Schlagwort: Mikroökonomik

  • 25-09-09 Rindfleisch in der Edgeworth Box

    25-09-09 Rindfleisch in der Edgeworth Box

    Die IFA hat die Buslinien im westlichen Westen Berlins kaputtgemacht.

    Auf meinem Anrufbeantworter teilt mir eine bayerische Physiotherapeutin mehrmals mit, dass Frau M gerade ihren Termin verpasst. Würde ich Frau M. kennen, würde ich es übermitteln.

    Wenn ich auf Wikimedia Commons nach einem Public-Domain-Regenbogen suche, werden mir vor allem Bilder von Regenbogenforellen angezeigt.

    Im Tempelhofer-Hafen-Einkaufszentrum kann man so eine Art Virtual-Reality-Gruppen-Irgendwas spielen. Eine Gruppe Jungerwachsener aller Geschlechter bewegte sich kreischend und johlend mit VR-Brille auf dem Kopf über eine große Matte. Sie schienen sich zu erfreuen.

    Ich finde es betrüblich, wenn ich einen interessanten Blogpost sehe, dann gerne etwas ebenso Unterhaltsames wie Informatives dazu anmerken möchte – und dann ist kein Kommentarfeld vorhanden.

    Es war ein lernender Sonntag auf den Latifundien und in Berlin, ein Klausur-und Freibadmontag in Berlin.

    Madame flötete im Westend.

    Wir testeten weiter den Zaphito-Kürbis. Nachdem seine Grillbarkeit sich erwiesen hatte, wollten wir zur Rohkost vorgehen. Immerhin hatte er beim Aufschneiden so intensiv gerochen wie nur selten ein Gemüse riecht. Und dazu auch noch nach Erbse. Das sollte ergründet werden.

    Madame raspelte den grünen Kürbis, vermengte ihn mit etwas Haselnuss und einer dezenten Vinaigrette – und gerne wieder.

    Ich machte mich schlau, dass der Kürbis das „Ergebnis einer Einzelbestäubung“ aus dem Jahr 2000 eines Demester-Hofes bei Bremen ist. Seit 2018 ist sie als Amateursorte zugelassen.

    Zwei Körbe Alkmene

    Auf meinem Rücken landete ein Admiral. Dieser machte seiner Beschreibung als Freund des Vergorenen im Insektenführer Ehre und hielt sich tatsächlich in der Nähe der vergorenen Fallpflaumen vom Vereinsbaum auf.

    WIr aber wollten unseren Privatäpfeln dieses Schicksal ersparen, und verbrachten den Montag mit dem Rest der Alkmene-Apfelernte. Eigentlich dachten wir, uns wären alle Früchte im Frühsommer vertrocknet. Aber der Baum ist inzwischen groß genug: selbst die Rest-Äpfel, die nicht vertrocknet, nicht verfault, und nicht vor zwei Wochen von uns geernet wurden (= alle Äpfel, die jenseits der Arm-Reichweite waren) füllten noch zwei Körbe.

    Der Morgen war schleppend. Madame musste Original Sin weiterlesen, ich den August in Aleks Scholz Badetagebuch.

    Aber schließlich drängte ich sie zum Aufbruch: Mein Geist ist langsamer als mein Körper. Damit mein Geist rechtzeitig vor der Montag-Mittag-Klausur am Heim-Arbeitsplatz ist, muss der Körper schon Sonntagmittag anwesend sein.

    Es war ein wehmütiger Aufbruch.

    Ein Nebelmorgen. Acker, einige kleinere Bäume, Wiese und Beet in leichtem Nebel. Dahinter blauer Himmel, am Horizont ein leichtes oranges Leuchten.

    Gänseleberpastete

    Da war es nur noch eine Klausur. Mikroökonomik ist geschrieben. Wie erwartet war die Klausur an sich super: Fair gestellt ohne zu einfach zu sein. Alle Fragen waren aus dem Stoff heraus beantwortbar und zielten auch sämtlichst auf echte Kernaspekte des Themas ab. Fragen, die Transferdenken erforderten und so gut wie keine Fragen, die aufs Auswendiggelernte abzielten. Das Frageniveau reichte von einfach bis Du-meine-Güte.

    Und als hätte ich es geahnt, mit MU durch MU – eine Frage drehte sich um die Nachfragefunktion nach Rindfleisch und dessen Tauschhandel gegen Gänseleberpastete. Treffen sich der Rindfleischfreund und der Gänseleberconnaisseur in der Edgeworth Box? Finden sie einen gemeinsamen Punkt auf der Kontraktkurve?1 Finden sie es heraus – allerdings nur bis 13:45h, danach gibt es keine Punkte mehr.

    Wäre ich nicht so ganz-generell-und-überhaupt-platt gewesen, hätte ich mich an der Klausur ernstlich erfreut. Leider war ich nicht so super drauf wie die Klausurersteller*innen. So langsam merke ich die Monate intensiver Fernunirerei. Das ist jetzt kein Zieleinlauf mit hochgereckten Armen und breiter Brust mehr, sondern eher so ein Ins-Ziel-Stolpern.

    Solange ich allerdings im Ziel ankomme, ist mir das gleich.

    Rundherum

    Da gerade alles etwas auf Kante genäht ist, bereits nächste Woche die nächste und letzte Klausur2 ansteht, für die ich bisher nichts nada garnix getan habe, muss auch das Kopf-frei-kriegen-nach-der-Klausur schneller gehen als in anderen Semestern. Kein „Runterkommen und dann ein Tag Urlaub und dann langsam weiterlernen“, sondern eher eine abrupte Kehrtwende. Ausklingzeit war nur der Montag.

    Und natürlich ist für mich die beste Methode, um, wieder herunterzukommen, ein wenig mit dem Kopf unter Wasser zu schweben; noch sogar in der Sonne mit frischem Wind im Freibad.

    Wenn das Insulanerbad bereits geschlossen hat, geht es ein Bad weiter nach Südost – auf ins Sommerbad Mariendorf. Mit Hilfe der Busse M48 und 282 geht es über weitere Strecken nach Mariendorf. Als ich um 16 Uhr ankam, lag der Altersschnitt bei 70, und jede der anwesenden Damen erweckte den Eindruck, morgen an einem Triathlon teilnehmen zu können; oder zumindest so zu schauen als wollten sie.

    Bis 17 Uhr hatte sich das Ganze normalisiert: Im Kinderbecken war Betrieb, auf den Liegewiesen waren Menschen und auch im Becken hatte sich das übliche Plantschen und Schwimmen etabliert.

    Ich begab mich aus dem Bad, erklärte noch anderen Verstreuten, aus ihren geschlossenen Stammbädern nach Mariendorf gespülten, den Weg zu Umkleide und Duschen.

    Ich entschloss mich für einen Kreisparkour durch Berlin, verschmähte den Bus und lief durch den Volkspark Mariendorf am Blümelteich vorbei bis zum nächsten U-Bahn-Bahnhof. Im Park passierte ich ein Dutzend trainierender Jugendfussballmannschaften und musste natürlich sofort an Sari denken. Auch gelernt: Ronaldo ist immer noch der Lieblingsfussballer kleiner Jungs – Trikots mit seinem Namen und der Nummer 7 wurden nur noch von „TSV Mariendorf“-Trikost an Menge übertroffen.

    Zurück über Ullsteinhaus und Tempelhofer Hafen (beides unverändert gegenüber damals), dabei landeten ein Spüli-Nachfüllpack, Roggenvollkornmehl und Lebkuchenmännchen in der Tasche.

    Meerjungfrau, Flinta-Moshpit und ein Excel-Sheet

    Herr Flusskiesel erinnert sich ein an Großwerk teilnehmender Reportage: FÜR EINE TÜTE VOLL WURST – SHOWDOWN AM PRICKINGS-HOF (Leider zu spät, um the one and only Bauer Ewald noch persönlich zu treffen).

    Er ist Seemann, Aktivist, Model und Meerjungfrau.

    Samstag erwähnte ich Ikkimel noch im Blog und schon veranstaltet sie einen Flinta-Moshpit auf der Ifa.

    Mit dem Lumpenpack: Kann es sein, dass ihr dumm seid? Das jährliche Elend des „Bahnhofsrankings“ – aufgedröselt durch die Zugpost.

    Herr Rau, radikal.

    Holger und Angela ignorierten Cherbourg.

