Schlagwort: Litauen

  • 25-09-27 Mein ICE fährt 310 (Berlin->Paris)

    25-09-27 Mein ICE fährt 310 (Berlin->Paris)

    Zwanzigjährige Paare im beigen Partnerlook verunsichern mich.

    Der Hafer-Kefir versuchte dem Kühlschrank zu entfliehen. Dabei entwickelte er sich zu einer Art unerwüschtem Milch-Bier.

    Ich erfuhr, dass es nächstes Jahr eine Direktverbindung mit dem Zug von Berlin nach Kopenhagen gibt. Von Kopenhagen fahren zahlreiche Regionalzüge nach Trelleborg und von dort eine überraschend bezahlbare Fähre nach Klaipėda in Litauen.

    Zwischen uns und dem Sommerurlaub liegen aber noch so viele Unwägbarkeiten, dass ich derzeit gar nichts planen lässt.

    Die VG Wort kündigte eine Überweisung an: Weniger als letztes Jahr, mehr als gedacht. Für ein gutes halbes Mittagessen sollte es reichen.

    Die Schlange vor dem Berliner Bahnhofsbäcker war ungeahnt elegant – bis mir auffiel, dass hier ja die ganzen Menschen anstehen, die gleich am benachbarten Gleis in den Zug nach Paris steigen wollen.

    Es war ein Freitag der Arbeit und ein Samstag der Zugfahrt. Es war ein Freitagabend des Zugfahrkarten, Hotelbuchungs- und Eintritsskartenausdruckens.

    Ich fand einen begeisterten Verbündeten im Kampf gegen verformelte Excel-Tapeten, die für die Erstellering super clever und durchdacht sind, für alle Co-daran-Arbeitenden aber ein einzig verwirrendes Minenfeld.

    Später eine Henne-Ei-Diskussion zum Thema Prozessmodellierung. Beginnt es mit einer skizzierten dahingedachten Prozessidee, die irgendwann formal in die formale Notation (BPMN) überführt wird. Oder beginnt es mit BPMN, und die Prozessgestalt entsteht, während sie formal niedergeschrieben wird?

    Durch die Vogesen im Sonnenuntergang

    Rauchen in Zügen ist verboten. Auch in der Toilette von Wagen 22. Der Zugchef machte das per Ansage noch einmal klar.

    Heute war Wandertag neben dem Mittellandkanal, wie ich aus dem ICE-Fenster sehen konnte.

    Bei Karlsruhe saß ich plötzlich in einer intensiven Wolke von Obstgeruch. Mein Hirn drehte sich im Kreis: „Riecht nach Südfrucht“ -> „Aber keine Mango“ -> „Riechte nach Südfrucht“ -> „Aber keine Mango“. So drehte ich ein paar Minuten bis jemand in einer Nebenreihe bemerkte „Banane.“ Das war’s!

    Frankreich ist genauso menschenleer wie Brandenburg. Aber die Leere ist optisch abwechslungsreicher.

    Die gesamte Bahnbubble, der ich auf Mastodon folge, hat eine tiefe Abneigung gegen die SNCF. Denn diese will keinerlei Züge fahren lassen, es sei denn sie fahren mit 300 km/h Richtung Paris.

    Welch Glück, dass ich in einem Zug saß, der mit 300 km/h Richtung Paris fuhr. Wir stiegen um kurz vor 12 in Berlin-Hauptbahnhof in den ICE 9590 Fahrziel „Paris Gare de l’est“ ein. Uns kontrollierte ein charmanter französischer Zugbegleiter, seinem Namen nach Elsässer. Der nächste Halt war um 16 Uhr Frankfurt-West(!), dann Karlsruhe, und um viertel nach sechs überquerten wir den Rhein.

    Dann trat der Lokfahrer noch einmal richtig aufs Gas. Zwischen Strasbourg und Paris Est zeigte die Zuganzeige durchgehend 310 bis 320 km/h an. Natürlich musste ich sofort an Markus denken: Mein Maserati fährt 210/ schwupp, die Polizei hats nicht gesehn.

    Gelesen: Fred Vargas: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord. Theoretisch die perfekte Lektüre für den Zug. Praktisch kommt der Gare du Nord einen Absatz lang auf der viertletzten Seite vor, der fahrende Zug hat Zwei Seiten der letzten Vier. Beide haben keinerlei Relevanz für die eigentliche Handlung. Und auch sonst ein höchst mittelmäßiges Buch, das wohl nicht wieder zurück nach Berlin fahren wird.

    Spannender sah die alte Taschenbuchausgabe von Malataverne, einem Roman von Bernard Clavel aus. Eine 1970er-Taschenbuchausgabe, entsprechend zerlesen, mit rotem Buchschnitt und interessantem Cover. Leider aus französisch, so dass ich nichtmal fragen konnte, ob wir tauschen.

    Blick aus dem Hotelzimmer. Geht es any better?

