Schlagwort: Innsbrucker Platz

  • 24-11-17 Besessen im Bürgeramt

    24-11-17 Besessen im Bürgeramt

    Wochenende. Ich werde mich bis Sonntag Abend einfach rücklings auf den Wohnzimmerteppich legen und an die Decke starren.

    Madame fuhr mit dem ICE77 nach Basel Bad. Es war nicht der gebuchte ICE77 (über Südkreuz -> Leipzig -> Erfurt) sondern ein Ersatz-ICE77 (über Spandau -> Göttingen -> Kassel). Aber für Deutsche Bahn im Jahr 2024 benahm er sich danach anständig.

    Trotz zeitweiliger Personen im Gleis blieb die Verspätung bei einer Minute. Basel Bad empfing sie mit einem neu gebauten Fahrstuhl. (Finally) Zwischenzeitlich entlockte Madame ihrem Handy auf Madarin die Erklärung der Deutsche-Bahn-Klassen. Sie konnte verirrte chinesische Reisende in die richtige Richtung locken.

    Mir träumte überraschend viel. Aber ich fürchte weder bietet Vivantes Mitarbeiterwohnungen an, noch ist eine gute Idee das Fazit meiner Abschlussarbeit mit Kohle auf die Straße vor einem Hundezwinger mit Kampfhunden zu schreiben.

    Wenn mir nicht träumte, war ich damit beschäftigt, Stechmücken zu erschlagen. Am 16. November! In den Vorjahren hatten wir hier nicht einmal im Hochsommer Stechmücken.

    Während ich mich nicht entscheiden kann, ob ich heute zu den Latifunden und/oder ins Schwimmbad fahre oder das Seminararbeiten nur durch einen kleinen Spaziergang unterbreche, möchte Menschen von mir eine detaillierte Weihnachtsplanung. Wie?

    Die Einladung nach Kotzenbüll konnten wir schon annehmen.

    Am S-Bahnhof-Schöneberg eröffnete schon wieder ein neuer Döner. Ich bemerkte es, weil auf der Straße eine 20 Meter-Schlange stand. Die war erklärlich: Der Laden eröffnete mit einem „Verkaufspreis“ von 1 Cent. Auch spannend: die übliche türkisch inspirierte Ballondeko bestand aus Ballons in Schwarz-Rot-Gold.

    Die Gärtnerei/Blumenlanden im Bahnhof Innsbrucker Platz sah schon länger nicht mehr so richtig gut aus. Gefühlt hatte sie öfter geschlossen als geöffnet. Vor ein paar Tagen entdeckte Madame den Abriss. Es stellte sich auch heraus: Das Ladengeschäft gehörte gar nicht zum Bahnhofsgebäude. Es war ein Holzverschlag, der in eine Außennische gebaut worden war. Schade um das Geschäft. Plot Twist: Heute war die Gärtnerei wieder da. Der Verkauf erfolgt aus einem Container.

    Nach zwei Tagen Ampelausfall vor den Südkreuz Offices hat sich die Polizei zur manuellen Verkehrsregelung entschieden. Bei Nacht sahen die Polizisten in ihren Reflektionsjacken und mit dem Leucht-Dirigierstab aus wie Flugplatz-Rollfeld-Anweiser.

    Bringt mir Schwarze LED-Lichter

    Wir gingen ins Theater. Dort erlebten wir ein Zusammentreffen dreier Besonderheiten.

    Das Theater Coupé ist eine Kleinkunstbühne, die mitten im Bürgeramt Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz liegt. Nun werden ja nahezu alle Theater städtisch gefördert. Aber dass der Theaterraum und das Foyer Teil des Rathauses sind, ist ungewöhnlich. Es muss daran liegen, dass es in Berlin mit der Stadt Berlin und den Bezirken ja eh alles anders ist.

    Die Bühne besteht seit 1994. Sie ist offiziell für verschiedene Kulturveranstaltungen nutzbar, de facto scheint das Deutsch-Jüdische Theater (DJT) derzeit die einzige Nutzerin zu sein.

    Das DJT, das Deutsch-Jüdische Theater, entstand 2001 unter dem Namen Bimah. Beginnend im Coupé entwickelte es sich schnell und stürmisch durch die Spielstätten. Es war kurz davor, dauerhaft in den Admiralspalast zu ziehen. Dann starb 2016 der Impressario. Das Theater ist 2024 wieder zurück im Bürgeramt Wilmersdorf und vom Admiralspalast weit entfernt.