    Die Kaltmamsell aß einen halben Keks.

    Dann hat [M.] noch ein Excel-Sheet angelegt, um eine Übersicht über fixe Kosten, fixe Geldeingänge, Lastschriftmandate, Daueraufträge und so weiter zu haben. Sie werden wirklich schnell groß!

    Anmerkungen

    1. Und wo ich dies Schreibe fällt mir ein Fehler in meiner Antwort auf. Beziehungsweise mir war schon während des Schreibens klar, dass ein Teilaspekt so nicht sein kann, wie ich ihn beschreibe. Aber mir fiel nichts besseres ein. Jetzt, 10 Stunden nach Abgabe, schon.. ↩︎
    2. Auf jeden Fall die letzte Klausur für dieses Semester. Vielleicht sogar für den ganzen Bachelor. Oh my god! Oh my god! Oh my god! ↩︎

  • 25-09-07 MU durch MU

    25-09-07 MU durch MU

    Das Katzenstreuwrack bekam einen Partner. Auf dem Hof steht ein zweites Auto ohne Nummernschild. Ein Kabel führt vom Mittelbau in den Motorraum des Audis. Das Auto allerdings ist mindestens zehn Jahre zu alt, um ein Elektroauto zu sein.

    Ich bin neidisch auf die Schweizer und deren WC-Enten-Briefmarke mit Zitrusreinigerduft. (via Frau Brüllen)

    (und nein, solange ich keine Post aus der Schweiz heraus verschicken muss, möchte ich sie nicht haben, sonst krempelt sie hier nur herum)

    Ich schaute Theaterprogramme durch. Das Berliner Ensemble hatte ich mich schon beim Untertitel „ein talmudisches Tingeltangel“. Als ich dann weiterlas, und entdeckte, Barrie Kosky inszeniert „Kafkas Prozess mit Musik von Bach über Schumann bis Jiddischem Vaudeville“ war ich bereit, schlimme Sachen zu machen, um eine Karte zu bekommen. Zum Glück reichte es, einfach nur zu bestellen.

    Es waren anderthalb Tage Klausururlaub in Wohnung und Freibad und ein Samstag auf den Latifundien.

    Madame kochte solidarisches Gemüsli. Ich kirschholzräucherte einen Rinderstolz-Schweinenacken und warf dazu den Zaphito-Kürbis auf den Grill. Beides sehr gut. Später schaute sie ein langes Video, in dem die Gemüslichkeit ihre Solidarische Landwirtschaft erläutert. Das klang sympathisch und erfreulich nicht-naiv. Etwas misslich allerdings: Der Haupt-Kommunikations-Kanal der Gemüslichkeit scheint Instagramm zu sein (ham‘ wa nich‘, woll’n wa nich‘), „unser“ Abholpunkt Schöneberg kommuniziert über eine Telegram-Gruppe (ham‘ wa nich‘, wolln wa nich‘).

    Drei Menschen und ein Tigerschnegel

    Das war es mit der Kabane. Das Insulanerbad hat heute seinen letzten Öffnungstag der Saison und vorher wollte der Kabanenschlüssel zurückgegeben werden. Madame und ich fuhren Donnerstagabend (27 Grad), es war überraschend voll.

    Arbeitshypothese: All‘ die Menschen, die im Mai eine 20er-Sommerkarte gekauft haben und denen jetzt auffiel, wieviel Eintritte noch drauf sind. Eine Dame vor dem Eingang versucht auch prompt, uns einen von ihren Eintritten zu verkaufen. Aber wir sind schon versorgt. Madame räumte ihre Sachen aus der Kabane. Den Schlüssel behielten wir noch.

    Denn ich wollte Freitag früh nochmal. Nachdem ich den Regenguss abgewartet hatte, begab ich moch bei bedecktem Himmel und 20 Grad Lufttemperatur, Wasser 22 Grad, ins Bad. Perfektes Freibadwetter für mich. Auf dem Weg die Treppe hinunter zum Becken sah ich drei Menschen im Wasser und einen Tigerschnegeln auf der Treppe. Trotz kalter Dusche am Beckenrand musste ich nach Wassereintritt aufpassen, nicht aus Reflex zu hyperventilieren. War frisch. Und nachdem ich dann akklimatisiert war, perfekt.

    Das Schwimmen war angemessen flüssig, ich danach angemessen k.o.. Von 1040 (Ankunft im Becken) bis 1130 (Becken verlassen) war die Zahl der Schwimmenden von drei auf sieben gestiegen. Leider hatte auch jemand den Tigerschnegel zertreten.

    Ko, ausgepowert und sehr glücklich gab ich meinen Schlüssel an der Kasse ab und bekam das Schlüsselpfand zurück. In der Hoffnung auf eine Kabane nächsten Sommer.

    Blick in einen Schwimmbad-Kabinentrakt mit orangen Türen der Umkleidekabinen (links) und orange-beigen Spinden (rechts)- Am Ende des Gangs: Ein Käfig mit Schwimmnudeln etc.

    Nun muss ich mal schauen, ob ich es die nächsten Wochen schaffe die Umwege in die kabanelosen noch offenen Bäder wie das Prinzenbad oder das Sommerbad Mariendorf zu bewältigen.

    Mikro-Ö, I hardly knew ya

    Noch allerdings muss ich bis Mitte September lernen. Noch möchte der Bachelor zwei Klausuren von mir: Mikroökonomik am Montag und Knowledge Management am 16. September. Zwei Kurse, die prinzipiell tief in meiner Wohlfühlzone liegen, denn für alles andere wäre im Bachelor-Arbeits-Semester weder Zeit noch Energie gewesen.

    Der Nachteil: Den Mikro-Ö-Kurs mag ich. Der ist schön geschrieben, trifft sehr gut die Balance zwischen Verständlichkeit, und je öfter man schaut, desto mehr inhaltliche Tiefe hat er. Selbst die Übungsaufgaben mag ich: Eine zur Wiederholung, alle anderen mit selber-Denken und Themen aus vorherigen Lektionen nochmal einbauend. Ich und dieses Modul hätten viel Spaß miteinander haben können, wenn ich es nicht über Monate ignoriert hätte.

    Zu schade, dass ich jetzt durch alles durchjage in der Hoffnung, am Montag mit Augen-zu-und-durch die nötigen 50% zu schaffen.

    Hauptproblem: Viele Formeln funktionieren nach der Devise „Teile den Wert von Gut A und Gut B“ oder „Ziehe Wert B von Wert A ab“ oder umgekehrt. Inhaltlich ist es natürlich vollkommen egal, ob A durch B geteilt wird oder B durch A – mathematisch im Ergebnis macht es aber leider einen Unterschied. Deshalb gibt es eine Konvention. Und diese Konvention kann ich nicht während der Klausur durch Logik erschließen, sondern muss sie für alle Formeln auswendig lernen.

    Zum Beispiel:

    \[MRS = -\frac{MU1}{MU2} \]

    Oder auf deutsch: Die Grenzrate der Substitution (Marginal Rate of Substitution – MRS) entspricht dem negativen Bruch aus dem Grenznutzen von Gut 1 (Marginal utility – MU) und von Gut 2. Könnte natürlich auch genau anders herum sein.

    Oder noch auf deutscher: Wenn ich schon 4 Fahrräder und keinen Elektroroller besitze, wäre ich vermutlich glücklicher wenn ich ein Fahrrad gegen einen Elektroroller tauschen könnte. Hätte ich hingegen 4 Elektroroller und kein Fahrrad wäre es vermutlich umgekehrt. Die MRS gibt an, wieviel von Gut 1 ich gegegen Gut 2 an einem bestimmten Punkt tauschen würde.

    Nebenproblem: Ich kann mir die Ableitungsregeln wie die Kettenregeln oder die Ableitung des Logarithmus partout nicht merken. Das ist jetzt ungefähr das vierte Mal im Bachelor, dass ich die für eine Klausur lerne und jedes mal fange ich von vorn an.

    Bwlquam zu Bigsi

    Spannende Selbstbeobachtung: Immer wenn ich auf Fernuni-Klausuren lerne, ist das der Zeitpunkt an dem ich mir am intensivsten Gedanken über den weiteren Verlauf des Studiums mache. Also im Moment: den Master Wirtschaftsinformatik (oder Praktische Informatik?)