    Pêche Melba

    Ankunft Paris Est um 20:15. Dann stiefelten wir einmal durch die Bahnhofshalle zum Gleishotel, warfen die Koffer von uns, und überquerten die Straße um in unserem Stammbouillon zu landen: das Bouillon Chartier. Wie immer staunend über die lustige Mischung aus vielen Pariser*innen, gerne auch ziemlich jung, und einer lustigen Gruppe aus Tourist*innen. Es gab Kalbsblankett und Elsässisches Sauerkraut.

    Jetzt sitze ich in Le Club des Hotels Okko, schaue durch dessen Fenster auf die leeren Bahnsteige des Gare de L’est. Vor mir der komplimentäre Espresso des Hotels, Madame sitzt gegenüber, liest Elisabeth George, trinkt complementary tea. Die Snacknüsse sind bereits alle.

  • 24-11-05 Warum nicht Tom Cruise? (Chemnitz->Berlin)

    24-11-05 Warum nicht Tom Cruise? (Chemnitz->Berlin)

    Bauhaus-Baumarkt Schöneberg spendierte seinen Mitarbeiter*innen einen Fahrradkäfig. Das freut mich.

    Die Weihnachtsgeschenkpapierauswahl bei IKEA ist dieses Jahr so mittel.

    Wir wechselten den Internet Service Provider. Seitdem passieren wunderliche Sachen.

    Wir behielten den Gasversorger, machten aber Jahresabrechnung. Der Verbrauch stieg in 11/23->11/24 um etwa 10% gegenüber 11/22->11/23, liegt allerdings noch wirklich, wirklich viel niedriger als zu Vorkriegszeiten.

    Ich staune wie groß der Unterschied ist, den ein paar Grad Temperaturdifferenz ausmachen.

    Mein Glücksspiel ist die Ordnungsamt-Online-App. Berlin bietet eine App an, in der man Störungen /Ärgernisse / Bearbeitenswertes im öffentlichen Raum melden kann. Die Meldung denke ich, geht an eine Art Call Center, wo diese an die zuständigen Behörden weiter vermittelt werden.

    I am on a run. Zweimal in meinem Leben meldete ich etwas morgens auf dem Weg zur Arbeit (davon einmal am Montag). Bei beiden Versuchen war das Problem bereits auf meinem Heimweg gelöst. Ob es an mir und meiner Meldung lag? Ob ich einfach perfektes Timing hatte? Ich weiß es nicht. Aber es motiviert mich sehr.

    Das wird auch gebraucht im vermutlich anstrengendsten Monat des Jahres. Immerhin konnten wir Ende letzter Woche in Chemnitz die Erkältungen weiter auskurieren.

    Um Leipzig drumherum

    Im Chemnitzer 50s Ville Diner gönnten wir uns Samstagfrüh eine letzte Portion Eggs Benedict. Dann folgte der Aufbruch. Wir hofften noch bei Tageslicht in den märkischen Hamptons anzukommen.

    Von Chemnitz aus ging es auf der A72 Richtung Nord Richtung Leipzig. Dann verwirrenderweise ein gutes Stück Richtung Dresden auf der A38, und schließlich auf nach Norden, an Spandau vorbei zu den Latifundien.

    Wieder einmal fragte ich mich, warum jedes Kartoffelmuseum des Landkreises eine braune Autobahntafel bekommt, nicht aber das Kraftwerk Lippendorf, welches knapp eine Stunde lang von Autobahn oder ICE-Strecke aus sichtbar ist.

    „Was ist das?“, ist etwas was ich bei der Vorbeifahrt wissen möchte und wofür ich eine Autobahntafel benötigte. Auch die Info „einer der Top-10-Treibhausgas-Verursacher Europas“ wäre eine spannende Information.

    Abmähen

    In den Hamptons angekommen, gab der Herbst sich Mühe: Strahlender Sonnenschein bis hin zum bunten Sonnenuntergang. Passend zu den Farben des Laubes.

    Letzter Sommergruß: die Gottesanbeterin saß noch auf der Terrasse. Erster Wintergruß: Sobald die Sonne verschwand, begann die Winterkälte, Vorbote der Minusgrade, die für Samstag Nacht angesagt waren.

    Wir begannen mit Wintervorbereitungsarbeiten (Wiesenmähen, Schattiernetz abmontieren), lauschten den Rotkehlchen und beobachteten Rest-Kraniche.

    Malkovich Malkovich Malkovich

    Unser Nachbarschaftskino, das Odeon, entdeckt die Freuden der Filmklassiker-Programmierung. Fetch, das Abspielen alter RomComs, besuchten wir mehrmals. Zum Herbst gibt es eine weitere Filmreihe: 1999, das aufregendste Filmjahr. Lauter Filme von 1999 – Matrix, Blair Witch Project, American Beauty, der talentierte Mr. Ripley, Fight Club, Crash Boom Bang – und Being John Malkovich.

    Ein Film, dessen Handlung so absurd ist, dass es nicht mehr möglich ist, sie adäquat schriftlich wiederzugeben. Ein Meisterwerk, das erlebt werden muss, um es würdigen zu können.