    Der Dibbuk des Autors AN-SKI müsste ein Klassiker im Kanon europäischer Theaterstücke sein – wenn nicht 10 Jahre nach der Uraufführung Deutschland recht erfolgreich versucht hätte, Judentum und jüdische Kultur auszurotten.

    Das Stück spielt Ende des 19. Jahrhunderts im Stetl in Wolhynien in der Westukraine. Es greift den klassischen Konflikt zwischen jung-romantischer Liebe und elterlichen Vernunftvorschriften auf. Hier stirbt der verliebte Nicht-Bräutigam und fährt als Geist (Dibbuk) in den Körper der Angebeteten.

    Das Stück greift tief in die jüdische Mystik, und lässt ein ganzes Rabbinatsgericht auffahren, in dem ein weiterer Verstorbener durch einen Rabbi vertreten wird. Nur mit Hilfe mächtiger Bannsprüche gelingt es, den Dibbuk aus dem Körper der jungen Frau zu vertreiben – woraufhin diese auch stirbt. Die füreinander bestimmten Seelen der Beiden können sich vereinigen.

    Wir sind verwöhnt. Barrie Kosky hat an der Komischen Oper viel historisches jüdisch-Berliner Repertoire aufgeführt – ausgestattet mit einem Bundeshauptstadt-Opernhaus-Etat und inszeniert von jemand, der ein Bällebad in all seinen internationalen Theaterauszeichnungen nehmen könnte. Der Vergleich, den eine semiprofessionelle 5-Personen-Truppe aushalten muss, ist unfair.

    Eine Aufführung mit vier Schauspieler*innen (das wirkte eher wie Notwendigkeit, als eine künstlerische Entscheidung) mit schwierigen Soundeffekten und Minimalbudget in der Ausstattung ist im Vergleich chancelos.

    Immerhin hat sie erreicht, dass es eine emotional-enge Atmosphäre war. Es hat mir die Dibbuk-Geschichte näher gebracht. Viele innere Bilder der Aufführung werde ich noch lange vor meinem inneren Auge haben.

    Aber jetzt möchte ich auch eine ernstlich professionelle Inszenierung des Stücks sehen.

    Chloroplast / Pferd

    An ihren Modulor-Taschen sollt ihr sie erkennen. Wäre ich verloren gegangen im Labyrinthlauf durch den Schöneberger Gewerbehof – ich hätte einfach nur da entlang gehen müssen, wo die Damen mit den Modulor-Taschen und den papierverpackten Rollen herkommen.

    Die Griffelkunst hatte gerufen. Die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg ist ein Hamburger Verein, gegründet 1925, den ich grob in die Richtung Demokratisierung-der-Kunst / Bauhaus / Klassische Moderne einsortieren würde.

    Er bringt Künstler und breiter(e) Bevölkerungsgruppen zusammen. Gegen eine schmale Mitgliedgebühr kann mensch zweimal im Jahr insgesamt vier Druckgraphiken zeitgenössischer Künstler auswählen.

    Das Prozedere hat sich seit 1925 nur unwesentlich verändert. Zweimal im Jahr machen die Grafiken die große Runde. Sie werden einige Stunden lang an einem Ort ausgestellt. Die ortsansässigen Griffelkunst-Mitglieder kommen. Sie betrachten die Grafiken und treffen eine Auswahl. Danach werden die Grafiken in der entsprechenden Menge hergestellt.

    Bei der nächsten Runde werden die ausgesuchten Werke vom letzten Mal abgeholt. Madame wartete ihre mehrjährige Warteperiode ab. So ist sie MItglied und ich darf auch von den Graphiken profitieren.

    Seit einiger Zeit stellt „unsere“ Gruppe (Berlin 1) im Schöneberger Gewerbehof aus. Da Madame gerade im ICE77 Chinesen beriet, machte ich mich allein auf den Weg.

    Ich wählte in Wahl 395 die C2 („Chloroplast“) von Julia Oschatz und in Wahl 396 die A1 (Berlin 1979) von Miron Zownir und holte unsere Wahl vom letzten mal ab.