    Wenn Wirtschaftsinformatik der gewählte Masterstudiengang wird, würde ich diesmal auch die Abschlussarbeit an einem WInfo-Lehrstuhl schreiben wollen. Die passgenauste Variante für mich wäre der sozialwissenschaftlich ausgerichtete Lehrstuhl Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme (Bigsi), oder kurz Lehrstuhl Krönung, In dessen Liste der möglicher Themen für Abschlussarbeiten könnte ich blind mit einem Finger tippen und hätte ein Thema, in dem ich mich thematisch und methodisch zu Hause fühle.

    Vor die Abschlussarbeit aber legt die Studienordnung das Seminar. Ich dachte kurz, das Seminar Menstrueller Zyklus und Arbeitsleben: Hormonelle Schwankungen und ihre Auswirkungen auf digitale Arbeit wäre was. Da würde ich immerhin etwas Neues lernen und auch auf der Arbeit kann es nicht sein, dass Männer bei dem Thema komplett ahnungslos durch die Gegend irren. Aber ach:

    Das Seminar richtet sich an weibliche Masterstudierende, die bereit sind, im Verlauf des Semesters den eigenen Menstruationszyklus zu erfassen (in Form von Tagebucheinträgen). Voraussetzung ist zudem der erfolgreiche Abschluss eines Moduls bei Prof. Dr. Julia Krönung oder Prof. Dr. Stefan Smolnik.

    Dann wohl nicht.

    Summer is on

    Wir leben ja im Einklang mit der Natur und lassen uns deshalb vor allem vom Garten sagen, welche Jahreszeit wir haben. Der Garten sagt: Sommer. So viel blüht noch und wieder. So ein Insektenauflauf an Goldrute, wildem Storchschnabel und auf den Wiesen. So viele Grashüpfer, so viele Knospen an den Rosen. So deutlich unser Bestreben, den Tag in beschatteten Bereichen zu verbringen. Der Garten ist noch im Sommermodus. Damit ist Sommer.

    Ein grüner Sommer wie seit vielen Jahren nicht mehr. Immer noch wollen die Wege regelmäßig gemäht werden, um nicht in der Wiese verloren zu gehen. Das ist neu. Wir mähten, fandeten dem Unkraut hinterher. Die Zahl der Falläpfel lies nach, dafür entdeckten wir erste Fallbirnen. Freundlicherweise streckt auch die Pflaume von der Gemeinschafts-Ausgleichsfläche ein paar Zweige mit Pflaumen auf unser Grundstück, die wir gerne miternten.

    Ich lernte in der Pergola und schaute alle halbe Stunde mal wie es dem Nacken im Grill so geht. Am späten Abend besuchte uns ein schwarzer Kater, am morgen zwei Wespen. Keine Mücken zu verzeichnen.

    Hinter der Gardine 50 Keyboards

    Die taz fuhr auch Nachtzug, von Bukarest nach Chișinău: Hinter der Gardine lockt die kühle Brise

    Mir ist es gelungen, all meine Sammelneigungen auf immaterielle Erlebnisse zu beschränken. Aber ich stelle fest, bei Keyboards könnte ich schwach werden: 50 keyboards from my collection (via onli blogging)

    Wieder immaterieller: Eine technische Geschichte von RSS.

    Acuh immateriell: UberBlogr wird 3. Ich gratuliere uns allen und Thomas ganz besonders.

    Was machst du eigentlich den ganzen Tag beruflich im Pflegeheim?

  • 25-09-04 Die Fans zogen anstandslos wieder ab

    25-09-04 Die Fans zogen anstandslos wieder ab

    Falls jemand ein Kirchengebäude aus den 1920ern kaufen möchte: Die (ehemalige) neuapostolische Kirche Schöneberg steht zum Verkauf.

    Madame meldete sich bei Reddit an und war begeistert. Gleich sofort ein gigantischer Thread zum Thema „mumifizierten Kefir wiederbeleben“.

    In verwandten Nachrichten: Der Kefir lebt.

    Der Fensterputzer war da. Er fluchte noch ausgiebiger über die Dach-Bauarbeiter und deren Fensterhinterlassenschaften als wir. Aber er hinterließ einen Unterschied wie Tag und Nacht – fast wortwörtlich.

    Es waren zweieinhalb Werktage des Klausurlaubs. Ein Lerndienstag, treibend durch die Bibliotheken. Ein Lernmittwoch in der Wohnung mit abendlichen Ausgehen und ein halber Lerndonnerstag in der Wohnung.

    Madame holte Gemüsli ab. Es liegt in einem Schöneberger Schuppen, gesichert durch ein widerspenstiges Zahlenschloss. Im Schuppen stehen dann sortenreine Kisten und sie durfte unsere Anteile selbst abwiegen, einpacken und dann einen Haken hinter „Madame“ setzen. Es gab unter anderem Zaphito (Zappho/Zappo/Zappalito)-Kürbisse, toll aussehende Fleischtomaten und zu ihrer großen Freude: KEINE Kartoffeln.

    Reprise

    Ein wichtiges Arbeitstool am Rechner ist der Texteditor. In dem landen Notizen aller Art, kurze Überlegungen, whatever. Seit Windows11 speichert er automatisch. Und naja, ich habe jetzt ungefähr 25 gespeicherte Dateien mit Notizen zur Bachelorarbeit geschlossen. Ein gutes Gefühl.

    Die für die Arbeit ausgeliehenen Bücher aus der Feruniversitätsbibliothek Hagen liegen fertig im Paket verpackt im Flur. Langsam beginne ich mich innerlich zu lösen.

    Nachbetrachtend: Die Arbeit lag inhaltlich doch ein gutes Stück außerhalb meines eigenen Komfortbereichs. Das war von mir so gewollt, hat aber zwischendurch einiges an Nerven und Arbeit gekostet. Dafür hat sich wunschgemäß mein Komfortbereich an dieser Stelle enorm erweitert.

    Wenn ich jetzt noch mal anfangen würde, könnte ich viel Spaß haben und wilde Sachen machen noch viele Schnörkel einbauen – aber das wäre ja in der Komfortzone und damit per Definition langweilig.

    Mikro-Ö

    Nach dem Bachelurlaub ist im Klausurlaub. Nachdem ich die Reste der Bachelorarbeit weggeräumt habe, greife ich zum Ordner Mikro-Ö und hole die beiden Lehrbriefe zur Mikroökonomik hervor.

    Freundlicherweise weit in meiner Komfortzone liegt inzwischen die Mikroökonomik. Denn darüber werde ich nächste Woche die Klausur schreiben. Ein Modul, das ich in seiner Machart sehr angenehm finde und das stark methodisch-mathematisch aufgebaut ist. Da zahlt es sich natürlich aus, dass ich die letzten Wochen eher intensiv mit Themen der Wirtschaftsmathematik zugebracht habe.

    Und irgendwo ein schöner Kreis. War doch Mikroökonomik auch eines der vier Themen der „Einführung in die Wirtschaftswissenschaften“ in Semester eins. Die kondensierte Version dieses Moduls habe ich schon einmal ganz am Anfang des Studiums gelernt und jetzt ganz am Ende die Langversion.

    Ich erinnere mich noch, wie arg mich Im Sommersemester 2022 die Cobb-Douglas-Funktion herausgefordert hat

    \[z(x_1,\dotsc,x_n)=\beta\cdot\prod_{i=1}^{n}x_i^{\alpha_i} \] oder einfacher \[ y = x^i_1 * x^i_2 … \]

    oder die Formel zur Preiselastizität:

    \[\eta_{x,p} := \frac{\mathrm{d}x/x}{\mathrm{d}p/p}=\frac{\mathrm{d}x}{\mathrm{d}p}\cdot\frac{p}{x}=x'(p)\cdot\frac{p}{x} \]

    Jetzt kommen sie mir fast vor wie alte Freunde. Aber aufpassen: Die Klausur muss noch geschrieben werden, mit „weiß nicht so genau, aber find ich toll“ werde ich nicht durchkommen.

    Neben dem Digital-Zebra

    Teil eins des Klausurlaubs. Lehrbriefe nochmal durchlesen. Nachdem ich jetzt über Wochen mehr oder weniger vor den Rechner gezwungen war, freue ich mich an Materialen aus Papier, die damit gewonnene Freiheit der Mobilität, und lasse mich treiben.