    Ein wichtiges Element ist es, dass ein Portal ins Bewusstsein des Schauspielers John Malkovich führt. Menschen können eine Viertelstunde lang in John Malkovich leben bevor sie am New Jersey Turnpike ausgespuckt werden. (Nicht fragen – schauen)

    Warum ausgerechnet Malkovich? Niemand weiß es wirklich. Aber es stand von Anfang an fest. Noch lange bevor der echte Malkovich überzeugt war, mitzuspielen. Auch als potenzielle Produzenten sich beschwerten: Warum dieser? Warum nicht jemand wirklich bekanntes? Warum nicht Tom Cruise?

    Intrafilmisch wirft der Film viele Fragen auf. Aber auch extrafilmisch: Warum? Und: welcher Sternkonstellation verdankt es sich, dass irgendein Produzent dafür Geld ausgab? WIe überzeugt mensch Businessleute von einem Filmprojekt, dessen Grandiosität sich nur erschließt, wenn mensch den fertigen Film sieht?

    Eine kleine Antwort liefert MTV: Die Neunziger; das große Jahrzehnt der Musikvideos. Das große Jahrzehnt der Musikvideoindustrie. Den Film drehte Spike Jonze (vor allem bekannt als Musikvideoproduzent), Produktionsofirma war Propaganda Films (vor allem bekannt als Musikvideofirma), ein Großteil des Budgets stammte von Michael Stipe (vor allem bekannt für R.E.M.)

    How Musicvideo created Arthouse cinema.

    Linuxhandy

    Magentratzerl bespricht ein litauisches Kochbuch und kocht Kugelis.

    Holger versucht sich an Linux auf dem Handy. (Teil 1 und Teil 2)

    Östlich von Istanbul trifft Uiguren. Einmal in Almaty, dann Handwerker an der chinesischen Grenze.

  • Zehn Tage um die Ostsee – die Rahmendaten

    Zur Referenz

    Die Blogposts

    Tage

    Sonntag, 21. Juli

    • Anreise: ICE806 B->HH RE 6 HH-> Travemünde
    • Essen: Travemünder-Woche-Buden: Fish & Chips & Porcetta
    • Aktiv: Travemünder Woche, Travemünde-Bummel, Ostseebaden, Einschiffen

    Montag 22. Juli

    • Übernachtung: Finnlady
    • Essen: Finnlady
    • Aktiv: Finnlady

    Dienstag 23. Juli

    • Übernachtung: Finnlady
    • Essen: Finnlady / Proviant / Supermarkteinkauf in Helsinki
    • Aktiv: Ausschiffen, quer durch Helsinki laufen – Freibad im Hafenbecken, Dom, Temppeliaukio-Kirche, Sibelius-Park, Strand

    Mitwoch 24. Juli

    • Übernachtung: Töölö Towers
    • Essen: Proviant / Supermarkteinkauf in Helsinki
    • Aktiv: Tramfahren durch Helsinki
    • Reise: Mit der Megastar nach Tallinn

    Donnerstag 25. Juli

    Freitag 26. Juli

    • Reise: elron 10/330 „Baltic Express“ Tallinn -> Valga und mit Vivi Valga -> Riga
    • Aktiv: Markthallen, Stadt- und Parkbummel durch Valga, Abendspaziergang in Riga
    • Essen Proviant, am Bahnhofskiosk Tallinn gekauft, Lido in Riga (Pilaw, Beefsteak)

    Samstag 27. Juli

    • Übernachtung: Rixwell Old Palace, Riga
    • Essen: Hotel / Restaurant Province (Zeppeline, Kartoffelpuffer)
    • Aktiv: Mit der Tram und zu Fuß durch Riga. Lesen in Parks.

    Sonntag 28. Juli

    • Reise: LTG Link 891 Riga -> Vilnius
    • Essen: Hotel / Lido im Bahnhof Riga (Shashlik, Huhn) / Supermarktproviant
    • Aktiv: Mehr Parks in Riga

    Montag 29. Juli

    Dienstag 30. Juli

    • Reise: LTG Link 23 Vilnius -> Mockava; PKP Intercity 143 Mockava -> Warschau
    • Aktiv: Noch mal Vilnius im trockenen sehen, Markthalle von Innen
    • Essen: Hotel / Proviant / Browary Warszawskie (Roggenbrot + Hering, Fischpierogi, Burger, Gebratener Blumenkohl, Sernik, Pawlowa)

    Mittwoch 31. Juli

    • Übernachtung; Polonia Palace
    • Reise: EC44 Warschau-> Frankfurt/Oder, RE1 Frankfurt/Oder -> Erkner; S-Bahn Berlin
    • Essen: Hotel / Speisewagen (Kotelet schabowy)

    Siehe auch

    Neun Tage in Polen – die Rahmendaten

     

  • 24-08-01 So sonnig war Suwałki (Vilnius-Warschau)

    24-08-01 So sonnig war Suwałki (Vilnius-Warschau)

    Der Körper ist zurück in Berlin. Die Seele aber kommt mit diesem Schnellzugtempo nicht hinterher. Die ist gerade erst mühsam mit LTG Link 23 / PKP Intercity 143 von Vilnius über Mockava nach Warschau gelangt. Eigentlich hängt die Seele noch weiter hinterher, möchte nicht mehr als Bummelzugtempo einlegen.