    Sei es, weil ich offensichtlich im Auftrag abholte, sei es, weil mir die richtige Modulor-kunstaffine Ausstrahlung fehlte. So streng werden wir mit Madame nie in den Ablauf vor Ort eingeführt. Immerhin gaben sie mir zwei Drucke, und ich konnte auf der Langescheidtbrücke die S-Bahn überqueren und zurück zum Kleistpark wandeln. Beide Werke sind die Busfahrt hindurch unverknickt zu Hause angekommen.

    Haka Baku

    Wer ihn noch nicht gesehen hat, der Protest-Haka im Parlament Neuseelands. Die Geschichte dazu so gruselig wie es für den November 2024 angemessen ist: Māori protests in NZ are about to get bigger and one person is being blamed

    Der Schweizer Rundfunk fuhr mit Zug und Bus von Basel zur Klimakonferenz nach Baku.

    Mit dem Zug, und ungeplant mit dem Bus fuhren Karen und Familie Maus von Paris nach Hamburg-Hauptbahnhof.

  • 24-10-10 Wie retten wir Fotos eines iPhones, das einen defekten Bildschirm hat?

    24-10-10 Wie retten wir Fotos eines iPhones, das einen defekten Bildschirm hat?

    Ninja Warrior Germany startet am 18. Oktober.

    Das CO-Meter bekam neue Batterien. Wenn schon Kohlenmonoxidvergiftung, dann bitte begleitet von einem heulendem Warnton.

    Die Elster erhielt sich wie erwartet. Das ist erfreulich.

    Weiterhin wildes Getöse auf dem Dachboden. Dem Geräusch nach werden dort Wettbewerbe im Baumstammwurf veranstaltet – aber immerhin passiert etwas.

    Auf dem Hinterhof verlor die Birke einen Fünf-Meter-Ast. Insofern gut, dass der Subaru gerade in der Werkstatt steht und nicht auf dem Hinterhofparkplatz.

    Ein Makler führte zwei junge Männer über den Hof. Leider war ich nicht spontan genug auszurufen „Lauft! Solange ihr noch könnt.“

    Madame joggte durch das Stadtbad Wilmersdorf I. Sie berichtete von vielen motivierten Schwimmer*innen selbst auf der Plansch- und Schwaderbahn.

    Andere Fahrradfahrer klingeln mich wild an, weil ich in der Konstellation grüne Autoampel – rote Fahrradampel stehen bleibe.

    Anscheinend gibt es wieder Autobahnprobleme. Auf der Ausweichstrecke zum Innsbrucker Platz stauen sich die Autos. Auf dem Platz selber stehender Verkehr in alle Richtungen und wildes Gehupe. Hätte ich nicht schon andere Pläne gehabt, hätte ich den Mittwoch Abend damit verbracht, mir am Späti eine Dose Bier zu besorgen, und dann von einer Bank aus zuzuschauen wie sich Autofahrer gegenseitig beschimpfen.

    Am Bahnhof Südkreuz steht seit einiger Zeit ein Sperrholz-Wartehäuschen, das so aussieht als hätte es ein Schausteller auf Durchreise vergessen. Im Stil irgendwo zwischen Weihnachtsmarkt und Landesgartenschau; in seiner provisorischen Holzigkeit am Beton-Glas-Monster Bahnhof Südkreuz maximal fehl am Platz. Heute sah ich das Schild: Pilotprojekt ressourcenschonendes Bauen in innovativer Holzleichtbauweise.

    Fände ich spannend. Es wäre aber ein maximaler Wandel der DB-Architektur.

    Horror-Zecke erobert Deutschland informiert mich das Zeitungsregal bei Edeka. Das war es dann mit der Ampel. Sicher möchte Horror-Zecke nach erfolgreicher Eroberung auch Kanzler werden.

    Immerhin: ZDF-Sommerinterview mit Horror-Zecke klingt spannender als dieselbe Veranstaltung mit Olaf Scholz.

    Am Mittwoch absolvierte ich online das erste Tutorium Lineare Algebra. Es bestätigte meine Vermutung: der Stoff ist krass viel. In Anderthalb Stunden kam der Dozent vielleicht durch ein Viertel von Kapitel 1, das eigentlich komplett abgehandelt werden sollte. Leider war das auch das Viertel, das ich im Prinzip verstanden habe. Die anderen drei Viertel aus Kapitel 1 werfen bei mir mehr Fragen auf.