    Erst geht es mit dem Bus zur Staatsbibliothek Berlin Potsdamer Straße. Ich lerne: Es gibt so gut wie keine funktionierenden Spinde mehr mit Pfand – aber viele Schließfächer, die ich mit meinem mitgebrachten Schloss sichern könnte, wenn ich es dabei hätte.

    Aber egal: Ins Foyer der Stabi darf ich auch mit Jacke und Tasche. Auch dort gibt es Schreibtische. Ich erwische den Platz direkt gegenüber dem Infoschalter und bekomme meine Vorurteile bestätigt, dass Bibliothekar*innen die besten Menschen der Welt sind. Sie beantworten wirklich jede Frage in einer unfassabren Freundlichkeit, von detaillierten Detailfragen zur Fernleihe bis zur Qualität der für die Öffentlichkeit geöffneten Personalkantine. („Ist dieselbe Firma wie die öffentliche Cafeteria – also auch nicht besser.“)

    Also sollte ich meinen aufkommenden Hunger woanders stillen. Die Stabi liegt direkt am Potsdamer-Platz. Dessen Gastronomie ist ausgerichtet auf Menschen, die eh nie wieder kommen werden, und bei denen deshalb alles egal ist. Also lieber weiter durch die Stadt treiben lassen. Die U2 und U9 brachten mich zum Leo.

    Am Leopoldplatz im Wedding ist die Schillerbibliothek – meine Bibliotheksliebe – und direkt davor das Frühstückshaus Simit Evi („das Herz der Müllerstraße„), die mir sicher ein paar Sesamringe oder andere schöne türkische Backwaren servieren werden. Aber ach: Alles zu, Fenster abgeklebt und ein einsamer Zettel: „Ab dem 1.8. 2024 vorübergehend geschlossen:“ Das sieht nicht gut aus.

    Mir fiel meine Könnte-mal-Liste ein, auf der der benachbarte Safari Imbiss – Jesus is Lord steht. Aber ach, das Schild noch da, der Imbiss anscheinend auch verschwunden.

    Am Ende verschlug es mich direkt auf den Leo. Dort wogt seit Jahrzehnten der Konflikt zwischen drogeninduzierter Verwahrlosung und einem umfassenden Programm den zentralen Platz des Weddings lebenswert zu machen. Ein wichtiger Standort der Lebenswert-Programme: Das Café Leo, Kieztreff mit Kaffee, kleinen Speisen und nachbarschaftlichen Aktivitäten. Da lass ich mich doch gerne bei Kaffee und Croissant nieder und schau noch dem gerade stattfindenden Miniaturrummel auf dem eigentlichen Platz zu.

    Über diverse Bänke mäandere ich mich die 100 Meter zur Bibliothek, freue mich am phantasievollen Programm der Schillerbibliothek und dem tollen Lesesessel mit Panoramablick auf den Leo. Ich entdecke ein weiteres schönes Programm: Das Digital-Zebra. Ein freundlicher speziell-geschulter Bibliotheksmitarbeiter sitzt in einem abgetrennten Bereich des Lesesaals und hilft bei Digitalproblemen aller Art. Angefangen von „Mein Handy geht nicht an“ über alle Probleme mit Mail, Programmen, komischer Werbung und „das Internet will nicht mehr“ und was sonst noch im digitalen Leben schief gehen kann. Das ist doch mal löblich.

    (Nur den Namen Digital-Zebra verstehe ich nicht)

    Gegenüber vom Gebäude vom Digitalzebra

    Kickin‘ Shrimps

    Spannende Anblicke in der U3: ein*e genderfluid*e Mensch, die Rachel Cusks Transit als Taschenbuch liest. Direkt daneben die Frau im Leopardenmusterrock mit End the Patriarchy-Beutel. Später, die Frau, die sich eine ehemalige Armbanduhr mit Metall-Gliederarmband hat als Choker herrichten lassen. „Entschuldige, darf ich Ihnen mal an den Kehlkopf schauen, um zu sehen wie spät es ist?“

    Irgendwie tragisch, dass sie die einzige ist, die das Ziffernblatt nicht erkennen kann. Aber dafür trug sie noch eine Smartwatch am Arm.

    Mit der U3 ging es in ein urbanes Wasteland ganz eigener Art: Zur O2Mercedes-Benz– Uber-Arena und den Platz drumherum. Uns empfingen an der Warschauer Straße hunderte mittel aufgeregter Teenies und ein Haufen Polizei. Die Teens ballten sich um einen Geländewagen, oben schaute eine Frau heraus und machte Posen. These: Irgendjemand weltberühmtes in einer TikTok-Nische, ich konnte sie nicht richtig erkennen, hatte Zweifel ob ich schlauer würde, wenn ich sie besser sehen könnte. Die Stimmung war irgendwie seltsam, für Teenie-Auflauf überraschend ruhig.

    Aufklärung brachte heute das TikTok für Generation X+, die B.Z: Die experimentell-vulgäre Rapperin Ikkimel hatte via Insta zum Videodreh geladen: Rund 450 junge Leute waren laut Polizei vor Ort. Und die warteten fröhlich und entspannt auf die Rapperin. Im Einsatz waren Einheiten der Bundes- sowie der Landespolizei. Doch Ikkimel hatte die Versammlung offensichtlich nicht angemeldet, so dass diese recht schnell für beendet erklärt wurde. Die Fans zogen dann anstandslos wieder ab.

    Auf einem Foto mit Schriftzug „Ikkimel“ daneben, hätte ich sie sogar vermutlich wiedererkannt. In freier Wildbahn auf der Straße: No Chance.

    Eigentlich wollten wir den Abend aber gediegener Verbringen. Ein netter Abschluss des Bachelurlaubs ließ mich meine aktuelle Verstimmung mit den US of A ignorieren und wir aßen Ribs in Tony Roma’s einzigem europäischen Lokal nördlich der Pyrenäen. Wie es sich gehört come-of-the-bone wie aus dem Bilderbuch in reichlich Schmodder und mit Lätzchen. Vorweg die wiederholenswerten Kickin‘ Shrimps, dazu Sweet Tea und Frozen Margerita. Comfort Food auf allen Ebenen.

    Kommen, Gehen, Zeitablauf

    Am 11. Oktober veranstaltet Schöneberg das Musikfest „Gazino und Türkischer Basar“ zur Erinnerung an den ehemligen türkischen Basar im damals stillgelegten U-Bahnhof Schöneberg. Das gibt mir die Gelegenheit noch einmal den schönen Text von Özlem Suzana Ayaydinli zu verlinken: Der Bahnhof Bülowstraße. Erinnerungen an einen vergessenen Ort

    Noch lebendig das Freibad mit der besten Aussicht Berlins: taz-Sommerserie „Berlin geht baden“ (6)

    Delphine gesehen, Sabbatjahr vorbei: AZ13 – Das wars!

    60 ist eine Marke. Mit 50 kann man sich immer noch (naiv) einreden: Wenn es richtig gut läuft, kann ich noch einmal genauso viel Zeit vor mir haben. Die Nummer funktioniert mit der 60 nicht mehr. Das ist auch merkwürdig, denn ich denke jetzt natürlich auch nicht: Okay, sind’s halt noch einmal 40 Jahre. Irgendwie markiert diese Zahl eine Linie.

    Margrit und Wally hörten Dmitrij Kapitelman beim Poet*innenfest.

    Wenn Menschen heute in Deutschland sagen, sie nutzen einen anderen Namen, damit sie nicht als jüdisch erkannt werden, wenn Menschen ihre Mesusot entfernen, wenn wir unsere Davidsterne nicht mehr tragen, wenn die Nachbarn nicht mehr mit einem reden, nur, weil man jüdisch ist, dann stimmt etwas sehr gewaltig nicht. … Wir können gehen, ja. Für manche sollen wir (wieder) gehen – doch wohin?

  • 25-06-19 Zehntausend Wörter; das entspricht ca. 30 bis 35 Seiten

    25-06-19 Zehntausend Wörter; das entspricht ca. 30 bis 35 Seiten

    Im Auto liegen 10 Kilo Kaffee, Ich bin nur mittelmotiviert, diese jetzt bis ganz nach oben in die Wohnung zu tragen.

    Freuden der Prozessdigitalisierung: Nachdem man allen Beteiligten mal wirklich einen Prozessablauf entlockt- und den in ein Schaubild gebracht hat, sagen dann auch alle „Oh Gott!“. Der erste Schritt, um den Prozess schöner und besser zu machen.

