite hat es unsere Wohnungshöhe überwunden. Auf der Straßenseite ist es kurz davor. Es gibt doppeltes Baustellenfernsehen. Wir sehen fasziniert den Gerüstbauern zu + sie können uns aus nächster Nähe in die Wohnung schauen.

    Wir aber haben Fernsehen mit Ton: Menschen, die vom vierten Stock aus rufend mit dem Team am Boden kommunizieren. Einer hat dabei seine eigene Sprache entwickelt und miaut, wenn sie neue Teile auf den Weg schicken wollen. Wenn ich die Herren betrachte, wie sie 15 Meter über dem Boden ohne Sicherung oder Geländer auf schmalen Weg Bauteile wuchten, bin ich von ihrer Katzenhaftigkeit beeindruckt.

    Gerüst aus dem Fenster heraus fotografiert mit angebrachtem Minikran.

    Deutsche Bahn 2023: Selbst eine Umsteigezeit von 19 Minuten macht mich nervös. Ich zweifele, ob die DB es schafft, den Fahrplan nur um 15 Minuten zu verpassen.

    Meine Nervosität scheint gerechtfertigt. Jetzt verrät Bahn.de mir: „Reparatur an der Weiche zwischen Wolfsburg Hbf und Berlin Hbf. Züge fahren langsamer. Züge erhalten aktuell im Streckenabschnitt eine zusätzliche Verspätung von etwa 15 Minuten.“ Damit ist meine Umsteigezeit auf 4 Minuten geschrumpt.

    Vergesst Social Media. Das beste Soziale, was das Internet hervorbrachte, sind Foren. Ich fragte mich: „Falls ich den IC-Anschluss verpasse und die Zugbindung aufgehoben ist, darf ich dann einen ICE benutzen?“ Und ich fand dieses Forum in dem sich anscheinend Zugbegleiter’innen austauschen: ICE Aufpreis bei Aufhebung Zugbindung. Inhaltliches Fazit: Passt ’scho. Es sei denn das Zugbegleiter:in hat einen sehr schlechten Tag. Aber viel schöner: Menschen aus einem anderen Leben bei ihrer Unterhaltung mitlesen zu dürfen.

    Vielleicht sollte ich im Forum fragen, ob überhaupt noch irgendein:e Zugbegleiter:in auf die Zugbindung achtet, wenn man sich in Zug >1 einer Umsteigeverbindung befindet.

    Zwei Hinweise zum Insulanerbad. Mein Sommerwohnzimmer ist im Fernsehen: Die aspekte-Sendung Das Freibad als Glücksversprechen wurde dort gedreht. Im ZDF, 07.07.2023, 23:25 – 00:10 In der Mediathek verfügbar ab 07.07.2023, 21:00.

    Direkt am Wochenende danach ist die Lange Nacht des Insulaners mit Planetarium, Shakespeare-Company und Freibad. Das Freibad bietet Nachtschwimmen ab 21 Uhr bis 23:30h. Ab 21:30h sind Darsteller der Shakespeare-Company im Schlauchboot dabei und lesen Texte.

    Tröt ergeht sich in er einer Tröt-untypischen Aufregungs-Welle darüber, dass Facebook einen Twitter-Klon aufmacht, der Tröt-Verbindungen aufweisen könnte. Ich entdecke mit Freude an mir: Die Debatte interessiert mich inhaltlich nicht. Ich kann so neugierig und leidenschaftslos zuschauen, wie bei der Hundeleinen-Fahrrad-Diskussion von weiter oben. Social Media im kommerziellen Sinne hat in meinem Leben keine Bedeutung mehr.

    Entdeckt: Der Chatbot im Amtsdeutsch: https://amtsgpt.de/ . Erstaunlich, was Sprache macht: Nach ungefähr drei Minuten des Rumspielens fange ich an, den Bot zu Siezen.

    Herr Rau fotografiert Full English Breakfast. Claudia fährt Rickscha durch Asakusa. H.R. Giger verzweifelt am Prop-Department am Alien-Filmset.

  • 23-07-04 Bau auf, Gerüst, bau auf

    23-07-04 Bau auf, Gerüst, bau auf

    In der Straße parkt der Botschafter Somalias. Seinem BMW ist nicht anzusehen, was der Begehr des Besuchs ist.

    KK wird nach Schottland fliegen, um dort mit Gepäck und ihrer Tochter durch die Highlands zu wandern.