    Ich lernte dort: „Assoziativtität zu beweisen ist entweder sehr einfach oder sehr lästig.“

    Tragik des Informationsmanagements-Moduls: Ich las mittlerweile mehr und studierte ihre Moodle-Seiten. Sie geben sich richtig viel Mühe, das Modul interessant zu machen und die Student*innen zu involvieren. Leider bin ich richtig motiviert, all mein persönliches Involvement auf andere Module zu werfen und für Informationsmanagement nur gerade eben soviel zu tun wie zwingend nötig zum Bestehen ist.

    Mit Streifen ohne Daten

    Es gibt so Zeiten im Leben. Der Subaru wartet weiterhin auf seine Benzinpumpe, und dann verabschiedet sich auch noch Madames iPhone. Am Bahnhof der Hafenstadt stürzte es sich in den Abgrund.

    Nun funktioniert es im Prinzip noch. Aber das nutzt wenig wenn der Bildschirm nur noch bunte Streifen zeigt. Eine Reparatur würde den Zeitwert des historischen Geräts um ein mehrfaches überkosten. Also besorgen wir ein neues historisches Gerät.

    Nun aber die Frage: wie bekommen wir Daten und Einstellungen von Einem zum Anderen? Für sachdienliche Hinweise sind wir dankbar. Rudimentärbedienung des Handies ist noch möglich – ein „Ok“-Button ließe sich vermutlich identifizieren und clicken. MacBook ist hier nicht vorhanden, ließe sich im Notfall aber ausleihen.

    Mit dem Zug nach Südkreuz

    Kaum hatten wir dem Kaptain abschiedsgewinkt, standen auch schon Euphegenia und Dr D an Gleis 8 im Südkreuz. Die Deutsche Bahn hatte die Strecke Basel->Berlin wider allen Erwartungen tadellos gemeistert. Umstieg in den Rennpolo – dank zweier artistischer Hinterbanksitzerinnen gelangten wir zu viert im Polo auf die Latifundien.

    Für eine angemessene Gartenwürdigung war es zu nass und zu dunkel. Aber wir haben ja noch den Bungalow, wo Madame schon Flammkuchen mit Feigen, Ziegenkäse und Speck vorbereitet hatte. Die beiden packten aus, wir packten ein und ließen uns nach Kremmen an den Bahnhof bringen.

    Aus den märkischen Hamptons empfangen wir Berichte von Blumenzwiebelpaketen, Schornsteinfegern und Bäckern. Wir fuhren mit dem Prignitz-Express über Spandau und Charlottenburg zurück zum tösenden Dachboden.

    Mit dem Zug nach Laibach

    Es geht nicht nur um Musik in diesem Blog: Schreiben und Zeichnen mit Tinte aus Schopftintlingen

    Einst fuhr ich meine allererste Interrail-Eisenbahnstrecke von Villach nach Ljubljana. Damals galt Interrail noch nicht im Wohnland (Deutschland). Die Deutsche Grenze galt es ohne Interrail zu überwinden, so dass mich ein Mitfahrzentralaudi nach Villach fuhr.

    Am Villacher Bahnhof musste ich mich einmal am Schalter zusammenstauchen lassen, weil ich Ljubljana gesagt hatte anstelle von Laibach. Dann aber fuhr ich, kompett übermüdet und vor allem schlafend in die weite Welt.

    Bahnreisen Richtung Ljubljana sprechen mich besonders an. Zumal wenn sie so schön beschrieben sind, wie beim Kieselblog (auch lesenswert, die andere Reiseeinträge rechts und links davon): 2024-09-30 Montag: Slowenien 5, Von Koper nach Ljubljana

    Dazu passend: Kürzlich fand ich mich in einer lustigen Diskussion wieder, in deren Verlauf ich gewagt hatte, die Meinung in den Raum zu werfen, dass man innerhalb Europas eigentlich nicht zu fliegen braucht.

    Kürzer im Ort, weiter im Herzen: Teen Herzbruch macht Sozialpraktikum in der Demenz-Tagespflege.

  • 24-04-11 Ins Reich der Träume *bonk*bonk*bonk*

    24-04-11 Ins Reich der Träume *bonk*bonk*bonk*

    Der Schornsteinfeger klagte sein Leid über die Hausverwaltung. In einer anderen Angelegenheit trat ich mit derselben in schriftliche Kommunikation zum Thema VH und HH.

