Schlagwort: Innsbrucker Platz

  • 26-05-13 Almost a Hongkongromcon

    26-05-13 Almost a Hongkongromcon

    Erdbeerkauf im Donnerhall.

    Seit letzter Woche hat die Gemüslichkeit ihre Lieferungen wieder aufgenommen. Sie sind wie die Natur draußen: Grün. Viel Salat, selbst der Fenchel besteht zu größeren Teilen aus Fenchelgrün. Wir testen noch ob Bak Choi und Tatsoi wirklich zwei verschiedenen Pflanzen sind, wie von den Gemüslichern behauptet.

    *

    Bei drei Grad Außentemperatur ein einsamer Turnschuh (grau, Erwachsenengröße) im S-Bahn-Gleisbett.

    *

    Die Morgende verbringe ich niesend. Es fühlt sich nach meinem Pseudo-Heuschnupfen an. Aber da dessen Saison von Juni bis Oktober läuft, kann er es gar nicht sein. Bis Anfang Juni werde ich ihn ignorieren – was nicht so einfach ist, während ich andauernd niese.

    *

    Die idyllisch aussehende Kleinfamilie in der Ringbahn, bei der beide Erwachsene hingebungsvoll mit dem herzzreissend niedlichen Kleinkind spielten, unterhielt sich intensiv im italienisch bzw. französisch gefärbten Englisch über Unterhaltszahlungen von ihm an sie.

    *

    Es war ein finnisch beeinflusster Feiertag vervort von zwei schwäbisch-honkongisch beeinflussten Arbeitstagen.

    Rheingau

    Am Innsi, an der alten Wohnung versuchten ein Blaulicht-martinhornführender Krankenwagen in Ost-West-Richtung und ein Blaulicht-martinhornführender Feuerwehrwagen in Nord-Süd-Richtung einander auszuweichen. Die alte Wohngegend bot zweifellos mehr Unterhaltungswert als die neue, war aber auch anstrengender.

    In der Wiesbadener Straße, in der Nähe der neuen Wohnung, blüht ein Straßenbaumkastanienblütenmeer, um so imposanter angesichts der Größe alter Kastanienbäume.

    Noch ist es gewöhnungsbedürtig, wie schnell wir von der neuen Wohnung in wirklich grünen Wohngegenden Berlins wie dem Rheingauviertel sind. Ein Blick auf das Luftbild macht es eigentlich deutlich: Der Grunewald ragt von Südwesten her bis zur Ringbahn als grünes Stück quer durch die bürgerlichen Wohngegenden, die selbst auf dem Satellit viel grüner, weniger rot und grau aussehen, als Rest-Berlin. Am letzten Ausläufer dieser Grünüberlappung wohnen wir und betrachten Parkplatzfüchse.

    Nolle

    Nach Monaten der Sanierung der Zwischendecke fährt die U3 wieder ihre komplette Strecke. Endlich wieder direttissima nach Kreuzberg-Ost zum Görli, Kotti und Prinzi. Endlich kann ich in Schöneberg wieder in einen beliebigen Bus steigen, der mich zu einer Verbindung mit meiner Heimat-U-Bahn bringen wird.

    Und das beste: Die BVG sanierte im angekündigten Zeitrahmen. Natürlich nutzte ich die erstbeste Gelegenheit, die neu-alte-Strecke wieder zu erfahren, nahm den 106er bis zur Nolle und stieg in die Katakomben hinab.

    Die Strecke funktioniert wieder. Die Station ist nach der Zwischendeckensanierung wieder funktionsfähig. Allerdings hatte ich mir auch optisch als Ergebnis einer Deckensanierung in dieser Station mehr 19.-Jahrhundert-Historismus und weniger imporivisierter Versorgungstunnel vorgestellt..

    Schwaben

    Es galt ein Geburtstagsgeschenk zu überreichen. Um der Ehrwürdigkeit des Geschenks gerecht zu werden, sollte dies nicht am Bürorand geschehen. Die Karpfengruppe nahm dies als Anlass, wieder auszugehen. Wir suchten einen Italienier, der nicht nur Pizza und Pasta verkauft. Wir landeten beim Schwaben. bei Blanquette, Rumpsteak und Maultaschen.

    Es ging genug um Arbeit, um irgendwann zu entdecken, dass eine komplett andere Abteilung ein ähnliches Problem hat wie wir – vielleicht sogar gelöst – eventuell sollten wir sie sogar fragen – und genug um Privates um Kletterfelsen, Worshipkonzerte und AfD-nahe Verwandte und -Bekannte zu besprechen.

    DJ OneNote schuldete mir noch ein Bier. Und wie man es als guter Freund macht, suchte ich mir das teuerste Bier heraus, das die Karte zu bieten hatte: Der Biermeter.

    Von hinten links im Uhrzeigersinn: Zwickel, alkoholfrei, Ur-Paulaner (oder so), Paulaner Pils, Fürstenberg Pils, Hefeweizen

    Finnland

    Die Exkursionsgruppe Kultur traf sich im Felleshus der Nordischen Botschafen: Wir wollten das Geheimnis des finnischen Glücks erkunden. Ernsthaft glücklich heißt die Ausstellung, die von der Botschaft von Finnland in Zusammenarbeit mit Visit Finland und dem Happiness Experience Museum in Helsinki veranstaltet wurde.

    Angekündigt wurde die Ausstellung als Beitrag zur Frage, warum Finnland seit Jahren zuverlässig jedes Jahr den World Happiness Index anführt.

    Es war netter Vormittag. Die Ausstellung zeigte, was an Finnland sympathisch ist: Schüler*innen-orientierte Schule, klares Design mit Holz, Wald, weiten Abstand zu anderen Menschen, Pinienduft und Zimtschnecken.

    Tiefere Fragen blieben aus: „Wie schafft es ein Land, das glücklichste zu sein und gleichzeitig Europa in Suizidraten und Drogentoten anzuführen?“, zum Beispiel ist eine ziemlich offensichtliche Frage, die weder gestellt noch gar beantwortet wurde. Dafür waren die Veranstalter vermutlich falsch.

    Außerdem wissen wir ja, dass der finnische Weg zum Glück der Verzicht auf Salz und Gewürze ist. Eat as bland as you can, oder so.

    Wir aber hatten einen sehr netten Feiertagsvormittag inmitten von viel Holz, ausgesprochen schickem Design, Traummöbeln und Kardamonschnecken.

    Lautsprecher als/mit Baum. Laut Prospekt auch zum Umarmen.

    Neukölln

    In Schöneberg schloss das European Headquarter von Böregcegi oder so ähnlich. Das ist kulinarisch bedauerlich, weil es dort vortreffliche Teigwaren gab. Aber die Gegend wird es angesichts der 14 türkischen Schnellimbisse, Bäckereien und Frühstücksläden, die sich in 80 Metern Umgebung befinden, verkraften.

    Im Kindl Boulevard schloss das Afghanische Festmodengeschäft. Das ist eine kleine Katastrophe. Enthielt dieser eine Laden doch ausreichend Farbenfreude, Überschwang, Exaltiertheit und Üppigkeit, um für ein komplettes sonst leerstehendes Einkaufszentrum zu reichen.