    Die Kollegen streiten, ob die Taubenkolonie in der Tiefgarage, nervig, furchtbar oder mittlerweile ernstlich gesundheitsgefährdend ist. Es scheint je nach Ecke der Tiefgarage zu variieren. Aber die durchgehende Taubenkotbesatz in dieser fast fabrikneuen Tiefgarage ist auf seine eigene Art wahrlich spektakulär.

    Madame wachte auf mit den Worten: „Das ist die Elster.“

    Madame erntete direkt nach der Kirschernte noch mehr Kirschzweige als vorher Sauerkirschen. Das Obstbaumschnittbuch sagt: Ungefähr die Hälfte der Masse entnehmen.

    Und obwohl wir gar keine richtige Hecke haben, schnitt sie sie dennoch. Denn es war Johanni.

    Der Lokalzeitung entnahmen wir, dass an der Schöneberger Fahrraddemo etwa 800 Räder teilgenommen haben. Davon viele Kinder- und Laufräder.

    Die Einsendeaufgaben Investition und Finanzierung sind deutlich verständnisfreudiger als die mathematischen. Aber bei meinem Vorbereitungsstand brauche ich trotzdem für eine (von insgesamt sechs) der Aufgaben je einen kompletten Abend.

    Ich begann, mein Spielzeug einzurichten. Der wichtigste Punkt funktionierte bereits: Windows 11 läuft. Weniger, weil ich Windows-11-Fan bin, aber ich bin Fan langjährig unterstützter Betriebssysteme. Und beim 10-11-Sprung ist schon auf mancher Hardware etwas schief gegangen.

    Alt: Korean Fried Chicken. Neu: Dottoressa

    Ein Kommen und Gehen ist in Berlin: Der altbewährte allein praktizierende Hausarzt bildet plötzlich ein „Medizinisches Versorgungszentrum“ zusammen mit einer Dottoressa. Immerhin, Teil 2 der FMSE-Impfung verlief genauso unkompliziert und nett wie Teil 1 auch schon.

    Die lange Straßenbaustelle der Wasserbetriebe ist fast wieder verschwunden. Anscheinend ging es wirklich nur darum, die Gullideckel zu wechseln und die Straße um diese herum wieder in den rechten Abschüssigkeitsbereich zu bringen.

    Ex-Korean Fried Chicken hat mittlerweile ein arabisches Schild an der Wand. Die ehemalige Klavierstimmerwerkstatt hat noch ihr eigenes Schild, steht aber leer. Dafür eröffnet ein Chef Burger (ehemals Wettbüro), eine Pastaria/italienische Feinkost (ehemals Wettbüro), ein anderer Burgerladen (ehemals „Pizzaria[sic!] Juventus“) und ein Hühnerwald. Beim Hühnerwald erinnern nicht nur der Name sondern auch Farbdesign und Schriftgestaltung an eine andere Hähnchenbraterei mit Österreichbezug.

    Da passt es, dass wir vor dem Einschlafen die ZDF besseresser streamen.

    Vorerst leider ohne Gehen wird wohl das Hinterhofgerüst kommen. Dieses erreichte in seinem ersten Ausläufer unser Stockwerk. Jetzt schauen wir aus dem Kammerfenster hinaus auf Stangen und zur richtigen (falschen) Tageszeit auf Bauarbeiter direkt vor unserer Nase.

    Während ich in der Mittagspause weiterhin den mustergültigen New-German-Style-Garten vor Vattenfall bewundere, schreibt die New York Times den Trendartikel dazu: Corporate Landscaping Lets Its Hair Down.

    Staudengarten mit Flixbussen und Bahnhof Südkreuz im Hintergrund.

    Unschöner dazu der FAZ-Artikel (Paywall) über den Überraschungsrausschmiss des New German Style-Papstes Cassian Schmidt vom Hermannshof: Streit im Garten-Mekka.

    Kitty Koma ist wieder an Bord.

  • 23-07-02 Gerüst / Hopseburg

    23-07-02 Gerüst / Hopseburg

    Vier Wildschweine nahmen ihr Abendessen auf der Böschung der A115 ein.

    Madame demonstrierte gegen Radwegbau-Stopp in Schöneberg.

    Das Gerüst am Hinterhaus verschwindet. Ich freute mich kurz für die Hinterhausnachbarn. Bis ich bemerkte, dass die Gerüstbauer das Gerüst einfach hinten abbauen und vorne wieder aufbauen. Jetzt drohen uns ein bis zwei Jahre Dachbaustelle direkt über unseren Köpfen. Vermutlich. Irgendwie verbindlich wurden weder wir noch der Vermieter informiert.