    Madame betrachtete erbende Drag Queens.

    Meistens korrigierte sie.

    Buchhandlung Erlesenes in Heide schließt zum 15. Mai. Der Bücher-Räumungsverkauf beginnt am 17. April.

    Die BVG sperrt einen Durchgang zur U-Bahn-Station Innsbrucker Platz. Von der Straße aus kommt man direkt ans Tor. Von der U-Bahn-Station kommt man auch direkt ans Tor – nur an die andere Seite. Da es zaunartig ist, kann man sich auch Gegenstände durch das Tor hindurch geben, Händchenhalten und Küssen ist möglich. Nur Durchschreiten geht nicht.

    Gelernt: Wenn die Abfahrt eines gebuchtes Zuges 30 Minuten nach vorne verlegt wird, hebt das die Zugbindung des dazugehörigens Tickets auf. Das ist nett, wenn man extra absurde Abfahrtszeiten wählte, um an den besten Supersparpreis zu kommen.

    Ich lernte: Auch halbwegs aufwendige Text-zu-Lesen-Automatismen scheitern am Unterschied zwischen Montage (Pl. von Montag) und Montage (Subst. zu montieren).

    Ich lernte ein wenig darüber, wie SAP – die Software, nicht das Unternehmen – die Welt „sieht“ und interpretiert.

    Frohes Zuckerfest!

    In Berlin auch: Frohes-Ballaststoffe-sind-aber-viel-gesünder-Fest!

    Für den Sommer buchte ich ein Rock’n’Roll-Hotel in Vilnius.

    Schreibtischtage mit Meergedanken.

    Schreibttischstillleben mit Hummer-Stofftier.

    XKCD2916

    Leider muss ich Studium und Arbeit einstellen, denn ich entdeckte xkcd 2916. Ich werde nie wieder Zeit für Anderes haben.

    XKCD ist ein Webcomic. Ungefähr zum 1. April eines Jahres veröffentlicht Randall Munroe etwas Interaktives.

    Dieses Jahr in Comic No. 2916: Machine. Ein einfaches Spiel.

    Die Spielerin bespielt ein leeres Viereck. An ein oder mehreren Eingängen fallen verschiedenfarbige Kugeln ins Feld, die es an deren Ausgängen wieder verlassen sollen. Dem Spieler stehen verschiedene Elemente zur Verfügung (Bretter, Ventilatoren, Bumper aus dem Flipperautomat, beschriftet mit *Bonk*, Hammer, Katze, Schwerkraftfeld), um die Kugeln zu lenken.

    Aufgabe ist es, die Kugeln auf die richtige Bahn zu bringen.

    Zusatzaufgabe ist es, dabei möglich kreativ, kontraintuitiv, absurd vorzugehen. Warum die Kugel einfach ins Loch fallen lassen, wenn sie auch erst mit den Bonks dreimal durchs Spielfeld schießen kann und dann mit Schwerkraftfeldern wieder einfangen?

    (Wer Beispiele sehen möchte: Unten rechts ist ein Button View Machine – dort clicken und man sieht Bastelarbeiten von Anderen)

    Nachdem ich entdeckte, dass die Kugeln unterschiedlich schwer sind (gelb am leichtesten, grün am schwerten) und verschieden auf Ventilatoren, Schwerkraftfelder et cetera reagieren – man die Kugeln also erst mischen und dann wieder sortieren kann – war es um mich geschehen.

    *bonk*

    Die Schlechte Nachricht: Es kam wie es kommen musste. Ich lege mich hin, schließe die Augen.. und vor meinem inneren Auge werden grüne, rote und gelbe Kugeln durch die Gegend geflippert *bonk*bonk*bonk*bonk*

    Die gute Nachricht: Die grundlegende Spielphysik habe ich mittlerweile verstanden und auch, wie ich welche Kugel in welche Ecke bekomme. Jetzt geht es mehr um Design und Innenausstattung des Spielfelds. Dort fällt es mir leicht, die Sache zu verlassen: Langweilig.

    Bad dreams

    Neben der von mir geliebten Lehrschwimmhalle Schöneberg steht die Sporthalle Schöneberg. Einst eine der „großen Vier“ in Berlin – heute eine Art Lost Place in vollem Betrieb als lebendiges Westberlin-Museum. Der Tagesspiegel würdigt zum 70.: Sporthalle Schöneberg wird 70: Bei der Eröffnung war sie etwas ganz Besonderes – nur die Telefonzellen sorgten für Unmut.