    Jetzt muss das Jobcenter ganz am Ende der Passage als Ort der Vitalität herhalten. Der Weg führte mich wieder zur athmosphärischten halfdead Mall Berlins, denn an ihrem Ende liegt das stilistisch unyorckigste der Yorck Kinos. Im manchmal-OV-Kino Rollbergkinos lief die Asien-Reihe in the mood1. Filme, die mir vorher komplett fremd waren, aus denen ich bisher aber immer mit großem Gewinn herausging. Am Dienstag: Comrades, almost a love story.2

    True sign

    Hongkong

    Erwartet hatte ich eine Hongkongromcon; eine RomCom (Romantic Comedy), die in Hongkong spielt. Ich bekam sie, aber in einer tieferen, emotionaleren, schöneren Form. In der Boy-meets-Girl-Geschichte verbirgt sich

    • ein Film über Migration
    • über den Versuch, verschiedene Lebensentwürfe kompatibel zu machen
    • die Schwierigkeit, Träume zu leben ohne dabei andere Menschen zu verletzen
    • die Sängerin Teresa Teng
    • den Wunsch nach Zukunft bei Verhaftung an der Vergangenheit
    • die wilden Jahre Hongkongs in den 1980ern als die Briten verschwanden, die Festlandschinesen der Volksrepublik aber noch nicht da waren

    Figuren

    In einem McDonalds treffen sich Li Xiao-Jun und Li Qiao3 – er als verpeilter Festlandschinese bei seinem ersten McDonalds-Besuch, der Probleme hat „Hamburger“ und „Coke“ auszusprechen, sie als weltläufige leicht arrogante Bedienung aus Hongkong, die ihm das alles genervt erklärt, um ihn am Ende noch an eine Scam-Sprachschule zu vermitteln, von der sie Provision bekommt.

    Der Zuschauer*in fällt an dieser Stelle vielleicht auf, dass sie in all‘ ihrer Weltläufigkeit bei McDonalds arbeitet und in der Sprachschule putzt – dass vielleicht nicht alles so glänzend ist, wie sie sagt. Dem planlosen Li Xiao-Jun bleibt es vorerst verborgen.

    Einsamkeit treibt sie zueinander. Aber auch die Chance, die sie sieht, Li Xiao-Jun als naiven Helfer für ihre zahlreichen Geschäftsideen einzuspannen. Denn Li Qiao ist genauso frisch aus der Volksrepublik in Hongkong angekommen wie Lai – sie aber möchte groß hinauskommen, um eine Hongkong-Woman von Welt werden, während er nur genug Geld als Koch verdienen möchte, um seine Freundin nachzuholen.

    Der Ort, die Welt

    Der Film entstand 1996, ein Jahr bevor Hongkong an die Volksrepublik übergeben wurde und absehbar viel von seiner Eigenständigkeit verlieren würde, spielt größtenteils 1986/1987 als diese Hongkongness in voller Blüte stand, die Stadt zahllose Chinesen anzog, die hier ihr Glück versuchten.

    Beide zeigen Zerrissenheit zwischen ihrer Herkunft und der Weltmetropole. Li Xiao-Jun hin- und hergerissen zwischen seiner Freundin/Verlobten Xiao Ting und Li Qiao, Li Qiao selbst hin- und hergerissen zwischen dem einfach-direkten Li Xiao-Jun und all den Gelegenheiten, die Hongkong bietet. Sie treffen sich emotional bei ihrer gemeinsamen Liebe für die chinesische Sängerin Teresa Tang – von der kein*e Hongkonger*in je zugeben würde sie zu mögen aus Angst für eine*n Festlandschines*in gehalten zu werden.

    Gerade Maggie Cheung als Li Qiao spielt atemberaubend: Mit der Energie, Selbstbeherrschung und Toughness, die jemand ausstrahlen muss, der es „schaffen“ will, nur leicht zurückgenommen, in den Momenten in denen sie sich öffnet, einsam, melancholisch oder voller Liebeskummer.

    Habe ich geweint? Vielleicht ein bißchen.

    Links

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    Hach, ein Bücherregal mit Daniil Charms und Isaak Babel: Bücherliebe – 4 –

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    Komplimente für’s Leben zu behalten: “Sie sind aber auch toll abgerollt!” (weiter hinten auch noch mit Prinzenbad-Feature-Link-Empfehlung)

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    Frau Herzbruch auf Curaçao – Teil 1, und Teil 2 und Teil 3.

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    Kein Wunder, dass es draußen kalt ist: Die Filmfestspiele in Cannes beginnen. Wie schon letztes Jahr, die Blogosphären-Canneskorrespondentin Christiane gibt alles: Dies und das Anfang Mai.

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    Die S-Bahn fährt durch die Dunkelheit. Die Straßenlaternen leuchten noch vergeblich gegen die Finsternis an. Sie wirken wie Teiche aus gelben Licht, um die sich die durstigen Schatten sammeln. Doch bald wird wohl die Sonne aufgehen und die Nacht vertreiben. Die Nacht weiß das, weswegen sie sich noch trotzig an die Welt klammert.

    Anmerkungen

    1. Falls jemand hier zufällig Kontakt zur Kinokette hat – ich würde gerne platzieren, dass sie dringend eine Bollywood-Reihe starten müssen. ↩︎
    2. Yorck-Unlimited-Besuch No. 24 – 9,92€ pro Besuch. ↩︎
    3. Ich stelle gerade fest, dass die englischen Untertitel des Films eine vollkommen andere Umschrift der chinesischen Namen haben als der englische Wikipedia-Artikel. Das macht mich fertig. Beispiel: Li Qiau (Film) ist laut Wikipeida Lee Kiu. ↩︎
  • 25-11-11 Sieben Semester, 180 ECTS

    25-11-11 Sieben Semester, 180 ECTS

    Sieben Wochen nach Abgabe der letzten Klausur, meldete sich das Prüfungsamt: Die Klausur ist bestanden. Damit sind jetzt 18 von 18 geforderten Modulen erfolgreich abgeschlossen, 16 Klausuren bestanden, eine Seminararbeit und eine Bachelorarbeit erfolgreich abgegeben.

    Durch. Es fehlt nur noch die Formalie der Zeugnisausstellung. Dann bin ich durch und darf ein paar neue Buchstaben an meinen Namen hängen. Wenn ich das Zeugnis habe, bin ich southpark, M.A., B.Sc. Zum Bachelor in sieben Semestern – das hätte mein damaliges Präsenz-Studiums-Ich für komplett absurd gehalten.

    Das letzte i-Tüpfelchen auf dem Bachelor bildete also das Knowledge Management – und irgendwie ist das für mich auch passend.

    Wo wir bei absurd sind: mit Corona und Umzug passiert so viel Anderes im Leben dass wir so gar nicht zum Feiern kommen. Und auch die eigentlich nötige innere und äußere Studiums-Rekapitulation wird doch zahlreiche Gedanken an die Gegenwart überlagert. Aber das wird.

    Es waren drei Tage zwischen Covid- und Nachcovid, sonntäglicher Erholung und recht normaler Arbeit.

    Meine Covid-Tests sind seit Sonntag wieder einstreifig, von Madames zwei Streifen wird einer zumindest wieder heller.

    Hätte ich noch Geist für die Schöneberger Wohnung würde ich staunen

    Die Stadt rutscht in den Herbst, noch bedarf es Gewöhnung. Die Zahl der Unfälle- und Unfallspuren nimmt deutlich zu. Alleine heute passierte ich dreimal die Innsbrucker Platz – zweimal war jeweils die Polizei dabei einen neuen Unfall auf dem Platz aufzunehmen.

    Die Durchfahrt zum Schöneberger Hinterhof, gerne Lagerort für kaputte Flaschen, leere Capri-Sonne und Kinderklamotten, wurde frisch gestrichen. Ich glaube auch die Lampe wurde erneuert. Irgendjemand (im Zweifel immer die Käufer der unfassbar überteuerten ausgebauten Dachgeschosswohnungen) versuchen sogar die Durchfahrt die Hinterhof abzuschließen. Fast wäre ich neugierig wie es sich entwickelt.

    Vor der Haustür heute Abend eine Gruppe von acht Chinesen. Zehn Minuten später waren diese verschwunden, dafür waren in Wohnung 3R – ehemals Heimat der inzwischen in Kanada lebenden Ukrainer – acht paar Schuhe vor der Tür.

    asus sdrw-8d2s-u open without power

    Offenbar wollen auch weitere Haushaltsgegenstände die Gelegenheit nutzen, sich zu verabschieden. Der externe DVD-Player asus sdrw-8d2s-u verabschiedete sich auch, und konnte nur mit List und Tücke dazu veranlasst werden, die DVD (natürlich aus der Bibliothek ausgeliehen!) wieder auszuspucken.

