Schlagwort: Prignitz-Express

  • 24-03-26 Saladette ineffizient

    24-03-26 Saladette ineffizient

    Die Brombeere ist zurück. Die bereits mehrfach (Mai ’23, August ’23, Oktober ’23) großzügig ausgegrabene Brombeere lässt sich nicht beeindrucken. Sie treibt schon wieder. Immerhin beschränkt sie sich weiterhin auf den Raum innerhalb ihres Geheges.

    Der durchdringende Ruf der Kohlmeise weckte uns.

    Sailboat segelt. Die Abelie treibt höchst dekorative Knospen.

    Wir benötigen eine Säge an einem Stiel.

    Der Spargelhof verkauft ersten Spargel. Ich möchte nicht wissen, welche Kombination aus Klimawandel und schwarzer Anbaumagie dazu führte.

    Madame begann eine erfreuliche Korrespondenz mit Dr. Z. (Horticultural Manager).

    Der Kaptain möchte ein Freigetränk.

    Um die Kohlmeise zu hören, fuhr ich ausnahmsweise nicht 15 Minuten mit dem Fahrrad in die Verwaltung sondern 95 Minuten mit Regional- und S-Bahn.

    Wenn ich schon experimentalpendelte wollte ich den Umstieg in Spandau testen. Aber dann hielt mich eine Weichenstörung in Falkensee davon ab. Also wieder einmal der Umstieg schnellen Schrittes in Hennigsdorf.

    Blick vom Bahnhof Hennigsdorf auf den Rest des Bahnsteigs, eine einfahrende S-Bahn, einen Industrieturm und mehrere Signal- und Leitungsmasten.

    Im Zug weitergelesen: A Deadly Education. Und weiterhin sehr angetan.

    Ich durfte einer neuen Kollegin ihre IT-Ausstattung samt dazugehöriger Einführung übergeben. Ich bin schon jetzt Fan von ihr.

    Tiefgaragen-Mitmieter testen ein neues Mittel gegen die Tauben. Sie parken ihre Autos jetzt unter überdimensionalen Lametta-Spirelli. Ich werde gespannt beobachten. Andere legen einfach Decken, Folien oder Planen auf ihre Autodächer. Und wiederum ein anderer(?) entschied sich für Gewalt. In der Tiefgaragenzufahrt liegt eine platt gefahrene Taube.

    Im Strandbad Wannsee gibt es einen Kinosaal. Dort zeigt die Künstlerin Christine Kisorsy über die Osterfeiertage unter dem Motto „Wochenend’ und Sonnenschein“ historische Kurzfilme aus dem Berlin der 1920er und 1930er Jahre. Überhaupt eröffnet das Strandbad Ostern für die Saison.

    Halb zufällig stolperte ich über die Dithmarscher Stellenausschreibungen der Northvolt-Fabrik, die in zwei Jahren ihre Arbeit aufnehmen soll. Und schon jetzt staune ich: das ist ein Kaliber von Jobs, die ich so in Dithmarschen noch nie gesehen habe. Das ist wirklich etwas anderes als das übliche Bauhelfer-Lehrer-Bäcker, das sonst dort vorherrscht.

    Das Wacken Open Air hat eine braune Autobahntafel

    Mit dem Flixtrain ging es Samstag hin zur Eidermündung und mit dem Kaptainsmobil am Sonntag schon wieder zurück. 359 Kilometer über die A23, einmal quer über die Alster und die A24 in die Mittelmark. Dabei einen halben Tank Kaptainsmobilstreibstoff verbrauchend.

    Auffallend: Ein weit verbreitetes Auto, von dem ich noch nie in der Presse las, das auch in Berlin-Innenstadt nicht gefahren wird, das aber geschätzt ein Zehntel aller Autobahnnutzer fuhr: der T-Roc.

    Noch auffallender: ein stark rauchendes Wohnmobil auf einem Autobahnparkplatz. Ich hoffe jetzt einfach darauf, dass entweder die Wohnmobilfahrenden oder andere Autobahnparkplatzbesuchende die Situation einschätzen konnten und nichts taten/löschten/die Feuerwehr riefen/ den Katastrophenschutz riefen.

    Traurig auffallend: Der Rasthof Schaalsee. Vor nicht so langer Zeit gab es Autobahnraststätten normaler Art und Kettenrestaurants (McDonalds, Burger King) an den Autobahnen. Die haben sich in Qualität und Preis wenig genommen, nur dass bei den Ketten immer lange Schlangen waren.