    Es waren drei Arbeitstage knapp unter 30 Grad. Zwei davon in den Südkreuz Offices, einer in der Schöneberger Wohnung.

    Ein Verkäufer rief mich mit meiner persönlichen Arbeitsmail an. Er strahlte so abschreckende Verkäufervibes aus, dass ich erst nach einiger Gesprächszeit merkte, dass er gar nicht meinem Arbeitgeber Unfug verkaufen wollte, sondern mich als IT-Admin für die Charité ködern wollte. Kein Interesse.

    Im Nachhinein wurde ich aber neugierig genug, um mich zu fragen, wo er meine Arbeitsdurchwahl her hat. Ich würde behaupten, die ist schwerer zu finden als diverse private Kontaktmöglichkeiten. Auch wollte ich nun wissen, um welchen Job es geht. Allerdings steht auf der Charité-Website gar nichts Dementsprechendes. Dasisallesseltsam.

    Mein neuer Arbeitsweg entlang des Cheruskerparks entpuppt sich als geeignete Flaniermeile für Freund*innen halbnackter sportlicher Männer. Ich hatte offenbar die Anziehungskraft von vier Turngeräten an einer Stelle unterschätzt. Da ist immer was los, und die Beteiligten sehen auch nicht so aus als würde sie da nur einmal die Woche hingehen.

    Madame brachte frische Bohnen und Kohlrabi vom hafenstädtischen Wochenmarkt. Zusammen mit dem weißen Johannisbeeren aus den Latifundien lebt es sich wie Gott in Frankreich.

    Das Bestattungshaus an der Ecke hat einen neuen E-Auto-Leichenwagen. Selten ist das lautlose Schweben, das mit E-Autos leicht einhergeht, so passend wie in diesem Fall.

    Nach Steglitz

    Ich schwamm die ersten Freibadmeter dieses Jahres. Wie es sich gehört: im Insulanerbad. Wie es sich nicht gehört: Noch immer ohne Saisonkabine, denn diese sind immer noch im Baustellenstadium.

    Ich bin untypisch spät dran. Aber nachdem das Bad im Mai weder beheiztes Wasser noch funktionierende Duschen und auch weder Saisonkabinen oder normale Umkleidekabinen im Programm hatte, wurde ich störrisch und mied das Bad. Inzwischen gibt es Duschen und Umkleiden. Das Wasser erreicht auch ohne Zusatzheizung Temperaturen jenseits der 20 Grad – jetzt fehlt nur noch die Saisonkabine.

    Ich liebe es ja, durch die Stadt zu fahren, während diese noch schläft. Und mit der frühen Junisonne um Sieben ins Freibad: Es gibt fast nichts besseres. (wenn es nur alles nicht so früh wäre..).

    Aber ich überwand mich. Ich erfuhr, dass die Saisonkabinen fast beinah wieder fertig sind – wie schon seit längerem, schleppte mein Zeug für Wiese und bewegte mich ins Becken. Die tiefstehende kräftige Sonne sorgte für lange Schatten und schon fast heiße Bereiche im Bad. Die Mitschwimmerschaft war älter, Gewohnheits*schwimmerinnen, aber noch entspannt. Der Schmetterlingsschwimmer blieb erfreulich auf der Nachbarbahn.

    Sonne, Wasser, Schweben, Untertauchen, der Blick halb unter Wasser halb über Wasser. Eigentlich sollte ich das 24/7 machen.

    Austernfond Mocro-Mafia

    Entdeckungen über die Normandie: Nicht nur ist das Departement Calvados die Heimat von Calvados (dem Branntwein), Cidre und Camembert, sondern aus der Normandie stammt auch die Sauce normande mit Mehlschwitze, Cidre, Austernwasser (in dem Austern gekocht wurden), Fischfond, Eidotter, Sahne und Butter.

    Auch entdeckt: Das Departement Calvados mit immerhin 700.000 Einwohnern hat eine Zweitwohnungsquote von fast 20%. In den entsprechenden Küsten- und Touristenorten vermutlich weit höher.

    Ein unbekannteres aber wichtiges Mahnmal: das Mémorial des reporters de Bayeux, ein Mahnmal für im Einsatz getötete Journalisten. Errichtet 2007 in Bayeux in Zusammenarbeit mit Reporter ohne Grenzen und bedauerlicherweise jedes Jahr mit Aktualsierungen. 58 waren es im Jahr 2023.

    Es fehlt nur der deutsche Wikipedia-Artikel zum Mahnmal.

    Spätestens am 2. November

    Nachdem ich großspurig verkündet hatte, bis Ende dieses Monats eine formal vollständige Bachelorarbeit geschrieben haben zu wollen, fiel mir auf, dass ich gar nicht so genau weiß, was die Formalien sind, die ich erfüllen möchte.

    Um Schriftgröße, Literaturfomratierung et cetera mache ich mir weniger Sorgen; immerhin habe ich am betreuenden Lehrstuhl gerade eine Seminararbeit geschrieben. Ich unterstelle, dass die formalen Anforderungen sich in der Hinsicht wenig unterscheiden. Außerdem stellt der Lehrstuhl bwlquam freundlicherweise eine Vorlage in LaTeX zur Verfügung, in der das Wichtigste schon festgesetzt ist.

    Aber eine Frage blieb mir: Wie lang muss die Arbeit sein? Mein aus verschwommener Erinnerung gespeistes Bauchgefühl sagte 30 Seiten. Und es hatte ungefähr recht: Prüfungsordnung und Lehrstul sagen: Zehntausend Wörter; das entspricht ca. 30 bis 35 Seiten, plusminus 10%. Also 9.000 bis 11.000 Wörter.

    Zusatzentdeckungen:

    • Innerhalb von zwei Monaten muss die Arbeit korrigiert sein. Das heißt: spätestens am 2. November sollte ich das Ergebnis wissen.
    • Laut Prüfungsordnung müssen die Bachelorarbeiten für den B.Sc. Wirtschaftsinformatik einen wirtschaftsinformatischen Bezug haben. Also vermutlich wäre ich weder mit einer Geschichte des Steuerrechts durchgekommen, noch mit einer reinen Programmieraufgabe.
    • Auch entdeckt: ich muss die Mikroökonomik-Klausur dieses Semester gar nicht bestehen. Bei den fünf Pflichtmodulen Wiwi reicht es, wenn man die vier halbwegs gut besteht und im fünften dann 25% (statt 50%) der Punkte einsammelt. Die vier anderen habe ich schon bestanden. Das senkt die Hürde deutlich.
    • Während ich allerdings Klausuren immer zweimal wiederholen darf, darf die Arbeit nur einmal wiederholt werden. Im Moment halte ich das aber für ziemlich ausgeschlossen – außer ich verschätze mich brutal in meinem aktuellen Kenntnisstand, oder mich holt zwischendurch ein wochenlanger Zustand geistiger Umnachtung ein.

    In Cannes

    Irgendwann haben die Möwenkinder genug gefiept, die Eltern genug geschimpft und ermuntert. Dann heben die grauen, rundlichen Möwenbabys endlich ab. Noch ziemlich ungelenk fliegen sie mit ausgebreiteten Flügeln schnurstracks geradeaus. Man ahnt ihren panischen Blick und möchte nicht in ihrem Weg stehen.

  • 25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    25-06-05 KI Präsident ohne Höhle

    Neues Karriereziel: Ausbilder für Leiterbeauftragte. Dann kann ich zweitägige Schulungen zur korrekten Nutzung einer Leiter geben. Und am Ende gibt es eine schriftliche Prüfung zu Themen wie“ Sinn und Zweck von Leitern u. Tritten“.

    Von des Kaptains Balkonkästen konnte sie fünf Erdbeeren von den Pflanzen des letzten Jahres ernten.

    Madame sprintete in Frankfurt nicht zum Sprinter, denn der Anschluss war schon weg. So konnte sie entspannt den ICE72 in Mannheim verlassen und den nächsten Zug nach Berlin nehmen.

    Während alle Unwetter um Berlin und die Latifundien herumziehen, wurde das Markgräfler Land bereits dreimal schwer getroffen. Hier schiebe ich mich nur durch die Schwüle und am Ende tröpfen drei Tropfen.

    Im Bergmannkiez eröffnete ein „Nur-Sachen-mit-Mais“-Imbiss.