    Sachen gehen, Sachen kommen. Nun probierte ich auch unquick commerce, aka einen Lebensmittel-Lieferdienst mit einem Tag vorlauf. Knuspr hat nicht nur alles was wir brauchen, und charmante Eigenmarken, sondern auch ausgewählte Marks & Spencer-Lebensmittel, Münchner Wollwurst und drollige tschechiche Bistro-Artikel.

    Ich muss mal rechnen, wieviel mehr oder weniger es wirklich kostet – und ich muss mal in mich gehen, ob ich es für okay halte, andere Leute zum Mindestlohn meine Einkäufe durch die Gegend fahren zu lassen – aber es sparkt bei mir auf jeden Fall Joy. Zusammen mit gemüslichen Spitzkohl und Karotten und crowdgefarmten Mangos kamen für Krankheitszeiten ganz erstaunlich feine Mahlzeiten zusammen.

    Ein Hin- und her

    Mir träumte, Elif Oskan ist Gebäudechefin in unserer neuen Wohnung und ich muss irgendwelche Berichte abliefern. Das war aber alles so unklar, dass ich mehrfach aufwachte, und dann war noch alles unklarer. Irgendwann war ich so wach, dass mir auffiel, dass Oskan ja Köchin in Zürich und im Fernsehen ist und gar keine Badbetriebsleitung in Berlin – und dann schlief ich wieder besser.

    Anscheinend im Krankenlager zuviel The Taste geschaut.

    Die ganze Wohungsgeschichte.. ist es so unglaublich in allem. Irgendwie warte ich immer noch darauf, dass mich jemand in die Wange kneift und sagt „south, natürlich ist das alles nur ein absurder Traum.“

    Aber ein schöner. Und bisher scheint er weiter real zu sein.

    Auch komisch: wir haben weniger Platz und trotzdem kaufe ich neues Zeug. Bisher beschränkt sich das allerdings auf Regale – denn gerade, wenn es wenig Platz ist, sollten die Regale möglichst passgenau sein und wenige Zentimeter verschwenden. Und so trage ich IKEA-Kartons ins Gebäude, sage mir „heute nicht schwimmen, keine Zeit“, winke dem „Pförtner“ (laut le pianiste) und verschwinde wieder.

    In den nächsten Tagen kommt die Wilmersdorfer Küche, und das ist ein untrügliches Anzeichen für „Es wird ernst“. Noch wartet fast alles auf den Umzug. Aber wir sind weiterhin dabei, erste Transporte vorzubereiten. Das ehemalige Bett ist inzwischen in Schöneberg im Auto gelandet und wartet auf seinen Transport zum Recyclinghof.

    Das in-between-Bett ist in Wilmersdorf in der Wohnung und wartet auf seinen Aufbau. Ebenso das Badregal und der zweite Teil des Kellerregals. Das Kellerregal wiederum wartet in seiner Vervollkommnung auf die Handwerker, der noch vorher im Keller tätig werden muss.

    Und Bücher und CDs sollten eh noch einige diesen Haushalt verlassen.

    Hallo Ivar, das ist Wohnung. Hallo Wohnung, das ist Ivar.

    Schwimmbad – Resistance

    In Österreich: Klagenfurt, eine Stadt mit 100.000 Einwohnern hat mindestens sechs Jahre lang (2021 bis 2027) kein Schwimmbad. Nada, Null. Und dabei dachte ich Piefke immer, dass die Österreicher dass mit der öffentichen Infrastruktur zumindest noch besser hinbekommen als die Deutschen.

    Derweil in Hamburg: Die Kunsthalle möchte ein Freibad in der Binnenalster bauen. Ja, wirklich. Hamburger Kunsthalle: Reaktionen auf Neubau-Pläne des Direktors

    Unter anderem geht es um Island, aber schon bei der Überschrift war ich komplett überzeugt:
    ‘You Britons go to the pub, we go to the swimming pool!’: the European health habits worth adopting

    Und wo wir in die Ferne schweifen: Wer sich fragt: wo ist eigentlich der US Widerstand gegen MAGA, empfehle ich mal wieder Rebecca Solnit: In 2025 We Showed Up: Notes on Resistance to the Regime

  • 25-07-17 Kabane! Kabane! Kabane!

    25-07-17 Kabane! Kabane! Kabane!

    Zeichen des Herbstes: Die Komische Oper schickt ihren ersten Programmflyer für die Saison ’25/’26.

    Zeichen des Sommers: Endlich wurden die Saisonkabinen im Insulanerbad zur Vermietung freigegeben und noch freudiger gelang es mir sogar, eine zu mieten. Die Kabane ist zurück.

    Zeichen des Sommers: Madame wechselte in die sommerfrische Frisur.

    Mittwoch hatte sie ein Gespräch mit ihrem Dienstherrn, das einen leichten Hoffnungsschimmer auf irgendwannige Aufwertung meines Grabsteins umfasste. Immerhin möchte ich da im Falle eines Falles „Gatte einer Superobergeheimregierungsrätin dritten Grades“ drauf stehen haben.

    In der Ebersstraße eröffnete Cosmetique Susanne.

    Direkt am Innsi wurde das Gerüst am Platz-Umrandungs-Haus abgeräumt.

    Ich erläuterte einem DPD-Paketboten, dass man mit polnischer SIM-Karte im Handy nicht nur die +49 für Deutschland vorwählen muss, sondern auch die führende Null bei der Ortsvorwahl weglassen.

    Es gelang mir, ein wenig zu lesen. Weiter in Granta 163 Best of Young British Novelists 2023. Die Geschichte Ivor von Camilla Grudova blieb hängen. Die ist gleichzeitig verstörend, originell und gewinnt ihre Spannung daraus, dass der Ich-Erzähler das alles für vollkommen normal hält.

    Schiefgelesen.net hat mehr zu Grudova und verweist auf einen anderen Text von ihr in Granta: My art has often been criticised for being too gross, too bodily, but I am only recounting what I have seen and cleaned up in the service industry.

    Es waren drei Arbeitstage, überwiegend im Büro, in einem angenehm kühlen Juli

    Bewunderung auf dem Arbeitsweg für die Erzieher*innen und Lehrer*innen die größere Kindergruppen durch die Straßen lotsen. Ich würde Panik bekommen bei dem Gedanken, jetzt für 30 kleine Kinder verantwortlich zu sein, die über die bevölkerten Bürgersteige einer stark befahrenen vier- bis sechsspurigen Straße wandern müssen.

    Mein Arbeitsweg führt mich die meisten Tage direkt am abgebrannten Haus ein paar Straßen weiter vorbei. Jedesmal mit dem Gedanken: „Und ich bin morgens noch vorbeigelaufen, habe gesehen wie sie am Baugerüst gearbeitet haben und einfach nur ‚interessant‘ gedacht. Meine Fresse, ein paar Minuten unachtsam, jetzt ist ein ganzes Mehrfamilienhaus unbewohnbar und muss vermutlich abgerissen werden. Menschen sind innerhalb weniger Minuten obdach- und besitzlos geworden.“

    Ich denke natürlich auch: „So ein Baugerüst und so eine Dachbaustelle haben/hatten wir auch. Die haben da oben auch mit Feuer gearbeitet. Glück gehabt.“

    „Unsere“ Dachbaustelle fährt leere Paletten und abgeschnittenes Holz ab. Das weckt in mir die Hoffnung, dass irgendein Abschnitt fertig ist und Zwischen-Aufgeräumt wird.

    Erfreulicherweise funktioniert derzeit auch Warmwasser.