    Also Stand, Warschau Ankunft Hotel: zwei Fernfähren, sieben Fernzüge, 2 Hopserfähren, 1 S-Bahn, 1 U-Bahn, 11 Trams (8 Helsinki, 3 Riga), zwei Diesel-Linienbusse (Travemünde, Helsinki), 2 Trolley-Linienbusse (Vilnius), zwei Shuttle-Busse.

    Vilnius: Es kam anders.

    Ka Kanalisation

    Regenrinnen von Häusern in Vilnius laufen nicht in die Kanalisation, sondern das Regenrohr endet auf dem Bürgersteig. Auch war die Stadt sparsam mit Gullideckeln.

    Das funktioniert. Denn Vilnius ist eine ausgesprochen hügelige Stadt: keine großen Anhöhen, aber jede Straße, jeder Weg hat Gefälle. Das Regenwasser kann in Bächen und Flüssen die Straßen hinabfließen, bis irgendwann ein Gulli oder ein echter Fluss kommt.

    All‘ dies wäre uns nicht aufgefallen, hätten wir es nicht im Einsatz gesehen. Denn manchmal kommt es anders.

    Unsere Reisewetterplanung lautete grob: Fähre, Helsinki, Tallinn, Riga liegen in oder an der Ostsee. Das wird vergleichsweise angenehm. Vilnius und Warschau liegen im Wald, mit Kontinentalklima kann das heiß und stickig werden.

    Was passierte: Helsinki, Tallinn, Riga blieben unter 30 Grad, aber auch schwül mit gelegentlichen Unwettern. Und Vilnius. Ja, Vilnius.

    Wir kamen gegen 18 Uhr am Bahnhof an, es war schon gräulich und recht windig. Später tranken wir in der Hotellobby an der Barception australischen Rotwein und Švyturys Extra, sahen Menschen zur Tür hereinkommen, die eher nass wirkten. Über Nacht sauste es und brauste es vor dem Fenster, es rüttelte und schüttelte.

    Anscheinend war über Nacht ein Sturm herniedergegangen. Ein Sturm der Gerüste und Absperrungen bedrängt hatte, Äste von Bäumen abbrechen ließ und ganze Bäume umstürzte.

    Gegen Morgen hatte es sich beruhigt, es blieb windig. Und es regnete und regnete. Eine Art Sturzregen; nur kenne ich Sturzregen als Ereignis, das einige Minuten, vielleicht auch eine knappe Stunde dauert. In meiner Welt ist Sturzregen nicht etwas, das Morgens beginnt und bis Spätabends andauert. In Vilnius war das anders.

    Nach dem Frühstück schaute ich aus der Hoteltür und dachte spontan „Shelter in place.“

    Den Tag über zeigte uns das Regenradar einen nahezu stationären Wirbel mit Zentrum über Smolensk. Eine wasserreiche Wirbelschleppe nahm Wasser auf der Ostsee auf und zog dann ebenfalls stationär herunter von Riga nach Vilnius. So viel Wasser.

    Was blöd ist, wenn man nur 1 1/4 Tage Aufenthalt hat. Aber naja, dann retten wir uns in nächste Museum und verbringen dort einen schönen Montag.

    Genau Montag.. Museum.. da war was. Der universelle Museumsschließtag gilt auch in Litauen. Plan B: In die Altstadt. Dort stehen jede Menge historische katholische Kirchen.. wir machen Kirchenhopping.

    Bis wir in der ersten Kirche waren, hätte man unsere Kleidung auswringen können. Also im Schutz der jesuitischen Kasimirkirche Plan C – Madame identifizierte ein geöffnetes Museum: Die Ausstellung im Großfürstlichen Schloss.

    Regenschirmständer

    Im Schloss fiel auf: Im Eingangsbereich ist die schickste Regenschirmaufbewahrung, die ich je sah. Sie werden wissen warum.

    Das Schloss an sich ist so etwas wie das Berliner Humboltdforum, nur noch viel bedeutungsaufgeladener.

    Nie lernte ich in der Schule, dass Polen-Litauen vom Mittelalter über die Renaissance bis in die Frühe Neuzeit eine Großmacht war. Zeitweise reichte es von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer, umfasste das heutige Baltikum, Polen, große Teile des heutigen Weissrusslands bis ins heutige Russland und der Ukraine. Insgesamt lebten dort 10 Millionen Einwohner*innen. Zentrum des Fürstentums war Krakau, wichtigstes Nebenzentrum Vilnius – und dort der Palast.

    Der Palast wurde 1655 durch eine russische Invasion zerstört und 1801 nach endgültiger Eroberung Litauens durch Russland komplett abgetragen. Seit Ende der 1980er begannen archäoligische Arbeiten zum Palast, die bis 2018 zum kompletten Wiederaufbau führten.

    Wie uns diverse Schautafeln versichtern, nach bester und umfassendster historischer Forschung so originalgetrau wie möglich, aber auch mit Freiheiten wo sinnvoll. Die erhaltenen Grundmauern wurde in Glas verpackt und sichtbar.