    Ich „kochte“ experimental: Buttermilchsauce aus Buttermilch, Creme fraiche und Dill. Einfach kalt zusammengerührt. Zusammen mit Gemüse schmeckt das wie Sommer auf dem Tisch.

    Manchmal hält „die Zukunft“ was sie damals versprochen hat: Edis bat um einen Stromstand. Ich machte ein Foto des Zählers, scannte einen QR-Code und gut wars. Old School blieb hingegen das Öffnen des flechtenüberwachsenen Stromzähler auf den Latifundien, einschließlich des mehrfachen Ruckelns mit dem Schlüssel.

    Ich bestand die Einsendeaufgaben Knowledge Management und Mikroökonomik. Damit bin ich zu beiden Klausuren zugelassen und darf rein formal die Module bis zur Abgabe der Bachelorarbeit ignorieren.

    Zumindest bei der Mikroökonomik scheint mir das aber ungeschickt. Sollte ich das Modul bis September ignorieren, wird es kein Augen-zu-und-Knirsch während der Klausur sondern ein Vollcrash. Mal schauen, jetzt erstmal Parametrische Optimierung.

    Wie verspielt ist noch seriös?

    In den Notizen finde ich den Eintrag „KI Präsident ohne Höhle.“ Aha, denke ich. Erst nach einiger Zeit wird mir bewusst, dass der Eintrag aus einer Mischung aus Faulheit und irrelaufender Rechtschreibkorrektur entstand. Der Eintrag wollte sagen „KI-Präsentation ohne Höhlengleichnis“

    Wir veranstalteten ein intensives Besprechungszimmer-Bootcamp mit der Vorbereitung der „Was ist diese künstliche Intelligenz eigentlich und was können wir damit machen“. Dabei ist das Höhlengleichnis aus der Präsentation gefallen: Zu abstrakt, zu umständlich und vor allem viel zu lang.

    Meine Entscheidung – aber eine, die ich mit einem tränenden Auge traf.

    30 Jahre Krimi-Buchhandlung

    Die Hammett-Buchhandlung feiert 30-jähriges Jubiläum, und ist damit die zweitälteste Krimibuchhandlung Europas. Es gibt die ganze Woche über Kuchen, alkoholfreie Getränke und eine kleine Bücherverlosung. Da musste ich natürlich kommen und kurz vorbei schauen und gratulieren – leider ohne Losglück.

    E ist bekanntermaßen unmöglich, eine Buchhandlung zu betreten, ohne ein Buch zu kaufen, nahm ich etwas mit: Kathleen Kent: The Dime.

    Für Spontankäufe in Buchhandlung habe ich zwei Regeln:

    • Keine deutsche Übersetzung eines englisches Buchs
    • Autorin

    Gerade in einer Krimi-Buchhandlung fallen damit eine Menge Bücher aus der Wahl. Aber Hammett führt im Regal links des Eingangs natürlich auch englische Originale. Ich wurde dort fündig – und ich glaube ich habe mich am Ende entschieden, weil der Klappentext so schön nach amerikanischer Umgangssprache klang. Bei „Betty is as tough as the best of them, but she’s thrown for a loop when her first investigation goes sideways“ hatten sie mich.

    Erst zu Hause entdeckte ich, dass die Heldin „An almost-6-foot-tall, red-haired Polish Yankee lesbian“ ist – was mir das Buch gleich noch mal sympathischer macht.

    Frühsport im Cheruskerpark

    In der Qobuz-Biographie einer Künstlerin (Oklou) las ich etwas von „Nullerjahre-Nostalgie“ und dachte „Wie jetzt? Das war doch erst gestern? Und außerdem leben wir doch immer noch in den Nullerjahren?“

    Mit Qobuz verbringe ich derzeit einige Zeit, denn ich muss die neuen Kopfhörer ausführen. Dafür eignet es sich, zur Arbeit zu laufen, statt das Fahrrad zu nehmen. Neben Oklou entdeckte ich dabei Valerie June, musikalisch und biographisch spannend und höre Soundinstallationen von Luc Ferrari.

    Auffallend: wenn ich so eine Soundinstallation höre, und daneben schaltet ein Arbeiter einen Freischneider an, dann passt es richtig gut in den Sound.

    „The Medium is the message“ möchte ich Marshall McLuhan fernab jedes sinnvolles Kontextes zitieren. Aber das Fortbewegungsmittel ist der Weg. Und so entdecke ich vollkommen neue Aspekte der Gegend:

    • Die Frühsportler im Cheruskerpark, die im Schatten des Gasometers Klimmzüge machen.
    • Ein komplett neuer Weg bei der Arbeit, der erst durch Neubauten entstand – ich glaube er heißt Quartiersweg
    • Ein baustellenermöglichter Blick auf die komplette Luise-und-Wilhelm-Teske-Schule

    31041 bis 63811

    Ein Jahr staatliche Fernuniversität kostet übrigens weniger als eine zweitägige Schulung zum Leiterbeauftragten.

    Ich meldete mich zurück. Nach dem Seminarsemester WS 24/25 und dem Bachelorarbeitssemester SoSe25 versuche ich, mir etwas Entspannung zu verschaffen. Nur „normale“ Module, auch da nur Module für insgesamt 25 ECTS und, soweit ich beurteilen kann nichts übermäßig aufwendiges.

    • Ich wiederhol-belegte die beiden normalen Module aus diesem Semester (31041 Mikroökonomik und Modul 31831 Knowledge Management). Weil ich dieses Semester ja vor allem die Bachelorarbeit schreibe, werden die beiden Klausuren dort absehbar Knirsch und Krach. Es ist im Rahmen des Möglichen, dass sie zu sehr knirschen, ich durchfalle und wiederholen. Nach Plan ist diese Rückmeldung natürlich rein formal, weil ich den Schein schon habe.
    • Eigentlich gehe ich ja davon aus, dass ich lauter neue Module belegen darf:
    • Modul 32281 Digitale Diversität, mein erstes Modul, das offiziell als Mastermodul ausgeschrieben ist. Ich habe mich entschieden. Der Lehrstuhl BIGSI (Lehrstuhl für Betriebs­wirtschafts­lehre, insb. Gestaltung soziotechnischer Informationssysteme) ist der letzte Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl, bei dem ich noch kein Modul belegt habe. Am Ende ist meine Präsenz-Uni-Magsiterzeit länger her, und im Zweifel lasse ich mir auch von BWL-Lehrstühlen etwas über den aktuellen Stand sozialwissenschaftlicher Debatte. Außerdem könnte das Modul genau mein richtiges Level an vorhandener Vorkenntnis plus innerer Reibung haben, um leicht unbequem zu sein und mich aufzuwecken.
    • Modul 63811 Einführung in die imperative Programmierung. Wird nur für den eventuellen Bachelor Mathematisch-technische Softwareentwicklung oder Informatik benötigt – da aber natürlich zwingend. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.
    • Modul 63113 Datenstrukturen und Algorithmen. Eines der wenigen Module, die ich mir gleichzeitig auf den Master Wirtschaftsinformatik und das Bachelorduo anrechnen lassen könnte. Ich hoffe, das wird eine Mischung aus schon vorhandenem Vorwissen und praktischer Übung und Vertiefung.

    WordPress / Bell Labs

    Würde ich nicht so drastisch sagen, aber inhaltlich denke ich ähnliches: Immer dieses WordPress Bashing.

    Why Bell Labs worked so well, and could innovate so much, while today’s innovation, in spite of the huge private funding, goes in hype-and-fizzle cycles that leave relatively little behind

  • 25-05-31 Das Thema gilt hiermit als zugestellt

    25-05-31 Das Thema gilt hiermit als zugestellt

    CO-Melder 2 hängt. Dieser in Berlin.

    Die Post brachte eine signierte CD von Judith Holofernes.

    MsMB bemerkte zu ihrem Leidwesen, dass acht Tablets im Karton sehr viel mehr Platz beanspruchen als vier ausgepackte Geräte.

    Madame fuhr mit dem ICE1035 (Sprinter) nach Frankfurt. Dann sprintete sie durch den Frankfurter Hauptbahnhof. Es gelang ihr, innerhalb von einer Minute verbliebener Umsteigezeit den ICE73 nach Basel zu erklimmen. Dieser war voll genug, dass es selbst in der 1. Klasse auf den Stehplätzen eng zuging.