    Wasser ist ein Problem. Zuwenig warmes Wasser im Markgräflerland. Dort fiel die Heizungssteuerung aus, vielleicht durch Blitzschlag. Man klärt.

    Zuviel Wasser jeder Art läuft in Dithmarscher an Decke und Wand. Die Ursache scheint gefunden, die Behebung gestaltet sich potenziell aufwendig. Und wie groß der Schaden in Decke und Wand letztebndlich sein wird, ist noch nicht genau absehbar. Damit ist jetzt wirklich genug kaputt gegangen in aktueller Zeit.

    Wal-Klopfer

    Gartenbesuchstage. Die Kollegen besuchten mich am Donnerstag, brachten Nudelsalat und Steaks mit und wässerten Gurken. Insgesamt sehr angenehm und wiederholenswert. Das letzte Zusammentreffen mit der Eisernen. Ich lernte mehr über die Folierung von Autos als ich je zu hoffen gewagt hätte.

    Frau Bilanz besuchte uns Samstag und erzählte von Schul-Lunches in den USA. Sie bestätigte meinen Eindruck, dass Uni-Mathe irgendwie anders ist als andere Uni-Fächer. Während wir die Abendsonne genossen, die letzten Hummeln an der Katzenminze brummten und das rötlich schimmernde Gras in einer Abendbrise wogte, klangen „Atemlos“, „Tainted Love“ und „Aloha heja he“ durch den Abend.

    Nebenan war Dorffest. Mit selbst gebackenem Kuchen, Bühne, Getränken und „Hopseburg“. Heute, am Tag danach, lernten wir: Kindern kriegen keinen Zucker mehr. L, die Organisatorin, spülte nicht-gegessene kandierte Äpfel wieder ab, um sie zu Backäpfeln zu verarbeiten. „Mein“ einziger Programmpunkt – der Shantychor aus Kremmen – fiel unglücklich mit dem Zusammentreffen von Frau Bilanz zusammen.

    Und eigentlich wäre es uns schwer gefallen, den Garten zu verlassen. Nach Regen und Wärme die letzten Wochen sieht der spektakulärer aus als je zuvor. Und auch spektakulärer als wir es uns je zu hoffen gewagt hätten.

    Schmetterling und Hippiewespe an Kugeldistel.

    Herr Buddenbohm bekam ein Merkblatt. The Swingin‘ Ks bekamen keinen Merkzettel. Sie sind aber so vorbildliche Gärtner, dass sie trotzdem direkt nach Johannis die Hecke schneiden. Wir haben hingegen haben nicht einmal eine richtige Hecke.

    Bei uns stellte sich die Frage 1 oder 2? Sollte die Wiese einmal im Jahr gemäht werden (im Oktober) oder zweimal (im Oktober und jetzt)? Oder Teile so und andere so? Und wenn ja, welche Teile? Wir beschlossen, dass die letztjährig einmal-gemähten-Teile dieses Jahr schöner geworden sind und einigten uns weitgehend auf einmaliges Mähen im Oktober.

    Zur Selbsterinnerung: Der Teil südlich des Schuppens und der Schuppen-Bungalow-Zwischenbereich sind in Duomähung.

    Madame erntete mehr Sauerkirschen als je zuvor.

    Frau Krautundrüben beantragte ein Forschungsviusum für die Türkei.

    Wir rätseln mit welcher Agentur die Kaltmamsell durch Südenglang wandert. Wir könnten ja auch einfach fragen, aber rumspekulieren und -rätseln macht ehrlich gesagt mehr Spaß.

    Dieses Blog ist ja auch Nebenfokusfachblog für Schwimmkultur. Mit Staunen stellte ich fest, dass es inzwischen „Hochzeitsbadeanzüge“ gibt. (Für die zahlreichen Strand- und Poolhochzeiten.)

    The TasteAtlas veröffentlichte eine Liste der „150 Most Legendary Restaurants & Their Iconic Dishes.“ Was noch nicht bemerkenswert wäre. Bemerkenswert ist Platz 5 „L’Antica Pizzeria da Michele“ & „Pizza Napolitana“. Die Pizzeria hat einen Berliner Ableger. Und der ist in Kirschkernspuckweiter unserer Haustür. Ich hoffe, die Gäste, die wir schon dorthin ausführten, wussten das zu würdigen.