    Die Kaltmamsell zu 22 Bahnen. Das Problem kenne ich: So viele „Schwimm-Romane“, deren Autor*innen offenbar weder Interesse an noch Aufmerksamkeit für’s Schwimmen haben.

    Erschreckend eins: Ein Haus in der Nachbarschaft droht zusammenzufallen. Einfach so. Es gab einen Ruck und jetzt droht Lebensgefahr. Die Bewohner*innen leben im Hotel, die U-Bahn in der Nähe muss Schritttempo fahren.

    Erschreckend zwei: The ocean has now broken temperature records every day for more than a year. And so far, 2024 has continued 2023’s trend of beating previous records by wide margins. (Neben Klimaerwärmung spielen auch El Nino, die Verminderung ab Abgasen bei Containerschiffen und ein unterseeischer Vulkanausbruch eine Rolle – aber selbst alle Effekte zusammen erklären nicht den abrupten Anstieg innerhalb eines Jahres).

  • 24-03-05 Elmshorn, so we meet again

    24-03-05 Elmshorn, so we meet again

    Madame schrieb 1a. Analog war besser.

    Eine wichtige Rolle dabei spielte Brigitte Brigitta Birgitta Fuchs.

    Der Fahrstuhl am Innsi ist schon wieder kaputt. Selten hörte ich so berechtigtes Fluchen wie das des Rollstuhlfahrers am Bahnsteig.

    Die ehemalige Spielhalle Neptun ist provisionsfrei zu mieten.

    Ich meldete mich für eine Tagebuchstudie zur Stressbewältigung; nicht ahnend, dass ich dreimal täglich einen zehnminütigen Fragebogen ausfüllen soll. Ne, Leute, das ist mir echt zu stressig.

    In Brandenburg offenbaren sich weiterhin ungeahnte Seenlandschaften. Inzwischen ragen die Spitzen des Winterweizens über die Seeoberfläche.

    Der Kaptain fand die Fotos und Filme aus dem Wunderland wieder.

    Die zunehmende Alterung der Gesellschaft bemerkt man in der Schweiz daran, dass das Wahlvolk einer Rentenerhöhung zustimmt. In Deutschland fällt es mir auf, wenn im Fußballstadion Bandenwerbung für Waldbestattungen gezeigt wird.

    11 Tage bis Krabbenbrötchen

    Wesselburener Fußgängergespräche. Erst die m.E- korrekte Feststellung, dass man fast nur Rumän*innen im Stadtbild sieht. Etwas später die Diskussion darüber, dass der Edeka von In-der-Stadt umziehen will nach neben-das-Ortsschild. Ich kann mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass beides daran liegt, dass die eingeborenen Wesselburener sowieso nicht zu Fuß gehen. Sie nutzen konsequent das Auto.

    Angesichts des strahlenden Sonnenscheins versuche ich dagegen zu halten und mich als Tourist aus der Stadt zu outen. Ich laufe einmal über den Marktplatz, bestaune das Krokusmeer an den historischen Grabplatten und laufe eine Dreiviertelstunde Zick-Zacks durch die Innenstadt.

    Für einen sonnigen Frühlingssonntag in einem beschaulichen Städtchen kommt es mir leer vor. Aber siehe oben.

    Seit Freitag gibt es wieder Eis bei DaPino. Der Imbiss am Eidersperrwerk öffnet am 16. März. Dann gibt es direkt am Sperrwerk wieder Kaffee und Krabbenbrötchen.

    Krabbenbrötchen gibt es auch bei Fisch-Möller. Dort, wo es ebenfalls Scholle gibt. Und dann siegt meistens die Scholle über das Krabbenbrötchen. Auch hier hat die Saison noch nicht ganz begonnen – noch ist die Sonnenterrasse am Hafen geschlossen, Kurkröten und Ditschis aber nutzten die Sonnetage, um durch Büsum zu flanieren und bei Fisch-Möller einzukehren.

    Wir bekamen einen Platz. Knapp.

    Die Preis sind gestiegen. Aber nicht so sehr. Ein kompletter Schollenteller kostet den Gegenwert von 3 1/2 durchschnittlichen Dönern in Berlin. Das war schon teurer. Die Scholle selber wie immer vortrefflich. Nichts ist besser als frisch.