    Aber ab Karlsruhe saß Madame. Sie hatte eine liebreizende Schleswig-Holsteiner-Franko-Schweizerin als Gesprächspartnerin. Diese hatte ihr ganzes Leben als Swiss-Air-Stewardess zugebracht und in dieser Zeit wahrhaftig die ganze Welt gesehen. Aber das Fliegen macht keinen Spaß mehr, ist nur noch hektisch. Die 78jährige Dame pendelt jetzt zwischen Kiel im Sommer und Fribourg im Winter.

    Der Kaptain nahm TU984 von Monastir nach Hamburg. Ich bin weiterhin sehr beeindruckt von diesem Abenteuer. Sie anscheinend auch.

    Dank dem Halluzinator fand ich Miss South. Ich habe hier ein Slow-Cooker-Kochbuch von Miss South, fragte mich aber was sie seitdem macht. Meine Internetrecherchen liefen ins Leere. Ungewöhnlich für eine Person, die als Bloggerin bekannt wurde, und erst dann Kochbuchverträge erhielt.

    Sie scheint noch auf Instagram aktiv (ohne eigenen Account kann ich nicht sehen, von wann die Posts sind). Aber vor allem gibt sie als Nikky Catto Stadtführungen durch Brixton. Falls wir also mal wieder in London sind, kenne ich einen Programmpunkt.

    Der 1. Juni wird Tag des kleinen Übergangs. Ich melde mich für die Fernuni für das nächste (Master?!?)-Semester zurück. Die drei 80%-Teilzeit-bei-der-Arbeit-Monate beginnen. Denn in diesen Monaten werde ich die Bachelorarbeit schreiben.

    The Mail of no return

    Ich bekam eine Mail vom Prüfungsamt der Fernuniversität in Hagen:

    Sehr geehrter Herr southpark,
    hiermit sende ich Ihnen das mit o.g. Erstprüfer/in vereinbarte Thema
    Parametrische Optimierung – Der Einfluss von Schwankungen in den Modellparametern auf die optimale Lösung zu. Die Bearbeitungszeit für die Bachelorarbeit beträgt 3 Monate, der Umfang der Arbeit soll 10.000 Wörter umfassen. Das Thema gilt hiermit als zugestellt.

    Letzter Abgabetermin für Ihre Bachelorarbeit: 02.09.2025

    Die Bearbeitungszeit wird durch nicht chronische Erkrankungen nicht verlängert. In Härtefällen
    entscheidet der Prüfungsausschuss. Zu den Konsequenzen einer Fristüberschreitung verweise ich
    auf die entsprechende Prüfungsordnung.

    Damit habe ich den Point of no return erreicht. Falls es ich es mir jetzt anders überlege oder ins Straucheln gerate, bedeutet das, ich bin einmal durchgefallen.

    Noch stand diese Ende der Woche aber im Fokus der Einsendearbeiten: Die Zulassung zur Mikroökonomik-Klausur will ja auch noch erreicht werde. Der Lehrstuhl macht es nicht einfach. Aber die Aufgaben sind sehr fair. Eine schöne Mischung, die ich gerne öfter vorfände. Ich bedaure, dass dieses Modul eines wird, dem ich kaum Aufmerksamkeit zuwenden werde – ich hätte schon Lust auf mehr.

    Aber ich entdeckte auch: Derselbe Lehrstuhl bittet auch das Modul zur Spieltheorie an. Vielleicht gönne ich mir davon noch einmal eine Runde.

    3D-Schreibtisch

    Es soll Menschen geben, die legen sich für so eine neue Phase wie die Teilzeitarbeit-neue-Bachelorphase neue Kleidung oder Frisuren zu. Soweit bin ich noch nicht. Aber das Programm „Aufmöbelung des Heimarbeitsplatzes“ drehte eine weitere Runde. Er wuchs in 3D.

    Also lief ich vom Büro einmal durch den Bahnhof Südkreuz, dann über die Autobahnbrücke und durch die Gewerbehöfe und war bei IKEA. Die Südkreuz-Gegend ist unwirtlich. Aber IKEA nahe genug, dass ich oft genug in der Mittagspause größere Gruppen von Menschen in IKEA-Outfits treffe, die auch gerade pausieren.

    Dank IKEA besitze ich den Schreinbtischaufsatz Wallhalla Vattenkar. Zum einen bietet er die Chance, die Monitore etwas besser zu ergonomisieren. Zum anderen bietet er Zusatzplatz für alles vom Taschenrechner, über das Mausarmvermeidungsgerät bis hin zu wirren Notizzetteln.

    Dabei gelernt: IKEA bietet dolle bunte Retrosessel an. (Zum Beispiel Dyvlinge oder Sotenäs) Ich sitze in keinem von ihnen gut – war aber kurz davor, sie einfach als Deko-Elemente mitzunehmen.

    Auch gelernt: als Kenner sämtlicher Abkürzungen und Schleichpfade dieses Kaufhauses gerate ich nur selten in die echte Möbelausstellung. Die hat sich verändert. Es stehen dort fast nur noch „fertig“ eingerichtete Zimmer und wenig einzelne Möbel. Kann sich die Menschheit heute nicht mehr von allein vorstellen wie ein einzelnes Möbel im realen Leben dann aussehen wird?

    Auch gelernt, und das ist eine Verbesserung, mensch kann gleich beim Möbel-Bezahlen direkt an der SB-Kasse noch Hot Dogs bestellen und dann am Stand abholen. Mir war der Freitag-Nachmittag-am-langen-Wochenende zu voll. Aber an sich ist die Idee super.

    Halb Chemnitz, halb Tropfsteinhöhle

    Halb Haus, halb Tropfsteinhöhle. Etwa 30 Kilometer südlich von Tours.

    Ich hatte ja keine Ahnung. Herr Rau würdigt den Superheldencomiczeichner Peter David. (der unter anderem The Incredible Hulk in eine Gruppentheorie schickte und dessen Blog-Code vermutlich immer noch in Resten in Frau Raus Blog-Code herumhängt.)

    Ich hatte Ahnung. Immer wenn wir nach Chemnitz kommen, bemerke ich tolle Vibes und eine tolle Szene. Teile davon: Kraftklub. Die gaben ein Spontankonzert, um auf die Misere des (ganz ganz tollen Schauspielhauses aufmerksam zu machen): Sterben in Karl-Marx-Stadt: Auf dem Geheimkonzert von Kraftklub. Wer den neuen Song hören will: Es gibt auch ein Video. (und auch ein Video von einem Song, den das Publikum schon kennt.)

  • 25-05-29 Inverse Engelkurven

    25-05-29 Inverse Engelkurven

    Madame folgt jetzt dem Mastodon-Account von Owls in Towels.

    Ich schraubte den ersten erneuerten CO-Melder an. Schickeres Design als der End-of-Life-Vorgänger. Aber der neue Melder zeigt auch keine Zahlen mehr an. Er kennt nur noch „alles okay“ oder „MEEP! MEEP! MEEP! ALARM! ALARM!“. Hoffen wir, dass es einfach bei „alles okay“ bleibt.

    Ich sammelte zufällig einen Stellenbewerber vor der Tür der Südkreuz Offices auf, und gab ihn am Empfang ab. Drei Minuten später bin ich mit einem Teller Erdbeerkuchen wieder an ihm vorbei. Erste Eindrücke vom neuen Arbeitgeber, so wichtig.

    Nahe der Südkreuz Offices öffnete ein neuer möglicher Mittagessenspot: Nonna Anna. Es ist schon spannend zu sehen, wie sich die ehemalige Brachfläche nach und nach entwickelt.

    Auf dem häuslichen Hinterhofparkplatz fand eine Rearrondierung zwischen Pflegedienst, Zahnarztpraxis und Nachbar 4L statt. Nur unser Parkplatz, und natürlich das Kartzenstreuwrack, blieben unberührt.

    Im Baustellenkäfig für das Dach lagern nicht nur Dachziegel, sondern jetzt auch Ziegelsteine.

    Wohnen am Rande des Weltgeschehens: dass Wolodymyr Selenskyj frühzeitig Berlin wieder verlässt, merkte ich daran, dass sich überraschend früh am Nachmittag seines Staatsbesuchs 10 Polizei-Wannen an der Kreuzung Sachsendamm/Hauptstraße bereit machten, um die Kreuzung abzusperren. Denn dort führt die übliche Schnellstrecke Verteidigungsministerium -> Martin-Luther-Straße -> Sachsendamm -> Autobahn -> Flughafen entlang, die oft und gerne für Staatsbesuche kurzzeitig abgesperrt wird.