    Inzwischen scheinen die normalen Raststätten in einer Abwärtsspirale. Immer weniger Gäste. Dadurch immer Umdrehungen an Nahrungsmitteln. Das Angebot wird kleiner, die Speisen liegen offensichtlich länger, wodurch die Zahl der Gäste weiter abnimmt. Man kann den Gaststätten quasi live beim Sterben zusehen. Neuster Stand: Die Saladette ist weg.

    Nachfrage an der Pommesausgabe: „Zu ineffizient. Wer soll die befüllen?“ Statt dessen ein riesiger Fleck inmitten der Essensausgabe, so dass alles noch leerer wirkt. Eine weitere Runde gedreht auf der Abwärtsspirale.

    Überhaupt wurde das ganze Kuchen-Salat-Brot-Kleingkeiten-Sortiment gestrichen. Iß Currywurst oder „Asia Bowl des Monats“ oder iß gar nichts.

    Nicht, dass die Gaststätten ein Hort der Gastronomiekunst und Lebensfreude gewesen wären – aber einem einst geselligen Ort beim Sterben zusehen, ist schon schad.

  • 23-09-26 Wir standen vor Neuruppin und hatten Lauchtarte an Bord

    23-09-26 Wir standen vor Neuruppin und hatten Lauchtarte an Bord

    Schwarztee im Istanbul Supermarket kostet 8 Euro/Pfund, Qualitätsbutter derzeit im Angebot 1,69€ / 250 Gramm.

    Der Moabiter plant Ausweichtaktiken, um nicht Elternsprecher zu werden. Ich schlug vor, einfach beim Reinkommen wild und anlasslos die Tafel beschimpfen, vor sich hinbrabbeln und bei der Wahl beide Hände heben und mit den Fingern schnipsen. Er meinte, dass „ich nix verstehen Deutsche“ auch immer gut funktioniert.

    Madame trägt wieder Rollrüstung. Tagsüber saß sie auf Paula.

    Am Montag im Büro so viele Alte-Zeiten-Vibes, fast hätte ich mit „Grüß Gott“ am Telefon gemeldet.

    Vor der Geschäftstelle malte ein Mann Bäume an.

    Ausfahrt Herzsprung

    Langsam könnten wir eine Tradition begründen, dass wir in Pinneberg herumstehen. War es auf der kaptainslosen Hinfahrt noch der spektakulär-spontan aussteigende Zugführer, war es auf der kaptainsbegleiteten Rückfahrt ein langweiliger Stop-and-Go aufgrund einer Autobahnbaustelle.

    Der spektakuläre Stau erreichte uns später. Ein Auffahrunfall bei Neuruppin hatte zu einer Vollsperrung geführt. Die war schon wieder vergangen bis wir ankamen. Aber im ehemaligen Staugebiet sahen wir mehrere liegengebliebene Fahrzeuge (Batterie?) und mindestens einen weiteren Auffahrunfall. Wir fuhren/standen/Stop-and-go’ten im Slalom durch mehrere Kilometer ehemaligen Stau. Und dass der Ur-Unfall schon nicht mehr da war, verstärkte die Absurdität der Situation.

    Google meinte, wir hätten in Herzsprung abfahren sollen und dann knapp 100 Kilometer über Land zu den Latifundien fahren sollen. Unser Navi meinte das nicht. Immerhin hatten wir in Dithmarschen noch die Lebensmittelaufteilung unternommen: Während die Eierlikörtorte zu den Nachbarn gewandert war, die längerfrische Milch als „hält bis zur Rückkehr“ einsortiert wurde, waren wir prächtig mit Brot, Lauchtarte, Obst und Aufschnitt versorgt.

    Später am Abend auf dem Weg von den Latifunden nach S-Bahn-Ring testeten wir die neue Route des Prignitz-Expresses, die in Berlin-Charlottenburg endet. An einem warmen aber regnerischen Sommerwochenende kamen viele Radausflügler im Zug aus Richtung Neuruppin, sehr wenige aus Richtung Nauen/Falkensee. Das Umsteigen funktionierte reibungslos. Auf Pelmeni am russischen Imbiss (Charlottengrad muss seinem Namen gerecht werden) verzichteten wir.

    Grundlagen des Marketing

    Vom Späti holte ich ein 5188 Gramm Fernuni ab. Das Paket enthielt 2000-2500 Seiten in 19 Heften und 4 Modulen. Ich blätterte alle kurz durch, um ein Gefühl für die kommenden Aufgaben zu bekommen.