    Ein Teller mit zwei kleinen gebratenen Schollen: Daneben in Schälchen Bratkartoffen und Kraut-Karotten-Salat.

    Dies ist ein ERSATZZUG

    Die Fahrt nach Dithmarschen funktionierte unglaublich gut. Selbst der letzte 2-Minuten-Umstieg hätte das erste Mal seit 2021 funktioniert. Das hatte die Bahn anscheinend auch schockiert. Sie gab sich auf dem Rückweg mehr Mühe.

    In Kürze: Ein kombinierter Polizei/Notarzteinsatz. Ein Abbruch der Fahrt. Ein überfüllter Zug. Ein Ersatzzug und ein Gleiswechsel. Faszinierenderweise hatte ich am Ende nur 10 Minuten Verspätung. Aber das mag an der geplanten (und fast ausgeschöpften) Umsteigezeit von 59 Minuten gelegen haben.

    RE6 kam pünktlich. Dann stand er 25 Minuten am Bahnhof. Soweit mir geschildert wurde, ein psychisch kranker Mensch, der ohne Schuhe und mit zerrissener Hose durch den Zug lief. Passagiere riefen den Notarzt. Der Notarzt rief zur Unterstützung die Polizei. Und bis die alle eingetroffen waren, dauerte es.

    Nach Abfahrt: In Hamburg ist heute Großbaustelle. Wir fahren nur bis Elmshorn. Warten sie dort 20 Minuten und eine Regionalbahn wird sie nach Altona bringen. Der Zugbegleiter bat in seinen Durchsagen darum, nicht zu kratzen, zu beißen oder zu treten wenn er rumkommt.

    Neben mir im Wagen ein Paar. Er nahm es gelassen. Sie steigerte sich immer weiter in Beschwerden über die Bahn, die Polizei, die Sanitäter und ganz Hamburg hinein – ich glaube, es hätte sie komplett aus der Fassung gebracht, wenn ihr Anschluss dann doch funktioniert hätte.

    (Fairerweise sollte man sagen, dass anscheinend sie die Reise geplant hatte und sich für ihr Gelingen verantwortlich fühlte. Er war Passagier).

    Elmshorn also. Wieder einmal im Dunkeln dicht gedrängt auf dem Bahnsteig 2/3. Wieder einmal verwirrt, dass die Abschnitte (A, B, C usw.) auf Bahnsteig 2 ganz anders liegen als auf Bahnsteig 3. Wieder einmal irritiert von den Fernzügen, die ungebremst am Bahnsteig durchrauschen. Wieder einmal inmitten einer großen Menschenmenge aus gestrandeten Zügen, die versucht sich in eine Miniaturregionalbahn zu zwängen. Ach, Elmshorn.

    In Altona eilte ich zügigen Schrites in den ICE2939, ein Ersatz für ICE699. Leider auch ein ICE1 statt ein ICE4 mit gänzlich anderen Wagenaufteilungen – und Nummern.

    Wieder eine Frau in Rage. Diese bestand darauf, dass ihr ob der Strapazen ein Erster-Klasse-Platz zusteht ganz ohne Erster-Klasse-Ticket.

    Bis hinter im Hamburg folgten im Fünfminutentakt die immer genervteren Durchsagen des Zugchefs: „Dies ist ein ERSATZZUG. Die Aufteilung der Wagen ist anders. Reservierungen können nicht eingehalten werden. BITTE setzen sie sich irgendwo hin.“

    David Bowie in Langenhagen

    Die BZ informiert mich, dass wieder ein Stück altes Westberlin verschwindet. John Glet, der Arbeitskleidungsladen in dem auch David Bowie shoppte schließt. Soweit so wenig überraschend. Überraschend, dass John Glet noch eine weitere Filiale betreibt: In Langenhagen bei Hannover.

    In derselben Mittelstadt wurde anno dazumals auch Ulrike Meinhof gefasst. Das LKA Niedersachsen und die RAF haben eine lange gemeinsame Geschichte.

    Der Wesselburener Edeka-Chef, der sein Geschäft an den Ortsrand verlegt, möchte als DJ Alex Kemper am 9. März „Garding on Fire“ setzen.

    Immobilien im Brandenburger Wald.