    Jemand beschwerte sich auf Mastodon über dienstliche Mails, die mit „Brudi“ anfangen. Ich glaube ich habe eine neue Mail-Standardbegrüßung gefunden. Muss nur noch überlegen, wie ich mit Schwesti umgehe.

    Zeichen des Herbstes: Es wird eine Arbeitsdeadline am 30. Oktober angesprochen und jemand sagt „wenn man die Urlaube rausrechnet, ist das quasi nächste Woche.“

    Bauzaun und Beginn des Tunnels unter eine Brücke mit verschiedenen Graffitti. Unter anderem "FCK Afd" und "Nazis Boxn". Im Hintergrund ein halber Bagger und das Dach eines historischen Schulgebäudes.

    Ohne Nüsse mit Märkischer Landmann

    Nach vielfachen Verschiebungen fand der Treff der Karpfentruppe1 in der Resonanz statt. Erfreulicherweise dieselbe Resonanz, die schon den Wikipedia-Stammtisch beherbergt. Und auch dieses mal fand die Wahl der Lokalität ohne meinen Beitrag statt – ist halt einfach schön dort.

    Wir begannen mit veganer Pizza ohne Nüsse bei der unkomplizierten Pizzeria nebenan, betrachteten aus der Ferne das abgebrannte Haus („die gute andere Pizzeria!“) und zogen auf die Resonanz-Terrasse weiter. Reden und Technik und Organisation, Projekte und Sternzeichen, die Oberlausitz und die AfD.

    Gerne wieder.

    optimize!.jl

    Meine eigene Woche Urlaub steht bevor und findet mich im inneren Driespalt. Einerseits ist diese Woche fest als „Wirklich, wirklich Urlaub“ vorgemerkt, denn es wird die einzige Woche dieses Sommers werden, in dem ich bachelorarbeitsfrei nehmen wollte.

    Andererseits sah der Zeitplan halt auch vor, dass ich in der Bachelorarbeit schon an anderen Stellen unterwegs bin als ich gerade bin. Und da ich ab nächsten Montag viel arbeitsfrei habe und nur sporadisch arbeite, aber eigentlich auch gerade vieles Spannendes in den Südkreuz Offices anliegt, überlege ich, wann ich die Arbeit eigentlich machen soll. Eine Woche – so viele Möglichkeiten.

    Aber noch bin ich im Alltag und kann ohne schlechtes Gewissen bachelorieren.

    Nach der gut einwöchigen Pause bewege ich mich gedanklich zurück zur Bachelorarbeit. Das bedeutet das ich VS Code/Julia öffne und erstmal

    msg = "Hello World"
    println(msg)

    vorfinde.

    Das reicht noch nicht, bringt aber gedanklich Gewöhnung zurück. Schnell aber bin ich wieder im JuMP-Tutorial und gehe noch einmal durch, wie das mit der Linearen Optimierung via JuMP funktioniert.

    (der folgende Abschnitt kommt vor allem, damit ich es einmal aufschreibe und es mir so besser merken kann). Im einfachen Beispiel:

    model = Model(HiGHS.Optimizer) #- Sagen, dass jetzt ein Optimierung kommt und diese per HiGHS gelöst werden soll
    @variable(model, xHG >= 0) #- Variablen festlegen
    @objective(model, Max, 4xHG + 2xHK + 2xSP + 2xFI + 6xFR + 4xNA) #- Zielfunktion aufschreiben, festlegen ob Minimierung oder Maximierung
    @constraint(model, c1, 3.5xHG + 2xHK + 4xSP + 2xFI + 8xFR + 0.5xNA <= 100) #- Nebenbedingungen aufschreiben
    optimize!(model) #- Modell wird gelöst. Leider ist das Ergebnis kaum entzifferbar und es bedarf weiterer Befehle, um damit etwas sinnvolles herauszubekommen
    
    #- Bei komplexeren Modellen lohnt es, sämtliche Zahlen vorher in einer CSV oder ähnlichen Datei zu schreiben und die im ersten Schritt zu importieren. -#
    

    Wenn ich das Modell jetzt einmal komplett durch JuMP/HiGHS laufen lassen, habe ich folgendes Ergebnis (das mir in der Form nicht viel mehr sagt als Euch vermutlich):

    Activating project at `C:\Users\dirki\.julia\environments\v1.11`
    Running HiGHS 1.11.0 (git hash: 364c83a51e): Copyright (c) 2025 HiGHS under MIT licence terms
    LP   has 11 rows; 6 cols; 32 nonzeros
    Coefficient ranges:
      Matrix [5e-01, 3e+01]
      Cost   [2e+00, 6e+00]
      Bound  [0e+00, 0e+00]
      RHS    [1e+00, 5e+01]
    Presolving model
    5 rows, 6 cols, 26 nonzeros  0s
    5 rows, 6 cols, 26 nonzeros  0s
    Presolve : Reductions: rows 5(-6); columns 6(-0); elements 26(-6)
    Solving the presolved LP
    Using EKK dual simplex solver - serial
      Iteration        Objective     Infeasibilities num(sum)
              0     0.0000000000e+00 Ph1: 0(0) 0s
              5    -1.5442105263e+01 Pr: 0(0) 0s
    Solving the original LP from the solution after postsolve
    Model status        : Optimal
    Simplex   iterations: 5
    Objective value     :  1.5442105263e+01
    P-D objective error :  0.0000000000e+00
    HiGHS run time      :          0.02

    Stadt-Druide mit dem Zug

    Der umgezogene Edeka Wesselburen bekommt sogar eine Pressemitteilung aus der Konzernzentrale spendiert: Kaufmann Alexander Kemper eröffnet neuen EDEKA-Markt in Wesselburen

    Berlin hat eine Stadt-Druidin: Kaa Faensen – Stadt-Druide in Berlin

    Jonas hat das Talent, irgendwohin zu gehen und es sieht auf den Fotos immer einladend und interesseweckend aus: Ein sommerlicher Tag im liebreizenden Luxemburg.

    Karen wieder on Tour: Turku-Sarajevo mit dem Zug: (1) Turku – Stockholm – Berlin – Prag

    „Temu greift mit Tütensuppen an“, steht in der Zeitung. Auch das noch.

    Anmerkungen

    1. Fragt nicht. Es ist kompliziert. Und ich kriege auch nicht mehr zusammen, woher der Name stammt. Es hat irgendwas mit generativer KI zu tun. ↩︎
  • 25-03-06 Benennen, Erläutern, Erklären

    25-03-06 Benennen, Erläutern, Erklären

    Servicehinweis für Berliner*innen: Samstag ist Feiertag. Auch für Leute, die am Wochenende eh nicht arbeiten, haben die Geschäfte geschlossen.

    Dota veröffentlichte ein neues Video: Kettenkarussel. Wenn ich ein Berlin-Musikvideo sehe, frage ich mich immer: Erkenne ich, wo es gedreht ist? Und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: die erkennbaren Drehorte sind Innsbrucker Platz (erstes Auftreten 1:11) , S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke und U-Bahnhof Schlossstzraße. Orte, die ich zum erweiterten Wohnzimmer zählen würden und die im Blog schon ihre Spuren hinterlassen haben.

    Auf dem Hinterhof steht ein Elektroswapfiets.

    Die Dachbaustelle macht optisch erkennbare Fortschritte. Leider betreibt sie auch weiterhin die Mückenzuchtanlage. Mittwoch war anscheinend Großbesprechungstag mit allen Chefs.

    Der Nachbar mit ohne Hund hat von den Dachbauarbeitern erfahren, dass sie bis Ende April fertig sein wollen. Außerdem erzählte er seine spannende Wohnungs- und Umzugsgeschichte, die in von einer 35-Mark-Einzimmerwohnung in Kreuzberg über Schöneberg, Charlottenburg und Brandenburg wieder nach Schöneberg brachte.