    In den Palast kam eine Ausstellung zum Palast und zur litauischen Geschichte.

    Und da muss irgendwas schief gegangen sein. Oder sie hatten ihre Kräfte erschöpft oder der Praktikant war dran, wir wissen es nicht.

    Es sah alles schick und neu aus – war es ja auch. Aber ich kann mich nicht erinnern, je in einem Museum eine derart nicht-intuitive, verwirrende Wegeführung gesehen zu haben. Irgendwie gab es vier Routen, die aber eigentlich nur zwei waren, gerne in Absperrungen oder Sackgassen endeten und sich woanders fortsetzten. Warum man ein dezidiert barriefreudiges Wegekonzept mit Treppenstufen an passenden und unpassenden Stellen wählte? Wir fanden es nicht heraus.

    Die eigentliche Ausstellung blieb unbeleckt von jeglicher Museumspädagigik. Vitrinen mit unerklärten Schaustücken. Daneben lange Texte zu den einzelnen litauischen Großfürsten und Bona Sforza, konsequent im Stil Wikipedia-Artikel geschrieben.

    Egal, ab und an erhaschten wir Blicke in den Regen. Dann betrachteten wir doch noch eine Route mehr. Vermutlich hatte das Museum nur selten so intensiv betrachtende und ausdauernde Besucher*innen wie die versprengten Tourist*innen dieses Tages.

    Danach Kaffee und Šaltibarščiai-Kalte Rote-Beete-Supper mit Kefir (Auswahl einfach: die Gastronomie mit der kürzesten Wegstrecke zum Palast) und dann der Heimweg. Endlich Trolleybus fahren! Wir stellten fest: Bleibt ein Trolleybus stecken, kommen die anderen nicht vorbei. Nach 300 Metern standen wir in einem Trolleybusstau unahnbarer Dauer. Also noch mal durch den Regen, lateral fahrende Trolleybusroute nehmen.

    Der für Vilnius geplante Souvenir- und Mitbringselkauf fiel damit auch ins Wasser. Unsere Reisesouvenirs beschränken sich auf einen litauischen Regenschirm und zwei Packungen finnische Fischbouillon.

    Dann RocknRoll-Hotel (sehr gemütlich, mit riesigen Zimmern, gutem Bett, angenehme Atmosphäre) – das abendliche Ausgehen führte nur zum Iki-Supermarkt direkt gegenüber des Hotels: Erdbeeren, Kefir, Kekse, Wurst.

    Panzer auf Zug

    Zwischen Frühstück und Abfahrt des Zuges gelang uns immerhin noch ein Kurzbummel schnellen Schrittes durch die getrocknete Altstadt. Wir beide sind entschlossen: Nächstes Jahr nach Litauen. Uns entging etwas.

    Dann aber zum Bahnhof. Dort wartete mein neuer Lieblingszug, der Pesa 730M der Lietuvos geležinkeliai (LTG), der uns auch schon von Riga nach Vilnius befördert hatte. Er brachte uns wie üblich entspannt über Kaunas (da wollen wir auch noch hin) nach Mockava (ausgesprochen: Moskava, nicht Mokkava).

    Dort wartete der Intercity der Polskie Koleje Państwowe (PKP) bereits am Nebengleis desselben Bahnsteigs. Passagiere beider Züge tauschten. Den polnischen IC kennen wir schon – wir hatten im Zweite-Klasse-Großraumwagen gebucht, problemlos, aber auch ein merkbarer Komforteinbruch gegenüber dem litauischen Zug.

    Mir war bewusst, dass wir gerade durch die Suwałki-Lücke fahren, eines der „labilsten Gebiete der NATO“, da hier die Landbrücke zwischen Polen und Litauen nur 100 Kilometer breit ist, von Weissrussland und Kaliningrad in die Zange genommen wird.

    Ich fragte mich, ob es aus Fenster Militär in der Landschaft zu sehen gäbe. Vermutlich fuhren wir gerade durch eine der am stärksten befestigten Regionen Europas (sans Ukraine..). In der Landschaft nicht. Aber am Bahnhof Mockava, und wenige Kilometer zuvor am Bahnhof Šeštokai standen Güterzüge mit Bundeswehr: LKWs, Kräne, Pionierfahrzeuge und Panzer. Offenbar die Litauenbrigade auf dem Weg zum Einsatzort.

    Von Suwałki selbst sah ich mehr als gewünscht. Der Ort hat einen Miniaturkopfbahnhof. Die Lok musste etwa 20 Minuten von einem Ende des Zuges zum anderen Ende wechseln. Der Zug stand in praller Sonne, und da die Lok abweste, funktionierte auch keine Lüftung. #Fensterauf noch viel weniger, denn es war ja ein moderner Zug.