    Als ich das schmalste Heft, 20 Seiten „Grundlagen der Berechenbarkeit und der Komplexitätstheorie in die Hand nahm, ahnte ich, es wird etwas Besonderes. Und als ich es aufschlag, fing ich an zu grinsen und dachte „Wir werden noch Spaß aneinander haben.“ Aber dazu später viel mehr.

    An sich war ich aber zu beschäftigt beziehungsweise zu erschöpft, um ernsthaft (= überwiegend Fernuni) zu lesen und habe so Feld-Wald-und-Wiesen-Lektüre betätigt.

    Zufällig stolperte ich über das Blog „Der Weg ist das Ziel.“ Ich bin begeistert, weil es aus Lörrach kommt, wo ich mich inzwischen auch leidlich auskennen. Ich bin noch begeisterter, weil es ernsthafte Fortbildung im Alter Ü45 geht – auch das finde ich hochspannend. Und dann ist es noch im Quereinstieg als Zugbegleiterin. Ich bin hin und weg.

    Es gibt neue Wikimania-Austragungsorte. 2024 in Polen, 2025 in Ostafrika und 2026 in Paris.

    Frau Herzbruch kauft was Freshes, das aber auch nice fitten muss.

    USA Kulinarisch wird 25. 25 Jahre, damals habe ich noch an Geocities rumgetöckelt! Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten veröffentlicht Gabriele 25 Fun Facts. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Und das Coffee Chili, auch hier das beliebteste aller Rezepte.

    Nach der Kaltmamsell empfiehlt auch Torsten Kleinz die Biofiction von This is going to hurt. Ich hoffe, Madame wird schauen und mir berichten.

    Ich kämpfe mit meinem Geiz, mir mal wieder ein ESPN-College-Football-Abo zu leisten. Beschließe, dass der Geiz heute siegt und schaue beim Kochen mal wieder beim Panzermuseum vorbei. zum Thema „Polnische Kavallerie gegen Deutsche Panzer.“

    Wer sich unter Geschichtsfans oder Militariafans bewegt (sowohl in Wikipedia als auch im Politikstudium häufige Gruppen) wird die Anekdote schon einmal mitbekommen haben: Polnische Kavallerie, die sich im Zweiten Weltkrieg mit erhobenen Säbel auf deutsche Panzer gestürzt haben soll. Raths nimmt die Anekdote auseinander, beginnt damit welche Rolle Kavallerie zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs spielte, wie die vermutliche Ursprungsbegebenheit des Mythos ablief und wie sich der Mythos entwickelte.

    Bei mir kommt sowohl der Techniksoziologe als auch der historisch interessierte Politologe und der Interessierte an Mythenbildungen voll auf seine Kosten.

  • 23-09-19 Banane mit Häkchen

    23-09-19 Banane mit Häkchen

    Luzifer hat lange, blonde Haare und spielt Fußball.

    Der Lidl-Balsamico erfuhr seit unserem letzten Kauf eine Designänderung. Die historische Stadtansicht ist kleiner, der goldene Rahmen verschwand. Die goldene „Balsamico“-Schrift wurde durch eine schwarze Schrift ersetzt. Dafür prangen nun die Farben der italienischen Trikolore auf der Flasche. Ich vermute, für Deutsche sieht es italienischer aus als vorher, für Italienier hingegen deutscher.

    Madame beschäftigte sich erst mit Staubsaugen und dann mit Designschutz.

    Der Kaptain wartet auf einen Teppich.

    Nachzutragen bleibt Madames erfreulicher Anfall von Italianità, als sie Steinpilze auf dem Wochenmarkt sah und spontan Risotto ai funghi porcini kredenzte. Später erntete sie die Birne Köstliche von Charneaux Noch hart, aber ihr bereits entgegenfallend.

    Die tiefstehende Abendsonne setzte Libellen über beschatteten Wiesen prächtig in Szene. Insekten versuchten Abends, den aufgewärmten Bungalow zu entern. Wir fanden eine Hornisse hinter der aufgehängten Landkarte. Beim Frühstück tauchte plötzlich ein untertassengroßes Heupferd auf. Einzig die Stinkwanzen traf ich bisher nur in der S-Bahn.

    Sonntag frühstückten wir bei der Bundesgamerin et al. Auf dem Weg kurzes Winken in den Park Sanssouci und bestaunen des neuen Garnisonskirchturms.

    Im Bundesgaminghaushalt erfuhren wir unter anderem von grundlegenden Trapezfiguren. Bei „Banane mit Häkchen“ kann man das Bein noch um ein Band wickeln, um sicherer zu hängen. Das Gespräch kam auf Verwandtenbesuch in Thüringen und vor allem die Bekannten der Verwandten: Dunkel ist’s in Thüringen. Dunkel.