    Ich las ein paar Seiten in der Geschichte der Wirtschaftsinformatik. Das Buch kreist unter anderem um die Frage: Ist Wirtschaftsinformatik eine eigenständige Wissenschaft? Oder ist sie nur ein Lehrgebiet mit akademischen Anspruch ähnlich dem Wirtschaftsingenieurwesen?

    Die Frage wird verkompliziert, weil es das Fach so nur im deutschsprachigen Raum gibt, während im englischsprachigen Raum eher die Information Systems ähnliche Themen bearbeitet. Die Information Systems haben immerhin schon ein eigenes Wiki mit den gängigsten Theorien des Fachs: Information System Theories.

    Andererseits nähern wir uns gerade mit dem Tempo eines abstürzenden Düsenflugzeugs einem Post-amerikanischen Zeitalter, wer weiß was das mit dem Stellenwert der US-Universitäten in der Welt macht. Und intensiv beten, dass beim Absturz möglichst wenige Menschen zu Schaden kommen.

    Kleeblatt / 1C / 2A1

    Ich lerne das Kleeblatt auswendig. Der Lehrbrief Informationsmanagement hat sein Modul in die vier inhaltlichen Bereiche Strategie, Bedarf, Erbringung und Technologie aufgeteilt und diese in Form eines hübschen Kleeblatts angeordnet.

    Auf den Rändern finden sich dann jeweils kleinere Teilbereiche, Theorien und Rollenbeschreibungen in Unternehmen. So finden sich auf dem Kleeblattblatt „Bedarf“ unter anderem die Teilbereiche Innovationsmanagement und Geschäftsprozessmanagement, die Systemtheorie und die Theorie der Innovationsdiffusion sowie der Enterprise Architect und der Business Analyst.

    Inhaltlich ist es halt sehr praxisnah. Das sorgt bei mir für Wiedererkennungseffekte, muss aber darum kämpfen, akademischen Anspruch zu halten. Soweit ich mitbekam, hat der vorherige FernUni-Lehrstuhl für diesen Bereich dieses Anspruchsproblem durch unfassbare Mengen Text und unfair gestellte Klausuren gelöst.

    Hier hingegen gibt sich der neue Lehrstuhl auffallend viel Mühe, alles verständlich, nachvollziehbar und intuitiv zu halten und die Studierenden zu motivieren. Soweit so sympathisch. Leider gibt es keine Altklausuren, so dass ich etwas ins Blaue hinein lerne.

    Madame schrieb eine Klausur in 1C. Diese gehört zu einer anderen FernUni-Fakultät, scheint aber auch den Pfad von gigantischen Textmengen und tendenziell unfairer Klausurstellung zu verfolgen. Großer Wert wurde auf die „Operatoren“ gelegt – Erklären sie.. erfordert andere Antworten als Erläutern sie.. oder Beschreiben sie.. Wenn man halt inhaltlich nichts zu bieten hat und Student*innen das Leben schwer machen wil.

    Naja, sie hat es geschafft. Eigentlich wäre die Berufliche Bildung ein spannendes Thema – aber so eher nicht.

    Jetzt weiter für sie mit 2A1 – Empirischer Bildungsforschung. Dafür installierte Madame R Studio.

    Aber vorher und nach der Klausur: Belohnungsessen bei Da Michele mit Pizza Margherita und Amalfi Spritz,

    Kekse statt Nazis

    Mittwoch lagen Sticker in meinem Briefkasten „Kekse statt Nazis.“ Ich werde diese natürlich keinesfalls im öffentlichen Raum verkleben. Solltet ihr sie je dort sehen, müssen sie von jemand anderem stammen.

    Die Sticker waren ein letzten Abschiedsgeschenk, el incognito +3 hatten den Weg vom schönen Bayern ins schöne interessante Berlin auf sich genommen. Weitere Bekannte besuchen.

    Wir sahen uns an den Südkreuz Offices und fuhren mit der 248 nach Norden. Auf der Fahrt durfte sich datura mein Bachelorarbeitsthema anhören und deckte natürlich sofort auf, dass sich das Thema zwar als wirtschaftswissenschaftlich tarnt, aber eigentlich informatisch ist.

    Kurzes Stöbern durch den Bergmannkiez, ungeschoren an der Hammett-Buchhandlung vorbeigekommen. Dafür gab es eine kleine Eskalation im Otherland.

    Ich habe eigentlich eine Regel, dass bestimmte Autoren gekauft werden müssen, wenn sie in Buchhandlungen vorrätig sind (zum Beispiel Naomi Novik, Jasper Fforde) – aber auch nur, weil ich weiß, dass sie nie im Regal stehen. Im Otherland setzte ich die Regel schon beim Durchschreiten der Schwelle aus. Eine gute Entscheidung – sonst hätte ich jetzt 10 Bücher mehr.

    Weiter zu Barcomis, Brownies und New York Cheesecake

  • 24-12-19 Liste von Filmen, die in „The Holiday“ empfohlen werden (18×0- (13,7))

    24-12-19 Liste von Filmen, die in „The Holiday“ empfohlen werden (18×0- (13,7))

    Richard of York gave battle in vain.

    Mit dieser Eselsbrücke lernen englische Schüler*innen die Farben des Regenbogens (Red, Orange, Yellow, Green, Blue, Indigo, Violet). Unter pubertierenden Penäler*innen auch gern umgedichtet zu Richard of York gave battle in Vagina.

    Dieses wichtige Wissen erlangten wir durch die Fernsehserie Taskmaster.

    Der Innsbrucker Platz ist Nummer 2 der Unfallschwerpunkte in Berlin. Als Mensch der den Platz regelmäßig überquert und regelmäßig Unfallfahrzeuge am Rande des Platzes stehen sieht, wundert mich das gar nicht.

    Die Lotto-Stiftung fördert eine Produktion der Komischen Oper von Jesus Christ Superstar im Flughafen Tempelhof. I need tickets. Entweder wird es großes Desaster oder eine begeisternde Sache – auf jeden Fall denkwürdig.

    Madame beorderte die Deckenlochbohrer zur Deckenlochstopfung. Stand aktuell: Gestopft, nicht gemalert. Auch die angedrohte Rohrfreilegung im Bad passierte noch nicht. Aber wir erfuhren, dass auf dem Dachboden – unserer Decke – das erste Mal seit Menschengedenken eine Dämmung auf dem Fußoden angebracht ist, unsere Wohnung also wärmer werden sollte als je zuvor.

    Der Kaptain widerfuhr eine Erscheinung aus der Vergangenheit. Mein Ex-Mitbewohner in Leipzig und (einige Jahre später) Ex-Genosse in Kiel tauchte in der Dithmarscher Landeszeitung auf. Er ist neuer ehrenamtlicher Geschäftsführer von Sarahs Getreuen in Schleswig-Holstein. Das ist jetzt einerseits überraschend, andererseits auch nicht. Hauptsache die Frisur sitzt.

    Wer jemals links der Mitte in Hamburg politisch aktiv war, weiß dass Hamburg ein ganz besonderer Ort voll bizarrer Überraschungen ist. Das BSW setzt diesen Trend fort: Sieben Mitglieder des Bündnisses Sahra Wagenknecht haben am Wochenende ohne Kenntnis des Bundesvorstandes einen Landesverband in Hamburg gegründet. Diesen Landesverband nennen sie „Bündnis für Vernunft und Gerechtigkeit“, ohne den Namen der Gründerin der Bundespartei Sahra Wagenknecht

    Unvergessen die Sitzung im Hamburger Gewerkschaftshaus 2001 als erst Mitglieder des anstrengenden Flügels des Saals verwiesen wurden. Nur damit sie kurze Zeit darauf im 1. Stock mit Plakaten auf dem Fenstersims balancierend und an die Scheiben hämmernd wieder auftauchten.