    Während wir so durch Ostpolen Richtung Białystok zuckelten, noch eine Entdeckung: Augustów. Noch ein Bahnhof im Nichts, an dem aber jede Menge Menschen in Freizeit- und Wanderkleidung, mit Fahrrädern und anderen Sportgeräten den Zug bestiegen. Aus Wikipedia lernte ich: Ein Kurort in der Woiwodschaft Podlachien. Der Ort ist heute bekannt für Wassersportmöglichkeiten.

    Ein polnischer Mitreisender erklärt noch, dass wir den Kulturpalast ignorieren sollen. Der ist Zeichen kommunistisch-russischer Besetzung. Viele Polen würden den Palast gerne los werden. Aber ein 237 Meter hohes Gebäude mit über 3000 Räumen lässt sich nicht so leicht abreißen. Leider ist er auch zu gut gebaut, um von selber zu verschwinden. Und so bleibt nur: Vorbeikucken.

    Amkunft Warszawa Centralna um 20:10h. Aus dem letzten Warschau-Aufenthalt hatten wir gelernt: Unser Hotelsituation hat sich deutlichst verbessert.

  • 24-07-30 Trolej Tramvaj (Riga – Vilnius)

    24-07-30 Trolej Tramvaj (Riga – Vilnius)

    WIr sind in Vilnius im Rock’n’Roll-Hotel angekommen. Inzwischen fühlt es sich deutlich mehr nach Polen als nach Finnland an. Aber dazu ein andernmal mehr.

    Um hierhin zu gelangen nutzten wir elf Trams (acht in Helsinki, drei in Riga) sowie den fünften Zug (LTG Link 891 Riga -> Vilnius). Der einzige Zug der Reise, der an der Grenze einfach so ohne Umstieg durchfährt.

    DJ Krankenwagen

    Nach Puppenstubentown Tallinn erreichten wir wieder einen Ort, der sich nach Millionenstadt anfühlt: Hallo Riga. Wir werden osteuropäischer: Es gibt keine Sauna mehr aber weißen Kaffee.

    Die Sprache bleibt uns hermetisch verschlossen. Die Buchstaben erinnern aber mehr ans Polnische oder Tschechische als ans Finnische.

    Der Weg vom Bahnhof zum Hotel erwies sich mit schweren Reiseköffern als überrsachend anspruchsvoll. Zwischen uns und das Hotel hatten die Stadtplaner eine sozialistisch-autogerechte Kreuzung gelegt. Viele Spuren und noch mehr Sperrgitter, damit kein Mensch sie ebenerdig überquert. Stattdessen: eine Unterführung.

    Diese hat die selben niedlich-historischen Miniaturfahrstühle, die wir schon aus Warschau kennen – nur haben sie in Warschau zumindest funktioniert. Also Koffer-über-die-Treppen gewuchtet; danach an ein paar Baustellen vorbei und zum Hotel. Dann: Abenteuer.

    Nach Besuch der Markthalle (und staunen wie sehr das Angebot in Riga an die Märkte in Jersusalem erinnert) widmeten wir uns einer üblichen Methode der Stadterkundung: Man setze sich in eine Tram und fahre bis zur Endstation. Dann bis zur anderen Endstation.

    Danach haben wir einen vagen Eindruck von Stadt außerhalb des Zentrums. Erfolgreich handelte Madame dass lettisch-russischsprachigen Kioskdame zwei E-Talons für 24 Stunden ab und wir stiegen in die Tram Nummer 5.

    Runde eins: Über die Düna, an der Nationalbibliothek vorbei, entlang von Parks, mehrstöckige Villen in Holzbauweise, alles sehr schick. Dann zurück: Innenstadt passiert, es ging Richtung Hafen.

    Dann folgte eine erschreckend lange Fahrt durch erschreckend verfallene Industriegebiete: Falls jemand von Euch einen Mafiafilm drehen möchte, und einen unheimlichen Drehort für große Waffen-Drogen-Leichenlager sucht: ich wüsste ein paar Gebiete in Riga.

    Dann wurde es plötzlich wieder parkartiger und sehr nett.

    Auf dem Rückweg: Ausstieg am Nationaltheater. Weitere Parks, das Welterbe-Jugenstilviertel durchschlendern. Wer in Berlin-Friedenau wohnt, kennt ja das ein oder andere hochherrschaftliche Bürgerhaus der Jahrhundertwende – dennoch, ein Augenschmaus.

    Obwohl wir auf Ostseeluft gehofft hatten, war es schwül und anstrengend. Also wieder Park. Auf dem Park dorthin Aufkleber für eine Party mit medizinischem Thema und DJ Krankenwagen. Madame erzählte von tausenden ausländischen Medizinstudent*innen, die in Riga Medizin auf englisch studieren und dann in ihre Heimatländer zurückkehren.

    Kaum hatte sie ausgesprochen ging ein Pärchen Ende 20 an uns vorbei. Er erzählte auf deutsch etwas von Analysen und dass dann die ganze Haut entfernt werden muss. Wir blieben sitzen. Kurze Zeit darauf prügelten sich zwei betrunkene Spanierinnen.

    Angeln

    Erstaunlich auf unserer Fahrt: die Tram fuhr am Trolley- (Oberletungs-)busdepot vorbei. Der Himmel über dem Depot: ein Meer von Kabeln. Dass es in diesem Depot keinen Kurzschluss gibt, muss mit Magie zugehen.