    Weil ich es kann, fuhr ich Montag von den Latifundien aus zu den Südkreuz Offices und Abends wieder zurück. 25 Menschen im Regio sitzen, stehen. liegen direkt um mich herum. Ich sehe innerlich 25 Romanhandlungen vor mir. Vielleicht war ich auch einfach übermüdet.

    Kraniche flogen hoch über den Bungalow und niedriger über den Bahnhofsparkplatz.

    Kraniche im Restmorgenrot über Parkplatz

    Neutrale Kosten

    Da mein vier-Modul-Plan dieses Semester vermessen größenwahnsinnig sportlich ist, begann ich mit dem Querlesen der PDF-Skripte (die Papierversion war bisher nicht in der Post.)

    31031 – Internes Rechnungswesen und funktionale Steuerung: Ist eine Art „BWL-Gedöns“, also „Alles was noch in die Pflichtkurse soll, aber kein eigenes Modul bekommt.“ Das heißt, Internes Rechnungswesen, Produktionsplanung, Logistik und Marketing. Alles eher Hand-am-Arm, aber schon einfach Masse.

    31751 – Modellierung betrieblicher Informationssysteme: Anspruch durch Masse oder so.

    01141 – Mathematische Grundlagen: Das ist er, der Missing-Link zwischen „Mathe für Wirtschaftsinformatiker“ und „Algorithmische Mathematik.“ Das ist der fehlende Stoff, den ich mir letztes Semester irgendwie mühsam selbst erarbeiten musste. Ich bin gespannt wie es im Detail wird. (Note: Mein erstes Modul, dass nichts mit Wirtschaftsinformatik zu tun hat, sondern ein reines Mathe/Informatik-Modul ist).

    63511 – Einführung in die technischen und theoretischen Grundlagen der Informatik. (ETTI) Die reinste Wundertüte zwischen physischem Chipdesign, Assemblercode und der Diskussion von NP-Vollständigkeit. Hier wurden viele Themen reingepackt. Die Erfahrungsberichte im Internet lesen sich arg variabel. Der mehrmalige Wechsel von Titel und Kursnummern in den letzten Jahren hilft nicht bei der Recherche. Selbst die Unterlagen helfen nur bedingt. Eine Hälfte des Kurses gibt es nicht als gedrucktes Skript, sondern als gefilmte Vorlesungen. „Querlesen“ ist da schwer möglich.

    Aktueller Plan: Da nur die ersten beiden Kurse obligatorische Einsendeaufgaben haben und mir tendenziell leichter erscheinen: Diese beiden Kurse schnell durchlesen, Einsendeaufgaben-Pflicht absolvieren. Dann sind die Aufgaben aus dem Weg und ich kann mich Mathe und ETTI widmen.

    Ekkenekkepen

    Gelesen: Richard Grant: Dispatches from Pluto. Etwa 40 Seiten vor Ende legte ich das Buch beiseite. Nicht, weil ich nicht mehr mochte, sondern weil ich fürchtete, es zu Ende zu lesen und dann wäre es weg und ausgelesen. Jetzt bin ich durch und habe viel zu erzählen. Aber später oder an anderer Stelle.

    Gelesen: Theodor Storm: Die Regentrude, Insel-Ausgabe gestaltet und mit klugem Nachwort versehen von Judith Schalansky.

    Einen so heißen Sommer, wie nun vor hundert Jahren, hat es seitdem nicht wieder gegeben. Kein Grün fast war zu sehen; zahmes und wildes Getier lag verschmachtet auf den Feldern.

    Es war an einem Vormittag. Die Dorfstraßen standen leer; wer nur konnte, war ins Innerste der Häuser geflüchtet; selbst die Dorfkläffer hatten sich verkrochen.

    Wer kennt es nicht in diesen Jahren? Storm am Anfang der Industrialisierung stehend, mit dem Blick darauf, was am verschwinden ist. Neben der schönen Gestaltung fallen mir besonders die klaren Naturbeschreibungen auf.

    Bananenboot

    Landrat schaltet sich im Streit um Mülltonnen ein – informiert mich die Hauptschlagzeile des Generalanzeigers.

    Gabriele Frankemölle grillte Banana Boats – und ich bin hin und weg.

    Karen beendete den epischen Europratrip über Italien und Deutschland zurück nach Finnland.

    Frau Rabe war hingerissen von Kopenhagen.