    Während der Postbote noch darum kämpft, jeden Großbrief an sein Ziel zu bringen, hat DHL in Schöneberg kapituliert. Die Weihnachtsaufmerksamkeit der BBB kam bei Kollegen bereits letzten Mittwoch an, hier noch nicht. Diverse Pakete befinden sich seit >1 Woche im Status „in der Zustellregion angekommen.“

    Bluten in Lichterfelde

    Während mir die rechte Hand des DRK seit Wochen Mails und Briefe sendete, um mich zur Blutspende zu treiben, weiß ich, dass die linke Hand des DRKs mich eiskalt abweisen würde, wenn ich käme. Grimpfung und Mandelentzündung sei dank. Also wartete ich brav meine Frist ab, bevor ich Dienstagabend den M85 Richtung Charité nahm.

    Die Deko dezent weihnachtlich, die Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen sowieso immer total freundlich. Ich geriet an denselben Arzt bei dem vor zwei Versuchen die Chemie irgendwie nicht stimmte. Diesmal war alles okay und prompt waren auch die Werte okay.

    Das Spritzen blieb störrisch. Ich lernte den Einmal-sofort-Eispack kennen, der zur Blauer-Fleck-Vermeidung auf den Arm kam. Weil fast Weihnachten ist, ging ich sogar mit einem kleinen Geschenk in Form eines Kuschelschals nach Hause.

    Der eigentliche Grund, warum ich zur Blutspende gehe, war auch vorhanden: die Freiwilligen servierten frisch gestrichene Heckerle-Stullen.

    Wenig neues bei der immerwährenden Querdenkerdemo auf der Schloßstraße. Dieselben 10 Menschen, dieselben Schilder („Zahle bar!“ / „WHO – NATO – EU“ / Irgendwasmitfrieden) und derselbe Aufbau wie immer. Ihr Durchhaltevermögen schwächelt allerdings. Dass sie während meines Blutspenderückwegs bereits komplett zusammengepackt hatten, ist neu. Das gab es seit Corona nicht mehr.

    Alle Filme mit Irene Dunne

    Nach dem Regeltermin Blutspendet am Dienstag folgte der Regeltermin Fetch am Mittwoch. Das Odeon bringt einmal pro Monat eine klassische RomCom, wie alles im Odeon in OV/OmU. Im Dezember natürlich einen Weihnachtsfilm. Nach Love Actually im Dezember 2023 folgte 2024 Nancy Meyers The Holiday („Liebe braucht keine Ferien“) von 2006.

    Der Plot so realistisch wie zum Beispiel der Plot von Top Gun. Zu Weihnachten tauschen eine liebesleidende Engländerin (Iris – Kate Winslet) und eine liebesleidende Amerikanerin (Amanda – Cameron Diaz) ihre Wohnungen. Beide lernen jemand kennen (Graham – Jude Law – lernt Amanda kennen; Miles – Jack Black – lernt Iris kennen).

    Aber auf einer emotionalen Ebene ist alles wahr und jede*r kann sich in einem Charakter wiederfinden. Kate Winslet, Cameron Diaz, Jack Black und Jude Law sind allesamt vollkommen hinreißend, die Szenen charmant und Vieles fühlt sich vollkommen korrekt an.

    Was den Film aber groß macht, wird durch das fünfte Rad am Wagen neben den beiden Paaren, dargestellt: Arthur Abbott, Drehbuchautor aus der großen Zeit in Hollywood und Zufallsbekanntschaft von Iris/Kate Winslet in L.A.

    Abbott (ohne Alter, sein Schauspieler Eli Wallach war beim Dreh 90 Jahre alt) entführt Iris in die Welt des alten Hollywoods. Er bringt sie in seine Wohnung voller Memorabilia. Abbott erzählt Anekdoten von damals, nutzt dabei schöne Wörter wie gumptious oder Schmock und empfiehlt historische Filme. Meine Lieblingsszene des Films findet statt, als Abbott mit ein paar alten Kumpels eine Channuka1-Party2 bei Iris in Amandas Haus schmeißt.

    Wo Abbott aufhört, macht Miles weiter. Der Charakter ist Komponist von Filmmusik, er gestaltet den Film zu einer Hommage an die Filmmusik und insbesondere an den Komponisten Hans Zimmer.

    Zimmer komponierte die Musik für The Holiday. Im Film wird das Heimstudio von Miles gezeigt – dies ist eine ziemlich genaue Kopie des Studios, das Zimmer damals bei sich im Haus hatte.

    Die IMDB verzeichnet weit über 50 Verbindungen zu anderen Filmen. Vor allem aber von Filmen, die als DVDs in Regalen stehen. Ihre Titel sind ohne Anhalten von The Holiday kaum erkennbar.

    Das Blog watchingforever zählt nicht nur die Filme auf, die erwähnt werden, sondern geht auch tiefer darauf ein, wo Filme Nancy Meyer Filme referenzierte ohne sie explizit zu nennen: ‘The Holiday’: a modern rom-com with a classic movie heart:

    Von Arthur Abbott erwähnt

    His Girl Friday („Sein Mädchen für besondere Fälle“) (1940 – Klassiker der Screwball-Komödie, Rotten Tomatoes 99/100, in verschiedensten Listen der besten Filme aller Zeiten; und mir komplett unbekannt).

    The Lady Eve („Die Falschspielerin“) (1941) – Unkonventioneller Screwball-Klassiker

    Allgemein Filme mit Irene Dunne.

    Bluebeard’s Eighth Wife („Blaubarts achte Frau“) (1938 von Ernst Lubitsch) – wird nicht explizit erwähnt. Aber wenn Arthur das Konzept meet-cute erklärt, schildert er dazu eine Szene aus dem Film.

    In der Videothek

    Jaws („Der Weiße Hai“) 1975 – Filmmusik von John Williams – Miles performt die Titelsequenz

    Driving Miss Daisy („Miss Daisy und ihr Chaffeur“), 1989, Filmmusik von Hans Zimmer. Auch angesungen von Miles.

    The Graduate („Die Reifeprüfung“) 1967 – Songs von Paul Simon. Hello Mrs Robinson angesungen von Miles. Dustin Hoffmann hat ein Cameo als Videotheksbesucher und schüttelt den Kopf.

    Chariots of Fire („Die Stunde des Siegers“) 1981 – Musik von Vangelis.

    The Mission („Die Mission“) – 1986 – Musik von Ennio Morricone.

    Sonstige Erwähnungen

    Cinema Paradiso (1988, Musik von Ennio Morricone / Andrea Morricone) – Die Filmmusik läuft in Miles Auto als er Iris das erste Mal trifft.

    Mon Oncle („Mein Onkel“) – 1958 – das Poster hängt prominent in Amandas Haus.

    Once Upon a Time in America (Es war einmal in Amerika) 1984 – Musik von Ennio Morricone; die Titelmelodie von The Holiday beginnt mit den ersten Takten von Deborahs Theme aus Once Upon a Time.

    Der Mann im Mond braucht keine KI

    Da His Girl Friday in den USA keinem Copyright mehr unterliegt, beherbegt Wikipedia den kompletten Film.

    Wo ich schob bei Watchingforever rumstöberte entdeckte ich „Just Imagine“ It’s a pre-Code sci-fi musical comedy with Busby Berkley-like dance numbers, vaudevillian humor, a trip to Mars and a man brought back to life after 50 years.