    Riga (wie Tallinn, Vilnius) betreiben noch eine große Trolleybusflotte. Ich saß ja noch nie in einem solchen, verpasste es dort und hoffte auf Vilnius.

    Aber ich stellte fest: ich fuhr Trolleytram. Wir kamen an einer Kreuzung vorbei. Drei Trams standen sich Aug in Aug gegenüber. Diverse Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht waren vor Ort. Die Rettung kam mit einem Hubwagen, der sich zu den Oberleitungen emporfahren ließ.

    Dann eine Dame, die aus der Tram stieg mit einem langen angelartigen Gebilde. Und erst dort fiel uns auf: die alten Trams haben gar keine Bügel am Strom – so wie normale Straßenbahnen. Sondern sie sind, trolleybusartig, in die Leitung eingehängt. Die Leitung bestimmt den Weg. Geht dort etwas schief, muss die Tramführung herausschreiten, Kabel angeln und manuell umhängen. Und geht selbst das schief, kommt der Hubwagen mit Blaulicht und es wird von Hand sortiert.

    Battle of the Bands

    Das Old Rixwell Palace Hotel in Riga verkaufte sich zwei Klassen über dem Go Shnell in Tallinn. Prompt bekamen wir etwas geboten, dass es seit der Fähre nicht mehr gab: Einen scheinbar schwerhörigen älteren deutschen Mann, der in lautem Monolog den kompletten Frühstücksraum beschallte. Dieser sprach über Fußball.

    In einem anderen Leben war Madame schon einmal in Riga. Mit etwas Mühe fand sie ihr damaliges Hotel wieder: Geschlossen. Wie so vieles in der Stadt. Wir vermuten: Der Verlust russischer Tourist*innen schmerzt die Stadt.

    Das können auch britisch-dänisch-finnische-Jungesell*innen-Abschiede nicht ausgleichen. Nicht einmal die wild gröhlende deutsche Mannschaft auf dem einen Bierbike der Stadt.

    Riga, die Stadt der vielen Seiten. Abends war der Eindruck: wie Prag, aber mit Ostseestrand in der Nähe. Malerische Altstadt, Dutzende (Hunderte?) Kneipen und Restaurants für Touris, jede dritte Bar beschäftigt am Wochenende eine Band. Dabei geräumig genug, um sich nicht komplett eingesperrt zu fühlen.

    Wir gingen vom Hotel aus um die Ecke, aßen Kartoffelpuffer und Zeppeline. Dann mit Buch auf eine Bank, Brunnen und Blumendeko bestaunen und einer guten Coverband lauschen.

    Portal

    Drei Eisenbahnen, drei Stile.

    Tallinn/Estland: Der Wikipedia entnahm ich, dass Estland vor einigen Jahren arg mit einer Eisenbahnprivatisierung scheiterte und damals beinah die komplette Bahn verloren hätte. Ein vermutliches Nachwehen zeigte sich am Hauptbahnhof Tallinn: der komplette Bahnhof beherbergt einen Supermarkt. Er wurde so entbahnhoft, dass der Supermarkt nicht einmal mehr einen Ein-/Ausgang Richtung Gleise hat, sondern nur Richtung Innenstadt öffnet. Die Züge modern und superbequem. Aber so klein. Das ist Stil Prignitz-Express und nicht Stil Fernzug.

    Lettland: Offenbar hat Kommando Lötkolben die lettische Staatsbahn übernommen und hält nun mit einem Schweißgerät, viel Gaffatape und noch mehr Farbe das sowjetische Bahnsystem am Leben. Selbst bei den Preise: Soweit ich sehen konnte, kostet die teuerste Fahrkarte in ganz Lettland 8,50 Euro. Das hat einen ganz anderen Maßstab als in Estland, wirkt aber durchgehend wie eine auseinanderfallende Museumsbahn.

    Litauen: Alte Züge, neue Züge, große Bahnhöfe, kleine Bahnhöfe, kurze Züge, lange Züge. Es wirkt wie eine echte Eisenbahn. Mich wundert es nicht, dass ausgerechnet die Lietuvos geležinkeliai (LTG), die litauische Eisenbahn, einen neuen Zug zwischen Riga und Vilnius anbietet. Angespriesen im Bahnhof Riga mit The Train you’ve been waiting for. Dieser fuhr uns reichlich unspannend durch die Lande. Erwartungsgemäß kamen wir an einem Gebäude an, dass ich als recht modernen Bahnhof erkennen würde.

  • 22-12-28 Der Tee ist ein Geräusch

    22-12-28 Der Tee ist ein Geräusch

    Das Interrail-Ticket (bis zum 5. Januar noch um 10% ermäßigt) umfasst auch Rabatte auf die Fährverbindungen Travemünde-Helsinki und Travemünde-Liepaja. Das macht unsere mögliche Sommer-Urlaubs-Planung wieder einen Schritt möglicher.