    In ChatGPT stoperte ich über den GPT-Marketplace. Soweit ich verstehe, kann ich dort Zugang zu Programmen erwerben, die auf der Basis von ChatGPT aufbauen. Spannend, dass in den Top10 der vorgeschlagenen GPT-Anwendungen gleich mehrere auftauchen, die anspreisen, dass sie KI-erstellten Text verschleiern können, damit er nicht als KI-Text enttarnt wird. Die andere Hälfte sind Anwendungen, die verschleierten KI-Text nachweisen können wollen.

    Ich stolperte über die Sängerin Mirel Wagner. Zuerst musikalisch. Mein Eindruck: Da ist jemand tief in die amerikanische Seele hinabgestiegen. Und dann ist Mirel Wagner gar keine Amerikanern. Die erste Recherche ergab: Geboren in Äthiopien und aufgewachsen in Finnland. Okay.

    Die zweite Recherche ergab: seit 2016 verschwand Mirel Wagner nach zwei Alben von der Bildfläche. Es gibt Gerüchte eines Auftritts von 2019 in Finnland. Und das war es. Wo ist sie hin?

    Vor der Sommerpause

    Neben dem Stadtbad Lankwitz existieren jetzt Padel-Plätze. Die Werbung findet vor allem in Englisch statt.

    Nachdem ich (ich!) letzte Woche aus Gründen mangelnder Internetlesefähigkeit vor einem unzugänglichen Schwimmbad stand, stand noch ein Badbesuch aus. Diesmal die unkomplizierte Variante: mit der S26 direkt von der Arbeit nach Lankwitz, dann ein paar Meter laufen, und dann ins Stadtbad Lankwitz. Der letzte Besuch bevor es am Wochenende den Sommer über schließt.

    Eine meiner Lieblingskassiererinnen tadelte mich, weil ich dieses Jahr so selten im Insulanerbad bin. Sie hat natürlich recht. Aber ich habe Gründe. Das Stadtbad Lankwitz: Wie immer, schön, entspannend, wohltuend, schwebend. Etwas viel Slalom für meinen Geschmack, aber was gibt es Besseres als mit Kopf unter Wasser zu schweben?

    Hoffnung auf die Alten Rosen

    Mittwoch Abend begrüßte uns eine Fledermaus, die über den Latifundien im Zick-Zack kurvte.

    Donnerstag, Himmelfahrt, erläuterte Madame gerade die Gemeinsamkeiten zwischen deutschen NS-Flüchtlingen in der Türkei in den 1930er/1940ern und den jetzigen syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen dort, als sie innehielt. Direkt über unseren Köpfen, im Tiefflug über der Terrasse, ein Storch. Zum Atemanhalten.

    Etwas später: der diesjährig bisher vermisste Rotmilan ist zurück, drehte seine Runden über dem Rapsfeld.

    Die Latifundien an Himmelfahrt als Flugshow.

    Madame krautete 4L. Die Alten Rosen scheinen je Rose eine Knospe am Rosentriebbohrer vorbei zu bringen. Der Mohn ist regengeknickt, blüht aber prächtig wie noch nie dieses Jahr. Der Jasmin lässt langsam nach, die Abelie hält weiter durch.

    Auf der Terrasse gelesen: Den ersten Text von Wir schon wieder – 16 jüdische Erzählungen.

    Posaunen tönen, Donner dröhnt

    Viele der letzten Jahre sah Christi Himmelfahrt so aus, dass ich arbeitete (150% Feiertagszuschlag for the win) und Madame die Steuererlärung vorbereitete. Maximal romantisch also für einen freien Frühlingstag. Inzwischen existiert die Möglichkeit der Feiertagsarbeit in meinem Leben nicht mehr, und so können wir tun, was an diesem Tag vorgesehen ist: Wir gingen zum Gottesdienst.

    Verschiedene Gemeinden aus dem nordwestlichen Berliner Umland laden zum Open-Air-Gottesdienst auf dem Dorfplatz Klein-Ziethen. Unter Bäumen, direkt vor einem Spielplatz und auf Bänken brachte die Mittelmark zwei Prädikantinnen, einen Pastor, zehn Posaunenchor-Spielende und vielleicht 40 bis 60 Gottesdienstbesucher*innen hervor.

    Der Gottesdienst folgte in Ablauf und Programm eher dem Anspruch „niedrige Einstiegshürde für Gelegenheitskommende“. Aber so im Wechsel zwischen Sonne und Wolken, mit Blick auf den improvisierten Altar und Spielgeräte, Vogelzwitschern, Taubengurren und leichten Wind, war das eher traumhaft.

    Posaunen, Hörner und Trompeten spielten. Die Prädikantinnen waren beide bezaubernd, in ihrem Zusammenspiel eine einzige Freude. Wir erfuhren, dass es im Juli ein Tauffest am Beetzsee gibt.

    Zur dramatischen Steigerung: Donnergrollen kurz vor Ende. Aber kein Gewitter.

    Inferiore Güter

    Samstag läuft die Absendezeit für die Einsendeaufgaben ab. Wie erwartet, gestalten sich die Aufgaben für die Mikroökonomik als deutlich widerständiger denn als die für das Knowledge Management. Also eindeutig auch spannender und interessanter, aber schon so, dass man nachdenken muss und nicht nur nachschlagen kann.

    Das Modul hat eine starke Mathematikorientierung. So sind die Aufgaben vor allem Rechenaufgaben. An sich machbar (hey, wofür belege ich hier seit Semestern Mathemodule!). Aber dennoch nichts, bei ich sofort die richtige Formel und ihre Kurven einfach so aus dem Ärmel schütteln kann.

    Es geht eigentlich um die Grundbegriffe. Eine Person hat die Präferenzen a und b mit einer Präferenzkurve dazu. Die Preise folgen folgender Funktion und das Budget ist so und so. Wenn sich jetzt die Funktion der Preise ändert, was bedeutet das für die Konsumentenrente? Wie es sich für ein Basisseminar gehört, die Grundbegriffe. Aber ich würde behaupten, für ein Wiwi-Modul findet das alles am oberen Ende des mathematischen Anspruchs statt.

    Und so versuche ich die Nachfragekurven, die Präferenzkurven (auch in invers), die Engelkurve, den Cobb-Douglas-Konsumenten und das alles Speedzulernen bzw. Speedzuwiedergholen. Auf dass ich dieses Kapitelchen des Studiums möglichst schnell hinter mich bringe.

    Denn es wartet ja bereits die Bachelorarbeit.

    This is German Verwaltungsakt

    Falls Sie jemanden kennen, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der fünf Hühnchen vermisst, mutmaßlich Paduaner-Sundheimer-Mixe, Großraum Buchen, Oberneudorf-Einbach nahe der B27 die Ecke: Sie sind hier. In Sicherheit. Klein Hühnchen möchte bitte aus dem Kinderparadies abgeholt werden.

    Bei Frau Novemberregen regnets im Mai. In bizarr.

    Es gibt eine Steuerprüfung und dafür neue Infos der Muttergesellschaft: [H]urra, wir kriegen jetzt diese ganzen spannenden Infos! „Aber die werden sie uns nicht geben, das wird ein riesiger Kampf!“, sorgte sich die Steuerberaterin und ich sagte „aber wir werden ihn gewinnen, denn wir können sagen ‚we have German formellen Verwaltungsakt‘ und dann wissen wir alles

    Der Versuch, ein Sieben-Tage-Interrail-Ticket zu nutzen, wenn frau die Reise in Finnland starten muss: Einmal von hinter Gottes Rücken nach Europa und zurück

    Was ist naturaDB, fragt Gunhild Rudolph: naturaDB ist eine Online-Datenbank, die genau das macht, was vielen Gartenwebseiten fehlt: Sie denkt mit – ökologisch, nachhaltig, standortgerecht. Statt nur auf Blütenfarbe und Wuchshöhe zu setzen für den besten Verkaufserfolg, filterst Du hier nach ökologischen Kriterien: Welche ist heimisch? Welche Pflanze passt zu meinem Boden? Welche hilft Insekten wirklich?

    Herr Rau erschließt sich und uns LLMs. Folge 2: Token.