    Die ehemaligen humoristischen Songwriter des Lumpenpacks kombinieren Billy Joel mit Slime: WZF?! (2.4 Update) feat. Alligatoah

    Maik Riecken mit vielen spannenden Gedanken zu KI in der Schule, insbesondere zum Thema „was passiert eigentlich kognitiv bei den Lernenden wenn sie KI nutzen“?: KI in der Schule? Ist sie nun einmal da und muss man sich deswegen damit beschäftigen? (via Hajo Inwanowitsch)

    Anmerkungen

    1. Überhaupt Chanukka-Party. Natürlich fand ich die Szene total schön, andererseits verfluchte ich meine Landsleute: wir könnten hier auch einfach nette, spannende Chanukka-Parties in Deutschland haben, wenn wir nicht die Feiernden vertrieben und ausgerottet hätten. ↩︎
    2. Der Weihnachtsfilm mit Chanukka-, Weihnachts und Silvesterparty. Wie es sein sollte. ↩︎
  • 24-12-03 Wegen Warenannahme geschlossen

    24-12-03 Wegen Warenannahme geschlossen

    Blumen Osterberg am Innsbrucker Platz errichtet wieder einen Holzverschlag neben dem Verkaufscontainer. Vielleicht ist doch eine Rückkehr als vollwertiger Blumenladen geplant.

    Herausgefunden: Am Kröpcke in Hannover steht bis Silvester die größte Weihnachstpyramide der Welt; oder Europas; oder Hannovers. Auf jeden Fall groß.

    Ömis Gemüsedöner bietet „Döner für 5 Euro bis 31.12.“. Die Schlange davor entpuppte sich bei näherer Betrachtung dennoch als Wartende an der Bushaltestelle.

    Langsam scheint es sich unter den Interessierten herumzusprechen, dass im Bahnhof Südkreuz (Osthalle) ein Klavier steht. Das Niveau der Spielenden steigt. Bei einem heutigen Vorbeigang würde ich behaupten, einen richtig guten Spieler gehört zu haben.

    Bei der Kriminalbuchhandlung Hammett besorgte ich schwere Literatur; reflektierend darüber, dass Bücher damals um 2000 das Allererste war, was ich im Internet kaufte, sie sich inzwischen anschicken, neben Lebensmitteln das letzte zu werden, was ich nicht (mehr) im Internet kaufe. Zumindest solange Hammett oder andere tolle Buchhandlungen im Wohnort meiner Wahl existieren.

    Dialogisches Wundern, wer eigentlich diese ganzen 1.000.000-Euro-Kaufpreis für 90 Quadratmeter, wahlweise 4000-Euro-Miete-Wohnungen in Berlin mietet und kauft. So viele vermögende Menschen sind dann nicht in der Stadt – weder im Stadtbild, noch dort wo Statistiken sie finden könnten.

    Es soll Menschen geben, die jedes geschlossene Geschäft, jede nicht verfügbare Ware für Zeichen von Untergang und Niedergang nehmen. Nicht ich. Zivilisation funkioniert auch perfekt bei Öffnungszeiten zwischen 10 und 17 Uhr und selbst mit Mittagspause. Logistik ist ein ewiges Abenteuer und nichts auf der Welt ist unbegrenzt. Nicht einmal die Warenverfügbarkeit in der Großstadt. Aber kurios sind die Zeichen des Wandels schon.

    13 Uhr, beste Mittagspausenzeit, am ICE-Bahnhof Südkreuz. Ich passiere den seltsame dunklen Burger King, wundere mich, der wurde doch gerade erst renoviert. Näher herangetreten: „Wegen Warennahme geschlossen“.

    Weiter schwelge ich im Rausch der neugewonnen Nach-Seminarbeits-Zeitfreiheit, stürze mich mit Begeisterung in Beschäftigungen wie „Kabel aussortieren.“

    Bei der Briefkastenleerung am 3. Dezember umschwirrten mich zwei Stechmücken.

    Vorbei und zurück

    Auch die Fernuni rief wieder.

    Ich lernte Informationsmanagement – ich halte das Modul in diesem Semester für das leichteste Modul – dessen Klausur am ebenso am fernsten liegt. Der Plan ist es, in dieser Woche alle Kurseinheiten durchzubekommen und die zweiten Einsendeaufgaben zu absolvieren. Dann kann ich das Modul bis Anfang März komplett vergessen, mich anderen Sachen zuwenden, und ab März auf die informationsmanagement-Klausur lernen.

    Für das Sommersemester meldete ich mich an und rück. Neben der Bachelorarbeit (für die es einen separaten Prozess) gibt, die letzten beiden Module: Knowledge Management (in english – keinesfalls zu verwechseln mit Informationsmanagement dieses Semester) und Mikroökonomik.

    Auch bürokratisiert: Angemeldet für die beiden Klausuren für die es ab 1. Dezember möglich ist: Betriebliche Informationssysteme und Imperative Programmierung.

    Sourire d’Orchidee

    Die Latifundien im zauberhaften Zwischenstadium. Reif bedeckt auch am frühen Nachmittag noch Teile des Grases. An anderen Stellen blühen Rosen, die schönsten roten Blätter zeigen sich noch.

    Der Himmel verwöhnte uns mit schönsten Blau. Die Sonne deutete ihre Kraft an. Wir absolvierten die letzten Wintervorbereitungen. Das Getüm zog ins Haus, das Gummistiefelschaf in den Schuppen und der Gartengeräteakku in das frostgeschützte Bad.

    Die wurzelnackte Sourire d’Orchidee zog in die Erde vor der Pergola. Wir hielten uns brav an den Ratschlag nicht anzugießen und genossen die fluffig leichte und lockere Erde, wie sie nur alle paar Monate einmal vorkommt.

    Der Thymian hatte den Sommer über die Klappe in den Geheimuntergrund soweit überwuchert, dass sie nur schwerlich zu öffnen war.

    Einmal einatmen. die Augen schließen und den Blick über das Feld schweifen lassen – und Berlin ist unfassbar weit weg.

    FDP 2

    Diverser Hintergrund zu dem was in Syrien gerade passiert: SPECIAL: Syria — Nov 26-Dec 3, 2024 Wahrscheinlich lohnt es, vorher noch einen Blick in den Wikipedia-Artikel zum Krieg zu werfen, um die Ausgangslage zu verstehen. Was ich mitnahm: die Offensive kam nicht überraschend. Sowohl die Türkei wie auch Syrien wussten von den Vorbereitungen seit Monaten.

    Weniger komplex aber irgendwie auch verwirrend: das seltsame Gebaren der FDP. Frau Herzbruch schildert weiter was wir ansehen, wenn wir den Komplettunfall der Partei betrachten: Lindner ist noch immer Parteichef der FDP, vermutlich alternativlos, andererseits auch eine wirklich interessante Entscheidung.

    (Ich glaube übrigens auch dass die FDP eine komplett schmerzbefreite Kernklienten von etwa 4%-4,5% der Wählenden hat. Wenn nicht wirklich Desaströses für die Partei direkt vor der Wahl passiert, wird sie im nächsten Bundestag landen.)

    Mein Humor: Arne Uplegger (der Blogger) beantwortet typische Fragen an Arne Uplegger (den Eishockeyspieler).

    Dafür wurde das Internet geschaffen: der Java-Quellcode für ein HelloWorld als Heavy Metal Song: NANOWAR OF STEEL – HelloWorld.java (Source Code Video) | Napalm Records (dumeineGüte, sie können noch viel alberner)

    Nils Minkmar bewegend anrührend über die Einladung von Didier Eribon, Geoffroy de Lagasnerie und Édouard Louis in der französischen Botschaft in Berlin ein. Die drei Herren – hinreißend:

    Einmal ging es um das cineastische Werk von Ken Loach und den Gebrüdern Dardenne, um Vittorio de Sica und die Rezeption von Almodovar in Spanien. Kurz darauf referierte Édouard Louis über Heiner Müller und kannte sich wirklich gut aus. Sie sprangen über Epochen, Genres und Disziplinen wie übermütige Jungs über die Steine im Bach. Dann ging es um den Rotwein, der Louis suspekt vorkam.

    Aber auch der Event an sich:

    In zu vielen Ländern der Welt würden erbitterte Gegner des Präsidenten wie Éribon, Louis und de Lagasnerie verfolgt, sogar inhaftiert. In Berlin und Paris lädt man sie zu einem festlichen, offiziellen Dîner ein und der Botschafter hält eine herzliche, kenntnisreiche Lobrede. Das ist der Westen.