    Nur leider wird bis dahin wohl immer noch kein einziger Zug zwischen Lettland und Litauen fahren. Ich hätte ernsthaft gedacht, dass mindestens Pan-Baltische-Solidarität dafür sorgt, dass eine solche Strecke aus Prinzip betrieben wird. Denkste. Also steht am ehesten eine Reise per Schiff, Zug und Bus ins Haus.

    Während Madame recherchierte, kochte ich endlich den besorgten Grünkohl (Hurra, ich kann wieder alles essen). Dazu Wacken-Craft-Beer, wenn schon regionale Produkte, dann konsequent. Im Fernsehen sahen wir mit erstaunen, dass die Dithmarscher Trümmertorte unter dem Namen „Wolkentorte“ der große Hit in der hippen Kreuzberger Markthalle IX ist.

    Abends blieb sogar Zeit für die Fernuni. Die Mathe-Einsendeaufgaben sind am 10. Januar fällig. Ich beschloss: zu wenig Zeit, um es richtig zu lernen – also jetzt mit Augen-zu-und-durch-im-Schnelldurchgang durch Integrale und Lineare Algebra und hoffen, dass 30 Jahre alte Mathe-LK-Erinnerung zusammen mit „beliebig viel Zeit und Zugriff auf die Unterlagen“ mich durch die Aufgaben bringen.

    Leider sagt mir meine Schul-Mathe-Erinnerung auch, dass in keinem Fach „Zeit“ und „Zugriff auf die Unterlagen“ so unwichtig sind. Entweder man kann es – dann reicht ein Bruchteil der angesetzten Zeit und das Buch ist nicht nötig. Oder man kann es nicht, und dann hilft beides auch nicht. Es bleibt spannend.

    Nach den 600 Schritten laut Schrittzähler gestern (wann auch immer ich die gemacht haben soll, gefühlt waren es 16), war ich heute ausgeschlafen und erholt. Wir trafen den Badischen Beamten zu unserem traditionellen Nordsee-Weihnachtstreffen (wir beim Kaptain, er bei Schwiegers) und spazierten plaudernd mit >10.000 Schritten durch Tönning und entlang des Eiderdeiches.

    Das Meer ist im Winter so viel eindrucksvoller als im Sommer, scheint es doch die Umgebung zu verschlucken. Und auch wenn die Eider hier noch offiziell Fluss ist, wirkt so doch meerartig. Wir meerartiger sie noch gewirkt haben muss, als das Eidersperrwerk noch nicht gebaut wurde.

    Unser erstes Treffen, in dem alle Anwesenden im öffentlichen Dienst sind. Es fühlt sich so unglaublich gesetzt an. Wobei die beiden anderen Anwesenden in echten großen Behörden sind, die Berliner Bäder fühlen sich im Vergleich halt doch an wir ein normaler Mittelständler mit eigentümlichen Geschäftsbetrieb.

    Wir bestellten Kaffee und Tee. Es schepperte gar fürchterlich in der Küche. Wir bekamen zwei Kaffee, „der Tee dauert noch einen Moment.“ Der Tee war ein Geräusch.

    Heute Abend spielen im Liberty Bowl in Memphis die Kansas Jayhawks gegen die Arkansas Razorbacks an.

  • 22-12-27 Schlafmütze

    22-12-27 Schlafmütze

    Das war eine überraschende Weihnachtswendung. Nach unserer gestrigen Restaurantrückkehr, ging der Kaptain gleich ins Bett, weil sie sich nicht gut fühlte.

    Ich hielt mich auf den Beinen, fühlte mich aber subjektiv so als wäre ich kurz vor einem elendigen Tod durch Schüttelfrost (wenn ich mir auch objektiv sicher war, dass sich das gibt sobald ich das Essen wieder los bin). Naja, irgendwann wurde ich das Essen los. Es geht mir besser.

    Heute Abend war ich mit Reis und Champignons wieder in der Lage überhaupt etwas zu essen. Aber ich fühle mich den Tag über erschöpft, als hätte ich gestern spontan eine Tour-de-France-Etappe gefahren.

    Madame verwöhnte ich brachte mir vom Büsumer „Testgeschäft“ (aka Outlet-Store) eine Schlafmütze mit, die eines der gemütlichsten Kleidungsstücke ist, das ich je besaß. Sie machte sich auch sonst gut. Sie brachte mich zum Schlafen. Und mehr zum Schlafen. Und so gesehen, weiß ich wenig, was heute passierte. Selbst meine Träume konnte ich mir nicht merken, erinnere mich nur vage, dass ich Ex-Kollegen an den neuen Arbeitsplatz geträumt habe. Vor allem aber schlief ich ununterbrochen.

    Bild: British; Night cap; Textiles-Embroidered, late 16th–early 17th century von: This file was donated to Wikimedia Commons as part of a project by the Metropolitan Museum of Art. Lizenz:  Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

    Michael Wendler ist auf Twitter – was ein klarer Indikator für den Niedergang der Plattform ist. Es gibt keine Bahnverbindung zwischen Litauen und Lettland. Was sowohl bescheuert ist, als auch unsere Reiseplanung verkompliziert.