  • 24-11-19 Ein Laubbläser heulte. Blut spritzte.

    24-11-19 Ein Laubbläser heulte. Blut spritzte.

    Anti-Brumm! Ich brauche Anti-Brumm! Ende November bei 3 Grad Außentemperatur in einer Innenstadtwohnung. Wie absurd kann es werden?

    So verstochen wie ich bin, scheint es wenig Alternativen zu geben. Unsere Arbeitshypothese: die Mücken lebten friedlich in einer Pfütze / Wasserbehältnis auf der Dachbodenbaustelle. Jetzt wo es kalt wird, fliehen sie ins Warme – und unsere Wohnung ist der nächstgelegene warme Aufenthaltsort.

    Der Sonntag blieb ein echter nur-nicht-rausgehen-Sonntag mit Romanlektüre. (Weiter in Olga Tokarczuks Jakosbüchern. Nach Der Dibbuk schon wieder der Handlungsort Wolhynien.)

    Bei plötzlich eintretenden Energieschüben machte ich mich an’s Heimbüro-Aufräumen: Kalender aufgeräumt; als Wahlhelfer angemeldet; Stromzählerstand Berlin gemeldet; am Stromverbrauch Latifundien herumgerechnet; die Monatszahlung für meinen Mastodon-Host erneuert; was man halt so macht.

    Madame besorgte derweil Foxgloves und Sourir d’Orchidee.

    Gelernt: das Kaufmanns-Und & entwickelte sich aus lateinisch et, das im Laufe der Jahre zu einem Zeichen verschmolz. Die Schriftgeschichte hat viele spannende Varianten dieses Zeichens hervorgebracht.

    Mir träumte, ich spiele eine Art SimLife mit 1980er-2D Graphik von oben. Nur die Soundeffekte waren äußerst aufdringlich. Irgendwann war ich wach genug, um die Soundeffekte als montäglichen Wecker zu erkennen.

    Passend dazu setzte ein Laubbläser ein. Er trieb mich ins Bad, wo ich eine der Stechmücken erwischte. Blut an der Wand! So viel Blut an der Wand! Wie konnte eine einzige Mücke mir so viel Blut abzapfen?

    Es gelang mir gerade noch, mich halbwegs morgenfertig zu machen, bevor the marvelous Frau Z die Wohnung betrat.

    In der Mittagspause den Kurzspaziergang ausnahmsweise links herum geführt. Dabei in dem Haus, das letzten Monat noch eine Baustelle war, zwei neue Lokalitäten gesichtet. Die Rote Insel verspricht Coffee and Food. Noch hat sie geschlossen, aber vielleicht könnte das etwas für die Mittagspause werden.

    Le Quartier sieht spannend aus. Aber 12,50€ für das einfachste Mittagsgericht sind doch etwas viel für täglichen Besuch. Aber vielleicht könnten wir mal einen lauschigen Abend machen bei Steak Tartar, Escargots, Bouillabaisse oder Steak Frites. Es kommt auf jeden Fall auf die Liste.

    Auf dem Heimweg konnte ich einen Blick auf den neuen 1-Cent-Dönerladen erhaschen: Ömi’s Gemüsedöner. Dem einsehbaren Innenleben nach gehört er zur besseren Hälfte der Dönerläden dieses Häuserblocks.

    Nach dem Heimweg erfreulicherweise noch die Energie gehabt wieder ernsthaft über Sensitivitätsanalyse nachzudenken und ein paar Schmierzettel vollzumalen. Dass ich das Wochenende nutzte, um mich in Raum und Zeit zu verorten, viele Liegengebliebenes wegzusortieren, half um mich wieder gedanklich auf die Uni stürzen zu können.

    Inhaltlich waren meine Sensitivitätsschmierzettel noch nicht so gehaltvoll. Aber da halte ich es mit Adrienne: „Der schwierigste Teil, ist es anwesend zu sein. Der Rest geht wie von alleine.“

    Egal

    Eine Kollegin fragte mich nach Tipps für den privaten Laptopkauf. Ich konnte mich gleich als Nicht-Nerd beweisen, in dem ich keine Präferenz hatte: Ist für Deine Zwecke1 ziemlich egal. Alles was in den letzten Jahren in den Handel kam, sollte technisch ausreichen.

    Ich würde lieber hochwertig-gebraucht kaufen als zusammengeschustert-neu. Wenn Windows, dann Windows 11, das wird noch länger supportet. Und wenn gebraucht, dann den Händler ein wenig anschauen, ob das Bauchgefühl passt. Sie selbst legte Wert auf einen 15-Zoll-Laptop oder größer.

    Zu technischen Details habe ich zwar Meinungen, halte die aber in dem Kontext für ziemlich irrelevant und verwirrungsstiftend. Um sie nicht ganz so verloren mit „ist egal“ heimzuschicken, suchte ich ihr noch einen Rechner heraus, den ich bestellen würde. (ThinkPad, 3 Jahre alt. 400 Euro)

    Hey Du, ich kann Dir Geld überweisen

    Ich beendete den Sonntagabend damit, Wero-Nutzer zu werden. Wero soll eine Art PayPal auf europäisch werden. Und ich leide schon länger darunter, dass es bei Zahlungen im Internet genau vier Möglichkeiten gibt – PayPal, Klarna, Visa, MasterCard – die mir alle gleichermaßen unsympathisch sind.

    Wer Nutzer eines deutschen Onlinebankings bei einer altmodischen Bank ist, kann sich Wero ziemlich problemlos einrichten. Im Zweifel ist es schon in der normalen Banking-App hinterlegt und muss nur einmal aktiviert werden.

    Nachteil: Noch kann es nix, außer Geld an andere Wero-Nutzer*innen zu übermitteln. Ich stellte schnell fest: die Zahl der Wero-Nutzer*innen im Bekanntenkreis beträgt Null.

    Erschütterung

    Frau Rabe inspizierte in Indien.

    Östlich von Istanbul ist östlich von Istanbul in Almaty (Kasachstan):

    Hinter der Kathedrale ist das Kriegerdenkmal Grund für meine Standardlektion ans Kind und die Lesenden: Deutschland überfiel im Zweiten Weltkrieg die Sowjetunion. Nicht Russland, sondern die ganze Sowjetunion. Ja, die Frage, wer angefangen hat, ist historisch eindeutig geklärt. Und es wurden alle Völker, auch jene die tausende Kilometer von der Front lebten, in den Wahnsinn hineingezogen. Kasachen und Uiguren, Usbeken und Kirgisen fielen überproportional häufig und auch wenn sie die deutschen Truppen nicht unmittelbar im Land hatten, wie der westliche Teil des Riesenreiches, traf die Mobilmachung, die brutalen Forderungen nach Abgaben für die Front und die Flüchtlingsströme aus dem Westen doch auch Zentralasien massiv.

    Harte Liebe für Patrick Bahners:

    Es gab in der FAZ regelmäßige, ausführliche Geburtstagskonferenzen und ein kompliziertes Regelwerk, wann runde und wann nur halbrunde Jubiläen zu einem Artikel führen. Patrick Bahners war der Zirkusdirektor in der Arena dieser Debatten und fasste sich erschüttert an die Stirn, wenn die Runde befand, der Geburtstag eines führenden schwedischen Numismatikers müsste nicht unbedingt in der Zeitung für Deutschland gewürdigt werden. (via der siebte Tag)

    Aus der Praxis: Versicherungstelematik im Auto bei Christian Buggisch.

    Eine andere iOS/Android-Alternative für das Handy: GrapheneOS in der langfristigen Nutzung

    1. Bißchen Internet, bißchen Office. Keine aufwendige Bildbearbeitung, keine Games, kein Bitcoin. ↩︎